Der Lauf des Mondes
Am ersten Abend im Oktober steht der abnehmende Mond im nordöstlichen Teil des Sternbilds Stier. Am nächsten Abend können wir ihn bereits im Sternbild Zwillinge auffinden, wo er am 3. Oktober das letzte Viertel erreicht. In den Morgenstunden des 5. Oktobers können wir die abnehmende Mondsichel, die sich zu diesem Zeitpunkt nur ein Grad nördlich unseres roten Nachbarn Mars im Sternbild Krebs befindet, beobachten. Nur einen Morgen später steht die Mondsichel 2 ½ Grad westlich des Riesenplaneten Jupiter, der sich im Sternbild Löwe aufhält. Am 7. Oktober kommt es schließlich zu einer engen Konjunktion mit dem Hauptstern Regulus im Sternbild Löwe. Die Mondsichel wandert an diesem Morgen in nur einem Grad Abstand südlich am Stern vorbei. In der Morgendämmerung des 9. Oktobers können wir die sehr schmale, abnehmende Mondsichel zum letzten Mal über dem östlichen Horizont aufspüren. Am 10. Oktober wird schließlich die Neumondphase durchlaufen. Aufgrund der flachen Ekliptiklage am Abendhimmel müssen wir uns noch bis zum 14. Oktober gedulden, um die zunehmende Mondsichel in der Abenddämmerung über dem südwestlichen Horizont im Sternbild Skorpion aufzuspüren. An den Folgeabenden wandert unser stiller Begleiter weiter in Richtung Osten durch die Sternbilder Schlangenträger und Schütze. Dort sehen wir ihn am Abend des 18. Oktober als zunehmenden Halbmond im ersten Viertel. Danach durchläuft der Mond Gebiete am Himmel, die nur aus schwachen Sternen bestehen. Nachdem er die Sternbilder Steinbock und Wassermann hinter sich gelassen hat, sehen wir ihn am Abend des 24. Oktobers nur 6 Grad oberhalb des Ringplaneten Saturn im Sternbild der Fische. Am 26. Oktober hat der Vollmond schließlich das Sternbild Widder erreicht. In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober zieht der nun wieder abnehmende Mond durch das „Goldene Tor der Ekliptik“ und nördlich an den Plejaden vorbei. Im Laufe der Morgenstunden bedeckt er auch einige nördliche Sterne dieses Sternhaufens unter anderem gegen 1:41 Uhr Maia (20 Tau, 3,9 mag) und gegen 2:12 Uhr Taygeta (19 Tau, 4,3 mag). Die Bedeckungen beider Sterne dauert rund eine bzw. etwas mehr als eine halbe Stunde. Der Mond befindet sich dabei gut 65 Grad hoch über dem südlichen Horizont. In den letzten beiden Oktobernächten wandert der Mond abermals durch das Sternbild Zwillinge und steht am 31. Oktober südlich der beiden Hauptsterne Castor und Pollux.
Die Planeten
Der flinke Planet Merkur erreicht am 12. Oktober 2026 mit einem Abstand von 25°10′ seine größte östliche Elongation zur Sonne. Aufgrund seiner flachen Ekliptiklage am Abendhimmel und seiner südlichen Position auf der Ekliptik kann er nur in südlichen Regionen wie der Mittelmeerregion oder in Namibia gesehen werden. Am 17. Oktober ist das Merkurscheibchen, das 7,3 Bogensekunden groß ist, halb beleuchtet. Die sogenannte Dichotomie tritt ein. Am 24. Oktober wird der innerste Planet unseres Sonnensystems schließlich stationär und eilt dann wieder auf die Sonne zu. Am 4. November steht er schließlich in unterer Konjunktion zu unserem Zentralgestirn.
Unser Schwesterplanet Venus hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen. Sie wird am 2. Oktober stationär und eilt dann rasch auf die Sonne zu. Am 24. Oktober 2026 erreicht sie schließlich die untere Konjunktion mit der Sonne und ist mit ihr am Taghimmel zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sie sich in einer Entfernung von 41 Millionen Kilometern zu unserem Heimatplaneten.
