Der Sternhimmel im Monat April 2018

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Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend im Monat fin­den wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Jung­frau und einen Tag spä­ter im Stern­bild der Waa­ge. In der Nacht vom 3. auf den 4. April kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter nur 7 Grad öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter auf­fin­den. Der Mond ist nun ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te gewor­den und wan­dert lang­sam wei­ter ent­lang der Eklip­tik in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Skor­pi­on, Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze. Am Mor­gen des 7. April fin­den wir ihn nahe Saturn und Mars, wobei der west­li­che Win­kel­ab­stand 4 ½ bzw. 7 Grad beträgt. Am 8. befin­det sich unser Mond im Letz­ten Vier­tel und nur 5 Grad nörd­lich von Mars sowie 7 ½ Grad nörd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn. An die­sem Mor­gen kommt es gegen 4:10 Uhr auch zu einer Bede­ckung des 2,9 mag hel­len Sterns Pi Sgr am hel­len Mond­rand. Nach­dem der wei­ter abneh­men­de Mond die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir die schma­le Sichel zum letz­ten Mal am Mor­gen des 13. April über dem öst­li­chen Hori­zont auf­spü­ren, bis am 16. des Monats die Neu­mond­pha­se erreicht wird. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, taucht die Sichel des zuneh­men­den Mon­des bereits am Abend des 17. April, knapp 40 Stun­den nach Neu­mond, über dem west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf. Am 18. des Monats befin­det er sich bereist 6 Grad west­lich von Alde­ba­ran im Stier. Gegen 22 Uhr an die­sem Abend bil­det die Venus, zusam­men mit dem Stern­hau­fen der Ple­ja­den und der Mond­si­chel ein annä­hernd gleich­sei­ti­ges Drei­eck am Him­mel. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter in öst­li­cher Rich­tung durch den nörd­li­chen Teil des Ori­on, in die Zwil­lin­ge und anschlie­ßend in das Stern­bild Krebs, wo am 22. April das Ers­te Vier­tel erreicht wird. Am 24. April befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter nur eine hal­be Voll­mond­brei­te nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen. Am 26. des Monats kön­nen wir den Gol­de­nen Hen­kel am Mond­ter­mi­na­tor beob­ach­ten. Bis zum Ende des Monats läuft unser Erd­tra­bant wei­ter durch die Stern­bil­der Jung­frau und Waa­ge und steht dann an den letz­ten bei­den Aben­den des Monats in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Am letz­ten Abend im April wird schließ­lich auch die Voll­mond­pha­se erreicht, wobei der Mond 3 ½ Grad nord­öst­lich von Jupi­ter zu fin­den ist.

Die Planeten

Mer­kur stand im Vor­mo­nat in größ­ter öst­li­cher Elon­ga­ti­on von der Son­ne und erreicht am 1. Tag des Monats die unte­re Kon­junk­ti­on mit ihr. Am 14. April wird Mer­kur sta­tio­när und gewinnt dann einen immer grö­ßer wer­den­den west­li­chen Abstand von der Son­ne. Am 29. April steht er dann mit 27°10′ Win­kel­ab­stand in sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on. Lei­der kommt es auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel nicht zu einer Mor­gen­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems. Somit bleibt Mer­kur im gesam­ten Monat April unsicht­bar. Sechs Tage vor der größ­ten Elon­ga­ti­on erreicht der flin­ke Pla­net auch das Aphel sei­ner Bahn und steht dann 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn entfernt.

