Der Sternhimmel im Januar 2021

Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend im Monat fin­den wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Krebs. Am 2. Janu­ar steht er nur 4 ¼ Grad ober­halb von Regu­lus, dem Haupt­stern im Stern­bild Löwe. Nun wird unser stil­ler Beglei­ter immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Nach dem der Mond das Stern­bild Löwe hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn in der Nacht vom 5. auf den 6. Janu­ar im Stern­bild Jung­frau auf­spü­ren, wo dann auch am 6. des Monats das letz­te Vier­tel erreicht wird und der Mond erst gegen Mit­ter­nacht auf­geht. Am 7. Janu­ar befin­det er sich 6 Grad nord­öst­lich von Spi­ca in der Jung­frau und am Mor­gen des 8. Janu­ar im Stern­bild der Waa­ge. Am Mor­gen des 10. Janu­ar steht die dün­ne Mond­si­chel nur 5 Grad nord­öst­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Skor­pi­on. In der Mor­gen­däm­me­rung des 11. Janu­ar kommt es zu einer inter­es­san­ten Begeg­nung mit dem Mor­gen­stern Venus über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. Dabei befin­det sich die sehr dün­ne Sichel des abneh­men­den Mon­des nur 7 Grad nord­west­lich unse­res Nach­bar­pla­ne­ten. An die­sem Mor­gen kön­nen wir die Mond­si­chel auch zum letz­ten Mal am Mor­gen­him­mel beob­ach­ten, bis am 13. Janu­ar die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird.
In der Abend­däm­me­rung des 14. Janu­ar taucht die sehr dün­ne Sichel des zuneh­men­den Mon­des wie­der über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf. Dabei befin­det sie sich nur 8 Grad öst­lich von Jupi­ter und 4 Grad öst­lich von Mer­kur im Stern­bild Stein­bock. Am bes­ten beob­ach­tet man die­se Begeg­nung mit einem Feld­ste­cher. An den Fol­ge­aben­den wan­dert die Mond­si­chel wei­ter in Rich­tung Osten und durch­schrei­tet Him­mels­re­gio­nen, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Nach­dem unser Erd­tra­bant die Stern­bil­der Was­ser­mann, Fische und Wal­fisch hin­ter sich gelas­sen hat, wird am 20. Janu­ar das ers­te Vier­tel durch­lau­fen. Außer­dem läuft der Mond in die­ser Nacht auch süd­lich am Pla­ne­ten Mars vor­bei. Am 21. Janu­ar steht er nur 6 Grad süd­öst­lich unse­res roten Nach­barn im Stern­bild Wid­der. In der Nacht von 22. auf den 23. Janu­ar kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Wid­der und Stier auf­spü­ren, direkt west­lich des Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, dass aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den flan­kiert wird. Am Mor­gen des 24. Janu­ar steht der Mond schließ­lich genau zwi­schen die­sen bei­den Stern­hau­fen und nur 4 ½ Grad ober­halb des Haupt­sterns Alde­ba­ran im Stier. In der Nacht vom 24. auf den 25. Janu­ar kön­nen wir den Mond im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Stier, Zwil­lin­ge und Ori­on beob­ach­ten. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert der Mond wei­ter durch die Zwil­lin­ge und steht dann am 28. Janu­ar als Voll­mond im Stern­bild Krebs. Nur einen Abend spä­ter befin­det er sich aber­mals nahe Regu­lus im Löwen und am letz­ten Abend im Janu­ar schließ­lich wie­der in der Jungfrau.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist zu Beginn des Jah­res noch unsicht­bar. Ab der Monats­mit­te kann Mer­kur in sei­ner zweit­bes­ten Abend­sicht­bar­keit des Jah­res tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf­ge­fun­den wer­den. Dabei steht er in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der als Auf­such­hil­fe für den inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems die­nen kann. Am 24. Janu­ar 2021 erreicht er sei­ne größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne und befin­det sich dann 18°34′ von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Am 29. Janu­ar erreicht er mit 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Abstand auch das Peri­hel sei­ner Bahn. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kann man den Pla­ne­ten unter guten Sicht­be­din­gun­gen bereits am 15. Janu­ar, kurz nach Son­nen­un­ter­gang und tief im Süd­wes­ten, als ‑0,9 mag hel­les Objekt in einem Feld­ste­cher erspä­hen. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung befin­det er sich noch 4 ½ Grad hoch über dem Hori­zont. An die­sem Abend sinkt Mer­kur um 17:43 Uhr unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie. Die bes­te Zeit für eine Sich­tung des flin­ken Pla­ne­ten am Abend­him­mel liegt zwi­schen dem 22. und 26. Janu­ar. Zum letz­ten Mal kön­nen wir Mer­kur dann am Abend des 29. Janu­ar sehen, wenn sei­ne Hel­lig­keit bereits wie­der auf 0,3 mag zurück­ge­gan­gen ist. Sein Unter­gang erfolgt an die­sem Abend um 18:25 Uhr. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit Jupi­ter am 11. Janu­ar, wenn der Pla­net in nur 1 ½ Grad Abstand süd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter vor­bei­zieht, was aller­dings nur in einem Fern­glas oder klei­nen Tele­skop in der hel­len Abend­däm­me­rung beob­acht­bar ist. Am 14. Janu­ar gesellt sich die nur 1,5 Tage alte zuneh­men­de Mond­si­chel zu Mer­kur hin­zu und befin­det sich in einem Abstand von nur 4 Grad süd­öst­lich des Pla­ne­ten. Im Tele­skop zeigt sich Mer­kur am 25. des Monats zur Hälf­te beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Der Durch­mes­ser sei­nes Pla­ne­ten­scheib­chens beträgt an die­sem Tag 7,2 Bogen­se­kun­den. Am 30. Janu­ar wird der flin­ke Pla­net sta­tio­när und eilt dann schnell auf die Son­ne zu. Am 8. Febru­ar steht Mer­kur dann in der unte­ren Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zentralgestirn.

