Der Sternhimmel im April 2021

Der Lauf des Mondes

Am Mor­gen des 1. April steht der abneh­men­de Mond im Stern­bild Waa­ge. Am nächs­ten Mor­gen befin­det er sich bereits im Schlan­gen­trä­ger und kann dann 5 Grad nord­öst­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Stern­bild Skor­pi­on, auf­ge­fun­den wer­den. Am 3. April sehen wir ihn bereits im Stern­bild Schüt­ze, wo dann auch am 4. April das letz­te Vier­tel erreicht wird. An die­sem Mor­gen kön­nen wir den Halb­mond ober­halb des Hen­kels des Aste­ris­mus, der als Tee­kan­ne bekannt ist und ein Teil des Stern­bild Schüt­ze dar­stellt, auf­fin­den. Am nächs­ten Mor­gen sehen wir unse­ren stil­len Beglei­ter, kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung, dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. In der Mor­gen­däm­me­rung des 6. April befin­det sich die Mond­si­chel nur 5 ½ Grad süd­west­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn im Stern­bild Stein­bock und am 7. des Monats nur 5 ¾ Grad süd­west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Kurz vor Mit­ter­nacht des 7. April wird der 4,3 mag hel­le Stern Omega‑2 Scor­pii gegen 23:37 Uhr Som­mer­zeit von der dunk­len Sei­te des Mon­des wie­der frei­ge­ge­ben. Der Bede­ckungs­be­ginn ist auf­grund des nied­ri­gen Stan­des über dem Süd­ost­ho­ri­zont nicht beob­acht­bar. In der Mor­gen­däm­me­rung des 8. April kön­nen wir die dün­ne Mond­si­chel im Stern­bild Was­ser­mann zum letz­ten Mal über dem Hori­zont auf­ge­hen sehen, bevor am 12. April schließ­lich die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird.
Auf­grund der stei­len Eklip­tik am Abend­him­mel, gelingt uns eine Sich­tung der nun wie­der dün­nen, zuneh­men­den Mond­si­chel bereits am Abend des 13. April, dicht über dem west­li­chen Hori­zont. Am 14. des Monats steht die Mond­si­chel bereits etwas höher im Stern­bild des Stiers. Am 15. April befin­det sich die Sichel genau zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. An den Fol­ge­aben­den wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter in Rich­tung Osten, wobei er am Abend des 17. April nur 3 Grad nord­öst­lich von Mars auf­ge­fun­den wer­den kann. Nur einen Abend spä­ter steht der Erd­tra­bant in den Zwil­lin­gen und am Abend des 19. April süd­lich des Sterns Pol­lux. An die­sem Abend kommt es zu einer Bede­ckung des 3,6 mag hel­len Sterns Kap­pa Gemi­no­rum gegen 20:18 Uhr Som­mer­zeit. Am 20. April wird dann das ers­te Vier­tel durch­lau­fen, wobei der Mond nur 2 ½ Grad nörd­lich des Stern­hau­fens der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44) im Stern­bild Stier zu fin­den ist. Zwi­schen dem 21. und 22. April wan­dert der Mond nörd­lich am Haupt­stern Regu­lus im Stern­bild Löwe vor­bei und anschlie­ßend wei­ter in die Jung­frau. Am Abend des 27. April kön­nen wir den Voll­mond im Stern­bild Waa­ge auf­ge­hen sehen. Nach der Voll­mond­pha­se wird der Mond immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Bis zum Monats­en­de wan­dert er durch die Stern­bil­der Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger, wobei er am 29. April ober­halb von Ant­ares auf­ge­fun­den wer­den kann. Am 30. April kommt es zu einer Bede­ckung des 3,3 mag hel­len Sterns The­ta Ophiuchi. Der Ein­tritt erfolgt gegen 4:01 Uhr und der Aus­tritt gegen 5:10 Uhr Sommerzeit.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur bewegt sich recht­läu­fig ent­lang der Eklip­tik und nähert sich der Son­ne wei­ter an, die er am 19. April 2021 auch erreicht. Er steht an die­sem Tag in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Danach ent­fernt sich Mer­kur wie­der in öst­li­cher Rich­tung von ihr und kann dann zum Monats­en­de hin nied­rig über dem West­ho­ri­zont in der Abend­däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Dabei erreicht Mer­kur Ende April einen öst­li­chen Win­kel­ab­stand von rund 13 Grad und steht dann zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, als ‑1,2 mag hel­les Objekt, knapp 5 Grad hoch über dem west­nord­west­li­chen Hori­zont. Sein Unter­gang erfolgt an die­sem Abend um 21:49 Uhr Som­mer­zeit. Am 26. des Monats kann Mer­kur, mit Hil­fe eines Feld­ste­chers oder klei­nen Tele­skop, nur 1,3 Grad nörd­lich von Venus auf­ge­fun­den wer­den. Am 27. steht Mer­kur im Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus stand im Vor­mo­nat in obe­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ent­fernt sich wie­der lang­sam in öst­li­cher Rich­tung von ihr. Bis zum Monats­en­de ist der Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn auf 9 Grad ange­wach­sen. Lei­der reicht das noch nicht für eine Abend­sicht­bar­keit für das blo­ße Auge für unse­re Brei­ten, so dass Venus im April noch unsicht­bar bleibt. Am 26. April kann man Venus, zusam­men mit Mer­kur, aber in einem licht­star­ken Fern­glas auf­spü­ren. Der ‑3,9 mag hel­le Abend­stern steht dann nur 1°18′ süd­lich von Mer­kur und geht um 21:04 Uhr Som­mer­zeit unter.

