Der Sternhimmel im September 2026

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats kön­nen wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Wid­der fin­den. Am 3. Sep­tem­ber steht er west­lich und einen Abend spä­ter öst­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den im Stern­bild Stier. Am 4. Sep­tem­ber wird das letz­te Vier­tel erreicht. Am Mor­gen des 5. Sep­tem­bers kön­nen wir ihn unter­halb von Elnath (Beta Tau­ri) fin­den. Am nächs­ten Mor­gen hat die abneh­men­de Mond­si­chel die Zwil­lin­ge bereits erreicht. Dort steht sie am 7. Sep­tem­ber 4 Grad öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars und in der Nähe von Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Am Mor­gen des 8. Sep­tem­bers wan­dert der Mond am Stern­hau­fen der Prae­se­pe im Krebs vor­bei. Am Mor­gen des 9. Sep­tem­bers steht die dün­ne, abneh­men­de Mond­si­chel in den Zwil­lin­gen nur 5 ½ Grad unter­halb von Jupi­ter, der sich im Stern­bild Krebs auf­hält. Die sehr dün­ne Mond­si­chel kön­nen wir zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung des 10. Sep­tem­bers über dem öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken, bevor am 11. Sep­tem­ber die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel kön­nen wir die dün­ne, zuneh­men­de Mond­si­chel erst in der Abend­däm­me­rung des 14. Sep­tem­bers sehen, wenn sie sich nur 3 Grad öst­lich des Abend­sterns Venus befin­det. Gegen Mit­tag des­sel­ben Tages wird die Venus vom zuneh­men­den Mond am Tag­him­mel bedeckt. Unser stil­ler Beglei­ter wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Waa­ge und Skor­pi­on und steht dann am 17. Sep­tem­ber 2 ¾ Grad süd­öst­lich von Ant­ares, der Haupt­stern des Skor­pi­ons. Nur einen Tag spä­ter steht der Mond im ers­ten Vier­tel im süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Schlan­gen­trä­ger. Nach­dem er das Stern­bild Schüt­ze hin­ter sich gelas­sen hat, wan­dert der Mond wei­ter durch Gebie­te des Him­mels, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Er durch­läuft nach­ein­an­der die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Fische. Am 26. Sep­tem­ber kön­nen wir ihn als Voll­mond 8 ½ Grad west­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn sehen, am 27. 8 ½ Grad nord­öst­lich von ihm. Danach wan­dert der Erd­tra­bant aber­mals durch den Wid­der und bedeckt dort am 29. Sep­tem­ber gegen 23:52 Uhr den 4,7 mag hel­len Stern Epsi­lon Arie­tis. Die Bede­ckung dau­ert bis 0:27 Uhr, bis der Mond den Stern an sei­ner unbe­leuch­te­ten Sei­te wie­der frei­gibt. Am letz­ten Abend des Monats steht der Erd­tra­bant nur ein­ein­halb Grad öst­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den im Stern­bild Stier.

