Der Sternhimmel im Februar 2021

Der Lauf des Mondes

In den ers­ten Näch­ten im Monat Febru­ar fin­den wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild der Jung­frau, wo der Mond am Mor­gen des 1. Febru­ar den 4,0 mag hel­len Stern Ny Vir­gi­nis bedeckt. Die Bede­ckung beginnt um 1:38 Uhr und dau­ert gut 65 Minu­ten. Am 3. Febru­ar steht er knapp 6 Grad nörd­lich des Haupt­sterns Spi­ca. Ab dem 3. Febru­ar geht der Mond erst nach Mit­ter­nacht auf und nur einen Abend spä­ter wird das Letz­te Vier­tel durch­lau­fen. Am 5. des Monats kön­nen wir ihn dann im Stern­bild Waa­ge beob­ach­ten. Unser Erd­tra­bant wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten und kann dann am 6. Febru­ar nur 5 ½ Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Stern­bild Skor­pi­on und am 7. im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger auf­ge­fun­den wer­den. In der Mor­gen­däm­me­rung des 8. und 9. Febru­ar steht die dün­ne, abneh­men­de Mond­si­chel im Schüt­zen. An die­sem Mor­gen kön­nen wir ihn dann zum letz­ten Mal Süd­os­ten auf­ge­hen sehen, bis am 11. des Monats die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir am 12. Febru­ar ver­su­chen, die nur weni­ge Stun­den alte Mond­si­chel kurz nach Son­nen­un­ter­gang im Süd­wes­ten auf­zu­spü­ren. Am nächs­ten Abend gelingt es uns deut­lich bes­ser. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Erd­tra­bant durch Gebie­te des Him­mels, die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter die Stern­bil­der Fische und Wal­fisch hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn in der Nacht vom 18. auf den 19. Febru­ar nur 4 ½ Grad süd­west­lich unse­ren roten Nach­barn Mars im Stern­bild Wid­der auf­spü­ren. Am Abend des 19. Febru­ar steht der Mond im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, das aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird und gleich­zei­tig auch im Ers­ten Vier­tel. Einen Abend spä­ter befin­det er sich knapp 6 Grad nord­öst­lich von Alde­ba­ran und der Hya­den. Am 22. Febru­ar erreicht der Mond das Stern­bild der Zwil­lin­ge, wobei er in der Nacht vom 23. auf den 24. Febru­ar an Pol­lux vor­bei­zie­hen wird. Am Abend des 24. Febru­ar befin­det sich der Mond bereits im Stern­bild Krebs und nur 3 Grad nord­west­lich des Stern­hau­fens der Pra­e­se­pe. In den Mor­gen­stun­den des 25. Febru­ar wird der 4,7 mag hel­le Stern Gam­ma Can­cri vom fast vol­len Mond bedeckt. Nur der Ein­tritt am dunk­len Mond­rand ist sicht­bar. Am 26. des Monats kön­nen wir ihn im Stern­bild Löwen auf­fin­den, wo dann auch am 27. Febru­ar die Voll­mond­pha­se erreicht wird. Am letz­ten Abend im Febru­ar steht der Mond schließ­lich süd­lich der Hin­ter­läu­fe des Löwen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur bleibt im gesam­ten Monats Febru­ar nahe­zu unbe­ob­acht­bar. Am 8. des Monats steht er in unte­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und been­det am 20. Febru­ar sei­ne Rück­läu­fig­keit und wird wie­der recht­läu­fig. Dabei ent­fernt sich der Pla­net schnell in west­li­cher Rich­tung von unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Bis Ende Febru­ar stei­gert er den Abstand zur Son­ne auf 26,5 Grad. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, reicht das in der Regel nicht für eine Sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems von unse­ren Brei­ten aus. Aller­dings kann man vom Alpen­raum aus ver­su­chen, den flin­ken Pla­ne­ten zu erspä­hen. Der 0,4 mag hel­le Mer­kur steht am 24. Febru­ar, zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, knapp 3,5 Grad hoch über dem Ost­süd­ost­ho­ri­zont. Vom Mit­tel­meer­raum aus sowie von der Süd­halb­ku­gel der Erde aus kann Mer­kur ab dem letz­ten Febru­ar­d­rit­tel in der Mor­gen­däm­me­rung auf­ge­fun­den werden.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus hat sich vom Mor­gen­him­mel zurück­ge­zo­gen und bleibt im Febru­ar unbe­ob­acht­bar. Sie nähert sich wei­ter der Son­ne an, die sie Ende März auch errei­chen wird. Am 20. Febru­ar steht die Venus im Aphel ihrer Bahn und befin­det sich dann 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Ende Febru­ar befin­det sich die die Venus nur noch 7 Grad west­lich von unse­rem Zen­tral­ge­stirn und erreicht dann am 26. März ihre obe­re Kon­junk­ti­on zu unse­rer Sonne.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars ist nach wie vor ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und kann zunächst noch als 0,5 mag hel­les Objekt im Stern­bild Wid­der auf­ge­fun­den wer­den. Am 24. des Monats wech­selt Mars in das Stern­bild Stier und befin­det sich dann west­lich des Gol­de­nen Tors der Eklip­tik, das durch die offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den gebil­det wird. Auch sei­ne Hel­lig­keit schrumpft wei­ter und beträgt Ende Febru­ar nur noch 0,9 Magnitu­den. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser geht wei­ter zurück von anfangs 7,9 auf nur noch 6,4 Bogen­se­kun­den. Somit lohnt es sich kaum noch, Mars im Fern­rohr zu beob­ach­ten, denn auf sei­ner Ober­flä­che sind kaum noch Ein­zel­hei­ten wahr­nehm­bar. Am 1. Febru­ar geht der Rote Pla­net um 1:33 Uhr unter. Am 28. Febru­ar sinkt Mars bereits um 1:14 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 18. Febru­ar steht der zuneh­men­de Mond in der Nähe von Mars.

Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Stein­bock und stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Obwohl sein west­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne jeden Tag wei­ter zunimmt, kann der ‑1,9 mag hel­le Rie­sen­pla­net noch nicht am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den und bleibt im gesam­ten Febru­ar unsicht­bar. Nur in den letz­ten Febru­ar­ta­gen ergibt sich even­tu­ell von Süd­deutsch­land aus eine Gele­gen­heit, den Rie­sen­pla­ne­ten in der fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung mit Hil­fe eines Feld­ste­chers aufzuspüren.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich eben­falls rechts­läu­fig durch den Stein­bock und kann sich eben­falls noch nicht aus den hel­len Strah­len unse­res Zen­tral­ge­stirns befrei­en. Auch er bleibt in die­sen Monat noch unsichtbar.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch den Wid­der und kann noch am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Der in Tele­sko­pen grün­lich erschei­nen­den Pla­net ver­la­gert sei­ne Unter­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Zu Beginn des Monats geht Ura­nus um 0:52 Uhr unter und Ende Febru­ar bereits um 23:06 Uhr. Im Tele­skop ist aller­dings nur ein 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen wahr­nehm­bar, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag, ist der fer­ne Pla­net theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge erkenn­bar. Er befin­det sich dabei nur 9 Grad süd­öst­lich von Beta Arietis.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und ist nicht mehr beob­acht­bar. Nur Anfang des Monats ergibt sich ein kur­zes Beob­ach­tungs­fens­ter bei Ein­bruch der Dun­kel­heit, bis er dann um 20:14 Uhr im Wes­ten unter­geht. Der 8,0 mag hel­le Pla­net wird am 11. März schließ­lich die Kon­junk­ti­on zur Son­ne erreichen.

Der 14,4 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze stand im Vor­mo­nat im Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist eben­falls nicht zu beobachten.

