Der Sternhimmel im Februar 2022

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Der Lauf des Mondes

Am 1. Febru­ar ist Neu­mond. Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel kön­nen wir am 2. Febru­ar ver­su­chen, die sehr dün­ne, zuneh­men­de Mond­si­chel kurz nach Son­nen­un­ter­gang über dem süd­west­li­chen Hori­zont zu ent­de­cken. Knapp 4 ½ Grad dar­über steht auch der Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Nur einen Abend spä­ter sehen wir die Mond­si­chel nur 9 ½ Grad nord­öst­lich von Jupi­ter im Stern­bild Was­ser­mann. An den Fol­ge­aben­den wan­dert die Mond­si­chel wei­ter in Rich­tung Osten und durch Him­mels­ab­schnit­te, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 4. des Monats fin­den wir unse­ren stil­len Beglei­ter in den Fischen und am 5. Febru­ar im Wal­fisch und danach aber­mals in den Fischen. Am 7. Febru­ar wan­dert der Mond in nur 1,2 Grad süd­li­chen Abstand am Pla­ne­ten Ura­nus im Stern­bild Wid­der vor­bei, was in licht­star­ken Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Am 8. Febru­ar wird dann das ers­te Vier­tel durch­lau­fen. In der Nacht vom 9. auf den 10. Febru­ar durch­wan­dert der zuneh­men­de Mond das „Gol­de­ne Tor der Eklip­tik§, das aus den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter das Stern­bild Stier hin­ter sich gelas­sen hat, fin­den wir ihn am 12. und 13. Febru­ar in den Zwil­lin­gen, wobei der zuneh­men­de Mond in der Nacht vom 13. auf den 14. Febru­ar süd­lich an Pol­lux in den Zwil­lin­gen vor­bei­lau­fen wird. Am 15. des Monats steht der fast vol­len Mond knapp ober­halb der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44) im Stern­bild Krebs. Am 16. Febru­ar ist Voll­mond im Stern­bild Löwe. Nur einen Abend spä­ter sehen wir den fast vol­len Mond nur 4 Grad nord­öst­lich vom Haupt­stern des Löwen, Regu­lus. In den Fol­ge­näch­ten wird der Mond nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten und durch­läuft nach­ein­an­der die Stern­bil­der Löwe und Jung­frau, wobei er am 21. Febru­ar direkt nord­öst­lich von Spi­ca zu fin­den ist. Am 22. befin­det er sich bereits in der Waa­ge, wo am 23. des Monats das letz­te Vier­tel durch­lau­fen wird. Der Mond geht in die­ser Nacht rund 1,5 Stun­den nach Mit­ter­nacht auf. Am nächs­ten Mor­gen kön­nen wir den abneh­men­den Mond im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger auf­fin­den. Der Erd­tra­bant steht an die­sem Mor­gen nur 2 ½ Grad nörd­lich des Haupt­stern Ant­ares im Skor­pi­on. An jenem Mor­gen des 24. Febru­ars fin­det auch eine Stern­be­de­ckung statt. Gegen 5:07 Uhr wird der 5,0 mag hel­le Dop­pel­stern Rho Ophiuchi an der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des bedeckt. Der Mond befin­det sich zu die­sem Zeit­punkt nur 14 Grad hoch im Süd­os­ten. In der Mor­gen­däm­me­rung des 26. Febru­ar kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten bereits im Schüt­zen auf­fin­den. Dort begeg­net er am Mor­gen des 27. Febru­ar unse­ren roten Nach­barn Mars 5 Grad süd­lich. Auf­grund der Hel­lig­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten und der fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung ver­wen­det man für des­sen Sich­tung am bes­ten ein Fern­glas. Gleich­zei­tig bil­den Mond­si­chel, Mars und der Mor­gen­stern Venus eine nahe­zu gera­de Linie über dem Süd­ost­ho­ri­zont. An die­sem Mor­gen kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel auch zum letz­ten Mal in die­sem Monat vor Neu­mond beobachten.