Unser Nach­bar­pla­net Mars ist vor allem ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Am 24. April wech­selt er in das Stern­bild Zwil­lin­ge. Zwi­schen dem 12. und 13. April kann man Mars zwi­schen den Ster­nen Beta und Zeta Tau­ri auf­spü­ren. Die Sicht­bar­keit des Roten Pla­ne­ten ver­kürzt sich im Lau­fe des Monats dras­tisch, da es auch immer spä­ter dun­kel wird. Am 1. April geht Mars um 1:52 Uhr im Wes­ten unter. Bis zum 30. April ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 1:19 Uhr Som­mer­zeit. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit sinkt im Lau­fe des April nur leicht von anfangs 1,3 auf 1,6 Grö­ßen­klas­sen. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft zum Ende des Monats auf nur noch 4,6 Bogen­se­kun­den, so dass es nicht mehr lohnt, Mars im Tele­skop zu beob­ach­ten. Am 17. April kann der zuneh­men­de Mond nur 2 ½ Grad öst­lich von Mars auf­ge­fun­den werden.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter steht am Mor­gen­him­mel und baut sei­ne Sicht­bar­keit wei­ter aus. Dabei bewegt sich der Rie­sen­pla­net wei­ter recht­läu­fig durch den Stein­bock und wech­selt ab dem 25. April in den Was­ser­mann. Er steht zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung bereits 12 Grad hoch im Süd­os­ten. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit steigt leicht bis zum Monats­en­de auf ‑2,2 mag. Am 1. April geht Jupi­ter um 5:22 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis zum 30. April ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gangs­zei­ten auf 3:38 Uhr Som­mer­zeit. Am 7. April erhält Jupi­ter Besuch vom abneh­men­den Mond. Der Erd­tra­bant befin­det sich an die­sem Mor­gen nur 5 ½ Grad süd­west­lich des Planeten.