Helle Kometen und Planetoiden

Der erst am 3. Janu­ar 2021 am Süd­him­mel ent­deck­te Komet C/2021 A2 (NEOWISE) bewegt sich im Febru­ar sehr schnell in Rich­tung Nor­den durch die Stern­bil­der Ach­ter­deck, Ein­horn, Ori­on, Stier und Fuhr­mann und wird Anfang März schließ­lich von unse­ren Brei­ten aus zir­kum­po­lar. Mit einer Hel­lig­keit um 11 Grö­ßen­klas­sen kann der Schweif­stern in mit­tel­gro­ßen bis gro­ßen Tele­sko­pen auf­ge­spürt wer­den. Auf­grund sei­ner Erd­nä­he erscheint der Komet recht dif­fus und aus­ge­dehnt, so dass dunk­le Stand­or­te erfor­der­lich sind, um ihn zu beobachten.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 141P/Machholz erlitt Anfang Dezem­ber eine Kern­tei­lung, die den Kome­ten auf eine Hel­lig­keit von 10 mag brach­te. Der Komet ist ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und bewegt sich schnell durch den Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wal­fisch, Eri­da­nus und Stier in den west­li­chen Teil des Stern­bilds Ori­on. Mit einer Hel­lig­keit um 11 mag benö­tigt man mit­tel­gro­ße bis gro­ße Tele­sko­pe, um den Schweif­stern aufzuspüren.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres ist noch ein Objekt für den Abend­him­mel und kann im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit des Him­mels­kör­pers steigt im Febru­ar leicht von anfangs 9,4 auf 9,3 mag. Die Unter­gän­ge von Ceres ver­frü­hen sich von anfangs 20:11 Uhr auf 19:26 Uhr.

(4) Ves­ta wan­dert rück­läu­fig durch den Löwen und ist die gesam­te Nacht zu beob­ach­ten. Im nächs­ten Monat erreicht der Aste­ro­id schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Ihre Hel­lig­keit steigt im Febru­ar von anfangs 6,9 auf 6,2 mag. Somit ist der Aste­ro­id ein sehr ein­fa­ches Objekt in jedem Fern­glas. Ihre Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:59 Uhr um zwei Stunden.

(14) Ire­ne wan­dert durch den Krebs und ist zu Beginn des Monats noch 9,4 mag hell. Bis Ende Febru­ar sinkt ihre Hel­lig­keit auf 10 mag. Am 1. Febru­ar steht Ire­ne um 23:47 Uhr im Süden und am 28. Febru­ar bereits um 21:40 Uhr.

(15) Euno­mia wan­dert wei­ter durch das Stern­bild Krebs und ihr Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,7 auf 9,5 mag zum Monats­en­de. Am 8. Febru­ar wech­selt der Aste­ro­id in das Stern­bild Zwil­lin­ge. Am 1. des Monats steht Euno­mia um 23:17 Uhr im Meri­di­an. Am 28. Febru­ar befin­det sich der Aste­ro­id bereits um 21:13 Uhr im Süden. Am 4. Febru­ar kann der Aste­ro­id in der Nähe von SAO 97429 (6,0 mag) auf­ge­fun­den wer­den. Der gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt dann nur 8 Bogenminuten.

Der Aste­ro­id (18) Mel­po­me­ne erreicht am 2. Febru­ar 2021 im Stern­bild Krebs wie­der die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird 9,4 mag hell. Am 21. Febru­ar sinkt die Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Mel­po­me­ne ver­frü­hen sich von anfangs 0:19 Uhr auf 22:05 Uhr. Am 1. Febru­ar sowie am 26. Febru­ar kön­nen die Ster­ne Alpha Can­cri (4,2 mag) und SAO 97950 (6,3 mag) als Auf­such­hil­fe die­nen. Mel­po­me­ne befin­de sich dann 4 bzw. 7 Bogen­mi­nu­ten von die­sen Ster­nen entfernt.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (29) Amphi­tri­te steht am 22. Febru­ar 2021 im Stern­bild Löwe der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,2 mag. Zu Beginn des Monats und Ende Febru­ar beträgt ihre Hel­lig­keit 9,7 bzw. 9,3 mag. Am 1. Febru­ar steht Amphi­tri­te um 2:06 Uhr im Süden. Am 28. Febru­ar erreicht der Aste­ro­id bereits um 23:50 Uhr den Meridian.