Die ‑3,9 mag hel­le Venus ist nach wie vor Mor­gen­stern und kann noch kurz vor Son­nen­auf­gang tief über dem süd­öst­li­chen Hori­zont gese­hen wer­den. Auf­grund der immer frü­her ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung und der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, wird die Venus ab dem letz­ten Monats­drit­tel für das blo­ße Auge unsicht­bar. Sie nähert sich in die­ser Zeit wei­ter der Son­ne an. Ihr west­li­cher Abstand sinkt von anfangs 20,4 auf nur noch 15,9 Grad. Am 1. Janu­ar erfolgt ihr Auf­gang um 6:42 Uhr und am 31. Janu­ar erst um 7:18 Uhr. Der schein­ba­re Durch­mes­ser des Venus­scheib­chens schrumpft von anfangs 10,8 auf 10,2 Bogen­se­kun­den. Dage­gen nimmt ihr Beleuch­tungs­grad wei­ter zu von anfangs 94% auf 98%. Somit sehen wir sie kurz vor ihrem ver­schwin­den als Voll­ve­nus. Aller­dings erreicht die Venus erst Ende März die obe­re Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 11. Janu­ar steht die dün­ne Mond­si­chel knapp 7 Grad west­lich des Morgensterns.

Unser roter Nach­bar Mars ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische. Am 7. Janu­ar wech­selt der Rote Pla­net in das Stern­bild Wid­der. Die Hel­lig­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten geht wei­ter deut­lich zurück von anfangs ‑0,3 mag auf 0,4 mag. Mit dem Rück­gang der Hel­lig­keit schrumpft auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wei­ter von anfangs 10,4 auf nur noch 7,9 Bogen­se­kun­den, so dass wir kaum noch Ein­zel­heit auf des­sen Ober­flä­che beob­ach­tet kön­nen. Zu Beginn des Monats geht Mars um 2:04 Uhr im Wes­ten unter. Bis Ende Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 1:34 Uhr. Am 21. Janu­ar erhält unser Nach­bar­pla­net Besuch vom zuneh­men­den Halb­mond. Gleich­zei­tig zieht Mars nur 1,7 Grad nörd­lich an Ura­nus vor­bei, was in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter kann Anfang Janu­ar noch mit ‑2,0 mag Hel­lig­keit tief im Süd­wes­ten in der Abend­däm­me­rung gese­hen wer­den und bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Stein­bock. Aller­dings steht er jeden Abend immer etwas tie­fer über dem Hori­zont, so dass man ihn im letz­ten Janu­ar­d­rit­tel nicht mehr mit blo­ßen Auge auf­spü­ren kann. Am 1. Janu­ar geht Jupi­ter um 17:54 Uhr unter. Bis zum 15. Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 17:19 Uhr. Am 11. Janu­ar steht Pla­net Mer­kur nur 1 ½ Grad vom Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter ent­fernt, was aber nur in Fern­glä­sern beob­acht­bar ist. Am 29. Janu­ar erreicht Jupi­ter schließ­lich in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und hält sich dann mit der Son­ne am Tag­him­mel auf.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich eben­falls recht­läu­fig durch den Stein­bock und kann noch zu Jah­res­be­ginn tief im Süd­wes­ten am Abend­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Er befin­det sich dabei nur 1,4 Grad west­lich von Jupi­ter ent­fernt. Mit 0,7 mag Hel­lig­keit, ist der Ring­pla­net deut­lich licht­schwä­cher als der Rie­sen­pla­net und kann dann nur noch mit Hil­fe eines Feld­ste­chers oder klei­nen Tele­skops gese­hen wer­den. Zur Monats­mit­te hin steht Saturn bereits zu nah bei der Son­ne und wird schließ­lich unsicht­bar. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 17:47 Uhr auf 17:01 Uhr bis Mit­te Janu­ar. Am 9. Janu­ar zieht Mer­kur an Saturn vor­bei, was auf­grund der hel­len Abend­däm­me­rung selbst im Feld­ste­cher schwie­rig beob­acht­bar ist. Am 24. Janu­ar 2021 steht der Ring­pla­net schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Sonne.

