Der Sternhimmel im August 2021

Lese­zeit: 12 Minu­ten

Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Mor­gen im August kön­nen wir den abneh­men­den Halb­mond im Stern­bild Wid­der auf­fin­den. Am nächs­ten Mor­gen steht er kurz vor dem Gol­de­nen Tor der Eklip­tik im Stern­bild Stier, dass aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den gebil­det wird. Am 3. des Monats befin­det sich die Mond­si­chel 5 Grad ober­halb von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers und am 5. August in den Zwil­lin­gen. Am Mor­gen des 7. August kön­nen wir die sehr schma­le, abneh­men­de Mond­si­chel zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung ent­de­cken, bis am 8. August die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. In der Abend­däm­me­rung des 10. August taucht die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel wie­der über dem west­li­chen Hori­zont auf. Nur 8 ¾ Grad wei­ter öst­lich ent­de­cken wir auch den Abend­stern Venus. Am dar­auf fol­gen­den Abend kön­nen wir die Mond­si­chel nur 5 Grad nord­öst­lich der Venus im Stern­bild Jung­frau ent­de­cken. Der Mond wan­dert an den Fol­ge­aben­den wei­ter durch die Jung­frau und zieht am 13. des Monats, in 5 Grad nörd­li­chen Abstand, am Haupt­stern Spi­ca vor­bei. Am 15. August ent­de­cken wir den zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) in der Waa­ge und am 16. des Monats nur 3 ½ Grad nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on. Anschlie­ßend zieht unser stil­ler Beglei­ter wei­ter durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze und befin­det sich am Abend des 20. nur 5 Grad süd­west­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn im Stern­bild Stein­bock. Am 21. August steht der Voll­mond nur 7 ½ Grad süd­west­lich von Jupi­ter und am nächs­ten Abend 9 Grad süd­öst­lich von die­sem im Stern­bild Was­ser­mann. Nun wird der Mond immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und zieht wei­ter durch Regio­nen des Him­mels, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Nach­dem der Mond die Stern­bil­der Was­ser­mann, Wal­fisch, Fische und Wid­der hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn in der Nacht vom 29. auf den 30. August als abneh­men­den Halb­mond (letz­tes Vier­tel) aber­mals im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik auf­spü­ren. Am letz­ten Abend des Monats fin­den wir ihn im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Stier und Zwillinge.

Die Planeten

Mer­kur erreicht am 1. August 2021 sei­ne obe­rer Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn und steht mit der Son­ne am Tag­him­mel. Danach wächst sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand bis zum Monats­en­de auf knapp 24 Grad an. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, reicht das lei­der nicht für eine Sicht­bar­keit des flin­ken Pla­ne­ten für unse­re Brei­ten. Somit bleibt der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems im gesam­ten Monat August unsichtbar.

Die Venus ist nach wie vor Abend­stern und nach Son­nen­un­ter­gang nied­rig im Wes­ten in der Abend­däm­me­rung auf­find­bar. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht sie nur 6 Grad hoch über dem Hori­zont. Sie wan­dert zunächst noch durch den Löwen und wech­selt am 10. August in das Stern­bild Jung­frau. Ihre Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats leicht zu von anfangs ‑3,9 auf ‑4,0 mag. Ihr Beleuch­tungs­grad nimmt von anfangs 82% auf 78 % bis Ende August ab. Der schein­ba­re Durch­mes­ser des Venus­scheib­chen wächst leicht von 12,7 auf 15,0 Bogen­se­kun­den. Am 1. August geht Venus um 22:05 Uhr unter. Am 31. des Monats erfolgt ihr Unter­gang um 20:57 Uhr Som­mer­zeit. Am 11. August kann die zuneh­men­den Mond­si­chel nur 5 Grad nord­öst­lich der Venus auf­ge­fun­den werden.

