Der Sternhimmel im März 2021

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats März fin­den wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Jung­frau. Der Mond wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten und wird ab den 3. März ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am Mor­gen des 4. März steht er bereits in der Waa­ge und am 5. des Monats im Stern­bild Skor­pi­on, knapp 8 Grad nord­west­lich des Haupt­sterns Ant­ares. An die­sem Mor­gen wer­den die 3,9 mag bzw. 4,3 mag hel­len Stern Omega1 und Omega2 Scor­pii gegen 5:45 Uhr bzw. 6:07 Uhr in der bereits ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung vom beleuch­te­ten Mond­rand bedeckt. Am 6. März wird das letz­te Vier­tel im Stern­bild Schüt­ze durch­lau­fen. Am Mor­gen des 9. März kön­nen wir die dün­ne, abneh­men­de Mond­si­chel zum letz­ten Mal im Süd­os­ten auf­ge­hen sehen. Die Sichel befin­det sich dann nahe am Hori­zont und ein paar Grad west­lich der bei­den Pla­ne­ten Jupi­ter und Saturn, die aber nur mit Hil­fe eines Fern­gla­ses erkenn­bar sind. Am 13. des Monats erreicht unser stil­ler Beglei­ter schließ­lich die Neu­mond­pha­se. Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir die extrem dün­ne, zuneh­men­de Mond­si­chel, nur 32 Stun­den nach Neu­mond, am Abend des 14. März auf­fin­den. Dabei steht sie nur weni­ge Grad über dem Hori­zont in der hel­len Abend­däm­me­rung. Falls es uns nicht gelingt, die Mond­si­chel zu ent­de­cken, befin­det sich sich sie einen Abend spä­ter deut­lich höher über dem Hori­zont in den Fischen. Am Abend des 16. März hält sich die Mond­si­chel im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wid­der, Wal­fisch und Fische auf. Am 17. März fin­den wir den Mond im Wid­der und am 18. März im Stern­bild Stier, nur weni­ge Grad öst­lich des Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, das aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den gebil­det wird. Am Abend des 19. März befin­det sich der Mond nur 3 süd­öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars und 4 ½ Grad ober­halb von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern im Stern­bild Stier. Am 21. März wird das ers­te Vier­tel durch­lau­fen. An die­sem Abend fin­den wir den Mond in den Zwil­lin­gen und am 23. schließ­lich im Krebs. In der Nacht vom 25. auf den 26. März steht unser stil­ler Beglei­ter nur 5 ½ Grad ober­halb von Regu­lus im Stern­bild Löwe. Am 27. März erreicht der Mond aber­mals die Jung­frau, wo dann am 28. März die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Nur einen Abend spä­ter steht der Mond nur 5 ½ Grad nörd­lich von Spika und am 30. des Monats aber­mals im Stern­bild der Waa­ge. In der letz­ten März­nacht geht der abneh­men­de Mond erst gegen Mit­ter­nacht auf.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur steht am 6. März 2021, mit 27°16′ Abstand, in größ­ter west­li­cher Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, bleibt der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems von Mit­tel­eu­ro­pa aus gese­hen im gesam­ten Monat März für das blo­ße Auge unsicht­bar. Nur in Alpen­nä­he ergibt sich eine kur­ze Sicht­bar­keit knapp über dem Hori­zont zum Zeit­punkt sei­ner größ­ten Elon­ga­ti­on. Mit Hil­fe eines licht­star­ken Fern­gla­ses kann man am 5. März ver­su­chen, den Pla­ne­ten gegen 6:30 Uhr in der Nähe von Jupi­ter auf­zu­spü­ren. Mer­kur befin­det sich an die­sem Mor­gen nur 20 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von Jupi­ter und nur 3 Grad hoch über dem Hori­zont. Am 14. März erreicht Mer­kur das Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 70 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus hat sich vom Mor­gen­him­mel zurück­ge­zo­gen und steht am 26. März 2021 in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Venus hält sich mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf und bleibt im gesam­ten Monat unsicht­bar. Zur Kon­junk­ti­on befin­det sich die Venus 258 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Hei­mat­pla­ne­ten entfernt.

