Der Sternhimmel im August 2026

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Der Lauf des Mondes

Am ers­ten August­abend kön­nen wir den abneh­men­den Mond im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Was­ser­mann und Fische auf­fin­den. In der Nacht vom 3. auf den 4. August wan­dert der Mond mit einem Abstand von nur 5 ½ Grad nörd­lich am Ring­pla­ne­ten Saturn vor­bei, der sich im Stern­bild Fische befin­det. Am 6. August steht der Mond im letz­ten Vier­tel im Stern­bild Wid­der. In der Nacht vom 6. auf den 7. August kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten nur weni­ge Grad west­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den im Stern­bild Stier ent­de­cken. Am frü­hen Mor­gen des 9. August steht die abneh­men­de Mond­si­chel nur vier Grad ober­halb des Mars im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Stier. Danach durch­wan­dert die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des das Stern­bild Zwil­lin­ge. In der Mor­gen­däm­me­rung des 11. August kön­nen wir die dün­ne Mond­si­chel zum letz­ten Mal vor Son­nen­auf­gang über dem öst­li­chen Hori­zont und nur 5 ½ Grad ober­halb von Mer­kur erken­nen. Am 12. August wird die Neu­mond­pha­se erreicht. An die­sem Abend fin­det eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis über Spa­ni­en statt, die für Mit­tel­eu­ro­pa mit über 80 % deut­lich par­ti­ell aus­fal­len wird. Rund eine hal­be Stun­de nach der maxi­ma­len Bede­ckung ver­schwin­det die Son­ne unter dem West­ho­ri­zont. Nach der Neu­mond­pha­se kön­nen wir am Abend des 15. August die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel kurz nach Son­nen­un­ter­gang nur 6 ½ Grad süd­west­lich der Venus im Stern­bild Jung­frau ent­de­cken. Nur einen Abend spä­ter steht die­se 6 ½ Grad süd­öst­lich des Abend­sterns. Der Mond wan­dert wei­ter recht flach zum Hori­zont in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Waa­ge und Skor­pi­on. Dabei wird am 20. August das ers­te Vier­tel erreicht. Nach­dem er die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger, Schüt­ze und Stein­bock durch­lau­fen hat, erreicht er am 28. August schließ­lich die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Was­ser­mann. In die­ser Nacht fin­det in der Mor­gen­däm­me­rung eine par­ti­el­le Mond­fins­ter­nis statt, die von Mit­tel­eu­ro­pa aus zu sehen ist. Zur maxi­ma­len Bede­ckung wird der Mond ver­fins­tert unter­ge­hen. In der Nacht vom 30. auf den 31. August steht der abneh­men­de Mond aber­mals im Stern­bild Fische, in der Nähe von Saturn und knapp 6 Grad ober­halb des Ringplaneten.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht am 2. August 2026 mit einem Abstand von 19°28′ sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. An die­sem Tag steht der 0,2 mag hel­le Mer­kur zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung ledig­lich 7 Grad über dem Hori­zont. Um ihn zu sehen, benö­tigt man des­halb ein Fern­glas. Ab dem 7. August ist er von unse­ren Brei­ten aus wie­der am Mor­gen­him­mel mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von ‑0,4 mag mit blo­ßem Auge zu sehen. Mer­kur geht an die­sem Mor­gen um 3:56 Uhr im Osten auf. Letzt­mals ist der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems am 15. August mit blo­ßem Auge auf­find­bar. Er erscheint an die­sem Mor­gen erst um 4:31 Uhr Som­mer­zeit über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Zu die­sem Zeit­punkt ist sei­ne Hel­lig­keit auf einen Wert von ‑1,2 mag gestie­gen. Beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung mit der sehr schma­len Mond­si­chel am Mor­gen des 11. August. Mer­kur steht dabei knapp über dem Hori­zont, wäh­rend die Mond­si­chel 5 ½ Grad ober­halb des Pla­ne­ten zu fin­den ist. Vom 14. bis zum 16. August wan­dert Mer­kur in einem Abstand von nur 34 Bogen­mi­nu­ten am Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter vor­bei. Mer­kur ist ‑1,2 mag und Jupi­ter ‑1,8 mag hell. Die­se Zusam­men­kunft ist jedoch nur mit Fern­glä­sern oder Tele­sko­pen zu beob­ach­ten, da bei­de Him­mels­kör­per zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung eine Hori­zont­hö­he von nur 5 Grad errei­chen. Im Fern­rohr ist zu erken­nen, dass der schein­ba­re Durch­mes­ser des Mer­kur bis zum 15. des Monats auf 5,6 Bogen­se­kun­den zurück­geht. Dage­gen wächst sein Beleuch­tungs­grad auf 83 %, wobei am 5. August die Dicho­to­mie (Halb­mer­kur) erreicht wird. Am 27. August wird Mer­kur schließ­lich von der Son­ne ein­ge­holt. Er steht dann in obe­rer Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Zudem erreicht er am 14. August das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist nach wie vor als Abend­stern im Stern­bild Jung­frau kurz nach Son­nen­un­ter­gang zu sehen. Am 15. August 2026 erreicht sie ihre größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Dabei beträgt der Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn 45°54′. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit steigt wei­ter auf ‑4,6 Grö­ßen­klas­sen. Trotz ihrer Hel­lig­keit wird sie im Lau­fe des Monats am Abend­him­mel jedoch immer schwie­ri­ger zu sehen sein, da ihre Unter­gän­ge immer frü­her erfol­gen und die Aben­de­k­lip­tik flach zum Hori­zont ver­läuft. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht sie nur noch 6 Grad hoch über dem West­ho­ri­zont. Die Venus geht am 1. August um 22:17 Uhr unter. Am 31. August sinkt sie bereits um 20:45 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 12. August ist die Venus halb beleuch­tet zu sehen. Die soge­nann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum Monats­en­de nimmt der Beleuch­tungs­grad des Abend­sterns wei­ter ab. Sie zeigt sich nun immer mehr als Sichel. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst auf 29,6 Bogen­se­kun­den. Beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung der Venus mit der dün­nen, zuneh­men­den Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung des 16. August.

