Der Sternhimmel im Januar 2026

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Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend des neu­en Jah­res fin­den wir den zuneh­men­den Mond im Stern­bild Stier. Nur einen Abend spä­ter befin­det er sich im Stern­bild Zwil­lin­ge, wo wir ihn am 3. Janu­ar als Voll­mond knapp 3 ½ Grad ober­halb von Jupi­ter beob­ach­ten kön­nen. Nur einen Abend spä­ter hat unser stil­ler Beglei­ter bereits das Stern­bild Krebs erreicht. Am 5. Janu­ar fin­den wir ihn im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Krebs und Löwe. Am 6. Janu­ar steht bei sei­nem Auf­gang knapp 2 ½ Grad süd­öst­lich von Regu­lus, dem Haupt­stern im Löwen. Am 8. Janu­ar befin­det er sich im west­li­chen Teil des Stern­bil­des Jung­frau. Dort durch­läuft er am 9. Janu­ar das letz­te Vier­tel, wobei er am Mor­gen des 11. Janu­ars nur 3 Grad süd­öst­lich vom Haupt­stern Spi­ca zu fin­den ist. In den fol­gen­den Näch­ten geht der Mond erst am frü­hen Mor­gen auf und wan­dert wei­ter durch die Stern­bil­der Waa­ge und Skor­pi­on. In der Mor­gen­däm­me­rung des 15. Janu­ar kön­nen wir die abneh­men­de Mond­si­chel zum letz­ten Mal über dem süd­öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken, bis am 18. des Monats die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. In der Abend­däm­me­rung des 20. Janu­ar taucht die dün­ne, zuneh­men­de Sichel wie­der über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf. Der Mond wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten durch Stern­bil­der, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Dabei durch­läuft er das Stern­bild Was­ser­mann und steht am Abend des 23. Janu­ar nur 5 Grad ober­halb des Ring­pla­ne­ten Saturn in den Fischen. Am 26. Janu­ar fin­den wir den zuneh­men­den Halb­mond im ers­ten Vier­tel im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Fische und Wid­der. In der Nacht vom 27. auf den 28. Janu­ar zieht der Erd­tra­bant durch den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den im Stern­bild Stier. So wird der 4,3 mag hel­le Stern Tay­ge­ta (19 Tau) gegen 22:22 Uhr vom dunk­len Rand des Mon­des bedeckt. In die­ser Nacht wer­den noch eini­ge wei­te­re hel­le Ple­ja­den­ster­ne vom Mond bedeckt. In der Nacht vom 30. auf den 31. Janu­ar kön­nen wir ihn schließ­lich in der Nähe von Jupi­ter im Stern­bild der Zwil­lin­ge sehen. Gegen 6 Uhr mor­gens hat er sich dem Rie­sen­pla­ne­ten bis auf 3 Grad angenähert.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur nähert sich der Son­ne wei­ter an und erreicht am 21. Janu­ar 2026 sei­ne obe­re Kon­junk­ti­on. Danach wächst der öst­li­che Win­kel­ab­stand bis zum Monats­en­de ledig­lich auf 7 Grad an. Er bleibt in die­sem Monat dem­zu­fol­ge unbe­ob­acht­bar. Am 6. Janu­ar steht Mer­kur im Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich zu die­sem Zeit­punkt 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus steht am 6. Janu­ar 2026 in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt im gesam­ten Janu­ar unsicht­bar. Danach ent­fernt sie sich wie­der in öst­li­cher Rich­tung von ihr und erreicht bis Monats­en­de einen Abstand von 6 Grad. Am 22. Janu­ar steht sie im Aphel ihrer Bahn und befin­det sich 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Auch der rote Pla­net Mars wird von der Son­ne ein­ge­holt und steht am 9. Janu­ar 2026 in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Auch er kann sich bis zum Ende des Monats noch nicht aus den hel­len Strah­len unse­rer Son­ne befrei­en und hält sich mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf. Der Rote Pla­net bleibt dem­zu­fol­ge unbe­ob­acht­bar. Ab dem 23. Janu­ar zieht Mars vom Stern­bild Schüt­ze in das Stern­bild Steinbock.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Zwil­lin­ge und erreicht am 10. Janu­ar 2026 die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von ‑2,7 mag ist er die gan­ze Nacht über als auf­fäl­lig hel­les Gestirn am Nacht­him­mel zu sehen. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt steht er 780 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Jupi­ter um 16:00 Uhr im Osten auf und erreicht um 0:13 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Dabei steht er gut 62 Grad hoch über dem Hori­zont. Sein Unter­gang erfolgt am Mor­gen um 8:22 Uhr. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­di­an­durch­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 31. des Monats steht er bereits um 22:35 Uhr im Meri­di­an. Die Oppo­si­ti­on des Rie­sen­pla­ne­ten eig­net sich beson­ders gut, um sei­ne struk­tur­rei­che Atmo­sphä­re sowie den Lauf der vier hells­ten Gali­lei­schen Mon­de mit Bede­ckun­gen, Schat­ten­wür­fen, Ver­fins­te­run­gen und Tran­siten vor der Jupi­ter­schei­be zu beob­ach­ten. Am Äqua­tor erreicht das stark abge­plat­te­te Jupi­ter­scheib­chen zum Oppo­si­ti­ons­ter­min einen Durch­mes­ser von 46,6 Bogen­se­kun­den. Am 19. Janu­ar zieht er in einem Abstand von nur 27 Bogen­mi­nu­ten an Del­ta Gemi­no­rum vor­bei. In den Tagen davor und danach kann sei­ne Eigen­be­we­gung gegen­über dem Stern gut nach­voll­zo­gen wer­den. Fer­ner erhält Jupi­ter am 3. und 30. Janu­ar Besuch vom fast vol­len Mond.

