Der Sternhimmel im Juli 2021

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats geht der abneh­men­den Halb­mond im letz­ten Vier­tel erst nach Mit­ter­nacht auf. Er ist im Stern­bild Wid­der ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert unser Erd­tra­bant abwech­selnd durch die Stern­bil­der Wal­fisch und Fische und kann dann am 5. Juli im Stern­bild Stier am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am nächs­ten Mor­gen fin­den wir die dün­ne, abneh­men­de Mond­si­chel im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Am Mor­gen des 8. Juli kön­nen wir die Mond­si­chel zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung auf­ge­hen sehen, bis am 10. Juli die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. In der Abend­däm­me­rung des 12. Juli taucht die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel wie­der in der Abend­däm­me­rung auf und kann dann nur 4 ½ Grad nord­öst­lich des Abend­stern Venus auf­ge­fun­den wer­den. Dicht beim Abend­sterns ist mit Hil­fe eines licht­star­ken Feld­ste­chers auch der rote Pla­net Mars erkenn­bar. Unter guten Sicht­be­din­gun­gen gelingt uns eine Sich­tung der Mond­si­chel bereits einen Abend davor, nied­rig über dem nord­west­li­chen Hori­zont. Am Abend des 13. Juli ist die Mond­si­chel deut­lich bes­ser im Stern­bild Löwe erkenn­bar. Am Abend des 15. Juli hat der Mond bereits die Jung­frau erreicht, wobei dort am 17. des Monats das ers­te Vier­tel erreicht wird. Am Abend des 18. und 19. Juli steht unser Erd­tra­bant in der Waa­ge und am 20. des Monats im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Skor­pi­on nied­rig über dem süd­li­chen Hori­zont. Unser stil­ler Beglei­ter wan­dert in den nächs­ten Tagen wei­ter in Rich­tung Osten durch Schüt­ze und Stein­bock. Am Abend des 24. Juli fin­den wir den Voll­mond knapp 5 Grad süd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn und am 25. des Monats 6 Grad süd­west­lich von Jupi­ter im Stern­bild Was­ser­mann. Danach wird der Mond immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert aber­mals bis zum Monats­en­de durch die Stern­bil­der Wal­fisch und Fische. Am 31. Juli wird aber­mals das letz­te Vier­tel im Stern­bild Wid­der durchlaufen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht am 4. Juli 2021, mit 21°33′ sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel ist der Pla­net für Beob­ach­ter nörd­lich von 47 Grad nörd­li­cher Brei­te und in der Monats­mit­te tief im Nord­os­ten beob­acht­bar. Das opti­ma­le Zeit­fens­ter reicht vom 4. Juli bis zum 19. des Monats. Am 4. Juli erfolgt der Auf­gang Mer­kurs um 3:43 Uhr Som­mer­zeit. Rund eine hal­be Stun­de spä­ter kann man den inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems, mit 0,6 mag Hel­lig­keit, aus dem Hori­zont­dunst her­aus erken­nen. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht er knapp 5 Grad hoch über dem Nord­ost­ho­ri­zont. Am 8. Juli steht die zuneh­men­de Mond­si­chel nur 2 ½ Grad nörd­lich von Mer­kur und kann dann als Auf­such­hil­fe für den 0,1 mag hel­len Pla­ne­ten die­nen. Am 9. Juli ist der schein­bar 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur zur Hälf­te beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Am 19. Juli stei­gert der Pla­net sei­ne Hel­lig­keit auf ‑1,0 mag. Sein Auf­gang erfolgt an die­sem Mor­gen um 3:53 Uhr. Nach die­sem Mor­gen wird man umsonst nach Mer­kur Aus­schau hal­ten. Am 24. des Monats zieht Mer­kur durch das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist Abend­stern und zunächst noch im Stern­bild Krebs beob­acht­bar. Am 11. Juli wech­selt sie in den Löwen. Der Abend­stern steht kurz nach Son­nen­un­ter­gang nicht sehr hoch über dem Nord­west­ho­ri­zont, weil die Venus auf ihrer Wan­de­rung ent­lang der Eklip­tik auch immer süd­li­che­re Brei­ten ent­ge­gen­strebt. Bis zum Monats­en­de stei­gert sie ihre öst­li­chen Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn auf immer­hin 33 Grad. Damit ver­kür­zen sich auch ihre Sicht­bar­keit in der Abend­däm­me­rung. Am 1. Juli geht die ‑3,9 mag hel­le Venus um 22:56 Uhr unter. Bis zum 31. Juli ver­frü­hen sich ihre Unter­gangs­zei­ten auf 22:08 Uhr Som­mer­zeit. Im Fern­rohr erscheint Venus zum Monats­en­de 82% beleuch­tet und schein­bar 12,6 Bogen­se­kun­den groß. Am 12. Juli kann die dün­ne, zuneh­men­den Mond­si­chel nur 4 ½ Grad nord­öst­lich des Abend­sterns auf­ge­fun­den wer­den. Am 13. des Monats zieht die Venus an unse­rem Nach­bar­pla­ne­ten Mars in nur 30 Bogen­mi­nu­ten Abstand vor­bei, was in licht­star­ken Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Unser roter Nach­bar Mars hat sich vom Abend­him­mel zurück­ge­zo­gen und bleibt im gesam­ten Monat für das blo­ße Auge nahe­zu unsicht­bar. Er geht bereits in der Abend­däm­me­rung unter. Der 1,8 mag hel­le Mars zieht zunächst noch durch den Krebs und wech­selt am 10. des Monats in das Stern­bild Löwe, wobei er am 29. des Monats nur 0,7 Grad nörd­lich an Regu­lus vor­bei­zie­hen wird. Am 12. des Monats steht der Abend­stern Venus in der Nähe unse­res Nach­bar­pla­ne­ten und befin­det sich nur eine Voll­mond­brei­te von Mars ent­fernt, was