Der Sternhimmel im Mai 2021

Der Lauf des Mondes

Am Mor­gen des 1. und 2. Mai kön­nen wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Schüt­ze auf­fin­den. Am 3. des Monats befin­det sich der Mond im letz­ten Vier­tel im Stein­bock und nur 10 Grad süd­west­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn. Am nächs­ten Mor­gen hat unser stil­ler Beglei­ter Saturn bereits hin­ter sich gelas­sen und steht 3 ¾ Grad süd­öst­lich des Ring­pla­ne­ten. Am 5. Mai kön­nen wir ihn dann 5 ½ Grad süd­lich von Jupi­ter im Was­ser­mann auf­fin­den. Der Mond wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten und kann dann als sehr schma­le Sichel in der Mor­gen­däm­me­rung des 7. Mai zum letz­ten Mal über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den, bis am 11. Mai schließ­lich die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. In der Abend­däm­me­rung des 13. Mai taucht der Erd­tra­bant wie­der als schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel über dem west­li­chen Hori­zont auf. Zur glei­chen Zeit steht er nur 2 ¾ Grad süd­lich von Mer­kur im Stern­bild Stier. Am Abend des 14. Mai kön­nen wir ihn dann im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Stier, Ori­on und Zwil­lin­ge auf­spü­ren, bis wir die Mond­si­chel am Abend des 15. Mai, nur 4 ¾ Grad süd­west­lich unse­res roten Nach­barn Mars, im Stern­bild der Zwil­lin­ge sich­ten kön­nen. In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter in der Nähe von Pol­lux in den Zwil­lin­gen und in der Nacht vom 17. auf den 18. schließ­lich im Stern­bild Krebs. Am 19. des Monats wird das ers­te Vier­tel durch­lau­fen. Gleich­zei­tig steht der Mond nur 3 ¾ Grad ober­halb von Regu­lus im Löwen. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert der Erd­tra­bant durch die Jung­frau. In den Mor­gen­stun­den des 26. Mai wird schließ­lich die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen und in Nord- und Süd­ame­ri­ka sowie im Pazi­fik­raum ist eine tota­le Mond­fins­ter­nis sicht­bar. Nur eine Nacht spä­ter wan­dert der Mond durch die Waa­ge und am 27. des Monats steht der Mond nur 4 Grad nord­öst­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Stern­bild Skor­pi­on. Nun wird der Mond nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht immer spä­ter über dem Hori­zont auf. Er wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze und befin­det sich am letz­ten Mor­gen im Mai aber­mals in der Nähe von Saturn im Stern­bild Steinbock.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht im Mai sei­ne bes­te Abend­sicht­bar­keit des Jah­res und kann güns­tig über dem west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel und der nörd­li­chen Posi­ti­on Mer­kurs, kann man ihn fast den gesam­ten Monat Mai beob­ach­ten. Am 17. Mai steht Mer­kur, mit einem Abstand von 22°01′, schließ­lich in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne und ist dann am bes­ten Am Abend­him­mel zu sehen. Bereits zu Beginn des Monats kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter den flin­ken Pla­ne­ten als ‑1,1 maq hel­les Objekt dicht über dem west­li­chen Hori­zont auf­spü­ren. Der Pla­net geht an die­sem Abend um 21:57 Uhr Som­mer­zeit unter. Die bes­te Zeit den Pla­ne­ten zu beob­ach­ten, ist um den 10. Mai, wenn der ‑0,3 Grö­ßen­klas­sen hel­le Mer­kur zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung knapp 11 Grad über dem Hori­zont steht. Am 11. Mai kann Mer­kur nur 8 Grad nörd­lich von Alde­ba­ran im Stier auf­ge­fun­den wer­den. bei­de Objek­te sind dann gut im Fern­glas zu sehen. Am 12. des Monats ist der flin­ke Pla­net zur Hälf­te beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Im Fern­rohr zeigt sich Mer­kur als 7,1 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen. Danach nimmt der Beleuch­tungs­grad wei­ter ab und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wei­ter zu. Am 13. Mai erhält der flin­ke Pla­net noch Besuch von der sehr schma­len zuneh­men­den Mond­si­chel, die nur 2 ½ Grad süd­west­lich des Pla­ne­ten steht. Zum letz­ten Mal kann man Mer­kur in der Abend­däm­me­rung des 22. Mai mit blo­ßem Auge auf­spü­ren. Sein Hel­lig­keit wird dann nur noch 1,1 mag betra­gen. Sein Unter­gang erfolgt an die­sem Abend um 22:19 Uhr. Am 28. Mai kommt es außer­dem zu einer engen Kon­junk­tio­nen mit dem Abend­stern Venus. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt dann nur 32 Bogen­mi­nu­ten und ent­spricht somit dem schein­ba­ren Durch­mes­ser des Voll­mon­des. Aller­dings ist Mer­kur an jenem Abend nur in einem licht­star­ken Fern­glas oder im Tele­skop beob­acht­bar. Am 30. Mai wird Mer­kur sta­tio­när und eilt dann wie­der schnell rück­läu­fig auf die Son­ne zu, die er am 11. Juni auch errei­chen wird.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus erscheint lang­sam am Abend­him­mel, befin­det sich zu Monats­be­ginn aber noch tief über dem nord­west­li­chen Hori­zont. 20 Minu­ten vor ihrem Unter­gang ver­schwin­det sie im Hori­zont­dunst. Bis Ende Mai wird sie aber immer bes­ser in der Abend­däm­me­rung sicht­bar. Ihr öst­li­cher Win­kel­ab­stand wächst in die­ser Zeit bis auf 17 Grad. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht sie am 1. des Monats noch 4 Grad und Ende Mai bereits 5 ½ Grad über dem Hori­zont. Venus ist zu Monats­be­ginn noch im Stern­bild Wid­der zu sehen und wech­selt am 3. des Monats in das Stern­bild Stier. Am 17. des Monats zieht sich in nur 6 Grad nörd­li­chen Abstand am Haupt­stern Alde­ba­ran vor­bei. Am 1. Mai geht die ‑3,9 mag hel­le Venus um 21:20 Uhr unter. Bis zum 31. Mai ver­spä­ten sich ihre Unter­gangs­zei­ten auf 22:43 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop erscheint das 10 Bogen­se­kun­de gro­ße Venus­scheib­chen fast voll beleuch­tet. Ihr Beleuch­tungs­grad beträgt Ende Mai noch 95%. Am 28. des Monats kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit Mer­kur, die aber nur in licht­star­ken Fern­glä­sern zu sehen ist. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt nur ein hal­bes Grad.

