Der Sternhimmel im Oktober 2026

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Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend im Okto­ber steht der abneh­men­de Mond im nord­öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier. Am nächs­ten Abend kön­nen wir ihn bereits im Stern­bild Zwil­lin­ge auf­fin­den, wo er am 3. Okto­ber das letz­te Vier­tel erreicht. In den Mor­gen­stun­den des 5. Okto­bers kön­nen wir die abneh­men­de Mond­si­chel, die sich zu die­sem Zeit­punkt nur ein Grad nörd­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Krebs befin­det, beob­ach­ten. Nur einen Mor­gen spä­ter steht die Mond­si­chel 2 ½ Grad west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der sich im Stern­bild Löwe auf­hält. Am 7. Okto­ber kommt es schließ­lich zu einer engen Kon­junk­ti­on mit dem Haupt­stern Regu­lus im Stern­bild Löwe. Die Mond­si­chel wan­dert an die­sem Mor­gen in nur einem Grad Abstand süd­lich am Stern vor­bei. In der Mor­gen­däm­me­rung des 9. Okto­bers kön­nen wir die sehr schma­le, abneh­men­de Mond­si­chel zum letz­ten Mal über dem öst­li­chen Hori­zont auf­spü­ren. Am 10. Okto­ber wird schließ­lich die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel müs­sen wir uns noch bis zum 14. Okto­ber gedul­den, um die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Skor­pi­on auf­zu­spü­ren. An den Fol­ge­aben­den wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze. Dort sehen wir ihn am Abend des 18. Okto­ber als zuneh­men­den Halb­mond im ers­ten Vier­tel. Danach durch­läuft der Mond Gebie­te am Him­mel, die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen. Nach­dem er die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann hin­ter sich gelas­sen hat, sehen wir ihn am Abend des 24. Okto­bers nur 6 Grad ober­halb des Ring­pla­ne­ten Saturn im Stern­bild der Fische. Am 26. Okto­ber hat der Voll­mond schließ­lich das Stern­bild Wid­der erreicht. In der Nacht vom 27. auf den 28. Okto­ber zieht der nun wie­der abneh­men­de Mond durch das „Gol­de­ne Tor der Eklip­tik“ und nörd­lich an den Ple­ja­den vor­bei. Im Lau­fe der Mor­gen­stun­den bedeckt er auch eini­ge nörd­li­che Ster­ne die­ses Stern­hau­fens unter ande­rem gegen 1:41 Uhr Maia (20 Tau, 3,9 mag) und gegen 2:12 Uhr Tay­ge­ta (19 Tau, 4,3 mag). Die Bede­ckun­gen bei­der Ster­ne dau­ert rund eine bzw. etwas mehr als eine hal­be Stun­de. Der Mond befin­det sich dabei gut 65 Grad hoch über dem süd­li­chen Hori­zont. In den letz­ten bei­den Okto­ber­näch­ten wan­dert der Mond aber­mals durch das Stern­bild Zwil­lin­ge und steht am 31. Okto­ber süd­lich der bei­den Haupt­ster­ne Cas­tor und Pollux.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht am 12. Okto­ber 2026 mit einem Abstand von 25°10′ sei­ne größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund sei­ner fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel und sei­ner süd­li­chen Posi­ti­on auf der Eklip­tik kann er nur in süd­li­chen Regio­nen wie der Mit­tel­meer­re­gi­on oder in Nami­bia gese­hen wer­den. Am 17. Okto­ber ist das Mer­kur­scheib­chen, das 7,3 Bogen­se­kun­den groß ist, halb beleuch­tet. Die soge­nann­te Dicho­to­mie tritt ein. Am 24. Okto­ber wird der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems schließ­lich sta­tio­när und eilt dann wie­der auf die Son­ne zu. Am 4. Novem­ber steht er schließ­lich in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zentralgestirn.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus hat sich vom Abend­him­mel zurück­ge­zo­gen. Sie wird am 2. Okto­ber sta­tio­när und eilt dann rasch auf die Son­ne zu. Am 24. Okto­ber 2026 erreicht sie schließ­lich die unte­re Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist mit ihr am Tag­him­mel zu sehen. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det sie sich in einer Ent­fer­nung von 41 Mil­lio­nen Kilo­me­tern zu unse­rem Heimatplaneten.

