Der Sternhimmel im November 2026

  • Letz­te Ände­rung:1 Tag 
  • Lese­zeit:14Minu­ten
  • Wör­ter:3292
  • Bei­trags­auf­ru­fe:23

Der Lauf des Mondes

In der Nacht vom 1. auf den 2. Novem­ber sehen wir den Mond im Letz­ten Vier­tel im Stern­bild Krebs, nur 7 Grad nord­west­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Mond, Mars, Jupi­ter und der Haupt­stern Regu­lus bil­den dabei eine Linie über dem öst­li­chen Hori­zont. Am dar­auf­fol­gen­den Mor­gen ergibt sich eine inter­es­san­te Kon­stel­la­ti­on, wenn der abneh­men­de Mond nur 1 ½ Grad süd­öst­lich von Jupi­ter im Stern­bild Löwe zu sehen ist. Unser Erd­tra­bant wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Löwe und Jung­frau. Am 5. Novem­ber wird der 4,3 mag hel­le Stern Upsi­lon Leo­nis vom beleuch­ten Rand des Mon­des bedeckt. Die Bede­ckung fin­det gegen 5:38 Uhr statt und dau­ert rund eine Stun­de. Am Mor­gen des 7. Novem­ber befin­det er sich als sehr schma­le Sichel nur 2 ½ Grad west­lich des Mor­gen­sterns Venus und nahe dem Haupt­stern Spi­ca. An die­sem Mor­gen sehen wir unse­ren stil­len Beglei­ter zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung über dem süd­öst­li­chen Hori­zont, bis am 9. Novem­ber die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel müs­sen wir uns bis zum 12. Novem­ber gedul­den, um die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Schüt­ze erbli­cken zu kön­nen. An den fol­gen­den Aben­den wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze und anschlie­ßend durch den Stein­bock. Am 17. Novem­ber wird das Ers­te Vier­tel erreicht. Anschlie­ßend durch­läuft der Mond Gebie­te des Him­mels, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Nach­dem er das Stern­bild Was­ser­mann hin­ter sich gelas­sen hat, sehen wir ihn in der Nacht vom 20. auf den 21. Novem­ber 5 ½ Grad nörd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn im Stern­bild der Fische. Ab dem 22. Novem­ber ist er im Stern­bild Wid­der zu sehen, wo er am Abend des 23. Novem­bers gegen 17:09 Uhr den 4,7 mag hel­len Dop­pel­stern Epsi­lon Arie­tis bedeckt. Am 24. Novem­ber durch­läuft er schließ­lich die Voll­mond­pha­se, wobei er sich im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“ zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier auf­hält. Ab dem 26. Novem­ber steht der Erd­tra­bant in den Zwil­lin­gen. In der Nacht vom 27. auf den 28. Novem­ber kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter in der Nähe des Haupt­sterns Pol­lux sehen. Am Abend des 28. Novem­bers sehen wir den abneh­men­den Mond inmit­ten des offe­nen Stern­hau­fens Prae­se­pe im Stern­bild Krebs. Nur eine Nacht spä­ter ent­de­cken wir ihn aber­mals in der Nähe des Pla­ne­ten­paa­res Mars und Jupi­ter im Stern­bild Löwe. Bis zum Mor­gen­grau­en nähert sich der abneh­men­de Mond dem Rie­sen­pla­ne­ten wei­ter an und befin­det sich schließ­lich in der fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung nur noch 1 ¾ Grad west­lich von Jupi­ter ent­fernt. Zum Monats­wech­sel, in der Nacht vom 30. Novem­ber auf den 1. Dezem­ber, bil­den der abneh­men­de Halb­mond, unser roter Nach­bar Mars und Jupi­ter ein fast gleich­schenk­li­ges Drei­eck über dem öst­li­chen Hori­zont. Der Haupt­stern des Löwen, Regu­lus, befin­det sich sogar inmit­ten die­ses Drei­ecks.

