Der Sternhimmel im Januar 2022

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des neu­en Jah­res ist die dün­ne Mond­si­chel zum letz­ten Mal vor Neu­mond am Mor­gen­him­mel sicht­bar, bis am 2. Janu­ar die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Erst in der Abend­däm­me­rung des 4. Janu­ar taucht die schma­le Mond­si­chel wie­der über dem nord­west­li­chen Hori­zont auf und befin­det sich 5 Grad unter­halb des Ring­pla­ne­ten Saturn im Stern­bild Stein­bock. Nur einen Abend spä­ter fin­den wir sie 8 Grad süd­lich von Jupi­ter und am 6. Janu­ar 8 ¾ Grad nord­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten im Stern­bild Was­ser­mann. An die­sem Abend fin­det gegen 17:05 Uhr auch eine Stern­be­de­ckung des 4,0 mag hel­len Sterns Tau‑2 Aqr statt. Der Mond bedeckt den Stern an sei­ner unbe­leuch­te­ten Sei­te und gibt ihn knapp eine Stun­de spä­ter wie­der frei. Am Abend des 8. Janu­ar sehen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wal­fisch und Fische, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 9. Janu­ar wird schließ­lich das ers­te Vier­tel durch­lau­fen. Am 11. Janu­ar steht der Mond nur 2 ¾ Grad süd­öst­lich von Ura­nus im Stern­bild Wid­der. Am 12. Janu­ar fin­den wir den zuneh­men­den Mond vor dem „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“, das aus den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. In der Nacht vom 13. auf den 14. Janu­ar läuft unser stil­ler Beglei­ter nörd­lich an Alde­ba­ran vor­bei, dem Haupt­stern des Stiers. Zur Monats­mit­te fin­den wir ihn im Grenz­ge­biet der bei­den Stern­bil­der Stier und Zwil­lin­ge. Der Mond wan­dert wei­ter durch die Zwil­lin­ge und befin­det sich dann am 17. des Monats 3 ½ Grad unter­halb von Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Am 18. des Monats wird die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen. Er steht dabei nur 3 Grad nord­öst­lich der Pra­e­se­pe im Krebs. Nach der Voll­mond­nacht wird der Erd­tra­bant immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er wan­dert in den Fol­ge­näch­ten wei­ter durch die Stern­bil­der Löwe und Jung­frau. Am Mor­gen des 25. Janu­ar befin­det sich der Mond im letz­ten Vier­tel und knapp 6 Grad öst­lich von Spi­ca, dem Haupt­stern des Stern­bilds Jung­frau. Am Mor­gen des 26. Janu­ar wird ein wei­te­rer hel­ler Stern vom Mond bedeckt. Gegen 6:40 Uhr ver­schwin­det der 2,8 mag hel­le Dop­pel­stern Alpha Lib an der beleuch­te­ten Sei­te des Mon­des. Der Aus­tritt erfolgt dann lei­der in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung und ist nicht beob­acht­bar. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter das Stern­bil­der Waa­ge hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung am 28. Janu­ar knapp 4 Grad öst­lich von Ant­ares im Skor­pi­on auf­spü­ren. Am Mor­gen des 29. Janu­ar befin­det sich die Mond­si­chel 6 Grad west­lich unse­res roten Nach­bar Mars und in der Nähe des Mor­gen­stern Venus nied­rig im Süd­os­ten. An die­sem Mor­gen kön­nen wir sie zum letz­ten Mal vor Son­nen­auf­gang und für die­sen Monat über dem süd­öst­li­chen Hori­zont erhaschen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist zu Beginn des Jah­res am Abend­him­mel sicht­bar, wo er am 4. Janu­ar Besuch von der dün­nen, zuneh­men­den Mond­si­chel erhält. Zu Beginn des Monats Janu­ar geht der 0,7 mag hel­le Pla­net um 17:26 Uhr im Wes­ten unter. Am 7. Janu­ar erreicht er mit 19°13′ Abstand sei­ne größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Gegen 17 Uhr ist es end­lich dun­kel genug, um den ‑0,7 mag hel­len inne­ren Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems und knapp 7 Grad hoch über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf­zu­spü­ren. Am 9. Janu­ar zeigt sich das 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen halb beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Danach wächst der schein­ba­re Durch­mes­ser des Scheib­chens wei­ter an. Die Sichel­ge­stalt Mer­kurs nimmt im Lau­fe der Abend­sicht­bar­keit eben­falls wei­ter zu. Am Abend des 13. Janu­ar kann Mer­kur zum letz­ten Mal mit dem blo­ßen Auge auf­ge­fun­den wer­den. Er geht an die­sem Abend um 17:54 Uhr unter. Die Hel­lig­keit ist zu die­sem Zeit­punkt bereits wie­der zurück­ge­gan­gen und beträgt nur noch 0,1 Grö­ßen­klas­sen. Am 14. Janu­ar wird Mer­kur sta­tio­när und eilt danach immer schnel­ler wer­dend, rück­läu­fig auf die Son­ne zu, die er am 23. Janu­ar 2022 auch erreicht. Er steht an die­sem Tag in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Anfang Febru­ar taucht der flin­ke Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Am 15. Janu­ar läuft Mer­kur noch durch das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich 46 Mil­li­on Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn entfernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus, im Stern­bild Schüt­ze, hat sich bereits zu Beginn des Jah­res vom Abend­him­mel zurück­ge­zo­gen und steht am 9. Janu­ar 2022 in unte­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Zum Zeit­punkt der Kon­junk­ti­on ist Venus nur 40 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Nur noch an den ers­ten Aben­den im Janu­ar kann unser Nach­bar­pla­net, mit Hil­fe eines licht­star­ken Fern­gla­ses oder Tele­skops, in der hel­len Abend­däm­me­rung beob­ach­tet wer­den. Der ‑4,3 mag hel­le Pla­net zeigt sich dar­in mit einer extrem schma­le Sichel­ge­stalt, wobei der Durch­mes­ser des Venus­scheib­chens statt­li­che 61 Bogen­se­kun­den beträgt. Sie geht am 1. Janu­ar bereits um 17:20 Uhr unter, rund 75 Minu­ten nach Son­nen­un­ter­gang. Ab der Mit­te des Monats taucht die Venus, rund eine Stun­de vor Son­nen­auf­gang, wie­der am Mor­gen­him­mel auf und bleibt dort bis in den Herbst hin­ein sicht­bar. Der Venus­auf­gang erfolgt Mit­te Janu­ar um 6:54 Uhr. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 5:33 Uhr. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht sie zu die­sem Zeit­punkt bereits 12 Grad hoch über dem Hori­zont. Ihre Hel­lig­keit ist dann auf ‑4,8 mag ange­stie­gen. Im Fern­rohr zeigt sie sich dann als 50 Bogen­se­kun­den gro­ßes und zu 14,5% beleuch­te­te Sichel. Am 23. Janu­ar durch­läuft die Venus das Peri­hel ihrer Bahn und befin­det sich dann 107,5 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Am Mor­gen des 29. Janu­ar ergibt sich ein inter­es­san­ter Anblick mit der Venus und der dün­nen Mond­si­chel über dem Süd­ost­ho­ri­zont, die sich in der Nähe des Pla­ne­ten Mars aufhält.

