Der Sternhimmel im März 2026

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats kön­nen wir den Mond im Stern­bild Löwe sehen. Am dar­auf fol­gen­den Abend steht er nur 3 ½ Grad süd­öst­lich von Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Nur einen Tag spä­ter wird die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen. Nach der Voll­mond­nacht wird der Mond immer mehr zu einem Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er durch­läuft das Stern­bild Jung­frau und kann am 6. des Monats nur 4 ? Grad süd­öst­lich von Spi­ca beob­ach­tet wer­den. Danach sehen wir ihn im Stern­bild Waa­ge und am 10. März fünf Grad west­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. Am 11. März wird das letz­te Vier­tel im süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Schlan­gen­trä­ger durch­lau­fen. Danach wan­dert unser stil­ler Beglei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock. Dort kön­nen wir ihn als schma­le Sichel in der Mor­gen­däm­me­rung des 16. März zum letz­ten Mal im Süd­os­ten sehen, bevor am 19. März die Neu­mond­pha­se erreicht wird. Nur einen Abend spä­ter, am Abend des 20. März, steht die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel ober­halb des Mor­gen­sterns Venus in den Fischen. Die Mond­si­chel wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Wid­der und Stier. Am 23. März befin­det sie sich 5 ½ Grad öst­lich der Ple­ja­den und ober­halb von Alde­ba­ran im Stier im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik”. Am 25. März wird das ers­te Vier­tel im Stern­bild Zwil­lin­ge durch­lau­fen. Am 26. März steht der zuneh­men­de Mond zwi­schen Pol­lux und dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Danach durch­läuft er das Stern­bild Krebs und erneut den Löwen. Am 29. März kön­nen wir ihn schließ­lich in der Nähe von Regu­lus auf­fin­den. An die­sem Abend wird der Haupt­stern gegen 20:30 Uhr Som­mer­zeit vom Mond bedeckt. Die Bede­ckung dau­ert rund eine Stun­de, bis der Stern an der beleuch­te­ten Sei­te des Mon­des wie­der auf­taucht. Am letz­ten Abend des Monats steht der Erd­tra­bant erneut in der Jungfrau.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht am 7. März 2026 die unte­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt im gesam­ten Monat unsicht­bar, obwohl sein west­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn bis Monats­en­de auf fast 28 Grad anwächst. Nur in den Mit­tel­meer­län­dern und den Tro­pen ist der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems ab dem letz­ten März­drit­tel am Mor­gen­him­mel zu sehen.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist als Abend­stern im Stern­bild der Fische immer bes­ser sicht­bar, da die Eklip­tik steil zum abend­li­chen West­ho­ri­zont steht. Mit einer Hel­lig­keit von ‑3,9 mag ist sie nach dem Mond das hells­te Objekt am Abend­him­mel. Im Lau­fe des Monats ver­schiebt sich ihre Unter­gangs­zeit von 18:52 Uhr auf 20:29 Uhr (21:29 Uhr Som­mer­zeit). Ihre Hori­zont­hö­he wächst in die­ser Zeit von 5 auf 12 Grad, wenn die nau­ti­sche Däm­me­rung endet. Am 8. März zieht die Venus in einem Abstand von nur 55 Bogen­mi­nu­ten am Ring­pla­ne­ten Saturn vor­bei. Die­se Kon­junk­ti­on lässt sich am bes­ten mit einem Feld­ste­cher beob­ach­ten. Gegen Ende des Monats ist das 11 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus­scheib­chen mit 94 % fast voll beleuch­tet. Für Foto­gra­fen ist auch die Begeg­nung des Abend­sterns mit der schma­len, zuneh­men­den Mond­si­chel am Abend des 20. März inter­es­sant. Dabei steht die Venus nur 5 ½ Grad süd­lich des Mondes.

