Der Sternhimmel im September 2021

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Der Lauf des Mondes

Am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber kön­nen wir die abneh­men­de Mond­si­chel im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Stier und Zwil­lin­ge auf­spü­ren. Am Mor­gen des 2. Sep­tem­ber gegen 2:03 Uhr Som­mer­zeit wird der 3,1 mag hel­le Stern Epsi­lon Gemi­no­rum vom Mond bedeckt. Gegen 2:55 Uhr taucht der Stern an der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des wie­der auf. Am Mor­gen des 3. Sep­tem­ber befin­det sich die Mond­si­chel süd­west­lich von Pol­lux im Stern­bild der Zwil­lin­ge. Gegen 4:40 Uhr wird der 3,6 mag hel­le Stern Kap­pa Gem von der beleuch­te­ten Sei­te des Mon­des bedeckt und taucht dann gegen 5:32 Uhr an der unbe­leuch­te­ten Sei­te wie­der auf. Am Mor­gen des 4. Sep­tem­ber kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten nur 3 Grad nörd­lich der Pra­e­se­pe (M 44) im Stern­bild Krebs auf­fin­den. Am 6. des Monats sehen wir die sehr dün­ne Mond­si­chel zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung im Stern­bild Löwe, bis am 7. Sep­tem­ber die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Nach der Neu­mond­pha­se ergibt sich erst wie­der am Abend des 9. Sep­tem­ber die Gele­gen­heit, die dün­ne, zuneh­men­de Mond­si­chel knapp 7 Grad nord­west­lich des Abend­stern Venus im Stern­bild Jung­frau auf­zu­spü­ren. Am nächs­ten Abend fin­den wir die Mond­si­chel 7 ½ Grad nord­öst­lich der Venus. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter durch die Waa­ge und den Skor­pi­on. Am 13. des Monats befin­det sich der zuneh­men­den Halb­mond im ers­ten Vier­tel im Stern­bild des Schlan­gen­trä­gers. Danach wan­dert der zuneh­men­de Mond wei­ter durch den Schüt­zen und läuft in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni nur 5 ½ Grad süd­lich am Ring­pla­ne­ten Saturn vor­bei. Am Abend des 18. Sep­tem­ber steht er 7 Grad süd­öst­lich von Jupi­ter im Stern­bild Was­ser­mann. Nach­dem unser Erd­tra­bant das Stern­bild Was­ser­mann hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn in der Nacht des 20. auf den 21. Sep­tem­ber als Voll­mond im Stern­bild der Fische auf­fin­den. Nach der Voll­mond­nacht wird unser stil­ler Beglei­ter immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und zieht wei­ter durch die Stern­bil­der Fische, Wal­fisch und Wid­der. Am Abend des 25. Sep­tem­ber steht der Erd­tra­bant im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, das durch die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. Nach­dem der Mond den Stier wie­der ver­las­sen hat, kön­nen wir ihn in den Fol­ge­näch­ten bis zum Monats­en­de in den Zwil­lin­gen auf­spü­ren, wo dann am 29. Sep­tem­ber das Letz­te Vier­tel durch­lau­fen wird.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ent­fernt sich nach sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne Anfang August in öst­li­che Rich­tung von ihr und erreicht das Aphel sei­ner Bahn am 6. Sep­tem­ber. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det er sich 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Am 14. Sep­tem­ber 2021 steht Mer­kur schließ­lich in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on. Obwohl Mer­kur zu die­sem Zeit­punkt einen maxi­ma­len Abstand von 26°46′ – sei­nen zweit­größ­ten im Jahr 2021 – von unse­rem Zen­tral­ge­stirn erreicht, kommt es auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel nicht zu einer Sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems in unse­ren Brei­ten. Mer­kur bleibt des­halb im gesam­ten Sep­tem­ber unsicht­bar. Am 27. kommt Mer­kur zum Still­stand und nähert sich wie­der der Son­ne an.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus, im Stern­bild Jung­frau, ist nach wie vor am Abend­him­mel prä­sent. Lei­der ver­bes­sert sie ihre Höhe über dem Hori­zont und damit ihre Sicht­bar­keit nach Son­nen­un­ter­gang aber kaum, weil die Venus im Lau­fe des Monats immer frü­her unter­geht. Am 18. Sep­tem­ber tritt sie schließ­lich in das Stern­bild Waa­ge über. Die Hel­lig­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten steigt leicht von anfangs ‑4,0 auf ‑4,2 mag. Der Durch­mes­ser des Venus­scheib­chen wächst wei­ter an und im Tele­skop erkennt man zum Monats­en­de hin ein 18,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen, das von der Pha­sen­ge­stalt immer schlan­ker wird. Am 1. Sep­tem­ber geht der Abend­stern um 20:55 Uhr Som­mer­zeit unter. Am 30. Sep­tem­ber ver­schwin­det sie bereits eine Stun­de frü­her unter dem Hori­zont. Die Beob­ach­tung der Venus mit dem blo­ßen Auge gestal­tet sich als schwie­rig, weil sie rund eine hal­be Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang nur 5 Grad über dem West­ho­ri­zont steht. Am bes­ten sucht man unse­ren Schwes­ter­pla­ne­ten mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf. Am Abend des 9. und 10. Sep­tem­ber kann die zuneh­men­de Mond­si­chel als Auf­such­hil­fe für den Abend­stern dienen.