Unser roter Nach­bar Mars ist nur noch ein ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Zwil­lin­ge. Sei­ne Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats wei­ter leicht zurück und beträgt zum Monats­en­de nur noch 1,7 mag. Die Unter­gän­ge von Mars ver­frü­hen sich von anfangs 1:18 Uhr auf 0:25 Uhr Som­mer­zeit. Im Fern­rohr lohnt sich der Anblick nicht mehr, weil das Mars­scheib­chen nur noch einen schein­ba­ren Durch­mes­ser von 4,1 Bogen­se­kun­den besitzt. Am 16. kann der zuneh­men­de Mond in der Nähe des Roten Pla­ne­ten auf­ge­fun­den werden.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter baut sei­ne Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel wei­ter aus und wird im kom­men­den Monat immer mehr ein Pla­net für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er wan­dert recht­läu­fig durch den Was­ser­mann. Die Hel­lig­keit von Jupi­ter steigt leicht von anfangs ‑2,2 auf ‑2,4 mag, so dass er nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel ist. Die Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 3:34 Uhr auf 1:43 Uhr Som­mer­zeit zum Ende des Monats. Zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung erreicht Jupi­ter bereits eine Höhe von 15 Grad über dem Hori­zont. Im Tele­skop lohnt es sich bereits, die Wan­de­rung sei­ner 4 hells­te Mon­de sowie die Struk­tu­ren in der Jupi­ter­at­mo­sphä­re zu ver­fol­gen. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt Ende Mai bereits 41 Bogen­se­kun­den. Am 5. Mai kann die dün­nen, abneh­men­den Mond­si­chel etwas mehr als 5 Grad süd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten auf­ge­fun­den werden.