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand im Vor­mo­nat in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und ent­fernt sich wie­der schnell in west­li­cher Rich­tung von ihr. Am 3. des Monats been­det der Pla­net sei­ne Rück­läu­fig­keit und wird wie­der recht­läu­fig. Am 16. Febru­ar 2022 steht er mit 26°17′ Win­kel­ab­stand in sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel und sei­ner süd­li­chen Posi­ti­on auf der Eklip­tik, reicht das lei­der nicht für eine Sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems. Mer­kur bleibt im gesam­ten Febru­ar für die meis­ten Beob­ach­ter im deutsch­spra­chi­gen Raum unsicht­bar. Nur für Beob­ach­ter im Alpen­raum ergibt sich ein kur­zes Sicht­bar­keits­fens­ter zwi­schen dem 7. und 12. Febru­ar. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit steigt bis zur Monats­mit­te von 1,0 auf 0,0 mag. Der Mer­kur­auf­gang erfolgt in die­ser Zeit gegen 6:30 Uhr. Am 11. Febru­ar zeigt sich das 7,6 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen in sei­ner Halb­pha­se (Dicho­to­mie). Am 28. Febru­ar steht der Pla­net im Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 70 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist in der Mor­gen­däm­me­rung sicht­bar und erreicht am 12. Febru­ar, mit ‑4,9 Magnitu­den Hel­lig­keit, ihren größ­ten Glanz. Der Mor­gen­stern zeigt sich in Tele­sko­pen nach wie vor als schma­le Sichel, wobei das 41,4 Bogen­se­kun­den gro­ße Scheib­chen am 12. des Monats zu ¼ Pro­zent beleuch­tet ist. Ende Febru­ar beträgt der schein­ba­re Durch­mes­ser nur noch 31,9 Bogen­se­kun­den und der Beleuch­tungs­grad 38%. Am 1. Febru­ar geht die Venus um 5:29 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis zum 28. Febru­ar ver­frü­hen sich ihre Auf­gangs­zei­ten auf 4:44 Uhr. Damit geht sie gut 2 Stun­den vor der Son­ne auf und steht jeden Mor­gen etwas höher über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. Anfang Febru­ar und zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung beträgt die Hori­zont­hö­he bereits 12 Grad. Am 13. Febru­ar zieht Venus in nur 6 ½ Grad Abstand nörd­lich am roten Pla­ne­ten Mars vor­bei, was in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Am 27. Febru­ar befin­det sich die dün­ne Mond­si­chel nur 9 ½ Grad süd­west­lich des Morgensterns.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars kann unter guten Bedin­gun­gen bereits in der Mor­gen­däm­me­rung beob­ach­tet wer­den. Lei­der steht er süd­lich der Eklip­tik und damit etwas näher zum Hori­zont, wo er schwer zu erken­nen ist. Zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung beträgt sei­ne Höhe über dem Hori­zont gera­de ein­mal 7 Grad. Auch Auf­grund sei­ner Hel­lig­keit von 1,3 mag zum Monats­en­de hin, bleibt er für das blo­ße Auge ein sehr schwie­ri­ges Objekt. Am 1. Febru­ar geht Mars um 5:56 Uhr im Süd­os­ten auf. Am 28. Febru­ar erfolgt sein Auf­gang bereits um 5:22 Uhr. Im Lau­fe des Febru­ars wan­dert Mars wei­ter recht­läu­fig durch den Schüt­zen und ist mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 5 Bogen­se­kun­den noch kein loh­nen­des Objekt für das Tele­skop. Am 24. Febru­ar beginnt auf der Nord­halb­ku­gel des Mars der Früh­ling, was eine Schrump­fung der Nord­pol­kap­pe in den nächs­ten Mona­ten zur Fol­ge haben wird. Am Mor­gen des 27. Febru­ar steht noch die Mond­si­chel nur 5 Grad vom Roten Pla­ne­ten entfernt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann und been­det in die­sem Monat sei­ne Abend­sicht­bar­keit über dem süd­west­li­chen Hori­zont. Zur Monats­mit­te hin wird er in der Abend­däm­me­rung schließ­lich unsicht­bar. Danach wird man ver­geb­lich nach dem Rie­sen­pla­ne­ten Aus­schau hal­ten. Die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von 19:08 Uhr am 1. Febru­ar auf 18:32 Uhr am 15. des Monats und somit gegen Ende der nau­ti­schen Däm­me­rung. Inter­es­sant ist noch die Begeg­nung Jupi­ters mit der sehr schma­len, zuneh­men­den Mond­si­chel am Abend des 2. Febru­ars gegen 18 Uhr, knapp über dem Hori­zont. Der gegen­sei­ti­ge Abstand bei­der Him­mels­kör­per beträgt an die­sem Abend nur 6 ½ Grad. Anfang März steht Jupi­ter schließ­lich in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zentralgestirn.