Unser Nach­bar­pla­net Mars wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe und wech­selt am 5. des Monats in die Jung­frau. Er nähert sich der Son­ne wei­ter an, die er Ende des Monats fast erreicht. Am 30. Sep­tem­ber beträgt der gegen­sei­ti­ge Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn nur noch 2,5 Grad. Somit bleibt der Rote Pla­net im gesam­ten Sep­tem­ber unbe­ob­acht­bar. Am 8. Okto­ber erreicht Mars schließ­lich die Kon­junk­ti­on zur Sonne.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist nach wie vor fast die gesam­te Nacht zu beob­ach­ten. Im Lau­fe des Sep­tem­bers zieht er sich aller­dings vom Mor­gen­him­mel zurück und kommt Ende des Monats im Stern­bild Stein­bock fast zum Still­stand. Gleich­zei­tig geht auch sei­ne Hel­lig­keit leicht zurück von anfangs ‑2,9 auf ‑2,7 mag. Zu Beginn des Monats steht Jupi­ter um 0:17 Uhr im Süd­wes­ten im Meri­di­an. Sei­ne Höhe über dem Süd­ho­ri­zont beträgt zu die­sem Zeit­punkt gut 26 Grad. Ende Sep­tem­ber erfolgt der Meri­diandurch­gang um 22:08 Uhr Som­mer­zeit. Sein Unter­gang erfolgt an die­sem Tag bereits rund 3 Stun­den nach Mit­ter­nacht und damit weit vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung. Somit ist die bes­te Beob­ach­tungs­zeit des Rie­sen­pla­ne­ten, um sei­ne Atmo­sphä­ren­struk­tu­ren und sei­ner Mon­de zu stu­die­ren, bereits bei Ein­bruch der Dun­kel­heit. Im Tele­skop geht der Äqua­tor­durch­mes­ser der Pla­ne­ten­ku­gel leicht zurück und beträgt Ende Sep­tem­ber 46,3 Bogen­se­kun­den. In der Nacht vom 17. auf den 18. Sep­tem­ber pas­siert der zuneh­men­de Mond den Riesenplaneten.

Der Ring­pla­net Saturn wan­dert eben­falls immer lang­sa­mer wer­dend, rück­läu­fig durch den Stein­bock. Saturn stand zu Beginn des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann nach wie vor die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den. Bei Ein­bruch der Nacht steht er bereits in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on in Rich­tung Süd­os­ten. Im Lau­fe des Sep­tem­bers ver­ab­schie­det sich Saturn aber lang­sam vom Mor­gen­him­mel. Er steht rund eine Stun­de vor Mit­ter­nacht im Meri­di­an und geht am 1. Sep­tem­ber um 3:26 Uhr Som­mer­zeit im Süd­wes­ten unter. Am 30. Sep­tem­ber erfolgt sein Unter­gang bereits zwei Stun­den frü­her. Sei­ne Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats leicht zurück und beträgt Ende Sep­tem­ber 0,5 mag. Im Tele­skop erscheint die Pla­ne­ten­ku­gel 17,7 Bogen­se­kun­den groß. Sein Ring ist mit 18 Grad immer noch weit geöff­net. In der Nacht vom 16. auf den 17. Sep­tem­ber zieht der zuneh­men­de Mond süd­lich an Saturn vorbei.