Die Planeten

Im August stand der flin­ke Pla­net Mer­kur in obe­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Seit­dem ent­fernt er sich in öst­li­cher Rich­tung wie­der von ihr. Bis zum Monats­en­de wächst der Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn auf 23 Grad. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel reicht dies jedoch nicht für eine Abend­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems aus. Mer­kur bleibt den gesam­ten Monat über unsicht­bar. Am 27. Sep­tem­ber zieht der Pla­net durch das Aphel sei­ner Bahn. Dann befin­det er 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Der Abend­stern Venus stand Mit­te August in ihrer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne und ver­kürzt ihre Sicht­bar­keit am Abend­him­mel dras­tisch. Zum Monats­mit­te hin wird sie schließ­lich unsicht­bar. Am 1. Sep­tem­ber geht der Abend­stern um 20:41 Uhr unter. Bis Mit­te Sep­tem­ber ver­frü­hen sich ihre Unter­gangs­zei­ten auf 19:50 Uhr Som­mer­zeit. Am 19. Sep­tem­ber strahlt der Abend­stern mit einer Hel­lig­keit von ‑4,8 mag in sei­nem größ­ten Glanz. An die­sem Tag ist die Venus zu 25 Pro­zent beleuch­tet und hat einen schein­ba­ren Durch­mes­ser von 40 Bogen­se­kun­den. Sie zeigt dem­nach eine deut­li­che Sichel­ge­stalt. Auf­grund ihrer tie­fen Stel­lung über dem West­süd­west­ho­ri­zont benö­tigt man trotz ihrer Hel­lig­keit ein Fern­glas, um sie auf­zu­fin­den. Inter­es­sant ist ihre Begeg­nung mit der zuneh­men­den Mond­si­chel in den Vor­mit­tags­stun­den des 14. Sep­tem­bers. Zwi­schen 10:35 Uhr und 11:40 Uhr wird sie von unse­rem Erd­tra­ban­ten am Tag­him­mel bedeckt. Lei­der steht der Mond zum Bede­ckungs­be­ginn nur weni­ge Grad über dem Süd­ost­ho­ri­zont, gegen Ende immer­hin 12 Grad. Bis zum Abend hat sich der Abstand zur Venus bereits auf drei Grad ver­grö­ßert. Am 4. Sep­tem­ber durch­läuft die Venus das Aphel ihrer Bahn und befin­det sich dann 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Der rote Nach­bar­pla­net Mars ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Der 1,3 mag hel­le Pla­net wan­dert zunächst durch das Stern­bild Zwil­lin­ge und wech­selt am 25. Sep­tem­ber in das Stern­bild Krebs. Dabei ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge von 1:04 Uhr zu Beginn des Monats auf 0:42 Uhr am Monats­en­de. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst auf 5,6 Bogen­se­kun­den. Dies reicht jedoch immer noch nicht aus, um sei­ne inter­es­san­ten Albe­d­o­st­ruk­tu­ren zu beob­ach­ten. Gleich­zei­tig steigt sei­ne Hel­lig­keit auf 1,2 Grö­ßen­klas­sen. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit der abneh­men­den Mond­si­chel am Mor­gen des 7. Sep­tem­bers. Am letz­ten Tag des Monats beginnt auf der Nord­halb­ku­gel des Mars schließ­lich der Frühling.

Auch der ‑1,9 mag hel­le Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist am Mor­gen­him­mel zu sehen. Er wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Krebs. Am 23. Sep­tem­ber über­schrei­tet er die Gren­ze zum Stern­bild Löwe. Dabei ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge von 3:51 Uhr auf 2:30 Uhr Som­mer­zeit. In die­ser Zeit wächst Jupi­ters Äqua­tor­durch­mes­ser auf 33,3 Bogen­se­kun­den. Beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung des Rie­sen­pla­ne­ten mit der abneh­men­den Mond­si­chel am Mor­gen des 8. und 9. September.

Im Sep­tem­ber ist der Ring­pla­net Saturn immer frü­her am Nacht­him­mel zu sehen. Er bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Fische und wech­selt schließ­lich am 6. Sep­tem­ber in das Stern­bild Wal­fisch. Er nähert sich lang­sam sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung, die er am 4. Okto­ber erreicht. Somit ist der Pla­net die gan­ze Nacht über beob­acht­bar. Am 1. Sep­tem­ber steht Saturn um 3:18 Uhr im Süden. Am 30. Sep­tem­ber über­schrei­tet er bereits zwei Stun­den frü­her den Meri­di­an. Dabei erreicht er eine Höhe von 42 Grad. Sei­ne Hel­lig­keit steigt wei­ter leicht an und erreicht Ende Sep­tem­ber 0,3 Grö­ßen­klas­sen. Im Tele­skop wächst sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser auf 19,6 Bogen­se­kun­den. Sein inter­es­san­tes Ring­sys­tem erscheint uns bereits wie­der unter einem Win­kel von 8 Grad.

Am 10. Sep­tem­ber 2026 kommt Ura­nus im Stern­bild Stier zum Still­stand und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe. Danach bewegt er sich rück­läu­fig über den Him­mel. Im Lau­fe des Monats erscheint er immer frü­her über dem öst­li­chen Hori­zont. Am 1. Sep­tem­ber geht er um 22:32 Uhr auf, am 30. Sep­tem­ber bereits um 20:38 Uhr. Dabei steigt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit leicht auf 5,6 Grö­ßen­klas­sen. Damit ist Ura­nus theo­re­tisch mit dem blo­ßen Auge im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik” zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den zu erken­nen. Im Tele­skop prä­sen­tiert sich der Pla­net als 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes, grün­li­ches Scheib­chen ohne Details.