Ura­nus bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend durch den Wid­der und kommt am 14. Janu­ar 2021 zum Still­stand. Damit endet auch sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Sein Umkehr­punkt befin­det sich unge­fähr 9 Grad süd­lich des 2,6 mag hel­len Sterns Beta Ari. Danach bewegt sich Ura­nus wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Sei­ne Hel­lig­keit geht in die­sem Monat leicht zurück und beträgt Ende Janu­ar 5,8 mag. Damit ist Ura­nus unter einem dunk­len Him­mel bereits mit blo­ßem Auge zu erspä­hen. Spä­tes­tens mit einem Feld­ste­cher soll­te es gelin­gen, den schein­bar nur 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßen grün­li­chen Pla­ne­ten auf­zu­spü­ren. Aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zieht sich Ura­nus im Janu­ar lang­sam zurück. Am 1. Janu­ar geht Ura­nus um 2:54 Uhr unter. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 0:56 Uhr. Am 22. des Monats zieht der Pla­net Mars in nur 1°43′ Abstand nörd­lich an Ura­nus vor­bei, der dann gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun ist noch ein Objekt für den Abend­him­mel und wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Was­ser­mann. Ab Mit­te Janu­ar wird der Pla­net schließ­lich unbe­ob­acht­bar, weil es auch immer spä­ter dun­kel wird und der Pla­net immer frü­her im Wes­ten unter­geht. Zu Beginn des Monats sinkt Nep­tun um 22:12 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Ende Janu­ar erfolgt sein Unter­gang bereits um 20:18 Uhr. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 7,9 mag, benö­tigt man für die Beob­ach­tung von Nep­tun ein Fern­glas oder ein klei­nes Tele­skop. Im Fern­rohr ist aller­dings nur ein bläu­li­ches und 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Als Auf­such­hil­fe für den fer­nen Pla­ne­ten kann der 4,2 mag hel­le Stern Phi Aqr die­nen. Nep­tun befin­det sich rund 1 Grad nord­öst­lich von die­sem Stern.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kommt am 14. Janu­ar 2021 im Stern­bild Schüt­ze in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und bleibt unsicht­bar. Erst am 18. Juli 2021 erreicht der fer­ne und nur in grö­ße­ren Tele­sko­pen beob­acht­ba­re Him­mels­kör­per wie­der die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zum Zeit­punkt der Kon­junk­ti­on befin­det sich Plu­to 5,116 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2020 M3 (ATLAS) erreich­te letz­ten Monat eine Hel­lig­keit von 8,5 mag. Aller­dings zeig­te sich der Schweif­stern in licht­star­ken Fern­glä­sern recht dif­fus und mit einer rund 10 Bogen­mi­nu­ten gro­ßen Koma (DC 1–2), so dass er selbst unter einem Land­him­mel kein ein­fa­ches Objekt war. Im Janu­ar bleibt der Komet zir­kum­po­lar und kann im Stern­bild Fuhr­mann, nörd­lich vom Haupt­stern Capel­la, mit einer Hel­lig­keit um 10 mag bereits in klei­ne­ren und mitt­le­ren Tele­sko­pen die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den. Gegen 22 Uhr steht C/2020 M3 (ATLAS) in der Nähe des Zenits und ist somit opti­mal am Him­mel platziert.