Der Ring­pla­net Saturn steht am 4. Febru­ar 2022 in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Er hält sich mit der Son­ne am Tag­him­mel auf und ist den gesam­ten Monat Febru­ar nicht beob­acht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der Ring­pla­net 1,630 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Erst Mit­te August 2022 steht Saturn wie­der in Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Ura­nus kann recht­läu­fig im Stern­bild Wid­der auf­ge­sucht wer­den und ist ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te. Er ver­la­gert sei­ne Unter­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht und geht am 1. Febru­ar um 1:17 Uhr und am 28. Febru­ar bereits um 23:31 Uhr unter. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 mag, kann man den ent­fern­ten Eis­rie­sen unter sehr guten Bedin­gun­gen bereits mit dem blo­ßen Auge auf­spü­ren. Er steht etwa 11 Grad süd­öst­lich des 2,0 mag hel­len Sterns Alpha Ari­e­tis. Im Tele­skop ist aller­dings nur ein 3,5 Bogen­se­kun­den bläu­lich­grü­nes Scheib­chen ohne wei­te­rer Details wahr­nehm­bar. Am 7. Febru­ar steht der zuneh­men­de Mond nur 1 ½ Grad süd­lich des Pla­ne­ten, was in Feld­ste­chern und klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar ist.

Nep­tun, recht­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann, zieht sich end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück und wird unsicht­bar. Nur noch in der 1. Monats­hälf­te kann der fer­ne Pla­net, mit einer Hel­lig­keit von 7,9 Grö­ßen­klas­sen, noch von erfah­re­nen Beob­ach­tern auf­ge­spürt wer­den. Er befin­det sich rund 4 Grad nord­öst­lich von Phi Aqua­rii (4,2 mag). Im Tele­skop ist aber nur ein 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes bläu­li­ches Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Bis zur Monats­mit­te ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten von anfangs 20:28 Uhr auf 19:36 Uhr. Mit­te März steht Nep­tun schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und somit unsicht­bar am Taghimmel.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to, im Stern­bild Schüt­ze, steht immer noch zu nah bei der Son­ne und ist nicht beobachtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 19P/Borrelly wan­dert im Febru­ar vom Stern­bild Fische in den Wid­der und ist ein Objekt für den Abend­him­mel. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 9 bis 10 Grö­ßen­klas­sen kann der Schweif­stern in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den werden.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 67P/T­schur­ju­mov-Gerasi­men­ko zieht einen klei­nen Bahn­bo­gen im nörd­li­chen Bereich des Stern­bild Krebs und ist nach wie vor opti­mal am Nacht­him­mel plat­ziert. Die schein­ba­re Hel­lig­keit sinkt im Lau­fe des Febru­ars von anfangs 9,5 auf 10,5 mag, so dass der Komet in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Der Komet C/2019 L3 (ATLAS) kann im Stern­bild Zwil­lin­ge auf­ge­fun­den wer­den und ist ein Objekt für die gesam­te Nacht. Die Hel­lig­keit des Kome­ten geht im Lauf des Febru­ars nur leicht zurück und soll­te immer noch um 10 mag betra­gen. Somit kann der Schweif­stern in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­sucht wer­den. Der Komet steht zu Beginn des Monats in der Nähe des offe­nen Stern­hau­fens NGC 2266 und zieht am 7. Febru­ar, in nur 1,5 Grad Abstand, an Epsi­lon Gemi­no­rum vorbei.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier und durch­schrei­tet Ende des Monats das Gol­de­ne Tor der Eklip­tik, das aus den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Ple­ja­den und Hya­den gebil­det wird. Die schein­ba­re Hel­lig­keit des Zwerg­pla­ne­ten sinkt von 8,5 auf 8,8 mag. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit ist zu Beginn der Nacht, wenn der Him­mels­kör­per am höchs­ten über dem Hori­zont steht. Am 1. Febru­ar sinkt Ceres um 3:00 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie und am 28. Febru­ar bereits um 1:48 Uhr.