Unser roter Nach­bar Mars ist am Mor­gen­him­mel zu sehen. Er zieht zunächst recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier und wech­selt am 12. August in das Stern­bild Zwil­lin­ge. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit steigt auf 1,3 mag, sein schein­ba­rer Durch­mes­ser beträgt jedoch nur 5 Bogen­se­kun­den. Das reicht jedoch nicht aus, um die inter­es­san­ten Albe­d­o­st­ruk­tu­ren auf sei­ner Ober­flä­che zu erken­nen. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von 1:37 Uhr zu Monats­be­ginn auf 1:04 Uhr am Monats­en­de. Ende August erreicht er zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung bereits eine Höhe von 35 Grad über dem Ost­ho­ri­zont. Am 9. August ist der abneh­men­de Mond ober­halb unse­res Nach­bar­pla­ne­ten zu sehen.

Nach sei­ner Kon­junk­ti­on am 29. Juli ist der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ab der zwei­ten Monats­hälf­te im Stern­bild Krebs wie­der am Mor­gen­him­mel zu sehen. Der Auf­gang des mit ‑1,8 mag hel­len Jupi­ter erfolgt am 15. August um 4:37 Uhr. Bis zum 31. August ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 3:54 Uhr Som­mer­zeit. Dabei erreicht er zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung bereits eine Höhe von 15 Grad. Am 15. August zieht der flin­ke Pla­net Mer­kur mit einem nörd­li­chen Abstand von nur einer Voll­mond­brei­te am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei. Die­ses Ereig­nis kann mit einem Feld­ste­cher oder einem klei­nen Fern­rohr beob­ach­tet werden.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Fische und nähert sich sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung, die er jedoch erst Anfang Okto­ber errei­chen wird. Er ist dem­zu­fol­ge fast die gesam­te Nacht sicht­bar. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt leicht zu und beträgt 0,5 Grö­ßen­klas­sen. Dabei ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge von 22:59 Uhr um zwei Stun­den bis Ende August. In den Mor­gen­stun­den kul­mi­niert er in einer Höhe von 43 Grad über dem Süd­ho­ri­zont. Im Fern­rohr erscheint der Saturn 19 Bogen­se­kun­den groß. Im Ver­gleich zum letz­ten Jahr, als der Ring nur als schma­ler Strich zu sehen war, ist sein inter­es­san­tes Ring­sys­tem mit 8,5 Grad wie­der deut­lich geöff­net. In der Nacht vom 3. auf den 4. August sowie vom 30. auf den 31. August zieht der abneh­men­de Mond nörd­lich am Ring­pla­ne­ten vorbei.