Unser roter Nach­bar Mars ist nach wie vor ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und pas­siert bereits Anfang März das Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, dass aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. Am 4. März hält sich der Mars in der Nähe der Ple­ja­den auf und kann dann an die­sem Abend, mit einem Abstand von nur 2 ½ Grad, süd­west­lich des Sie­ben­ge­stirns auf­ge­fun­den wer­den. Mars wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Stier und zieht am 23. des Monats, nur 7 Grad nörd­lich, am Haupt­stern Alde­ba­ran vor­bei. Die Hel­lig­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten geht im März wei­ter zurück von anfangs 0,9 auf 1,3 mag. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft wei­ter und beträgt Ende des Monats nur noch 5,3 Bogen­se­kun­den. Somit lohnt es sich nicht mehr, Mars mit Hil­fe eines Fern­roh­res zu beob­ach­ten. Die Unter­gän­ge des Roten Pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:14 Uhr auf 0:53 Uhr (1:53 Uhr Som­mer­zeit). Am 19. März erhält Mars Besuch vom zuneh­men­den Mond, der dann mit Alde­ba­ran ein Drei­er­ge­stirn am Abend­him­mel bil­det und sich knapp 2 Grad süd­lich des Roten Plan­ten befindet.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Stein­bock und kann ab der Monats­mit­te in der Mor­gen­däm­me­rung auf­ge­sucht wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit steigt bis zum Monats­en­de leicht auf ‑2,1 mag. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser wächst eben­falls leicht auf 34,6 Bogen­se­kun­den. Am 1. März geht Jupi­ter um 6:09 Uhr im Süd­os­ten auf. Am 31. März erfolgt sein Auf­gang bereits um 4:25 Uhr (5:25 Uhr Som­mer­zeit). In der fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung des 5. März kommt es zu einer engen Begeg­nung mit dem inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. Die­se enge Kon­junk­ti­on kann aller­dings nur mit Hil­fe licht­star­ker Opti­ken beob­ach­ten wer­den. Der gegen­sei­ti­ge Abstand zwi­schen Mer­kur und Jupi­ter beträgt nur 0,3 Grad.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich eben­falls recht­läu­fig durch den Stein­bock und kann ab der Monats­mit­te gegen 6 Uhr am Mor­gen­him­mel auf­ge­sucht wer­den. Dabei hält sich Saturn nur 10 Grad west­lich von Jupi­ter auf. Die Auf­gän­ge Saturns ver­frü­hen sich von 5:49 Uhr am 1. März auf 3:58 Uhr (4:58 Uhr Som­mer­zeit) am Ende des Monats. Mit einer Hel­lig­keit von 0,7 mag, ist der Ring­pla­net aller­dings kein auf­fäl­li­ges Objekt in der Mor­gen­däm­me­rung. Am Mor­gen des 10. März kann die abneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe von Jupi­ter und Saturn auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Wid­der und kann noch kurz nach Ein­bruch der Nacht tief im Wes­ten auf­ge­sucht wer­den. Trotz einer Hel­lig­keit von 5,9 Grö­ßen­klas­sen, wird es immer schwie­ri­ger, den fer­nen Pla­ne­ten zu beob­ach­ten, weil es auch immer spä­ter dun­kel wird. Ende März kann der Pla­net nach Ein­bruch der Nacht nur noch 1 Stun­de lang beob­ach­tet wer­den. Im Fern­rohr ist nur ein 3,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­blau­es Scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Am 1. März geht Ura­nus um 23:03 Uhr unter und am 31. März bereits um 21:13 Uhr (22:13 Uhr Sommerzeit).