Unser roter Nach­bar Mars wan­dert recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und kann sich mit einer Hel­lig­keit von 1,2 mag noch nicht am Mor­gen­him­mel durch­set­zen. Er bleibt auch im März noch unbe­ob­acht­bar. Am 26. des Monats steht Mars im Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 206,6 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist im Stern­bild Zwil­lin­ge ein auf­fäl­li­ges Objekt am Nacht­him­mel. Am 11. März been­det er sei­ne rück­läu­fi­ge Bewe­gung und wird sta­tio­när. Damit endet sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig über den Him­mel. Gleich­zei­tig zieht er sich immer mehr vom Mor­gen­him­mel zurück. Wäh­rend er am 1. März noch um 4:50 Uhr unter­geht, sinkt er am 31. März bereits um 2:54 Uhr (3:54 Uhr Som­mer­zeit) unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Zum Monats­en­de kul­mi­niert er bereits in der Abend­däm­me­rung in einer Höhe von 63 Grad. Sei­ne Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats leicht ab und beträgt schließ­lich ‑2,2 mag. Bis zum Monats­en­de schrumpft das Jupi­ter­scheib­chen auf 39 Bogensekunden.

Der Ring­pla­net Saturn ist zu Beginn des Monats in der Abend­däm­me­rung mit licht­star­ken Instru­men­ten auf­find­bar. Zur Monats­mit­te hin ver­schwin­det er dann aber end­gül­tig von der Him­mels­büh­ne. Am 25. März 2026 erreicht er im Stern­bild Fische die Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Am sel­ben Tag über­schrei­tet er den Him­mels­äqua­tor von Süd nach Nord. Am 8. März zieht der ‑3,9 mag hel­le Abend­stern Venus in weni­ger als einem Grad Abstand am 1,0 mag hel­len Ring­pla­ne­ten vor­bei. Die­ses Ereig­nis kann noch mit einem Fern­glas beob­ach­tet wer­den. An die­sem Abend sinkt Saturn um 19:10 Uhr unter die west­li­che Horizontlinie.

Ura­nus, der sich recht­läu­fig im Stern­bild Stier befin­det, kann noch am Abend­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Zu Beginn des Monats geht er um 1:03 Uhr unter, Ende März bereits um 23:06 Uhr (0:06 Uhr Som­mer­zeit). Der grün­li­che Pla­net erscheint mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag selbst bei hoher Ver­grö­ße­rung im Tele­skop nur als 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen. Er steht rund 5 Grad süd­west­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den. Als Auf­such­hil­fe kann der 6,1 mag hel­le Stern 14 Tau­ri die­nen. Denn am 26. des Monats steht Ura­nus nur noch 5 Bogen­mi­nu­ten von die­sem Stern entfernt.

Nep­tun, der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, kommt am 22. März 2025 in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist nicht sicht­bar. Zur Kon­junk­ti­on steht Nep­tun 4,47 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn entfernt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to, im Stern­bild Stein­bock, ist eben­falls nicht beobachtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 24P/Schaumasse ist der­zeit im Stern­bild Schlan­ge am Mor­gen­him­mel zu sehen. Im Lau­fe des März sinkt die Hel­lig­keit des Kome­ten von 10,5 auf 11,5 mag, sodass er mit klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann. Inter­es­sant ist, dass der Komet in der Nähe des Kugel­stern­hau­fens Mes­sier 5 zu fin­den ist.

Der Komet C/2025 R3 (Pan­STARRS) wan­dert durch das Stern­bild Pega­sus in öst­li­cher Rich­tung und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Sei­ne Hel­lig­keits­ent­wick­lung ist unsi­cher. Er könn­te zum Monats­en­de hin jedoch eine Hel­lig­keit von 8,5 Grö­ßen­klas­sen errei­chen und somit in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar werden.

Im März taucht der Komet C/2024 E1 (Wierz­chos) wie­der an unse­rem Him­mel auf. Er zieht vom Stern­bild Eri­danus wei­ter in den Stier und ist am Abend­him­mel zu sehen. Nach dem Peri­hel nimmt sei­ne Hel­lig­keit von 8,5 auf 11,5 Grö­ßen­klas­sen wei­ter ab. Somit kann der Schweif­stern zu Beginn des Monats noch in Fern­glä­sern und spä­ter in klei­nen bis mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert vom Stern­bild Fische in das Stern­bild Wal­fisch und ist ein Objekt für den Abend­him­mel. Der 9,1 mag hel­le Him­mels­kör­per geht am 1. März um 21:32 Uhr unter, am 31. März bereits um 20:41 Uhr (21:41 Uhr Sommerzeit).