Bei Anbruch der Nacht ist der Ring­pla­net Saturn gut 36 Grad hoch über dem süd­li­chen Hori­zont im Stern­bild Was­ser­mann zu sehen. Am 15. Janu­ar wech­selt der 1,0 mag hel­le Pla­net in das Stern­bild Fische. Am 1. Janu­ar geht Saturn um 22:53 Uhr unter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 21:09 Uhr MEZ. Damit ver­blei­ben zum Monats­en­de hin knapp drei Stun­den für die Beob­ach­tung des Ring­pla­ne­ten. Im Tele­skop erscheint sein Äqua­tor­durch­mes­ser 16,3 Bogen­se­kun­den groß. Auf­grund der Pas­sa­ge der Erde durch die Ebe­ne des Rings im letz­ten Jahr erscheint die­ser nur 1,5 Grad geöff­net. Somit erscheint der Ring im Tele­skop nur als schma­ler Strich. Aktu­ell bli­cken wir auf die Süd­he­mi­sphä­re des Pla­ne­ten. Beson­ders inter­es­sant ist die Begeg­nung des Saturns mit der zuneh­men­den Mond­si­chel am Abend des 23. Januars.

Ura­nus bewegt sich rück­läu­fig durch den Stier und kann knapp fünf Grad süd­west­lich der Ple­ja­den in der Nähe von zwei 6 mag hel­len Ster­nen auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. des Monats geht Ura­nus um 21:01 Uhr durch den Meri­di­an. Ende Janu­ar steht er bereits zwei Stun­den frü­her im Süden und erreicht dabei eine Höhe von 60 Grad über dem Hori­zont. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,7 Grö­ßen­klas­sen kann der fer­ne Eis­rie­se in dunk­len Näch­ten theo­re­tisch bereits mit blo­ßem Auge gese­hen wer­den. Im Tele­skop erscheint er als 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes, grün­li­ches Scheib­chen, wobei kei­ner­lei Details erkenn­bar sind.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, Nep­tun, bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und ver­rin­gert sei­ne Sicht­bar­keit am Abend­him­mel spür­bar. Wäh­rend er am 1. Janu­ar noch um 23:15 Uhr unter­geht, sinkt er am 31. Janu­ar bereits um 21:20 Uhr unter den west­li­chen Hori­zont. Etwa ein­ein­halb Stun­den vor sei­nem Unter­gang lohnt es sich nicht mehr, nach ihm Aus­schau zu hal­ten. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 7,9 mag ist er nur mit Fern­glas oder Tele­skop zu sehen. Zum Monats­en­de hin steht er knapp 2 Grad nord­öst­lich vom Ring­pla­ne­ten Saturn ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe für den fer­nen Eis­rie­sen die­nen kann. Selbst bei hoher Ver­grö­ße­rung erscheint Nep­tun nur als 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes, blau­grü­nes Scheibchen.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht am 23. Janu­ar 2026 im Stern­bild Stein­bock in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist daher nicht zu beob­ach­ten. Zum Zeit­punkt der Kon­junk­ti­on ist er 5,447 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Erst am 27. Juli wird der Zwerg­pla­net aus dem Kui­per­gür­tel wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne stehen.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 24P/Schaumasse bewegt sich wei­ter in den süd­li­chen Bereich des Bären­hü­ters ent­lang der Gren­ze der Stern­bil­der Jung­frau und Haar der Bere­ni­ke. Er ist etwas licht­schwä­cher als erwar­tet, kann aber mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit zwi­schen 10 und 11 mag mit­hil­fe klei­ne­rer bis mitt­le­rer Tele­sko­pe auf­ge­spürt werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres ist ein Objekt für den Abend­him­mel und im Stern­bild Wal­fisch zu sehen. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von 8,9 auf 9,1 mag ab. In die­ser Zeit ver­frü­hen sich die Unter­gän­ge von Ceres von 23:35 Uhr auf 22:28 Uhr.

