Der Sternhimmel im November 2021

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Der Lauf des Mondes

Am 1. Mor­gen im Novem­ber kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel im Stern­bild Löwe auf­fin­den. Am nächs­ten Mor­gen hat der Mond das Stern­bild Jung­frau erreicht. Am 3. Novem­ber fin­den wir sie zum letz­ten Mal vor Neu­mond in der Mor­gen­däm­me­rung und nur 6 ¾ Grad ober­halb von Mer­kur. Am 4. Novem­ber wird dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, gelingt uns erst am Abend des 7. Novem­ber eine Sich­tung der dün­nen, zuneh­men­den Mond­si­chel über dem west­li­chen Hori­zont, knapp 7 ½ Grad west­lich des Abend­stern Venus. Am 8. Novem­ber steht die Mond­si­chel 6 Grad nord­öst­lich des Abend­sterns im Stern­bild Schüt­ze. Unser stil­ler Beglei­ter wan­dert in den nächs­ten Tagen wei­ter in Rich­tung Osten und kann dann am 10. Novem­ber knapp 5 Grad süd­lich von Saturn auf­ge­fun­den wer­den. Am 11. Novem­ber steht der Mond im ers­ten Vier­tel und 5 Grad süd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Stern­bild Stein­bock. In den Fol­ge­näch­ten durch­läuft der Mond Stern­bil­der, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Nach­dem der Erd­tra­bant die Stern­bil­der Was­ser­mann, Fische, Wal­fisch und Wid­der hin­ter sich gelas­sen hat, sehen wir ihn als Voll­mond in der Nacht vom 19. auf den 20. Novem­ber im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, das aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. Am 19. Novem­ber fin­det auch eine Par­ti­el­le Mond­fins­ter­nis statt, die lei­der bei uns unsicht­bar bleibt. Nur in Nord- und Mit­tel­ame­ri­ka ist die­se voll­stän­dig sicht­bar. Nach der Voll­mond­pha­se wird der Erd­tra­bant wie­der lang­sam ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. In den dar­auf fol­gen­den Näch­ten wan­dert er wei­ter durch die Stern­bil­der Stier und Zwil­lin­ge und befin­det sich dann am Abend des 23. Novem­ber in der Nähe von Pol­lux. Nach­dem der Erd­tra­bant das Stern­bild Krebs hin­ter sich gelas­sen hat, fin­den wir ihn am 26. Novem­ber nörd­lich von Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Am 27. Novem­ber steht der abneh­men­de Mond im letz­ten Vier­ter und geht dann kurz vor Mit­ter­nacht auf. Bis zum Monats­en­de wan­dert der Mond aber­mals durch die Jungfrau.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur kann im ers­ten Monats­drit­tel noch am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. Novem­ber geht der ‑0,8 mag hel­le Mer­kur um 5:21 Uhr im Osten auf. Rund eine hal­be Stun­de nach sei­nem Auf­gang ist es mög­lich, den inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems über dem Hori­zont in der schon wei­ter fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung zu erspä­hen. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung hat Mer­kur eine Höhe von knapp 9 Grad erreicht. Bis zum 10. des Monats ver­spä­ten sich sei­ne Auf­gän­ge auf 6:08 Uhr. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit steigt in die­ser Zeit leicht auf ‑0,9 mag. An die­sem Mor­gen befin­det er sich auch knapp 1 Grad nord­öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Nach dem 10. Novem­ber wird man umsonst nach Mer­kur Aus­schau hal­ten, da er sich immer schnel­ler der Son­ne annä­hert. Am 29. Novem­ber 2021 steht Mer­kur schließ­lich in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und mit ihr unsicht­bar am Tag­him­mel. Am 3. Novem­ber begeg­net die schma­le, abneh­men­de Mond­si­chel Mer­kur, in einem Abstand von nur 6 ½ Grad.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus, im Stern­bild Schüt­ze, ist nach wie vor Abend­stern und in der Däm­me­rung tief im Wes­ten auf­find­bar. Sie stand am 29. Okto­ber bereits in ihrer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Lage der Eklip­tik am Abend­him­mel und ihrer süd­li­chen Posi­ti­on im Tier­kreis, steht sie aber trotz­dem nicht sehr hoch über dem süd­west­li­chen Hori­zont. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung erreicht sie gera­de mal eine Höhe nur 10 Grad. Die Hel­lig­keit des Abend­sterns nimmt im Lau­fe des Novem­bers deut­lich zu von anfangs ‑4,4 auf ‑4,7 mag. Im Tele­skop erkennt man, dass die Pha­sen­ge­stalt des Venus­scheib­chens von 48 auf 29% abnimmt. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst dage­gen von 26 auf 39 Bogen­se­kun­den. Am 1. Novem­ber geht die Venus um 18:25 Uhr unter. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich ihre Unter­gangs­zei­ten nur unwe­sent­lich auf 18:35 Uhr. In der Abend­däm­me­rung des 7. und 8. Novem­ber kann die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe des Abend­sterns auf­ge­fun­den werden.

