Der Sternhimmel im Monat November 2012

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Der Lauf des Mondes

Zu Monats­be­ginn fin­den wir den abneh­men­den Mond nur 1,5 Grad süd­lich von Jupi­ter im Stern­bild Stier. Nur zwei Aben­de spä­ter kön­nen wir ihn in den Zwil­lin­gen auf­spü­ren. Danach wird unser Erd­tra­bant mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 6. Novem­ber hat er bereits den Krebs erreicht und steht dann am 7. des Monats als Halb­mond am Nacht­him­mel. Nach­dem der Erd­tra­bant auch das Stern­bild Löwe hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn am Mor­gen des 12. Novem­ber nur 8,5 Grad süd­lich der Venus und 1,5 Grad süd­lich von Spi­ca in der Jung­frau ent­de­cken. An die­sem Mor­gen ist die schma­le Mond­si­chel auch zum letz­ten Mal sicht­bar, bis am 13. schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist. An die­sem Tag fin­det am nörd­li­chen Zip­fel Aus­tra­li­ens und im Süd­pa­zi­fik eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die von Deutsch­land aus aber nicht sicht­bar ist. 
Am Abend des 15. Novem­ber, nur 36 Stun­den nach Neu­mond, kön­nen wir die wie­der zuneh­men­de Sichel tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont ent­de­cken. Sie befin­det sich dann im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Am 16. des Monats befin­det sich der Mond im Stern­bild Schüt­ze, ober­halb des Pla­ne­ten Mars. Nur zwei Aben­de spä­ter hat er bereits den Stein­bock erreicht. Am 20. Novem­ber steht der zuneh­men­de Halb­mond schließ­lich im Was­ser­mann. Danach wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter durch die Stern­bil­der Fische und Wid­der, bis wir am 28. Novem­ber schließ­lich den kleins­ten Voll­mond des Jah­res im Stern­bild Stier beob­ach­ten kön­nen. In Aus­tra­li­en und Asi­en ist an die­sem Abend eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Mon­des sicht­bar. Nach Mit­ter­nacht des 29. Novem­bers steht der Mond wie­der nur 1 Grad süd­lich von Jupi­ter und 4 Grad nörd­lich von Alde­ba­ran im Stier. In Süd­afri­ka und Süd­ame­ri­ka bedeckt der Mond sogar den Rie­sen­pla­ne­ten. Am letz­ten Abend des Monats befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter schließ­lich aber­mals in den Zwillingen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand Ende des letz­ten Monats in einer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Am 7. Novem­ber wird Mer­kur wie­der sta­tio­när. Am 17. steht er dann in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 21. Novem­ber erreicht er schließ­lich das Peri­hel sei­ner Bahn und wird am 26. wie­der recht­läu­fig. Er ent­fernt sich nun rasch von der Son­ne, wobei sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand auf 20 Grad anwächst. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge taucht er in der letz­ten Woche des Monats am Mor­gen­him­mel auf. Am 26. geht der 0,5 mag hel­le Mer­kur um 6:04 Uhr auf. Rund eine hal­be Stun­de spä­ter kann man ver­su­chen, ihn mit einem Fern­glas über dem Süd­ost­ho­ri­zont zu ent­de­cken. Bis zum 30. Novem­ber ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf gut 12 Minu­ten. Die Hel­lig­keit steigt dabei auf ‑0,3 mag und sein Durch­mes­ser auf 7,5 Bogensekunden.

Venus ist immer noch hel­ler Mor­gen­stern, ver­kürzt ihre Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel aber erheb­lich. Sie wan­dert am 28. Novem­ber vom Stern­bild Jung­frau kom­mend in die Waa­ge. Mit einer Hel­lig­keit von ‑3,9 mag ist sie aber nach dem Mond immer noch das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Ihre Auf­gän­ge ver­spä­ten sich von anfangs 3:37 Uhr auf 5:05 Uhr. Ihr Scheib­chen ist mit 88% nun nahe­zu voll­stän­dig beleuch­tet und nur noch 12 Bogen­se­kun­den groß. Am 6. Novem­ber läuft Venus in nur 1,1 Grad Abstand am Stern Porri­ma (Gam­ma Vir) und am 17. Novem­ber in 3,8 Grad Abstand an Spi­ca (Alpha Vir) in der Jung­frau vor­bei. Am 12. Novem­ber steht die schma­le Mond­si­chel schließ­lich in der Nähe von Venus, Spi­ca und Saturn. Am 27. Novem­ber begeg­net der Mor­gen­stern Saturn in nur 0,5 Grad süd­li­chem Abstand.