Der Ring­pla­net Saturn ist eben­falls ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und wan­dert immer lang­sa­mer wer­dend, recht­läu­fig durch den Stein­bock. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit beträgt 0,7 mag und sein Äqua­tor­durch­mes­ser 16 Bogen­se­kun­den. Die Auf­gän­ge von Saturn ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats von anfangs 4:55 Uhr auf 3:05 Uhr Som­mer­zeit. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung kann Saturn knapp 15 Grad hoch im Süd­os­ten auf­ge­fun­den wer­den. Sein beein­dru­cken­des Ring­sys­tem ist mit 17 Grad immer noch weit geöff­net. Wir bli­cken zur Zeit noch auf den nörd­li­chen Bereich des Rings. Die Ring­nei­gung geht in den nächs­ten Mona­ten und Jah­ren aber immer wei­ter zurück, bis im März 2025 schließ­lich die Kan­ten­stel­lung erreicht wird. Am 6. April kann die abneh­men­de Mond­si­chel nur 5 ½ Grad vom Ring­pla­ne­ten ent­fernt auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch den Wid­der und ist nicht mehr am Abend­him­mel sicht­bar. Am 30. April 2021 steht der fer­ne Pla­net in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und hält sich mit ihr am Tag­him­mel auf. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich Ura­nus 3,106 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun wan­dert recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Er hält sich im April noch zu nah bei der Son­ne auf und bleibt eben­falls unsichtbar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to wird am 28. April im Stern­bild Schüt­ze sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 14,3 mag, ist Plu­to nur grö­ße­ren Tele­sko­pen vor­be­hal­ten. Am 1. April geht Plu­to um 4:22 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis zum 30. April ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gangs­zei­ten auf 2:29 Uhr Som­mer­zeit. Die Oppo­si­ti­on erreicht der Zwerg­pla­net aber erst am 17. Juli 2021.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2020 R4 (ATLAS) kann in die­sem Monat, mit einer Hel­lig­keit zwi­schen 10,0 bis 9,0 mag, bereits in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den. Im Dezem­ber 2020 erfolg­te ein Hel­lig­keits­aus­bruch, der den Kome­ten meh­re­re Grö­ßen­klas­sen hel­ler wer­den ließ. Nach sei­nem Hel­lig­keits­ma­xi­mum, Ende April, fällt die­se ab Mai schnell wie­der ab. Im Lau­fe des April wan­dert der Komet sehr schnell vom Stern­bild Adler in den Her­ku­les und wei­ter in die Stern­bil­der Nörd­li­che Kro­ne, Boo­tes und schließ­lich in die Jagd­hun­de. Zunächst ist der Schweif­stern kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung im Osten sicht­bar und kann dann ab der 2. April­de­ka­de bereits in der 1. Nacht­hälf­te und mit immer bes­ser wer­den­der Beob­ach­tungs­hö­he auf­ge­fun­den werden.

(4) Ves­ta stand Anfang April in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kommt am 22. April im Stern­bild Löwe wie­der zum Still­stand. Damit been­det sie ihre dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend wan­dert sie wie­der recht­läu­fig durch den Löwen. Auch ihre Hel­lig­keit sinkt von anfangs 6,7 auf 7,3 mag, so dass sie immer noch sehr leicht in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Ves­ta ver­frü­hen sich von anfangs 23:18 Uhr auf 21:15 Uhr Sommerzeit.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (9) Metis kommt am 4. April 2021 im Stern­bild Jung­frau wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,5 mag. In der letz­ten April­de­ka­de sinkt ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. April steht Metis um 1:36 Uhr im Süden. Bis zum 30. April ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 23:08 Uhr Sommerzeit.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tau­chen die Lyri­den auf, deren Aus­strah­lungs­punkt sich rund 7 Grad süd­west­lich von Wega im Stern­bild Lei­er befin­det. Mit 49 km/s Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit in die Erd­at­mo­sphä­re, han­delt es sich bei den Lyri­den um mit­tel­schnel­le Meteo­re, mit einem nicht sehr aus­ge­präg­ten Maxi­mum in der Nacht vom 21. auf den 22. April. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit des Mete­or­stroms zum Maxi­mums­zeit­punkt liegt in den Stun­den zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens, wenn der Radi­ant der Lyri­den in guter Beob­ach­tungs­hö­he am Him­mel steht. Für das Jahr 2021 wur­de der Zeit­punkt des Maxi­mums auf 15 Uhr Som­mer­zeit am Nach­mit­tag des 22. April berech­net. Die­ser Wert kann natür­lich auch um meh­re­re Stun­den abwei­chen. Zum Maxi­mum sind im Schnitt etwa 10 bis 20 Stern­schnup­pen zu erwar­ten – dar­un­ter auch eini­ge hel­le Exem­pla­re. Lei­der wird der Mond die Beob­ach­tung der Lyri­den nach­hal­tig stö­ren, weil er erst gegen Mor­gen unter­ge­hen wird. Der Mete­or­strom der Lyri­den ist auch immer wie­der für Über­ra­schun­gen gut: Im Jahr 1982 wur­den zum Bei­spiel 90 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet. Ein wei­te­rer Aus­bruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteo­re pro Stun­de regis­triert wur­den. Als Ursprungs­kör­per der Lyri­den gilt der lang­pe­ri­odi­sche Komet C/1861 G1 That­cher, der eine Umlauf­zeit von 415 Jah­ren besitzt.