Unser Nach­bar­pla­net Mars bleibt wei­ter­hin unsicht­bar und stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Der 1,6 mag hel­le Pla­net zieht im Lau­fe des Monats von der Jung­frau wei­ter in das Stern­bild Waa­ge. Sein west­li­cher Win­kel­ab­stand wächst bis Monats­en­de auf 18 Grad. Das reicht aber noch nicht für eine Sicht­bar­keit des Roten Pla­ne­ten am Mor­gen­him­mel für das blo­ße Auge. Mit Hil­fe eines Feld­ste­chers lässt er sich aller­dings auf­spü­ren. Erst zu Beginn des nächs­ten Monats taucht Mars lang­sam wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch den Stein­bock und ist ein Objekt für den Abend­him­mel. Er ver­kürzt sei­ne Sicht­bar­keit spür­bar und geht bereits vor Mit­ter­nacht im Süd­wes­ten unter. Am 1. Novem­ber sinkt Jupi­ter um 23:45 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Bis zum 30. Novem­ber ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 22:03 Uhr. Die schein­ba­re Hel­lig­keit des Rie­sen­pla­ne­ten sinkt von anfangs ‑2,5 auf ‑2,3 mag. Im Fern­rohr schrumpft das Jupiter­scheib­chen von 42,2 auf 38,4 Bogen­se­kun­den. Trotz­dem las­sen sich immer noch sehr gut bei Ein­bruch der Nacht sei­ne vier hells­ten Mon­de und die inter­es­san­ten Atmo­sphä­ren­struk­tu­ren beob­ach­ten. Am 11. Novem­ber zieht der zuneh­men­de Mond nur 4 ½ Grad süd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich eben­falls recht­läu­fig am Abend­him­mel und kann im Stern­bild Stein­bock auf­ge­fun­den wer­den. Er steht unge­fähr 15 Grad süd­west­lich des Jupi­ters. Saturn geht deut­lich vor Mit­ter­nacht unter und steht bei Ein­bruch der Nacht bereits recht nied­rig im Süd­wes­ten. Gleich­zei­tig ver­kürzt sich sei­ne Sicht­bar­keit im Lau­fe des Novem­bers dras­tisch. Zu Beginn des Monats sinkt der Ring­pla­net um 22:17 Uhr unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie und Ende Novem­ber bereits um 20:29 Uhr. Sei­ne inter­es­san­ten Rin­ge und sei­ne Mon­de beob­ach­tet man des­halb am bes­ten bei Ein­bruch der Nacht. Die schein­ba­re Hel­lig­keit sinkt im Lau­fe des Novem­bers leicht von anfangs 0,6 auf 0,7 Grö­ßen­klas­sen. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser geht im Lau­fe des Novem­bers auf 16,1 Bogen­se­kun­den zurück. Am 10. des Monats kann der zuneh­men­de Halb­mond in der Nähe von Saturn auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus kommt am 5. Novem­ber 2021 im Stern­bild Wid­der in Oppo­si­ti­on zu Son­ne und kann mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,7 mag theo­re­tisch schon mit dem blo­ßen Auge gese­hen wer­den. An die­sem Tag geht der fer­ne Pla­net um 16:20 Uhr im Osten auf und steht um 23:45 Uhr im Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt um 7:13 Uhr. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­di­an- und Unter­gän­ge auf 22:03 Uhr bzw. 5:30 Uhr. Zum Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt steht Ura­nus gut 55 Grad hoch über dem Süd­ho­ri­zont und kann knapp 11 Grad süd­öst­lich von Alpha Ari­e­tis auf­ge­fun­den wer­den. Auch mit sehr hoher Ver­grö­ße­rung ist nur ein 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes blau­grü­nes Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt befin­det sich Ura­nus 2,952 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend, rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Ende Novem­ber kommt er fast zum Still­stand. Am 1. Novem­ber steht Nep­tun um 20:47 Uhr im Süden. Am 30. Novem­ber erreicht er bereits um 18:52 Uhr den Meri­di­an. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:29 Uhr auf 0:33 Uhr. Somit kann der fer­ne Pla­net am Monats­en­de noch unge­fähr bis 23 Uhr beob­ach­tet wer­den. Mit einer Hel­lig­keit von 7,7 Grö­ßen­klas­sen, benö­tigt man zur Beob­ach­tung des Pla­ne­ten aller­dings ein Fern­glas oder ein klei­nes Tele­skop. Er befin­det sich ca. 3 Grad nord­öst­lich von Phi Aqua­rii. Im Fern­rohr ist ein 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen bläu­li­ches Scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze steht bei Ein­bruch der Nacht schon zu tief im Süd­wes­ten um ihn beob­ach­ten zu kön­nen. Aus die­sem Grund muss man den 14,4 mag schwa­chen Zwerg­pla­ne­ten in die­sem Monat von der Beob­ach­tungs­lis­te streichen.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 4P/Faye kann im Stern­bild Ein­horn in der zwei­ten Nacht­hälf­te auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer Hel­lig­keit von 10,5 Grö­ßen­klas­sen ist der Schweif­stern in klei­ne­ren bis mitt­le­ren Tele­sko­pen auffindbar.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 29P/­Sch­was­s­mann-Wach­mann, im Stern­bild Fuhr­mann, ist zur Zeit im Aus­bruch und rund 5 Grö­ßen­klas­sen hel­ler als erwar­tet. Der Schweif­stern zieht einen klei­nen Bahn­bo­gen west­lich von Iota Auri­gae. Er kann mit einer Hel­lig­keit um 11 mag eben­falls in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­sucht wer­den. Bereits bei Ein­bruch der Nacht steht der Komet genü­gend hoch in Rich­tung Osten am Abendhimmel.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 67P/T­schur­ju­mov-Gerasi­men­ko wan­dert in die­sem Monat vom Stern­bild Zwil­lin­ge kom­mend, wei­ter in den Krebs und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Sei­ne Hel­lig­keit steigt wei­ter an und er kann mit rund 9 Grö­ßen­klas­sen bereits in klei­ne­ren Fern­roh­ren auf­ge­spürt wer­den. Am 2. Novem­ber zieht er mit 1,21 AE Abstand an der Son­ne vor­bei und wird um die­se Zeit auch sein Hel­lig­keits­ma­xi­mum erreichen.

