Der Sternhimmel im Monat März 2016

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats kön­nen wir den abneh­men­den Mond am Mor­gen nur 5 ½ Grad öst­lich des roten Pla­ne­ten Mars auf­spü­ren. Nur einen Mor­gen spä­ter fin­den wir ihn 3 Grad nörd­lich von Saturn im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Die schma­le Sichel des Mon­des wan­dert an den dar­auf­fol­gen­den Mor­gen­den wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock. Zum letz­ten Mal kön­nen wir die dün­ne Sichel am Mor­gen des 7. März, nur knapp über dem öst­li­chen Hori­zont, auf­spü­ren. Knapp 2 ½ Grad süd­lich der Sichel steht auch die Venus, die mit Hil­fe eines Fern­gla­ses beob­ach­tet wer­den kann. Am 9. des Monats ist dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht. An die­sem Tag fin­det auch eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis in Indo­ne­si­en und in der Pazi­fik­re­gi­on statt, deren par­ti­el­le Pha­se in Euro­pa lei­der unbe­ob­acht­bar bleibt.
Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel bereits am 10. März, nur 39 ½ Stun­den nach Neu­mond, über dem west­li­chen Hori­zont ent­de­cken. Danach wan­dert der Mond wei­ter nach Osten durch die Stern­bil­der Fische, Wal­fisch und Stier und steht am 13. März knapp 9 ½ Grad süd­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den. Am 14. des Monats befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter 2 ½ Grad öst­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Nur einen Abend spä­ter ist das Ers­te Vier­tel erreicht. Am 16. März fin­den wir den Mond nur 1 ½ Grad nord­öst­lich von Alhena (Gam­ma Gemi­no­rum) in den Zwil­lin­gen. Zum Früh­lings­an­fang, am 20. März, befin­det er sich 3 Grad süd­lich von Regu­lus und am 21. des Monats 4 Grad west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Voll­mond ist schließ­lich in den frü­hen Nach­mit­tags­stun­den des 23. März. An die­sem Tag fin­det eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Mon­des statt, die wir eben­falls nicht beob­ach­ten kön­nen. Nach­dem der nun wie­der abneh­men­de Mond am 24. März Spi­ca in der Jung­frau nörd­lich pas­siert hat, wird die­ser nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 26. März wird gegen 4:23 Uhr der 4,3 mag hel­le Stern Kap­pa Vir­gi­nis vom Mond bedeckt. In den Mor­gen­stun­den des 29. März ergibt sich für Früh­auf­ste­her ein inter­es­san­ter Anblick über dem süd­öst­li­chen Hori­zont: Unser roter Nach­bar Mars, Saturn und der Mond bil­den ein recht­wink­li­ges Drei­eck am Mor­gen­him­mel. Dar­un­ter fin­den wir noch Ant­ares im Skor­pi­on, der den Anblick kom­plet­tiert. Am dar­auf­fol­gen­de Mor­gen hat der abneh­men­de Mond bereits den Ring­pla­ne­ten Saturn hin­ter sich gelas­sen. Am Monats­en­de steht der Erd­tra­bant aber­mals im Stern­bild des Schützen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist im März nicht beob­acht­bar und nähert sich recht­läu­fig immer mehr der Son­ne. Am 23. März erreicht er sei­ne obe­re Kon­junk­ti­on zu unse­ren Zen­tral­ge­stirn. Auch die Begeg­nun­gen mit Nep­tun am 10. März und Ura­nus am 31. des Monats blei­ben unbeobachtbar.

Die Beob­ach­tungs­zeit des Mor­gen­sterns Venus geht im März zu Ende. Bei guter Hori­zont­sicht kann unser Schwes­ter­pla­net aber noch kurz vor Son­nen­auf­gang tief im Osten auf­ge­fun­den wer­den. Sie zieht dabei durch die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann. Ab dem zwei­ten Monats­drit­tel wird man dann umsonst nach dem ‑3,9 mag hel­len Mor­gen­stern Aus­schau hal­ten. Sie ist dann gege­be­nen­falls nur noch im Fern­glas auf­find­bar. Aller­dings erreicht Venus erst am 6. Juni ihre obe­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Im Tele­skop zeigt sich das Venus­scheib­chen Mit­te des Monats 10,8 Bogen­se­kun­den groß und zu 93 % beleuch­tet. Am 1. März geht der Mor­gen­stern um 6:08 Uhr auf. Ende des Monats erfolgt ihr Auf­gang bereits um 5:23 Uhr (6:23 Uhr Som­mer­zeit). Am 20. steht die Venus mit 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter im Aphel ihrer Bahn. Ihre Begeg­nung mit Nep­tun an die­sem Mor­gen bleibt lei­der unbeobachtbar.