Am 2. Janu­ar wan­dert die 9,8 mag hel­le (6) Hebe vom Stern­bild Was­ser­mann in den Wal­fisch. Ab dem letz­ten Monats­drit­tel sinkt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. Janu­ar geht Hebe um 22:02 Uhr unter. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich ihre Unter­gangs­zei­ten auf 21:39 Uhr.

(7) Iris wird am 7. Janu­ar im Stern­bild Löwe sta­tio­när und setzt zu ihrer Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Im Lau­fe des Monats nimmt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit von 9,9 mag auf 9,3 mag stark zu. Am 1. Janu­ar geht sie um 22:22 Uhr im Osten auf. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich ihre Auf­gangs­zei­ten auf 20:20 Uhr MEZ.

(39) Lae­ti­tia steht am 27. Janu­ar 2026 im Stern­bild Krebs in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht dabei eine schein­ba­re Hel­lig­keit von ledig­lich 10,0 mag. Die Oppo­si­ti­on in die­sem Jahr fällt daher weni­ger güns­tig aus. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von 2:14 Uhr auf 23:48 Uhr.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (40) Har­mo­nia steht am 2. Janu­ar 2026 der Son­ne im Stern­bild Zwil­lin­ge genau gegen­über. Har­mo­nia erreicht mit 9,0 Grö­ßen­klas­sen fast ihre größt­mög­li­che Hel­lig­keit. Bis zum Monats­en­de sinkt die­se wie­der auf unter 10 mag. Am 1. Janu­ar erreicht der Aste­ro­id um 0:17 Uhr die größ­te Höhe im Süden. Am 31. Janu­ar erfolgt der Meri­di­an­durch­gang bereits um 21:45 Uhr. Am 15. Janu­ar kann der 6,4 mag hel­le Stern SAO 78557 als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden die­nen. Har­mo­nia steht an die­sem Tag nur 2,5 Bogen­mi­nu­ten vom Stern entfernt.

Der Aste­ro­id (44) Nysa erreicht am 23. Janu­ar 2026 im Stern­bild Krebs eine sehr güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird dabei maxi­mal 8,6 mag hell sein. Zu Beginn des Jah­res beträgt sei­ne Hel­lig­keit noch 9,4 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Febru­ar steht Nysa um 2:03 Uhr im Meri­di­an, am 28. Febru­ar, nun mit einer Hel­lig­keit von 8,9 mag, bereits um 23:35 Uhr. Am 22. Janu­ar steht Nysa nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten von 20 Can­cri (5,8 mag) entfernt.