in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann. An die­sem Abend sinkt der Mars um 22:37 Uhr Som­mer­zeit unter dem Hori­zont. Am 13. Juli zieht der Rote Pla­net durch das Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 249 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Er ist zunächst noch über­wie­gend ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und ent­wi­ckelt sich zum Monats­en­de zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Er ver­la­gert sei­ne Auf­gän­ge in die Abend­stun­den und steht kurz vor sei­ner Oppo­si­ti­on, die er am 20. August 2021 auch errei­chen wird. Am 1. Juli geht Jupi­ter um 23:39 Uhr Som­mer­zeit im Süd­os­ten auf. Bis zum 31. Juli ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gangs­zei­ten auf 21:37 Uhr. Die Hel­lig­keit Jupi­ters steigt im Lau­fe des Monats von anfangs ‑2,6 auf ‑2,8 mag. Damit ist der Pla­net nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Schon jetzt lohnt es sich, einen Blick auf Jupi­ter zu wer­fen, denn gegen Mit­ter­nacht steht er bereits in genü­gen­der Höhe über dem Hori­zont. Dann ist vor allem die Beob­ach­tung sei­ner Mon­de inter­es­sant. Denn so nah an der Oppo­si­ti­on, zei­gen die Jupi­ter­tra­ban­ten gegen­sei­ti­ge Bede­ckun­gen, Vor­über­gän­ge und Schat­ten­wür­fe auf die von inter­es­san­ten Wol­ken­struk­tu­ren gepräg­ten Pla­ne­ten­ku­gel. Jupi­ters schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser erreicht Ende Juli 48 Bogen­se­kun­den. An die­sem Tag steht er bereits um 2:38 Uhr den Meri­di­an und befin­det sich dann 25 Grad hoch über dem Süd­ho­ri­zont. In der Nacht vom 25. auf den 26. Juli zieht noch der abneh­men­de Mond an Jupi­ter vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn wird lang­sam ein Objekt für die gesam­te Nacht und beschleu­nigt sei­ne rück­läu­fi­ge Wan­de­rung durch den Stein­bock. Er kommt Anfang August in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von 0,4 auf 0,2 mag. Im Tele­skop ist vor allem der noch weit geöff­ne­te Ring und sein hel­ler Mond Titan inter­es­sant. Ende Juli erreicht der Äqua­tor­durch­mes­ser des Ring­pla­ne­ten bereits 18,6 Bogen­se­kun­den. Der Ring erreicht eine Aus­deh­nung von 43,3 Bogen­se­kun­den. Am 1. des Monats geht Saturn um 22:56 Uhr auf und befin­det sich um 3:27 Uhr Ihr im Meri­di­an. Am 31. Juli über­schrei­tet der Pla­net bereits in der hel­len Abend­däm­me­rung um 20:54 Uhr die süd­öst­li­che Hori­zont­li­nie. Sein Meri­diandurch­gang erfolgt um 1:21 Uhr Som­mer­zeit. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli kann der Voll­mond nur 4 Grad süd­lich von Saturn auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Wid­der und kann wie­der am Mor­gen­him­mel, knapp eine Stun­de nach sei­nem Auf­gang, auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 mag kann der fer­ne Pla­net theo­re­tisch schon mit dem blo­ßen Auge erkannt wer­den, vor­aus­ge­setzt der Him­mel ist dafür dun­kel genug. Im Fern­rohr ist aller­dings nur eine 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes blau­grü­nes Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Am 1. Juli erfolgt der Auf­gang Ura­nus um 1:46 Uhr Som­mer­zeit. Am 31. Juli ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf zwei Stun­den. Ura­nus befin­det sich 5 ½ Grad nörd­lich des 4,3 mag hel­len Sterns My Ceti, der als Auf­such­hil­fe für den Pla­ne­ten die­nen kann.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kann rück­läu­fig im öst­li­chen Teil des Stern­bilds Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer Hel­lig­keit von nur 7,8 mag benö­tigt man aller­dings einen Feld­ste­cher oder ein klei­nes Fern­rohr. Selbst mit hoher Ver­grö­ße­rung bleibt Nep­tun unschein­bar und zeigt nur ein 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes bläu­li­ches Scheib­chen. Auf­grund der nahen Oppo­si­ti­on, die er Mit­te Sep­tem­ber errei­chen wird, ist Nep­tun zum Monats­en­de hin schon ein Objekt fast für die gesam­te Nacht und am bes­ten in den Stun­den nach Mit­ter­nacht beob­acht­bar. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 0:20 Uhr auf 22:17 Uhr Sommerzeit.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht am 17. Juli 2021 im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Mit einer Hel­lig­keit von 14,3 mag benö­tigt man für des­sen Beob­ach­tung aller­dings grö­ße­re Tele­sko­pe. Zum Zeit­punkt der Oppo­si­ti­on befin­det sich der Zwerg­pla­net 5,134 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. An die­sem Tag geht Plu­to um 21:16 Uhr im Süd­os­ten auf und erreicht um 1:16 Uhr den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt um 5:12 Uhr Som­mer­zeit. Am 1. Juli steht Plu­to um 2:20 Uhr im Süden. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 0:19 Uhr.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 15P/Finlay zieht im Juli sehr schnell durch das Stern­bild Stier und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Zwi­schen dem 21. und 27. des Monats kann der Schweif­stern ober­halb des offe­nen Stern­hau­fens der Hya­den auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer Hel­lig­keit um 10 mag ist Fin­lay ein Objekt für klei­ne­re bis mitt­le­re Teleskope.

