Der Lauf des Mondes
In der Nacht vom 1. auf den 2. November sehen wir den Mond im Letzten Viertel im Sternbild Krebs, nur 7 Grad nordwestlich unseres roten Nachbarn Mars. Mond, Mars, Jupiter und der Hauptstern Regulus bilden dabei eine Linie über dem östlichen Horizont. Am darauffolgenden Morgen ergibt sich eine interessante Konstellation, wenn der abnehmende Mond nur 1 ½ Grad südöstlich von Jupiter im Sternbild Löwe zu sehen ist. Unser Erdtrabant wandert weiter in Richtung Osten durch die Sternbilder Löwe und Jungfrau. Am 5. November wird der 4,3 mag helle Stern Upsilon Leonis vom beleuchten Rand des Mondes bedeckt. Die Bedeckung findet gegen 5:38 Uhr statt und dauert rund eine Stunde. Am Morgen des 7. November befindet er sich als sehr schmale Sichel nur 2 ½ Grad westlich des Morgensterns Venus und nahe dem Hauptstern Spica. An diesem Morgen sehen wir unseren stillen Begleiter zum letzten Mal in der Morgendämmerung über dem südöstlichen Horizont, bis am 9. November die Neumondphase durchlaufen wird. Aufgrund der flachen Ekliptiklage am Abendhimmel müssen wir uns bis zum 12. November gedulden, um die zunehmende Mondsichel in der Abenddämmerung über dem südwestlichen Horizont im Sternbild Schütze erblicken zu können. An den folgenden Abenden wandert der Mond weiter durch die Sternbilder Schütze und anschließend durch den Steinbock. Am 17. November wird das Erste Viertel erreicht. Anschließend durchläuft der Mond Gebiete des Himmels, die nur schwache Sterne enthalten. Nachdem er das Sternbild Wassermann hinter sich gelassen hat, sehen wir ihn in der Nacht vom 20. auf den 21. November 5 ½ Grad nördlich des Ringplaneten Saturn im Sternbild der Fische. Ab dem 22. November ist er im Sternbild Widder zu sehen, wo er am Abend des 23. Novembers gegen 17:09 Uhr den 4,7 mag hellen Doppelstern Epsilon Arietis bedeckt. Am 24. November durchläuft er schließlich die Vollmondphase, wobei er sich im „Goldenen Tor der Ekliptik“ zwischen den beiden offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden im Sternbild Stier aufhält. Ab dem 26. November steht der Erdtrabant in den Zwillingen. In der Nacht vom 27. auf den 28. November können wir unseren stillen Begleiter in der Nähe des Hauptsterns Pollux sehen. Am Abend des 28. Novembers sehen wir den abnehmenden Mond inmitten des offenen Sternhaufens Praesepe im Sternbild Krebs. Nur eine Nacht später entdecken wir ihn abermals in der Nähe des Planetenpaares Mars und Jupiter im Sternbild Löwe. Bis zum Morgengrauen nähert sich der abnehmende Mond dem Riesenplaneten weiter an und befindet sich schließlich in der fortgeschrittenen Morgendämmerung nur noch 1 ¾ Grad westlich von Jupiter entfernt. Zum Monatswechsel, in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember, bilden der abnehmende Halbmond, unser roter Nachbar Mars und Jupiter ein fast gleichschenkliges Dreieck über dem östlichen Horizont. Der Hauptstern des Löwen, Regulus, befindet sich sogar inmitten dieses Dreiecks.