Unser roter Nach­bar Mars hat sich nun end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück­ge­zo­gen. Der Pla­net wan­dert recht­läu­fig durch den Löwen und steht zu nah bei der Son­ne, um ihn mit dem blo­ßen Auge sich­ten zu kön­nen. Am 25. August beginnt auf der Nord­halb­ku­gel des Roten Pla­ne­ten der Sommer.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist die gesam­te Nacht zu sehen und wan­dert zunächst immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Am 19. August fin­den wir ihn dann im Stern­bild Stein­bock, wo er nur einen Tag spä­ter, näm­lich am 20. August 2021, die Oppo­si­ti­on zur Son­ne erreicht. An die­sem Tag befin­det er sich 600 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt und geht um 20:14 Uhr im Süd­os­ten auf. Um 1:10 Uhr über­schrei­tet Jupi­ter den Meri­di­an und sinkt um 6:01 Uhr Som­mer­zeit wie­der unter den Hori­zont. Am 1. und am letz­ten Tag im Monat steht Jupi­ter um 2:34 Uhr bzw. um 0:21Uhr im Süden. Sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­hö­he beträgt gut 26 Grad und sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser zum Zeit­punkt der Oppo­si­ti­on 49,1 Bogen­se­kun­den. Mit Hil­fe eines Tele­skops sind zahl­rei­che Struk­tu­ren in der Jupi­ter­at­mo­sphä­re erkenn­bar, wie zum Bei­spiel der Gro­ße Rote Fleck, Wol­ken­strei­fen und Fle­cken. Auch die Vor­über­gän­ge, gegen­sei­ti­gen Ver­fins­te­run­gen und Schat­ten­spie­le der vier hells­ten Mon­de, Io, Euro­pa, Gany­med und Kal­lis­to sind erwäh­nens­wert und in jedem Ama­teur­fern­rohrs beob­acht­bar. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von ‑2,9 mag ist der Rie­sen­pla­net, nach Mond und Venus, das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Am 22. August wan­dert der Voll­mond nur 4 Grad süd­lich am Jupi­ter vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn erreicht eben­falls in die­sem Monat sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Am 2. August 2021 steht er der Son­ne im Stein­bock genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 0,2 mag. An die­sem Tag geht Saturn um 20:46 Uhr im Süd­os­ten auf und erreicht um 1:13 Uhr Som­mer­zeit sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt um 5:36 Uhr. Damit ist Saturn die gesam­te Nacht zu sehen. Mit einer Höhe von 22 Grad steht der Ring­pla­net, ähn­lich wie der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, nicht sehr hoch über dem Hori­zont, so dass man eine ruhi­ge Atmo­sphä­re benö­tigt, um Struk­tu­ren in des­sen Atmo­sphä­re zu beob­ach­ten. Gut beob­acht­bar ist auch sein hells­ter und größ­ter Mond Titan. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gangs­zei­ten auf 23:07 Uhr. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt dabei leicht ab und beträgt Ende August 0,4 Grö­ßen­klas­sen. Der schein­ba­re Äqua­tor­durch­mes­ser des Saturn­scheib­chen erreicht zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt 18,6 Bogen­se­kun­den. Sein 42,2 Bogen­se­kun­den brei­ter Ring ist mit 18,2 Grad immer noch weit geöff­net. Aller­dings erreicht er zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt nicht mehr sei­ne maxi­ma­le mög­li­che Hel­lig­keit, da die Ring­öff­nung in den letz­ten Jah­ren ste­tig abge­nom­men hat. Im Jahr 2025 wird wie­der die Kan­ten­stel­lung erreicht wer­den. Am 20. des Monats kann der zuneh­men­den Mond knapp 3 ½ Grad süd­lich von Saturn auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus beginnt in die­sem Monat sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode und bremst sei­ne Wan­de­rung durch das Stern­bild Wid­der wei­ter ab. Am 20. August kommt er schließ­lich zum Still­stand und wan­dert anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig über den Him­mel. Ura­nus wird immer mehr ein Objekt für die gesam­te Nacht und kann Ende August bereits beim Ein­dun­keln beob­ach­tet wer­den. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:42 Uhr Som­mer­zeit auf zwei Stun­den. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag ist der fer­ne Pla­net theo­re­tisch schon mit dem blo­ßen Auge zu sehen. Ansons­ten benö­tigt man ein Fern­glas oder ein klei­nes Tele­skop. Im Fern­rohr ist aller­dings nur ein 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes blass-grü­nes Scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun wird ein Objekt für die gesam­te Nacht und kommt Mit­te des nächs­ten Monats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Nep­tun wan­dert rück­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann und kann zum Monats­en­de hin bereits bei Ein­bruch der Nacht auf­ge­sucht wer­den. Am 1. August steht der fer­ne Pla­net um 4:00 Uhr Som­mer­zeit im Süden und am 31. August bereits zwei Stun­den frü­her. Im Fern­rohr erscheint das 7,8 mag hel­le bläu­li­che Nep­tun­scheib­chen nur 2,3 Bogen­se­kun­den groß und zeigt kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten. Um Nep­tun auf­zu­fin­den, ist zwin­gend ein Fern­glas oder Tele­skop erfor­der­lich. Der Pla­net steht ca. 5 ¾ Grad nord­öst­lich von Phi Aquarii.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann eben­falls noch fast die gesam­te Nacht in gro­ßen Tele­sko­pen auf­ge­sucht wer­den. Selbst unter Zuhil­fe­nah­me hoher Ver­grö­ße­rung ist nicht mehr als ein 14,3 mag hel­ler win­zi­ger Punkt im Sterne­nen­feld des Schüt­zen zu sehen. Zu Beginn des Monats steht Plu­to um 0:15 Uhr im Süden. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gangs­zei­ten auf 22:11 Uhr Sommerzeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 4P/Faye zieht im August durch das Stern­bild Stier und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Zu Beginn des Monats steht der Schweif­stern süd­lich der Ple­ja­den. Im letz­ten Monats­drit­tel zieht er durch den offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. Mit einer Hel­lig­keit um 11 Grö­ßen­klas­sen kann der Komet in mitt­le­ren bis grö­ße­ren Fern­roh­ren auf­ge­sucht wer­den. Am 31. August steht 4P/Faye inmit­ten des offe­nen Stern­hau­fens NGC 1647.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 15P/Finlay wan­dert in die­sem Monat vom Stern­bild Stier in die Zwil­lin­ge und ist eben­falls ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Sei­ne Hel­lig­keit geht im August um eine Grö­ßen­klas­se zurück von anfangs 10,0 auf 11,0 mag. Somit kann der Schweif­stern bereits in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­sucht werden.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 67P/Chu­ryu­mow-Gerasi­men­ko wan­dert vom Stern­bild Fische, wei­ter in den Wal­fisch und in den Wid­der. Er ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und befin­det sich ab Mit­te August genü­gend hoch über dem Hori­zont. Mit einer Hel­lig­keit um 12 Grö­ßen­klas­sen benö­tigt man aller­dings ein grö­ße­res Tele­skop. Erst Anfang Novem­ber steht er im Peri­hel und kann dann mit einer Hel­lig­keit von 9 Grö­ßen­klas­se sogar in licht­star­ken Fern­glä­sern auf­ge­fun­den werden.