Die spo­ra­di­schen Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, auch Ant­he­lionquel­le genannt, sind eben­falls im gesam­ten Monat April zu beob­ach­ten. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on bewegt sich in die­sem Monat vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Auf­grund der süd­li­chen Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 30 km/s besitzen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. April 2021 um 23:00 Uhr MESZ 

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Wagen, der Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, bereits den Zenit erreicht und prangt hoch über unse­ren Köp­fen. Um den Polar­stern auf­zu­fin­den – und damit die Nord­rich­tung zu bestim­men – ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten­ster­ne in der nächs­ten Stun­de ihre höchs­te Stel­lung im Nor­den ein­neh­men wer­den. Wei­ter öst­lich schlän­gelt sich das Stern­bild Dra­che um den Klei­nen Wagen her­um. Wei­ter west­lich vom Klei­nen Bären gele­gen kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter noch die schwa­chen Ster­ne der unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs aus­ma­chen. Unter­halb des Polar­sterns hat soeben der Kepheus sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, die auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt wird, über­schrit­ten. West­lich vom Kepheus ent­de­cken wir die Kas­sio­peia, das „Himmels‑W“, das noch nicht ganz ihre tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont erreicht hat. Im Nord­wes­ten steht der Per­seus und etwas ober­halb die­ses Stern­bilds der hel­le Stern Capel­la im Fuhr­mann. Im Nord­os­ten stei­gen die Som­mer­stern­bil­der Schwan und Lei­er, mit den hel­len Haupt­ster­nen Deneb und Wega, eben­falls lang­sam wie­der höher und aus dem Hori­zont­dunst hervor.

Im Osten

In mitt­le­rer Höhe im Osten befin­det sich das Stern­bild Bären­hü­ter, des­sen röt­li­cher Haupt­stern Ark­tur der auf­fäl­ligs­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Er ist auch ein Weg­wei­ser für die Früh­lings­stern­bil­der in die­sem Him­mels­ab­schnitt. Vom Bären­hü­ter aus­ge­hend, steht ober­halb die­ses Stern­bilds die Figur des Gro­ßen Wagens, des­sen Deich­sel nun genau in Rich­tung Ost­punkt zeigt. Die Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären befin­den sich noch wei­ter höher im Zenit. Rechts von der Deich­sel aus­ge­hend befin­den sich die Jagd­hun­de und noch wei­ter im Süd­os­ten, und west­lich von Ark­tur gele­gen, das Haar der Bere­ni­ke. In die­sem Stern­bild, das nur aus schwa­chen Ster­nen besteht, kann man in einer kla­ren mond­lo­sen Nacht den Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111) mit blo­ßem Auge erken­nen. Unter­halb des Bären­hü­ters befin­den sich das Halb­rund des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne, der unschein­ba­re Her­ku­les, die Lei­er, mit der Wega, sowie direkt im Osten der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger getra­gen wird. Die Ster­ne des Schlan­gen­trä­gers befin­den sich aber noch zum größ­ten Teil unter dem Ost­ho­ri­zont. Direkt über dem Süd­ost­ho­ri­zont geht soeben das Stern­bild Waa­ge auf, des­sen Ster­ne aber noch über­wie­gend im Hori­zont­dunst stehen.