Die Planeten
Am 4. November 2026 steht der flinke Planet Merkur in unterer Konjunktion zu unserer Sonne. Ab der Monatsmitte ist er wieder am Morgenhimmel zu sehen, da sein westlicher Winkelabstand zur Sonne schnell anwächst und die Ekliptik am Morgenhimmel steil zum Horizont verläuft. Am 21. November erreicht er mit einem Abstand von 19°37′ seine größte westliche Elongation. Dies ist gleichzeitig seine beste Morgensichtbarkeit im Jahr 2026. Der 0,6 mag helle Merkur geht am 13. November um 5:44 Uhr im Osten auf und ist dann knapp eine halbe Stunde später mit bloßem Auge zu sehen. Bis zum 25. November steigt seine scheinbare Helligkeit auf ‑0,7 Größenklassen. Danach wird es zunehmend schwieriger, Merkur am Morgenhimmel mit bloßem Auge zu entdecken, da sein Horizontabstand jeden Morgen weiter abnehmen wird. Bis zum Ende des Monats sinkt seine scheinbare Helligkeit leicht auf −0,6 mag. An diesem Morgen überschreitet Merkur um 6:08 Uhr die Horizontlinie. Am 18. November sehen wir den innersten Planeten unseres Sonnensystems mit einem scheinbaren Durchmesser von 7,2 Bogensekunden halb beleuchtet. Die sogenannte Dichotomie tritt ein. Bis zum Monatsende schrumpft das Merkurscheibchen auf 5,3 Bogensekunden. Der Beleuchtungsgrad nimmt weiter zu und beträgt am letzten Tag des Monats 85 %. Am 10. November steht Merkur schließlich im Perihel seiner Bahn und befindet sich an diesem Tag 46 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Im November beginnt die Morgensichtbarkeit der Venus über dem östlichen Horizont. Zuvor hat sie Ende Oktober die Konjunktion mit der Sonne hinter sich gelassen. Ab dem 5. November kann man unseren Nachbarplaneten rund eine Stunde vor Sonnenaufgang tief über dem Horizont aufspüren. Sie ist dann als ‑4,4 mag helles Objekt zu sehen. An diesem Tag geht die Venus um 5:36 Uhr auf. Bis zum Monatsende verfrühen sich ihre Aufgänge auf 3:57 Uhr. Ihre scheinbare Helligkeit nimmt stark zu und erreicht am letzten Tag des Monats einen Wert von ‑4,9 Größenklassen. Im Teleskop erscheint die Venus zu Monatsbeginn noch als extrem schmale Sichel mit einem Durchmesser von 58 Bogensekunden. Bis Ende November nimmt der Beleuchtungsgrad auf 27 Prozent zu. Gleichzeitig wird die Venusscheibe kleiner und ist nur noch 40 Bogensekunden groß. Am 7. November kann die schmale Sichel des Mondes nur 2 ½ Grad westlich des Morgensterns beobachtet werden.
Unser roter Nachbar Mars wandert rechtläufig durch das Sternbild Löwe und ist bereits in der ersten Nachthälfte zu sehen. Am 27. des Monats zieht er in einem Abstand von nur 1,7 Grad nördlich am Hauptstern Regulus vorbei. Zuvor begegnet er zur Monatsmitte hin dem Riesenplaneten Jupiter in einem Abstand von nur 1,2 Grad. Mars geht am 1. November um 23:12 Uhr im Osten auf. Bis zum 30. November verfrühen sich seine Aufgangszeiten auf 22:32 Uhr. Seine scheinbare Helligkeit nimmt von 0,8 auf 0,4 Größenklassen stark zu. Im Teleskop ist zu erkennen, dass das Marsscheibchen im Laufe des Novembers von 6,6 auf 8,0 Bogensekunden größer wird. Bei gutem Seeing lassen sich bereits erste zarte Albedostrukturen mit hoher Vergrößerung auf der zu 90 Prozent beleuchteten Planetenscheibe erkennen. Für Astrofotografen besonders interessant ist die Begegnung des Roten Planeten mit dem abnehmenden Mond, dem Jupiter und Regulus Ende November.
Im November wird Jupiter allmählich zum Planeten für die ganze Nacht und verlagert seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Dabei verfrühen sich seine Aufgänge von 23:49 Uhr Anfang November auf 22:08 Uhr Ende November. Er zieht rechtläufig durch das Sternbild Löwe und kommt Ende des Monats fast zum Stillstand. Seine scheinbare Helligkeit nimmt im Laufe des Novembers von ‑2,0 auf ‑2,2 mag zu. Besonders interessant sind die Begegnungen Jupiters mit Regulus am 23. November und mit Mars Mitte des Monats. Am 16. November zieht der Rote Planet in einem nördlichen Abstand von nur 1,2 Grad am Riesenplaneten vorbei. Am 30. November begegnet die schmale Sichel des abnehmenden Mondes beiden Planeten sowie Regulus und bildet eine Art Vierergestirn am Morgenhimmel. Im Teleskop wächst das Jupiterscheibchen bis zum Monatsende auf 38 Bogensekunden an. Aufgrund seiner hohen Stellung über dem Horizont kurz vor Beginn der Morgendämmerung können unter guten Bedingungen interessante Atmosphärenstrukturen sowie der Lauf seiner vier hellsten Monde beobachtet werden.