Der peri­odi­sche Komet 88P/Howell ist ein Objekt für den frü­hen Abend­him­mel und mit 11 Grö­ßen­klas­sen Hel­lig­keit in grö­ße­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar. Aller­dings steht der Schweif­stern bei Ein­bruch der Nacht bereits sehr nied­rig im Wes­ten im Stern­bild Wassermann.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 141P/Machholz erreicht im Janu­ar vor­aus­sicht­lich die 12. Grö­ßen­klas­se und ist in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­find­bar. Der Komet hat im Dezem­ber eine Kern­tei­lung erlit­ten und zieht im Lau­fe des Janu­ar vom Was­ser­mann kom­mend, wei­ter durch das Stern­bild Wal­fisch in Rich­tung Osten. Er ist vor allem in der 1. Nacht­hälf­te zu beobachten.

Der Komet 156­P/­Rus­sell-LINE­AR kann im Janu­ar mit einer Hel­lig­keit zwi­schen 11 und 12 mag in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Er ist am bes­ten am Abend­him­mel sicht­bar und bewegt sich im Lau­fe des Monats durch die Stern­bil­der Fische und Drei­eck. Zwi­schen dem 8. und 11. Janu­ar zieht der Schweif­stern am Drei­ecks­ne­bel (Mes­sier 33) vorbei!

Der 9,3 mag hel­le Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert durch den Was­ser­mann und ist nur noch ein Objekt für den Abend­him­mel. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 21:08 Uhr auf 20:13 Uhr zum Monats­en­de. Am 1. Janu­ar wan­dert Ceres an der 11,5 mag hel­len Gala­xie NGC 7492 in nur 6 Bogen­mi­nu­ten Abstand vorbei!

(4) Ves­ta wan­dert durch den Löwen und wird am 23. Janu­ar sta­tio­när. Anschlie­ßend bewegt sie sich rück­läu­fig durch das Stern­bild. Damit beginnt der Aste­ro­id sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode, die in die­sem Jahr am 4. März 2021 sehr güns­tig aus­fal­len wird. Zwi­schen dem 11. und 14. Janu­ar zieht Ves­ta ein kur­zes Bahn­stück durch das Stern­bild Jung­frau. Die Hel­lig­keit des Klein­pla­ne­ten steigt leicht von Anfang 7,4 auf 6,7 mag, so dass sie bereits sehr ein­fach in Feld­ste­chern sicht­bar ist. Ihr Meri­diandurch­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:54 Uhr auf 3:03 Uhr zum Ende des Monats. Damit ist der Aste­ro­id am bes­ten in der zwei­ten Nacht­hälf­te beobachtbar.