Ura­nus ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und wan­dert mit immer lang­sa­mer wer­den­der Geschwin­dig­keit recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Er befin­det sich zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Gegen Monats­en­de kommt der Pla­net fast zum Still­stand. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 Grö­ßen­klas­sen ist Ura­nus theo­re­tisch mit dem blo­ßen Auge erkenn­bar. Im Tele­skop prä­sen­tiert sich das blass­grü­ne Ura­nus­scheib­chen mit einem Durch­mes­ser von nur 3,6 Bogen­se­kun­den ohne wei­te­re Details. Zu Beginn des Monats geht Ura­nus um 0:36 Uhr auf. Ende August erfolgt sein Auf­gang bereits zwei Stun­den früher.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, Nep­tun, nähert sich im nächs­ten Monat sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Somit ist er in die­sem Monat fast die gesam­te Nacht im Stern­bild der Fische zu sehen. Er steht knapp 9 Grad nörd­lich von Iota Ceti (3,6 mag). Sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 4:43 Uhr um zwei Stun­den bis Ende des Monats. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 7,8 mag ist der Pla­net nur mit einem Fern­glas oder einem Tele­skop zu erken­nen. Im Fern­rohr erscheint sein grün­li­ches Scheib­chen nur 2,4 Bogen­se­kun­den groß, ohne dass wei­te­re Details erkenn­bar sind.

Im ver­gan­ge­nen Monat stand der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Stein­bock in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Monats­be­ginn ist er noch fast die gan­ze Nacht zu sehen. Im Lau­fe des Monats zieht er sich jedoch aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Dabei ver­früh­ten sich sei­ne Unter­gän­ge von 4:46 Uhr auf 2:44 Uhr Som­mer­zeit. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 14,4 Grö­ßen­klas­sen erscheint Plu­to ledig­lich als win­zi­ger Punkt im Ster­nen­feld des Steinbocks.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 10P/Tempel steht knapp über dem Hori­zont und zieht vom Stern­bild Stein­bock in das Stern­bild Süd­li­cher Fisch. Mit einer Hel­lig­keit von etwa 10 mag gestal­tet sich eine Beob­ach­tung so nah am Hori­zont selbst für grö­ße­re Tele­sko­pe schwierig.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 88P/Howell ist am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Wal­fisch zu sehen. Im August sinkt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit von 12 auf 13 mag, sodass man gro­ße Tele­sko­pe benö­tigt, um den Schweif­stern zu finden.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 169P/NEAT steht in Erd­nä­he und kurz vor sei­nem Peri­hel, sodass er im August quer über den Him­mel zieht. Sei­ne Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen am Abend­him­mel ver­schlech­tern sich zuse­hends, obwohl er sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit von 12,5 auf 11 mag stei­gern kann. In die­ser Zeit zieht der Komet durch die Stern­bil­der Her­ku­les, Nörd­li­che Kro­ne, Bären­hü­ter, Jagd­hun­de, Gro­ßer Bär und Klei­ner Löwe in den Löwen. Beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung des Kome­ten mit dem Kugel­stern­hau­fen M 13 im Her­ku­les. In der Nacht vom 2. auf den 3. August zieht er in weni­ger als einem hal­ben Grad Abstand süd­west­lich am Kugel­hau­fen vor­bei. Wei­te­re inter­es­san­te Begeg­nun­gen des Kome­ten gibt es am 15. August mit der Kat­zen­au­gen-Gala­xie (M 94) in den Jagd­hun­den und nur zwei Tage spä­ter mit der Sil­ber­na­del-Gala­xie (NGC 4244).

Der 9,0 mag hel­le Zwerg­pla­net (1) Ceres ist Anfang August am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Stier zu sehen. Am 7. August wech­selt er in das Stern­bild Ori­on und am 14. August in das Stern­bild Zwil­lin­ge. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 1:58 Uhr zu Beginn des Monats auf 0:41 Uhr Ende August. Am 23. August wan­dert Ceres in nur 5 Bogen­mi­nu­ten Abstand an Eta Gemi­no­rum (3,3 mag) vor­bei. Die­ser Stern kann als Auf­such­hil­fe die­nen. Wei­te­re Pas­sa­gen an hel­len Ster­nen fin­den am 1. August (SAO 77358, 6,4 mag) und am 15. August (141 Tau, 6,4 mag) in jeweils 8,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand statt.