Der Aste­ro­id (7) Iris stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und bremst ihre rück­läu­fi­ge Bewe­gung in den Zwil­lin­gen lang­sam ab. Am 23. wird Iris sta­tio­när und been­det ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden sinkt deut­lich von anfangs 8,3 auf 9,1 mag zum Monats­en­de. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit ist die 1. Nacht­hälf­te. Zu Beginn des Monats steht Iris um 22:36 Uhr im Süden. Ende Febru­ar erreicht der Aste­ro­id bereits um 20:42 Uhr den Meridian.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (11) Par­then­ope steht am 10. Febru­ar 2022 in ihrer Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Dort erreicht der Him­mels­kör­per in die­sem Jahr im Stern­bild Löwe nur ein maxi­ma­le Hel­lig­keit von 10,1 mag. Am 1. Febru­ar steht Par­then­ope um 1:09 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 28. Febru­ar erreicht sie bereits um 22:53 Uhr den Meri­di­an. Am 12. des Monats kann er 5,7 mag hel­le Stern 8 Leo­nis als Auf­such­hil­fe die­nen. Der gegen­sei­ti­ge Abstand bei­der Him­mels­kör­per beträgt an die­sem Tag nur 1 Bogenminute.

Der Aste­ro­id (20) Mas­sa­lia steht am 5. Febru­ar 2022 im Stern­bild Krebs der Son­ne genau gegen­über und erreicht mit 8,5 Grö­ßen­klas­sen fast ihre größt­mög­li­che Hel­lig­keit. Zu Beginn des Monats geht der 8,7 mag hel­le Aste­ro­id um 0:38 Uhr durch den Meri­di­an. Ende Febru­ar steht Mas­sa­lia bereits um 22:24 Uhr im Süden. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit ist zu die­sem Zeit­punkt wie­der auf 9,4 mag gesun­ken. Am 6. Febru­ar befin­det sich Mas­sa­lia nur 8,5 Bogen­mi­nu­ten von dem 6,5 mag hel­len 81 Can­cri ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Meteorströme

Erst vor rela­tiv kur­zer Zeit wur­de die Febru­ar-Eta-Dra­co­n­i­den als neu­er Mete­or­strom nach­ge­wie­sen, die zwi­schen dem 2. bis 5. Febru­ar aktiv sind. Der zir­kum­po­la­re Radi­ant liegt in der Nähe von Eta Dra­co­nis, an der Posi­ti­on RA = 240° und Dec = +61°. Der Radi­ant befin­det sich zum Mor­gen­grau­en rund 70 Grad hoch über dem Hori­zont. Des­halb ist es rat­sam, in den Stun­den nach Mit­ter­nacht bis zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung nach den Meteo­ren Aus­schau zu hal­ten. Der zuneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms nicht stö­ren. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind nur eini­ge weni­ge Meteo­re sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein­drin­gen und dem­zu­fol­ge eher lang­sa­me Stern­schnup­pen erzeu­gen. Im Jahr 2011 wur­den bis zu 13 Meteo­re pro Stun­de die­ses Stroms regis­triert. Ein Ursprungs­kör­per der Febru­ar-Eta-Dra­co­n­i­den ist nicht bekannt.