Der Mars, unser roter Nach­bar im Stern­bild Krebs, ist ein Pla­net für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er ver­früht sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit um Mit­ter­nacht. Am 1. Okto­ber geht er um 0:41 Uhr Som­mer­zeit auf. Bis zum 31. Okto­ber ver­frü­hen sich die Auf­gangs­zei­ten auf 23:16 Uhr Win­ter­zeit. Zwi­schen dem 11. und 12. Okto­ber zieht der Mars durch den offe­nen Stern­hau­fen Prae­se­pe (M 44), was sich am bes­ten mit einem Fern­glas oder einem klei­nen Tele­skop beob­ach­ten lässt. Ab dem 30. Okto­ber ist er im Stern­bild Löwe zu sehen, nur 6 Grad vom Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter ent­fernt. In die­ser Zeit stei­gert er sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit von 1,1 auf 0,8 Grö­ßen­klas­sen. Nach wie vor ist unser Nach­bar­pla­net jedoch kein attrak­ti­ves Objekt im Fern­rohr, da sein schein­ba­rer Scheib­chen­durch­mes­ser bis Ende Okto­ber ledig­lich auf 6,5 Bogen­se­kun­den wächst. Sein Beleuch­tungs­grad beträgt 90 %. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit dem abneh­men­den Mond am Mor­gen des 5. Okto­ber. Der Mond steht dann knapp einen Voll­mond­durch­mes­ser nörd­lich des Roten Planeten.

Auch der ‑1,9 mag hel­le Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe. Im Lau­fe des Monats ver­la­gert er sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Wäh­rend der Pla­net zu Beginn des Monats um 2:27 Uhr Som­mer­zeit im Osten auf­geht, erfolgt sein Auf­gang Ende Okto­ber bereits um 23:55 Uhr Win­ter­zeit. Das Jupi­ter­scheib­chen wächst bis Ende Okto­ber auf eine Grö­ße von 35,7 Bogen­se­kun­den. Beson­ders inter­es­sant ist sei­ne Begeg­nung mit der abneh­men­den Mond­si­chel am Mor­gen des 6. Okto­ber über dem öst­li­chen Horizont.

Der Ring­pla­net Saturn erreicht am 4. Okto­ber 2026 die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist die gesam­te Nacht über im Stern­bild Wal­fisch zu beob­ach­ten. Der 0,4 mag hel­le Pla­net geht an die­sem Tag um 18:42 Uhr Som­mer­zeit auf und steht um 0:59 Uhr in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Dabei erreicht er eine maxi­ma­le Hori­zont­hö­he von 42 Grad und befin­det sich 1.260 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Sein Unter­gang erfolgt um 7:12 Uhr Som­mer­zeit. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­di­an­durch­gän­ge auf 22:02 Uhr Win­ter­zeit. Er erreicht dabei eine Höhe von 42 Grad über dem Süd­ho­ri­zont. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit hat zu die­sem Ter­min bereits wie­der leicht abge­nom­men und beträgt 0,5 Grö­ßen­klas­sen. Zum Zeit­punkt der Oppo­si­ti­on beträgt sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser 19,7 Bogen­se­kun­den und sein Ring ist 7 ½ Grad geöff­net, wobei wir auf die Süd­he­mi­sphä­re des Pla­ne­ten bli­cken. Am 24. Okto­ber zieht der Voll­mond in einem Abstand von nur 5,9 Grad nörd­lich am Ring­pla­ne­ten vorbei.

Ura­nus, rück­läu­fig im Stern­bild Stier, ist fast die gan­ze Nacht über sicht­bar und steht am 1. Okto­ber um 4:39 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an. Bis zum 31. Okto­ber ver­frü­hen sich sei­ne Meri­di­an­durch­gän­ge auf 1:38 Uhr Win­ter­zeit. Der fer­ne Eis­rie­se befin­det sich im “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik”, zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den auf der Ver­bin­dungs­li­nie von 37 Tau­ri zu 50 Tau­ri. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,6 mag ist er theo­re­tisch schon mit dem blo­ßen Auge erkenn­bar. Im Tele­skop prä­sen­tiert er sich als 3,8 Bogen­se­kun­den gro­ßes grü­nes Scheib­chen ohne wei­te­re Details.

