Der Sternhimmel im Juli 2026

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Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend des Monats Juli sehen wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Stein­bock. Er ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Was­ser­mann und Fische. Am 7. Juli wird das letz­te Vier­tel erreicht. Nur eine Nacht spä­ter kön­nen wir ihn 7 Grad nörd­lich von Saturn im Stern­bild Fische auf­spü­ren. Nach der Begeg­nung mit dem Ring­pla­ne­ten wan­dert der Mond wei­ter durch das Stern­bild Wid­der. Am Mor­gen des 11. Juli steht er im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“, nur ein Grad öst­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den im Stern­bild Stier und acht Grad nörd­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Am Mor­gen des 13. Juli kön­nen wir die sehr schma­le, abneh­men­de Mond­si­chel zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung im Stern­bild Zwil­lin­ge ent­de­cken. Am 14. Juli wird die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel müs­sen wir uns bis zum 16. Juli gedul­den, um die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung über dem west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Löwe zu ent­de­cken. Nur einen Abend spä­ter kön­nen wir die Mond­si­chel 3 ½ Grad süd­lich des Abend­sterns Venus auf­spü­ren. Am 19. Juli steht der zuneh­men­de Mond unter­halb von Spi­ca, dem Haupt­stern im Stern­bild Jung­frau. Am 21. Juli wird schließ­lich das ers­te Vier­tel erreicht. Nach­dem der Erd­tra­bant das Stern­bild Waa­ge hin­ter sich gelas­sen hat, wan­dert er in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli süd­lich an Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons, vor­bei. Nach einem kur­zen Abste­cher in den süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Schlan­gen­trä­ger, sehen wir ihn in den fol­gen­den Näch­ten im Stern­bild des Schüt­zen. Am 29. Juli befin­det sich der Mond als Voll­mond im Stern­bild Stein­bock und am Monats­en­de aber­mals im Stern­bild Wassermann.

Die Planeten

Am 13. Juli 2026 steht der flin­ke Pla­net Mer­kur in unte­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Nach sei­ner Kon­junk­ti­on ver­grö­ßert er sei­nen west­li­chen Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Das reicht aller­dings nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems. Er bleibt unsicht­bar. Am 1. Juli pas­siert Mer­kur das Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann in einer Ent­fer­nung von 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­tern zur Sonne.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist der­zeit als Abend­stern im Stern­bild Löwe zu sehen. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit erreicht in die­sem Monat ‑4,3 Grö­ßen­klas­sen. Lei­der ver­kürzt sich ihre Sicht­bar­keit im Lau­fe des Monats spür­bar, noch bevor sie im Herbst ihre größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on erreicht: Geht die Venus am 1. Juli um 23:31 Uhr im Wes­ten unter, so sinkt sie am 31. Juli bereits um 22:20 Uhr Som­mer­zeit unter den Hori­zont. Ihr Abstand zum west­li­chen Hori­zont sinkt von 12,5 auf 8 Grad. Im Tele­skop ist zu erken­nen, dass das Venus­scheib­chen an Grö­ße gewinnt. Zum Monats­en­de beträgt der schein­ba­re Durch­mes­ser bereits 21 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad sinkt dage­gen auf 56 %. Am 9. Juli zieht der Abend­stern in einem Abstand von nur 1,1 Grad nörd­lich an Regu­lus vor­bei. Am 17. Juli pas­siert die zuneh­men­de Mond­si­chel den Abend­stern in einem Abstand von nur drei Grad. Bis zum Monats­en­de nähert sie sich wei­ter der Gren­ze zum Stern­bild Jungfrau.