Mars kann auf­grund der wie­der stei­ler wer­den­den Eklip­tik­la­ge und der immer frü­her ein­set­zen­den Dun­kel­heit noch mit etwas Glück tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Er bewegt sich durch das Stern­bild Schlan­gen­trä­ger und wech­selt ab dem 12. Novem­ber in den Schüt­zen. Aller­dings ist der rote Pla­net nur noch 1,2 mag hell und schein­bar 4,4 Bogen­se­kun­den groß. Am 1. des Monats geht Mars um 18:15 Uhr unter. Am 30. Novem­ber ver­schwin­det der Pla­net bereits um 17:55 Uhr unter die Horizontlinie.

Jupi­ter bewegt sich rück­läu­fig durch den Stier und ist nun ein auf­fäl­li­ges Objekt für die gan­ze Nacht. Er nähert sich lang­sam sei­ner Oppo­si­ti­on, die er Anfang Dezem­ber erreicht. Außer­dem steht er schon vor Mit­ter­nacht aus­rei­chend hoch im Süd­os­ten um ihn zu beob­ach­ten. Sei­ne Hel­lig­keit steigt bis zum Monats­en­de von anfangs ‑2,3 auf ‑2,8 mag. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser wächst auf 48 Bogen­se­kun­den. Der Rie­sen­pla­net geht zu Beginn des Monats um 18:07 Uhr auf. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 16:01 Uhr. In der Nacht vom 1. auf den 2. Novem­ber sowie am vor­letz­ten Abend imNo­vem­ber läuft der Mond süd­lich an Jupi­ter vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn steht im Stern­bild Jung­frau und stand im letz­ten Monat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Ab der 2. Monats­hälf­te wird der 0,6 mag hel­le Pla­net lang­sam wie­der am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 15. Novem­ber geht Saturn um 5:33 Uhr auf. Am 30. Novem­ber erfolgt sein Auf­gang bereits um 4:43 Uhr. Gegen Ende Novem­ber zieht die Venus am Ring­pla­ne­ten vor­bei, die sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Ura­nus bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch die Fische. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag und einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 3,5 Bogen­se­kun­den ist der Pla­net theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge sicht­bar. Lang­sam aber sicher wird Ura­nus nur noch ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te. Zu Beginn des Monats geht der Pla­net um 3:53 Uhr unter. Am Ende des Monats sinkt Ura­nus bereits zwei Stun­den frü­her unter die west­li­che Horizontlinie.

Der 7,9 mag hel­le äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 11. Novem­ber im Was­ser­mann zum Still­stand und wird wie­der recht­läu­fig. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Der grün­lich­blaue und im Fern­rohr nur schein­bar 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net steht zum Monats­en­de bei Ein­bruch der Nacht schon im Süd­wes­ten. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 0:34 Uhr auf 22:36 Uhr.

(134340) Plu­to befin­det sich im Stern­bild Schüt­ze und ist nicht mehr beobachtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2012 K5 (LINEAR) erreicht am 28. Novem­ber den son­nen­nächs­ten Punkt sei­ner Umlauf­bahn. Er ist im Stern­bild Bären­hü­ter mit anfangs 12,5 mag und gegen Ende Novem­ber mit bis zu 11 Magnitu­den sicht­bar. Ende Dezem­ber kommt er der Erde bis auf 45 Mil­lio­nen nahe und soll­te dann mit einer Hel­lig­keit von über 10 mag auch in klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert rück­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und ist ein Objelt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 8,0 auf 7,3 mag. Damit ist der Klein­pla­net schon sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Am 4. Novem­ber begeg­net Ceres in nur 3 Bogen­mi­nu­ten Abstand dem 3,3 mag hel­len Stern Eta Gemi­no­rum. Ab der Mit­te des Monats zieht der Zwerg­pla­net süd­lich am Stern­hau­fen Mes­sier 35 vor­bei und begeg­net am 27. Novem­ber in nur 6 Bogen­mi­nu­ten Abstand dem offe­nen Stern­hau­fen IC 2157. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Him­mels­kör­pers ver­frü­hen sich von anfangs 3:37 Uhr auf 1:31 Uhr.

(4) Ves­ta bewegt sich rück­läu­fig durch den Stier und stei­gert ihre Hel­lig­keit von anfangs 7,2 auf 6,2 mag. Damit ist sie zur Zeit der hells­te Aste­ro­id am Nacht­him­mel und sehr leicht in jedem Fern­glas sicht­bar. Am 1. Novem­ber steht Ves­ta um 3:01 im Meri­di­an. Am 30. Novem­ber erreicht der Aste­ro­id schon um 0:46 Uhr ihren höchs­ten Punkt im Süden. Am 23. Novem­ber begeg­net Ves­ta dem 5,0 mag hel­len Stern 111 Tau­ri in nur 7 Bogen­mi­nu­ten Abstand.