Die Venus ist nach wie vor auf­fäl­li­ger Abend­stern und baut ihre Sicht­bar­keit über dem west­li­chen Hori­zont wei­ter aus. Dabei zieht sie ent­lang der Eklip­tik durch den Wid­der wei­ter in Rich­tung Osten und über­schrei­tet am 19. April die Gren­ze zum Stern­bild Stier. Zum Monats­en­de hin kann man den Abend­stern rund 3 ½ Grad süd­lich des Offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den im Stern­bild Stier beob­ach­ten. Ihre Hel­lig­keit bleibt mit ‑3,9 mag den gan­zen Monat April über kon­stant. Im Fern­rohr ist ein fast voll beleuch­te­tes und 12 Bogen­se­kun­den gro­ßes Venus­scheib­chen sicht­bar. Im Lau­fe des Monats wächst der schein­ba­re Durch­mes­ser unse­res Schwes­ter­pla­ne­ten von anfangs 10,6 auf 11,5 Bogen­se­kun­den. Gleich­zei­tig nimmt ihre Beleuch­tungs­pha­se wei­ter­hin ab und beträgt Ende April 89%. Zu Beginn des Monats steht der Abend­stern knapp eine Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang gut 6 Grad und Ende April bereits 12 Grad hoch über dem West­ho­ri­zont. Ihre Unter­gän­ge ver­spä­ten sich wei­ter, obgleich es auch immer spä­ter dun­kel wird, so dass ihre Sicht­bar­keit am Abend­him­mel nahe­zu gleich bleibt. Am 1. April geht Venus um 21:30 Uhr Som­mer­zeit im Wes­ten unter. Am 30. April erfolgt ihr Unter­gang erst um 23:03 Uhr.

Unser roter Nach­bar Mars ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und im Stern­bild Schüt­ze auf­find­bar. Die Hel­lig­keit des Roten Pla­ne­ten steigt von anfangs 0,3 auf ‑0,4 mag. Im Tele­skop wächst das Mars­scheib­chen, was einen leich­ten Pha­sen­de­fekt von 88% zeigt, von 8,5 auf 11,1 Bogen­se­kun­den an, so dass eine Beob­ach­tung der zahl­rei­chen Ober­flä­chen­de­tails unse­res Nach­bar­pla­ne­ten bei gutem See­ing schon lohnt. Zu Beginn des Monats geht Mars um 3:13 Uhr auf und Ende April bereits um 2:17 Uhr Som­mer­zeit. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit dem Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 22, an dem der Pla­net zu Beginn des Monats in nur 0,4 Grad nörd­li­chen Abstand vor­bei­lau­fen wird. Zwi­schen dem 2. und 3. April wan­dert Mars in nur 1,3 Grad Abstand süd­lich am Ring­pla­ne­ten Saturn vor­bei. Des Wei­te­ren ist die enge Zusam­men­kunft mit dem abneh­men­den Halb­mond und Saturn am Mor­gen des 7. und 8. April noch erwähnenswert.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter wird Ende April zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Er wan­dert wei­ter rück­läu­fig durch die Waa­ge und steht am 9. Mai in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Mit einer Hel­lig­keit von ‑2,5 mag ist Jupi­ter am Him­mel unüber­seh­bar. Nach Mond und Venus ist der Rie­sen­pla­net das auf­fäl­ligs­te Gestirn am Nacht­him­mel. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser wächst auf 44,6 Bogen­se­kun­den zum Monats­en­de hin wei­ter an. Am 1. April geht Jupi­ter um 23:14 Uhr im Osten auf und kul­mi­niert um 3:48 Uhr. Am 30. April erfolgt sein Auf­gang bereits um 21:03 Uhr und der Meri­diandurch­gang um 1:43 Uhr Sommerzeit.

Der Ring­pla­net Saturn ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig durch den Schüt­zen. Am 18. April wird Saturn sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Sei­ne Hel­lig­keit steigt im Lau­fe des Aprils von anfangs 0,5 auf 0,3 mag. Zu Beginn des Monats geht Saturn um 3:07 Uhr im Süd­os­ten auf. Am Endes des Monats erfolgt sein Auf­gang bereits um 1:14 Uhr Som­mer­zeit. Saturn hält sich sehr nied­rig auf der Eklip­tik in der Nähe des roten Plan­ten Mars auf, so dass die Nähe zum Hori­zont die Beob­ach­tung des Ring­pla­ne­ten nach­hal­tig beein­träch­tigt. Im Tele­skop erscheint das Saturn­scheib­chen 17 Bogen­se­kun­den groß und mit einem zu 25 ½ Grad geöff­ne­ten Ring. Am 2. April wan­dert Mars in nur 1,3 Grad Abstand süd­lich am Ring­pla­ne­ten vorbei.