Anfang Juli ist unser roter Nach­bar Mars wie­der am Mor­gen­him­mel zu sehen. Er wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Zu Beginn des Monats geht der 1,3 mag hel­le Rote Pla­net um 2:29 Uhr im Osten auf. Ende Juli erfolgt sein Auf­gang bereits um 1:38 Uhr. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung erreicht er eine Höhe von 14 Grad über dem Ost­ho­ri­zont. Ende Juli sind es bereits 27 Grad. Aus die­sem Grund benö­tigt man noch immer einen Feld­ste­cher, um den Roten Pla­ne­ten knapp 4,5 Grad nord­west­lich der Ple­ja­den zu ent­de­cken. Im Lau­fe des Monats wan­dert Mars durch das „Gol­de­ne Tor der Eklip­tik“ zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den hin­durch. Im Tele­skop beträgt der Durch­mes­ser des Mars­scheib­chens nur 5 Bogen­se­kun­den, sodass noch kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten auf des­sen Ober­flä­che erkenn­bar sind. Zwi­schen dem 2. und 6. Juli wan­dert Mars mit einem süd­li­chen Abstand von nur 6 Bogen­mi­nu­ten an Ura­nus vor­bei. In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli pas­siert der abneh­men­de Mond unse­ren Nachbarplaneten.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter wan­dert recht­läu­fig durch den Krebs und erreicht am 29. Juli 2026 die Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Da er sich mit der Son­ne am Tag­him­mel auf­hält, ist er – abge­se­hen vom ers­ten Juli­abend – nicht mehr am Abend­him­mel sicht­bar. Zum Zeit­punkt der Kon­junk­ti­on steht Jupi­ter 943 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

In der zwei­ten Nacht­hälf­te ist der Ring­pla­net Saturn im Stern­bild Fische auf­find­bar. Am 27. Juli kommt er zum Still­stand und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe. Im Lau­fe des Julis ver­la­gert Saturn sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Wäh­rend er zu Beginn des Monats um 1:03 Uhr im Osten auf­geht, erfolgt sein Auf­gang Ende Juli bereits zwei Stun­den frü­her. Zum Ende der Däm­me­rung erreicht er eine Höhe von 40 Grad über dem Hori­zont. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt in die­ser Zeit von 0,8 auf 0,6 mag leicht zu. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser wächst auf 18 Bogen­se­kun­den. Nach sei­ner Kan­ten­stel­lung im letz­ten Jahr ist sein inter­es­san­tes Ring­sys­tem bereits wie­der 9 Grad geöff­net. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli zieht der abneh­men­de Mond in einem Abstand von 7 Grad nörd­lich an Saturn vorbei.

Ura­nus ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Anfang Juli geht der fer­ne Eis­rie­se um 2:34 Uhr auf, Ende des Monats bereits zwei Stun­den frü­her. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 mag ist Ura­nus theo­re­tisch mit blo­ßem Auge erkenn­bar. Im Tele­skop ist jedoch nicht mehr als ein 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes, grün­li­ches Scheib­chen ohne wei­te­re Details wahr­nehm­bar. Am 4. Juli zieht der Mars in einem Abstand von nur 0,1 Grad an Ura­nus vor­bei. Die­ses Ereig­nis kann mit Tele­sko­pen ver­folgt wer­den. Dabei ist zu erken­nen, dass das Scheib­chen von Ura­nus 1,5 Bogen­se­kun­den klei­ner ist als das des Mars und sich auch farb­lich von dem röt­lich-oran­ge erschei­nen­den Mars unterscheidet.

Nep­tun, der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, wird am 8. April im Stern­bild Fische sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Dabei ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge von 0:40 Uhr auf 22:38 Uhr Som­mer­zeit. Rund zwei Stun­den nach sei­nem Auf­gang kann man nach dem 7,8 mag hel­len Pla­ne­ten Aus­schau hal­ten. Zu Beginn des Monats erreicht Ura­nus bereits eine Höhe von 30 Grad über dem Hori­zont, wenn die bür­ger­li­che Däm­me­rung beginnt. Im Tele­skop ist aller­dings nur ein 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßes, grün-blau­es Scheib­chen ohne wei­te­re Details wahr­nehm­bar. Als Auf­such­hil­fe für den fer­nen Eis­rie­sen kann der Saturn die­nen, der sich zehn Grad öst­lich von Nep­tun befindet.