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich durch den Was­ser­mann und steht am 11. März in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Somit hält sich der fer­ne Pla­net mit der Son­ne am Tag­him­mel auf und bleibt im gesam­ten März unbe­ob­acht­bar. Zum Zeit­punkt der Kon­junk­ti­on befin­det sich Nep­tun 4,625 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

Der 14,4 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to am Mor­gen­him­mel steht noch zu dicht bei der Son­ne und bleibt eben­falls unsichtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der erst zu Beginn des Jah­res ent­deck­te Komet C/2021 A2 (NEOWISE) kann die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den und wan­dert im Lau­fe des Monats durch das Stern­bild Fuhr­mann in Rich­tung Nor­den. Dabei wird der Schweif­stern zir­kum­po­lar und kann mit einer Hel­lig­keit um 10,5 mag in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den werden.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (4) Ves­ta erreicht am 4. März 2021 im Stern­bild Löwe die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird 5,9 mag hell. Damit kann Ves­ta sehr leicht in jedem Fern­glas und Tele­skop auf­ge­fun­den wer­den. Unter einem sehr dunk­len Land­him­mel gelingt eine Beob­ach­tung des Aste­ro­iden sogar mit dem blo­ßem Auge. Bis Ende März geht die Hel­lig­keit wie­der auf 6,4 mag zurück. Am 1. März steht Ves­ta um 0:51 Uhr im Süden. Am 31. des Monats erreicht der Aste­ro­id bereits um 22:23 Uhr (23:23 Uhr Som­mer­zeit) den Meridian.

(9) Metis kann im Stern­bild Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den und wird am 12. März wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de steigt der Aste­ro­id sei­ne Hel­lig­keit auf 9,5 Grö­ßen­klas­sen. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 3:00 Uhr auf 0:41 Uhr (1:41 Uhr Som­mer­zeit). Am 5. des Monats steht Metis nur 9,5 Bogen­mi­nu­ten von dem Stern SAO 139359 (6,4 mag) ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

(15) Euno­mia kann im Stern­bild Zwil­lin­ge auf­ge­fun­den wer­den und ist zu Beginn des Monats noch 9,5 Magnitu­den hell. Ab dem 22. März sinkt ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. März geht Euno­mia um 4:42 Uhr im Wes­ten unter. Am 31. März erfolgt ihr Unter­gang bereits um 2:43 Uhr (3:43 Uhr Sommerzeit).

(29) Amphi­tri­te wan­dert durch den Löwen und ist Anfang März noch 9,3 mag hell. Ab dem 28. März sinkt ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Zu Beginn des Monats steht Amphi­tri­te um 23:45 Uhr im Süden. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 21:27 Uhr (22:27 Uhr Sommerzeit).

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Das Gebiet erstreckt sich rund 30 Grad par­al­lel und 20 Grad senk­recht zur Eklip­tik in öst­li­cher Rich­tung des Gegen­son­nen­punkts. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer durch­schnitt­li­chen Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant befin­det sich unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Die von unse­ren Brei­ten aus zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­l­i­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März ent­fal­tet. Das Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 12. zum 13. März statt. Der Mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms nicht stö­ren, da am 12. März Neu­mond ist. Der Radi­ant befin­det sich an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec: +48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 37 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Meteore.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. März 2021 um 22:00 Uhr MEZ 

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast die Zenitre­gi­on erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb die­ses Stern­bilds steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt. Gleich­zei­tig hat der Kopf des Dra­chen sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten und wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Die­se steht nun in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und des­halb auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird. Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen befin­det sich der Per­seus. Gehen wir wei­ter in Rich­tung Zenit, sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur äußerst schwa­che Ster­ne enthält.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter in gro­ßer Höhe fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xien Mes­sier 81 und Mes­sier 82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beob­ach­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir bereits das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau, Spika, befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt auch der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung am Him­mel entgegen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden über­schrei­ten wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig. Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher und unter­halb der Zwil­lin­ge befin­det sich der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen gebil­det wird. Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas. Im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, das aus die­sen bei­den Stern­hau­fen gebil­det wird, ent­de­cken wir auch unse­ren roten Nach­barn Mars. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des ver­gan­ge­nen Herbsthimmels.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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