Ura­nus, im Stern­bild Fische, steht am 18. April 2018 in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist nicht beob­acht­bar. Am 28. April wech­selt der Pla­net in das Stern­bild Widder.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, stand Anfang März in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Sein west­li­cher Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn wächst zum Monats­en­de hin auf gut 53 Grad, was aber noch nicht reicht, um den 7,9 mag hel­len Pla­ne­ten in der Mor­gen­däm­me­rung aufzuspüren.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to wird am 23. April im Stern­bild Schüt­ze sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Er ist somit am Mor­gen­himnmel bis Däm­me­rungs­be­ginn beob­acht­bar. Aller­dings erreicht der fer­ne und nur 14,2 mag hel­le Zwerg­pla­net erst am 12. Juli 2018 die Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Am 1. April geht Plu­to um 3:54 Uhr auf und am 30. des Monats bereits um 2:01 Uhr Sommerzeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/­Gia­co­bi­ni-Zin­ner bewegt sich inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße durch das Stern­bild Adler wei­ter in den Pfeil und ist mit einer Hel­lig­keit um 12 Magnitu­den in mitt­le­ren bis grö­ße­ren Tele­sko­pen am Mor­gen­him­mel auf­find­bar. Bei sei­ner Son­nen­nä­he im Sep­tem­ber 2018 könn­te der Komet sogar eine Hel­lig­keit von 7 mag errei­chen und wäre dann ein ein­fa­ches Feld­ste­cher­ob­jekt. Ende April steht der Schweif­stern in der Nähe von Alpha Sge, der gut als Auf­such­hil­fe für den Kome­ten die­nen kann.

Der Komet C/2016 R2 (Pan­STARRS) ist ein Objekt für den Abend­him­mel. Zum Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung befin­det er sich noch gut 30 Grad hoch im Nord­wes­ten. Er wan­dert im Lau­fe des Aprils durch den süd­öst­li­chen Teil des Per­seus wei­ter in den nörd­li­chen Bereich des Fuhr­manns und wird schließ­lich zir­kum­po­lar. Die Koma des Kome­ten ist mit 1,5 Bogen­mi­nu­ten recht klein und erscheint dif­fus (DC 2–3), so dass ein dunk­ler Him­mel erfor­der­lich ist. Sei­ne Hel­lig­keit bleibt um 11 Grö­ßen­klas­sen nahe­zu kon­stant, so dass Pan­STARRS in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann.

Der Komet C/2016 N2 (Pan­STARRS) steht nach Ein­bruch der Dun­kel­heit hoch am Him­mel und kann mit einer Hel­lig­keit von 11 mag in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Er bewegt sich im Lau­fe des Aprils an der west­li­chen Gren­ze der Stern­bil­der Gro­ßer Bär und Giraf­fe ent­lang in Rich­tung Süden.

Der Komet C/2016 M1 (Pan­STARRS) wan­dert durch den süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Adler und ist am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Mit einer Hel­lig­keit um 11,5 mag ist der Schweif­stern ein Objekt für mitt­le­re bis grö­ße­re Teleskope.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Krebs. Im Lau­fe des Monats geht ihre Hel­lig­keit von anfangs 7,9 auf 8,4 mag zurück. Am 1. April steht Ceres um 21:09 Uhr im Süden und am 30. April bereits um 19:35 Uhr Som­mer­zeit. Am 5. April steht der Zwerg­pla­net in nur 3 Bogen­mi­nu­ten Abstand bei 46 Cnc (6,1 mag).

(2) Pal­las zieht durch das Stern­bild Eri­da­nus und ist nur noch kurz am Abend­him­mel sicht­bar. Am 1. April geht die 9,1 mag hel­le Pal­las um 22:08 Uhr unter und am Ende des Monats bereits um 21:35 Uhr Som­mer­zeit. Am 2. April steht der Aste­ro­id nur 5 ½ Bogen­mi­nu­ten von Del­ta Eri (5,8 mag) ent­fernt der gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta kann recht­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Sie bewegt sich dabei immer lang­sa­mer wer­dend über den Him­mel und kommt Ende des Monats fast zum Still­stand. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 7,0 auf 6,5 mag, so dass sie bereits sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:57 Uhr auf 0:23 Uhr Sommerzeit.