Der Mars, unser roter Nachbar im Sternbild Krebs, ist ein Planet für die zweite Nachthälfte. Er verfrüht seine Aufgänge in die Zeit um Mitternacht. Am 1. Oktober geht er um 0:41 Uhr Sommerzeit auf. Bis zum 31. Oktober verfrühen sich die Aufgangszeiten auf 23:16 Uhr Winterzeit. Zwischen dem 11. und 12. Oktober zieht der Mars durch den offenen Sternhaufen Praesepe (M 44), was sich am besten mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop beobachten lässt. Ab dem 30. Oktober ist er im Sternbild Löwe zu sehen, nur 6 Grad vom Riesenplaneten Jupiter entfernt. In dieser Zeit steigert er seine scheinbare Helligkeit von 1,1 auf 0,8 Größenklassen. Nach wie vor ist unser Nachbarplanet jedoch kein attraktives Objekt im Fernrohr, da sein scheinbarer Scheibchendurchmesser bis Ende Oktober lediglich auf 6,5 Bogensekunden wächst. Sein Beleuchtungsgrad beträgt 90 %. Interessant ist die Begegnung mit dem abnehmenden Mond am Morgen des 5. Oktober. Der Mond steht dann knapp einen Vollmonddurchmesser nördlich des Roten Planeten.
Auch der ‑1,9 mag helle Riesenplanet Jupiter ist ein Objekt für die zweite Nachthälfte. Er wandert rechtläufig durch das Sternbild Löwe. Im Laufe des Monats verlagert er seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Während der Planet zu Beginn des Monats um 2:27 Uhr Sommerzeit im Osten aufgeht, erfolgt sein Aufgang Ende Oktober bereits um 23:55 Uhr Winterzeit. Das Jupiterscheibchen wächst bis Ende Oktober auf eine Größe von 35,7 Bogensekunden. Besonders interessant ist seine Begegnung mit der abnehmenden Mondsichel am Morgen des 6. Oktober über dem östlichen Horizont.
Der Ringplanet Saturn erreicht am 4. Oktober 2026 die Opposition zur Sonne und ist die gesamte Nacht über im Sternbild Walfisch zu beobachten. Der 0,4 mag helle Planet geht an diesem Tag um 18:42 Uhr Sommerzeit auf und steht um 0:59 Uhr in seiner höchsten Stellung im Süden. Dabei erreicht er eine maximale Horizonthöhe von 42 Grad und befindet sich 1.260 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sein Untergang erfolgt um 7:12 Uhr Sommerzeit. Bis zum Monatsende verfrühen sich seine Meridiandurchgänge auf 22:02 Uhr Winterzeit. Er erreicht dabei eine Höhe von 42 Grad über dem Südhorizont. Seine scheinbare Helligkeit hat zu diesem Termin bereits wieder leicht abgenommen und beträgt 0,5 Größenklassen. Zum Zeitpunkt der Opposition beträgt sein scheinbarer Äquatordurchmesser 19,7 Bogensekunden und sein Ring ist 7 ½ Grad geöffnet, wobei wir auf die Südhemisphäre des Planeten blicken. Am 24. Oktober zieht der Vollmond in einem Abstand von nur 5,9 Grad nördlich am Ringplaneten vorbei.
Uranus, rückläufig im Sternbild Stier, ist fast die ganze Nacht über sichtbar und steht am 1. Oktober um 4:39 Uhr Sommerzeit im Meridian. Bis zum 31. Oktober verfrühen sich seine Meridiandurchgänge auf 1:38 Uhr Winterzeit. Der ferne Eisriese befindet sich im “Goldenen Tor der Ekliptik”, zwischen den offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden auf der Verbindungslinie von 37 Tauri zu 50 Tauri. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,6 mag ist er theoretisch schon mit dem bloßen Auge erkennbar. Im Teleskop präsentiert er sich als 3,8 Bogensekunden großes grünes Scheibchen ohne weitere Details.
Neptun, der äußere Planet unseres Sonnensystems, stand im Vormonat in Opposition zur Sonne und kann nach wie vor fast die ganze Nacht über im Sternbild Fische beobachtet werden. Seine Kulminationszeiten verfrühen sich dabei von 0:38 Uhr Sommerzeit bzw. 21:33 Uhr Winterzeit Ende Oktober. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 7,8 mag ist er nur mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop, knapp 7 Grad südwestlich von Saturn, sichtbar. Selbst mit sehr hoher Vergrößerung ist im Teleskop nicht viel mehr als ein 2,3 Bogensekunden großes, bläulich-grünes Scheibchen wahrnehmbar.