Am deut­lichs­ten macht sich in die­sem Monat die Ant­he­lionquel­le bemerk­bar. Es ist ein ganz­jäh­ri­ger Mete­or­strom aus der Eklip­tik­re­gi­on, des­sen Radi­ant sich etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes befin­det. Der Radi­ant nimmt ein gro­ßes Gebiet von min­des­tens 30 x 20 Grad am Him­mel ein. Das Zen­trum wan­dert im Febru­ar durch das gesam­te Stern­bild Löwe. Die weni­gen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le sind mit 25 bis 35 km/s nicht beson­ders schnell. Als Ursprungs­kör­per gilt der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Februar 2022
Der Stern­him­mel am 15. Febru­ar 2022 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild des Gro­ßer Bären, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, in mitt­le­rer Höhe und senk­recht mit der Deich­sel nach unten im Nord­os­ten. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht noch höher stei­gen und schließ­lich gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern im Stern­bild Klei­nen Bär, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Direkt unter­halb des Klei­nen Bären hat der Dra­che soeben sei­ne tiefs­ten Punkt im Nor­den, die unte­re Kul­mi­na­ti­on, über­schrit­ten und steigt nun lang­sam wie­der höher. Dabei schlän­gelt sich der Dra­che um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. In mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, und west­lich des Dra­chens gele­gen, fällt noch das Stern­bild Kepheus auf, das annä­hernd wie das Dach eines Hau­ses geformt ist. Halb­hoch im Nord­wes­ten steht auch die Kas­sio­peia, die auf­grund ihrer ein­präg­sa­men Form auch „Himmels‑W“ genannt wird. Noch etwas höher sind die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe, auch unter einem dunk­len Land­him­mel, kaum aus­zu­ma­chen. Bei opti­ma­ler Sicht zum Nord­ho­ri­zont soll­te noch in gerin­ger Höhe der Stern Deneb im Stern­bild Schwan erkenn­bar sein.

Im Osten

Unser Blick in Rich­tung Osten führt uns wie­der zum Gro­ßen Wagen. Sei­ne zwei letz­ten Deich­selster­ne wei­sen auf einen sehr hel­len, röt­lich leuch­ten­de Stern direkt über dem Hori­zont: Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, dem Haupt­stern im Stern­bild Bären­hü­ter. Zwi­schen die­sen bei­den Stern­bil­dern befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de und die schwa­chen Ster­ne des Haar der Bere­ni­ke. Noch wei­ter in Rich­tung Ost­ho­ri­zont sind soeben die ers­ten Ster­ne der Jung­frau, mit­samt ihrer rei­chen Gala­xien­ge­bie­te, auf­ge­gan­gen, die vom nahen­den Früh­ling kün­den. In mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont fin­den wir das mäch­ti­ge Stern­bild des Löwen. Nord­west­lich des Löwen­kop­fes ste­hen die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses. Hier kann in einer dunk­len, mond­schein­lo­sen Nacht der offe­ne Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), der auch als Bie­nen­stock­hau­fen bekannt ist, als unschein­ba­res Licht­fleck­chen selbst mit dem blo­ßen Auge erkannt wer­den. In Fern­glä­sern und in klei­nen Tele­sko­pen bie­tet die­ser Stern­hau­fen einen präch­ti­gen Anblick. Unter­halb des Kreb­ses schlän­gelt sich die Was­ser­schlan­ge zum Süd­ost­ho­ri­zont herab.