Nep­tun, der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, erreicht am 26. Sep­tem­ber 2026 sei­ne Oppo­si­ti­on im Stern­bild Fische. Er ist dann die gesam­te Nacht über zu sehen und geht an die­sem Tag um 18:52 Uhr im Osten auf. Um 0:58 Uhr erreicht er sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden und sinkt um 7:00 Uhr Som­mer­zeit wie­der unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am ers­ten und letz­ten Tag des Monats steht er um 2:39 Uhr bzw. 0:42 Uhr in rund 38 Grad Höhe im Meri­di­an. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 7,8 mag ist für die Beob­ach­tung des fer­nen Eis­rie­sen ein Fern­glas oder ein klei­nes Tele­skop zwin­gend not­wen­dig. Im Tele­skop ist jedoch nicht mehr als ein 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes, blau­grü­nes Scheib­chen erkenn­bar, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Am Tag der Oppo­si­ti­on steht Nep­tun 4.319 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to ist im Stern­bild Stein­bock zu sehen. Er ist ein Objekt der ers­ten Nacht­hälf­te. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich bis zum Monats­en­de von 2:40 Uhr auf 0:44 Uhr. Zwei Stun­den vor sei­nem Unter­gang muss der ehe­ma­li­ge Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems von der Beob­ach­tungs­lis­te gestri­chen wer­den. Auf­grund sei­ner schein­ba­ren Hel­lig­keit von 14,5 mag sind für sei­ne Beob­ach­tung grö­ße­re Tele­sko­pe erforderlich.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 169P/NEAT zieht vom Stern­bild Löwe in den Sex­tan­ten und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit zwi­schen 10 und 11 mag ist der Schweif­stern mit mit­tel­gro­ßen Tele­sko­pen zu beobachten.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres ist im Stern­bild Zwil­lin­ge am Mor­gen­him­mel zu sehen. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Sep­tem­bers leicht von 8,9 auf 8,6 mag zu. Am 1. Sep­tem­ber geht Ceres um 0:39 Uhr auf. Am 30. Sep­tem­ber erfolgt sein Auf­gang bereits vor Mit­ter­nacht, näm­lich um 23:15 Uhr.

(2) Pal­las kann im Stern­bild Wal­fisch beob­ach­tet wer­den und zieht steil in Rich­tung Süden. Sie nähert sich ihrer Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Okto­ber. Die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden nimmt von 8,8 auf 8,3 mag stark zu. Am 1. Sep­tem­ber steht Pal­las um 4:03 Uhr im Süden. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich ihre Meri­di­an­durch­gän­ge auf 1:58 Uhr Sommerzeit.

Am 14. Sep­tem­ber wird (3) Juno sta­tio­när und been­det damit ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt sich der Him­mels­kör­per wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild Adler. Am 23. des Monats ver­lässt Juno den Adler und zieht in den Schüt­zen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich dabei von 22:05 Uhr auf 20:12 Uhr. Die schein­ba­re Hel­lig­keit geht von 9,6 bis zum Monats­en­de auf 10,0 mag deut­lich zurück.

(4) Ves­ta bewegt sich immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch das Stern­bild Wal­fisch und stei­gert ihre schein­ba­re Hel­lig­keit von 7,2 auf 6,6 Grö­ßen­klas­sen deut­lich. Damit kann Ves­ta bereits sehr leicht in jedem Opern­glas auf­ge­spürt wer­den. Im nächs­ten Monat erreicht sie dann ihre Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Am 1. Sep­tem­ber geht der Aste­ro­id um 4:21 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich ihre Meri­di­an­durch­gän­ge auf 2:13 Uhr Sommerzeit.

(9) Metis stand Ende August im Stern­bild Was­ser­mann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats leuch­te­te sie noch mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 9,3 mag. Bis zum Monats­en­de sinkt die­se auf 9,9 Grö­ßen­klas­sen. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 1:03 Uhr zu Beginn des Monats auf 22:42 Uhr Ende September.

(18) Mel­po­me­ne kann noch im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden nimmt deut­lich ab. Zu Beginn des Monats ist Mel­po­me­ne noch 9,8 mag hell. Ab dem 13. Sep­tem­ber sinkt ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. In der letz­ten Sep­tem­ber­wo­che geht Mel­po­me­ne bereits vor Mit­ter­nacht unter. Ihre Unter­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 1:37 Uhr auf 23:46 Uhr Sommerzeit.

(192) Nau­si­kaa eilt rück­läu­fig durch das Stern­bild Fische und steht am 30. Sep­tem­ber 2026 in einer sehr güns­ti­gen Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Somit kann sie die gan­ze Nacht über beob­ach­tet wer­den. Dabei erreicht sie eine Hel­lig­keit von 8,4 Grö­ßen­klas­sen. Zu Beginn des Monats beträgt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit noch 9,2 mag. Zu Monats­be­ginn steht sie um 3:04 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Ende Sep­tem­ber erreicht sie bereits um 0:49 Uhr den Meridian.