Der ehemalige Planet unseres Sonnensystems und jetzt Zwergplanet (134340) Pluto beendet seine Rückläufigkeit durch das Sternbild Steinbock und kommt am 16. Oktober schließlich zum Stillstand. Damit endet die diesjährige Oppositionsperiode des Zwergplaneten. Anschließend bewegt er sich zwar wieder rechtläufig, aber nur sehr langsam über den Himmel. Mit einer scheinbaren Helligkeit von nur 14,5 mag ist er lediglich mit größeren Teleskopen zu sehen. Seine Untergänge verfrühen sich dabei von 0:40 Uhr MESZ am Monatsersten auf 19:50 Uhr MEZ am letzten Tag des Monats.
Helle Kometen und Planetoiden
Der kurzperiodische Komet 161P/Hartley-IRAS ist derzeit ein Objekt für den Abendhimmel. Im Oktober wandert er durch die Sternbilder Wassermann, Füllen und Delfin und weiter in den Adler. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 10 Größenklassen kann er in kleinen bis mittleren Teleskopen aufgespürt werden. Besonders interessant ist die Begegnung mit dem Planetarischen Nebel NGC 6891 am 26. Oktober.
Der Zwergplanet (1) Ceres bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Zwillinge und ist zu Monatsbeginn noch ein Objekt für die zweite Nachthälfte. Er geht am 1. des Monats um 23:15 Uhr Sommerzeit und am letzten Tag des Monats um 20:39 Uhr Winterzeit auf. Seine scheinbare Helligkeit nimmt von 8,6 auf 8,2 mag zu.
Der Asteroid (2) Pallas steht am 6. Oktober 2026 im Sternbild Walfische in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine maximale Helligkeit von 8,2 mag. Bis Ende Oktober sinkt seine scheinbare Helligkeit wieder auf 8,4 Größenklassen. Am 1. Oktober steht Pallas um 1:53 Uhr Sommerzeit im Süden. Am 31. Oktober erreicht der Asteroid bereits um 22:28 Uhr Mitteleuropäische Zeit den Meridian.
Auch Asteroid Nr. (4) Vesta erreicht diesen Monat im Sternbild Walfisch die Oppositionsstellung, nämlich am 13. Oktober 2026, wobei sie eine scheinbare Helligkeit von 6,5 mag erreicht und damit ein sehr leichtes Objekt im Feldstecher ist. Unter einem dunklen Landhimmel kann Vesta sogar mit dem bloßen Auge aufgespürt werden. Ihre Meridiandurchgänge verfrühen sich dabei von 2:08 Uhr Sommerzeit zu Monatsbeginn auf 22:38 Uhr Winterzeit Ende Oktober. Zu diesem Zeitpunkt ist ihre Helligkeit wieder auf 6,8 Größenklassen zurückgegangen.
(9) Metis wandert durch das Sternbild Fische. Am 1. Oktober steht der 9,8 mag helle Asteroid um 22:37 Uhr Sommerzeit im Süden. Bis zum 31. Oktober verfrühen sich ihre Meridiandurchgangszeiten auf 19:39 Uhr Winterzeit. Zu diesem Zeitpunkt ist ihre scheinbare Helligkeit bereits weit unter die 10. Größenklasse gefallen.
Am 1. Oktober 2026 steht (192) Nausikaa im Sternbild Fische der Sonne genau gegenüber und erreicht eine scheinbare Helligkeit von 8,4 mag. Dies ist die günstigste Opposition des Asteroiden in den Jahren 2015 bis 2040. Bis Ende Oktober nimmt ihre scheinbare Helligkeit wieder stark ab und beträgt dann 9,2 Magnituden. Am 1. Oktober steht Nausikaa um 0:44 Uhr Sommerzeit im Süden. Bis zum 31. Oktober verfrüht sich ihr Meridiandurchgang auf 21:22 Uhr Winterzeit. Am 3. Oktober steht Nausikaa in der Nähe des 6,0 mag hellen Sterns 35 Piscium.