Der Ringplanet Saturn ist noch fast die ganze Nacht zu sehen, zieht sich im Laufe des Novembers aber langsam vom Morgenhimmel zurück. Er bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Walfisch und kulminiert zur Monatsmitte um 21 Uhr in einer Höhe von 40 Grad. Am 1. November geht der Saturn um 4:10 Uhr unter. Am 30. November erfolgt der Untergang des Ringplaneten bereits zwei Stunden früher. Auch seine Helligkeit nimmt im Laufe des Novembers leicht von 0,5 auf 0,6 Größenklassen ab. Im Teleskop erscheint die Planetenscheibe unter einem Winkel von rund 19 Bogensekunden. Sein Ringsystem ist bereits wieder 6 Grad geöffnet. Am 20. November zieht der zunehmende Mond nördlich an Saturn vorbei.
Am 26. November 2026 erreicht Uranus, rückläufig im Sternbild Stier, seine Oppositionsstellung zur Sonne und ist die gesamte Nacht über zu sehen. Er geht an diesem Tag um 15:48 Uhr im Osten auf, erreicht um 23:47 Uhr seine höchste Stellung im Meridian und geht um 7:50 Uhr im Westen wieder unter. Zu Beginn und am Ende des Monats steht Uranus jeweils um 1:34 Uhr bzw. 23:31 Uhr im Süden. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,6 mag ist der ferne Eisriese theoretisch mit dem bloßen Auge sichtbar. Allerdings reicht ein Fernglas aus, um ihn zwischen den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden zu entdecken. Uranus befindet sich nur eineinhalb Grad südlich von 37 Tauri. Selbst bei sehr hoher Vergrößerung ist im Fernrohr nur ein blassgrünes Scheibchen mit einer Ausdehnung von 3,8 Bogensekunden erkennbar, das keinerlei Einzelheiten zeigt. Zum Zeitpunkt der Opposition ist Uranus 2,759 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.
Neptun, der äußere Planet unseres Sonnensystems, wandert rückläufig durch die Fische und kommt Ende November fast zum Stillstand. Am besten ist er in der ersten Nachthälfte unweit des Ringplaneten Saturn zu sehen. Im Laufe des Monats zieht er sich zunehmend aus der zweiten Nachthälfte zurück und geht schließlich Anfang November um 3:34 Uhr unter. Ende November überschreitet er bereits um 1:37 Uhr die westliche Horizontlinie. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 7,9 Größenklassen benötigt man für die Beobachtung Neptuns ein Fernglas oder ein kleines Teleskop. Selbst mit sehr hoher Vergrößerung sind auf der 2,3 Bogensekunden großen, grünblauen Planetenscheibe keinerlei Details erkennbar.
Der ehemalige Planet und jetzige Zwergplanet (134340) Pluto hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen und bleibt im Sternbild Steinbock unsichtbar.
Helle Kometen und Planetoiden
Der kurzperiodische Komet 2P/Encke zieht durch den südlichen Teil des Sternbildes Pegasus und ist am Abendhimmel zu sehen. Seine scheinbare Helligkeit steigt zum Monatsende hin auf 12 Magnituden.
Der kurzperiodische Komet 161P/Hartley-IRAS wandert vom nördlichen Bereich des Sternbilds Adler durch die Sommermilchstraße in den Pfeil und ist ebenfalls ein Objekt für den Abendhimmel. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 10 mag kann der Schweifstern in kleinen bis mittleren Teleskopen aufgespürt werden. Bis zum Monatsende nimmt seine Helligkeit um ca. eine Größenklasse ab. Ende November steht Hartley-IRAS nur zwei Grad südlich des Kleiderbügelhaufens (Cr 399).
Der Zwergplanet (1) Ceres wird am 24. November im Sternbild Zwillinge stationär und setzt zu seiner Oppositionsschleife an. Im Laufe des Monats steigt die Helligkeit seine von anfangs 8,2 auf 7,6 mag stark an. Damit ist Ceres bereits sehr leicht in Ferngläsern zu beobachten. Die Meridiandurchgänge verfrühen sich dabei von 5:01 Uhr auf 3:14 Uhr Ende November. Als Aufsuchhilfe kann der 6,2 mag helle Stern SAO 79580 dienen. Denn der Zwergplanet passiert den Stern am Abend des 4. Novembers mit einem südöstlichen Abstand von nur 4 Bogenminuten. Am 28. November befindet sich Ceres nur 4,5 Bogenminuten von dem 5,3 mag hellen Stern 76 Geminorum entfernt.