Auch (2) Pal­las ist im Stern­bild Wal­fisch am Mor­gen­him­mel zu sehen. Im Lau­fe des August steigt die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden stark an, und zwar von 9,4 auf 8,8 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. August geht Pal­las um 23:46 Uhr auf. Am 31. erfolgt der Auf­gang bereits um 22:22 Uhr Sommerzeit.

(3) Juno stand am 26. des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und bewegt sich wei­ter­hin rück­läu­fig durch das Stern­bild Adler. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich dabei von 0:32 Uhr auf 22:09 Uhr. In die­ser Zeit nimmt Junos schein­ba­re Hel­lig­keit von 9,1 auf 9,5 mag ab. Am 12. August wan­dert der Aste­ro­id in nur 1,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand an dem 6,5 mag hel­len Stern SAO 143911 vorbei.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta wird am 28. August im Stern­bild Wal­fisch sta­tio­när und setzt zu ihrer Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Ves­ta ist zum Monats­en­de hin fast die gan­ze Nacht beob­acht­bar und geht am 1. des Monats um 23:56 Uhr im Osten auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Auf­gangs­zei­ten auf 22:14 Uhr. Die schein­ba­re Hel­lig­keit steigt stark an, von 7,7 auf 7,2 Grö­ßen­klas­sen. Damit ist Ves­ta ein leich­tes Objekt für jedes Fernglas.

(8) Flo­ra wan­dert durch das Stern­bild des Schüt­zen und ist zu Beginn des Monats noch 9,6 mag hell. Am 19. August sinkt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. August steht sie um 23:15 Uhr, am 31. August bereits um 21:07 Uhr Som­mer­zeit im Süden.

Der Aste­ro­id (9) Metis kann im Stern­bild Was­ser­mann beob­ach­tet wer­den. Im Lau­fe des Monats steigt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit von 10,0 auf 9,3 Grö­ßen­klas­sen und kommt schließ­lich am 28. August 2026 in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 3:29 Uhr auf 1:08 Uhr zum Monatsende.

(18) Mel­po­me­ne ist zunächst noch im Stern­bild Schild zu fin­den. Am 29. August zieht sie in das Stern­bild Schüt­ze um. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt stark ab, von anfangs 9,2 auf 9,8 mag. Anfang August geht Mel­po­me­ne um 4:09 Uhr im Süd­wes­ten unter. Gegen Monats­en­de sinkt sie bereits um 1:42 Uhr MESZ unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 21. August steht Mel­po­me­ne nur 4 Bogen­mi­nu­ten von dem 5,7 mag hel­len Stern SAO 161605 ent­fernt. Die­ser kann als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden dienen.

(192) Nau­si­kaa wird ab dem 8. August wie­der hel­ler als 10 Grö­ßen­klas­se und bewegt sich durch das Stern­bild Fische. Bis zum Monats­en­de steigt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit auf 9,3 mag an. Am 1. August steht sie um 5 Uhr im Süden, am 31. August bereits um 3:08 Uhr.

Der Aste­ro­id (324) Bam­ber­ga stand am 28. Juli in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreich­te eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,3 mag. Bis zum Monats­en­de fällt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit um eine hal­be Grö­ßen­klas­se auf 9,8 mag. Der Him­mels­kör­per ist zunächst noch im Stern­bild Stein­bock auf­find­bar, über­schrei­tet aber am 27. August die Gren­ze zum Stern­bild Schüt­ze. Sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 1:01 Uhr zu Beginn des Monats auf 22:31 Uhr Som­mer­zeit am Monatsende.

Am 13. August 2026 steht der Aste­ro­id (349) Dem­bows­ka der Son­ne genau gegen­über und erreicht im Stern­bild Süd­li­cher Fisch eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 9,8 mag. Zu Beginn und am Ende des Monats beträgt die­se 10,0 bzw. 10,1 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. August befin­det sich Dem­bows­ka um 22:22 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. August erreicht sie bereits kurz vor Mit­ter­nacht, um 23:54 Uhr, den Meridian.