Meteorströme
Vom 6. bis zum 10. Oktober sind die Draconiden, die auch als Giacobiniden oder Oktober-Draconiden bezeichnet werden, aktiv. Ihr zirkumpolarer Radiant befindet sich etwa drei Grad östlich von Delta Draconis. Sie gehen auf den Kometen 21P/Giacobini-Zinner mit einer Umlaufzeit von 6,5 Jahren zurück. Das Maximum wird am Abend des 9. Oktobers, nur einen Tag vor Neumond, erreicht. Die Meteorhäufigkeit schwankt von Jahr zu Jahr recht stark. Im Durchschnitt ist jedoch alle 13 Jahre mit erhöhten Fallraten zu rechnen. So wurden beispielsweise im Jahr 1933 etwa 400 Meteore pro Minute beobachtet. Im Jahr 2011 wurden innerhalb von nur einer Stunde rund 300 Meteore registriert. Auch 2012 und vor allem 2018 gab es mit jeweils 150 Sternschnuppen eine deutlich erhöhte Aktivität, die auf den Periheldurchgang des Kometen zurückzuführen war. In diesem Jahr ist allerdings mit keiner erhöhten Aktivität zu rechnen. Am Abend steht der Radiant am höchsten über dem Horizont, sodass dann die meisten Sternschnuppen sichtbar sind. Bei den Draconiden handelt es sich um extrem langsame Sternschnuppen mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 21 km/s. Dadurch lassen sie sich gut von sporadischen Meteoren unterscheiden.
Ein neuer, relativ unbekannter Strom sind die Oktober-Camelopardaliden. Der zirkumpolare Strom aus dem Sternbild Giraffe wurde erstmals im Jahr 2005 per Video aufgezeichnet. Im Jahr 2018 konnte eine Zenitrate von fünf Meteoren pro Stunde nachgewiesen werden. Der Radiant befindet sich an der Position RA 164° und Dec +79° und liegt damit im Grenzbereich der Sternbilder Giraffe und Drache. Der Strom ist nur zwischen dem 5. und 6. Oktober aktiv. Mit einer Geschwindigkeit von 47 Kilometern pro Sekunde zählen die Oktober-Camelopardaliden zu den mittelschnellen Meteoren. Die Herkunft des Stroms ist noch unbekannt.
Vom 10. bis zum 18. Oktober ist der schwache Strom der Delta-Aurigiden sichtbar, dessen Radiant sich im nördlichen Teil des Sternbilds Fuhrmann befindet. In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober ist mit einer höheren Aktivität zu rechnen, wobei dann maximal zwei Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sind. Diese zeigen mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 64 km/s sehr schnelle Meteore am Himmel. Lange Zeit wurden die Delta-Aurigiden und die September-Perseiden als ein Meteorstrom betrachtet. Es kristallisierte sich jedoch heraus, dass es sich in Wahrheit um zwei Teilströme handelt. Ein Ursprungskörper der Delta-Aurigiden ist ebenfalls nicht bekannt.
Die Orioniden sind vom 2. Oktober bis zum 7. November aktiv. Das breite Aktivitätsmaximum mit 20 bis 30 Meteoren pro Stunde findet in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens statt. Der zunehmende Mond wird die Beobachtung des Stroms nicht stören. Auch dieser Meteorstrom ist in seiner Frequenz variabel und zeigt zwei Tage um das Aktivitätsmaximum herum eine erhöhte Sternschnuppenrate mit mehreren Maxima. Über drei Tage hinweg wurden in den Jahren 2006 bis 2009 mehr als 45 bis 70 Sternschnuppen registriert. Der Radiant befindet sich rund 10 Grad nordöstlich von Beteigeuze im Orion und steht zu Beginn der Morgendämmerung etwa 50 Grad hoch über dem Horizont. Bei diesem Meteorstrom handelt es sich um schnelle Sternschnuppen, die mit einer Geschwindigkeit von 66 km/s in die Erdatmosphäre eindringen und oft lange Nachleuchtspuren hinterlassen. Mitunter sind auch helle Feuerkugeln dabei. Sie gehen auf den berühmten Kometen 1P/Halley zurück.
Zusammen mit den Orioniden kann auch der schwache Strom der Eta-Geminiden beobachtet werden. Sie tauchen zwischen dem 14. und 27. Oktober auf und sind mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 70 km/s sehr schnelle Objekte. Ihr Maximum erreichen sie am 18. Oktober mit einer Zenitrate von lediglich drei Sternschnuppen pro Stunde. Der Radiant liegt nur 15 Grad südlich des Radianten der Orioniden. Es bedarf daher einiger Erfahrung, um die Meteore dieses Stroms von denen der Orioniden zu unterscheiden.