Ura­nus wan­dert rück­läu­fig durch das Stern­bild Wid­der und wird zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung erreicht der fer­ne Pla­net aller­dings erst Anfang Novem­ber. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 Grö­ßen­klas­sen, ist Ura­nus unter einem dunk­len Land­him­mel bereits mit dem blo­ßen Auge zu erken­nen. Im Tele­skop sind selbst mit sehr hohen Ver­grö­ße­run­gen kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten sicht­bar. Denn das grün­li­che Pla­ne­ten­scheib­chen erscheint nur 3,7 Bogen­se­kun­den groß. Sei­ne Meri­diandurch­gän­ge, in der zwei­ten Nacht­hälf­te, ver­frü­hen sich im Lau­fe des Sep­tem­ber von anfangs 5:12 Uhr auf 3:16 Uhr Sommerzeit.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun erreicht am 14. Sep­tem­ber 2021 im Stern­bild Was­ser­mann, an der Gren­ze zu den Fischen, sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung und kann die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Nep­tun um 19:19 Uhr im Osten auf und steht um 1 Uhr in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt um 6:44 Uhr Som­mer­zeit. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt an die­sem Tag 4,326 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter. Zu Beginn des Monats erreicht Nep­tun um 1:56 Uhr den Meri­di­an und Ende Sep­tem­ber bereits zwei Stun­den frü­her. Mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag, benö­tigt man zur Beob­ach­tung des fer­nen Pla­ne­ten ein Fern­glas oder Tele­skop. Nep­tun befin­det sich knapp 4 Grad nord­öst­lich des 4,2 mag hel­len Sterns Phi Aqua­rii. Im Fern­rohr ist nur ein 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes bläu­li­ches Pla­ne­ten­scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to stand im Juli in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Der fer­ne Zwerg­pla­net kann noch bei Ein­bruch der Nacht nied­rig im Süden und im west­li­chen Bereich des Stern­bilds Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer Hel­lig­keit von 14,3 Grö­ßen­klas­sen, benö­tigt man aber gro­ße Tele­sko­pe um ihn auf­zu­spü­ren. Plu­tos Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:05 Uhr auf 0:09 Uhr Som­mer­zeit. Rund 2 Stun­den vor sei­nem Unter­gang kann man den Zwerg­pla­ne­ten von der Beob­ach­tungs­lis­te streichen.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 4P/Faye ist in die­sem Monat, mit rund 10 Grö­ßen­klas­sen Hel­lig­keit, ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Der Schweif­stern bewegt sich vom Stern­bild Stier wei­ter in den nörd­li­chen Bereich des Ori­on. Er ist in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auffindbar.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 67P/T­schur­ju­mow-Gerasi­men­ko wan­dert vom Stern­bild Wid­der in den Stier und ist eben­falls ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er zieht ab dem letz­ten Monats­drit­tel nörd­lich an den Hya­den vor­bei. Die Hel­lig­keit des Schweif­stern nimmt im Lau­fe des Monats leicht zu und beträgt zwi­schen 10 und 11 mag. Damit ist der Komet ein Objekt für mitt­le­re Teleskope.

Der Komet C/2017 K2 (Pan­STARRS) soll im Mai und Juni 2022 die 6. Grö­ßen­klas­se errei­chen. Die­sen Sep­tem­ber bewegt sich der Schweif­stern durch das Stern­bild Her­ku­les wei­ter in Rich­tung Süden und kann mit einer Hel­lig­keit von 12 Grö­ßen­klas­sen in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­ge­sucht werden.