Der Zwerg­pla­net (134342) Plu­to erreicht am 27. Juli 2026 im Stern­bild Stein­bock die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dann ist der fer­ne Him­mels­kör­per die gesam­te Nacht hin­durch zu beob­ach­ten. Auf­grund sei­ner schein­ba­ren Hel­lig­keit von nur 14,4 Grö­ßen­klas­sen ist er aller­dings nur mit grö­ße­ren Tele­sko­pen zu sehen. Selbst bei sehr hoher Ver­grö­ße­rung erscheint er ledig­lich als schwa­ches Stern­chen inmit­ten des Ster­nen­fel­des. Am Oppo­si­ti­ons­tag geht Plu­to um 21:22 Uhr im Süd­os­ten auf, erreicht um 1:16 Uhr den Meri­di­an und steht dabei 15 Grad hoch über dem Süd­ho­ri­zont. Sein Unter­gang erfolgt um 5:07 Uhr. Am 1. und 31. Juli steht er um 3:01 Uhr bzw. 1:00 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an. Am Oppo­si­ti­ons­tag ist Plu­to 5,168 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Sei­ne gerings­te Ent­fer­nung von der Erde erreicht er bereits am 24. Juli.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 10P/Tempel wan­dert im Lau­fe des Monats vom Stern­bild Was­ser­mann in das Stern­bild Stein­bock. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 11 bis 12 Grö­ßen­klas­sen kann er in mitt­le­ren Tele­sko­pen sehr nied­rig über dem Hori­zont auf­ge­spürt werden.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 169P/NEAT zieht in die­sem Monat vom Stern­bild Adler in den Her­ku­les und steht somit hoch an unse­rem Him­mel. Zunächst ist der Schweif­stern mit einer Hel­lig­keit von 15 mag noch sehr licht­schwach, soll aber zum Monats­en­de hin die 12. Grö­ßen­klas­se über­schrei­ten und damit in Reich­wei­te von mit­tel­gro­ßen Tele­sko­pen kom­men. Der Komet ist der Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms der Alpha-Caprico­ni­den, die eben­falls im Juli beob­acht­bar sind.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wan­dert am 18. Juli vom Stern­bild Fische in das Stern­bild Wal­fisch. Zu Beginn des Monats ist er noch 9,9 mag hell und geht um 1:16 Uhr Som­mer­zeit im Osten auf. Bis zum Monats­en­de ist sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit bereits auf 9,5 mag ange­stie­gen. An die­sem Tag erfolgt der Auf­gang um 23:49 Uhr. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit dem Aste­ro­iden (4) Ves­ta Mit­te des Monats. Pal­las steht dann nur drei Grad west­nord­west­lich von diesem.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (3) Juno steht am 26. Juli im Stern­bild Adler in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht dabei eine Hel­lig­keit von 9,1 mag. Bis zum Monats­en­de nimmt die­se sogar noch um 0,1 Grö­ßen­klas­sen zu. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit von Juno noch 9,6 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Juli erreicht der Aste­ro­id um 2:58 Uhr Som­mer­zeit sei­ne größ­te Höhe im Süden. Bis zum 31. Juli ver­frü­hen sich die Meri­di­an­durch­gän­ge auf 0:36 Uhr.

(4) Ves­ta ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und kann im Stern­bild Wal­fisch an der Gren­ze zu den Fischen auf­ge­spürt wer­den. Im Lau­fe des Monats steigt die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden stark an – von anfangs 8,1 auf 7,8 mag. Damit kann Ves­ta bereits sehr leicht in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den. Ihre Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 1:38 Uhr auf Mit­ter­nacht zum Monatsende.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (8) Flo­ra steht am 9. Juli 2026 im Stern­bild Schüt­ze der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 8,9 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die schein­ba­re Hel­lig­keit noch 9,3 Grö­ßen­klas­sen, Ende Juli bereits wie­der 9,6 mag. Zu Beginn des Monats steht Flo­ra um 1:54 Uhr im Süden. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Mer­di­an­durch­gän­ge auf 23:19 Uhr Som­mer­zeit. Am 22. Juli kann der 6,2 mag hel­le Stern SAO 187584 als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden die­nen. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt nur drei Bogen­mi­nu­ten. Am 27. Juli steht Flo­ra in der Nähe von SAO 187468 (5,9 mag) bei einem Abstand von nur 7,5 Bogenminuten.

(14) Ire­ne wird am 3. Juli wie­der schwä­cher als 10 mag und ist im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger zu fin­den. Ihre Meri­di­an­durch­gän­ge ver­frü­hen sich bis Ende Juli von 23:44 Uhr auf 21:32 Uhr. Inter­es­sant sind die Begeg­nun­gen des Aste­ro­iden mit zwei Kugel­stern­hau­fen am 2. Juli (NGC 6325, 10,2 mag) und am 27. des Monats (NGC 6284, 9,0 mag) in einem Abstand von 7,0 bzw. 4,5 Bogenminuten.