(7) Iris hat die Oppo­si­ti­on gera­de hin­ter sich und kann im Stern­bild Sex­tant beob­ach­tet wer­den. Im Lau­fe des Monats nimmt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit deut­lich von anfangs 8,9 mag auf nur noch 9,7 mag ab. Am 1. März steht Iris um 23:52 Uhr im Süden. Ihr Mer­di­di­an­durch­gang erfolgt am 31. März bereits um 21:33 Uhr (22:33 Uhr Sommerzeit).

Der Aste­ro­id (15) Euno­mia wan­dert vom Stern­bild Rabe in den Becher und wird Mit­te März wie­der hel­ler als 10 mag. Am 25. März 2026 steht Euno­mia der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine schein­ba­re Hel­lig­keit von nur 9,9 Grö­ßen­klas­sen. Die dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­on ist dem­zu­fol­ge ungüns­tig, da der Aste­ro­id eine Hel­lig­keit von 8. Grö­ßen­klas­se errei­chen kann. Euno­mi­as Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 1:40 Uhr auf 23:11 Uhr (0:11 Uhr Sommerzeit).

Am 21. März 2026 steht der Aste­ro­id (20) Mas­sa­lia in einer recht güns­ti­gen Oppo­si­ti­on zur Son­ne im Stern­bild Jung­frau. Dabei erreicht der Him­mels­kör­per eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,0 mag. Am 1. März steht die 9,6 mag hel­le Mas­sa­lia um 1:49 Uhr im Süden und am 31. März bereits um 23:21 Uhr (0:21 Uhr Som­mer­zeit). Zu die­sem Zeit­punkt ist ihre schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der auf 9,4 Grö­ßen­klas­sen zurückgegangen.

Die zunächst 9,8 mag hel­le (44) Nysa wan­dert durch das Stern­bild Zwil­lin­ge. Ab dem 9. März sinkt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 21:25 Uhr auf 19:40 Uhr (20:40 Uhr Som­mer­zeit) bis zum Monatsende.

Meteorströme

Wäh­rend des gesam­ten Monats März sind Meteo­re aus dem eklip­ti­ka­len Bereich am bes­ten zu beob­ach­ten. Sie haben ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau. Auch die frü­her unter der Bezeich­nung Vir­gi­ni­den bekann­ten Meteo­re sind Teil die­ser soge­nann­ten Ant­he­l­ionquel­le. Das Gebiet erstreckt sich etwa 30 Grad par­al­lel und 20 Grad senk­recht zur Eklip­tik, leicht öst­lich des Gegen­son­nen­punkts. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als drei bis fünf Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer mitt­le­ren Geschwin­dig­keit von etwa 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eintreten.