Der Komet C/2020 T2 (Palo­mar) ist momen­tan etwas hel­ler als erwar­tet und kann bereits nied­rig am Abend­him­mel im Stern­bild Bären­hü­ter auf­ge­fun­den wer­den. Im Lau­fe des Juli zieht er wei­ter in die Jung­frau. Damit ver­schlech­tern sich sei­ne Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen. Mit einer Hel­lig­keit von 9,5 bis 10 mag kann der Schweif­stern in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­sucht werden.

Der Komet C/2019 L3 (ATLAS) ist hel­ler als erwar­tet und kann mit einer Hel­lig­keit von 11 Grö­ßen­klas­sen in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den. Er steht zu Beginn der Nacht tief im Nor­den in der Nähe des Haupt­sterns Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann und ist von unse­ren Brei­ten aus zirkumpolar.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wird am 6. Juli wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Pega­sus auf­ge­fun­den wer­den. Am 17. Juli wech­selt der Aste­ro­id in das Stern­bild Fische. Bis zum Monats­en­de stei­gert Pal­las sei­ne Hel­lig­keit auf 9,5 mag. Am 1. Juli geht der Him­mels­kör­per um 23:07 Uhr im Osten auf. Bis zum 31. Juli ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 21:19 Uhr Sommerzeit.

(4) Ves­ta wan­dert durch die Jung­frau und geht zum Monats­en­de schon vor Mit­ter­nacht unter. Am 1. des Monats erfolgt der Unter­gang um 1:04 Uhr und am 31. Juli bereits um 23:16 Uhr Som­mer­zeit. Ihre Hel­lig­keit sinkt leicht von 8,1 auf 8,2 Grö­ßen­klas­sen. Am 19. Juli befin­det sich Ves­ta nur 4 Bogen­mi­nu­ten von 11 Vir­gi­nis (5,7 mag) ent­fernt die als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (6) Hebe erreicht am 17. Juli 2021 die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird im Stern­bild Adler 8,4 mag hell. Sie ist die gesam­te Nacht beob­acht­bar. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit noch 8,8 mag und Ende Juli wie­der 8,5 mag. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:22 Uhr auf 23:52 Uhr Sommerzeit.