Auch der Aste­ro­id (18) Mel­po­me­ne steht am 8. Juli 2026 im Stern­bild Adler in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht der Him­mels­kör­per eine Hel­lig­keit von 8,9 mag. Anfang Juli beträgt die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden noch 9,1 Grö­ßen­klas­sen. An die­sem Tag steht Mel­po­me­ne um 1:41 Uhr Som­mer­zeit in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 14. Juli über­schrei­tet sie die Gren­ze zum Stern­bild Schild. Zum Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit wie­der auf 9,2 mag zurück­ge­gan­gen, wobei sie den Meri­di­an bereits um 23:10 Uhr MESZ über­schrei­ten wird.

(324) Bam­ber­ga wird ab dem 10. Juli wie­der hel­ler als 10 mag und kann an der Gren­ze zwi­schen den Stern­bil­dern Mikro­skop und Stein­bock auf­ge­spürt wer­den. Am 28. Juli 2026 steht sie im Stern­bild Stein­bock in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,3 Grö­ßen­klas­sen. Ihre Meri­di­an­durch­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 3:31 Uhr am 1. Juli auf 1:07 Uhr am 31. Juli. Am 22. Juli steht sie nur 10 Bogen­mi­nu­ten süd­lich von SAO 189641 (6,5 mag), der als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Meteorströme

Die Alpha-Capri­corn­i­den sind zwi­schen dem 3. Juli und dem 15. August aktiv. Die mit 23 km/s ver­gleichs­wei­se lang­sa­men Meteo­re sind die gan­ze Nacht über beob­acht­bar und zei­gen mit­un­ter recht lan­ge Bah­nen. Somit unter­schei­den sie sich deut­lich von den zahl­rei­chen ande­ren Mete­or­strö­men, die im Juli sicht­bar sind. Das Maxi­mum wird am 31. Juli erreicht. Bei dunk­lem Him­mel sind bis zu fünf Meteo­re pro Stun­de erkenn­bar, dar­un­ter auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re. Nach neu­es­ten For­schun­gen ist der fast erlo­sche­ne Komet 169P/NEAT (auch bekannt als Aste­ro­id 2002 EX12) für den Teil­chen­schau­er ver­ant­wort­lich. Er wird in die­sem Jahr sein Peri­hel errei­chen. Vor allem von einem süd­li­che­ren Stand­ort als Deutsch­land aus kann man die­sen Mete­or­strom gut beob­ach­ten, falls das hel­le Mond­licht es zulässt.

Die Juli-Pega­si­den sind ein rela­tiv unbe­kann­ter Strom. Sie sind vom 4. bis zum 14. Juli zu beob­ach­ten, das Maxi­mum wird am 10. Juli erreicht. Die Beob­ach­tung wird aller­dings durch den abneh­men­den Mond beein­träch­tigt. Der Radi­ant befin­det sich ca. vier Grad süd­lich vom Stern Mar­kab an der Posi­ti­on RA 347° und DEC +11°. Zum Zeit­punkt des Maxi­mums sind drei bis fünf Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die eine rela­tiv hohe Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 63 Kilo­me­tern pro Sekun­de auf­wei­sen. Als Mut­ter­kör­per die­ses Mete­or­stroms wird der Komet C/1979 Y1 (Brad­field) vermutet.

Die Piscis-Aus­tri­ni­den sind vom 15. Juli bis zum 10. August aktiv und errei­chen ihr Maxi­mum in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli. Auf­grund der weit süd­li­chen Lage sind von Mit­tel­eu­ro­pa aus nur weni­ge Meteo­re beob­acht­bar. Von süd­li­che­ren Stand­or­ten aus kön­nen bis zu fünf Meteo­re pro Stun­de gesich­tet wer­den, die mit 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de eine mitt­le­re Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit zeigen.

Die recht unauf­fäl­li­gen Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den sind zwi­schen dem 12. Juli und dem 19. August aktiv. Ihr Maxi­mum errei­chen sie am 31. Juli. Auf­grund der süd­li­chen Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind von Mit­tel­eu­ro­pa aus maxi­mal fünf bis zehn Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der Aus­strah­lungs­punkt des Mete­or­stroms befin­det sich etwa 3° west­lich von Del­ta Aqua­rii und erreicht bei uns nur eine Höhe von knapp 25° über dem Hori­zont. Von süd­li­chen Stand­or­ten aus, bei­spiels­wei­se in Nami­bia, wo der Radi­ant deut­lich höher steht, sind etwa 20 bis 25 Stern­schnup­pen mit einer Hel­lig­keit von 3 bis 5 mag sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Somit unter­schei­den sie sich deut­lich von den lang­sa­me­ren Alpha-Capri­corn­i­den. Auf­grund des Voll­mon­des am 29. Juli kommt es zum Maxi­mums­zeit­punkt jedoch zu star­ken Ein­schrän­kun­gen durch hel­les Mondlicht.

