Im August dieses Jahres gibt es wieder zwei interessante Himmelsereignisse zu sehen, die auch vom deutschsprachigen Raum aus sichtbar sind: Zum einen ist das die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026, die im deutschsprachigen Raum als tiefe partielle Finsternis ausfällt, zum anderen eine partielle Mondfinsternis in der zweiten Nachthälfte des 28. August. In Nordspanien und auf den Balearen schiebt sich der Neumond am Abend des 12. August exakt vor die Sonne und verdeckt sie für wenige Minuten vollständig. Nur in diesem schmalen Streifen auf der Erdoberfläche wird es kurzeitig so dunkel wie in der fortgeschrittenen Dämmerung.
Verlauf der Sonnenfinsternis am Mittwoch, 12. August
Am Mittwoch, dem 12. August 2026, findet abends eine partielle Sonnenfinsternis statt. Diese ist vom deutschsprachigen Raum aus größtenteils sichtbar. Sie hat eine Größe von 1,039 und ist in ihrer partiellen Phase weltweit in Nordamerika, Westafrika und Europa zu sehen. Die Zentrallinie der Totalität verläuft dabei über die Arktis, Grönland, Island, Spanien sowie den Arktischen Ozean und den nördlichen Atlantik. Das Maximum der Finsternis liegt westlich von Island im Atlantik bei 65° 13′ nördlicher Breite und 25° 14′ westlicher Länge. Sie dauert zwei Minuten und 18 Sekunden.
Der erste Kontakt, bei dem der Neumond vor die Sonnenscheibe tritt, findet in Lübben um 18:16 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit statt. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne noch elf Grad über dem nordwestlichen Horizont. Die maximale Phase mit 87 Prozent Bedeckung wird um 20:09 Uhr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne nur noch drei Grad über dem Horizont. Der vierte Kontakt, bei dem der Mond die Sonnenscheibe wieder verlässt, findet nach Sonnenuntergang und somit für uns unsichtbar um 19:59 Uhr statt.

Der maximale Bedeckungsgrad sowie die Zeitpunkte der Verfinsterung sind standortabhängig. In Deutschland wird der Bedeckungsgrad je nach Region zwischen 85 und 90 Prozent betragen. Das sollte auch visuell auffällig sein. In Mittel- und Südeuropa ereignet sich das Schauspiel am späten Nachmittag und Abend, kurz vor Sonnenuntergang. Wenn das Wetter mitspielt und der lokale Horizont es zulässt, werden wir hier in Deutschland eine untergehende Sonnensichel erleben. Sie ist bei klarem Wetter ab etwa 19:20 Uhr im Westnordwesten zu sehen. Bei dunstiger Luft ist sie sogar ganz ohne optische Hilfsmittel zu beobachten. Wichtig ist, dass die Sonne nicht blendet, damit die Augen des Beobachters keinen irreparablen Schaden nehmen. Die Zentrallinie der totalen Sonnenfinsternis verläuft auf dem europäischen Kontinent auch über die Iberische Halbinsel. In der Mittelmeerregion östlich der Balearen wird der Mondschatten die Erdoberfläche schließlich wieder verlassen. Auf der Ferieninsel Mallorca ist die Sonnenscheibe beim Sonnenuntergang über dem Meer dann komplett verfinstert.

Sonnenfinsternisse sind seltene Naturereignisse. Sie treten nur bei Neumond und in der Nähe der beiden Knotenpunkte auf. Die Knotenpunkte sind die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik, also der scheinbaren Sonnenbahn. In der Regel zieht der Neumond über oder unter der Sonne vorbei, da die Mondbahn gegenüber der Ekliptikebene um etwa 5° geneigt ist. Aus diesem Grund findet nicht jeden Monat eine Sonnenfinsternis statt. Der Kernschatten des Mondes ist bei totalen und ringförmigen Finsternissen nur entlang eines schmalen Streifens von 200 Kilometern Breite auf der Erdoberfläche zu beobachten, die partielle Phase hingegen von einem mehrere Tausend Kilometer größeren Gebiet aus. Ähnlich verhält es sich bei Mondfinsternissen, die nur bei Vollmond stattfinden.