Die Planeten

Am 4. Novem­ber 2026 steht der flin­ke Pla­net Mer­kur in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rer Son­ne. Ab der Monats­mit­te ist er wie­der am Mor­gen­him­mel zu sehen, da sein west­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne schnell anwächst und die Eklip­tik am Mor­gen­him­mel steil zum Hori­zont ver­läuft. Am 21. Novem­ber erreicht er mit einem Abstand von 19°37′ sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on. Dies ist gleich­zei­tig sei­ne bes­te Mor­gen­sicht­bar­keit im Jahr 2026. Der 0,6 mag hel­le Mer­kur geht am 13. Novem­ber um 5:44 Uhr im Osten auf und ist dann knapp eine hal­be Stun­de spä­ter mit blo­ßem Auge zu sehen. Bis zum 25. Novem­ber steigt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit auf ‑0,7 Grö­ßen­klas­sen. Danach wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, Mer­kur am Mor­gen­him­mel mit blo­ßem Auge zu ent­de­cken, da sein Hori­zont­ab­stand jeden Mor­gen wei­ter abneh­men wird. Bis zum Ende des Monats sinkt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit leicht auf −0,6 mag. An die­sem Mor­gen über­schrei­tet Mer­kur um 6:08 Uhr die Hori­zont­li­nie. Am 18. Novem­ber sehen wir den inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 7,2 Bogen­se­kun­den halb beleuch­tet. Die soge­nann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum Monats­en­de schrumpft das Mer­kur­scheib­chen auf 5,3 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad nimmt wei­ter zu und beträgt am letz­ten Tag des Monats 85 %. Am 10. Novem­ber steht Mer­kur schließ­lich im Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich an die­sem Tag 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt.

Im Novem­ber beginnt die Mor­gen­sicht­bar­keit der Venus über dem öst­li­chen Hori­zont. Zuvor hat sie Ende Okto­ber die Kon­junk­ti­on mit der Son­ne hin­ter sich gelas­sen. Ab dem 5. Novem­ber kann man unse­ren Nach­bar­pla­ne­ten rund eine Stun­de vor Son­nen­auf­gang tief über dem Hori­zont auf­spü­ren. Sie ist dann als ‑4,4 mag hel­les Objekt zu sehen. An die­sem Tag geht die Venus um 5:36 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 3:57 Uhr. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt stark zu und erreicht am letz­ten Tag des Monats einen Wert von ‑4,9 Grö­ßen­klas­sen. Im Tele­skop erscheint die Venus zu Monats­be­ginn noch als extrem schma­le Sichel mit einem Durch­mes­ser von 58 Bogen­se­kun­den. Bis Ende Novem­ber nimmt der Beleuch­tungs­grad auf 27 Pro­zent zu. Gleich­zei­tig wird die Venus­schei­be klei­ner und ist nur noch 40 Bogen­se­kun­den groß. Am 7. Novem­ber kann die schma­le Sichel des Mon­des nur 2 ½ Grad west­lich des Mor­gen­sterns beob­ach­tet wer­den.

Unser roter Nach­bar Mars wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe und ist bereits in der ers­ten Nacht­hälf­te zu sehen. Am 27. des Monats zieht er in einem Abstand von nur 1,7 Grad nörd­lich am Haupt­stern Regu­lus vor­bei. Zuvor begeg­net er zur Monats­mit­te hin dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter in einem Abstand von nur 1,2 Grad. Mars geht am 1. Novem­ber um 23:12 Uhr im Osten auf. Bis zum 30. Novem­ber ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gangs­zei­ten auf 22:32 Uhr. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt von 0,8 auf 0,4 Grö­ßen­klas­sen stark zu. Im Tele­skop ist zu erken­nen, dass das Mars­scheib­chen im Lau­fe des Novem­bers von 6,6 auf 8,0 Bogen­se­kun­den grö­ßer wird. Bei gutem See­ing las­sen sich bereits ers­te zar­te Albe­d­o­st­ruk­tu­ren mit hoher Ver­grö­ße­rung auf der zu 90 Pro­zent beleuch­te­ten Pla­ne­ten­schei­be erken­nen. Für Astro­fo­to­gra­fen beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung des Roten Pla­ne­ten mit dem abneh­men­den Mond, dem Jupi­ter und Regu­lus Ende Novem­ber.

