Der Sternhimmel im Monat November 2016

Der Lauf des Mondes

Am 1. Abend im Monat kön­nen wir die sehr schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des nur 46 ¾ Stun­den nach Neu­mond über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Waa­ge auf­spü­ren. An den Fol­ge­aben­den steigt der Mond höher über dem Hori­zont und ist dem­zu­fol­ge immer bes­ser und län­ger sicht­bar. Am 2. Novem­ber bil­den die Mond­si­chel, zusam­men mit Saturn und Venus, eine gedach­te Linie in der Abend­däm­me­rung. Am Abend des 5. Novem­ber steht der Mond nur 9 Grad west­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Schüt­ze und nur einen Abend spä­ter 6 Grad öst­lich des Roten Pla­ne­ten. Am 7. des Monats kön­nen wir unse­ren stil­le Beglei­ter als zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) im Stern­bild des Was­ser­manns beob­ach­ten. Nun wan­dert der Mond durch Gebie­te des Him­mels, die nur schwä­che­re Ster­ne ent­hal­ten. Zur Voll­mond­zeit, am 14. Novem­ber, hat er den Stier erreicht und steht mit 359.509 Kilo­me­tern Ent­fer­nung zur Erde auch in sei­nem gerings­ten Abstand im Jahr 2016 zu ihr.
Nach dem Rie­sen­voll­mond wird unser Erd­be­glei­ter in den Fol­ge­näch­ten nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am Abend des 15. Novem­ber läuft er am Haupt­stern Alde­ba­ran vor­bei und nähert sich ihm bis auf 2 Grad öst­li­chen Abstands an. Am 17. des Monats kön­nen wir ihn nur 7 Grad west­lich von Alhena (Gam­ma Gemmi­no­rum) in den Zwil­lin­gen auf­fin­den. Am nächs­ten Abend hat er Alhena schon hin­ter sich gelas­sen und befin­det sich 8 Grad öst­lich die­ses Sterns. Nach­dem der Mond das Stern­bild Zwil­lin­ge hin­ter sich gelas­sen hat, wan­dert er durch das Stern­bild Krebs und steht am 21. Novem­ber, als abneh­men­der Halb­mond (Letz­tes Vier­tel), nur 3 Grad süd­west­lich von Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Am Mor­gen des 25. Novem­ber befin­det sich die abneh­men­den Mond­si­chel nur 2 Grad öst­lich von Jupi­ter und 8 Grad nord­west­lich von Spi­ca. Am 26. des Monats kön­nen wir ihn dann 7 ½ Grad öst­lich des Haupt­sterns der Jung­frau auf­fin­den. In der Mor­gen­däm­me­rung des 28. Novem­ber kön­nen wir eine sehr schma­le Sichel, nur 29 ¾ Stun­den vor Neu­mond, über dem öst­li­chen Hori­zont auf­spü­ren, bis am 29. des Monats schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht wird.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur war bis Mit­te des Vor­mo­nats am Mor­gen­him­mel sicht­bar und stand danach in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Er ent­fernt sich aber schnell in öst­li­cher Rich­tung von ihr, so dass er Ende Novem­ber für süd­li­che­re Brei­ten am Abend­him­mel sicht­bar wird. Sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand wächst in die­ser Zeit von anfangs 2 auf 18 Grad. Auf­grund der fla­chen Lage der Eklip­tik am Abend­him­mel für unse­re Brei­ten, reicht das lei­der nicht für eine Abend­sicht­bar­keit des inners­te Pla­ne­ten. Somit bleibt Mer­kur im gesam­ten Monat Novem­ber unsicht­bar. Am 11. Novem­ber steht Mer­kur im Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46,4 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Auch die Begeg­nung mit Saturn am 24. des Monats ist nicht sichtbar.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist Abend­stern und kann kurz nach Son­nen­un­ter­gang über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. Am 9. Novem­ber zieht sie vom Stern­bild Schlan­gen­trä­ger in den Schüt­zen, wobei sie im letz­ten Monats­drit­tel den Stern Nun­ki (Sig­ma Sag) in ca. 1 Grad Abstand nörd­lich pas­siert. Ihr öst­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn nimmt wei­ter­hin leicht zu von anfangs 37 auf 42 Grad. Ihre Hel­lig­keit steigt eben­falls leicht von anfangs ‑4,0 auf ‑4,2 mag. Der gegen­sei­ti­ge Abstand zwi­schen Erde und Venus nimmt dage­gen ab, was eine leich­te Stei­ge­rung ihres schein­ba­ren Durch­mes­sers im Fern­rohr zur Fol­ge hat. Die­ser beträgt anfangs 14 Bogen­se­kun­den. Im Lau­fe des Monats wächst die­ser auf 16,9 Bogen­se­kun­den. Gleich­zei­tig nimmt ihr Beleuch­tungs­grad ab von anfangs 78 auf 69 %. Die Unter­gangs­zei­ten unse­res Schwes­ter­pla­ne­ten ver­spä­ten sich etwas. Am 1. Novem­ber geht die Venus um 18:05 Uhr unter. Am 30. des Monats sinkt sie bereits um 18:47 Uhr unter die Hori­zont­li­nie, so dass für ihre Beob­ach­tung am Abend­him­mel gera­de mal eine Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang ver­bleibt. Am 2. Novem­ber steht die Sichel des zuneh­men­den Mon­des nahe Venus und Saturn.