Meteorströme

Vom 1. bis 12. Janu­ar ist der Mete­or­strom der Qua­dran­ti­den aktiv, des­sen Radi­ant sich im Stern­bild Bären­hü­ter bei RA 15h 20m und Dek +49° befin­det. Der Name des Mete­or­stroms geht auf das nicht mehr exis­tie­ren­de Stern­bild Mau­er­qua­drant (Qua­drans Mura­lis) zurück. Das Maxi­mum wird am 3. Janu­ar gegen 16 Uhr Orts­zeit erreicht. Lei­der stört der Voll­mond die Beob­ach­tung die­ses Stroms, sodass nur die hells­ten Meteo­re sicht­bar sind. Gegen Ende der Nacht erreicht der Radi­ant, im nörd­li­chen Teil des Bären­hü­ters, eine Höhe von etwa 70 Grad. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit ist daher kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung. Im Maxi­mum tre­ten bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar mehr als 200 Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Damit gehö­ren die Qua­dran­ti­den zu den aktivs­ten Stern­schnup­pen­strö­men des Jah­res. Unter opti­ma­len Bedin­gun­gen, d. h. ohne stö­ren­den Mond­schein, kön­nen in der Regel bis zu 80 Stern­schnup­pen beob­ach­tet wer­den. In den letz­ten Jah­ren tra­ten in den Tagen nach dem Maxi­mum ver­mehrt hel­le Meteo­re auf. Ein Ursprungs­kör­per für die­sen Stern­schnup­pen­strom ist nicht bekannt. Seit 2003 wird jedoch der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung des Mete­or­stroms ver­mu­tet. Er scheint ein inak­ti­ver Über­rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 zu sein. Auch der peri­odi­sche Komet 96P/Machholz könn­te als Erzeu­ger der Qua­dran­ti­den in Fra­ge kommen.

Die Kap­pa-Can­cri­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der 2015 erst­mals nach­ge­wie­sen wur­de. Die­ser schwa­che Strom mit nur weni­gen Meteo­ren erreicht sein Maxi­mum am 9. Janu­ar gegen 23:30 Uhr. Lei­der behin­dert der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung. Der Radi­ant der Kap­pa-Can­cri­den liegt 20 Grad süd­west­lich der Ant­he­l­ion-Quel­le bei RA: 138° und Dek: 9°. Die Stern­schnup­pen die­ses Stroms sind mit etwa 47 Kilo­me­tern pro Sekun­de deut­lich schnel­ler als die der nord­öst­lich gele­ge­nen Anthelionquelle.

Die Gam­ma-Ursa-Mino­ri­den sind ein sehr schwa­cher Strom, der zwi­schen dem 10. und 22. Janu­ar beob­ach­tet wer­den kann. Der Radi­ant die­ses Mete­or­stroms ist zir­kum­po­lar. Das schwa­che Maxi­mum tritt in der Nacht vom 18. auf den 19. Janu­ar, pünkt­lich zur Neu­mond­zeit, auf. Gegen Ende der Nacht befin­det sich der Radi­ant im Kas­ten des Klei­nen Bären, etwa 70 Grad über dem Hori­zont. Bei dunk­lem Him­mel ohne stö­ren­des Mond­licht kön­nen dann drei Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet wer­den. Die Meteo­ro­iden drin­gen mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein und hin­ter­las­sen recht lang­sa­me Meteorspuren.

Die Coma-Bere­ni­ci­den sind seit Dezem­ber aktiv und bis zum 3. Febru­ar nach­weis­bar. Sie zei­gen jedoch nur eine gerin­ge Fall­ra­te von knapp drei Stern­schnup­pen pro Stun­de. Auch die Meteo­re der Coma-Bere­ni­ci­den sind mit 64 Kilo­me­tern pro Sekun­de ver­gleichs­wei­se schnell.

Im Lau­fe des Jah­res kommt es zu einer Häu­fung von Meteo­ren im Bereich der Eklip­tik in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­l­ionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung der Stern­bil­der Krebs und Löwe. Es han­delt sich um Teil­chen mit gerin­ger Bahn­nei­gung und kur­zen Umlauf­zei­ten. Im Durch­schnitt sind nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen mit einer rela­tiv lang­sa­men Geschwin­dig­keit von 30 Kilo­me­tern pro Sekun­de zu erwarten.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel Januar 2026
Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2026 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zur unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens senk­recht zum Hori­zont im Nord­os­ten. Die Deich­sel des Wagens zeigt direkt zum Hori­zont. Im Lau­fe der Nacht steigt das Stern­bild lang­sam zum Zenit auf. Ver­län­gert man die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der die genaue Nord­rich­tung anzeigt. Er befin­det sich am Ende der Deich­sel der Figur des Klei­nen Wagens. Die­ser gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, das sei­ne tiefs­te Posi­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – bereits über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bil­des Dra­che sei­ne tiefs­te Posi­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich gegen den Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens. Tief im Nord­wes­ten, etwas links unter­halb des Dra­chen, soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Stern­bild Schwan zu sehen sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch höher die Kas­sio­peia, die auch als „Himmels‑W” bekannt ist. Im Zenit­be­reich befin­den sich die kaum sicht­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs, die nur sehr licht­schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Sie sind daher nur bei sehr dunk­lem Him­mel zu erkennen.