Im Novem­ber wird Jupi­ter all­mäh­lich zum Pla­ne­ten für die gan­ze Nacht und ver­la­gert sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Dabei ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge von 23:49 Uhr Anfang Novem­ber auf 22:08 Uhr Ende Novem­ber. Er zieht recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe und kommt Ende des Monats fast zum Still­stand. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Novem­bers von ‑2,0 auf ‑2,2 mag zu. Beson­ders inter­es­sant sind die Begeg­nun­gen Jupi­ters mit Regu­lus am 23. Novem­ber und mit Mars Mit­te des Monats. Am 16. Novem­ber zieht der Rote Pla­net in einem nörd­li­chen Abstand von nur 1,2 Grad am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei. Am 30. Novem­ber begeg­net die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des bei­den Pla­ne­ten sowie Regu­lus und bil­det eine Art Vie­rer­ge­stirn am Mor­gen­him­mel. Im Tele­skop wächst das Jupi­ter­scheib­chen bis zum Monats­en­de auf 38 Bogen­se­kun­den an. Auf­grund sei­ner hohen Stel­lung über dem Hori­zont kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung kön­nen unter guten Bedin­gun­gen inter­es­san­te Atmo­sphä­ren­struk­tu­ren sowie der Lauf sei­ner vier hells­ten Mon­de beob­ach­tet wer­den.

Der Ring­pla­net Saturn ist noch fast die gan­ze Nacht zu sehen, zieht sich im Lau­fe des Novem­bers aber lang­sam vom Mor­gen­him­mel zurück. Er bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Wal­fisch und kul­mi­niert zur Monats­mit­te um 21 Uhr in einer Höhe von 40 Grad. Am 1. Novem­ber geht der Saturn um 4:10 Uhr unter. Am 30. Novem­ber erfolgt der Unter­gang des Ring­pla­ne­ten bereits zwei Stun­den frü­her. Auch sei­ne Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Novem­bers leicht von 0,5 auf 0,6 Grö­ßen­klas­sen ab. Im Tele­skop erscheint die Pla­ne­ten­schei­be unter einem Win­kel von rund 19 Bogen­se­kun­den. Sein Ring­sys­tem ist bereits wie­der 6 Grad geöff­net. Am 20. Novem­ber zieht der zuneh­men­de Mond nörd­lich an Saturn vor­bei.

Am 26. Novem­ber 2026 erreicht Ura­nus, rück­läu­fig im Stern­bild Stier, sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung zur Son­ne und ist die gesam­te Nacht über zu sehen. Er geht an die­sem Tag um 15:48 Uhr im Osten auf, erreicht um 23:47 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Meri­di­an und geht um 7:50 Uhr im Wes­ten wie­der unter. Zu Beginn und am Ende des Monats steht Ura­nus jeweils um 1:34 Uhr bzw. 23:31 Uhr im Süden. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,6 mag ist der fer­ne Eis­rie­se theo­re­tisch mit dem blo­ßen Auge sicht­bar. Aller­dings reicht ein Fern­glas aus, um ihn zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den zu ent­de­cken. Ura­nus befin­det sich nur ein­ein­halb Grad süd­lich von 37 Tau­ri. Selbst bei sehr hoher Ver­grö­ße­rung ist im Fern­rohr nur ein blass­grü­nes Scheib­chen mit einer Aus­deh­nung von 3,8 Bogen­se­kun­den erkenn­bar, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Zum Zeit­punkt der Oppo­si­ti­on ist Ura­nus 2,759 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Nep­tun, der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, wan­dert rück­läu­fig durch die Fische und kommt Ende Novem­ber fast zum Still­stand. Am bes­ten ist er in der ers­ten Nacht­hälf­te unweit des Ring­pla­ne­ten Saturn zu sehen. Im Lau­fe des Monats zieht er sich zuneh­mend aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück und geht schließ­lich Anfang Novem­ber um 3:34 Uhr unter. Ende Novem­ber über­schrei­tet er bereits um 1:37 Uhr die west­li­che Hori­zont­li­nie. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 7,9 Grö­ßen­klas­sen benö­tigt man für die Beob­ach­tung Nep­tuns ein Fern­glas oder ein klei­nes Tele­skop. Selbst mit sehr hoher Ver­grö­ße­rung sind auf der 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen, grün­blau­en Pla­ne­ten­schei­be kei­ner­lei Details erkenn­bar.

