Der Sternhimmel im Monat Januar 2016

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Der Lauf des Mondes

In den Mor­gen­stun­den des Neu­jahrs­ta­ges steht der abneh­men­de Mond in der Jung­frau und nur 6 ½ Grad vom Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter ent­fernt. Am nächs­ten Mor­gen ist dann auch das Letz­te Vier­tel erreicht. Am 3. Janu­ar kön­nen wir ihn nur 6 ½ nörd­lich von Mars und nur einen Mor­gen spä­ter 5 Grad öst­lich des Roten Pla­ne­ten ent­de­cken. In der Mor­gen­däm­me­rung des 6. Janu­ar ergibt sich ein inter­es­san­ter Anblick, wenn die Mond­si­chel sich dem Mor­gen­stern Venus nörd­lich annä­hert. Der Gegen­sei­ti­ge Abstand der bei­den beträgt nur 8 Grad. Am nächs­ten Mor­gen bil­det die schma­le Sichel des Mon­des ein annä­hernd gleich­schenk­li­ges Drei­eck mit Venus und Saturn. Dabei befin­det sich der Mond nur 2 ½ Grad von Saturn und 4 Grad von Venus ent­z­fernt. In der Mor­gen­däm­me­rung des 8. Janu­ar sehen wir die Mond­si­chel – nur 43 Stun­den vor Neu­mond – dann zum letz­ten Mal über dem öst­li­chen Hori­zont auf­stei­gen, bis am 10. schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist.
Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kann die nur 38 Stun­den alte schma­le Mond­si­chel bereits am 11. Janu­ar wie­der über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. An den Fol­ge­aben­den wan­dert unser Erd­tra­bant ereig­nis­los wei­ter in Rich­tung Osten und durch Gebie­te des Him­mels, die nur schwä­che­re Ster­ne ent­hal­ten und wo kei­ne hel­len Pla­ne­ten zu fin­den sind. Am 17. Janu­ar steht der schon wie­der halb beleuch­te­te Mond in den Fischen. Das Ers­te Vier­tel ist erreicht. Am Abend des 19. Janu­ar kann der Mond im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“, zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Ple­ja­den und Hya­den im Stier auf­ge­fun­den wer­den. Im Lau­fe der Nacht wan­dert er durch die Hya­den, wobei gegen 1:10 Uhr der 4 mag hel­le Stern The­ta 1 Tau­ri bedeckt wird. Am 20. Janu­ar gegen 3 Uhr mor­gens befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter dann nur noch 1 Grad west­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Gegen 4:25 Uhr wird der Stern, von der der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des, bedeckt. Lei­der ist der Mond zu die­sem Zeit­punkt vie­ler­orts schon unter dem Hori­zont ver­schwun­den. Voll­mond ist schließ­lich am 24. Janu­ar im Stern­bild Krebs.
Nur einen Tag nach der Voll­mond­pha­se kön­nen wir ihn in der Nähe von Regu­lus im Stern­bild Löwe und am 27. Janu­ar nur 2 Grad süd­west­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter auf­fin­den. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Nun wan­dert er bis zum Monats­en­de durch das Stern­bild Jungfrau.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur kann zu Jah­res­be­ginn noch tief im Süd­wes­ten beob­ach­tet wer­den. Am 1. Janu­ar kann man ihn mit einer Hel­lig­keit von ‑0,6 mag gegen 17 Uhr für knapp 20 Minu­ten in der Abend­däm­me­rung auf­spü­ren. Er steht dabei nur rund 5 Grad über dem Hori­zont. Danach ver­sinkt er um 17:38 Uhr im Wes­ten. Zum letz­ten Mal kön­nen wir den flin­ken Pla­ne­ten wahr­schein­lich am 4. Janu­ar in der Abend­däm­me­rung und mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf­spü­ren. Die Unter­gangs­zei­ten von Mer­kur blei­ben dabei kon­stant. Am 5. Janu­ar wird Mer­kur sta­tio­när und nähert sich anschlie­ßend von Osten her schnell der Son­ne an. Am 8. Janu­ar erreicht er sein Peri­hel und ist dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Schließ­lich erreicht er am 14. Janu­ar die unte­re Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Im Fern­rohr erscheint der 0,1 mag hel­le Pla­net 8,0 Bogen­se­kun­den groß. Nach der Kon­junk­ti­on ent­fernt sich der Pla­net wie­der rasch von der Son­ne und kann dann bereits Ende Janu­ar tief im Süd­os­ten am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Der Mor­gen­stern Venus kann dabei als Auf­such­hil­fe die­nen. Am 31. Janu­ar geht der 0,0 mag hel­le Mer­kur um 6:25 Uhr auf. Knapp 20 Minu­ten spä­ter hat er sich genü­gend hoch aus den hori­zont­na­hen Schich­ten her­aus bewegt, so dass er even­tu­ell sogar mit blo­ßem Auge auf­ge­fun­den wer­den kann. Knapp ein hal­bes Grad nörd­lich von Mer­kur steht auch der 2,9 mag hel­le Stern Pi Sgr, der zur for­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung aller­dings nur im Fern­glas sicht­bar ist.