Unser roter Nach­bar Mars taucht lang­sam wie­der am Mor­gen­him­mel auf und kann unter güns­ti­gen Bedin­gun­gen recht­läu­fig bereits mit dem blo­ßen Auge im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger auf­ge­fun­den wer­den. Am 19. Janu­ar wech­selt der Rote Pla­net in das Stern­bild Schüt­ze. Die Hel­lig­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten steigt leicht um 0,1 Grö­ßen­klas­sen auf 1,4 mag. Am 1. Janu­ar geht Mars um 6:11 Uhr im Süd­os­ten auf. Am 31. Janu­ar erfolgt sein Auf­gang bereits um 5:57 Uhr. Eine Beob­ach­tung von Mars mit Tele­sko­pen lohnt noch nicht, weil der schein­ba­re Durch­mes­ser des Mars­scheib­chens gera­de ein­mal 4,3 Bogen­se­kun­den beträgt. Am 29. Janu­ar erhält Mars Besuch von der abneh­men­den Mondsichel.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist als ‑2,1 mag hel­les, auf­fäl­li­ges Objekt noch am Abend­him­mel auf­find­bar, steht bei Ein­bruch der Nacht aber bereits sehr tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont. Er wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 20:31 Uhr auf 19:11 Uhr zum Ende des Monats. Damit beträgt die Sicht­bar­keits­dau­er von Jupi­ter und sei­nen 4 hells­ten Mon­den Ende Janu­ar nur noch gut 1 Stun­de. Am 5. und 6. Janu­ar kann die Mond­si­chel in der Nähe von Jupi­ter beob­ach­tet werden.