Der ehe­ma­li­ge Pla­net und jet­zi­ge Zwerg­pla­net (134340) Plu­to hat sich vom Abend­him­mel zurück­ge­zo­gen und bleibt im Stern­bild Stein­bock unsicht­bar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke zieht durch den süd­li­chen Teil des Stern­bil­des Pega­sus und ist am Abend­him­mel zu sehen. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit steigt zum Monats­en­de hin auf 12 Magni­tu­den.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 161P/Hart­ley-IRAS wan­dert vom nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Adler durch die Som­mer­milch­stra­ße in den Pfeil und ist eben­falls ein Objekt für den Abend­him­mel. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von etwa 10 mag kann der Schweif­stern in klei­nen bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­spürt wer­den. Bis zum Monats­en­de nimmt sei­ne Hel­lig­keit um ca. eine Grö­ßen­klas­se ab. Ende Novem­ber steht Hart­ley-IRAS nur zwei Grad süd­lich des Klei­der­bü­gel­hau­fens (Cr 399).

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wird am 24. Novem­ber im Stern­bild Zwil­lin­ge sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Im Lau­fe des Monats steigt die Hel­lig­keit sei­ne von anfangs 8,2 auf 7,6 mag stark an. Damit ist Ceres bereits sehr leicht in Fern­glä­sern zu beob­ach­ten. Die Meri­di­an­durch­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 5:01 Uhr auf 3:14 Uhr Ende Novem­ber. Als Auf­such­hil­fe kann der 6,2 mag hel­le Stern SAO 79580 die­nen. Denn der Zwerg­pla­net pas­siert den Stern am Abend des 4. Novem­bers mit einem süd­öst­li­chen Abstand von nur 4 Bogen­mi­nu­ten. Am 28. Novem­ber befin­det sich Ceres nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten von dem 5,3 mag hel­len Stern 76 Gemi­no­rum ent­fernt.

Im Vor­mo­nat stand der Aste­ro­id (2) Pal­las im Stern­bild Wal­fisch in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Der Him­mels­kör­per bewegt sich wei­ter­hin rück­läu­fig über den Him­mel, wobei ihre schein­ba­re Hel­lig­keit im Lau­fe des Novem­bers von 8,5 auf 8,9. Grö­ßen­klas­sen zurück­geht. Am 1. Novem­ber steht Pal­las um 22:23 Uhr im Süden. Am 30. Novem­ber erfolgt ihr Meri­di­an­durch­gang bereits um 20:19 Uhr.

Auch (4) Ves­ta stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann immer noch rück­läu­fig im Stern­bild Wal­fisch beob­ach­tet wer­den. Zum Monats­en­de hin kommt sie fast zum Still­stand. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt deut­lich ab, von 6,7 auf 7,3 mag. Damit lässt sich Ves­ta immer noch sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­spü­ren. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich dabei von 22:33 Uhr Anfang Novem­ber auf 20:23 Uhr MEZ Ende des Monats.