Die Venus ist nach wie vor Mor­gen­stern und steht zu Monats­be­ginn noch 37 Grad west­lich der Son­ne. Aller­dings ver­kürzt sie ihre Sicht­bar­keit im Lau­fe des Monats deut­lich, weil auch die Son­ne jeden Mor­gen etwas eher auf­geht. Venus wan­dert im Janu­ar recht­läu­fig durch die Stern­bil­der Skor­pi­on, Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze. Am 1. des Monats geht der ‑4,0 mag hel­le Mor­gen­stern um 5:04 Uhr auf. Bis zum 31. Janu­ar ver­spä­ten sich die Auf­gän­ge um rund eine Stun­de. Die Hel­lig­keit ver­rin­gert sich in die­ser Zeit um 0,1 mag. Der schein­ba­re Durch­mes­ser der Venus ver­rin­gert sich eben­falls im Lau­fe des Monats von 14,4 auf 12,5 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad steigt leicht von 77% auf 85%. Am 6. Janu­ar steht die Venus nur 6 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons und in der Nähe von Saturn. Am dar­auf­fol­gen­den Mor­gen erhält sie Besuch von der dün­nen Mond­si­chel. Somit ste­hen nun Venus, Saturn und der Mond in einem Gesichts­feld von unge­fähr 4 Grad. Am 9. Janu­ar kommt es zu einer engen Begeg­nung mit dem Ring­pla­ne­ten, tief im Süd­wes­ten am Mor­gen­him­mel, wobei der Mor­gen­stern nur 5 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich am Ring­pla­ne­ten vor­bei zieht. Auch die Tage vor und nach der Kon­junk­ti­on sind inter­es­sant, weil die rela­tiv schnel­le Bewe­gung der Venus gegen­über dem Saturn augen­schein­lich wird.

Unser roter Nach­bar Mars im Stern­bild Jung­frau ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und stei­gert sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand von der Son­ne von anfangs 71 auf 86 Grad. Dabei hält er sich in der Nähe des Haupt­sterns Spi­ca auf. Am 17. Janu­ar tritt Mars schließ­lich in das Stern­bild Waa­ge über. Der Pla­net stei­gert sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit im Lau­fe des Janu­ar von anfangs 1,3 auf 0,8 mag. Das Mars­scheib­chen bleibt aber nach wie vor unauf­fäl­lig und ver­grö­ßert sich nur unwe­sent­lich von 5,6 auf 6,8 Bogen­se­kun­den, so dass kaum Details auf sei­ner Ober­flä­che zu erken­nen sind. Zu Beginn des Monats geht Mars um 1:58 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge um nur ein hal­be Stun­de auf 1:30 Uhr. Am 3. des Monats wan­dert der abneh­men­den Mond nur 1,5 Grad nörd­lich am Mars vor­bei. Am sel­ben Tag beginnt auf der Nord­halb­ku­gel des Mars auch der Sommer.