Der Ring­pla­net Saturn, recht­läu­fig im Stern­bild Stein­bock, zieht sich im Janu­ar end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück. Zunächst ist der 0,8 mag hel­le Ring­pla­net noch in der Abend­däm­me­rung sicht­bar, wird zum Monats­en­de hin schließ­lich unsicht­bar. Er nähert sich sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne, die er am 4. des nächs­ten Monat auch errei­chen wird. Am 1. Janu­ar geht Saturn um 18:44 Uhr im Süd­wes­ten unter. Bis zum 15. Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 17:58 Uhr. Am Abend des 4. und 5. Janu­ar kann die Mond­si­chel in der Nähe des Ring­pla­ne­ten auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus wird lang­sam zum Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und wan­dert immer lang­sa­mer wer­dend, rück­läu­fig durch das Stern­bild Wid­der. Am 18. Janu­ar wird er sta­tio­när und been­det auch sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 Grö­ßen­klas­sen, kann man Ura­nus theo­re­ti­sche schon mit dem blo­ßen Auge auf­spü­ren. Er steht knapp 11 Grad süd­öst­lich von Alpha Ari (2,0 mag). Im Tele­skop ist aber nur eine 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 3:19 Uhr um zwei Stun­den Ende Januar.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kann recht­läu­fig im Was­ser­mann auf­ge­spürt wer­den, zieht sich im Lau­fe des Janu­ar aber all­mäh­lich vom Abend­him­mel zurück. Ende des Monats wird es schwie­rig, den 7,9 mag hel­len Pla­ne­ten mit Hil­fe eines licht­star­ken Feld­ste­chers oder Tele­skops auf­zu­spü­ren, weil er sich bei Ein­bruch der Nacht schon zu nahe am Hori­zont auf­hält. Zu Beginn des Monats bleibt für eine Beob­ach­tung des fer­nen Eis­rie­sen aber noch gut 3 Stun­den. Am 1. Janu­ar geht Nep­tun um 22:25 Uhr im Wes­ten unter. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich die Unter­gangs­zei­ten auf 20:31 Uhr. Im Tele­skop ist nur ein 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes blau­grü­nes Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to, im Stern­bild Schüt­ze, steht am 16. Janu­ar 2022 in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. An die­sem Tag tren­nen uns 5,299 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter vom Zwerg­pla­ne­ten. Erst am 20. Juli 2022 steht Plu­to wie­der in Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der peri­odi­sche Komet 4P/Faye zieht einen klei­nen Bahn­bo­gen im Stern­bild Ein­horn und wech­selt ab dem letz­ten Monats­drit­tel in das Stern­bild Ori­on. Der Schweif­stern kann mit einer nahe­zu kon­stan­ten Hel­lig­keit um 11,5 mag in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­ge­sucht werden.

Der peri­odi­sche Komet 19P/Borrelly erreicht in die­sem Monats sei­ne größ­te Hel­lig­keit. Er bewegt sich vom Stern­bild Wal­fisch kom­mend, steil in Rich­tung Nor­den, in Rich­tung auf das Stern­bild Fische zu. Somit ver­bes­sern sich im Lau­fe des Janu­ar die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen für die­sen Schweif­stern am Abend­him­mel spür­bar. Mit einer Hel­lig­keit um 9 Grö­ßen­klas­sen ist der Schweif­stern bereits in licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­ne­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar. Am 1. Febru­ar erreicht der Komet, mit 199 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand, die Sonnennähe.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 67P/T­schur­ju­mow-Gerasi­men­ko zieht einen klei­nen Bahn­bo­gen in der Nähe von Iota Cnc im Stern­bild Krebs. Der Schweif­stern ist momen­tan noch etwas hel­ler als erwar­tet. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit zwi­schen 9,5 und 10,5 mag, kann man den Kome­ten bereits in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen um Mit­ter­nacht her­um hoch am Him­mel aufspüren.