Der Komet C/2020 T2 (Palo­mar) kann noch in der ers­ten August­hälf­te bei Ein­bruch der Nacht nied­rig im Wes­ten im Stern­bild Jung­frau beob­ach­tet wer­den. Zum Ende der nau­ti­schen Däm­me­rung steht der Schweif­stern nur noch 10 Grad hoch über dem Hori­zont. Mit einer Hel­lig­keit um 10 mag ist Palo­mar ein Objekt für mitt­le­re Teleskope.

Der Komet C/2019 L3 (ATLAS) kann zir­kum­po­lar im Stern­bild Fuhr­mann beob­ach­tet wer­den. Der Komet hat­te im Früh­jahr 2021 einen Hel­lig­keits­aus­bruch, so dass er jetzt mit rund 11 Grö­ßen­klas­sen in mitt­le­ren Fern­roh­ren am bes­ten am Mor­gen­him­mel auf­ge­sucht wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Stier beob­ach­tet wer­den. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von Anfangs 9,2 auf 8,9 mag leicht zu. Die Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:05 Uhr auf 23:27 Uhr Som­mer­zeit. Am 24. August kann der 5,3 mag hel­le Stern 58 Tau als Auf­such­hil­fe die­nen. Ceres befin­det sich an die­sem Tag nur 7 Bogen­mi­nu­ten vom Stern entfernt.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wan­dert durch die Fische und sei­ne Hel­lig­keit steigt im August von anfangs 9,5 auf 8,8 mag. Am 1. des Monats steht Pal­las um 3:59 Uhr im Süden und Ende August bereits um 1:46 Uhr Sommerzeit.

(6) Hebe kann im Schüt­zen auf­ge­sucht wer­den. Die Hel­lig­keit des Aste­ro­iden sinkt von anfangs 8,5 auf 9,1 mag. Am 1. August steht der Aste­ro­id um 23:48 Uhr in sei­nem höchs­ten Punkt im Süden. Am 31. August erfolgt sein Meri­diandurch­gang bereits um 21:36 Uhr Sommerzeit.

Der Aste­ro­id (7) Iris wan­dert zunächst noch durch das Stern­bild Stier und wech­selt am 30. August in die Zwil­lin­ge. Der Him­mels­kör­per ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und geht am 1. August um 0:45 Uhr im Osten auf. Bis zum 31. August ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 23:57 Uhr Som­mer­zeit. Die Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 9,9 auf 9,8 mag. Am 17. August steht Iris nur 10 Bogen­mi­nu­ten von 118 Tau­ri (5,5 mag) entfernt.

(12) Vic­to­ria stand Ende des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann nach wie vor die gesam­te Nacht im Stern­bild Adler beob­ach­tet wer­den. Aller­dings geht ihre schein­ba­re Hel­lig­keit im Lau­fe des August merk­bar zurück von anfangs 8,8 auf 9,5 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 0:46 Uhr auf 22:30 Uhr Som­mer­zeit. Am 1. des Monats steht Vic­to­ria nur 10 Bogen­mi­nu­ten von SAO 144296 (6,0 mag) ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (43) Ari­ad­ne erreicht am 19. August 2021 im Stern­bild Was­ser­mann sei­ne Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird 9,5 mag hell. Zu Beginn des Monats und am Monats­en­de beträgt ihre Hel­lig­keit jeweils 9,9 mag. Am 1. August steht Ari­ad­ne um 2:28 Uhr Som­mer­zeit im Süden und am 31. August bereits um Mitternacht.

Der Aste­ro­id (80) Sap­pho wird am 8. des Monats wie­der hel­ler als 10 mag und steht schließ­lich am 14. August 2021 im Stern­bild Fül­len der Son­ne genau gegen­über. Dabei erreicht sie eine Hel­lig­keit von 9,9 mag. Nor­ma­ler­wei­se ist sie bei ande­ren Oppo­si­tio­nen deut­lich licht­schwä­cher. Ihr Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:52 Uhr auf 23:27 Uhr Som­mer­zeit. Am 17. August steht Sap­pho in der Nähe des 7,0 mag hel­len Stern SAO 126618, in einem Abstand von nur 5 Bogenminuten.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (89) Julia wan­dert durch den Was­ser­mann und kommt am 25. August 2021 in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht sie eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,0 mag. Zu Beginn und Ende des Monats betra­gen ihre schein­ba­ren Hel­lig­kei­ten 9,5 bzw. 9,1 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. des Monats steht Julia um 2:52 Uhr im Süden. Am 31. August erreicht sie bereits um 0:23 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Am 11. August kann der 6,1 mag hel­le Stern SAO 145989 als Auf­such­hil­fe die­nen. Bei­de Objek­te ste­hen dann nur 5 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der entfernt.