Im Vormonat stand der Asteroid (2) Pallas im Sternbild Walfisch in Opposition zur Sonne. Der Himmelskörper bewegt sich weiterhin rückläufig über den Himmel, wobei ihre scheinbare Helligkeit im Laufe des Novembers von 8,5 auf 8,9. Größenklassen zurückgeht. Am 1. November steht Pallas um 22:23 Uhr im Süden. Am 30. November erfolgt ihr Meridiandurchgang bereits um 20:19 Uhr.
Auch (4) Vesta stand im Vormonat in Opposition zur Sonne und kann immer noch rückläufig im Sternbild Walfisch beobachtet werden. Zum Monatsende hin kommt sie fast zum Stillstand. Ihre scheinbare Helligkeit nimmt deutlich ab, von 6,7 auf 7,3 mag. Damit lässt sich Vesta immer noch sehr leicht in Ferngläsern und kleinen Teleskopen aufspüren. Ihre Kulminationszeiten verfrühen sich dabei von 22:33 Uhr Anfang November auf 20:23 Uhr MEZ Ende des Monats.
Der Asteroid (192) Nausikaa kann noch im Sternbild Fische, an der Grenze zum Pegasus, aufgefunden werden. Im Laufe des Monats nimmt ihre Helligkeit von 9,3 mag auf 10,1 mag stark ab. Der Asteroid zieht sich im November allmählich aus der zweiten Nachthälfte zurück. Ihre Untergänge verfrühen sich dabei von 4:11 Uhr am 1. November auf 2:33 Uhr am 30. November.
Meteorströme
Der Meteorstrom der Leoniden, dessen Radiant sich etwa zehn Grad nordöstlich von Regulus im Sternbild Löwe befindet, ist jedes Jahr zwischen dem 13. und 30. November aktiv. Das schwache Maximum ist in der Nacht vom 17. auf den 18. November gegen 0:45 Uhr zu erwarten. Gegen 4 Uhr morgens wird der Radiant der Leoniden gut 50 Grad hoch über dem Horizont stehen. In der zweiten Nachthälfte wird der zunehmende Mond die Beobachtung des Meteorstroms auch nicht mehr beeinträchtigen. Unter einem dunklen Himmel sind allerdings höchstens 10 bis 15 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten. Der Ursprungskörper der Leoniden ist der Komet 55P/Tempel-Tuttle mit einer Umlaufzeit von 33 Jahren. In den Jahren 1999 und 2001 waren die Leoniden besonders aktiv. Mit einer solchen erhöhten Aktivität, die durchaus Sturmstärke erreichen kann, ist alle 33 Jahre zu rechnen, wenn die Erde das Zentrum der Trümmerwolke des Kometen passiert. Das nächste Perihel des Kometen findet allerdings erst am 20. Mai 2031 statt. Die Teilchen, die mit einer Geschwindigkeit von 72 km/s in die Erdatmosphäre eindringen, erscheinen deshalb sehr schnell am Himmel.
Die November-Orioniden sind ein vergleichsweise unbekannter Strom. Sie sind vom 14. November bis zum 6. Dezember aktiv. Das Maximum wird für den 28. November erwartet, wobei nur etwa drei Meteore pro Stunde sichtbar sein werden. Leider wird dieser Meteorstrom durch das helle Mondlicht stark beeinträchtigt. Die Meteore sind mit 44 Kilometern pro Sekunde vergleichsweise schnell. Der Radiant der November-Orioniden befindet sich etwa acht Grad nördlich von Beteigeuze.
Der schwache Meteorstrom der Andromediden ist vom 25. September bis zum 6. Dezember aktiv. Das Maximum wird am 28. November erwartet. Der Radiant liegt bei RA 24° und DEC 41° im Sternbild Andromeda. Es sind nur wenige Sternschnuppen zu sehen, die mit einer Geschwindigkeit von nur 18 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre eindringen und demzufolge sehr langsam sind. Der Ursprungskörper der Andromediden ist der zerbrochene Komet 3D/Biela. Er begann sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufzulösen, wobei am 27. November 1872 ein beeindruckender Meteorschauer beobachtet wurde. Aus diesem Grund wird dieser Meteorstrom auch als Bieliden bezeichnet.