Unser Nach­bar­pla­net Mars bleibt nach wie vor in der Abend­däm­me­rung prä­sent weil auch die Son­ne immer frü­her unter­geht und er sich ent­lang der Eklip­tik in nörd­li­cher Rich­tung bewegt. Am 8. Novem­ber wech­selt Mars schließ­lich vom Stern­bild Schüt­ze in den Stein­bock. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt wei­ter von anfangs 0,3 auf 0,6 mag. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft, so dass die­ser am Ende des Monats nur noch 6,5 Bogen­se­kun­den beträgt. Die Unter­gän­ge des Roten Pla­ne­ten ver­än­dern sich im Novem­ber nur kaum. Zu Beginn des Monats sinkt Mars um 20:59 Uhr und Ende Novem­ber erst um 21:10 Uhr unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 6. Novem­ber zieht der zuneh­men­de Mond nörd­lich an unse­rem roten Nach­bar­pla­ne­ten vor­bei. Des Wei­te­ren beginnt am 28. Novem­ber auf der Nord­halb­ku­gel des Mars der Winter.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter steigt immer höher über dem Ost­ho­ri­zont und wird dadurch immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Er wan­dert in die­ser Zeit wei­ter recht­läu­fig durch die Jung­frau. Am 1. Novem­ber geht der ‑1,8 mag hel­le Rie­sen­pla­net um 4:18 Uhr auf. Am 30. Novem­ber erfolgt der Jupi­ter­auf­gang bereits um 2:55 Uhr. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt zur Monats­mit­te 31,8 Bogen­se­kun­den. Am 25. des Monats ergibt sich ein inter­es­san­ter Anblick gegen 4 Uhr am Mor­gen­him­mel, wenn die dün­nen Mond­si­chel nur 1,5 Grad nörd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei zieht.

Der Ring­pla­net Saturn im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger kann gegen 18 Uhr noch in der Abend­däm­me­rung auf­ge­fun­den wer­den, sinkt im Lau­fe des Monats aber immer frü­her in den Hori­zont­dunst hin­ab, weil sich sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne wei­ter­hin schnell ver­rin­gert. Im 1. Dezem­ber­drit­tel erreicht er schließ­lich die Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Der 0,5 mag hel­le Saturn kann dem­zu­fol­ge nur noch zu Beginn des Monats mit blo­ßem Auge auf­ge­fun­den wer­den und steht kurz nach Son­nen­un­ter­gang bereits tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont. Am 1. Novem­ber geht Saturn um 18:18 Uhr unter. Am 10. Novem­ber ver­schwin­det der Ring­pla­net bereits um 17:46 Uhr unter der Hori­zont­li­nie und bleibt schließ­lich unsicht­bar für den Rest des Monats. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung am 2. Novem­ber, befin­det sich die schma­le zuneh­men­den Mond­si­chel in der Nähe von Saturn und Venus und bil­det ein hüb­sches Drei­er­ge­stirn am Abend­him­mel. Die Begeg­nung des Saturns mit Mer­kur am 24. des Monats ist hin­ge­gen nicht sichtbar.