(349) Dem­bow­s­ka kommt in die­sem Monat eben­falls in Oppo­si­ti­on zur Son­ne, näm­lich am 12. August 2021. Dabei wird sie im Stern­bild Süd­li­cher Fisch nur 9,7 mag hell. Auf­grund ihrer süd­li­chen Dekli­na­ti­on von ‑25 Grad, erreicht sie zum Zeit­punkt ihrer Kul­mi­na­ti­on nur nied­ri­ge Höhen über dem Süd­ho­ri­zont. Am 1. August steht die 9,9 mag hel­le Dem­bow­s­ka um 2:21 Uhr im Süden und am 31. August bereits um 23:53 Uhr Som­mer­zeit. Zum Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10 Grö­ßen­klas­se gefallen.

Meteorströme

Die mil­den und hof­fent­lich auch kla­ren Som­mer­näch­te im August sind prä­de­sti­niert für den bekann­tes­ten Mete­or­strom des Jah­res: die Per­sei­den. Sie tau­chen in jedem Jahr zwi­schen Mit­te Juli bis zum 24. August auf, wobei die meis­ten Stern­schnup­pen immer zwi­schen dem 9. und 13. August auf­tre­ten. Das Maxi­mum wird wahr­schein­lich in der ers­ten Nacht­hälf­te in der Nacht vom 12. auf den 13. August statt­fin­den. Der zuneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung der Per­sei­den nicht stö­ren, weil er gegen 22:30 unter­ge­hen wird. Aber auch in der Nacht vor und nach dem Maxi­mum sind mit höhe­ren Fall­ra­ten um 50 Meteo­re pro Stun­de zu rech­nen. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit liegt zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Zu Beginn der Nacht steht der Radi­ant 30 Grad hoch über dem Hori­zont. Vor allem in den Mor­gen­stun­den, wenn der Radi­ant zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung gut 70 Grad Höhe erreicht, sind die meis­ten Stern­schnup­pen sicht­bar. Die Meteo­re schei­nen dabei aus einem Gebiet zu kom­men, das sich ca. 2 Grad öst­lich vom Stern Eta Persei ent­fernt befin­det. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind zwi­schen 90 und 100 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 59 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Neben den nor­mal hel­len Stern­schnup­pen, gibt es auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re mit bis zu 0 mag Hel­lig­keit und dar­über hin­aus. Der Ursprung der Per­sei­den geht auf den peri­odi­schen Kome­ten 109­P/S­wift-Tut­tle zurück, der eine Umlauf­zeit von 120 Jah­ren besitzt. In die­sem Jahr wer­den Meteo­ro­ide erwar­tet, die von dem Umlauf des Kome­ten im Jahr 1479 stammen.

Erwäh­nens­wert sind im Monat August noch die Kap­pa-Cyg­n­i­den, deren Radi­ant sich im Stern­bild Schwan befin­det. Die­ser mit rund 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de nicht gera­de rei­che Strom, ist vom 3. bis 25. August aktiv – mit einem Maxi­mum in der Nacht vom 17. auf den 18. August. Der Radi­ant steht in den Abend­stun­den fast im Zenit. Die Meteo­re sind mit 25 km/s Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit sehr lang­sam, so dass sie sich gut von ande­ren Mete­or­strö­men unter­schei­den. Es kön­nen aber auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re dabei sein. Am 13. August 2007 konn­ten zahl­rei­che Boli­den zwi­schen ‑4 und ‑5 mag Hel­lig­keit beob­ach­tet wer­den. Der Ursprungs­kör­per der Kap­pa-Cyg­n­i­den hat sich ver­mut­lich aufgelöst.