Jupi­ter im Stern­bild Löwe wird am 8. Janu­ar sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Anschlie­ßend wan­dert der Rie­sen­pla­net wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Somit wird der Pla­net immer bes­ser sicht­bar und domi­niert die zwei­te Nacht­hälf­te. Im Lau­fe des Monats geht er bereits deut­lich vor Mit­ter­nacht auf. Gleich­zei­tig ist er nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Mor­gen­him­mel. Am 1. Janu­ar erscheint der ‑2,2 mag hel­le Jupi­ter um 22:34 Uhr im Osten. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 20:31 Uhr. Sei­ne Hel­lig­keit hat in die­ser Zeit auf ‑2,4 mag und sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser von anfangs 39,1 auf 42,5 Bogen­se­kun­den zuge­nom­men. Die Stun­den nach Mit­ter­nacht sind die bes­te Zeit, den Lauf sei­ner 4 hells­ten Mon­de und sei­ne Atmo­sphä­ren­bän­der zu beob­ach­ten, wenn der Pla­net in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont steht. Des Wei­te­ren steht am 28. Janu­ar der abneh­men­de Mond nur 1,4 Grad süd­lich des Riesenplaneten.

Saturn bewegt sich recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger und kann kurz vor Ende der Nacht im Osten auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt 0,5 mag und sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser 15,8 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 5:52 Uhr auf 4:09 Uhr. Sein Ring ist dabei 26,2 Grad geöff­net. Am 7. Janu­ar steht die sehr schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des gegen 7 Uhr mor­gens in der Nähe von Saturn. Am 9. Janu­ar kommt es zu einer sehr engen Kon­junk­ti­on mit unse­rem Schwes­ter­pla­ne­ten Venus, wobei die Venus nur 5 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich am Ring­pla­ne­ten vor­bei zieht.

Der grün­lich leuch­ten­de und zum Monats­en­de hin 5,9 mag hel­le Pla­net Ura­nus kann recht­läu­fig in den Fischen auf­ge­fun­den wer­den. Er ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und ver­la­gert im Lau­fe des Monats sei­ne Unter­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Somit lässt er sich am bes­ten bei Ein­bruch der Dun­kel­heit im Süden beob­ach­ten. Im Fern­rohr erscheint Ura­nus nur 3,5 Bogen­se­kun­den groß. Zu Beginn des Janu­ar geht Ura­nus um 1:00 Uhr unter. Bis Monats­en­de sinkt der Pla­net bereits zwei Stun­den frü­her unter die west­li­che Horizontlinie.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kann noch in den ers­ten Janu­ar­aben­den im Stern­bild Was­ser­mann, aller­dings nur in licht­star­ken Instru­men­ten tief im Süd­wes­ten auf­ge­fun­den wer­den. Er nähert sich aber wei­ter­hin sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne am 28. Febru­ar, so dass er schon Mit­te des Monats von der Him­mels­büh­ne abtritt. Die Hel­lig­keit des schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßen Pla­ne­ten sinkt auf 8,0 mag. Am 1. Janu­ar geht Nep­tun um 21:14 Uhr unter. Bis zum 15. Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 20:21 Uhr. Am 13. Janu­ar zieht die zuneh­men­de Mond­si­chel nur 2 Grad nörd­lich am bläu­lich leuch­ten­den Pla­ne­ten vor­bei, was in licht­star­ken Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze steht am 6. Janu­ar in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und ist des­halb nicht beob­acht­bar. Zu die­sem Zeit­punkt ist der Him­mels­kör­per knapp 34 AE bzw. 5,086 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Erst am 7. Juli 2016 erreicht der Zwerg­pla­net wie­der die Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2013 US10 (Cata­li­na) wird nun immer bes­ser am Abend­him­mel sicht­bar und ist ein schö­nes Objekt für den Feld­ste­cher. Selbst in klei­nen und mitt­le­ren Tele­sko­pen sind zwei Schwei­fe erkenn­bar und zei­gen visu­ell eine Län­ge von ca. 0,5 Grad am Him­mel. Der um 6 mag hel­le Komet befin­det sich zum Jah­res­be­ginn in der Nähe von Ark­tur im Stern­bild Bären­hü­ter und bewegt nun steil in Rich­tung Nor­den. Dabei durch­läuft Cata­li­na recht schnell und nach­ein­an­der die Stern­bil­der Klei­ner Löwe, Gro­ßer Bär, Dra­che und Giraf­fe. Zum ers­ten Monats­drit­tel hin wird der Komet zir­kum­po­lar und kul­mi­niert zur Monats­mit­te zenit­nah am Mor­gen­him­mel. Am 14. und 15. Janu­ar befin­det sich Cata­li­na in der Nähe von Eta UMa, am äußers­ten Deich­sels­tern des Gro­ßen Wagens, und pas­siert in der Nacht vom 16. auf den 17. Janu­ar die Gala­xie Mes­sier 101, in einem Abstand von etwa 2 Grad.