Der Komet C/2019 L3 (ATLAS) kann im nord­öst­li­chen Bereich des Stern­bilds Fuhr­mann, an der Gren­ze zum Stern­bild Luchs, auf­ge­fun­den wer­den und ist von unse­ren Brei­ten aus gese­hen zir­kum­po­lar. Mit 11. Grö­ße ist der Schweif­stern aller­dings nur ein Objekt für mitt­le­re Teleskope.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Ceres wan­dert im Sep­tem­ber durch den offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den und ist zu Monats­be­ginn 8,9 Grö­ßen­klas­sen hell. Mit­te Sep­tem­ber wan­dert er in nur einem Grad Abstand süd­lich am Haupt­stern Alde­ba­ran vor­bei. Bis zum Monats­en­de stei­gert der Zwerg­pla­net sei­ne Hel­lig­keit auf 8,4 mag. Die Auf­gän­ge des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 23:23 Uhr auf 21:41 Uhr Som­mer­zeit. Am 18. Sep­tem­ber kann der Dop­pel­stern Sig­ma 1 und 2 Tau­ri (4,7 & 5,1 mag) als Auf­such­hil­fe die­nen. Ceres wan­dert an die­sem Tag nur 3,5 bzw. 10 Bogen­mi­nu­ten an den Ster­nen vorbei.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (2) Pal­las erreicht am 11. Sep­tem­ber 2021 im Stern­bild Fische die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann mit einer Hel­lig­keit von 8,6 Grö­ßen­klas­sen auf­ge­fun­den wer­den. Ab dem 24. Sep­tem­ber bewegt sich Pal­las durch das Stern­bild Was­ser­mann. Zu Beginn und am Ende des Monats beträgt die schein­ba­re Hel­lig­keit 8,8 bzw. 8,9 mag. Am 1. Sep­tem­ber steht Pal­las um 1:41 Uhr im Süden. Am 30. Sep­tem­ber erfolgt der Meri­diandurch­gang des Aste­ro­iden bereits um 23:22 Uhr Sommerzeit.

(6) Hebe wan­dert durch den Schüt­zen und ist zu Beginn des Monats 9,1 Grö­ßen­klas­sen hell. Bis Ende Sep­tem­ber geht ihre schein­ba­re Hel­lig­keit auf 9,6 mag zurück. Die Unter­gangs­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 2:01 Uhr Som­mer­zeit auf Mitternacht.

Der Aste­ro­id (7) Iris kann in den Zwil­lin­gen auf­ge­fun­den wer­den und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Die Hel­lig­keit von Iris steigt leicht von anfangs 9,8 auf 9,6 mag. Am 1. Sep­tem­ber geht der Aste­ro­id um 23:55 Uhr im Osten auf. Am 30. Sep­tem­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 23:14 Uhr Sommerzeit.

(12) Vic­to­ria wan­dert durch das Stern­bild Was­ser­mann und ist zu Beginn des Monats noch 9,5 mag hell. Am 18. Sep­tem­ber sinkt ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 22:26 auf 20:48 Uhr Sommerzeit.

(40) Har­mo­nia wird am 12. Sep­tem­ber wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Wal­fisch auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. Okto­ber 2021 steht der Aste­ro­id in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht dabei eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 9,5 mag. Zu Beginn des Monats steht Har­mo­nia um 3:30 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden und Ende Sep­tem­ber bereits um 1:15 Uhr Sommerzeit.

Die 9,9 mag hel­le (43) Adria­ne bewegt sich durch den Was­ser­mann und ist noch zu Beginn des Monats hel­ler als 10 mag. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 23:54 Uhr Som­mer­zeit um zwei Stunden.

(89) Julia kann eben­falls im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den. Im Lau­fe des Monats geht ihre Hel­lig­keit stark zurück von anfangs 9,1 auf 9,8 mag. Am 1. Sep­tem­ber erreicht Julia um 0:18 Uhr den Meri­di­an. Am 30. Sep­tem­ber steht der Aste­ro­id bereits um 21:58 Uhr Som­mer­zeit im Süden.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber gegen 5 Uhr zu erwar­ten. Der abneh­men­de Mond wir nur in den ers­ten Mor­gen­stun­den stö­ren. Der Radi­ant steht kurz vor der Mor­gen­däm­me­rung rund 50 Grad hoch im Osten und befin­det sich in der Nähe von Capel­la und nord­öst­lich von The­ta Auri­gae im Stern­bild Fuhr­mann. Im Schnitt sind in der Maxi­mums­nacht 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten, wobei die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von ‑2 mag erreich­ten. Im Jahr 2019 wur­den zum Maxi­mum 20 Meteo­re pro Stun­de gezählt. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 regis­triert. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum ist in den Mit­tags­stun­den des 9. Sep­tem­ber zu erwar­ten. Zu die­sem Zeit­punkt, und eini­ge Stun­den spä­ter, durch­läuft die Erde dich­te­re Berei­che des Stroms. Am bes­ten beob­ach­tet man in den Mor­gen­stun­den des 9. und 10. Sep­tem­ber. Der Mond wir die Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms nicht stö­ren, weil am 7. Sep­tem­ber Neu­mond ist. Der Radi­ant, in der Nähe von Algol gele­gen, erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung Höhen von 80 Grad über dem Hori­zont. Im Schnitt sind aber nur 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Geschwin­dig­kei­ten von 64 km/s besit­zen und damit sehr schnell sind. Im Jahr 2008 und 2013 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit rund 30 Stern­schnup­pen und einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren registriert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab dem 17. Sep­tem­ber bis zum 9. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 3. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Aurigiden.