Im Süden

Die Früh­lings­stern­bil­der haben zu unser Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit end­lich den gesam­ten Süd­him­mel ein­ge­nom­men. Der hells­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist der Stern Ark­tur im Stern­bild Bären­hü­ter, hoch im Süd­os­ten. Ver­län­gern wir die Figur des Bären­hü­ters über Ark­tur hin­aus, zeigt die­ser direkt auf einen wei­te­ren hel­len Stern in gerin­ger Höhe über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Hier­bei han­delt es sich um den weiß leuch­ten­de Haupt­stern Spi­ca im Stern­bild der Jung­frau. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­sem Him­mel­ab­schnitt ist aber der mäch­ti­ge Löwe, der soeben sei­nen höchs­ten Punkt im Süden ein­ge­nom­men hat. Die zahl­rei­chen Gala­xien des Vir­go-Gala­xien­hau­fens, etwas wei­ter öst­lich vom Schwanz des Löwen gele­gen, befin­den sich nun eben­falls in opti­ma­ler Beob­ach­tungs­po­si­ti­on im Süden. Ober­halb des Löwen steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwe. In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten, und rechts vom Löwen gele­gen, sind die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel aus­zu­ma­chen. Ober­halb der Jung­frau und öst­lich vom Löwen, kön­nen wir noch das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke, mit dem Coma-Stern­hau­fen, ent­de­cken. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de. Bli­cken wir in Rich­tung Süd­ho­ri­zont, direkt unter­halb der Stern­bil­der Jung­frau und Löwe, erken­nen wir das Stern­bild Becher und west­lich davon das Stern­bild des Raben. Das eher unschein­ba­re und nur aus schwa­chen Ster­ne bestehen­de aber sehr aus­ge­dehn­te Stern­bild der Was­ser­schlan­ge schlän­gelt sich vom Süd­wes­ten, in mitt­le­rer Höhe aus­ge­hend, in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont herab.

Im Westen

Im Wes­ten ste­hen noch eini­ge hel­le Ster­ne und Stern­bil­der des Win­ter­him­mels über dem Hori­zont. Zu den auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­dern gehö­ren die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Cas­tor und Pol­lux, die in der nächs­ten Stun­de den West­ho­ri­zont errei­chen wer­den. Rechts von den Zwil­lin­gen gele­gen berei­tet sich auch der Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Capel­la, zum Unter­gang vor. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht fal­len noch Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Ori­on, sowie Alde­ba­ran im Stier auf. Genau zwi­schen die­se Stern­bil­dern ent­de­cken wir auch unse­ren roten Nach­bar­pla­ne­ten Mars, der aber schon längst sei­nen Glanz aus dem Herbst ver­lo­ren hat. Im Nord­wes­ten sinkt nun end­lich auch der Per­seus lang­sam zum Hori­zont her­ab. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes erkennt man noch Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund und dar­über den Krebs. Hier kön­nen wir in einer mond­schein­lo­sen Nacht den Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), auch Krip­pe genannt, erken­nen. Ober­halb vom Krebs befin­det sich der Kopf des mäch­ti­gen Löwen. In Zenitnä­he kön­nen wir das Stern­bild Gro­ßer Bär ent­de­cken. Zwi­schen Zwil­lin­ge, Fuhr­mann und Gro­ßer Bär befin­det sich noch die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Stern­bild des Luchs.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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