Der Aste­ro­id (192) Nau­si­kaa kann noch im Stern­bild Fische, an der Gren­ze zum Pega­sus, auf­ge­fun­den wer­den. Im Lau­fe des Monats nimmt ihre Hel­lig­keit von 9,3 mag auf 10,1 mag stark ab. Der Aste­ro­id zieht sich im Novem­ber all­mäh­lich aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Ihre Unter­gän­ge ver­frü­hen sich dabei von 4:11 Uhr am 1. Novem­ber auf 2:33 Uhr am 30. Novem­ber.

Meteorströme

Der Mete­or­strom der Leo­ni­den, des­sen Radi­ant sich etwa zehn Grad nord­öst­lich von Regu­lus im Stern­bild Löwe befin­det, ist jedes Jahr zwi­schen dem 13. und 30. Novem­ber aktiv. Das schwa­che Maxi­mum ist in der Nacht vom 17. auf den 18. Novem­ber gegen 0:45 Uhr zu erwar­ten. Gegen 4 Uhr mor­gens wird der Radi­ant der Leo­ni­den gut 50 Grad hoch über dem Hori­zont ste­hen. In der zwei­ten Nacht­hälf­te wird der zuneh­men­de Mond die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms auch nicht mehr beein­träch­ti­gen. Unter einem dunk­len Him­mel sind aller­dings höchs­tens 10 bis 15 Stern­schnup­pen pro Stun­de zu erwar­ten. Der Ursprungs­kör­per der Leo­ni­den ist der Komet 55P/­Tem­pel-Tuttle mit einer Umlauf­zeit von 33 Jah­ren. In den Jah­ren 1999 und 2001 waren die Leo­ni­den beson­ders aktiv. Mit einer sol­chen erhöh­ten Akti­vi­tät, die durch­aus Sturm­stär­ke errei­chen kann, ist alle 33 Jah­re zu rech­nen, wenn die Erde das Zen­trum der Trüm­mer­wol­ke des Kome­ten pas­siert. Das nächs­te Peri­hel des Kome­ten fin­det aller­dings erst am 20. Mai 2031 statt. Die Teil­chen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 72 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, erschei­nen des­halb sehr schnell am Him­mel.

Die Novem­ber-Orio­ni­den sind ein ver­gleichs­wei­se unbe­kann­ter Strom. Sie sind vom 14. Novem­ber bis zum 6. Dezem­ber aktiv. Das Maxi­mum wird für den 28. Novem­ber erwar­tet, wobei nur etwa drei Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sein wer­den. Lei­der wird die­ser Mete­or­strom durch das hel­le Mond­licht stark beein­träch­tigt. Die Meteo­re sind mit 44 Kilo­me­tern pro Sekun­de ver­gleichs­wei­se schnell. Der Radi­ant der Novem­ber-Orio­ni­den befin­det sich etwa acht Grad nörd­lich von Betei­geu­ze.

Der schwa­che Mete­or­strom der Andro­me­diden ist vom 25. Sep­tem­ber bis zum 6. Dezem­ber aktiv. Das Maxi­mum wird am 28. Novem­ber erwar­tet. Der Radi­ant liegt bei RA 24° und DEC 41° im Stern­bild Andro­me­da. Es sind nur weni­ge Stern­schnup­pen zu sehen, die mit einer Geschwin­dig­keit von nur 18 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und dem­zu­fol­ge sehr lang­sam sind. Der Ursprungs­kör­per der Andro­me­diden ist der zer­bro­che­ne Komet 3D/Biela. Er begann sich in der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts auf­zu­lö­sen, wobei am 27. Novem­ber 1872 ein beein­dru­cken­der Mete­or­schau­er beob­ach­tet wur­de. Aus die­sem Grund wird die­ser Mete­or­strom auch als Biel­iden bezeich­net.