(7) Iris wan­dert durch das Stern­bild Stier. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit liegt in die­sem Monat kon­stant bei 9,9 mag. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:50 Uhr auf 0:47 Uhr Som­mer­zeit Ende Juli. Am 11. Juli befin­det sich Iris nur 9,5 Bogen­mi­nu­ten von 33 Tau­ri (6,1 mag) ent­fernt. Am 22. Juli kann er 6,4 mag hel­le Stern 62 Tau­ri als Auf­such­hil­fe die­nen. Der Aste­ro­id steht dann nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten vom Stern entfernt.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (12) Vic­to­ria steht am 30. Juli im Stern­bild Adler in einer sehr güns­ti­gen Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,8 mag. Das ist auch ihre größt­mög­li­che Hel­lig­keit. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit noch 9,4 mag. Am 1. Juli steht Vic­to­ria um 3:09 Uhr im Süden. Am 31. Juli erreicht der Aste­ro­id bereits um 0:51 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Am 6. Juli befin­det sich Vic­to­ria nur 10 Bogen­mi­nu­ten vom 6,2 mag hel­len Stern SAO 144666 entfernt.

(43) Ari­ad­ne kann im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den und über­schrei­tet Ende Juli die 10. Grö­ßen­klas­se. Zu Beginn des Monats geht Ari­ad­ne um 23:07 Uhr im Osten auf. Ende Juli über­schrei­tet sie bereits um 20:55 Uhr Som­mer­zeit die Horizontlinie.

(89) Julia wan­dert eben­falls durch den Was­ser­mann und ist ab dem 18. Juli wie­der hel­ler als 10 mag. Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit bereits auf 9,6 mag ange­stie­gen. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:36 Uhr auf 21:04 Uhr Sommerzeit.

Der Aste­ro­id (349) Dem­bow­s­ka wird am 27. Juli wie­der hel­ler als 10 mag und bewegt sich durch das Stern­bild Süd­li­cher Fisch. Mit einer Dekli­na­ti­on von ‑25 Grad steht er bei uns sehr nied­rig über dem Hori­zont. Am bes­ten beob­ach­tet man den Aste­ro­iden in der Zeit der Kul­mi­na­ti­on. Am 1. Juli steht Dem­bow­s­ka um 4:37 Uhr im Süden. Am 31. Juli erreicht der Him­mels­kör­per bereits um 2:26 Uhr den Meridian.

Meteorströme

Die Alpha-Capri­cor­n­i­den tre­ten zwi­schen dem 3. Juli bis 15. August in Erschei­nung. Die mit 23 km/s recht lang­sa­men Meteo­re sind die gan­ze Nacht über beob­acht­bar und zei­gen mit­un­ter recht lan­ge Bah­nen. Somit unter­schei­den sie sich gut von den ande­ren Mete­or­strö­men, die im Juli sicht­bar sind. Das Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli statt. Bei dunk­le­ren Him­mel sind bis zu 5 Meteo­re pro Stun­de erkenn­bar, davon auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re. Nach neu­es­ten For­schun­gen ist der fast erlo­sche­ne Komet 169P/NEAT (auch bekannt als Aste­ro­id 2002 EX12) für den Teil­chen­schau­er ver­ant­wort­lich. Die­ser Mete­or­strom pro­fi­tiert vor allem von einem süd­li­che­ren Standort.

Die Piscis-Aus­tri­ni­den sind zwi­schen dem 15. Juli bis 10. August aktiv und errei­chen ihr Maxi­mum in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli. Auf­grund der weit süd­li­chen Lage sind nur weni­ge Meteo­re von Mit­tel­eu­ro­pa aus sicht­bar. Von süd­li­che­ren Stand­or­ten aus kön­nen bis zu 5 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet wer­den, die mit 35 km/s mitt­le­re Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten zeigen.