Der Komet C/2017 K2 (Pan­STARRS) bewegt sich durch den Her­ku­les und ist ein Objekt für den frü­hen Abend­him­mel. Sei­ne Höhe über dem west­li­chen Hori­zont nimmt im Lau­fe des Monats kon­ti­nu­ier­lich ab. Mit einer Hel­lig­keit um 12 mag, ist der Komet ein Objekt für grö­ße­re Teleskope.

Der Komet C/2019 L3 (ATLAS) zieht mit einer Hel­lig­keit um 10 mag durch den Luchs und ist zir­kum­po­lar. Er kann somit die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den. Die bes­te Zeit für eine Beob­ach­tung des Schweif­sterns ist der Mor­gen­him­mel, wenn er zum Ende der Nacht die Zenitre­gi­on erreicht.

Der Komet C/2021 A1 (Leo­nard) bewegt sich im Novem­ber ent­lang der Gren­ze zu den Stern­bil­der Jagd­hun­de und Haar der Bere­ni­ke. Es wird erwar­tet, dass der Schweif­stern Mit­te Dezem­ber eine Hel­lig­keit von 4 Grö­ßen­klas­sen errei­chen und mit blo­ßem Auge sicht­bar wird. Bereits im Novem­ber steigt sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit steil an von anfangs 11 auf 7 Grö­ßen­klas­sen, so dass er zum Monats­en­de hin in licht­star­ken Fern­glä­sern auf­ge­fun­den wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres beschleu­nigt sei­ne rück­läu­fi­ge Bewe­gung durch das Stern­bild Stier und die Hya­den und kommt am 27. Novem­ber 2021 in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht Ceres eine Hel­lig­keit von 7,2 Grö­ßen­klas­sen. Zu Monats­be­ginn beträgt die Hel­lig­keit noch 7,8 mag. Damit ist der Zwerg­pla­net ein leich­tes Objekt für das Fern­glas. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:01 Uhr auf 23:37 Uhr. Am 3. Novem­ber zieht der Him­mels­kör­per in nur 7 Bogen­mi­nu­ten Abstand am Haupt­stern Alde­ba­ran vor­bei. Am 6. und 12. Novem­ber kommt es eben­falls zu einer Begeg­nung mit hel­len Ster­nen und zwar mit SAO 94004 (6,6 mag) und 75 Tau (5,0 mag). Die Abstän­de betra­gen dann jeweils 7 bzw. 9 Bogenminuten.

(2) Pal­las ist ein Objekt für den Abend­him­mel und zieht durch das Stern­bild Was­ser­mann. Der Aste­ro­id wird zu Beginn des Monats sta­tio­när und bewegt sich anschlie­ßend wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Damit endet auch die dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Auch sei­ne Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats wei­ter zurück von anfangs 9,5 auf 9,8 mag. Am 1. Novem­ber geht Pal­las um 1:21 Uhr im Wes­ten unter und am 30. Novem­ber bereits zwei Stun­den früher.

(7) Iris wan­dert zunächst noch durch die Zwil­lin­ge und wech­selt am 4. des Monats in den Krebs. Die schein­ba­re Hel­lig­keit des Aste­ro­iden steigt im Novem­ber von 9,1 auf 8,6 Magnitu­den. Ihre Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 21:19 Uhr auf 19:58 Uhr. Am 3. Novem­ber kommt es zu einer engen Begeg­nung mit 85 Gem (5,3 mag), in einem Abstand von nur 7 Bogenminuten.

(44) Nysa wird am 13. Novem­ber wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Stier auf­ge­fun­den wer­den. Bis zum Monats­en­de steigt ihre Hel­lig­keit auf 9,4 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Novem­ber steht Nysa um 3:01 Uhr im Süden. Am 30. Novem­ber erreicht der Aste­ro­id bereits um 0:52 Uhr den Meri­di­an. Am 27. Novem­ber kann Nysa nur 5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,5 mag hel­len Stern 111 Tau auf­ge­fun­den werden.