Erwäh­nens­wert sind in die­sem Monat außer­dem die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den, die in den Jah­ren 1925, 1935, 1985, 1995 und 2019 kur­ze, aber hef­ti­ge Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­ten. So sorg­te der Mete­or­strom im Jahr 1995 für Auf­se­hen, als inner­halb einer hal­ben Stun­de 420 Stern­schnup­pen pro Stun­de gezählt wur­den. Im Jahr 2019 lag die kor­ri­gier­te Zeni­tra­te bei 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de, das Maxi­mum dau­er­te jedoch nur 30 Minu­ten. Das Maxi­mum fin­det jedes Jahr am 21. Novem­ber statt, wobei die Zeni­tra­te im Schnitt nur bei 5 Meteo­ren pro Stun­de liegt. Der fast vol­le Mond wird die Sicht auf die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den jedoch stark beein­träch­ti­gen. Gegen 4 Uhr mor­gens steht der Radi­ant gut 30 Grad hoch am Him­mel. Mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de tre­ten die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sehr schnell in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen daher sehr schnel­le Meteo­re. Der Radi­ant befin­det sich eini­ge Grad süd­lich von Pro­kyon, dem Haupt­stern im Stern­bild Klei­ner Hund. Ein Mut­ter­kör­per ist nicht bekannt. Berech­nun­gen erge­ben jedoch eine Umlauf­zeit von etwa 500 Jah­ren für den Erzeu­ger die­ses Mete­or­stroms.

Die Tau­r­i­den sind vom 20. Sep­tem­ber bis zum 25. Novem­ber aktiv. Die­ser Mete­or­strom besteht aus zwei Teil­strö­men: den Nörd­li­chen und den Süd­li­chen Tau­r­i­den. Die Süd­li­chen Tau­r­i­den errei­chen ihr Maxi­mum im Okto­ber und sind bis zum 20. Novem­ber aktiv. Das eher brei­te Maxi­mum der Nörd­li­chen Tau­r­i­den tritt am 12. Novem­ber ein. Dabei ist der nörd­li­che Teil­strom deut­lich akti­ver als der süd­li­che. Im Durch­schnitt wer­den jedoch nur fünf bis zehn Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet, die mit einer Geschwin­dig­keit von ledig­lich 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit für den Tau­r­i­den­strom ist zwi­schen 20 Uhr und 4 Uhr mor­gens, wenn der Radi­ant hoch genug am Him­mel steht. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der peri­odi­sche Komet 2P/Encke, der auch für den Groß­teil der eklip­ti­ka­len Meteo­re aus der Ant­he­l­ionquel­le ver­ant­wort­lich ist.

Sternhimmel November 2026
Der Stern­him­mel am 15. Novem­ber 2026 um 22:00 Uhr MEZ

Der abendliche Fixsternhimmel

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der cha­rak­te­ris­ti­schen Figur des Gro­ßen Wagens hat die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont gera­de über­schrit­ten und steigt im Lau­fe der Nacht nun wie­der lang­sam höher. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit zeigt die Deich­sel­spit­ze des Wagens genau auf den Nord­punkt des Hori­zonts. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, so fin­den wir den Polar­stern, der die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung im Nor­den befin­det. West­lich davon liegt das Stern­bild Dra­che mit sei­nem rau­ten­för­mi­gen Kopf. Dar­über steigt das Stern­bild Kepheus lang­sam von der Zenit­re­gi­on her­ab. Noch höher steht das „Himmels‑W“, die Kas­sio­peia. Unter­halb des Dra­chen kön­nen wir bei guter Hori­zont­sicht noch einen Teil des Her­ku­les erken­nen. Der Nord­os­ten wird fast bis in den Zenit hin­ein von den unschein­ba­ren Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs ein­ge­nom­men, die nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Sie sind nur unter einem dunk­len Land­him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen.