Der zu Beginn des Monat wie­der hel­ler als 10 mag gewor­de­nen Aste­ro­id (9) Metis wird am 22. Novem­ber im Stern­bild Zwil­lin­ge wie­der rück­läu­fig und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 10 auf 9,3 mag. Metis geht auch immer frü­her auf. Zu Beginn des Monats erfolgt ihr Auf­gang um 20:07 Uhr und Ende des Monats bereits zwei Stun­den frü­her. Am 2. Novem­ber zieht der Klein­pla­net nur 6,5 Bogen­mi­nu­ten ent­fernt am 5,8 mag hel­len Stern 48 Gem vorbei.

(349) Dem­bow­s­ka wan­dert durch den Stier und wird Anfang Novem­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Am 30. Novem­ber erreicht sie schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird 9,6 mag hell. Am 1. Novem­ber steht Dem­bow­s­ka um 2:12 Uhr und am 30. Novem­ber bereits um 23:48 Uhr im Meridian.

Aste­ro­id Nr. 704 Inter­am­nia kommt am 14. Novem­ber im Stern­bild Per­seus in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht 9,9 mag. In der ers­ten und letz­ten Novem­ber­wo­che ist der Klein­pla­net schwä­cher als 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des anfangs zir­kum­po­la­ren Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 0:31 Uhr auf 22:07 Uhr.

Meteorströme

Die Leo­ni­den, deren Radi­ant sich 10 Grad nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen befin­det, sind all­jähr­lich zwi­schen dem 10. bis 23. Novem­ber aktiv. Das spit­ze Maxi­mum, mit ca. 50 Stern­schnup­pen pro Stun­de, ist in die­sem Jahr am 17. Novem­ber gegen 10:30 Uhr mor­gens zu erwar­ten und des­halb von Mit­tel­eu­ro­pa aus unsicht­bar. Ansons­ten beob­ach­tet man über den Akti­vi­täts­zeit­raum am Bes­ten nach Mit­ter­nacht bis in die Mor­gen­stun­den hin­ein, wenn der Radi­ant der Leo­ni­den genü­gend hoch über dem Hori­zont steht. Teil­chen­si­mu­la­tio­nen erge­ben zusätz­li­che Maxi­ma am 17. Novem­ber gegen 22 Uhr und am 20. Novem­ber gegen 7 Uhr. Das bedeu­tet, dass unter idea­len Bedin­gun­gen zusätz­lich 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de zur Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tät hin­zu­kom­men kön­nen. Denn die nor­ma­le Rate beträgt eher beschei­de­ne 10 Meteo­re pro Stun­de. Aller­dings kann es ab und zu auch zu einer erhöh­ten Akti­vi­tät kom­men. So wur­den zum Bei­spiel am 18. Novem­ber 2009 gegen 1 Uhr mor­gens rund 60 Meteo­re inner­halb von 40 Minu­ten regis­triert. Das ent­spricht einer ZHR von rund 90 Stern­schnup­pen pro Stun­de. In den Jah­ren 1999 und 2001 waren die Leo­ni­den sehr aktiv. Mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät, die durch­aus Sturm­stär­ke errei­chen kann, ist alle 33 Jah­re zu rech­nen, wenn die Erde das Zen­trum der Trüm­mer­wol­ke des Mut­ter­kör­per der Leo­ni­den pas­siert. Der Mut­ter­kör­per die­ses Meteo­stroms ist der Komet 55P/­Tem­pel-Tut­tle, der eine Umlaufs­zeit von 33 Jah­ren besitzt. Der Mond stört die Beob­ach­tung der Leo­ni­den nicht, weil die­ser zu den Maxi­ma schon vor Mit­ter­nacht unter­geht. Die Teil­chen tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 71 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erschei­nen dem­zu­fol­ge sehr schnell am Himmel.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Novem­ber kommt es zum Maxi­mum der Alpha-Mono­ce­ro­ti­den, die zwi­schen dem 15. bis 25. Novem­ber aktiv sind. Ihr Radi­ant liegt rund 5 Grad süd­öst­lich von Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind im Höchst­fall 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit 65 km/s recht schnell sind. In eini­gen Jah­ren wur­den aber schon sehr hohe Akti­vi­tä­ten von meh­re­ren hun­dert Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. So zum Bei­spiel im Jahr 1985 und 1995. Ein Ursprungs­kör­per der Alpha-Mono­ce­ro­ti­den ist nicht bekannt.