Die Leonis-Minoriden sind ein noch relativ unbekannter Strom, dessen Radiant sich bei RA 162° und Dec +37° befindet. Ihr Aktivitätszeitraum liegt zwischen dem 19. und 27. Oktober, das schwache Maximum wird am 24. Oktober erwartet. Zu diesem Zeitpunkt sind höchstens fünf Meteore pro Stunde zu erwarten, die mit einer Geschwindigkeit von 62 Kilometern pro Sekunde recht schnell am Himmel unterwegs sind. Leider wird dieser Meteorstrom vom Vollmond überstrahlt. Der Ursprungskörper dieses Stroms ist vermutlich der Komet C/1739 K1 (Zanotti).
Die Nördlichen und Südlichen Tauriden sind von September bis Dezember zu beobachten. Die Aktivitätsperiode der Südlichen Tauriden erstreckt sich vom 10. September bis zum 20. November. Ihr Maximum erreichen sie um den 10. Oktober. Die Nördlichen Tauriden sind zwischen dem 20. Oktober und dem 10. Dezember aktiv, ihr Maximum erreichen sie am 12. November. Unter optimalen Bedingungen sind zum Maximumszeitpunkt bei beiden Teilströmen rund fünf Meteore pro Stunde sichtbar, die mit einer Geschwindigkeit von 30 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Sie zeigen demnach recht langsame Meteore. Mitunter sind auch helle Feuerkugeln zu beobachten. Der Mutterkörper des Tauridenstroms ist der kurzperiodische Komet 2P/Encke.
Der abendliche Fixsternhimmel
Im Norden
Zu unserer Standardbeobachtungszeit hat das Sternbild Großer Bär mit der einprägsamen Figur des Großen Wagens gerade den unteren Kulminationspunkt über dem Nordhorizont erreicht. Verlängern wir die hinteren Kastensterne des Wagens um das Fünffache nach oben, so finden wir auch den Polarstern und damit genau die Nordrichtung. Der Polarstern gehört zum Sternbild Kleiner Bär, dessen Kasten nun ebenfalls langsam in Richtung Nordhorizont absinkt, bis auch er die tiefste Position erreicht hat. Derzeit befindet es sich noch in der 7‑Uhr-Position. Westlich des Kleinen Bären sehen wir das Sternbild des Drachen mit seinem auffälligen rautenförmigen Kopf. Oberhalb des Drachen hat der Kepheus den Zenit gerade überschritten. Östlich davon steht das Sternbild Kassiopeia hoch am Himmel. Dieses Sternbild, das auch als „Himmels‑W” bezeichnet wird, wird in der nächsten Stunde ebenfalls den Zenit erreichen. Senkrecht darunter, im Nordosten, befindet sich der Perseus und noch weiter in Richtung Nordhorizont das Sternbild Fuhrmann mit dem hellen Stern Capella. Direkt über dem Nordosthorizont sind die Zwillinge gerade aufgegangen und kündigen den nahenden Winter an. Östlich dieser drei Sternbilder befinden sich die unscheinbaren Sternbilder Giraffe und Luchs. Sie bestehen jedoch nur aus sehr schwachen Sternen. Bei guter Horizontsicht erkennt man tief im Nordwesten die Nördliche Krone sowie den nördlichen Teil des Sternbildes Bärenhüter.