Meteorströme

Erst vor rela­tiv kur­zer Zeit wur­de die Febru­ar-Eta-Dra­co­n­i­den als neu­er Mete­or­strom nach­ge­wie­sen, die zwi­schen dem 2. bis 5. Febru­ar aktiv sind. Der zir­kum­po­la­re Radi­ant liegt in der Nähe von Eta Dra­co­nis an der Posi­ti­on RA = 240° und Dec = +61° und steht zum Mor­gen­grau­en rund 70 Grad hoch über dem Hori­zont. Des­halb ist es rat­sam, in den Stun­den nach Mit­ter­nacht bis in den Mor­gen­grau­en nach den Meteo­ren Aus­schau zu hal­ten. Lei­der wird der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung ab Mit­ter­nacht stö­ren. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind nur eini­ge weni­ge Meteo­re sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein­drin­gen und dem­zu­fol­ge eher lang­sa­me Stern­schnup­pen erzeu­gen. Im Jahr 2011 wur­den bis zu 13 Meteo­re pro Stun­de die­ses Stroms regis­triert. Ein Ursprungs­kör­per der Febru­ar-EtaDra­co­n­i­den ist nicht bekannt.

Am deut­lichs­ten macht sich in die­sem Monat die Ant­he­lionquel­le bemerk­bar. Es ist ein ganz­jäh­ri­ger Mete­or­strom aus der Eklip­tik­re­gi­on, des­sen Radi­ant sich etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes befin­det. Der Radi­ant nimmt ein gro­ßes Gebiet von min­des­tens 30 x 20 Grad am Him­mel ein. Das Zen­trum wan­dert im Febru­ar durch das gesam­te Stern­bild Löwe. Die weni­gen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le sind mit 30 km/s nicht sehr schnell. Als Ursprungs­kör­per gilt der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Febru­ar 2021 um 22:00 Uhr MEZ 

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild des Gro­ßer Bären, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, in mitt­le­rer Höhe und senk­recht mit der Deich­sel nach unten im Nord­os­ten. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht noch höher stei­gen und schließ­lich gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern im Stern­bild Klei­nen Bär, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Direkt unter­halb des Klei­nen Bären hat der Dra­che soeben sei­ne tiefs­ten Punkt im Nor­den, die unte­re Kul­mi­na­ti­on, über­schrit­ten und steigt nun lang­sam wie­der höher. Dabei schlän­gelt sich der Dra­che um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. In mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, und west­lich des Dra­chens gele­gen, fällt noch das Stern­bild Kepheus auf, das annä­hernd wie das Dach eines Hau­ses erscheint. Halb­hoch im Nord­wes­ten steht auch die Kas­sio­peia, die auf­grund ihrer ein­präg­sa­men Form auch „Himmels‑W“ genannt wird. Noch etwas höher sind die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe, auch unter einem dunk­len Land­him­mel, kaum aus­zu­ma­chen. Bei opti­ma­ler Sicht zum Nord­ho­ri­zont soll­te noch in gerin­ger Höhe der Stern Deneb im Stern­bild Schwan erkenn­bar sein.

Im Osten

Unser Blick in Rich­tung Osten führt uns wie­der zum Gro­ßen Wagen. Sei­ne zwei letz­ten Deich­selster­ne wei­sen auf einen sehr hel­len röt­lich leuch­ten­de Stern direkt über dem Hori­zont: Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, den Haupt­stern im Stern­bild Bären­hü­ter. Zwi­schen die­sen bei­den Stern­bil­dern befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de und die schwa­chen Ster­ne des Haar der Bere­ni­ke. Noch wei­ter in Rich­tung Ost­ho­ri­zont sind soeben die ers­ten Ster­ne der Jung­frau, mit­samt ihren rei­chen Gala­xien­ge­bie­te, auf­ge­gan­gen, die vom nahen­den Früh­ling kün­den. In mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont fin­den wir das mäch­ti­ge Stern­bild des Löwen. Nord­west­lich des Löwen­kop­fes ste­hen die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses. Hier kann in einer dunk­len, mond­schein­lo­sen Nacht der offe­ne Stern­hau­fen der Krip­pe (Pra­e­se­pe, Mes­sier 44), der auch als Bie­nen­stock­hau­fen bekannt ist, als unschein­ba­res Licht­fleck­chen selbst mit dem blo­ßen Auge erkannt wer­den. In Fern­glä­sern und in klei­nen Tele­sko­pen bie­tet die­ser Stern­hau­fen einen präch­ti­gen Anblick.