Ura­nus kann nach sei­ner Oppo­si­ti­on im Okto­ber immer noch fast die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den und bewegt sich rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Er befin­det sich nur 4 Grad öst­lich von Epsi­lon Piscis (4,3 mag). Vom Mor­gen­him­mel zieht sich der in Fern­glä­sern oder klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­ba­re und grün­lich leuch­ten­de 5,7 mag hel­le Pla­net schon bald zurück. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert Ura­nus um 22:40 Uhr. Ende des Monats steht der Pla­net bereits zwei Stun­den frü­her im Meri­di­an. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser beträgt 3,6 Bogensekunden.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bremst sei­ne rück­läu­fi­ge Bewe­gung durch den Was­ser­mann ab und kommt am 20. Novem­ber schließ­lich zum Still­stand. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch den Tier­kreis. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Gleich­zei­tig zieht er sich voll­stän­dig aus der 2. Nacht­hälf­te zurück. Der 7,9 mag hel­le und schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ße grün­lich-blaue Pla­net ist aber noch sehr gut am Abend­him­mel beob­acht­bar und steht nur 2,5 Grad süd­west­lich von Lamb­da Aqua­rii (3,7 mag). Am 1. Novem­ber steht Nep­tun um 20:03 Uhr im Süden und sinkt um 1:24 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Ab dem zwei­ten Monats­drit­tel geht Nep­tun bereits vor Mit­ter­nacht unter. Bis zum 30. Novem­ber ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 18:09 Uhr und sei­ne Unter­gän­ge auf 23:26 Uhr. Am 9. Novem­ber steht der zuneh­men­den Mond knapp 1,6 Grad öst­lich von Nep­tun entfernt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze geht schon bald nach Son­nen­un­ter­gang unter und ist nur noch zu Beginn des Monats beob­acht­bar. Aller­dings benö­tigt man für den 14,2 mag hel­len Zwerg­pla­ne­ten ein gro­ßes Teleskop.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2015 V2 (John­son) ist zir­kum­po­lar und bewegt sich durch die Jagd­hun­de, süd­lich der Deich­sel des Gro­ßen Wagens. Mit einer Hel­lig­keit von 12 mag ist der Schweif­stern aber erst in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­find­bar und steht bei Ein­bruch der Nacht noch rund 20 Grad hoch über dem Hori­zont. Am bes­ten beob­ach­tet man den Kome­ten aber am Mor­gen­him­mel, wenn er kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung gut 50 Grad Höhe über dem Hori­zont erreicht.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 43P/­Wolf-Har­ring­ton kann am Mor­gen­him­mel beob­ach­tet wer­den und bewegt sich im Novem­ber durch die Stern­bil­der Sex­tant und Becher. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt ca. 11,5 mag mit leicht abneh­men­der Tendenz.

Der Komet 144P/Kushida zieht vom Löwen in die Jung­frau und kann eben­falls am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Dabei nähert er sich Jupi­ter, so dass bei­de Him­mels­kör­per am Ende des Monats nur 8 Grad von­ein­an­der ent­fernt ste­hen. Der Komet zieht sei­ne Bahn nahe­zu par­al­lel zu 43P/­Wolf-Har­ring­ton wobei er zu Däm­me­rungs­be­ginn Höhen von 30 Grad über dem Hori­zont erreicht. Zu Beginn des Monats ist Komet Kushi­da noch 12 mag hell. Ende des Monats ist die Hel­lig­keit bereist auf rund 13 mag gesun­ken. Am 6. und 7. Novem­ber kann der 4 mag hel­le Stern Ypsi­lon Leo­nis als Auf­such­hil­fe die­nen, wobei der gegen­sei­ti­ge Abstand nur rund 20 Bogen­mi­nu­ten beträgt.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres stand im letz­ten Okto­ber­drit­tel in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist nach wie vor fast die gesam­te Nacht über im Stern­bild Wal­fisch beob­acht­bar. Er bewegt sich recht­läu­fig durch die­ses Stern­bild. Mit einer Hel­lig­keit von 7,5 mag zu Beginn des Monats, ist Ceres bereits in jedem Fern­glas und Tele­skop auf­find­bar. Am 1. Novem­ber kul­mi­niert er um 23:11 Uhr im Süden und am 30. Novem­ber bereits um 20:58 Uhr. In die­ser Zeit sinkt die Hel­lig­keit des Zwerg­pla­ne­ten auf 8,1 mag.

(4) Ves­ta kann im Stern­bild Krebs auf­ge­fun­den wer­den und kommt in ihrer recht­läu­fi­gen Bewe­gung fast zum Still­stand. Sie ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Ihre Hel­lig­keit steigt von 7,9 auf 7,4 mag, so dass Ves­ta bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann. Ihr Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 21:49 Uhr auf 20:07 Uhr zum Monatsletzten.