(15) Euno­mia bewegt sich durch die nörd­li­chen Berei­che des Stern­bilds Zen­taur und wird ab 22. April wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de steigt die Hel­lig­keit auf 9,8 mag. Die Beob­ach­tung ist auf­grund des sehr gerin­gen Hori­zont­ab­stan­des schwie­rig, da Euno­mia bei ihrer Kul­mi­na­ti­on nur 5 Grad Höhe über dem Süd­ho­ri­zont erreicht. Zu Beginn des Monats steht Euno­mia um 3:39 Uhr im Meri­di­an und Ende des Monats bereits um 1:23 Uhr Sommerzeit.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tau­chen die Lyri­den auf, deren Aus­strah­lungs­punkt sich rund 7 Grad süd­west­lich von Wega im Stern­bild Lei­er befin­det. Mit 49 km/s han­delt es sich um mit­tel­schnel­le Meteo­re, mit einem nicht sehr aus­ge­präg­ten Maxi­mum am 22. gegen 20 Uhr. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit des Mete­or­stroms zum Maxi­mums­zeit­punkt liegt in den Stun­den zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens, wenn der Radi­ant der Lyri­den in guter Beob­ach­tungs­hö­he am Him­mel steht. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind im Schnitt etwa 10 bis 15 Stern­schnup­pen zu erwar­ten – dar­un­ter auch eini­ge hel­le Exem­pla­re. Der zuneh­men­de Halb­mond wir die Beob­ach­tung der Lyri­den bis 3 Uhr mor­gens stö­ren. Die Lyri­den sind immer wie­der für Über­ra­schun­gen gut: Im Jahr 1982 wur­den zum Bei­spiel 90 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet. Ein wei­te­rer Aus­bruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteo­re pro Stun­de regis­triert wur­den. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der lang­pe­ri­odi­sche Komet C/1961 G1 That­cher, der eine Umlauf­zeit von 415 Jah­ren besitzt.

Die spo­ra­di­schen Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, auch Ant­he­lionquel­le genannt, sind eben­falls im gesam­ten Monat April zu beob­ach­ten. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on bewegt sich in die­sem Monat vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Durch die süd­li­che Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 30 km/s besitzen.

Die Alpha-Vigi­ni­den, deren Radi­ant sich rund 20 Grad west­lich der Ant­he­lionquel­le befin­det, sind eben­falls um den 22. April her­um sicht­bar und zei­gen nur wenig Meteo­re, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 21 Kilo­me­ter pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und damit eben­falls sehr lang­sam sind.

Im letz­ten Aprild­rit­tel tau­chen auch schon die ers­ten Eta-Aqua­ri­den auf, die eine Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 66 Kilo­me­tern pro Sekun­de auf­wei­sen. Auf­grund der nied­ri­gen Radi­an­ten­stel­lung über dem Hori­zont, erzeu­gen die Eta-Aqua­ri­den lan­ge Spu­ren am Nachthimmel.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. April 2018 um 23:00 MESZ

Im Norden

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit senk­recht nach oben in Rich­tung Zenit, ent­de­cken wir das Stern­bild des Gro­ßen Bären mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens. Das bekann­tes­te aller Stern­bil­der der Nord­halb­ku­gel hat nun sei­ne höchs­te Stel­lung hoch über unse­ren Köp­fen erreicht. Um den Polar­stern auf­zu­fin­den – und damit die Nord­rich­tung zu bestim­men – ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten­ster­ne in der nächs­ten Stun­de ihre höchs­te Stel­lung im Nor­den ein­neh­men wer­den. Wei­ter öst­lich schlän­gelt sich das Stern­bild Dra­che um den Klei­nen Wagen her­um. Wei­ter west­lich vom Klei­nen Bären gele­gen kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter noch die schwa­chen Ster­ne der unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs aus­ma­chen. Unter­halb des Polar­sterns hat soeben der Kepheus sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten. West­lich vom Kepheus ent­de­cken wir noch die Kas­sio­peia, das „Himmels‑W“. Im Nord­wes­ten steht der Per­seus und etwas ober­halb die­ses Stern­bilds der hel­le Stern Capel­la im Fuhr­mann. Im Nord­os­ten stei­gen die Som­mer­stern­bil­der Schwan und Lei­er, mit den hel­len Haupt­ster­nen Deneb und Wega, eben­falls lang­sam wie­der höher und aus dem Hori­zont­dunst hervor.