Meteorströme

Der Mete­or­strom der Leo­ni­den, des­sen Radi­ant sich unge­fähr 10 Grad nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen befin­det, ist all­jähr­lich zwi­schen dem 13. bis 30. Novem­ber aktiv. Das spit­ze und schwa­che Maxi­mum ist in der Nacht vom 16. auf den 17. Novem­ber zu erwar­ten. Lei­der stört der fast vol­le Mond die Beob­ach­tung, so dass nur weni­ge Meteo­re sicht­bar sind. Im güns­tigs­ten Fall sind 10 bis 20 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar. Gegen 4 Uhr mor­gens steht der Radi­ant der Leo­ni­den, von unse­ren Stand­ort aus gese­hen, gut 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Der Ursprungs­kör­per des Leo­ni­den­stroms ist der Komet 55P/­Tem­pel-Tut­tle, der eine Umlaufs­zeit von 33 Jah­ren besitzt. In den Jah­ren 1999 und 2001 waren die Leo­ni­den sehr aktiv. Mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät, die durch­aus Sturm­stär­ke errei­chen kann, ist des­halb alle 33 Jah­re zu rech­nen, wenn die Erde das Zen­trum der Trüm­mer­wol­ke des Kome­ten pas­siert. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 72 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erschei­nen dem­zu­fol­ge sehr schnell am Himmel.

Die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sind in die­sem Monat noch erwäh­nens­wert, die in den Jah­ren 1925, 1935, 1985 und 1995 kur­ze aber hef­ti­ge Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­ten. So sorg­te im Jahr 1995 der Mete­or­strom für Auf­se­hen, als inner­halb einer hal­ben Stun­de 420 Stern­schnup­pen pro Stun­de gezählt wur­den. Das Maxi­mum fin­det am 21. Novem­ber statt. Gegen 4 Uhr mor­gens steht der Radi­ant gut 30 Grad hoch am Him­mel. Der noch fast vol­le, abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung stö­ren, weil er erst unter­ge­hen wird, wenn die Son­ne bereits zwei Stun­den am Him­mel steht. Mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de tre­ten die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sehr schnell in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen des­halb sehr schnel­le Meteo­re. Der Radi­ant befin­det sich eini­ge Grad süd­lich von Pro­kyon, dem Haupt­stern im Stern­bild Klei­ner Hund. Ein Ursprungs­kör­per ist nicht bekannt. Berech­nun­gen zei­gen aber eine Umlauf­zeit von rund 500 Jah­ren für den Erzeu­ger der Alpha-Monocerotiden.

Die Tau­ri­den sind vom 20. Sep­tem­ber bis 25. Novem­ber aktiv. Eigent­lich besteht die­ser Mete­or­strom aus zwei Teil­strö­men, näm­lich den Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­ri­den. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tau­ri­den erreich­te im Okto­ber sein Maxi­mum und ist noch bis zum 20. Novem­ber aktiv. Das eher brei­te Maxi­mum der Nörd­li­chen Tau­ri­den fin­det am 12. Novem­ber statt. Dabei ist der nörd­li­che Teil­strom deut­lich akti­ver als der Süd­li­che. Im Schnitt zei­gen sich aber nur 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de, die mit einer Geschwin­dig­keit von nur 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Am bes­ten beob­ach­tet man den Strom der Tau­ri­den zwi­schen 20 Uhr und 4 Uhr mor­gens, wenn der Radi­ant genü­gend hoch am Him­mel steht. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der peri­odi­sche Komet 2P/Encke, der auch für einen Groß­teil der eklip­ti­ka­len Meteo­re aus der Ant­he­lionquel­le ver­ant­wort­lich ist.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel
Der Stern­him­mel am 15. Novem­ber 2021 um 23:00 Uhr MEZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat soeben die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten und steigt nun im Lau­fe der Nacht wie­der lang­sam höher. Die Deich­sel­spit­ze des Wagens zeigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit genau auf den Nord­punkt des Hori­zonts. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun eben­so fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung im Nor­den befin­det. West­lich des Klei­nen Bären gele­gen erken­nen wir das Stern­bild des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Dar­über steigt das Stern­bild Kepheus eben­falls lang­sam wie­der von der Zenitre­gi­on her­ab. Unter­halb des Dra­chen ent­de­cken wir bei guter Hori­zont­sicht noch ein Teil des Her­ku­les. Der Nord­os­ten wird fast bis in den Zenit hin­ein von den unschein­ba­ren Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs ein­ge­nom­men, die aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Sie sind nur unter einem dunk­len Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erkennen.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird lang­sam von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern über­nom­men. Im Süd­os­ten ist der Him­mels­jä­ger Ori­on schon voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich davon erken­nen wir die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Direkt über dem Ost­punkt steht Pro­kyon, im Stern­bild Klei­ner Hund, nied­rig über dem Hori­zont. Ober­halb der Zwil­lin­ge und des Ori­on fin­den wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie das Stern­bild Stier, mit dem röt­li­chen Alde­ba­ran. Im Stier sind auch die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den leicht mit blo­ßem Auge zu erken­nen. Noch wei­ter höher strebt das Stern­bild Per­seus lang­sam sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. In die­sem Stern­bild erken­nen wir, etwas ober­halb der Per­seus-Figur gele­gen, die bei­den hel­len Stern­hau­fen h und Chi Persei bereits mit dem blo­ßem Auge. Sie erge­ben einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas und Tele­skop. In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den unschein­ba­ren Luchs. Noch etwas höher in Rich­tung Zenit ste­hen die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraffe.