Meteorströme

Die mil­den und hof­fent­lich kla­ren Som­mer­näch­te im August sind per­fekt, um den bekann­tes­ten Mete­or­strom des Jah­res, die Per­sei­den, zu beob­ach­ten. Sie tau­chen jedes Jahr zwi­schen Mit­te Juli und dem 24. August auf, wobei die meis­ten Stern­schnup­pen zwi­schen dem 9. und 13. August zu beob­ach­ten sind. Das Maxi­mum wird in die­sem Jahr am 13. August zwi­schen 4 und 5 Uhr mor­gens erreicht. Der bes­te Beob­ach­tungs­zeit­raum liegt immer zwi­schen 22 Uhr abends und 4 Uhr mor­gens. Auf­grund des Neu­mon­des am 12. August sind die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen in die­sem Jahr opti­mal. Zu Beginn der Nacht steht der Radi­ant 30 Grad hoch über dem Hori­zont. Vor allem in den Mor­gen­stun­den, wenn der Radi­ant zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung gut 70 Grad hoch steht, sind die meis­ten Stern­schnup­pen zu sehen. Sie schei­nen dabei aus einem Gebiet zu kom­men, das sich etwa zwei Grad öst­lich vom Stern Eta Pers­ei ent­fernt befin­det. Zum Zeit­punkt des Maxi­mums sind unter einem dunk­len Land­him­mel 90 bis 100 Stern­schnup­pen pro Stun­de nach­weis­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 59 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Auch in den Näch­ten vor und nach dem Maxi­mum ist mit einer höhe­ren Fall­ra­te von etwa 50 Meteo­ren pro Stun­de zu rech­nen. In den Jah­ren 2018 und 2020 trat etwa ein bis zwei Tage nach dem Haupt­ma­xi­mum eine sehr hohe Akti­vi­tät auf. Neben den nor­mal hel­len Stern­schnup­pen gibt es auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re mit einer Hel­lig­keit von bis zu ‑4 mag und dar­über hin­aus. Die Per­sei­den gehen auf den peri­odi­schen Kome­ten 109P/S­wift-Tuttle mit einer Umlauf­zeit von 120 Jah­ren zurück.

Erwäh­nens­wert im August sind außer­dem die Kap­pa-Cyg­ni­den, deren Radi­ant sich im Stern­bild Schwan befin­det. Die­ser Strom ist mit drei bis fünf Stern­schnup­pen pro Stun­de nicht beson­ders reich­hal­tig. Er ist vom 2. August bis Anfang Sep­tem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum in der Nacht vom 16. auf den 17. August. In den Abend­stun­den steht der Radi­ant fast im Zenit und befin­det sich wäh­rend der gesam­ten Nacht in aus­rei­chen­der Höhe über dem Hori­zont. Die Meteo­re haben eine Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 25 km/s und sind somit sehr lang­sam. Dadurch unter­schei­den sie sich gut von den ande­ren Mete­or­strö­men in die­sem Monat. Es kön­nen aber auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re dabei sein. So konn­ten bei­spiels­wei­se am 13. August 2007 zahl­rei­che Boli­den mit einer Hel­lig­keit von ‑4 bis ‑5 mag beob­ach­tet wer­den. Erhöh­te Akti­vi­tä­ten wur­den eben­falls in den Jah­ren 2014 und 2021 regis­triert. Der Ursprungs­kör­per der Kap­pa-Cyg­ni­den hat sich ver­mut­lich aufgelöst.

Die Eta-Erid­ani­den sind ein ver­gleichs­wei­se neu­er Mete­or­strom. Er ist vom 31. Juli bis zum 19. August aktiv und erreicht sein Maxi­mum am 7. August. Die Akti­vi­tät des Stroms reicht ver­mut­lich auch über den 19. August hin­aus. Die Meteo­re die­ses Stroms sind am bes­ten nach Mit­ter­nacht zu beob­ach­ten. Der abneh­men­de Mond stört die Beob­ach­tung des Stern­schnup­pen­stroms nicht, da die Meteo­re am bes­ten in der zwei­ten Nacht­hälf­te zu sehen sind. Der Radi­ant befin­det sich an der Posi­ti­on RA 44° und Dec ‑12°. Die weni­gen Stern­schnup­pen der Eta-Erid­ani­den bewe­gen sich sehr schnell über den Him­mel. In der Regel sind jedoch nicht mehr als fünf bis sechs Meteo­re sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Der Ursprungs­kör­per ist ver­mut­lich der Komet C/1852 K1 (Cha­cor­nac).