Im Osten

In mitt­le­rer Höhe im Osten befin­det sich das Stern­bild Bären­hü­ter, des­sen röt­li­cher Haupt­stern Ark­tur der auf­fäl­ligs­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Er ist ein Weg­wei­ser für die Früh­lings­stern­bil­der. Vom Bären­hü­ter aus­ge­hend steht ober­halb die­ses Stern­bilds die Figur des Gro­ßen Wagens, des­sen Deich­sel nun genau in Rich­tung Ost­punkt zeigt. Die Kas­ten­ster­ne befin­den sich noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit. Rechts von der Deich­sel aus­ge­hend befin­den sich die Jagd­hun­de und noch wei­ter im Süd­os­ten, und west­lich von Ark­tur gele­gen, das Haar der Bere­ni­ke. In die­sem Stern­bild, das nur aus schwa­chen Ster­nen besteht, kann man in einer kla­ren mond­lo­sen Nacht den Coma-Stern­hau­fen Melot­te 111 erken­nen. Unter­halb des Bären­hü­ters befin­den sich das Halb­rund des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne, der unschein­ba­re Her­ku­les, die Lei­er, mit der Wega, sowie direkt im Osten der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger getra­gen wird. Die Ster­ne des Schlan­gen­trä­gers befin­den sich aber noch zum größ­ten Teil unter dem Ost­ho­ri­zont. Dicht über dem Süd­ho­ri­zont zieht ein wei­te­rer Stern unse­re Bli­cke auf sich. Hier­bei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der zur Zeit im Stern­bild Waa­ge zu fin­den ist.

Im Süden

Die Früh­lings­stern­bil­der haben nun zu unser Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit end­lich den gesam­ten Süd­him­mel ein­ge­nom­men. Der hells­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist der auf hal­ber Höhe ste­hen­de Ark­tur im Bären­hü­ter. Ark­tur zeigt auf einen wei­te­ren hel­len Stern in gerin­ger Höhe über dem Süd­ost­ho­ri­zont: Es ist der hel­le und weiß­lich leuch­ten­de Haupt­stern Spi­ca im Stern­bild der Jung­frau. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­sem Him­mel­ab­schnitt ist aber der mäch­ti­ge Löwe, der soeben sei­nen höchs­ten Punkt im Süden ein­ge­nom­men hat. Die zahl­rei­chen Gala­xien des Vir­go-Gala­xien­hau­fens, etwas wei­ter öst­lich vom Schwanz des Löwen gele­gen, befin­den sich nun eben­falls in opti­ma­ler Beob­ach­tungs­po­si­ti­on im Süden. Ober­halb des Löwen steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwe. In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten und rechts vom Löwen gele­gen, sind die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel aus­zu­ma­chen. Ober­halb der Jung­frau und öst­lich vom Löwen, kön­nen wir noch das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke mit dem Coma-Stern­hau­fen ent­de­cken. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de. Bli­cken wir in Rich­tung Süd­ho­ri­zont, direkt unter­halb der Stern­bil­der Jung­frau und Löwe, erken­nen wir das Stern­bild Becher und west­lich davon das Stern­bild des Raben. Das eher unschein­ba­re und nur aus schwa­chen Ster­ne bestehen­de aber sehr aus­ge­dehn­te Stern­bild der Was­ser­schlan­ge, schlän­gelt sich vom Süd­wes­ten in mitt­le­rer Höhe aus­ge­hend in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont herab.

Im Westen

Im Wes­ten ste­hen noch eini­ge hel­le Ster­ne und Stern­bil­der des Win­ter­him­mels über dem Hori­zont. Zu den auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­dern gehö­ren die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Cas­tor und Pol­lux, die in der nächs­ten Stun­de den West­ho­ri­zont errei­chen wer­den. Rechts von den Zwil­lin­gen gele­gen berei­tet sich auch der Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Capel­la, zum Unter­gang vor. Im Nord­wes­ten sinkt nun end­lich auch der Per­seus lang­sam zum Hori­zont her­ab. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht fal­len noch Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Ori­on, sowie Alde­ba­ran im Stier auf. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes erkennt man noch Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund und dar­über den Krebs. Hier kön­nen wir in einer mond­schein­lo­sen Nacht den Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe, auch Krip­pe genannt, erken­nen. Ober­halb vom Krebs befin­det sich der Kopf des mäch­ti­gen Löwen. In Zenitnä­he kön­nen wir das Stern­bild Gro­ßer Bär ent­de­cken. Zwi­schen Zwil­lin­ge, Fuhr­mann und Gro­ßer Bär befin­det sich noch die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Stern­bild des Luchs.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

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