Zwi­schen dem 12. Juli und 19. August sind die recht unauf­fäl­li­gen Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den aktiv. Das Maxi­mum ist in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli in den Stun­den nach Mit­ter­nacht zu erwar­ten. Auf­grund der süd­li­chen Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind von Mit­tel­eu­ro­pa aus maxi­mal 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms nicht stö­ren. Der Aus­strah­lungs­punkt des Mete­or­stroms befin­det sich unge­fähr 3 Grad west­lich von Del­ta Aqua­rii und erreicht in unse­ren Brei­ten nur eine Höhe von knapp 25 Grad über dem Hori­zont. Von süd­li­chen Stand­or­ten aus, z.B. in Nami­bia, wo der Radi­ant deut­lich höher steht, sind etwa 20 bis 25 Stern­schnup­pen von 3 bis 5 mag Hel­lig­keit sicht­bar, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Somit unter­schei­den sie sich recht gut von den lang­sa­me­ren Alpha-Capricorniden.

Gegen Ende des Monats tau­chen auch schon die ers­ten Per­sei­den auf, die aber erst im August ihr Maxi­mum errei­chen und ihren Radi­an­ten im Juli noch in der süd­li­chen Kas­sio­peia haben und nicht, wie Mit­te August, in der Nähe von Eta Persei. Erst Anfang August wan­dert der Radi­ant in die nörd­li­chen Berei­che des Per­seus. Mit 59 Kilo­me­tern pro Sekun­de han­delt es sich bei den Per­sei­den um sehr schnel­le Teil­chen, die sich gut von den ande­ren Strö­men im Juli unterscheiden.

Auch die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le aus der Eklip­tik­re­gi­on sind aktiv. Sie besit­zen ähn­li­che Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten, um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, wie die der Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den und Alpha-Capri­cor­n­i­den. Aus die­sem Grund sind sie von den ande­ren süd­li­chen Mete­or­strö­men in die­sem Monat schwie­rig zu unter­schei­den. Im Lau­fe des Monats bewegt sich der Radi­ant der Ant­he­lionquel­le von Stern­bild Stein­bock kom­mend in den Wassermann.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel
Der Stern­him­mel am 15. Juli 2021 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, steigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit lang­sam wie­der her­ab und befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, sto­ßen wir auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten nun die höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont gera­de über­schrit­ten hat und eben­falls wie­der her­ab­stei­gen wird. Ober­halb des Klei­nen Bären erreicht der Dra­che soeben sei­ne höchs­te Stel­lung im Nor­den, auch obe­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Der mar­kan­te und auf­fäl­li­ge Kopf des Dra­chen befin­det sich dabei genau über uns im Zenit. Der rest­li­che Kör­per des Fabel­we­sens schlän­gelt sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. Rechts des Polar­sterns ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, das die Form eines Haus­da­ches besitzt. Dar­un­ter steigt nun auch die Kas­sio­peia, die auch als „Himmels‑W“ bekannt ist, lang­sam wie­der höher. Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt direkt über dem Nord­ho­ri­zont, und damit in ihrer unte­ren Kul­mi­na­ti­on, die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann mun­ter vor sich hin. Direkt ober­halb vom Fuhr­mann kön­nen die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe und des Luchs kaum erkannt wer­den. Zwi­schen den Stern­bil­dern Kas­sio­peia und Fuhr­mann hat auch der Per­seus sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on gera­de überschritten.

Im Osten

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Osten, fällt zuerst das Som­mer­drei­eck auf. Es wird aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Durch die­se drei recht auf­fäl­li­gen und ein­präg­sa­men Stern­bil­der ver­läuft die hel­le Som­mer­milch­stra­ße in Rich­tung Süd­ho­ri­zont her­ab. Zwi­schen Adler und Schwan ste­hen noch die klei­nen und eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil, wobei das Stern­bild Füchs­chen, inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße gele­gen, auf­grund sei­ner schwa­chen Ster­ne nicht gera­de ein­fach zu erken­nen ist. Öst­lich vom Schwan ent­de­cken wir den Kepheus. Dar­un­ter befin­det sich in mitt­le­rer Höhe das eher unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter in Rich­tung Nor­den, die Kas­sio­peia. Direkt über den Hori­zont ist das Stern­bild Pega­sus schon voll­stän­dig im Osten auf­ge­gan­gen. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern gehört aber schon zum Stern­bild Andro­me­da, die sich wei­ter öst­lich und nahe­zu par­al­lel zum Hori­zont erstreckt. Rechts ober­halb vom Kopf des Pega­sus ent­de­cken wir noch das klei­ne Stern­bild Fül­len und die ein­präg­sa­me Figur des Del­phins. Dicht über dem Ost- und Süd­ost­ho­ri­zont sind schon die ers­ten Ster­ne der Herbst­stern­bil­der Was­ser­mann und Stein­bock erschie­nen. Im Stein­bock ent­de­cken wir auch die hel­len Pla­ne­ten Jupi­ter und Saturn. Die bei­den Him­mels­kör­per ste­hen aller­dings noch sehr nahe am Hori­zont, um sie sinn­voll beob­ach­ten zu können.

Im Süden

Der Süden wird nun voll­stän­dig vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger ein­ge­nom­men, der sich in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det. Dar­über steht das eher unauf­fäl­li­ge Stern­bild Her­ku­les, dass soeben den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Öst­lich vom Her­ku­les gele­gen befin­det sich die Lei­er mit der hel­len Wega. Noch wei­ter im Süd­os­ten sind die Stern­bil­der Schwan, Füchs­chen, Pfeil und der Adler sicht­bar. Wei­ter west­lich vom Her­ku­les ent­de­cken wir noch die Nörd­li­che Kro­ne. Dar­un­ter ste­hen Kopf und Hals des Stern­bilds Schlan­ge. Tief über dem Süd­ho­ri­zont hat nun der Skor­pi­on, mit sei­nem röt­li­chen Haupt­stern Ant­ares, schon längst den Meri­di­an über­schrit­ten und berei­tet sich wie­der auf sei­nen Unter­gang vor. Wei­ter west­lich vom Skor­pi­on erken­nen wir die Waa­ge. Der Schüt­ze, öst­lich des Skor­pi­ons gele­gen, wird in der nächs­ten Stun­de den Meri­di­an über­schrei­ten, befin­det sich aber noch dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont. In die­sem in einer Art Tee­kan­ne nach­emp­fun­de­nen Stern­bild, befin­det sich das Zen­trum unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Die­ser Him­mels­ab­schnitt ist von süd­li­che­ren Brei­ten als Mit­tel­eu­ro­pa aus noch deut­lich bes­ser zu erken­nen und steht dort deut­lich höher über dem Hori­zont. Ober­halb des Schüt­zen ist noch das unschein­ba­re Stern­bild Schild, mit der hel­len Schild­wol­ke, erkenn­bar. Hier­bei han­delt es sich um eine aus­ge­dehn­te und beson­ders auf­fäl­li­ge Ster­nen­wol­ke inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße. Direkt im Süd­os­ten ist soeben das Stern­bild Stein­bock aufgegangen.

Im Westen

Die bei­den Stern­bil­der Gro­ßer Bär, mit der mar­kan­ten Figur des Gro­ßen Wagens, und Bären­hü­ter, mit dem hel­len oran­ge leuch­ten­den Haupt­stern Ark­tur, sind die auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­der in die­sem Him­mels­ab­schnitt. Sie befin­den sich in mitt­le­rer Höhe über dem west­li­chen Hori­zont und wer­den im Lau­fe der Nacht wei­ter in Rich­tung Hori­zont hin­ab­stei­gen. Ober­halb die­ser bei­den Stern­bil­der befin­det sich der Dra­che. Unter­halb der Deich­sel des gro­ßen Wagens ent­de­cken wir noch das klei­ne unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und dar­un­ter, das Haar der Bere­ni­ke. Öst­lich des Bären­hü­ters gele­gen steht das mar­kan­te Ster­nen­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch etwas höher, der unschein­ba­re Her­ku­les. Dort kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter, etwas unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­ten­sterns die­ser Figur, den Kugel­stern­hau­fen M 13 auf­fin­den. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist die­ser bereits mit dem blo­ßen Auge erkenn­bar. Und auch der Kugel­stern­hau­fen M 5, im Kopf der Schlan­ge, das unter­halb der Nörd­li­chen Kro­ne zu fin­den ist, kann unter sehr guten Bedin­gun­gen mit blo­ßem Auge erkannt wer­den. Im Wes­ten ver­schwin­den mit den bei­den Stern­bil­dern Jung­frau und Löwe nun auch die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der von der Him­mels­büh­ne. Die Vor­der­pran­ken des Löwen sind zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon längst unter dem nord­west­li­chen Hori­zont ver­schwin­den. Und auch die rest­li­chen Ster­ne des Löwen, zusam­men mit dem Haupt­stern Spi­ca in der Jung­frau, wer­den bald folgen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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