Im Osten
Blicken wir nach Osten, können wir bereits die ersten Sternbilder des nahenden Winters erkennen. Genau im Osten sehen wir den rot leuchtenden Aldebaran, den Hauptstern des Stiers, zusammen mit dem offenen Sternhaufen der Hyaden. In diesem Sternbild entdecken wir auch die Plejaden, die auch als Siebengestirn bezeichnet werden. Es handelt sich um einen weiteren offenen Sternhaufen, der sich etwa auf halber Höhe über dem Horizont befindet. In ihm können wir mit bloßem Auge 6 bis 8 Sterne erkennen. Unterhalb des Stiers gehen bereits die nördlichen Ausläufer des Wintersternbildes Orion auf. Bei guter Horizontsicht ist im Nordosten das Sternbild Zwillinge zu erkennen. Es besteht aus zwei Sternenketten, an deren östlichen Enden sich die beiden hellen Hauptsterne Kastor und Pollux befinden. Über den Zwillingen sehen wir den Fuhrmann mit dem gelblich leuchtenden Stern Capella. Darüber entdecken wir den Perseus, der sich inmitten schöner Sternfelder zwischen Andromeda und Fuhrmann erstreckt. In dieser Konstellation können wir den berühmten Doppelsternhaufen h und Chi Persei beobachten, der bereits mit bloßem Auge erkennbar ist. Er bietet in jedem Fernglas einen beeindruckenden Anblick. Schauen wir in Richtung Zenit, sehen wir das „Himmels‑W”, die Kassiopeia. Auf der anderen Seite des Ostpunkts befinden sich Andromeda, die Fische, das nördliche Dreieck und der Widder. Im Sternbild der Fische können wir den Ringplaneten Saturn erkennen, der sich etwas unterhalb der Sternenkette der Fische befindet. Unterhalb des Widder steht das Sternbild Walfisch. In Richtung Horizont tauchen bereits die ersten Sterne des Flusses Eridanus auf.
Im Süden
Der gesamte südliche Teil unseres Himmels wird nun vom geflügelten Pferd, dem Pegasus, beherrscht. Allerdings gehört der linke obere Kastenstern des Pegasusquadrats nicht mehr zu diesem Sternbild. Denn direkt daneben befindet sich das Sternbild Andromeda. In einer dunklen, mondlosen Nacht sollte über dieser Sternenkette ein länglicher Nebelfleck zu sehen sein. Dies ist das am weitesten entfernte Objekt, das wir mit bloßem Auge sehen können. Der Andromedanebel ist 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und die uns am nächsten liegende größere Nachbargalaxie der Milchstraße. In Ferngläsern und Teleskopen bietet die Galaxie bei geringer Vergrößerung einen fantastischen Anblick. Unterhalb von Andromeda entdecken wir die eher unscheinbaren Sternbilder Dreieck und Widder. Westlich werden sie von den Fischen begrenzt. Ein Teil dieses Sternbildes, der ringförmige Asterismus des Circlets, hat gerade seine höchste Position im Süden erreicht. Die Fische enthalten jedoch nur sehr schwache Sterne. Unterhalb der Fische entdecken wir das Sternbild Walfisch. Dort steht auch der Ringplaneten Saturn, der in diesem Himmelsabschnitt ein auffälliges Gestirn ist. Er wird den Meridian kurz nach Mitternacht erreichen. Westlich des Walfisch befindet sich das unscheinbare Sternbild Wassermann. Bei guter Horizontsicht sollte darunter Fomalhaut, der helle Hauptstern des Südlichen Fisches, tief über dem Horizont zu sehen sein. Dieser Stern hat erst vor kurzem den Meridian überschritten. Tief im Südwesten steht außerdem das unscheinbare Sternbild Steinbock.
Im Westen
Langsam aber sicher müssen wir uns von den letzten Sommersternbildern verabschieden. Genau in mittlerer Höhe im Westen ist das markante Sommerdreieck zu sehen, das aus den hellen Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler geformt wird. Von diesen drei Sternen steht Deneb am höchsten über dem Westhorizont. Oberhalb des Adlers erkennt man nacheinander die deutlich kleineren und daher eher unscheinbaren Sternbilder Füllen, Delphin, Pfeil und Füchschen. Von der Spitze des Sommerdreiecks fällt die helle Sommermilchstraße senkrecht zum Westhorizont herab. In Richtung Zenit sind die unscheinbare Eidechse und das Sternbild Kepheus zu erkennen. Hoch im Nordwesten steht der mächtige Drache, der im Laufe der Nacht immer weiter in Richtung Nordwesthorizont absinken wird. Unter seinem auffälligen, rautenförmigen Kopf liegen das Sternbild Herkules und weiter zum Horizont hin das Halbrund der Nördlichen Krone. Auf der gegenüberliegenden Seite sinken im Laufe der Nacht nacheinander die Sternbilder Steinbock, Wassermann und Pegasus unter den Horizont.
Weitere Informationen zum aktuellen Sternhimmel gibt es auf der Seite Sternhimmel





[…] Reflexionsnebel. Im Gegensatz dazu leuchten Emissionsnebel wie der berühmte Orionnebel (Messier 42⁄43) selbst. Der Irisnebel ist in einen riesigen…