Nep­tun, der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann nach wie vor fast die gan­ze Nacht über im Stern­bild Fische beob­ach­tet wer­den. Sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 0:38 Uhr Som­mer­zeit bzw. 21:33 Uhr Win­ter­zeit Ende Okto­ber. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 7,8 mag ist er nur mit einem Fern­glas oder einem klei­nen Tele­skop, knapp 7 Grad süd­west­lich von Saturn, sicht­bar. Selbst mit sehr hoher Ver­grö­ße­rung ist im Tele­skop nicht viel mehr als ein 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßes, bläu­lich-grü­nes Scheib­chen wahrnehmbar.

Der ehe­ma­li­ge Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems und jetzt Zwerg­pla­net (134340) Plu­to been­det sei­ne Rück­läu­fig­keit durch das Stern­bild Stein­bock und kommt am 16. Okto­ber schließ­lich zum Still­stand. Damit endet die dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode des Zwerg­pla­ne­ten. Anschlie­ßend bewegt er sich zwar wie­der recht­läu­fig, aber nur sehr lang­sam über den Him­mel. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von nur 14,5 mag ist er ledig­lich mit grö­ße­ren Tele­sko­pen zu sehen. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 0:40 Uhr MESZ am Monats­ers­ten auf 19:50 Uhr MEZ am letz­ten Tag des Monats.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 161P/Hart­ley-IRAS ist der­zeit ein Objekt für den Abend­him­mel. Im Okto­ber wan­dert er durch die Stern­bil­der Was­ser­mann, Fül­len und Del­fin und wei­ter in den Adler. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von etwa 10 Grö­ßen­klas­sen kann er in klei­nen bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­spürt wer­den. Beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung mit dem Pla­ne­ta­ri­schen Nebel NGC 6891 am 26. Oktober.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Zwil­lin­ge und ist zu Monats­be­ginn noch ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er geht am 1. des Monats um 23:15 Uhr Som­mer­zeit und am letz­ten Tag des Monats um 20:39 Uhr Win­ter­zeit auf. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt von 8,6 auf 8,2 mag zu.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las steht am 6. Okto­ber 2026 im Stern­bild Wal­fi­sche in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht dabei eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 8,2 mag. Bis Ende Okto­ber sinkt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der auf 8,4 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Okto­ber steht Pal­las um 1:53 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Am 31. Okto­ber erreicht der Aste­ro­id bereits um 22:28 Uhr Mit­tel­eu­ro­päi­sche Zeit den Meridian.

Auch Aste­ro­id Nr. (4) Ves­ta erreicht die­sen Monat im Stern­bild Wal­fisch die Oppo­si­ti­ons­stel­lung, näm­lich am 13. Okto­ber 2026, wobei sie eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 6,5 mag erreicht und damit ein sehr leich­tes Objekt im Feld­ste­cher ist. Unter einem dunk­len Land­him­mel kann Ves­ta sogar mit dem blo­ßen Auge auf­ge­spürt wer­den. Ihre Meri­di­an­durch­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 2:08 Uhr Som­mer­zeit zu Monats­be­ginn auf 22:38 Uhr Win­ter­zeit Ende Okto­ber. Zu die­sem Zeit­punkt ist ihre Hel­lig­keit wie­der auf 6,8 Grö­ßen­klas­sen zurückgegangen.

(9) Metis wan­dert durch das Stern­bild Fische. Am 1. Okto­ber steht der 9,8 mag hel­le Aste­ro­id um 22:37 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Bis zum 31. Okto­ber ver­frü­hen sich ihre Meri­di­an­durch­gangs­zei­ten auf 19:39 Uhr Win­ter­zeit. Zu die­sem Zeit­punkt ist ihre schein­ba­re Hel­lig­keit bereits weit unter die 10. Grö­ßen­klas­se gefallen.

Am 1. Okto­ber 2026 steht (192) Nau­si­kaa im Stern­bild Fische der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 8,4 mag. Dies ist die güns­tigs­te Oppo­si­ti­on des Aste­ro­iden in den Jah­ren 2015 bis 2040. Bis Ende Okto­ber nimmt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der stark ab und beträgt dann 9,2 Magni­tu­den. Am 1. Okto­ber steht Nau­si­kaa um 0:44 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Bis zum 31. Okto­ber ver­früht sich ihr Meri­di­an­durch­gang auf 21:22 Uhr Win­ter­zeit. Am 3. Okto­ber steht Nau­si­kaa in der Nähe des 6,0 mag hel­len Sterns 35 Piscium.