Zwi­schen dem 25. August und 5. Sep­tem­ber sind außer­dem noch die Alpha-Auri­gi­den sicht­bar, des­sen Maxi­mum am 31. August zu erwar­ten ist. Der Radi­ant befin­det sich süd­lich des Haupt­sterns Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Mit 6 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de, ist die­ser Strom eben­falls nicht sehr aus­ge­prägt. Aller­dings wur­den in der Ver­gan­gen­heit schon Raten zwi­schen 30 und 40 Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. Als Ursprungs­kör­per der Alpha-Auri­gi­den gilt der Komet C/1911 N1 Kiess, der eine Umlauf­zeit von unge­fähr 2.500 Jah­ren besitzt. Im Jahr 2007 kam es zu einer engen Pas­sa­ge zwi­schen der Erde und der Umlauf­bahn des Kome­ten, wodurch eine Zeni­tra­te von ca. 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de beob­ach­tet wer­den konnte.

Die Ant­he­lionquel­le ist über das gesam­te Jahr aktiv und pro­du­zie­ren lang­sa­me Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, öst­lich des Gegen­son­nen­punkts. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on wan­dert im August vom Stern­bild Was­ser­mann in die Fische und befin­det sich zwi­schen den Radi­an­ten der Caprico­n­i­den und der Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den. Auch hier sind nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit rund 30 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel am 15. August 2021
Der Stern­him­mel am 15. August 2021 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, schon recht nied­rig aber immer noch gut sicht­bar über dem Nord­west­ho­ri­zont. Die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens wei­sen fünf­mal ver­län­gert direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären steigt nun eben­falls lang­sam wie­der her­ab. Immer tie­fer sinkt auch der Dra­che, des­sen auf­fäl­li­ger Kopf jetzt west­lich des Zenits zu fin­den ist. Sein lan­ger Kör­per schlän­gelt sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. Dage­gen steigt das Stern­bild Kepheus, rechts ober­halb des Klei­nen Bären gele­gen, immer höher und erreicht in der kom­men­den Stun­de schließ­lich die Zenitre­gi­on. Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt nied­rig im Nord­os­ten die hell leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann auf­fäl­lig vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe nur schwer aus­zu­ma­chen. Eben­falls im Nord­os­ten ist auch schon der Per­seus voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Halb­hoch am Him­mel ent­de­cken wir schließ­lich noch das W‑förmige und recht auf­fäl­li­ge Stern­bild der Kassiopeia.

Im Osten

Genau im Osten steht nun das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat als auf­fäl­ligs­te Figur des nahen­den Herbs­tes über dem Hori­zont. Die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da schließt sich unmit­tel­bar öst­lich an den Pega­sus an. Dabei gehört der lin­ke obe­re Stern des Qua­drats bereits zum Stern­bild Andro­me­da. In der Andro­me­da befin­det sich auch die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie unse­rer Milch­stra­ße, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se kann unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel schon leicht mit dem blo­ßen Auge als aus­ge­dehn­ter Licht­fleck erkannt wer­den. Unter­halb des Pega­sus sind die Fische und noch wei­ter im Süd­os­ten bereits der Was­ser­mann und der Stein­bock über dem Hori­zont erschie­nen. Dort fin­den wir auch den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter und den Ring­pla­ne­ten Saturn über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Die bei­den Pla­ne­ten kom­men in die­sem Monat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wer­den uns noch die gesam­te Nacht beglei­ten. Öst­lich der Fische, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen, kön­nen wir die bei­den Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der erken­nen, die aller­dings noch recht nied­rig über dem Nord­ost­ho­ri­zont zu fin­den sind. Direkt im Nord­os­ten steht der Per­seus und dar­über das ein­präg­sa­me Stern­bild Kas­sio­peia sowie die unschein­ba­re Eidech­se. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir schließ­lich noch den Kepheus und das Stern­bild Schwan, das auf­grund sei­ner ein­präg­sa­men Form oft auch als „Kreuz des Nor­dens“ bezeich­net wird.

