Der Sternhimmel im Monat Mai 2013

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats ist der Mond ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 1. Mai steht er im Schüt­zen. Am nächs­ten Tag zur Mit­tags­zeit ist das Letz­te Vier­tel erreicht. Unser Erd­tra­bant wan­dert danach wei­ter durch die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Fische, bis wir am Mor­gen des 7. Mai die Mond­si­chel, rund eine hal­be Stun­de nach Mond­auf­gang, zum letz­ten Mal über dem Ost­ho­ri­zont sich­ten kön­nen. Am 10. Mai ist dann schließ­lich auch die Neu­mond­pha­se erreicht. Beob­ach­ter in Aus­tra­li­en und im Pazi­fik kön­nen an die­sem Tag eine ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis beobachten. 
Nur einen Abend nach Neu­mond, am 11. Mai, kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel dicht über dem west­li­chen Hori­zont auf­spü­ren. Am 12. Mai befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter nur 2 Grad süd­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Stern­bild Stier. An den Fol­ge­aben­den durch­läuft der Mond nach­ein­an­der die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs, bis wir am Abend des 18. Mai den zuneh­men­den Halb­mond in der Nähe von Regu­lus im Löwen beob­ach­ten kön­nen. Am Abend des 22. Mai steht der Erd­tra­bant zwi­schen Saturn und dem Haupt­stern Spika in der Jung­frau. Am 25. Mai befin­det sich der Voll­mond nahe bei Ant­ares im Skor­pi­on. An die­sem Abend fin­det auch eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Mon­des statt, die aber nicht auf­fäl­lig ist.
Nach der Voll­mond­nacht durch­läuft der Mond nach­ein­an­der die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger, Schüt­ze und Stein­bock und ist danach über­wie­gend in der zwei­ten Nacht­hälf­te zu beob­ach­ten. Am letz­ten Abend des Monats ist wie­der das Letz­te Vier­tel im Stern­bild Was­ser­mann erreicht.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur kommt am 11. Mai in eine obe­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne und steht mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel. Er steht zu die­sem Zeit­punkt direkt hin­ter der Son­ne. Danach ent­fernt er sich schnell in öst­li­cher Rich­tung, so dass wir ver­su­chen kön­nen, ihn im letz­ten Monats­drit­tel in der Abend­däm­me­rung tief über dem West­ho­ri­zont auf­zu­spü­ren. Er steht am 25. des Monats in der Nähe von Venus und am 27. Mai in der Nähe von Jupi­ter, die ihn an Glanz über­strah­len. Am 23. Mai geht der ‑1,0 mag hel­le Mer­kur um 22:27 Uhr Som­mer­zeit unter. Bis zum Monats­en­de ver­spä­ten sich die Unter­gän­ge des flin­ken Pla­ne­ten auf 23:07 Uhr. Die Hel­lig­keit geht auf nun­mehr ‑0,4 mag zurück.

Venus wech­selt am 4. Mai vom Stern­bild Wid­der in den Stier. Ihr öst­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne nimmt bis zum Monats­en­de auf 17 Grad zu. Sie taucht dann schließ­lich Ende Mai am Abend­him­mel auf und steht dann knapp über dem west­li­chen Hori­zont und in der Nähe von Mer­kur und Jupi­ter, so dass sich eine inter­es­san­te Drei­er­kon­stel­la­ti­on in der Abend­däm­me­rung ergibt. Am 25. Mai begeg­net sie Mer­kur. Am 28. Mai steht unser Schwes­ter­pla­net nur 1 Grad nörd­lich von Jupi­ter. Im Tele­skop ist ein 10 Bogen­se­kun­den gro­ßes Venus­scheib­chen sicht­bar, das zu 96% beleuch­tet ist. Am 1. des Monats geht die Venus um 21:16 Uhr unter. Ende Mai ver­schwin­det der Pla­net bereits um 22:40 Uhr Som­mer­zeit unter der west­li­chen Horizontlinie.

Mars stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Der rote Pla­net wan­dert vom Stern­bild Wid­der in den Stier und ver­grö­ßert lang­sam sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand zu ihr. Lei­der reicht es noch nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit unse­res Nachbarplaneten.

Der zum Ende des Monats ‑1,5 mag hel­le Jupi­ter im Stern­bild Stier wird von der Son­ne ein­ge­holt und ver­schwin­det schließ­lich in der Abend­däm­me­rung. Ab dem 25. Mai benö­tigt man schon ein Fern­glas, um Jupi­ter dicht über dem Hori­zont auf­zu­spü­ren. Im Juni steht der Rie­sen­pla­net schließ­lich in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 12. des Monats befin­det sich die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des bei Jupi­ter. Am 28. Mai holt auch die Venus Jupi­ter ein, so dass die bei­den Pla­ne­ten, zusam­men mit Mer­kur, in der Abend­däm­me­rung sicht­bar sind. Das all­abend­li­che Wech­sel­spiel der drei Pla­ne­ten kann im letz­ten Maidrit­tel dicht über dem Nord­west­ho­ri­zont ver­folgt wer­den. Die Unter­gän­ge von Jupi­ter ver­frü­hen sich spür­bar. Am 1. Mai geht der Rie­sen­pla­net um 23:44 Uhr unter. Am 31. Mai ver­sinkt er bereits um 22:18 Uhr Som­mer­zeit unter den Horizont.