(18) Mel­po­me­ne stand im Vor­mo­nat eben­falls in Oppo­si­ti­on und bewegt sich wei­ter recht­läu­fig und immer lang­sa­mer wer­dend durch den Wal­fisch. Ihre Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,4 auf 8,8 mag. Zu Beginn des Monats steht Mel­po­me­ne um 23:33 Uhr im Süden. Ende Novem­ber kul­mi­niert der Klein­pla­net bereits um 21:27 Uhr.

Der Aste­ro­id Nr. 79 Eury­no­me kommt am 3. Novem­ber im Stern­bild Wid­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,6 mag. Ab der Mit­te des Monats wird Eury­no­me wie­der schwä­cher als 10 mag. Zu Beginn des Monats steht der Him­mels­kör­per kurz nach Mit­ter­nacht im Süden und geht um 7:18 Uhr wie­der unter. Bis Ende Novem­ber ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 21:46 Uhr und die Unter­gän­ge auf 4:47 Uhr. Am 7. Novem­ber kann der 5,7 mag hel­le Stern 31 Ari als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden die­nen, wobei der Abstand 8,5 Bogen­mi­nu­ten beträgt. Am 23. Novem­ber zieht Eury­no­me am 5,5 mag hel­len Stern Xi Ari in nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand vorbei.

Meteorströme

Der Mete­or­strom der Leo­ni­den, des­sen Radi­ant sich unge­fähr 10 Grad nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen befin­det, ist all­jähr­lich zwi­schen dem 13. bis 30. Novem­ber aktiv. Das spit­ze Maxi­mum ist in der Nacht vom 16. auf den 17. Novem­ber zu erwar­ten, wobei im güns­tigs­ten Fall 10 bis 15 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Teil­chen­s­im­mu­la­tio­nen deu­ten auf ein schwa­ches Maxi­mum am Mor­gen des 17. Novem­bers gegen 4 Uhr hin. Der abneh­men­de Mond wird mit sei­nem hel­len Licht die Beob­ach­tung der Leo­ni­den mas­siv stö­ren und die Teil­chen­an­zahl dem­entspre­chend her­ab­set­zen. Am bes­ten beob­ach­tet man über den gesam­ten Akti­vi­täts­zeit­raum hin­weg unge­fähr ab Mit­ter­nacht bis in die Mor­gen­stun­den hin­ein. Gegen 4 Uhr mor­gens steht der Radi­ant der Leo­ni­den schon 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Aber auch an ande­ren Tagen des Akti­vi­täts­zeit­raums kann es zu einer erhöh­ten Akti­vi­tät kom­men, da die Erde Staub­strei­fen pas­siert, die vor lan­ger Zeit vom Mut­ter­kör­per frei­ge­setzt wur­den und dem­zu­fol­ge eine unre­gel­mä­ßi­ge Ver­tei­lung ent­lang ihrer Bahn zei­gen. So begeg­net die Erde am 20. Novem­ber einen Staub­strei­fen in nur 1 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Ent­fer­nung, die der Mut­ter­kör­per im Jahr 1499 frei­ge­setzt hat. Der Ursprungs­kör­per des Leo­ni­den­stroms ist der Komet 55P/­Tem­pel-Tut­tle, der eine Umlaufs­zeit von 33 Jah­ren besitzt. In den Jah­ren 1999 und 2001 waren die Leo­ni­den sehr aktiv. Mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät, die durch­aus Sturm­stär­ke errei­chen kann, ist des­halb alle 33 Jah­re zu rech­nen, wenn die Erde das Zen­trum der Trüm­mer­wol­ke des Kome­ten pas­siert. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 72 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erschei­nen dem­zu­fol­ge sehr schnell am Himmel.

Even­tu­ell sind in die­sem Monat noch die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den inter­es­sant, die in den Jah­ren 1925, 1935, 1985 und 1995 kur­ze aber hef­ti­ge Akti­vi­täts­aus­brü­che zei­gen. So sorg­ten vor 20 Jah­ren die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den für Auf­se­hen, als inner­halb einer hal­ben Stun­de 420 Meteo­ren pro Stun­de gezählt wur­den. Der nächs­te inten­si­ve Schau­er ist aber erst im Jahr 2019 zu erwar­ten. Das Maxi­mum fin­det am 21. Novem­ber statt. Mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de tre­ten die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sehr schnell in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen des­halb sehr schnel­le Stern­schnup­pen. Ein Urspungs­kör­per ist nicht bekannt.