Im Süden

Der Süden wird nun von der hel­len Som­mer­milch­stra­ße und dem auf­fäl­li­gen Som­mer­drei­eck domi­niert. Gebil­det wird das Drei­eck aus den hel­len Haupt­ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Deneb befin­det sich dabei hoch über unse­ren Köp­fen und über­schrei­tet soeben den Meri­di­an. Die Wega hat ihren Meri­diandurch­gang bereits hin­ter sich. Ata­ir steht nun fast genau im Süden und in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. West­lich der Lei­er gele­gen schließt sich der Her­ku­les und dar­un­ter der Schlan­gen­trä­ger mit dem Schwanz der Schlan­ge an. Inmit­ten der Milch­stra­ße erken­nen wir zwi­schen Schwan und Adler die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil. Durch die­se Regi­on ver­läuft der Cyg­nus-Rift der Milch­stra­ße in Rich­tung Süden her­ab. Dabei han­delt es sich um dunk­le Staub­fah­nen aus inter­stel­la­rer Mate­rie, die das Licht dahin­ter lie­gen­der Ster­ne unse­rer Hei­mat­ga­la­xie ver­deckt. Unmit­tel­bar öst­lich der Milch­stra­ße befin­den sich noch der Del­phin und das Fül­len. Unter einem dunk­len und kla­ren Land­him­mel fällt unter­halb des Adlers die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild auf. Dabei han­delt es sich um eine hel­le und aus­ge­dehn­te Ster­nen­wol­ke in der Milch­stra­ße. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ent­de­cken wir den Schüt­zen, der die recht ein­präg­sa­me Form einer Tee­kan­ne besitzt. Im Schüt­zen fin­den wir auch das Zen­trum unse­rer Gala­xis. Das Stern­bild hat vor unge­fähr einer hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt über­schrit­ten und wird nun wie­der unter dem Hori­zont ver­sin­ken. Die auf­fäl­ligs­ten Objek­te in die­ser Him­mels­ge­gend sind aber der Rie­sen­pla­net Jupi­ter und der Ring­pla­net Saturn, die jetzt über dem Süd­ost­ho­ri­zont in den Stern­bil­dern Was­ser­mann und Stein­bock zu fin­den sind. Dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont ste­hen noch eini­ge Ster­ne des Skor­pi­ons und des Stern­bilds Waage.

Im Westen

Bli­cken wir genau in Rich­tung Wes­ten fällt in nied­ri­ger Höhe der oran­ge leuch­ten­de Stern Ark­tur im Stern­bild Bären­hü­ter auf. Der Bären­hü­ter besitzt annä­hernd die Form eines Kin­der­dra­chens. Links ober­halb die­ses Stern­bilds erken­nen wir die mar­kan­te Figur der Nörd­li­chen Kro­ne. Ober­halb der Kro­ne gele­gen steht der eher unauf­fäl­li­ge Her­ku­les. In die­sem Stern­bild soll­te unter einem dunk­len Land­him­mel bereits der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als unschar­fes Stern­chen erkenn­bar sein, der unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les zu fin­den ist. Süd­lich der Nörd­li­chen Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, der vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­wes­ten getra­gen wird und der im Lau­fe der Nacht eben­falls im Wes­ten unter­ge­hen wird. Direkt unter­halb des Schlan­gen­trä­ger ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Skor­pi­ons unter dem Hori­zont. Rechts vom Bären­hü­ter im Nord­wes­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens. Dar­über befin­det sich der lang gezo­ge­ne Kör­per des Dra­chen, des­sen auf­fäl­li­ger und annä­hernd rau­ten­för­mi­ger Kopf sich noch in der Nähe des Zenits befin­det. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­den sich die Jagd­hun­de und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont, das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Auf­grund ihrer tie­fen Stel­lung ver­schwin­den die­se Ster­ne bereits im hori­zont­na­hen Dunst.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Allgemeines Live-Blog ab dem 31. Juli 2021 | Skyweek Zwei Punkt Null

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.