(8) Flo­ra bewegt sich wei­ter durch den Wal­fisch und ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te. Ihr Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Janu­ar zurück von anfangs 9,6 auf 10 mag. Am 1. Janu­ar geht Flo­ra um 2:28 Uhr im Wes­ten unter und am 31. Janu­ar bereits um 1:30 Uhr. Am 7. Janu­ar begeg­net der Aste­ro­id den 4,3 mag hel­len Stern Xi2 Cet in nur 2,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand. Am 20. Janu­ar kann 85 Cet (6,3 mag) als Auf­such­hil­fe die­nen. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt dann 4,5 Bogenminuten.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (10) Hygiea kommt am 28. Janu­ar 2020 im Stern­bild Krebs wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht für weni­ge Tage nur eine Hel­lig­keit von 9,9 mag. Zu Beginn des Monats steht Hygiea um 2:24 Uhr im Süden und Ende Janu­ar bereits um Mit­ter­nacht. Am 18. Janu­ar kann der 6,4 mag hel­le Stern 54 Cnc als Auf­such­hil­fe die­nen. Bei­de Objek­te ste­hen dann nur eine hal­be Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der entfernt.

(14) Ire­ne steht am 24. Janu­ar 2020 der Son­ne genau gegen­über und erreicht im Stern­bild Krebs eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,3 mag. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit noch 9,9 mag und Ende Janu­ar wie­der 9,4 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 2:20 Uhr auf 23:52 Uhr.

Der Aste­ro­id (15) Euno­mia erreicht am 21. Janu­ar 2021 ihre Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild Krebs und wird 8,4 mag hell. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit noch 8,9 mag und Ende Janu­ar wie­der 8,7 mag. Am 1. Janu­ar steht Euno­mia um 1:57 Uhr im Süden. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gangs­zei­ten auf 23:22 Uhr. Am 10. Janu­ar befin­det sich Euno­mia nur 8,5 Bogen­mi­nu­ten von 25 Cnc (6,2 mag) entfernt.

Der Aste­ro­id (18) Mel­po­me­ne wird ab 8. Janu­ar wie­der hel­ler als 10 mag und kann eben­falls im Stern­bild Krebs auf­ge­fun­den wer­den. Am 31. Janu­ar beträgt ihre Hel­lig­keit 9,5 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Janu­ar steht Mel­po­me­ne um 2:47 Uhr im Süden und am 31. Janu­ar bereits um 0:24 Uhr.

(29) Amphi­tri­te wan­dert durch den Löwen und wird am 21. Janu­ar wie­der hel­ler als 10 mag. Sie ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und stei­gert ihre Hel­lig­keit zum Monats­en­de auf 9,6 mag. Am 1. Janu­ar steht Mel­po­me­ne um 4:17 Uhr im Süden. Am 31. Janu­ar erreicht sie bereits um 2:11 Uhr den Meri­di­an. Am 29. Janu­ar kann Amphi­tri­te in der Nähe der Gala­xie NGC 3384 (10,0) mag auf­ge­fun­den wer­den. Und am 30. Janu­ar wan­dert sie in nur 2 Bogen­mi­nu­ten Abstand an der Gala­xie Mes­sier 105 (9,3 mag) vorbei.

Meteorströme

Vom 1. bis 10. Janu­ar sind die Qua­dran­ti­den aktiv, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Ihr Name geht auf das nicht mehr exis­tie­ren­de Stern­bild Mau­er­qua­drant (Qua­drans Mura­lis) zurück. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 3. Janu­ar gegen 15:30 Uhr statt, so dass man am bes­ten in den Mor­gen­stun­den des 3. Janu­ar beob­ach­tet. Lei­der stört der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung in der zwei­ten Nacht­hälf­te. Zum Ende der Nacht erreicht der Radi­ant eine Höhe von ca. 70 Grad. Zum Maxi­mums­zeit­punkt tau­chen bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar über 200 Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Damit gehö­ren die Quand­tran­ti­den zu den aktivs­ten Strö­men des Jah­res. Gegen Mor­gen kann man, auf­grund des Mon­des, mit 20 bis 30 Qua­dran­ti­den pro Stun­de rech­nen. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 zu sein scheint. Auch der peri­odi­sche Komet 96P/Machholz könn­te ein Erzeu­ger der Qua­dran­ti­den in Fra­ge kommen.

Einen sehr schwa­chen Strom stel­len die Gam­ma-Ursae-Mino­ri­den dar, die zwi­schen dem 10. bis 22. Janu­ar beob­acht­bar sind. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 18. zum 19. Janu­ar statt. Zum Ende der Nacht befin­det sich der Radi­ant, im Kas­ten des Klei­nen Bären, rund 70 Grad hoch über dem Hori­zont, so das man unter einem dunk­len Him­mel mit nur 3 Meteo­re pro Stun­de rech­nen kann. Die Meteo­re las­sen sich ohne Stö­rung durch den Mond beob­ach­ten. Die Meteo­ro­iden drin­gen mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein und zei­gen recht lang­sa­me Meteorspuren.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung des Stern­bilds Krebs und Löwe. Es han­delt sich dabei um Teil­chen mit gerin­gen Bahn­nei­gun­gen und kur­zen Umlauf­zei­ten. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besitzen.

Der abendliche Fixsternhimmel 

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2021 um 22:00 Uhr MEZ 

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, nahe­zu senk­recht im Nord­os­ten. Die Deich­sel des Wagens zeigt dabei direkt in Rich­tung Hori­zont. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, der nun sei­ne die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – bereits über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Hori­zont erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. Tief im Nord­wes­ten, etwas links unter­halb des Dra­chens gele­gen, soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch wei­ter höher die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch „Himmels‑W“ genannt wird. Die Zenitge­gend wird aus den kaum auf­fäl­li­gen Stern­bil­dern der Giraf­fe und des Luchs gebil­det, die nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht. Die­se Stern­bil­der sind des­halb nur unter einem wirk­lich dunk­len Land­him­mel zu erkennen.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Stern­bild des Löwen voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­digt vom nahen­den Früh­ling. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Land­him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), auch Krip­pe genannt. Direkt unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge und öst­lich davon das unschein­ba­re Stern­bild Sex­tant erschie­nen. Hoch im Süd­os­ten ent­de­cken wir die Stern­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dar­un­ter befin­det sich der Klei­ne Hund, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und den Zwil­lin­gen gele­gen befin­det sich noch der unschein­bar Luchs, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze, an der lin­ken Schul­ter, und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel, am rech­ten Fuß, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont und hat soeben den Meri­di­an erreicht. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der beein­dru­cken­de Ori­on­ne­bel, der im Schwert­ge­hän­ge des Him­mels­jä­gers leicht erkenn­bar ist und schon im Feld­ste­cher einen präch­ti­gen Anblick bie­tet. Unter­halb des Ori­ons ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben den Gro­ßen Hund, mit dem hel­len Stern Siri­us. Siri­us ist der hells­te Stern am irdi­schen Fir­ma­ment und zur Zeit das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher, das unschein­ba­re Stern­bild des Klei­nen Hun­des, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das nord­öst­lich vom Ori­on die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Nord­west­lich vom Ori­on ent­de­cken wir auch den Stier, mit sei­nem röt­lich leuch­ten­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Die Zenitre­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem unschein­ba­ren Luchs und dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran, Rigel, Siri­us, Pro­kyon und Pol­lux gebil­det wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend, schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont herab.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich dar­an anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter dem Hori­zont ver­schwun­den. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei. Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten, ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers, direkt west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da gele­gen, befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Im Stern­bild Wid­der steht zur Zeit auch unser roten Nach­bar­pla­net Mars, der aller­dings seit dem Herbst wie­der deut­lich an Hel­lig­keit ver­lo­ren hat. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch, im süd­west­li­chen Teil des Him­mels, befin­det sich noch halb­hoch über dem Hori­zont. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes, noch hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus und damit schon recht nied­rig im Nord­wes­ten, steht noch das unschein­ba­re Stern­bild der Eidechse.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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