Der offene Sternhaufen Messier 26 (NGC 6694), im südlichen Sternbild Schild (Scutum), wurde am 20. Juni 1764 von dem französischen Astronomen Charles Messier im Rahmen seiner systematischen Suche nach Kometen entdeckt. Messier konnte den Sternhaufen mit seinem Teleskop nicht in Einzelsterne auflösen und stellte fest, dass er keine Nebel enthält. Messier merkte sogar an, dass er in seinem 3,5‑Fuß Teleskop nicht zu erkennen war und ein besseres Instrument erforderte. Der französische Astronom G. Bigourdan (1851–1932) wies auf die Möglichkeit hin, dass dieser Sternhaufen bereits vor 1750 durch den französischen Astronomen Guillaume Le Gentil entdeckt worden war. Der englische Astronom John Herschel beobachtete den Sternhaufen am 27. Mai 1835 ebenfalls. Er katalogisierte ihn in seinem „General Catalogue of Nebulae and Clusters“ als h3758. Er beschrieb ihn als Sternhaufen mit vielen Sternen bis zur 15. Größenklasse.
Ein lichtschwächerer offener Sternhaufen im Messier-Katalog
Messier 26 ist ein schöner, kompakter Sternhaufen. Oft wird er von Amateurastronomen übersehen. Denn er befindet sich nur wenige Grad vom deutlich bekannteren Wildentenhaufen (Messier 11) im gleichen Sternbild entfernt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,0 mag gehört er zu den schwächeren und unscheinbareren Sternhaufen im Messiers berühmten Nebelkatalog. Aufgrund des reichen Sternenfeldes inmitten der Scutum-Milchstraßenwolke stellt der Sternhaufen selbst bei idealen Beobachtungsbedingungen eine Herausforderung für Feldstecher dar. Allerdings kann er bereits recht einfach in einem dreizölligen Refraktor gesehen werden. Mit einem scheinbaren Durchmesser von 14 Bogenminuten und einer Entfernung von 5.410 Lichtjahren besitzt M 26 eine wahre Ausdehnung von rund elf Lichtjahren, mit einem Gezeitenradius von 26 Lichtjahren. Das Alter des Haufens wird in der astronomischen Literatur mit 85,3 Millionen Jahren angegeben.

Neuere Untersuchungen datieren diesen Sternhaufen jedoch auf 70 Millionen Jahre, sodass er sogar noch etwas jünger ist. Demzufolge handelt es sich bei M 26 um einen recht jungen galaktischen Sternhaufen. Seine Population besteht überwiegend aus heißen, blauen Sternen, was mit seinem jungen Alter und seiner Lage in einem Sternentstehungsgebiet übereinstimmt. Der hellste Stern der Spektralklasse B8 besitzt eine scheinbare Helligkeit von 11,9 Magnituden. Bei den vier helleren Sternen handelt es sich vermutlich um Vordergrundsterne, die physikalisch nicht zum Sternhaufen gehören. Insgesamt enthält Messier 26 rund 90 Haufenmitglieder der 11. bis 13. Größenklasse. Sie konzentrieren sich nur mäßig zum Zentrum hin (Trumpler-Klasse II 2 m). Die Gesamtzahl seiner Mitglieder wird auf 300 geschätzt. Seine Gesamtmasse beträgt nach neuen Daten der Raumsonde Gaia etwa 1.200 Sonnenmassen. Messier 26 enthält mindestens einen blauen Nachzüglerstern.
Aufgrund der Extinktion durch interstellare Staubwolken entlang der Sichtlinie des Haufens – die in diesem Gebiet und südlich davon immer dichter werden – wird das Licht von Messier 26 und den dahinter liegenden Sternen des Sagittarius-Spiralarms unserer Milchstraße um ca. 1,8 Größenklassen abgeschwächt. Dies ist auch der Grund, warum uns die lichtschwächeren Hintergrundsterne rötlich erscheinen. Bemerkenswert ist, dass sich in seinem Zentrum eine Zone geringerer Sternendichte mit einer Ausdehnung von 3,1 Bogenminuten befindet. Dies kann beispielsweise durch eine Wolke interstellarer Materie erklärt werden, die das Licht der Sterne aus unserem Blickfeld verdeckt. Eine Arbeit von James Cuffey legt jedoch nahe, dass dies nicht möglich ist und es sich tatsächlich um eine Region mit geringer Sternendichte handelt. Im Jahr 2015 erklärte Michael Merrifield von der University of Nottingham, dass es bislang keine eindeutige Erklärung für dieses Phänomen gibt.