Im Süden

Der Süden wird bis in die Zenitre­gi­on von zahl­reich hel­len Ster­nen des Win­ter­him­mels domi­niert. Siri­us, der hells­te Stern des Him­mels und Haupt­stern des Gro­ßen Hun­des, hat soeben den Meri­di­an über­schrit­ten. Öst­lich des Süd­punk­tes erken­nen wir bei guter Hori­zont­sicht die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Hin­ter­deck und dar­über die äußerst schwa­chen Ster­ne des Ein­horns. Noch wei­ter höher fin­den wir mit dem Haupt­stern Pro­kyon das Stern­bild des Klei­nen Hun­des und dar­über, genau im Meri­di­an, die dop­pel­te Ster­nen­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Die Zenitre­gi­on wird vom unschein­ba­ren Stern­bild Luchs ein­ge­nom­men. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­ser Him­mels­re­gi­on ist aber der Him­mels­jä­ger Ori­on, in mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten. Die auf­fäl­li­gen Gür­tel­ster­nen, der röt­li­che erschei­nen­de lin­ke Schul­ter­stern Betei­geu­ze und der blau­wei­ße Stern Rie­gel, sprin­gen hier sofort ins Auge. Der Ori­on­ne­bel, im Schwert­ge­hän­ge des Him­mels­jä­gers, ist schon mit blo­ßem Auge sicht­bar und bie­tet in jedem Fern­glas und Tele­skop einen präch­ti­gen Anblick. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit dem Haupt­stern Alde­ba­ran, und noch wei­ter höher das Stern­bild Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Im Fuhr­mann kön­nen wir die drei hel­len Stern­hau­fen M 36, M 37, und M 38 auf­fin­den, die kei­nes­falls auf unse­rer Beob­ach­tungs­lis­te für den Feld­ste­cher feh­len dür­fen. Unter­halb des Ori­ons ent­de­cken wir noch das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen. Wir wen­den uns wie­der den öst­li­chen Teil des Meri­di­ans zu. Hier kön­nen wir schon die ers­ten Ster­ne des Früh­lings­him­mels beob­ach­ten. Zum einen fin­den wir dort das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Krebs und direkt dar­un­ter der Kopf der Was­ser­schlan­ge, die sich bis zum süd­öst­li­chen Hori­zont erstreckt, sowie das nur aus sehr schwa­chen Ster­ne bestehen­de Stern­bild des Sextanten.

Im Westen

Genau über dem West­punkt und noch hoch am Him­mel steht Kapel­la, der Haupt­stern des Stern­bilds Fuhr­mann. Rechts ober­halb des Fuhr­mann sind an dunk­len Stand­or­ten noch die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe aus­zu­ma­chen. Dar­un­ter steht der Per­seus, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Unter­halb von Fuhr­mann und Per­seus ent­de­cken wir auch den Stier, mit sei­nem röt­lich erschei­nen­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, die schon mit blo­ßem Auge zu erken­nen sind. Öst­lich des Stiers befin­det sich der Ori­on und direkt über dem Him­mels­jä­ger, die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te in mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten, befin­det sich das Stern­bild Kas­sio­peia, auch bekannt als „Himmels‑W“. Die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels ste­hen nun eben­falls kurz vor ihrem Unter­gang. Direkt im Nord­wes­ten ver­sinkt gera­de das Stern­bild Andro­me­da und die letz­ten Ster­ne des Pega­sus unter dem Hori­zont. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten fol­gen die Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild der Fische. Über dem West­ho­ri­zont schaut gera­de noch der Kopf des Wal­fi­sches her­vor, der aber auf­grund sei­ner Hori­zont­nä­he kaum erkannt wer­den kann. Genau im Grenz­ge­biet die­ser Stern­bil­der kön­nen wir noch unse­ren roten Nach­barn Mars beob­ach­ten, der nun eben­falls fast genau im Wes­ten steht. Im Süd­wes­ten ste­hen noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Flus­ses Eri­da­nus, der direkt neben Rigel ent­springt, dem weiß leuch­ten­den Fußstern des Him­mels­jä­gers Orion.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.