Der Komet C/2019 L3 (ATLAS) kann mit einer Hel­lig­keit zwi­schen 9,5 und 10 mag bereits in klei­ne­ren und mitt­le­ren Fern­roh­ren beob­ach­tet wer­den. Der Schweif­stern zieht im Janu­ar durch den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Zwil­lin­ge und ist die gesam­te Nacht zu beob­ach­ten. Zum Monats­en­de steht ATLAS nur weni­ge Bogen­mi­nu­ten öst­lich des 9,5 mag hel­len offe­nen Stern­hau­fens NGC 2266.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres zieht sich im Lau­fe des Janu­ars immer mehr aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Der Him­mels­kör­per bremst sei­ne rück­läu­fi­ge Bewe­gung durch das Stern­bild Stier stark ab und wird am 16. Janu­ar schließ­lich sta­tio­när. Damit endet auch Ceres Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Auch die schein­ba­re Hel­lig­keit von Ceres sinkt im Lau­fe des Janu­ars von anfangs 7,9 auf 8,4 mag. Damit ist der Zwerg­pla­net immer noch ein leich­tes Objekt für das Fern­glas oder ein klei­nes Tele­skop. Am 1. Janu­ar steht Ceres um 04:50 Uhr im Süden. Am 31. Janu­ar erreicht der Zwerg­pla­net bereits um 3:03 Uhr den Meridian.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (7) Iris kommt am 13. Janu­ar 2022 im Stern­bild der Zwil­lin­ge wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht ein Hel­lig­keit von 7,7 mag. Damit kann der Aste­ro­id bereits sehr leicht mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf­ge­fun­den wer­den und ist sogar noch etwas hel­ler als der Zwerg­pla­net Ceres. Zum Jah­res­be­ginn und Ende Janu­ar beträgt die schein­ba­re Hel­lig­keit jeweils 7,8 und 8,2 mag. Am 1. Janu­ar steht Iris um 1:14 Uhr im Süden und Ende Janu­ar bereits um 22:40 Uhr. Am 16. Janu­ar kann der Aste­ro­id in der Nähe des 5,3 mag hel­len Dop­pel­sterns 68 Gem auf­ge­fun­den wer­den. Bei­de Objek­te befin­den sich dann 8,5 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der entfernt.

(20) Mas­sa­lia zieht zuerst noch durch den Löwen und wech­selt ab dem 27. Janu­ar in das Stern­bild Krebs. Sie erreicht dort am 5. Febru­ar 2022 wie­der die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit noch 9,6 mag. Bis Ende Janu­ar steigt die­se auf 8,7 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Janu­ar erreicht Mas­sa­lia um 3:01 Uhr ihren höchs­ten Punkt im Süden und am 31. Janu­ar bereits um 0:43 Uhr.

Der Aste­ro­id (44) Nysa wan­dert durch den Stier und ist zu Beginn des Jah­res noch 9,6 mag hell. Am 13. Janu­ar fällt ihre Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Klein­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 22:10 Uhr auf zwei Stun­den zum Monatsende.

Meteorströme

Vom 1. bis 10. Janu­ar sind die Qua­dran­ti­den aktiv, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Ihr Name geht auf das nicht mehr exis­tie­ren­de Stern­bild Mau­er­qua­drant (Qua­drans Mura­lis) zurück. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 3. Janu­ar gegen 21:30 Uhr statt. Weil auch am 2. Janu­ar Neu­mond ist, ist das Maxi­mum des Mete­or­stroms in die­ser Nacht opti­mal zu beob­ach­ten. Zum Ende der Nacht erreicht der Radi­ant, im nörd­li­chen Teil des Bären­hü­ters, eine Höhe von ca. 70 Grad. Des­halb beob­ach­tet man am bes­ten in der begin­nen­den Mor­gen­däm­me­rung. Zum Maxi­mums­zeit­punkt tau­chen bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar über 200 Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Damit gehö­ren die Quand­tran­ti­den zu den aktivs­ten Mete­or­strö­men des Jah­res. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 zu sein scheint. Auch der peri­odi­sche Komet 96P/Machholz könn­te ein Erzeu­ger der Qua­dran­ti­den in Fra­ge kommen.