Im Süden

Der Süden wird bis in die Zenitre­gi­on von zahl­reich hel­len Ster­nen des Win­ter­him­mels domi­niert. Siri­us, der hells­te Stern des Him­mels und Haupt­stern des Gro­ßen Hun­des, hat soeben den Meri­di­an über­schrit­ten. Öst­lich des Süd­punk­tes erken­nen wir bei guter Hori­zont­sicht die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Hin­ter­deck und dar­über die äußerst schwa­chen Ster­ne des Ein­horns. Noch wei­ter höher fin­den wir mit dem Haupt­stern Pro­kyon das Stern­bild des Klei­nen Hun­des und dar­über, genau im Meri­di­an, die dop­pel­te Ster­nen­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Die Zenitre­gi­on wird vom unschein­ba­ren Stern­bild Luchs ein­ge­nom­men. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­ser Him­mels­re­gi­on ist aber der Him­mels­jä­ger Ori­on, in mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten. Die auf­fäl­li­gen Gür­tel­ster­nen, der röt­li­che erschei­nen­de lin­ke Schul­ter­stern Betei­geu­ze und der blau­wei­ße Fußstern Rie­gel, sprin­gen hier einem sofort ins Auge. Der Ori­on­ne­bel, im Schwert­ge­hän­ge des Him­mels­jä­gers, ist schon mit blo­ßem Auge sicht­bar und bie­tet in jedem Fern­glas und Tele­skop einen präch­ti­gen Anblick. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit dem Haupt­stern Alde­ba­ran, und noch wei­ter höher das Stern­bild Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Im Fuhr­mann kön­nen wir die drei hel­len Stern­hau­fen M 36, M 37, und M 38 auf­fin­den, die kei­nes­falls auf unse­rer Beob­ach­tungs­lis­te für den Feld­ste­cher feh­len dür­fen. Unter­halb des Ori­ons ent­de­cken wir noch das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen. Wir wen­den uns wie­der den öst­li­chen Teil des Meri­di­ans zu. Hier kön­nen wir schon die ers­ten Ster­ne des Früh­lings­him­mels beob­ach­ten. Zum einen fin­den wir dort das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Krebs und direkt dar­un­ter der Kopf der Was­ser­schlan­ge, die sich bis zum süd­öst­li­chen Hori­zont erstreckt, sowie das nur aus sehr schwa­chen Ster­ne bestehen­de Stern­bild des Sextanten.

Im Westen

Genau über dem West­punkt und noch hoch am Him­mel steht Kapel­la, der Haupt­stern des Stern­bilds Fuhr­mann. Rechts ober­halb des Fuhr­manns sind an dunk­len Stand­or­ten noch die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe aus­zu­ma­chen. Dar­un­ter steht der Per­seus, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Unter­halb von Fuhr­mann und Per­seus ent­de­cken wir auch den Stier, mit sei­nem röt­lich erschei­nen­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, die schon mit blo­ßem Auge zu erken­nen sind. Öst­lich des Stiers befin­det sich der Ori­on und direkt über dem Him­mels­jä­ger, die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te und in mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten erken­nen wir das Stern­bild Kas­sio­peia, auch bekannt als „Himmels‑W“. Die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels ste­hen nun eben­falls kurz vor ihrem Unter­gang. Direkt im Nord­wes­ten ver­sinkt gera­de das Stern­bild Andro­me­da und die letz­ten Ster­ne des Pega­sus unter dem Hori­zont. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten fol­gen die Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild der Fische. Über dem West­ho­ri­zont schaut gera­de noch der Kopf des Wal­fi­sches her­vor, der aber auf­grund sei­ner Hori­zont­nä­he kaum erkannt wer­den kann. Im Süd­wes­ten ste­hen noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Flus­ses Eri­da­nus, der direkt neben Rigel ent­springt, dem weiß leuch­ten­den Fußstern des Him­mels­jä­gers Orion.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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