Saturn, im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Waa­ge und Jung­frau, stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne, ist die gesam­te Nacht über sicht­bar und domi­niert im Mai den Nacht­him­mel. Am 14. des Monats über­schrei­tet er die Gren­ze zur Jung­frau. Die Hel­lig­keit sinkt leicht von anfangs 0,1 mag auf 0,3 mag. Sein Ring­durch­mes­ser bleibt mit 44 Bogen­se­kun­den aber nahe­zu kon­stant. Die Unter­gän­ge des Rie­sen­pla­ne­ten ver­la­gern sich von anfangs 5:56 Uhr auf 3:54 Uhr Sommerzeit.

Ura­nus wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch die Fische und kann sich immer noch nicht aus den Strah­len der Son­ne am Mor­gen­him­mel befrei­en. Des­halb bleibt der 6,2 mag hel­le grün­li­che Pla­net auch im Monat Mai noch unsichtbar.

Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, steht zum Monats­en­de 90 Grad west­lich der Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel und sei­ner Hel­lig­keit von 7,9 mag reicht es aber noch nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit über dem süd­öst­li­chen Horizont.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann im Stern­bild Schüt­ze als 14,1 mag hel­ler Licht­punkt auf­ge­fun­den wer­den. Er befin­det sich in den frü­hen Mor­gen­stun­den tief im Süd­os­ten und ist ein Objekt für gro­ße Tele­sko­pe. Erst Anfang Juli erreicht der Zwerg­pla­net die Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der zir­kum­po­la­re Komet C/2011 L4 PANSTARRS bewegt sich in die­sem Monat wei­ter in Rich­tung Nor­den durch die Stern­bil­der Kepheus und Dra­che. Die Hel­lig­keit geht von anfangs 7,5 mag auf 9,5 wei­ter zurück, so dass der Komet immer noch ein loh­nen­des Objekt für klei­ne und mitt­le­re Tele­sko­pe ist. Am 7. Mai begeg­net PANSTARRS dem 10,7 mag hel­len Pla­ne­ta­ri­schen Nebel NGC 40 im Kepheus. Am 13. Mai zieht der Komet dicht an dem 3,2 mag hel­len Stern Gam­ma Cep­hei vor­bei, der die Spit­ze der Kepheus­rau­te mar­kiert. Am 28. Mai erreicht der Schweif­stern mit 85,2 Grad noch sei­ne größ­te nörd­lich Deklination.Zur Sicht­bar­keit des Kome­ten gibt es in mei­nem Blog einen aus­führ­li­chen Arti­kel mit einem Info­blatt zum kos­ten­lo­sen Download.

Der Komet C/2012 F6 Lem­mon war zunächst auf der Süd­halb­ku­gel der Erde zu sehen und wan­dert nun rasch nord­wärts, so dass er in der zwei­ten Mai­wo­che auch von unse­ren Brei­ten aus am Mor­gen­him­mel sicht­bar wird. Er bewegt sich in die­ser Zeit vom Stern­bild Fische in die Andro­me­da und ist mit einer Hel­lig­keit von 7 mag bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sichtbar.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 29P/­Sch­was­s­mann-Wach­mann bewegt sich im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Jung­frau und Was­ser­schlan­ge und zeigt mit­un­ter Hel­lig­keits­aus­brü­che, die ihn auf bis zu 10 mag brin­gen kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wech­selt zu Beginn des Monats vom Stern­bild Fuhr­mann in die Zwil­lin­ge und kann bei Ein­bruch der Dun­kel­heit noch in Fern­glä­sern auf­ge­spürt wer­den. Die Hel­lig­keit beträgt im Mai kon­stan­te 8,1 mag. Am 1. Mai geht der Zwerg­pla­net um 2:13 Uhr Som­mer­zeit unter. Am 31. Mai ver­schwin­det Ceres bereits um 0:55 Uhr unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 30. Mai kann Ceres nur 4 Bogen­mi­nu­ten ent­fernt vom 5,0 mag hel­len Stern 65 Gemi­no­rum auf­ge­fun­den werden.

(4) Ves­ta, im Stern­bild Zwil­lin­ge, kann eben­falls noch zu Beginn der Nacht im Wes­ten in licht­star­ken Feld­ste­chern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Ihre Hel­lig­keit beträgt 8,4 mag. Die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:02 Uhr auf 23:53 Uhr Sommerzeit.