Im Osten

Direkt über dem Ost­ho­ri­zont ist das Stern­bild Löwe gera­de voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Es kün­digt den nahen­den Früh­ling an. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der eher unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild ist unter einem dunk­len Him­mel ein blas­ser Nebel­fleck erkenn­bar. Dabei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen Prae­se­pe (Mes­sier 44), der auch als „Krip­pe” bezeich­net wird. Knapp unter­halb des Kreb­ses tau­chen Kopf und Hals der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge auf. Öst­lich davon befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild Sex­tant. Hoch im Süd­os­ten sehen wir die Ster­nen­ket­te der Zwil­lin­ge mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dort ver­weilt der­zeit auch der Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Unter­halb der Zwil­lin­ge befin­det sich der Klei­ne Hund mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenit­re­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Wagens befin­det sich das klei­ne, unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Noch tie­fer, in Hori­zont­nä­he, sehen wir das Haar der Bere­ni­ke. Zwi­schen den Vor­der­bei­nen des Gro­ßen Bären und den Zwil­lin­gen kön­nen wir bei dunk­lem Him­mel den Luchs ent­de­cken, der aller­dings nur aus sehr licht­schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Süden

Im Süden domi­nie­ren jetzt die hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­der. Der ein­drucks­vol­le Him­mels­jä­ger Ori­on mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze an der lin­ken Schul­ter und dem bläu­lich leuch­ten­den Stern Rigel am rech­ten Fuß steht nun in mitt­le­rer Höhe genau über dem Süd­punkt des Hori­zonts. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der ein­drucks­vol­le Ori­on­ne­bel, der im Schwert des Him­mels­jä­gers leicht zu erken­nen ist und bereits im Feld­ste­cher einen präch­ti­gen Anblick bie­tet. Unter­halb des Ori­on ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links davon den Gro­ßen Hund mit dem hells­ten Stern am Him­mel, Siri­us. Bei einem dunk­len Stand­ort sind dar­über die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch etwas höher das unschein­ba­re Stern­bild des Klei­nen Hun­des mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon zu erken­nen. Ober­halb des Him­mels­jä­gers befin­den sich wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der. In nord­öst­li­cher Rich­tung sind dies die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge mit den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dort kön­nen wir auch den Pla­ne­ten Jupi­ter ent­de­cken. Er ist der­zeit das hells­te Objekt am Fir­ma­ment. Nord­west­lich des Ori­on befin­det sich der Stier mit sei­nem röt­li­chen Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Den Zenit­be­reich neh­men die Stern­bil­der Fuhr­mann, mit dem hel­len, gelb­lich leuch­ten­den Stern Capel­la, Luchs und Per­seus ein. Vom rech­ten Fuß des Ori­on schlän­gelt sich der Fluss Eri­danus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont hinab.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat und die unmit­tel­bar öst­lich anschlie­ßen­de Andro­me­da ste­hen schon sehr tief über dem West­ho­ri­zont. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit ist der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des längst unter dem Hori­zont ver­schwun­den. In einer dunk­len, mond­lo­sen Nacht kön­nen wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie ent­de­cken. Noch höher liegt das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te direkt an der Spit­ze der auf dem Kopf ste­hen­den, Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck zu sehen sein. Es han­delt sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h & Chi Pers­ei. Blickt man nach Süd­wes­ten, so ent­deckt man den öst­li­chen Teil des Stern­bil­des Stier mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers und west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man die schwa­chen Ster­ne des Stern­bil­des Fische. Im süd­west­li­chen Teil des Him­mels steht das Stern­bild Wal­fisch noch auf hal­ber Höhe über dem Hori­zont. Auf der ande­ren Sei­te des West­punkts, hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia lang­sam zum Hori­zont hin­ab. Direkt über den Vor­der­bei­nen des Pega­sus, also schon recht tief im Nord­wes­ten, ist schließ­lich noch das unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se zu sehen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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