Die zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­li­den sind ein ver­gleichs­wei­se schwa­cher und neu­er Strom, des­sen Akti­vi­täts­pe­ri­ode zwi­schen dem 11. und 16. März liegt. Das Maxi­mum wird in der Nacht vom 12. auf den 13. März erreicht. Der Radi­ant befin­det sich bei RA: 254° und Dec: +48°. Die weni­gen Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 37 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Sternschnuppen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel März 2026
Der Stern­him­mel am 15. März 2026 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär den Zenit­be­reich fast erreicht und befin­det sich im Nor­den hoch über unse­ren Köp­fen. Wenn wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens um das Fünf­fa­che ver­län­gern, fin­den wir den Polar­stern, der genau die Nord­rich­tung anzeigt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten sich nun etwa auf der 3‑Uhr-Posi­ti­on befin­det. Unter­halb die­ses Stern­bil­des befin­det sich der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären win­det. Gleich­zei­tig hat der Kopf des Dra­chen sei­ne tiefs­te Posi­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont längst über­schrit­ten und wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel auf­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns ist noch die Rau­te des Stern­bil­des Kepheus zu sehen. Sie steht jetzt in ihrer tiefs­ten Posi­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont, die auch als unte­re Kul­mi­na­ti­on bezeich­net wird. West­lich schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­bens „W” hat und des­halb im Volks­mund auch „Himmels‑W” genannt wird. Ober­halb der Kas­sio­peia befin­det sich das Stern­bild Giraf­fe, das jedoch nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hält. Selbst unter einem dunk­len Land­him­mel ist es schwer zu erken­nen. Bei sehr guter Hori­zont­sicht kann man über dem nörd­li­chen Hori­zont­punkt noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen. Er hat gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten. Wei­ter öst­lich ent­deckt man die hel­le Wega im Stern­bild Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punkts befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter west­lich die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da ist der Per­seus zu sehen.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Es ist Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bil­des Bären­hü­ter. Zur­zeit mar­kiert er genau den öst­li­chen Punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts, steht aber noch recht tief über dem Hori­zont. Direkt dar­über, in grö­ße­rer Höhe, fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Die Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens ste­hen zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast im Zenit. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten befin­den sich auf hal­ber Höhe die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de und das Haar der Bere­ni­ke mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111). Die­ser ist aller­dings nur bei dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen. Am bes­ten lässt er sich mit einem Feld­ste­cher beob­ach­ten. Bei guter Hori­zont­sicht kann man tief im Nord­os­ten bereits das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der Nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, ist bereits das rei­che Gala­xien­feld des Stern­bil­des Jung­frau zu sehen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau, Spi­ca, steht noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt nun auch der mäch­ti­ge Löwe sei­ner höchs­ten Posi­ti­on am Him­mel entgegen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat das unschein­ba­re Stern­bild Krebs gera­de den Meri­di­an über­schrit­ten. In einer dunk­len, mond­lo­sen Nacht kann man hier den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, auch Prae­se­pe oder Krip­pe genannt, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter west­lich befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dort befin­det sich der­zeit auch der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der noch fast die gan­ze Nacht zu sehen ist. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht der mäch­ti­ge Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­nen höchs­ten Stand im Süden errei­chen wird. In Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und Luchs kaum zu erken­nen. Unter­halb des Kreb­ses befin­den sich der Kopf und ein Teil des Rump­fes der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab­schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren süd­li­chen Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans, in süd­west­li­cher Rich­tung, steht etwa auf glei­cher Höhe noch Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Öst­lich davon sehen wir die nörd­li­chen Aus­läu­fer des süd­li­chen Stern­bil­des Hin­ter­deck. Dar­über kann der auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen. Noch höher, unter­halb von Krebs und Zwil­lin­ge, befin­det sich der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Daher ist die­ser Him­mels­ab­schnitt von einer Viel­zahl hel­ler Ster­ne geprägt, die im Lau­fe der Nacht alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Regi­on bil­den das soge­nann­te Win­ter­sechs­eck. Es wird gebil­det von den Ster­nen Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund und Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Das Stern­bild Stier mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem West­ho­ri­zont. Die Ple­ja­den sind mit blo­ßem Auge leicht zu erken­nen und bie­ten durch einen Feld­ste­cher einen wun­der­schö­nen Anblick. Öst­lich des Stiers sinkt der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer in Rich­tung Hori­zont her­ab. Über dem Him­mels­jä­ger ste­hen die Zwil­lin­ge mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux sowie der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der noch in gro­ßer Höhe und unüber­seh­bar am Him­mel zu sehen ist. Über dem Stier ent­de­cken wir außer­dem den Fuhr­mann mit der gelb­lich leuch­ten­den Capel­la. Noch höher ste­hen die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und daher äußerst schwer zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter in Rich­tung Hori­zont. Hier ist der Dop­pel­stern­hau­fen h & Chi Pers­ei ein inter­es­san­tes Objekt für jedes Beob­ach­tungs­in­stru­ment. Schon mit blo­ßem Auge ist der Stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, dem Drei­eck und dem Wid­der ver­schwin­den im Nord­wes­ten die letz­ten Boten ver­gan­ge­ner Herbstnächte.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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