Erwähnenswert sind in diesem Monat außerdem die Alpha-Monocerotiden, die in den Jahren 1925, 1935, 1985, 1995 und 2019 kurze, aber heftige Aktivitätsausbrüche zeigten. So sorgte der Meteorstrom im Jahr 1995 für Aufsehen, als innerhalb einer halben Stunde 420 Sternschnuppen pro Stunde gezählt wurden. Im Jahr 2019 lag die korrigierte Zenitrate bei 120 Sternschnuppen pro Stunde, das Maximum dauerte jedoch nur 30 Minuten. Das Maximum findet jedes Jahr am 21. November statt, wobei die Zenitrate im Schnitt nur bei 5 Meteoren pro Stunde liegt. Der fast volle Mond wird die Sicht auf die Alpha-Monocerotiden jedoch stark beeinträchtigen. Gegen 4 Uhr morgens steht der Radiant gut 30 Grad hoch am Himmel. Mit 65 Kilometern pro Sekunde treten die Alpha-Monocerotiden sehr schnell in die Erdatmosphäre ein und erzeugen daher sehr schnelle Meteore. Der Radiant befindet sich einige Grad südlich von Prokyon, dem Hauptstern im Sternbild Kleiner Hund. Ein Mutterkörper ist nicht bekannt. Berechnungen ergeben jedoch eine Umlaufzeit von etwa 500 Jahren für den Erzeuger dieses Meteorstroms.
Die Tauriden sind vom 20. September bis zum 25. November aktiv. Dieser Meteorstrom besteht aus zwei Teilströmen: den Nördlichen und den Südlichen Tauriden. Die Südlichen Tauriden erreichen ihr Maximum im Oktober und sind bis zum 20. November aktiv. Das eher breite Maximum der Nördlichen Tauriden tritt am 12. November ein. Dabei ist der nördliche Teilstrom deutlich aktiver als der südliche. Im Durchschnitt werden jedoch nur fünf bis zehn Meteore pro Stunde beobachtet, die mit einer Geschwindigkeit von lediglich 30 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Die beste Beobachtungszeit für den Tauridenstrom ist zwischen 20 Uhr und 4 Uhr morgens, wenn der Radiant hoch genug am Himmel steht. Als Ursprungskörper des Meteorstroms gilt der periodische Komet 2P/Encke, der auch für den Großteil der ekliptikalen Meteore aus der Anthelionquelle verantwortlich ist.
Der abendliche Fixsternhimmel
Im Norden
Das Sternbild Großer Bär mit der charakteristischen Figur des Großen Wagens hat die tiefste Stellung über dem Nordhorizont gerade überschritten und steigt im Laufe der Nacht nun wieder langsam höher. Zu unserer Standardbeobachtungszeit zeigt die Deichselspitze des Wagens genau auf den Nordpunkt des Horizonts. Verlängern wir die hinteren Kastensterne des Wagens um das Fünffache, so finden wir den Polarstern, der die Nordrichtung angibt. Der Polarstern ist Teil des Sternbilds Kleiner Bär, dessen Wagenkasten sich nun fast in seiner tiefsten Stellung im Norden befindet. Westlich davon liegt das Sternbild Drache mit seinem rautenförmigen Kopf. Darüber steigt das Sternbild Kepheus langsam von der Zenitregion herab. Noch höher steht das „Himmels‑W“, die Kassiopeia. Unterhalb des Drachen können wir bei guter Horizontsicht noch einen Teil des Herkules erkennen. Der Nordosten wird fast bis in den Zenit hinein von den unscheinbaren Sternbildern Giraffe und Luchs eingenommen, die nur aus sehr schwachen Sternen bestehen. Sie sind nur unter einem dunklen Landhimmel und ohne störendes Mondlicht zu erkennen.