Meteorströme

Vom 6. bis zum 10. Okto­ber sind die Dra­co­ni­den, die auch als Gia­co­bi­ni­den oder Okto­ber-Dra­co­ni­den bezeich­net wer­den, aktiv. Ihr zir­kum­po­la­rer Radi­ant befin­det sich etwa drei Grad öst­lich von Del­ta Dra­co­nis. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/­Gi­a­co­bi­ni-Zin­ner mit einer Umlauf­zeit von 6,5 Jah­ren zurück. Das Maxi­mum wird am Abend des 9. Okto­bers, nur einen Tag vor Neu­mond, erreicht. Die Mete­or­häu­fig­keit schwankt von Jahr zu Jahr recht stark. Im Durch­schnitt ist jedoch alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. So wur­den bei­spiels­wei­se im Jahr 1933 etwa 400 Meteo­re pro Minu­te beob­ach­tet. Im Jahr 2011 wur­den inner­halb von nur einer Stun­de rund 300 Meteo­re regis­triert. Auch 2012 und vor allem 2018 gab es mit jeweils 150 Stern­schnup­pen eine deut­lich erhöh­te Akti­vi­tät, die auf den Peri­hel­durch­gang des Kome­ten zurück­zu­füh­ren war. In die­sem Jahr ist aller­dings mit kei­ner erhöh­ten Akti­vi­tät zu rech­nen. Am Abend steht der Radi­ant am höchs­ten über dem Hori­zont, sodass dann die meis­ten Stern­schnup­pen sicht­bar sind. Bei den Dra­co­ni­den han­delt es sich um extrem lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 21 km/s. Dadurch las­sen sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unterscheiden.

Ein neu­er, rela­tiv unbe­kann­ter Strom sind die Okto­ber-Came­lo­pard­a­li­den. Der zir­kum­po­la­re Strom aus dem Stern­bild Giraf­fe wur­de erst­mals im Jahr 2005 per Video auf­ge­zeich­net. Im Jahr 2018 konn­te eine Zeni­tra­te von fünf Meteo­ren pro Stun­de nach­ge­wie­sen wer­den. Der Radi­ant befin­det sich an der Posi­ti­on RA 164° und Dec +79° und liegt damit im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Giraf­fe und Dra­che. Der Strom ist nur zwi­schen dem 5. und 6. Okto­ber aktiv. Mit einer Geschwin­dig­keit von 47 Kilo­me­tern pro Sekun­de zäh­len die Okto­ber-Came­lo­pard­a­li­den zu den mit­tel­schnel­len Meteo­ren. Die Her­kunft des Stroms ist noch unbekannt.

Vom 10. bis zum 18. Okto­ber ist der schwa­che Strom der Del­ta-Auri­gi­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich im nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Fuhr­mann befin­det. In der Nacht vom 10. auf den 11. Okto­ber ist mit einer höhe­ren Akti­vi­tät zu rech­nen, wobei dann maxi­mal zwei Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se zei­gen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 64 km/s sehr schnel­le Meteo­re am Him­mel. Lan­ge Zeit wur­den die Del­ta-Auri­gi­den und die Sep­tem­ber-Per­sei­den als ein Mete­or­strom betrach­tet. Es kris­tal­li­sier­te sich jedoch her­aus, dass es sich in Wahr­heit um zwei Teil­strö­me han­delt. Ein Ursprungs­kör­per der Del­ta-Auri­gi­den ist eben­falls nicht bekannt.

Die Orio­ni­den sind vom 2. Okto­ber bis zum 7. Novem­ber aktiv. Das brei­te Akti­vi­täts­ma­xi­mum mit 20 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de fin­det in der Nacht vom 21. auf den 22. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Der zuneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung des Stroms nicht stö­ren. Auch die­ser Mete­or­strom ist in sei­ner Fre­quenz varia­bel und zeigt zwei Tage um das Akti­vi­täts­ma­xi­mum her­um eine erhöh­te Stern­schnup­pen­ra­te mit meh­re­ren Maxi­ma. Über drei Tage hin­weg wur­den in den Jah­ren 2006 bis 2009 mehr als 45 bis 70 Stern­schnup­pen regis­triert. Der Radi­ant befin­det sich rund 10 Grad nord­öst­lich von Betei­geu­ze im Ori­on und steht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung etwa 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Bei die­sem Mete­or­strom han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln dabei. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Zusam­men mit den Orio­ni­den kann auch der schwa­che Strom der Eta-Gemi­ni­den beob­ach­tet wer­den. Sie tau­chen zwi­schen dem 14. und 27. Okto­ber auf und sind mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 70 km/s sehr schnel­le Objek­te. Ihr Maxi­mum errei­chen sie am 18. Okto­ber mit einer Zeni­tra­te von ledig­lich drei Stern­schnup­pen pro Stun­de. Der Radi­ant liegt nur 15 Grad süd­lich des Radi­an­ten der Orio­ni­den. Es bedarf daher eini­ger Erfah­rung, um die Meteo­re die­ses Stroms von denen der Orio­ni­den zu unterscheiden.

Die Leo­nis-Mino­ri­den sind ein noch rela­tiv unbe­kann­ter Strom, des­sen Radi­ant sich bei RA 162° und Dec +37° befin­det. Ihr Akti­vi­täts­zeit­raum liegt zwi­schen dem 19. und 27. Okto­ber, das schwa­che Maxi­mum wird am 24. Okto­ber erwar­tet. Zu die­sem Zeit­punkt sind höchs­tens fünf Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 62 Kilo­me­tern pro Sekun­de recht schnell am Him­mel unter­wegs sind. Lei­der wird die­ser Mete­or­strom vom Voll­mond über­strahlt. Der Ursprungs­kör­per die­ses Stroms ist ver­mut­lich der Komet C/1739 K1 (Zanot­ti).

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­r­i­den sind von Sep­tem­ber bis Dezem­ber zu beob­ach­ten. Die Akti­vi­täts­pe­ri­ode der Süd­li­chen Tau­r­i­den erstreckt sich vom 10. Sep­tem­ber bis zum 20. Novem­ber. Ihr Maxi­mum errei­chen sie um den 10. Okto­ber. Die Nörd­li­chen Tau­r­i­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und dem 10. Dezem­ber aktiv, ihr Maxi­mum errei­chen sie am 12. Novem­ber. Unter opti­ma­len Bedin­gun­gen sind zum Maxi­mums­zeit­punkt bei bei­den Teil­strö­men rund fünf Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Sie zei­gen dem­nach recht lang­sa­me Meteo­re. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten. Der Mut­ter­kör­per des Tau­r­i­den­stroms ist der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel Oktober 2026
Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2026 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens gera­de den unte­ren Kul­mi­na­ti­ons­punkt über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che nach oben, so fin­den wir auch den Polar­stern und damit genau die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont absinkt, bis auch er die tiefs­te Posi­ti­on erreicht hat. Der­zeit befin­det es sich noch in der 7‑Uhr-Posi­ti­on. West­lich des Klei­nen Bären sehen wir das Stern­bild des Dra­chen mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf. Ober­halb des Dra­chen hat der Kepheus den Zenit gera­de über­schrit­ten. Öst­lich davon steht das Stern­bild Kas­sio­peia hoch am Him­mel. Die­ses Stern­bild, das auch als „Himmels‑W” bezeich­net wird, wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls den Zenit errei­chen. Senk­recht dar­un­ter, im Nord­os­ten, befin­det sich der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Nord­ho­ri­zont das Stern­bild Fuhr­mann mit dem hel­len Stern Capel­la. Direkt über dem Nord­ost­ho­ri­zont sind die Zwil­lin­ge gera­de auf­ge­gan­gen und kün­di­gen den nahen­den Win­ter an. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Sie bestehen jedoch nur aus sehr schwa­chen Ster­nen. Bei guter Hori­zont­sicht erkennt man tief im Nord­wes­ten die Nörd­li­che Kro­ne sowie den nörd­li­chen Teil des Stern­bil­des Bärenhüter.