Unser roter Nach­bar Mars ist nach wie vor ein auf­fäl­li­ges Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te und geht nach Mit­ter­nacht auf. Er zieht am 13. März vom Stern­bild Waa­ge kom­mend immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig in den Skor­pi­on. Dabei hält er sich in der Nähe von Ant­ares auf, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons, der eine ähn­li­che Far­be wie unser roter Nach­bar besitzt. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,3 auf ‑0,5 mag stark an. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst von 8,7 auf 11,6 Bogen­se­kun­den. Dabei ist das Mars­scheib­chen zu 90% beleuch­tet. Die Abbrem­sung am Him­mel und sein Hel­lig­keits­an­stieg sind ein gutes Zei­chen, dass sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode kurz bevor steht. Aller­dings steht Mars erst am 22. Mai der Son­ne genau gegen­über. Zu Beginn des Monats geht der Rote Pla­net um 0:49 Uhr auf. Ende des März erfolgt sein Auf­gang bereits um 23:39 Uhr (0:39 Uhr Som­mer­zeit). Am 16. März zieht Mars nur 9 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich an Beta Scor­pii (2,5 mag) vor­bei. Am 28. März steht der Pla­net nur 4 Grad nörd­lich des abneh­men­den Mondes.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich rück­läu­fig durch den süd­öst­li­chen Teil des Löwen und kommt am 8. März in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Jupi­ter ist dann die gan­ze Nacht über sicht­bar und domi­niert mit sei­ner Hel­lig­keit von ‑2,5 mag den Nacht­him­mel. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt ist der Rie­sen­pla­net 4,43 AE oder 664 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Er geht um 17:42 Uhr auf und erreicht um 0:20 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt mor­gens um 6:53 Uhr. Nun ist die bes­te Zeit, den 44,5 Bogen­se­kun­den gro­ßen Rie­sen­pla­ne­ten mit sei­nen Mon­den zu beob­ach­ten. Denn zum Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt steht er gut 45 Grad hoch über dem Hori­zont. Außer­dem ergibt sich am 25. März ein inter­es­san­ter Anblick in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen, wenn die 4 hells­ten Mon­de Io, Euro­pa, Gany­me­de und Cal­lis­to, gegen 22 Uhr, auf der West­sei­te von Jupi­ter ste­hen. Im Fern­rohr kön­nen die zahl­rei­chen hel­len und dunk­len Bän­der sowie der Gro­ße Rote Fleck des Jupi­ters beob­ach­tet wer­den. Am 1. März erreicht der Ring­pla­net um 0:50 Uhr sei­nen höchs­ten Punkt im Süden. Am 31. März erfolgt sein Meri­diandurch­gang bereits um 22:34 Uhr (23:34 Uhr Som­mer­zeit). In der Nacht vom 21. auf den 22. März zieht außer­dem noch der zuneh­men­de, fast vol­le Mond an Jupi­ter vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn ist nach wie vor ein Pla­net für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht noch deut­lich nach Mit­ter­nacht auf. Er kommt aber am 25. des Monats im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger zum Still­stand und bewegt sich anschlie­ßend wie­der recht­läu­fig durch den Ster­nen­him­mel. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,5 auf 0,2 mag zum Monats­en­de. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser und Ring­durch­mes­ser neh­men eben­falls zu auf 17,4 bzw. 39,2 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:20 Uhr auf 0:24 Uhr (1:24 Uhr Som­mer­zeit). Lei­der steht Saturn bei sei­ner Kul­mi­na­ti­on nur 20 Grad über dem Hori­zont. Am 2. März befin­det sich der Halb­mond nur 4 Grad nörd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten. Am 29. März kommt es aber­mals zu einer Begeg­nung mit dem abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel. Dabei steht der Mond zwi­schen Mars und Saturn und bil­det dabei ein auf­fäl­li­ges recht­wink­li­ges Dreieck.

Der 5,9 mag hel­le Ura­nus im Stern­bild Fische kann noch zu Beginn des Monats für rund eine knap­pe Stun­de am Abend­him­mel und tief über dem west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. Er ver­schwin­det dann aber schnell in den dich­te­ren Atmo­sphä­ren­schich­ten und ent­zieht sich ab der Mit­te des Monats schließ­lich unse­ren Bli­cken. Am 1. März geht Ura­nus um 21:11 Uhr unter. Mit­te des Monats ver­schwin­det der Pla­net bereits um 20:20 Uhr unter dem west­li­chen Horizont.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und ent­fernt sich nun wie­der in west­li­cher Rich­tung von der Son­ne. Aller­dings bleibt er im Monat März noch unbe­ob­acht­bar. Erst im April taucht er lang­sam wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Der 14,1 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze steht noch zu nah bei der Son­ne und bleibt auch im März unbe­ob­acht­bar. Erst ab Mai taucht er wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2013 US10 (Cata­li­na) steht nach wie vor zir­kum­po­lar an unse­rem Him­mel und zieht vom Stern­bild Giraf­fe kom­mend in den Per­seus. Die Hel­lig­keit geht nur lang­sam zurück von anfangs 8,5 auf 9,5 mag. Somit ist Komet Cata­li­na noch ein Objekt für klei­ne Tele­sko­pe und licht­star­ke Fern­glä­ser. In der Nacht vom 23. auf den 24. März zieht der Komet an den hel­len Stern­hau­fen NGC 1528 und in der Nacht vom 28. und 29. März an NGC 1545 vorbei.