Die Sonne darf niemals ungeschützt beobachtet werden. Ansonsten können schwere Augenschäden die Folge sein. Nur während der Totalität einer Sonnenfinsternis ist ein kurzer Blick ohne Schutz des Auges sicher. Für eine sichere Beobachtung während der partiellen Phase sollten spezielle Sonnenfilter, zum Beispiel Folien- oder Glasfilter, oder zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen verwendet werden. Diese blockieren über 99,5 Prozent des Lichts und die gefährlichen Infrarotstrahlung. Alternativ kann die Sonne per Projektionsmethode auf eine weiße Fläche übertragen werden. So können gleich mehrere Personen gleichzeitig unser Zentralgestirn beobachten. Besonders empfehlenswert ist die Beobachtung gemeinsam mit erfahrenen Sternfreunden in Volkssternwarten oder astronomischen Vereinen. Dort sind geeignete Geräte zur gefahrlosen Beobachtung der Sonne vorhanden.
Verlauf der Mondfinsternis am Freitag, 28. August
Leider kann die partielle Mondfinsternis in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur teilweise beobachtet werden. Zur Mitte der Finsternis um 6:13 Uhr MESZ, wenn 93 % der Mondkalotte vom Kernschatten der Erde getroffen werden, steht der Mond in der hellen, fortgeschrittenen Dämmerung direkt am Horizont. Daher kann der Austritt aus dem Kernschatten, der rund eineinhalb Stunden später erfolgen wird, vom deutschsprachigen Raum aus nicht beobachtet werden. Zuvor kann jedoch beobachtet werden, wie der Mond um 4:34 Uhr in den Kernschatten der Erde eintritt und zunehmend verfinstert wird. Zu diesem Zeitpunkt steht unser Erdtrabant nur noch 13 Grad über dem Südwesthorizont im Sternbild Wassermann. Aus diesem Grund ist eine freie Horizontsicht in diese Richtung unerlässlich. Ein handelsübliches Fernglas, stabil auf ein Fotostativ montiert, reicht zur Beobachtung hier völlig aus.
Zur Mitte der Finsternis ist der Mond vielerorts im östlichen Mitteleuropa bereits untergegangen bzw. steht nur noch wenige Grad über dem Horizont. Aus diesem Grund ist klare Luft und eine freie Sicht in Richtung Westsüdwest erforderlich. An meinem Standort geht er um 6:15 Uhr unter. Im Nordwesten steht dann schon die Sonne über dem Horizont. Er wäre selbst bei sehr klarer Horizontsicht nicht mehr zu sehen, wie die letzte Mondfinsternis im vergangenen Jahr bewiesen hat.
Der Mond ging bereits verfinstert auf, war aber erst zu sehen, als der Himmel dunkel genug war und der Mond sich aus den tieferen Dunstschichten des Horizonts genügend hoch herausgearbeitet hatte. In diesem Jahr liegt nur ein kleines Stück der nördlichen Mondkalotte noch im Halbschatten der Erde. Dieser wäre theoretisch sogar noch mit dem bloßen Auge sichtbar, aber spätestens mit Hilfe eines Feldstechers oder Teleskops noch zu erkennen. Ein optisches Instrument verbessert deutlich die Wahrnehmung feinster Kontraste.

Der Austritt aus dem Kernschatten der Erde um 7:53 Uhr und aus dem Halbschatten um 9:04 Uhr findet für uns unbeobachtbar unter dem Horizont statt. Die Ein- und Austritte des Mondes aus dem Halbschatten sind sowieso prinzipiell nicht auffällig. Nahe des Kernschatten erscheint der Vollmond allerdings deutlich blasser als üblich. Die Mondfinsternis ist in der Ostpazifikregion, in Nord- und Südamerika (mit Ausnahme von Alaska und den östlichen Teilen des Pazifiks), im Süden Grönlands, in Europa, in Afrika sowie im Atlantik sichtbar.
Die Europäische Weltraumagentur (ESA) wird das Naturspektakel der Sonnenfinsternis in einem Live-Stream übertragen.
Ausblick
Die nächste Mondfinsternis, die am 21. Februar 2027 stattfindet, ist eine Halbschattenfinsternis und für visuelle Beobachter eher uninteressant. Dafür findet fast genau ein Jahr später, am 2. August 2027, eine weitere Sonnenfinsternis statt. Sie kann ebenfalls vom deutschsprachigen Raum aus beobachtet werden. Im Süden Spanien trifft der Kernschatten des Mondes sogar die iberische Halbinsel bei Gibraltar. Im Jahr 2028 gibt es dagegen gleich drei Mondfinsternisse, von denen alle teilweise oder vollständig sichtbar sind: zwei partielle am 12. Januar und am 6. Juli sowie eine totale am Silvesterabend.
Hoffen wir also auf gutes Wetter, damit beide Himmelsereignisse beobachtet werden können…
Kontaktzeiten zur Sonnenfinsternis am 12. August 2025 für ausgewählte Orte| Ort | Beginn | Mitte | Ende | Größe |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | 19:15 Uhr | 20:08 Uhr | 20:37 Uhr | 84,9% |
| Dresden | 19:18 Uhr | 20:10 Uhr | 20:32 Uhr | 85,7% |
| Frankfurt/Main | 19:20 Uhr | 20:14 Uhr | 20:49 Uhr | 88,2% |
| Hamburg | 19:14 Uhr | 20:08 Uhr | 20:55 Uhr | 85,4% |
| München | 19:23 Uhr | 20:16 Uhr | 20:32 Uhr | 88,8% |
| Rostock | 19:13 Uhr | 20:06 Uhr | 20:48 Uhr | 84,4% |
| Salzburg | 19:23 Uhr | 20:16 Uhr | 20:25 Uhr | 88,6% |
| Wien | 19:22 Uhr | - | 20:13 Uhr | 87,0% |
| Zürich | 19:25 Uhr | 20:18 Uhr | 20:42 Uhr | 90,6% |
Weiterführende Links
Astrofan80’s Astroseite – Finsternisse | Wikipedia – Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 | Sonnenfinsternis.org – Die Sonnenfinsternis am 12.08.2026 | Der Standard – Was man zur Sonnenfinsternis im August wissen muss | WDR – Sonnenfinsternis 2026: Warum das Naturspektakel so besonders ist








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