Ein wei­te­rer recht unbe­kann­ter Strom sind die Juli-Gam­ma-Dra­co­ni­den, die vom 25. bis zum 31. Juli aktiv sind. Ihr Aus­strah­lungs­punkt befin­det sich zir­kum­po­lar an der Posi­ti­on RA 280° und Dec +51°. Das Maxi­mum der Gam­ma-Dra­co­ni­den mit einer Rate von nur 5 Meteo­ren pro Stun­de wird am 28. Juli gegen 3 Uhr mor­gens erwar­tet. Mit 27 Kilo­me­tern pro Sekun­de wei­sen sie eine sehr gerin­ge Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit in die Erd­at­mo­sphä­re auf. In den Jah­ren von 2017 bis 2024 wur­de kei­ne erhöh­te Akti­vi­tät die­ses Mete­or­stroms festgestellt.

Gegen Ende des Monats sind auch schon die ers­ten Per­sei­den zu sehen, die jedoch erst im August ihr Maxi­mum errei­chen. Im Juli befin­det sich ihr Radi­ant noch in der süd­li­chen Kas­sio­peia und nicht, wie Mit­te August, in der Nähe von Eta Pers­ei. Erst zu Beginn des August wan­dert der Radi­ant in die nörd­li­chen Berei­che des Per­seus. Mit 59 Kilo­me­tern pro Sekun­de sind die Per­sei­den sehr schnel­le Teil­chen, die sich deut­lich von den zahl­rei­chen Strö­men im Juli unterscheiden.

Auch die Meteo­re der Ant­he­l­ionquel­le in der Eklip­tik­re­gi­on sind aktiv. Mit etwa 30 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen sie ähn­li­che Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten wie die Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den und Alpha-Capri­corn­i­den. Aus die­sem Grund sind sie in die­sem Monat von den ande­ren süd­li­chen Mete­or­strö­men schwie­rig zu unter­schei­den. Im Lau­fe des Monats bewegt sich …

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel Juli 2026
Der Stern­him­mel am 15. Juli 2026 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit sinkt das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens lang­sam her­ab und befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, sto­ßen wir auf den Polar­stern, der genau die Nord­rich­tung anzeigt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten die höchs­te Posi­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont gera­de über­schrit­ten hat und im Lau­fe der Nacht wie­der absin­ken wird. Ober­halb des Klei­nen Bären hat der Dra­che sei­ne höchs­te Posi­ti­on im Nor­den erreicht, die auch als obe­re Kul­mi­na­ti­on bezeich­net wird. Sein mar­kan­ter und auf­fäl­li­ger Kopf befin­det sich genau über uns im Zenit. Der rest­li­che Kör­per des Fabel­we­sens win­det sich um die Figur des Klei­nen Wagens. Rechts vom Polar­stern ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, das in die­ser Posi­ti­on die Form eines Haus­da­ches hat. Dar­un­ter erhebt sich lang­sam die Kas­sio­peia, die auch als „Himmels‑W” bekannt ist. Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann direkt über dem Nord­ho­ri­zont und damit in ihrer unte­ren Kul­mi­na­ti­on. Unmit­tel­bar ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne der Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs selbst unter dunk­lem Land­him­mel kaum aus­zu­ma­chen. Zwi­schen den Stern­bil­dern Kas­sio­peia und Fuhr­mann hat auch Per­seus sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on gera­de überschritten.

