Beobachtungstipp: Die partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober

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partielle Sonnenfinsternis global
Sicht­bar­keits­ge­biet der par­ti­el­len Son­nen­fins­ter­nis am 25. Okto­ber 2022

In den Mit­tags­stun­den des 25. Okto­ber 2022 fin­det eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die auch vom deutsch­spra­chi­gen Raum aus in ihrer vol­len Län­ge beob­ach­tet wer­den kann. Der dunk­le Neu­mond wird sich an die­sem Tag gegen 11:10 Uhr Som­mer­zeit vor die Son­ne schie­ben und die Son­ne teil­wei­se ver­fins­tern. Der Höhe­punkt der Fins­ter­nis wird um 12:15 Uhr statt­fin­den. Zu die­sem Zeit­punkt wer­den im Nord­os­ten Deutsch­lands bis zu 35% der sicht­ba­ren Flä­che unse­res Zen­tral­ge­stirns vom Mond bedeckt. Der Bede­ckungs­grad nimmt dabei vom Nord­os­ten nach Süd­wes­ten hin ab. Die Fins­ter­nis endet um 13:20 Uhr mit dem Aus­tritt des Mon­des von der Son­nen­schei­be. Die Fins­ter­nis ist glo­bal gese­hen eben­falls par­ti­ell und von Tei­len Grön­lands, Island, im Nord­at­lan­tik, in wei­ten Tei­len Euro­pas, dem nord­öst­li­chen Afri­ka, im Nahen Osten sowie im west­li­chen Teil Asi­ens und Indi­en aus sicht­bar. Der maxi­ma­le Bede­ckungs­grad, mit 82%, wird im öst­li­chen Teil des Urals im west­si­bi­ri­schen Tief­land erreicht. Die Erde wird also nur vom Halb­schat­ten des Mon­des getroffen.

partielle Sonnenfinsternis vom 25.03.2015
Ablauf der Son­nen­fins­ter­nis vom 25. März 2015

Son­nen­fins­ter­nis­se sind sel­te­ne Natur­schau­spie­le. Die­se tre­ten nur bei Neu­mond und in der Nähe der bei­den Kno­ten­punk­te auf. Die Kno­ten­punk­te sind die Schnitt­punkt der Mond­bahn mit der schein­ba­ren Son­nen­bahn (Eklip­tik). Meis­tens zieht der Neu­mond ober- oder unter­halb der Son­ne vor­bei, weil die Mond­bahn, gegen­über der Eklip­tik­ebe­ne, um ca. 5° geneigt ist. Aus die­sem Grund tritt nicht jeden Monat eine Son­nen­fins­ter­nis auf. Der Kern­schat­ten des Mon­des, bei tota­len und ring­för­mi­gen Son­nen­fins­ter­nis­sen, ist nur ent­lang eines schma­len Strei­fens auf der Erd­ober­flä­che zu beob­ach­ten. Die letz­te, von Deutsch­land aus sicht­ba­re tota­le Son­nen­fins­ter­nis gab es übri­gens am 11. August 1999. Die­se Fins­ter­nis konn­te ich damals vom Chiem­see aus genie­ßen, wobei ich an die­sem Tag außer­or­dent­li­ches Glück mit dem Wet­ter hat­te. Nur 15 Minu­ten nach der Tota­li­tät gab es einen Gewit­ter­schau­er mit Platz­re­gen. Die par­ti­el­le Pha­se die­ser Fins­ter­nis­se sind dage­gen in einem grö­ße­ren Bereich auf der Erde sichtbar. 

Die Finsternis beobachten

Nur in den weni­gen Minu­ten der voll­stän­di­gen Tota­li­tät, wenn der Mond die glei­ßen­de Son­nen­schei­be kom­plett abdeckt, ist eine gefahr­lo­se Beob­ach­tung mit dem unge­schütz­tem Auge möglich.

Die Son­ne soll­te man nie unge­schützt beob­ach­ten, da sonst schwe­re Augen­schä­den die Fol­ge sein können!