Ein Info­blatt mit Auf­such­kar­ten und Ephe­me­ri­den kann auf mei­ner Web­sei­te als PDF-Datei her­un­ter­ge­la­den werden.

Der Komet C/2013 X1 (Pan­starrs) ist ein Objekt für den Abend­him­mel und kann im süd­öst­li­chen Bereich des Stern­bilds Pega­sus auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt um 10 mag, so dass der Schweif­stern in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Der Komet C/2014 S2 (Pan­starrs) bewegt sich lang­sam wei­ter durch den Dra­chen und kann am Mor­gen- als auch am Abend­him­mel in nörd­li­cher Rich­tung beob­ach­tet wer­den. Er bleibt im gan­zen Monat Janu­ar über zir­kum­po­lar. Sei­ne Koma ist gut kon­den­siert und weist eine Hel­lig­keit zwi­schen 8,5 bis 9,0 mag auf. In mitt­le­ren Tele­sko­pen ist sogar ein klei­ner Schwei­fan­satz von weni­gen Bogen­mi­nu­ten Län­ge erkennbar.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres im Stern­bild Schüt­ze steht zu nah bei der Son­ne und ist nicht beobachtbar.

(4) Ves­ta bewegt sich recht­läu­fig durch den Wal­fisch und kann noch am frü­hen Abend­him­mel beob­ach­tet wer­den. Sie geht am 1. Janu­ar um 23:37 Uhr unter. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich ihre Unter­gän­ge um ziem­lich genau eine Stun­de. Die Hel­lig­keit des Klein­pla­ne­ten sinkt dabei von anfangs 7,9 auf 8,2 mag. Am 20. Janu­ar kann Ves­ta in der Nähe des 4,8 mag hel­len Sterns 20 Ceti auf­ge­fun­den wer­den. Der Abstand beträgt nur 7,5 Bogenminuten.

(5) Astraea kann im Stern­bild Löwe auf­ge­spürt wer­den und wird ab 8. Janu­ar wie­der hel­ler als 10 mag. Am 9. Janu­ar wird sie sta­tio­när und bewegt sich anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig am Him­mel. Damit beginnt auch ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Bis zum Ende des Monats stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf 9,3 mag. Am 1. Janu­ar steht Astraea um 3:36 Uhr im Süden. Am 31. Janu­ar über­schrei­tet der Aste­ro­id bereits um 1:32 Uhr den Meri­di­an. Am 30. des Monats zieht sie in nur 0,8 Grad Abstand an Regu­lus vor­bei, dem Haupt­stern des Löwen.

(15) Euno­mia bewegt sich durch das Stern­bild Fische und geht zu Monats­an­fang um 1:29 Uhr unter. Am Monats­en­de sinkt sie bereits zwei Stun­den frü­her unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. In die­ser Zeit geht die Hel­lig­keit von anfangs 9,4 auf 9,8 mag zurück.

Die Hel­lig­keit von (27) Euter­pe fällt im Lau­fe des Monats stark ab von anfangs 8,8 auf nun­mehr 9,7 mag. Sie bewegt sich zu Beginn des Monats noch durch die Zwil­lin­ge und wech­selt ab 5. Janu­ar in den Stier. Anfang Janu­ar steht Euter­pe um 23:27 Uhr im Süden und am 31. Janu­ar bereits um 21:11 Uhr.

(40) Har­mo­nia wird in der letz­ten Janu­ar­wo­che wie­der hel­ler als 10 mag und zieht durch den Löwen. Bis zum Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit auf 9,8 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 3:11 Uhr auf 0:52 Uhr.

Der Aste­ro­id Nr. 115 Thy­ra kommt am 25. Janu­ar im Stern­bild Krebs in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,8 mag. Bis zum 30. Janu­ar fällt die­se wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se ab. Am 1. Janu­ar steht Thy­ra um 2:24 Uhr im Süden. Ende des Monats erreicht der Aste­ro­id bereits um 23:47 Uhr den Meri­di­an. Ab Mit­te Janu­ar zieht der Aste­ro­id nörd­lich an der Krip­pe im Krebs (Mes­sier 44) vor­bei. Am 24. Janu­ar befin­det sich der Klein­pla­net nur 3,5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,3 mag hel­len Stern Eta Can­cri ent­fernt, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Meteorströme