Aste­ro­id Nr. 6 Hebe wan­dert am 20. Mai vom Stern­bild Schlan­gen­trä­ger kom­mend in den Kopf der Schlan­ge. Am 23. Mai kommt der Aste­ro­id schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,6 mag. Damit ist der Him­mels­kör­per die gesam­te Nacht über zu sehen. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit bereits 9,9 mag. Am 1. des Monats geht Hebe um 3:07 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum 31. Mai ver­frü­hen sich Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten auf 0:38 Uhr Sommerzeit.

(14) Ire­ne kann im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Haar der Bere­ni­ke und Löwe auf­ge­fun­den wer­den und been­det in die­sem Monat ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 9,4 mag auf 10,2 mag zum Ende des Monats. Anfang Mai steht der Aste­ro­id um 22:24 Uhr im Meri­di­an und sinkt um 5:52 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Ende Mai steht Ire­ne bereits um 20:34 Uhr im Süden. Ihr Unter­gang erfolgt um 3:37 Uhr.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aqua­ri­den (auch Mai-Aqua­ri­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät ist zwi­schen dem 5. und 6. Mai zu erwar­ten. Unter opti­ma­len Bedin­gun­gen sind bis zu 60 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Die­se Anzahl wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar. Der abneh­men­de Mond stört kaum, da er erst spä­ter am Mor­gen­him­mel als dün­ne Sichel erschei­nen wird. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aqua­ri­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, deren Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 3 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Der abneh­men­de Mond stört die Beob­ach­tung nicht. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Der Aus­strah­lungs­punkt der weni­gen Stern­schnup­pen der Ant­he­lionquel­le wan­dert im Monat Mai aus den Stern­bil­dern Waa­ge und Skor­pi­on in das Stern­bild Schüt­ze. Mit 30 km/s han­delt es sich dabei um eher lang­sa­me Meteore.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. Mai 2013 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. Mai 2013 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär, der im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten und wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont her­ab­stei­gen. Die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens fünf­mal ver­län­gert zei­gen genau auf den Polar­stern, der die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Klei­nen Bären mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Das Stern­bild Dra­che, das sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, steigt eben­falls immer höher. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als „Him­mels W“ bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on und befin­det sich dicht über dem Nord­ho­ri­zont. Zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia befin­det sich noch das Stern­bild Kepheus.
Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bild Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann lang­sam vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs. Auf der ande­ren Sei­te vom Nord­punkt sind dicht über dem Nord­ost­ho­ri­zont die Ster­ne der Eidech­se eben­falls kaum zu erkennen.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der des kom­men­den Som­mers auf­ge­gan­gen. Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Her­ku­les. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher das Stern­bild des Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te befin­det sich das Stern­bild des Drachen.
Nied­rig im Nord­os­ten kann man schon das Som­mer­drei­eck erken­nen, dass aus den hel­len Ster­nen Wega in der Lei­er, Deneb im Schwan und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Der Haupt­stern des Adlers ist aber gera­de erst auf­ge­gan­gen und es bedarf einer sehr guten Hori­zont­sicht, frei von Dunst, um ihn dicht über dem Hori­zont zu ent­de­cken. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes im Süd­os­ten ist auch der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge schon voll­stän­dig über dem Hori­zont erschienen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xien­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spika, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. An der Gren­ze zum Stern­bild Waa­ge steht auch der Ring­pla­net Saturn. Ober­halb der Jung­frau ent­de­cken wir das Stern­bild Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter steht die Nörd­li­che Kro­ne und west­lich vom Bären­hü­ter das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten ent­de­cken wir auch den mäch­ti­gen Löwen.
Das Stern­bild Gro­ßer Bär befin­det sich noch hoch über unse­ren Köp­fen. Dabei zeigt die Deich­sel des Gro­ßen Wagens auf die unschein­ba­ren Jagd­hun­de. Wir gehen nun wie­der vom Stern­bild Jung­frau aus: Unter­halb der Jung­frau hat der west­li­che Teil der Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe den Meri­di­an schon längst über­schrit­ten und berei­ten sich lang­sam aber sicher zum Unter­gang vor. Dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont erkennt man schon die Waa­ge und ein Teil des Stern­bilds Skor­pi­on. Dar­über steht der Schlan­gen­trä­ger mit dem Kopf der Schlange.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels. Pro­kyon im Stern­bild des Klei­nen Hund steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem Hori­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Kapel­la, immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb von Zwil­lin­ge und Fuhr­mann befin­den sich der unauf­fäl­li­ge Luchs und die west­li­chen Tei­le des Stern­bilds Gro­ßer Bär, mit Kopf und Vor­der­pfo­ten des Bären.
Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­ser Him­mels­re­gi­on ist der in hal­ber Höhe im Süd­wes­ten ste­hen­de Löwe. Rechts unter­halb des Löwen sind die Ster­ne des Kreb­ses schon etwas schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen. Dar­un­ter, nahe­zu par­al­lel zum Hori­zont, erken­nen wir noch einen Teil des Stern­bilds Wasserschlange.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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