Der Ring­pla­net Saturn ist eben­falls ein Pla­net für den Mor­gen­him­mel und bremst sei­ne recht­läu­fi­ge Bewe­gung durch den Stein­bock spür­bar ab. Am 23. Mai wird Saturn schließ­lich sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Hel­lig­keit steigt leicht auf 0,6 mag zum Ende des Monats. Am 1. Mai geht Saturn um 3:01 Uhr Som­mer­zeit im Süd­os­ten auf. Bis zum 31. Mai ver­frü­hen sich die Satur­n­auf­gän­ge um zwei Stun­den. Im Tele­skop erscheint das Saturn­scheib­chen 17,2 Bogen­se­kun­den groß und mit einem immer noch weit geöff­ne­ten Ring von 40 Bogen­se­kun­den Durch­mes­ser. Am 4. und 31. Mai kann die abneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe des Ring­pla­ne­ten auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Wid­der und stand am letz­ten Tag im April in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Auch im Mai hält sich Ura­nus noch zu nah bei der Son­ne auf und bleibt unsichtbar.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, Nep­tun, bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und steht eben­falls noch zu nah bei der Son­ne, so dass er noch nicht am Mor­gen­him­mel sicht­bar wird. Ende Mai geht der 7,9 mag hel­le Nep­tun erst um 2:17 Uhr auf, kurz vor Beginn der nau­ti­schen Dämmerung.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann mit einer Hel­lig­keit von 14,3 mag nur in gro­ßen Tele­sko­pen im Stern­bild Schüt­ze kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:25 Uhr auf 0:23 Uhr Sommerzeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2020 R4 (ATLAS) wan­dert im Mai vom Stern­bild Jagd­hun­de kom­mend, in das Haar der Bere­ni­ke und wei­ter in den Löwen. Der Schweif­stern kann die gan­ze Nacht hoch am Him­mel in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Im Lau­fe des Monats geht sei­ne Hel­lig­keit stark zurück von anfangs 9,0 auf 12,0 mag. Mit­te Mai über­schrei­tet er dann wie­der die 10. Grö­ßen­klas­se. Auf­grund sei­ner Erd­nä­he erscheint die Koma des Kome­ten recht dif­fus, so dass ein dunk­ler Land­him­mel erfor­der­lich ist, um ATLAS auf­zu­su­chen. Ende Mai befin­det sich C/2020 R4 (ATLAS) nur 2 ½ Grad von Del­ta Leo­nis ent­fernt, der gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Komet C/2020 T2 (Palo­mar) ist eben­falls bereits bei Ein­bruch der Nacht beob­acht­bar und wan­dert vom Stern­bild Jagd­hun­de, wei­ter in Rich­tung Süden, ent­lang der Gren­ze der Stern­bil­der Bären­hü­ter und Haar der Bere­ni­ke. Mit einer Hel­lig­keit um 11 Grö­ßen­klas­sen, ist der Schweif­stern eben­falls ein Objekt für mitt­le­re Fern­roh­re. Am 16. Mai wan­dert Palo­mar am kugel­för­mi­gen Stern­hau­fen Mes­sier 3 west­lich vorbei.

(4) Ves­ta wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Löwen und kann bereits am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit des Aste­ro­iden schrumpft im Lau­fe des Monats von anfangs 7,0 auf 7,5 mag, so dass Ves­ta bereits ein­fach in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Ihr Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 21:15 Uhr auf 19:36 Uhr Sommerzeit.

Der Aste­ro­id (6) Hebe kann im Stern­bild Adler auf­ge­sucht wer­den und wird ab 25. Mai wie­der hel­ler als 10 mag. Bis Ende Mai stei­gert hebe ihre Hel­lig­keit auf 9,8 Grö­ßen­klas­sen. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 0:59 Uhr Som­mer­zeit auf zwei Stunden.

(63) Aus­o­nia wan­dert durch das Stern­bild Skor­pi­on und steht zu ihrem Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt nur 19 Grad hoch über dem Hori­zont. Ab dem 20. Mai ist sie wie­der hel­ler als 10 mag und steht zu Beginn des Monats um 3:34 Uhr im Süden. Bis zum Monats­en­de, nun bereits 9,7 mag hell, ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 1:14 Uhr Som­mer­zeit. Zu Beginn des nächs­ten Monat steht Aus­o­nia auch in Oppo­si­ti­on zur Son­ne Am 15. befin­det sich Aus­o­nia in der Nähe des 5,5 mag hel­len Sterns 27 Scor­pii und am 17. Mai in der Nähe von SAO 208205 (6,3 mag). Die gegen­sei­ti­gen Abstän­de betra­gen 5 bzw. 8 Bogenminuten.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aqua­ri­den (auch Mai-Aqua­ri­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 4. und 5. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 60 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Für Beob­ach­ter im Mit­tel­meer­raum und auf der Süd­halb­ku­gel der Erde gehört die­ser Strom des­halb zu den aktivs­ten des Jah­res. Die Anzahl an sicht­ba­ren Meteo­ren wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant, vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung gegen 3 Uhr, in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Die Akti­vi­tät des Stern­schnup­pen­stroms ist von Jahr zu Jahr recht varia­bel. Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einer deut­lich höhe­ren Akti­vi­tät mit über 100 Meteo­ren pro Stun­de. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar, weil der Radi­ant dann höher über dem Hori­zont steht und die Nacht län­ger dau­ert. Für einen süd­li­chen Stand­ort sind dann rund 20 bis 40 Stern­schnup­pen pro Stun­de zu erwar­ten. Der abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms kaum stö­ren. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aqua­ri­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird am 8. Mai erwar­tet. Dann sind rund 3 bis 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s auf­wei­sen. Das Maxi­mum fin­det 3 Tage vor Neu­mond statt, so dass der Mond die Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms nicht stört. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Die im gan­zen Jahr sicht­ba­ren und von der Anzahl her gerin­gen eklip­tik­na­hen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men aus einer Regi­on etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes. Im Mai wan­dert der Radi­ant vom Stern­bild Waa­ge in den Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger. Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le besit­zen Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, so dass sie sich leicht von den übri­gen Mete­or­strö­men in die­sem Monat unter­schei­den kann.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Mai 2021 um 23:00 Uhr MESZ 