Vom 1. bis 5. Janu­ar sind die Qua­dran­ti­den aktiv, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Der Name geht auf das nicht mehr exis­tie­ren­de Stern­bild Mau­er­qua­drant (Qua­drans Mura­lis) zurück. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 4. Janu­ar gegen 9 Uhr statt, so dass man am bes­ten nach Mit­ter­nacht bis zur More­gen­däm­me­rung hin­ein beob­ach­tet. Zu die­sem Zeit­punkt steht der Radi­ant genü­gend hoch am Him­mel und der Anstieg der Akti­vi­tät ist leich­ter zu beob­ach­ten. Teil­chen­s­im­mu­la­tio­nen deu­ten aller­dings auf einen etwas zei­ti­ger statt­fin­den­des Maxi­mum gegen 23 Uhr am 3. Janu­ar bis 3 Uhr am 4. Janu­ar hin. Zum Maxi­mums­zeit­punkt tau­chen bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar über 200 Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Damit gehö­ren die Quand­tran­ti­den zu den aktivs­ten Strö­men des Jah­res. Der zu 32 Pro­zent beleuch­te­te, abneh­men­de Mond wird gegen 2 Uhr mor­gens die Beob­ach­tung der des Mete­or­stroms ein wenig stö­ren. Gegen Mor­gen kann dann unge­fähr mit 80 bis 100 Qua­dran­ti­den pro Stun­de gerech­net wer­den. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 ist. Auch der peri­odi­sche Komet 96P/Machholz könn­te als Erzeu­ger der Qua­dran­ti­den in Fra­ge kommen.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung der Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs. Es han­delt sich dabei um Teil­chen mit gerin­gen Bahn­nei­gun­gen und kur­zen Umlauf­zei­ten. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besitzen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Januar 2016

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2016 um 22:00 MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, nahe­zu senk­recht im Nord­os­ten. Die Wagen­deich­sel zeigt dabei direkt in Rich­tung Hori­zont. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, der nun sei­ne die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Hori­zont erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens herum.
Tief im Nord­wes­ten, etwas links unter­halb des Dra­chens gele­gen, soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch wei­ter höher die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch „Himmels‑W“ genannt wird. Die Zenitge­gend wird aus dem kaum auf­fäl­li­gen Stern­bild der Giraf­fe gebil­det, das nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht. Die Ster­ne der Giraf­fe sind des­halb nur unter einem wirk­lich dunk­len Land­him­mel zu erkennen.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Stern­bild Löwe voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­digt vom nahen­den Früh­ling. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te auch der Rie­sen­pla­net Jupi­ter erkenn­bar sein, der sich soeben über den Ost­ho­ri­zont gescho­ben hat. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Land­him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), auch Krip­pe genannt. Direkt unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge erschienen.
Hoch im Süd­os­ten ent­de­cken wir die Stern­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dar­un­ter befin­det sich der Klei­ne Hund, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und den Zwil­lin­gen befin­det sich noch der unschein­bar Luchs, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze, an der lin­ken Schul­ter, und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel, am rech­ten Fuß, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe und hat soeben den Meri­di­an erreicht. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der beein­dru­cken­de Ori­on­ne­bel (Mes­sier 42), der im Schwert­ge­hän­ge des Ori­ons leicht erkenn­bar ist. Unter­halb des Him­mels­jä­gers befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben der Gro­ße Hund, mit dem hel­len Siri­us. Siri­us ist der hells­te Stern am irdi­schen Fir­ma­ment. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher, den unschein­ba­ren Klei­nen Hund mit sei­nem hel­len Haupt­stern Prokyon.
Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen eben­falls noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Rechts ober­halb vom Ori­on ent­de­cken wir den Stier, mit sei­nem röt­lich leuch­ten­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Die Zenitre­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran, Rigel, Siri­us, Pro­kyon und Pol­lux gebil­det wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont herab.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich dar­an anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter dem Hori­zont ver­schwun­den. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei.
Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten, ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers, direkt west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da gele­gen, befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch, im Süd­wes­ten, befin­det sich noch halb hoch über dem Hori­zont. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes, noch hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus und damit schon recht nied­rig im Nord­wes­ten, steht noch das unschein­ba­re Stern­bild der Eidechse.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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