Die Dezem­ber-Leo­nis-Mino­ri­den sind bereits Mit­te Dezem­ber aktiv und noch bis in den Febru­ar hin­ein nach­weis­bar. Im gesam­ten Akti­vi­täts­zeit­raum errei­chen sie Raten zwi­schen 3 und 5 Meteo­ren pro Stun­de. Der Radi­ant im Stern­bild Klei­ner Hund, steht gegen Mit­ter­nacht genü­gend hoch am Him­mel. Die Stern­schnup­pen sind mit 64 Kilo­me­tern pro Sekun­de sehr schnell. Ein Ursprungs­kör­per für den Mete­or­strom ist nicht bekannt.

Einen sehr schwa­chen Strom stel­len die Gam­ma-Ursae-Mino­ri­den dar, die zwi­schen dem 10. bis 22. Janu­ar beob­acht­bar sind. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 18. zum 19. Janu­ar statt. Zum Ende der Nacht befin­det sich der Radi­ant, im Kas­ten des Klei­nen Bären gele­gen, rund 70 Grad hoch über dem Hori­zont, so das man unter einem dunk­len Him­mel mit nur 3 Meteo­re pro Stun­de rech­nen kann. Lei­der stört der noch fast vol­le Mond die Beob­ach­tung. Die Meteo­ro­iden drin­gen mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein und zei­gen recht lang­sa­me Meteorspuren.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus Rich­tung der Stern­bil­der Krebs und Löwe. Es han­delt sich dabei um Teil­chen mit gerin­gen Bahn­nei­gun­gen und kur­zen Umlauf­zei­ten. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besitzen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel Januar 2022
Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2022 um 22:00 Uhr MEZ 

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, senk­recht zum Hori­zont ste­hend im Nord­os­ten. Die Deich­sel des Wagens zeigt dabei direkt in Rich­tung des Hori­zonts. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel der Figur des Klei­nen Wagens. Die­se gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, der nun sei­ne die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – bereits über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Hori­zont erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. Tief im Nord­wes­ten, etwas links unter­halb des Dra­chens gele­gen, soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch wei­ter höher die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch „Himmels‑W“ genannt wird. Die Zenitge­gend wird aus den kaum auf­fäl­li­gen Stern­bil­dern der Giraf­fe und des Luchs gebil­det, die nur sehr schwa­che Ster­nen ent­hal­ten. Die­se Stern­bil­der sind des­halb nur unter einem wirk­lich dunk­len Land­him­mel zu erkennen.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Stern­bild des Löwen voll­stän­dig erschie­nen. Es kün­det vom nahen­den Früh­ling. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Land­him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), auch Krip­pe genannt. Direkt unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge und öst­lich davon das unschein­ba­re Stern­bild Sex­tant erschie­nen. Hoch im Süd­os­ten ent­de­cken wir die Stern­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dar­un­ter befin­det sich der Klei­ne Hund, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und den Zwil­lin­gen gele­gen, kön­nen wir unter einem dunk­len Him­mel noch den unschein­ba­ren Luchs ent­de­cken, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze, an der lin­ken Schul­ter sowie dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel, am rech­ten Fuß, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont. Er hat soeben den Meri­di­an erreicht. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der beein­dru­cken­de Ori­on­ne­bel, der im Schwert­ge­hän­ge des Him­mels­jä­gers leicht erkenn­bar ist und schon im Feld­ste­cher einen präch­ti­gen Anblick bie­tet. Unter­halb des Ori­ons ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben den Gro­ßen Hund, mit dem hel­len Stern Siri­us. Siri­us ist der hells­te Stern am irdi­schen Fir­ma­ment. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher das unschein­ba­re Stern­bild des Klei­nen Hun­des, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das nord­öst­lich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Nord­west­lich vom Ori­on ent­de­cken wir auch den Stier, mit sei­nem röt­lich leuch­ten­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Die Zenitre­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem unschein­ba­ren Luchs und dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran, Rigel, Siri­us, Pro­kyon und Pol­lux gebil­det wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend, schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont herab.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich dar­an anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter dem Hori­zont ver­schwun­den. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei. Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten, ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers, direkt west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da gele­gen, befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch, im süd­west­li­chen Teil des Him­mels, befin­det sich noch halb­hoch über dem Hori­zont. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes, noch hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus und damit schon recht nied­rig im Nord­wes­ten, steht noch das unschein­ba­re Stern­bild der Eidechse.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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