Beobachtung
Unter einem dunklen Landhimmel erscheint Messier 26 im 10×50 Fernglas wie eine diffuse Verdichtung im Sternenfeld der Sommermilchstraße nahe dem südlichen Rand der Scutum-Wolke. Mit einem 10×70 Fujinon-Feldstecher ist M 26 etwas besser zu erkennen. Selbst mit 3‑Zoll Öffnung und niedriger Vergrößerung gelingt es noch nicht ganz, den Sternhaufen in seine Einzelsterne aufzulösen. Er zeigt sich als gemottelter Nebelfleck mit der halben scheinbaren Größe des Vollmondes und erscheint ähnlich wie ein kleiner Kugelsternhaufen. Bei höheren Vergrößerungen von 80-fach blitzen hier und da einzelne Sterne im Haufen auf. Mit einem 4 bis 5‑Zoll Refraktor sind bei mittleren Vergrößerungen bereits rund 15 bis 20 Sterne in einem 8 Bogenminuten großen Feld erkennbar. Südwestlich des Sternhaufens befindet sich ein auffälliger gelber Vordergrundstern der 9. Größenklasse. Der Hintergrund des Haufens bleibt aber weiterhin nebelhaft. Mit einem 6 bis 8‑Zoll Reflektor können bei Vergrößerungen um das 70-Fache bis zu 30 bis 40 Einzelsterne der 11. bis 13. Größenklasse gesehen werden. Diese verteilen sich recht locker über das Gesichtsfeld. Dabei sind die Sterne in einer auffälligen Raute in Zentrumsnähe sowie in einer hübschen, gebogenen Kette, die von Nord nach Ost verläuft, angeordnet. Bei einer noch höheren Vergrößerung von 120-fach fällt das leere Zentrum dieses Sternhaufens deutlich auf. Die helleren Sterne scheinen sich um das leere Zentrum zu gruppieren. Mit indirektem Sehen sind weitere schwache Sterne an der Wahrnehmungsgrenze erkennbar.
Messier 26 ist am besten in den Spätsommermonaten zu beobachten, wenn das Sternbild Schild bei uns mittelhoch am südlichen Himmel steht. Der Sternhaufen ist relativ einfach zu finden, denn er steht knapp ein Grad südöstlich von Delta Scuti (4,6 mag). Wir beginnen unsere Suche mit dem hellen Stern Altair (Alpha Aql, 0,8 mag) im Sternbild Adler. Von dort aus verlängert man die Linie, die durch die Sterne auf dem Rücken des Adlers gebildet wird, in Richtung des Teekessels im Schützen. Auf halbem Wege treffen wir nun auf das Sternbild Schild. Bei unserer Suche nach M 26 orientieren wir uns an Alpha Scuti (3,9 mag). Dann schwenken wir das Teleskop zwei Grad in östlicher Richtung, bis wir Epsilon Scuti (4,9 mag) erreichen. Nach einem weiteren Schwenk um rund ein Grad in Richtung Süden treffen wir auf Delta Sct. Die drei Sterne bilden zusammen ein rechtwinkliges Dreieck. Wenn man Delta in das Gesichtsfeld des Suchers bringt, sollte M 26 nur ¾ Grad südöstlich des Sterns als unscharfer Lichtfleck zu erkennen sein. Man kann ihn auch finden, wenn man von Messier 11 ausgeht und das Teleskop um 3 ½ Grad nach Südsüdwesten schwenkt.
Aufsuchkarte Messier 26 (79,4 KiB, 49 Downloads)
Steckbrief für Messier 26
Daten und Fakten für den offenen Sternhaufen Messier 26 im Schild (Scutum)| Objektname | Messier 26 |
| Katalogbezeichnung | NGC 6694, OCL 67, Collinder 389, Melotte 212, Raab 136 |
| Typ | offener Sternhaufen, I 1 m |
| Sternbild | Schild (Scutum) |
| Rektaszension (J2000.0) | 18h 45m 18,0s |
| Deklination (J2000.0) | -09° 22′ 50″ |
| V Helligkeit | 8,0 mag |
| Flächenhelligkeit | 12,0 mag |
| Winkelausdehnung | 10,0′ |
| Anzahl der Sterne | 30 |
| Hellster Stern | 10,3 mag |
| Durchmesser | 11 Lichtjahre |
| Entfernung | 5.410 Lichtjahre |
| Beschreibung | Cl,cL,pRi,pC,st12..15; Finderscope will show why Messier included it;70 * to 14 m |
| Entdecker | Charles Messier, 1764 |
| Sternatlanten | Cambridge Star Atlas: Chart 12 Interstellarum Deep Sky Atlas: Chart 66 Millennium Star Atlas: Charts 1341–1342 (Vol III) Pocket Sky Atlas: Chart 67 Sky Atlas 2000: Chart 16 Uranometria 2nd Ed.: Chart 125 |











[…] beim Monasterio de Piedra), hier (Fotos bei Duraton), hier, hier (ein Veteran des Saros 126), hier, hier und hier.…