Zwi­schen dem 25. August und dem 5. Sep­tem­ber sind außer­dem die Alpha-Auri­gi­den sicht­bar, deren Maxi­mum am 31. August erwar­tet wird. Der Radi­ant befin­det sich süd­lich des Haupt­sterns Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Mit 6 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de ist die­ser Strom eben­falls nicht sehr aus­ge­prägt. Aller­dings wur­den in der Ver­gan­gen­heit schon Raten zwi­schen 30 und 40 Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. Als Ursprungs­kör­per der Alpha-Auri­gi­den gilt der Komet C/1911 N1 Kiess mit einer Umlauf­zeit von etwa 2.500 Jah­ren. Im Jahr 2007 kam es zu einer engen Pas­sa­ge zwi­schen der Erde und der Umlauf­bahn des Kome­ten. Dadurch konn­te eine Zeni­tra­te von ca. 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de beob­ach­tet wer­den. Wei­te­re uner­war­te­te Aus­brü­che gab es in den Jah­ren 1935, 1986, 1994 und 2019.

Die Ant­he­l­ionquel­le ist das gesam­te Jahr über aktiv und pro­du­ziert lang­sa­me Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on öst­lich des Gegen­son­nen­punkts. Im August wan­dert die Radi­an­ten­po­si­ti­on vom Stern­bild Was­ser­mann in die Fische. Auch hier sind nicht mehr als ein bis zwei Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit rund 30 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel August 2026
Der Stern­him­mel am 15. August 2026 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit erbli­cken wir das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der cha­rak­te­ris­ti­schen Figur des Gro­ßen Wagens bereits recht tief, aber noch klar erkenn­bar über dem Nord­west­ho­ri­zont. Die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens zei­gen fünf­fach ver­län­gert direkt auf den Polar­stern, der die genaue Nord­rich­tung anzeigt. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären sinkt im Lau­fe der Nacht lang­sam wie­der ab. Auch der Dra­che sinkt immer tie­fer, wobei sich sein auf­fäl­li­ger Kopf nun west­lich des Zenits befin­det. Sein lan­ger Kör­per win­det sich um die Figur des Klei­nen Wagens. Dage­gen steigt das Stern­bild Kepheus, das sich rechts ober­halb des Klei­nen Bären befin­det, immer höher und erreicht in der nächs­ten Stun­de die Zenit­re­gi­on. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht erstrahlt tief im Nord­os­ten die hel­le Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne des Stern­bil­des Giraf­fe hin­ge­gen nur schwer aus­zu­ma­chen. Im Nord­os­ten hat sich Per­seus bereits voll­stän­dig über den Hori­zont erho­ben. Auf hal­ber Höhe ent­de­cken wir schließ­lich noch das W‑förmige und recht ein­präg­sa­me Stern­bild der Kassiopeia.

Im Osten

Genau im Osten erhebt sich das mäch­ti­ge Vier­eck des Pega­sus über dem Hori­zont – die auf­fäl­ligs­te Figur des nahen­den Herbs­tes. Öst­lich des geflü­gel­ten Pfer­des schließt sich die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da an. Der lin­ke obe­re Stern des Qua­drats gehört bereits zu die­sem Stern­bild. In der Andro­me­da befin­det sich mit der Andro­me­da­ga­la­xie auch die nächs­te grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie unse­rer Milch­stra­ße, die in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung liegt. Bei rela­tiv dunk­lem Him­mel ist sie schon mit blo­ßem Auge als aus­ge­dehn­ter Licht­fleck zu erken­nen. Unter­halb von Pega­sus ent­de­cken wir die Fische. Dicht über dem Ost­punkt kön­nen wir dort den Ring­pla­ne­ten Saturn beob­ach­ten. Wei­ter süd­öst­lich tau­chen bereits die Stern­bil­der Was­ser­mann und Stein­bock über dem Hori­zont auf. Öst­lich der Fische, direkt unter­halb der Andro­me­da, sind die bei­den Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der zu erken­nen, die aller­dings noch recht tief über dem Nord­ost­ho­ri­zont ste­hen. Im Nord­os­ten befin­den sich Per­seus und dar­über das auf­fäl­li­ge Stern­bild Kas­sio­peia. West­lich des „Himmels‑W” ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se. Noch höher in Rich­tung Zenit befin­den sich die Stern­bil­der Kepheus und Schwan. Letz­te­res wird wegen sei­ner mar­kan­ten Form oft auch als „Kreuz des Nor­dens“ bezeichnet.