Ein Info­blatt mit Auf­such­kar­ten und Ephe­me­ri­den kann auf mei­ner Web­sei­te als PDF-Datei her­un­ter­ge­la­den werden.

Der Komet C/2014 S2 (Pan­starrs) zieht wei­ter am Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären ent­lang wei­ter in Rich­tung Dra­che und Gro­ßer Bär. Somit ist der Komet immer noch opti­mal am Him­mel plat­ziert. Die läng­li­che Koma ist gut kon­den­siert und es zeigt sich in Tele­sko­pen ein klei­ner Schwei­fan­satz. Pan­starrs Hel­lig­keit wird im März um 10 Magnitu­den betra­gen, so dass er in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­spürt wer­den kann. Am 24. März zieht der Schweif­stern an der 10 mag hel­len Gala­xie NGC 4236 vorbei.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres steht am 3. März in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt bis Juli unbeobachtbar.

(4) Ves­ta zieht am 13. März vom Stern­bild Fische kom­mend in den Wal­fisch. Der 8,4 mag hel­le Aste­ro­id ist noch am Abend­him­mel sicht­bar und geht am 1. März um 21:47 Uhr unter. Ende März ver­schwin­det Ves­ta bereits um 21:02 Uhr (22:02 Uhr Som­mer­zeit) unter der west­li­chen Horizontlinie.

(5) Astraea bewegt sich durch den Löwen und stand Mit­te des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 24. März kommt sie zum Still­stand und wird wie­der recht­läu­fig. Damit endet ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Ihre Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats wei­ter ab und sinkt von anfangs 9,3 auf nur noch 10,1 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Astraea ver­frü­hen sich von anfangs 23:07 Uhr auf 21:02 Uhr (22:02 Uhr Som­mer­zeit). Am 11. März zieht der Klein­pla­net am 5,7 mag hel­len Stern 8 Leo­nis in nur 5,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand vorbei.

Der Aste­ro­id Nr. 6 Hebe wan­dert am 12. März vom Stern­bild Jung­frau kom­mend in das Haar der Bere­ni­ke und kommt am 17. März schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht sie eine Hel­lig­keit von 9,8 mag. Zu Beginn des Monats sowie Ende März beträgt die Hel­lig­keit 9,9 mag. Am 1. März steht Hebe um 1:52 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. März erreicht sie bereist um 23:25 Uhr (0:25 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an. Am 11. März zieht Hebe an der 10 mag hel­len Gala­xie NGC 4216 vor­bei. Der gegen­sei­ti­ge Abstand wird nur 7 Bogen­mi­nu­ten betragen.

Der Aste­ro­id (10) Hygiea steht am 16. März im Löwen der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,4 mag. Zu Monats­be­ginn befin­det sich der 9,8 mag hel­le Klein­pla­net um 1:15 Uhr im Meri­di­an. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 22:50 Uhr (23:50 Uhr Som­mer­zeit). Die Hel­lig­keit hat in die­ser Zeit auf 9,7 mag abge­nom­men. Am 21. März befin­det sich Hygiea nur 9 Bogen­mi­nu­ten von 87 Leo­nis (4,8 mag) ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden die­nen kann.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Auch die gesam­te Nacht zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­l­i­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März hat. Der Radi­ant liegt an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec: +48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 36 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Meteore.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im März 2016

Der Stern­him­mel am 15. März 2016 um 22:00 MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast den Zenit erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb davon steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt und sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten hat. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und des­halb auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird.
Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen befin­det sich der Per­seus. Gehen wir wei­ter in Rich­tung Zenit, sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter, in gro­ßer Höhe, fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xien M81 und M82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beobachten.
Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spika befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. In die­sem Stern­bild steht zur Zeit der Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Nach dem Mond ist er das hells­te Objekt zur Zeit an unse­rem Himmel.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. In die­sem Stern­bild kön­nen wir auch den Rie­sen­pla­net Jupi­ter beob­ach­ten. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auffällig.
Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher steht der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird.
Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jdem Fern­glas. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Per ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des ver­gan­ge­nen Herbsthimmels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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