Im Osten
Allmählich wird der Osthimmel nun von den hellen Wintersternbildern eingenommen. Im Südosten ist der Himmelsjäger Orion bereits vollständig über dem Horizont erschienen. Östlich von Orion können wir die beiden Sternenketten der Zwillinge mit den beiden hellen Hauptsternen Kastor und Pollux erkennen. Prokyon im Sternbild Kleiner Hund befindet sich noch niedrig über dem Ostpunkt des Horizonts. Halbhoch über dem Horizont finden wir das Sternbild Fuhrmann mit der gelblich leuchtenden Capella sowie das Sternbild Stier mit dem rötlichen Aldebaran. Im Sternbild Stier sind die beiden offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden ebenfalls mit dem bloßen Auge leicht zu erkennen. Noch weiter höher strebt das Sternbild Perseus seiner höchsten Stellung entgegen. In diesem Sternbild können wir etwas oberhalb der Y‑förmigen Perseus-Figur die beiden hellen Sternhaufen h und Chi Persei mit dem bloßen Auge entdecken. Sie ergeben einen herrlichen Anblick im Fernglas und im Teleskop. In mittlerer Höhe im Nordosten steht außerdem das unscheinbare Sternbild Luchs. Deutlich höher, in Richtung Zenit, befinden sich die schwachen Sterne des Sternbilds Giraffe.
Im Süden
Der Süden wird nach wie vor von den lichtschwachen Herbststernbildern dominiert. Westlich des Meridians ist bereits das mächtige Pegasusquadrat zu sehen. Östlich davon schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. In diesem Sternbild befindet sich das am weitesten entfernte Objekt, das wir noch mit bloßem Auge erkennen können. Dabei handelt es sich um die 2,5 Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie. Am besten ist unsere Nachbargalaxie mit einem Feldstecher zu sehen, vor allem unter einem dunklen Landhimmel. Zu unserer Standardbeobachtungszeit hat die Andromedagalaxie den Meridian bereits zenitnah überschritten. Noch höher im Südosten steht der Perseus. Darunter erkennen wir den westlichen Teil des Stiers mit den Hyaden und Plejaden. Weiter in Richtung Südosthorizont sehen wir einen Teil des Flusses Eridanus. Wir wenden uns nun wieder dem Südpunkt zu. Direkt unterhalb der Andromeda befinden sich die unscheinbaren Sternbilder Dreieck und Widder sowie die aus nur schwachen Sternen bestehenden Fische. Direkt unterhalb der Sternenkette der Fische sehen wir den Ringplaneten Saturn, der ebenfalls bereits den Meridian überschritten hat. Genau im Süden geht der Walfisch gerade durch den Meridian, während im Südwesten wir den östlichen Teil des Sternbilds Wassermann erkennen können. Direkt über dem südwestlichen Horizont funkelt der Stern Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch noch munter vor sich hin, wird aber bald unter dem Horizont verschwinden.
Im Westen
Nun verschwinden im Westen auch die letzten Sternbilder des Sommerhimmels. Dicht über dem Westhorizont ist noch das Sommerdreieck erkennbar. Es wird gebildet aus den Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler. Zu unserer Standardbeobachtungszeit steht Altair jedoch bereits sehr dicht über dem Horizont, kurz vor seinem Untergang. Die Milchstraße verläuft in dieser Region ebenfalls in Richtung Westhorizont. Zwischen dem Sommerdreieck und dem Pegasus, knapp über dem Horizont, befinden sich die eher unscheinbaren Sternbilder Füllen, Delphin, Pfeil und Füchschen. Oberhalb des Sommerdreiecks können wir das ebenfalls eher unscheinbare Sternbild Eidechse sowie den Kepheus entdecken. Mittelhoch im Nordwesten sehen wir den Drachen und darunter einen Teil des Sternbilds Herkules. Hoch im Südwesten befinden sich der mächtige Pegasus und die Andromeda, die im Laufe der Nacht immer weiter zum Horizont hinabsteigen werden. Unterhalb des Pegasus befindet sich ein Teil des Sternbilds Fische mit dem Ringplaneten Saturn. In Horizontnähe entdecken wir schließlich noch das nur aus schwachen Sternen bestehende Sternbild des Wassermanns.
Weitere Informationen zum aktuellen Sternhimmel gibt es auf der Seite Sternhimmel.





[…] Beispiel für einen Reflexionsnebel. Im Gegensatz dazu leuchten Emissionsnebel wie der berühmte Orionnebel (Messier 42/43) selbst. Der Irisnebel ist…