Im Süden

Der Süden wird nun von der hel­len Som­mer­milch­stra­ße und dem auf­fäl­li­gen Som­mer­drei­eck beherrscht. Die­ses wird von den hel­len Haupt­ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Deneb steht hoch über unse­ren Köp­fen und über­schrei­tet in der nächs­ten hal­ben Stun­de den Meri­di­an. Wega hat ihren Meri­di­an­durch­gang bereits hin­ter sich. Ata­ir steht nun fast genau im Süden, auf hal­ber Höhe über dem Hori­zont. West­lich der Lei­er schließt sich das Stern­bild Her­ku­les an, dar­un­ter befin­det sich das Stern­bild Schlan­gen­trä­ger mit dem Schwanz der Schlan­ge. Zwi­schen Schwan und Adler erken­nen wir inmit­ten der Milch­stra­ße die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil. Durch die­se Regi­on zieht sich der Cyg­nus-Rift der Milch­stra­ße in Rich­tung Süd­ho­ri­zont. Dabei han­delt es sich um dunk­le Staub­fah­nen aus inter­stel­la­rer Mate­rie, die das Licht der dahin­ter lie­gen­den Ster­ne unse­rer Hei­mat­ga­la­xie ver­de­cken. Öst­lich der Milch­stra­ße befin­den sich das mar­kan­te Stern­bild Del­phin und das eher unauf­fäl­li­ge Stern­bild Fül­len. Unter einem dunk­len und kla­ren Land­him­mel fällt unter­halb des Adlers die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild auf. Es han­delt sich um eine hel­le und aus­ge­dehn­te Ster­nen­wol­ke in der Milch­stra­ße. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ent­de­cken wir den Schüt­zen, der die ein­präg­sa­me Form einer Tee­kan­ne besitzt. Im Schüt­zen befin­det sich auch das Zen­trum unse­rer Gala­xie. Das Stern­bild hat vor etwa einer hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt im Süden über­schrit­ten und wird in den nächs­ten Stun­den wie­der unter den Hori­zont sin­ken. Öst­lich des Schüt­zen sehen wir die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann. Knapp über dem süd­west­li­chen Hori­zont sind noch eini­ge Ster­ne der Stern­bil­der Skor­pi­on und Waa­ge zu sehen.

Im Westen

Bli­cken wir genau nach Wes­ten, so sehen wir in gerin­ger Höhe den oran­ge leuch­ten­den Stern Ark­tur im Stern­bild des Bären­hü­ters. Die­ses Stern­bild hat unge­fähr die Form eines Kin­der­dra­chens. Links ober­halb davon erkennt man die mar­kan­te Figur der Nörd­li­chen Kro­ne. Ober­halb der Kro­ne befin­det sich der eher unschein­ba­re Her­ku­les. Unter einem dunk­len Land­him­mel soll­te man in die­sem Stern­bild bereits den hel­len Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als unschar­fen Stern unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­ten­sterns des Her­ku­les erken­nen kön­nen. Süd­lich der Nörd­li­chen Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­wes­ten getra­gen wird. Auch die­ser wird im Lau­fe der Nacht im Wes­ten unter­ge­hen. Direkt unter­halb des Schlan­gen­trä­gers ver­schwin­den die letz­ten Ster­ne des Skor­pi­ons und der Waa­ge nun eben­falls unter dem Hori­zont. Neben dem Bären­hü­ter im Nord­wes­ten befin­det sich das Stern­bild Gro­ßer Bär mit dem Gro­ßen Wagen. Dar­über befin­det sich der lang gestreck­te Kör­per des Dra­chen, des­sen auf­fäl­li­ger Kopf nahe am Zenit steht. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­den sich die Jagd­hun­de und wei­ter in Rich­tung Hori­zont das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Auf­grund ihrer tie­fen Posi­ti­on ver­schwin­den die­se Ster­ne bereits in den dich­ten, hori­zon­ta­len Dunstschichten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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