Die Tau­ri­den sind vom 20. Sep­tem­ber bis 25. Novem­ber aktiv. Eigent­lich besteht die­ser Mete­or­strom aus zwei Teil­strö­men: Näm­lich den Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­ri­den. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tau­ri­den fin­det am 5. Novem­ber statt und das eher brei­te Maxi­mum der Nörd­li­chen Tau­ri­den am 12. Novem­ber. Dabei ist der nörd­li­che Teil­strom deut­lich akti­ver als der Süd­li­che. Im Schnitt zei­gen sich aber nur 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Am bes­ten beob­ach­tet man den Stern­schnup­pen­strom zwi­schen 20 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Als Ursprungs­kör­per der Tau­ri­den gilt der peri­odi­sche Komet 2P/Encke, der auch einen Groß­teil für die eklip­ti­ka­len Meteo­re ver­ant­wort­lich ist.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Novem­ber 2012 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat soeben die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten und steigt nun im Lau­fe der Nacht wie­der lang­sam höher. Die Deich­sel­spit­ze des Wagens zeigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit genau auf den Nord­punkt des Hori­zonts. Ver­län­gert man die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne um das Fünf­fa­che, hat man auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun eben­falls fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Hori­zont befindet.
West­lich des Klei­nen Bären erkennt man den Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Dar­über steigt das Stern­bild Kepheus eben­falls lang­sam wie­der her­ab. Unter­halb des Dra­chen ent­de­cken wir noch ein Teil des Stern­bilds Her­ku­les. Der Nord­os­ten wird von den unschein­ba­ren Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs ein­ge­nom­men, die aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen sind.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit lang­sam von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern über­nom­men. Im Süd­os­ten ist der Him­mels­jä­ger Ori­on schon fast voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Links dane­ben erkennt man die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dar­über befin­den sich der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, und das Stern­bild Stier, mit dem röt­li­chen Alde­ba­ran. Das auf­fäl­ligs­te Gestirn in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist aber der Pla­net Jupi­ter, der direkt ober­halb von Alde­ba­ran und in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont zu fin­den ist. Im Stern­bild Stier soll­ten auch die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den mit blo­ßem Auge erkenn­bar sein.
Noch wei­ter höher strebt das Stern­bild Per­seus lang­sam sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. Bei sehr guter Hori­zont­sicht erkennt man über dem Ost­punkt schon den hel­len Stern Pro­kyon im Klei­nen Hund. In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ste­hen senk­recht der unschein­ba­re Luchs und noch etwas höher die schwa­chen Ster­ne der Giraffe.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. West­lich vom Meri­di­an steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Stern­ket­te der Andro­me­da an. In die­sem Stern­bild erkennt man auch das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das noch mit unbe­waff­ne­tem Auge zu sehen ist, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se hat soeben den Meri­di­an überschritten.
Direkt unter­halb der Andro­me­da befin­den sich nach­ein­an­der noch die Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und Fische. Genau im Süden geht soeben der Wal­fisch durch den Meri­di­an. Im Süd­os­ten, in der Nähe des Zenits, befin­det sich auch der Per­seus. Dar­un­ter erkennt man den west­li­chen Teil des Stiers und noch wei­ter süd­li­cher einen Teil des Flus­ses Eridanus.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Stern­bil­der des Som­mer­him­mels. Dicht über dem West­ho­ri­zont soll­te noch das Som­mer­drei­eck erkenn­bar sein, gebil­det aus den Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Ata­ir befin­det sich zu unse­rer Beob­ach­tungs­zeit aber schon sehr dicht über dem Hori­zont und kurz vor sei­nem Unter­gang. Die Milch­stra­ße ver­läuft in die­ser Regi­on eben­falls in Rich­tung Hori­zont her­ab. Ober­halb des Som­mer­drei­ecks steht die unschein­ba­re Eidech­se und noch wei­ter west­lich das Stern­bild Kepheus.
Hoch im Süd­wes­ten befin­det sich noch der mäch­ti­ge Pega­sus, der im Lau­fe der Nacht immer wei­ter zum Hori­zont hin­ab­stei­gen wird. Dar­un­ter erkennt man ein Teil der Fische und schon in Hori­zont­nä­he das Stern­bild Wassermann.

Mehr Infor­ma­tio­nen und Gra­fi­ken zum aktu­el­len Stern­him­mel fin­det ihr auf die­ser Sei­te.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

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