Im Osten

All­mäh­lich wird der Ost­him­mel nun von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern ein­ge­nom­men. Im Süd­os­ten ist der Him­mels­jä­ger Ori­on bereits voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich von Ori­on kön­nen wir die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux erken­nen. Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund befin­det sich noch nied­rig über dem Ost­punkt des Hori­zonts. Halb­hoch über dem Hori­zont fin­den wir das Stern­bild Fuhr­mann mit der gelb­lich leuch­ten­den Capel­la sowie das Stern­bild Stier mit dem röt­li­chen Alde­ba­ran. Im Stern­bild Stier sind die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den eben­falls mit dem blo­ßen Auge leicht zu erken­nen. Noch wei­ter höher strebt das Stern­bild Per­seus sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. In die­sem Stern­bild kön­nen wir etwas ober­halb der Y‑förmigen Per­seus-Figur die bei­den hel­len Stern­hau­fen h und Chi Pers­ei mit dem blo­ßen Auge ent­de­cken. Sie erge­ben einen herr­li­chen Anblick im Fern­glas und im Tele­skop. In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten steht außer­dem das unschein­ba­re Stern­bild Luchs. Deut­lich höher, in Rich­tung Zenit, befin­den sich die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe.

Im Süden

Der Süden wird nach wie vor von den licht­schwa­chen Herbst­stern­bil­dern domi­niert. West­lich des Meri­di­ans ist bereits das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat zu sehen. Öst­lich davon schließt sich die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da an. In die­sem Stern­bild befin­det sich das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das wir noch mit blo­ßem Auge erken­nen kön­nen. Dabei han­delt es sich um die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Am bes­ten ist unse­re Nach­bar­ga­la­xie mit einem Feld­ste­cher zu sehen, vor allem unter einem dunk­len Land­him­mel. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die Andro­me­da­ga­la­xie den Meri­di­an bereits zenit­nah über­schrit­ten. Noch höher im Süd­os­ten steht der Per­seus. Dar­un­ter erken­nen wir den west­li­chen Teil des Stiers mit den Hya­den und Ple­ja­den. Wei­ter in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont sehen wir einen Teil des Flus­ses Eri­danus. Wir wen­den uns nun wie­der dem Süd­punkt zu. Direkt unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der sowie die aus nur schwa­chen Ster­nen bestehen­den Fische. Direkt unter­halb der Ster­nen­ket­te der Fische sehen wir den Ring­pla­ne­ten Saturn, der eben­falls bereits den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Genau im Süden geht der Wal­fisch gera­de durch den Meri­di­an, wäh­rend im Süd­wes­ten wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Was­ser­mann erken­nen kön­nen. Direkt über dem süd­west­li­chen Hori­zont fun­kelt der Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch noch mun­ter vor sich hin, wird aber bald unter dem Hori­zont ver­schwin­den.

Im Westen

Nun ver­schwin­den im Wes­ten auch die letz­ten Stern­bil­der des Som­mer­him­mels. Dicht über dem West­ho­ri­zont ist noch das Som­mer­drei­eck erkenn­bar. Es wird gebil­det aus den Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit steht Alta­ir jedoch bereits sehr dicht über dem Hori­zont, kurz vor sei­nem Unter­gang. Die Milch­stra­ße ver­läuft in die­ser Regi­on eben­falls in Rich­tung West­ho­ri­zont. Zwi­schen dem Som­mer­drei­eck und dem Pega­sus, knapp über dem Hori­zont, befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Ober­halb des Som­mer­drei­ecks kön­nen wir das eben­falls eher unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se sowie den Kepheus ent­de­cken. Mit­tel­hoch im Nord­wes­ten sehen wir den Dra­chen und dar­un­ter einen Teil des Stern­bilds Her­ku­les. Hoch im Süd­wes­ten befin­den sich der mäch­ti­ge Pega­sus und die Andro­me­da, die im Lau­fe der Nacht immer wei­ter zum Hori­zont hin­ab­stei­gen wer­den. Unter­halb des Pega­sus befin­det sich ein Teil des Stern­bilds Fische mit dem Ring­pla­ne­ten Saturn. In Hori­zont­nä­he ent­de­cken wir schließ­lich noch das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild des Was­ser­manns.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert