Beobachtungstipp: Totale Mondfinsternis am 16. Mai 2022

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Am Mon­tag, dem 16. Mai 2022, fin­det wie­der eine tota­le Mond­fins­ter­nis statt. Die­se ist in den frü­hen Mor­gen­stun­den von Mit­tel­eu­ro­pa aus nur unter recht ungüns­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen und nur in ihrer 1. Hälf­te zu ver­fol­gen. Noch bevor der Mond voll­stän­dig vom Kern­schat­ten der Erde getrof­fen wird, geht die­ser vie­ler­orts bereits unter. Betrach­ten wir nur unse­ren Stand­ort in Deutsch­land, erfolgt der Unter­gang des Mon­des im Süd­wes­ten der Repu­blik etwas spä­ter als in den nord­öst­li­chen Lan­des­tei­len. In mei­ner Hei­mat­stadt sinkt der Voll­mond genau eine Stun­de vor der Fins­ter­nis­mit­te, näm­lich um 5:12 Uhr Mit­tel­eu­ro­päi­sche Som­mer­zeit, unter den süd­west­li­chen Horizont.

Der teil­ver­fins­ter­te Mond in der Abend­däm­me­rung des 7. August 2017

Auch wenn sich der Mond im Kern­schat­ten der Erde befin­det, ist er am Nacht­him­mel noch schwach als rote Schei­be erkenn­bar. Aller­dings wird die wei­ter fort­schrei­ten­de Mor­gen­däm­me­rung und der Hori­zont­dunst den ver­fins­ter­ten Mond immer mehr über­strah­len, so dass ein Fern­glas nötig wird, um unse­ren Erd­tra­ban­ten über­haupt zu sich­ten. Im Süd­wes­ten Deutsch­land und in der Schweiz kann man den ver­fins­ter­ten Mond sogar bei Son­nen­auf­gang beob­ach­ten! Im Wes­ten Spa­ni­ens und in Por­tu­gal ist zumin­dest noch die tota­le Pha­se voll­stän­dig zu verfolgen.

Blick in Rich­tung Ost­ho­ri­zont um 4:15 Uhr MESZ

Zu Beginn der Mond­fins­ter­nis lohnt auch ein Blick in Rich­tung Osten. Denn dort sind die hel­len Pla­ne­ten Saturn, Mars und Jupi­ter wie auf einer Per­len­schnur hin­ter­ein­an­der auf­ge­reiht: ein schö­nes Foto­mo­tiv vor allem bei kla­rem Him­mel und ohne stö­ren­de Wol­ken am Horizont.

Finsternisverlauf

Die Fins­ter­nis beginnt um 3:31 Uhr am Mon­tag­mor­gen, mit dem Ein­tritt des Voll­mon­des in den Halb­schat­ten der Erde. Die Halb­schat­ten­pha­se ist visu­ell kaum auf­fäl­lig. Erst wenn die Mond­schei­be zur Hälf­te in den Halb­schat­ten ein­ge­drun­gen ist, kann eine leich­te Ver­dunk­lung der öst­li­chen Mond­ka­lot­te wahr­ge­nom­men wer­den. Der Ein­tritt in den Kern­schat­ten erfolgt um 4:28 Uhr. Dabei befin­det sich unser Erd­tra­bant, von mei­nem Hei­mat­ort aus gese­hen, nur noch 5 Grad hoch über dem süd­west­li­chen Hori­zont. Die lin­ke Sei­te des Monats wird dabei immer wei­ter über­schat­tet. Der Beginn der tota­len Ver­fins­te­rung fin­det um 5:29 Uhr statt. Vie­ler­orts ist der Mond zu die­sem Zeit­punkt aber bereits unter dem Hori­zont ver­schwun­den. Die Mit­te der tota­len Fins­ter­nis wird schließ­lich um 6:12 Uhr erreicht. Die tota­le Pha­se endet um 6:55 Uhr. Der Mond ver­lässt nun den Kern­schat­ten der Erde, bis um 7:56 Uhr der Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten beginnt. Die Fins­ter­nis endet schließ­lich um 8:53 Uhr Sommerzeit.

Ver­lauf der tota­len Mond­fins­ter­nis am 16. Mai 2022

Das voll­stän­di­ge Sicht­bar­keits­ge­biet die­ser Fins­ter­nis umfasst nur Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka, die öst­li­chen Gebie­te von Nord­ame­ri­ka sowie Tei­le des Pazi­fiks. Sie ist in Tei­len nur im Ost­at­lan­tik sowie in Euro­pa und Afri­ka aus zu sehen und dau­ert in ihrer Kern­schat­ten­pha­se knapp ein­ein­halb Stun­den. Die Mond­fins­ter­nis an die­sem Mor­gen gehört zum 131. Saros Zyklus und ist die 34. von ins­ge­samt 72 Mondfinsternissen.

Weiterführende Links:

Mondfinsternis.Info
BR-Wis­sen zur Mond­fins­ter­nis am 16. Mai
WAA-Hot­spot: Tota­le Mond­fins­ter­nis am 16. Mai

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

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