(324) Bam­ber­ga kann im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock auf­ge­sucht wer­den. Sie ist zu Beginn des Monats noch 9,8 mag hell und ihre schein­ba­re Hel­lig­keit sinkt ab dem 7. Sep­tem­ber wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Bam­ber­gas Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von 2:16 Uhr auf 0:54 Uhr Som­mer­zeit Ende September.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber zu erwar­ten. Der Voll­mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms jedoch stark beein­träch­ti­gen. Kurz vor der Mor­gen­däm­me­rung steht der Radi­ant rund 50 Grad hoch im Osten. Er befin­det sich in der Nähe von Capel­la und nord­öst­lich von The­ta Auri­gae im Stern­bild Fuhr­mann. Unter per­fek­ten Bedin­gun­gen sind in der Maxi­mums­nacht im Schnitt 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de inner­halb von 45 Minu­ten. Dabei erreich­ten die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von ‑2 mag. Zum Maxi­mum wur­den im Jahr 2019 20 Meteo­re pro Stun­de regis­triert und im Jahr 2021 wur­den in einem Zeit­raum von nur 10 Minu­ten 70 Stern­schnup­pen pro Stun­de gezählt. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che mit Raten zwi­schen 30 und 50 Meteo­ren pro Stun­de wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 ver­zeich­net. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess mit einer Umlauf­zeit von rund 2.500 Jah­ren zurück.

Die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den sind vom 5. bis zum 17. Sep­tem­ber aktiv. Das Maxi­mum ist in der Nacht vom 9. auf den 10. Sep­tem­ber gegen 20 Uhr zu erwar­ten. Der Mond stört die Beob­ach­tung die­ses Meteo­ri­ten­schau­ers nicht, da am 11. Sep­tem­ber Neu­mond ist. Der Radi­ant in der Nähe von Algol erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung eine Höhe von 80 Grad über dem Hori­zont. Im Schnitt sind jedoch nur fünf bis zehn Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die dafür aber sehr hell sein kön­nen. Mit einer Geschwin­dig­keit von 64 km/s sind sie sehr schnell. In den Jah­ren 2008 und 2013 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit rund 30 Stern­schnup­pen sowie einer Viel­zahl sehr hel­ler Meteo­re regis­triert. In den Fol­ge­jah­ren konn­te kei­ne erhöh­te Akti­vi­tät mehr fest­ge­stellt werden.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein ver­gleichs­wei­se neu­er Strom, der frü­her gemein­sam mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als ein und der­sel­be Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Er ist vom 17. Sep­tem­ber bis zum 9. Okto­ber aktiv und erreicht ein Maxi­mum von drei bis fünf Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 3. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Aurigiden.

Der Süd­li­che Tau­r­i­den­strom geht ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück und ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber aktiv. Im Sep­tem­ber liegt sein Radi­ant noch in den Fischen, sodass die­ser Teil­strom mit der Ant­he­l­ionquel­le zusam­men­fällt. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 27 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam am Him­mel. Man unter­schei­det die Süd­li­chen und die Nörd­li­chen Tau­r­i­den. Die Akti­vi­tät der Nörd­li­chen Tau­r­i­den beginnt jedoch erst im Oktober.