Im Osten

Blickt man nach Osten, fällt sofort das Som­mer­drei­eck auf. Es besteht aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße zieht sich durch die­se drei auf­fäl­li­gen und ein­präg­sa­men Stern­bil­der in Rich­tung Süd­ho­ri­zont her­ab. Zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen und eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil. Das Stern­bild Füchs­chen ist wegen sei­ner schwa­chen Ster­ne inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße nicht leicht zu erken­nen. Öst­lich des Schwans ent­de­cken wir den Kepheus. Dar­un­ter befin­det sich in mitt­le­rer Höhe das eher unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se und wei­ter nörd­lich die Kas­sio­peia. Knapp über dem Hori­zont ist das Stern­bild Pega­sus im Osten bereits voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Der lin­ke obe­re Kas­ten­stern gehört jedoch bereits zum Stern­bild Andro­me­da, das sich wei­ter öst­lich und fast par­al­lel zum Hori­zont erstreckt. Über dem Kopf des Pega­sus sehen wir noch das klei­ne Stern­bild Fül­len und die cha­rak­te­ris­ti­sche Figur des Del­phins. Dicht über dem Ost- und Süd­ost­ho­ri­zont sind bereits die ers­ten Ster­ne der Herbst­stern­bil­der Was­ser­mann und Stein­bock aufgegangen.

Im Süden

Der Süden wird nun voll­stän­dig vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger ein­ge­nom­men, der sich in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det. Dar­über befin­det sich das eher unschein­ba­re Stern­bild Her­ku­les, das gera­de den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Öst­lich davon ent­de­cken wir die Lei­er mit dem hel­len Stern Wega. Süd­öst­lich davon sind die Stern­bil­der Schwan, Füchs­chen, Pfeil und Adler zu sehen. West­lich vom Her­ku­les sehen wir schließ­lich noch die Nörd­li­che Kro­ne. Dar­un­ter befin­den sich Kopf und Hals des Stern­bil­des Schlan­ge. Tief über dem Süd­ho­ri­zont hat der Skor­pi­on mit sei­nem röt­li­chen Haupt­stern Ant­ares den Meri­di­an längst über­schrit­ten. Bald wird er unter dem Süd­west­ho­ri­zont ver­schwin­den. West­lich des Skor­pi­ons erken­nen wir das Stern­bild Waa­ge. Der öst­lich des Skor­pi­ons gele­ge­ne Schüt­ze wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls den Meri­di­an über­schrei­ten. In die­sem Stern­bild, das uns wie eine Tee­kan­ne erscheint, befin­det sich das Zen­trum unse­rer eige­nen Milch­stra­ße. Die­ser Teil des Him­mels ist aus süd­li­che­ren Brei­ten als Mit­tel­eu­ro­pa noch bes­ser zu sehen und steht dort auch deut­lich höher über dem Hori­zont. Ober­halb des Schüt­zen ist das unschein­ba­re Stern­bild Schild mit der hel­len Schild­wol­ke zu erken­nen. Dabei han­delt es sich um eine aus­ge­dehn­te und beson­ders auf­fäl­li­ge Stern­wol­ke inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße. Direkt im Süd­os­ten ist gera­de das Stern­bild Stein­bock aufgegangen.

Im Westen

Die bei­den Stern­bil­der Gro­ßer Bär und Bären­hü­ter mit dem hell oran­ge leuch­ten­den Haupt­stern Ark­tur sind die auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­der die­ser Regi­on am Him­mel. Sie befin­den sich in mitt­le­rer Höhe über dem West­ho­ri­zont und sin­ken im Lau­fe der Nacht wei­ter in Rich­tung Hori­zont hin­ab. Ober­halb die­ser bei­den Stern­bil­der befin­det sich der Dra­che. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens ent­de­cken wir das klei­ne, unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und dar­un­ter das Haar der Bere­ni­ke. Öst­lich des Bären­hü­ters sehen wir das mar­kan­te Ster­nen­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und etwas höher den unschein­ba­ren Her­ku­les. Etwas unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­ten­sterns die­ser Figur kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter den Kugel­stern­hau­fen M 13 aus­ma­chen. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist die­ser bereits mit blo­ßem Auge erkenn­bar. Auch der Kugel­stern­hau­fen M 5 im Kopf der Schlan­ge, der sich unter­halb der Nörd­li­chen Kro­ne befin­det, kann unter sehr guten Bedin­gun­gen mit blo­ßem Auge gefun­den wer­den. Im Wes­ten ver­las­sen mit den Stern­bil­dern Jung­frau und Löwe die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der die Him­mels­büh­ne. Die Vor­der­bei­ne des Löwen sind längst unter dem Nord­west­ho­ri­zont ver­schwun­den. Dort hält sich zur­zeit auch der Abend­stern Venus auf. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit befin­det sie sich nur noch weni­ge Grad über dem West­ho­ri­zont. Auch die ande­ren Ster­ne des Löwen zusam­men mit der Jung­frau wer­den bald folgen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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