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, das im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten und wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagen­kas­tens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Der Dra­che, der sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, steht eben­falls hoch am Nord­him­mel. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als „Him­mels W“ bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Der Kepheus, zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia gele­gen, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der der kom­men­den Som­mer­mo­na­te auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich bei­de über dem nord­öst­li­chen Hori­zont erstre­cken. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Ost­ho­ri­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck. Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht ober­halb des Som­mer­drei­ecks der unschein­ba­re Her­ku­les, wo wir unter einem dunk­len Land­him­mel den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als dif­fu­sen Licht­fleck beob­ach­ten kön­nen. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher, kön­nen wir den mäch­ti­gen Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur, beob­ach­ten. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten noch das Stern­bild des Dra­chen. Wir keh­ren wie­der zum Stern­bild Her­ku­les zurück. Rechts unter­halb des Stern­bilds ent­de­cken wir nied­rig im Süd­os­ten den Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die­se bei­den Stern­bil­der sind soeben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch wei­ter an Höhe gewinnen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xien­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ca, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. Öst­lich der Jung­frau ent­de­cken wir die Waa­ge und dar­un­ter den Kopf des Stern­bilds Skor­pi­on. Vom Stern­bild Jung­frau aus­ge­hend steht ober­halb die­ses Stern­bilds der Bären­hü­ter, mit sei­nem hel­len oran­ge-far­be­nen Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter befin­det sich die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir auch das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die Jagd­hun­de. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden aber schon längst über­schrit­ten hat. Er wird in den kom­men­den Stun­den zum West­ho­ri­zont hin­ab sin­ken und zum Mor­gen­grau­en hin schließ­lich unter­ge­hen. Unter­halb von Jung­frau und Löwe ent­de­cken wir die schwa­chen Ster­ne der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge, den Becher und den Raben, die den Meri­di­an schön längst über­schrit­ten haben. Sie wer­den in den nächs­ten Stun­den eben­falls unter dem süd­west­li­chen Hori­zont verschwinden.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels unter dem Hori­zont. Pro­kyon, im Stern­bild des Klei­nen Hun­des, steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem West­ho­ri­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Direkt im Zen­trum die­ser bei­den Ster­nen­ket­ten kön­nen wir unse­ren roten Nach­barn Mars ent­de­cken, der aber seit dem letz­ten Jahr deut­lich an Glanz ver­lo­ren hat. Noch wei­ter in Rich­tung Nord­wes­ten steht der Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Capel­la und dar­un­ter der Abend­stern Venus, kurz vor dem Unter­gang. Eben­falls schon tief im Wes­ten kön­nen wir auch den unschein­ba­ren Krebs ent­de­cken, der sich zwi­schen Löwe und Zwil­lin­ge befin­det. Ober­halb vom Löwen steht das unschein­ba­re Stern­bild des Klei­nen Löwen und noch etwas höher das Stern­bild Gro­ßer Bär. Der Aste­ris­mus des Gro­ßen Wagens, der ein Teil des Gro­ßen Bären ist, befin­det sich noch nahe des Zenits und dem­zu­fol­ge in einer aus­ge­zeich­ne­ten Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten des Bären in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist. Nahe­zu par­al­lel und nied­rig über dem süd­west­li­chen Hori­zont, sehen wir noch den Kopf der mäch­ti­gen Wasserschlange.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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