Die Meteo­re der Ant­he­l­ionquel­le kom­men die­sen Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von durch­schnitt­lich 30 km/s sind sie gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me zu unterscheiden.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel September 2026
Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2026 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens schon fast sei­ne tiefs­te Posi­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Die­se Posi­ti­on wird als unte­re Kul­mi­na­ti­on bezeich­net. Den Polar­stern kön­nen wir fin­den, indem wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens fünf­mal nach oben ver­län­gern. Damit haben wir auch genau die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten sich jetzt auf der 9‑Uhr-Posi­ti­on befin­det. Er wird im Lau­fe der Nacht wei­ter in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­sin­ken. West­lich des Klei­nen Wagens ist der Dra­che mit sei­nem rau­ten­för­mi­gen Kopf zu sehen, der sich um den Klei­nen Bären win­det. Über dem Klei­nen Bären steht das Stern­bild Kepheus im Zenit. Rechts dane­ben befin­det sich die Kas­sio­peia, die auch als „Himmels‑W” bezeich­net wird. Auch sie steigt lang­sam immer höher. Im Nord­os­ten erken­nen wir noch den hel­len Stern Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann, der nun wie­der voll­stän­dig über dem Hori­zont auf­ge­taucht ist. Zwi­schen dem Fuhr­mann und dem Gro­ßen Bären liegt das unschein­ba­re Stern­bild Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind in Hori­zont­nä­he aller­dings kaum zu erken­nen. Eben­falls schwer zu erken­nen sind die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär erstreckt.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun fast voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. Hoch im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus-Qua­drat. Öst­lich davon schließt sich das Stern­bild Andro­me­da an, in dem wir bei rela­tiv dunk­lem Him­mel und ohne Mond­licht die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kön­nen. Die Andro­me­da­ga­la­xie ist die nächs­te grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie der Milch­stra­ße. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne des Stern­bil­des Fische. Inmit­ten der Fische kön­nen wir auch den Ring­pla­ne­ten Saturn über dem nord­öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken. Öst­lich der Fische befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Nörd­li­ches Drei­eck und Wid­der. Süd­lich der Fische und in Rich­tung Hori­zont haben die schwa­chen Ster­ne des Wal­fischs gera­de die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Dar­un­ter steht der Per­seus. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ist bereits ein Teil des Stern­bil­des Stier über dem Ost­ho­ri­zont auf­ge­gan­gen. Dort ist auch der offe­ne Stern­hau­fen der Ple­ja­den mit blo­ßem Auge gut zu erken­nen. Bei guter Hori­zont­sicht soll­ten auch der hel­le, röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, und die Hya­den zu sehen sein. Im Nord­os­ten steht außer­dem der Fuhr­mann mit sei­nem hel­len, gelb­li­chen Haupt­stern Capella.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten kön­nen wir das Som­mer­drei­eck erken­nen, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Schild und Schüt­ze mit dem hells­ten Teil unse­rer Milch­stra­ße. Die meist kla­ren und end­lich wie­der dunk­len Spät­som­mer- und Früh­herbst­näch­te sind jetzt ide­al, um die Som­mer­milch­stra­ße mit ihren zahl­rei­chen hel­len Deep-Sky-Objek­ten zu beob­ach­ten. Sie zieht sich aus­ge­hend vom Stern­bild Schüt­ze, in dem sich auch das hel­le Zen­trum unse­rer eige­nen Gala­xie befin­det, durch die Mit­te des Som­mer­drei­ecks und steigt dann in die Zenit­re­gi­on empor. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans befin­det sich das mäch­ti­ge Pega­sus-Qua­drat. Zwi­schen Pega­sus­kopf und Som­mer­drei­eck rei­hen sich die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen wie an einer Ket­te nach Nord­wes­ten auf. Unter­halb des Pega­sus ist noch der west­li­che Teil der Fische zu erken­nen, in dem sich der­zeit der Ring­pla­net Saturn befin­det. Wei­ter­hin sind ein Stück des Wal­fi­sches sowie das Stern­bild Was­ser­mann zu sehen, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­ne höchs­te Posi­ti­on im Süden errei­chen wird. Etwas wei­ter in Rich­tung Hori­zont kann man das aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Stein­bock erken­nen, das gera­de den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch zu sehen sein.

Im Westen

Hoch im Süd­wes­ten ist das mar­kan­te Som­mer­drei­eck mit den hel­len Ster­nen Wega, Deneb und Ata­ir zu sehen. Zwi­schen den Stern­bil­dern Schwan – im Volks­mund auch Kreuz des Nor­dens genannt – und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. In die­sen Stern­bil­dern zieht sich die hel­le Som­mer­milch­stra­ße bis zum Süd­west­ho­ri­zont hin­ab. In der Lei­er kön­nen wir mit einem klei­nen Tele­skop bereits den Ring­ne­bel erken­nen. Er erscheint wie ein hel­ler Rauch­ring in der Dun­kel­heit des Alls. Ein Blick auf den Han­tel­ne­bel im Stern­bild Füchs­chen lohnt sich eben­falls, denn hier beob­ach­ten wir einen der größ­ten und hells­ten pla­ne­ta­ri­schen Nebel an unse­rem Fir­ma­ment. West­lich des mar­kan­ten Som­mer­drei­ecks liegt das Stern­bild Dra­che. Dar­un­ter senkt sich nun auch das Stern­bild des Her­ku­les in Rich­tung Hori­zont. Über dem West­ho­ri­zont sehen wir einen Teil des Schlan­gen­trä­gers mit der Schlan­ge sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben befin­det sich das Stern­bild Bären­hü­ter, das kurz vor sei­nem Unter­gang steht. Sein hel­ler, oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die nord­west­li­che Horizontlinie.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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