Im Osten

Bli­cken wir nach Osten, kön­nen wir bereits die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters erken­nen. Genau im Osten sehen wir den rot leuch­ten­den Alde­ba­ran, den Haupt­stern des Stiers, zusam­men mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. In die­sem Stern­bild ent­de­cken wir auch die Ple­ja­den, die auch als Sie­ben­ge­stirn bezeich­net wer­den. Es han­delt sich um einen wei­te­ren offe­nen Stern­hau­fen, der sich etwa auf hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. In ihm kön­nen wir mit blo­ßem Auge 6 bis 8 Ster­ne erken­nen. Unter­halb des Stiers gehen bereits die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Win­ter­stern­bil­des Ori­on auf. Bei guter Hori­zont­sicht ist im Nord­os­ten das Stern­bild Zwil­lin­ge zu erken­nen. Es besteht aus zwei Ster­nen­ket­ten, an deren öst­li­chen Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux befin­den. Über den Zwil­lin­gen sehen wir den Fuhr­mann mit dem gelb­lich leuch­ten­den Stern Capel­la. Dar­über ent­de­cken wir den Per­seus, der sich inmit­ten schö­ner Stern­fel­der zwi­schen Andro­me­da und Fuhr­mann erstreckt. In die­ser Kon­stel­la­ti­on kön­nen wir den berühm­ten Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Pers­ei beob­ach­ten, der bereits mit blo­ßem Auge erkenn­bar ist. Er bie­tet in jedem Fern­glas einen beein­dru­cken­den Anblick. Schau­en wir in Rich­tung Zenit, sehen wir das „Himmels‑W”, die Kas­sio­peia. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punkts befin­den sich Andro­me­da, die Fische, das nörd­li­che Drei­eck und der Wid­der. Im Stern­bild der Fische kön­nen wir den Ring­pla­ne­ten Saturn erken­nen, der sich etwas unter­halb der Ster­nen­ket­te der Fische befin­det. Unter­halb des Wid­der steht das Stern­bild Wal­fisch. In Rich­tung Hori­zont tau­chen bereits die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­danus auf.

Im Süden

Der gesam­te süd­li­che Teil unse­res Him­mels wird nun vom geflü­gel­ten Pferd, dem Pega­sus, beherrscht. Aller­dings gehört der lin­ke obe­re Kas­ten­stern des Pega­sus­qua­drats nicht mehr zu die­sem Stern­bild. Denn direkt dane­ben befin­det sich das Stern­bild Andro­me­da. In einer dunk­len, mond­lo­sen Nacht soll­te über die­ser Ster­nen­ket­te ein läng­li­cher Nebel­fleck zu sehen sein. Dies ist das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das wir mit blo­ßem Auge sehen kön­nen. Der Andro­me­da­ne­bel ist 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re von der Erde ent­fernt und die uns am nächs­ten lie­gen­de grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie der Milch­stra­ße. In Fern­glä­sern und Tele­sko­pen bie­tet die Gala­xie bei gerin­ger Ver­grö­ße­rung einen fan­tas­ti­schen Anblick. Unter­halb von Andro­me­da ent­de­cken wir die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. West­lich wer­den sie von den Fischen begrenzt. Ein Teil die­ses Stern­bil­des, der ring­för­mi­ge Aste­ris­mus des Cir­clets, hat gera­de sei­ne höchs­te Posi­ti­on im Süden erreicht. Die Fische ent­hal­ten jedoch nur sehr schwa­che Ster­ne. Unter­halb der Fische ent­de­cken wir das Stern­bild Wal­fisch. Dort steht auch der Ring­pla­ne­ten Saturn, der in die­sem Him­mels­ab­schnitt ein auf­fäl­li­ges Gestirn ist. Er wird den Meri­di­an kurz nach Mit­ter­nacht errei­chen. West­lich des Wal­fisch befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild Was­ser­mann. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te dar­un­ter Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, tief über dem Hori­zont zu sehen sein. Die­ser Stern hat erst vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten. Tief im Süd­wes­ten steht außer­dem das unschein­ba­re Stern­bild Steinbock.

Im Westen

Lang­sam aber sicher müs­sen wir uns von den letz­ten Som­mer­stern­bil­dern ver­ab­schie­den. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten ist das mar­kan­te Som­mer­drei­eck zu sehen, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler geformt wird. Von die­sen drei Ster­nen steht Deneb am höchs­ten über dem West­ho­ri­zont. Ober­halb des Adlers erkennt man nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und daher eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Von der Spit­ze des Som­mer­drei­ecks fällt die hel­le Som­mer­milch­stra­ße senk­recht zum West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­re Eidech­se und das Stern­bild Kepheus zu erken­nen. Hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont absin­ken wird. Unter sei­nem auf­fäl­li­gen, rau­ten­för­mi­gen Kopf lie­gen das Stern­bild Her­ku­les und wei­ter zum Hori­zont hin das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te sin­ken im Lau­fe der Nacht nach­ein­an­der die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Pega­sus unter den Horizont.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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