SBST2011-06
Son­nen­be­ob­ach­tung mit einem Selbst­bau­fil­ter vor dem Objektiv

Wäh­rend der par­ti­el­len Pha­se sind zer­ti­fi­zier­te Son­nen­fil­ter erfor­der­lich, die es im astro­no­mi­schen Fach­han­del zu kau­fen gibt. Die­se wer­den vor der Öff­nung eines Tele­skops, Tele­ob­jek­tivs oder Fern­gla­ses befes­tigt. Die Fil­ter blo­cken über 99,5% des sicht­ba­ren Lichts und die nicht min­der gefähr­li­che unsicht­ba­re Infra­rot­strah­lung der Son­ne ab. Für die Beob­ach­tung mit dem blo­ßen Auge eig­nen sich Son­nen­fins­ter­nis­bril­len, die aus der glei­chen Folie, wie die meis­ten Fil­ter, bestehen. Die­se sind eben­falls für rela­tiv wenig Geld im Astro­no­mie­fach­han­del zu erwer­ben. Eine ein­fa­che Son­nen­bril­le reicht nicht aus!

partielle Sonnenfinsternis Kontaktzeiten
Kon­takt­zei­ten für mei­nen Hei­mat­ort Lüb­ben (für ande­re Orte in Deutsch­land weicht die­se nur um weni­ge Minu­ten ab)

Am bes­ten beob­ach­tet man aber mit erfah­ren­den Stern­freun­den, zum Bei­spiel auf einer Volks­stern­war­te oder in einem Astro­no­mie­ver­ein in der Nähe. Geeig­ne­te Instru­men­te zur gefahr­lo­sen Son­nen­be­ob­ach­tung sind dort in der Regel vor­han­den. So kann die­ses fas­zi­nie­ren­de Natur­er­eig­nis, bei hof­fent­lich gutem Wet­ter an die­sem Tag, für Jeder­mann zum Erleb­nis wer­den. Die nächs­te, vom deut­schen Sprach­raum aus sicht­ba­re Son­nen­fins­ter­nis, wird erst am 29. März 2025 wie­der geben.

Kon­takt­zei­ten zur par­ti­el­len Son­nen­fins­ter­nis am 25. Okto­ber 2022 für aus­ge­wähl­te Orte
OrtBeginnMit­teEndeGrö­ße
Ber­lin11:10 Uhr12:14 Uhr13:19 Uhr32,3%
Basel11:15 Uhr12:10 Uhr13:07 Uhr17,8%
Dres­den11:08 Uhr12:11 Uhr13:17 Uhr31,1%
Frankfurt/Main11:11 Uhr12:10 Uhr13:10 Uhr22,9%
Ham­burg11:08 Uhr12:09 Uhr13:13 Uhr29,6%
Mün­chen11:14 Uhr12:15 Uhr13:17 Uhr23,6%
Ros­tock11:08 Uhr12:12 Uhr13:13 Uhr29,6%
Salz­burg11:15 Uhr12:17 Uhr13:20 Uhr25,1%
Wien11:16 Uhr12:21 Uhr13:27 Uhr30,0%

Wei­ter­füh­ren­de Links:

Astrofan80’s Astro­sei­te – Fins­ter­nis­se
Sonnenfinsternis.org – Info­sei­te zu Son­nen­fins­ter­nis­sen
Wiki­pe­dia – All­ge­mei­ne Infos zu Sonnenfinsternissen

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

2 Kommentare:

  1. Rainer Kirmse , Altenburg

    Ein klei­nes Gedicht
    zum himm­li­schen Großereignis:

    SONNENFINSTERNIS ( partiell )

    Son­ne und Mond, die­se beiden
    sind uns lieb zu allen Zeiten.
    Der Son­nen­schein ist ein Segen,
    so kann sich das Leben regen.
    Ohne Mond kämen wir in Not,
    er hält die Erd­ach­se im Lot.

    Zen­tral­ge­stirn und Erdtrabant
    zei­gen sich heu­te im Verband.
    Das Ren­dez­vous am Firmament
    ein nicht all­täg­li­ches Event.
    Nur bei Neu­mond zu verfolgen,
    wenn denn mit­spie­len die Wolken.

    Astro­no­mie live dargebracht
    mal ganz ohne fins­te­re Nacht.
    Luna ver­deckt das Sonnenlicht,
    total gelin­gen wird dies nicht.
    Es wirkt die Himmelsmechanik,
    rich­ten wir nach oben den Blick.

    Denkt an den Augen­schutz, Leute,
    sonst ist rasch dahin die Freude.
    Solch Ereig­nis noch­mal zu seh’n,
    wer­den wie­der Jah­re vergeh’n.

    Rai­ner Kirm­se , Altenburg

    Herz­li­che Grü­ße aus Thüringen

  2. Vie­len Dank für das Gedicht. 🙂

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