Der ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Süd­li­che Tau­ri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Ihr Radi­ant liegt im Sep­tem­ber noch in den Fischen, so dass die­ser Teil­strom mit der Ant­he­lionquel­le zusam­men­fällt. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 27 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam am Him­mel. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tau­ri­den und die Nörd­li­chen Tau­ri­den. Die Akti­vi­tät der Nörd­li­chen Tau­ri­den beginnt aber erst im Oktober.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von im Durch­schnitt 30 km/s, las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unterscheiden.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2021 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Die­se Stel­lung wird unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Den Polar­stern fin­den wir, indem wir die hin­te­ren bei­den Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären fünf­mal nach oben hin ver­län­gern. Damit haben wir auch exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 9 Uhr Posi­ti­on befin­det. Die­ser wird im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen. Wei­ter west­lich des klei­nen Wagen­kas­tens erkennt man den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um schlän­gelt. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich dabei immer noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Nord­wes­ten. Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts dane­ben fin­den wir die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird. Die­se steigt eben­falls lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir noch den hell leuch­ten­den Stern Kapel­la im nun wie­der voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind nahe am Hori­zont aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig zu erken­nen sind auch die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befindet.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Sie ist unse­re nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont haben soeben die schwa­chen Ster­ne des Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Nörd­li­ches Drei­eck und den Wid­der. In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ist ein Teil des Stern­bilds Stiers bereits über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­gan­gen. Dort erken­nen wir auch den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den selbst sehr ein­fach mit blo­ßem Auge. Bei guter Hori­zont­sicht soll­ten wir auch den hel­len röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, sowie die Hya­den ent­de­cken kön­nen. Eben­falls noch sehr nied­rig im Nord­os­ten steht der Fuhr­mann, mit der hell und gelb­lich leuch­ten­den Kapella.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie das Stern­bild Schüt­ze, mit dem hells­ten Teil unse­rer Milch­stra­ße. Die zumeist kla­ren und end­lich wie­der dunk­len Spät­som­mer­näch­te sind nun ide­al, die mit hel­len Deep-Sky-Objek­ten geseg­ne­te Som­mer­milch­stra­ße zu beob­ach­ten. Vom Stern­bild Schüt­ze aus gese­hen, in dem sich auch das hel­le Zen­trum unse­rer eige­nen Gala­xie befin­det, zieht sie mit­ten durch das Som­mer­drei­eck und steigt dann in Rich­tung Zenitre­gi­on empor. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans befin­det sich das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der in Rich­tung Nord­wes­ten auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man auch den west­li­chen Teil der Fische sowie das Stern­bild Was­ser­mann, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden ste­hen wird. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat. In die­sen bei­den Stern­bil­dern ste­hen zur Zeit die bei­den Pla­ne­ten Jupi­ter und Saturn. Der deut­lich licht­schwä­che­re Ring­pla­net hat bereits den Meri­di­an über­schrit­ten. Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter erreicht in die­sen Minu­ten sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch erkenn­bar sein.

Im Westen

Hoch im Süd­wes­ten steht mit den hel­len Ster­nen Wega, Deneb und Ata­ir das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen den Stern­bil­dern Schwan, der im Volks­mund auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab. In der Lei­er kön­nen wir den Ring­ne­bel mit Hil­fe eines Tele­skops beob­ach­ten, der uns wie ein hel­ler Rauch­ring vor der Dun­kel­heit des Alls erscheint. Und auch der Blick auf den Han­tel­ne­bel im Stern­bild Füchs­chen ist loh­nens­wert, beob­ach­ten wir hier doch einen der größ­ten und hells­ten Pla­ne­ta­ri­schen Nebel an unse­rem Him­mel. West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen befin­det sich der Dra­che. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont her­ab. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers, mit der Schlan­ge, sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für den Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die Horizontlinie.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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