Im Süden

Der Süden wird noch immer von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. West­lich vom Meri­di­an gele­gen steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da an. In die­sem Stern­bild steht das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das wir noch mit blo­ßem Auge erken­nen kön­nen. Dabei han­delt es sich um die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Am bes­ten ist unse­re Nach­bar­ga­la­xie aber mit Hil­fe eines Feld­ste­chers, vor allem unter einem dunk­len Land­him­mel, zu sehen. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die Andro­me­da­ga­la­xie bereits zenit­nah den Meri­di­an über­schrit­ten. Noch höher im Süd­os­ten befin­det sich auch der Per­seus. Dar­un­ter erken­nen wir den west­li­chen Teil des Stiers, mit den Hya­den und Ple­ja­den, und noch wei­ter in Rich­tung Süd­ho­ri­zont einen Teil des Flus­ses Eri­da­nus. Wir wen­den uns nun wie­der dem Süd­punkt zu. Hier befin­den sich, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen noch die unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der sowie die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Fische. Genau im Süden geht soeben der Wal­fisch durch den Meri­di­an. Tief im Süd­wes­ten steht noch der öst­li­che Teil des Stern­bilds Was­ser­mann. Dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont fun­kelt Fomal­haut im Stern­bild des Süd­li­chen Fisches.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Stern­bil­der des Som­mer­him­mels. Dicht über dem West­ho­ri­zont soll­te noch das Som­mer­drei­eck erkenn­bar sein. Gebil­det wird es aus den Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler. Alta­ir befin­det sich zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon sehr dicht über dem Hori­zont und kurz vor sei­nem Unter­gang. Die Milch­stra­ße ver­läuft in die­ser Regi­on eben­falls in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ste­hen die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Eidech­se und Kepheus. Mit­tel­hoch im Nord­wes­ten erken­nen wir noch den Dra­chen und dar­un­ter ein Teil des Stern­bilds Her­ku­les. Hoch im Süd­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Pega­sus und die Andro­me­da, die im Lau­fe der Nacht immer wei­ter zum Hori­zont hin­ab­sin­ken wer­den. Unter­halb des Pega­sus steht ein Teil der Fische. In Hori­zont­nä­he ent­de­cken wir noch das aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild des Was­ser­manns und die öst­li­che Spit­ze des Stein­bocks. Dort befin­det sich zur Zeit der Rie­sen­pla­net Jupi­ter kurz vor sei­nem Untergang.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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