Die Tau­ri­den sind vom 20. Sep­tem­ber bis 25. Novem­ber aktiv. Eigent­lich besteht die­ser Mete­or­strom aus zwei Teil­strö­men: Näm­lich den Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­ri­den. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tau­ri­den erreich­te im Okto­ber sein Maxi­mum und ist noch bis zum 20. Novem­ber aktiv. Das eher brei­te Maxi­mum der Nörd­li­chen Tau­ri­den fin­det am 17. Novem­ber statt. Dabei ist der nörd­li­che Teil­strom deut­lich akti­ver als der Süd­li­che. Im Schnitt zei­gen sich aber nur 5 Meteo­re pro Stun­de, die mit einer Geschwin­dig­keit von nur 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Am bes­ten beob­ach­tet man den Strom der Tau­ri­den zwi­schen 20 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der peri­odi­sche Komet 2P/Encke, der auch für einen Groß­teil der eklip­ti­ka­len Meteo­re aus der Ant­he­lionquel­le ver­ant­wort­lich ist.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im November 2016

Der Stern­him­mel am 15. Novem­ber 2016 um 22:00 MEZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat soeben die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten und steigt nun im Lau­fe der Nacht wie­der lang­sam höher. Die Deich­sel­spit­ze des Wagens zeigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit genau auf den Nord­punkt des Hori­zonts. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun eben­so fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung im Nor­den befin­det. West­lich des Klei­nen Bären erken­nen wir das Stern­bild des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Dar­über steigt das Stern­bild Kepheus eben­falls lang­sam wie­der her­ab. Unter­halb des Dra­chen ent­de­cken wir bei guter Hori­zont­sicht noch ein Teil des Her­ku­les. Der Nord­os­ten wird, fast bis in den Zenit hin­ein, von den unschein­ba­ren Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs ein­ge­nom­men, die aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Sie sind nur unter einem dunk­len Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erkennen.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird lang­sam von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern über­nom­men. Im Süd­os­ten ist der Him­mels­jä­ger Ori­on schon voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich davon erken­nen wir die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Direkt über dem Ost­punkt steht Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund und nied­rig über dem Hori­zont. Ober­halb der Zwil­lin­ge und des Ori­on fin­den wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie das Stern­bild Stier, mit dem röt­li­chen Alde­ba­ran. Im Stier sind auch die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den leicht mit blo­ßem Auge zu erken­nen. Noch wei­ter höher strebt das Stern­bild Per­seus lang­sam sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. In die­sem Stern­bild erken­nen wir, etwas ober­halb der Per­seus-Figur gele­gen, die bei­den hel­len Stern­hau­fen h und Chi Persei bereits mit blo­ßem Auge. Sie erge­ben einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas und Tele­skop. In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den unschein­ba­ren Luchs. Noch etwas höher in Rich­tung Zenit, befin­den sich die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraffe.

Im Süden

Der Süden wird noch immer von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. West­lich vom Meri­di­an gele­gen steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Stern­ket­te der Andro­me­da an. In die­sem Stern­bild steht das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das wir noch mit unbe­waff­ne­tem Auge erken­nen kön­nen. Dabei han­delt es sich um die Andro­me­da­ga­la­xie in 2 ½ Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Am bes­ten ist unse­re Nach­bar­ga­la­xie aber mit Hil­fe eines Feld­ste­chers, vor allem unter einem dunk­len Land­him­mel, zu sehen. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die Andro­me­da­ga­la­xie bereits zenit­nah den Meri­di­an über­schrit­ten. Noch höher im Süd­os­ten befin­det sich auch der Per­seus. Dar­un­ter erken­nen wir den west­li­chen Teil des Stiers, mit den Hya­den und Ple­ja­den, und noch wei­ter in Rich­tung Süd­ho­ri­zont einen Teil des Flus­ses Eri­da­nus. Wir wen­den uns nun wie­der dem Süd­punkt zu. Hier befin­den sich, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen noch die unschein­ba­re­ren Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und Fische. Genau im Süden geht soeben der Wal­fisch durch den Meri­di­an. Tief im Süd­wes­ten steht noch der öst­li­che Teil des Stern­bilds Wassermann.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Stern­bil­der des Som­mer­him­mels. Dicht über dem West­ho­ri­zont soll­te noch das Som­mer­drei­eck erkenn­bar sein. Gebil­det wird es aus den Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler. Alta­ir befin­det sich zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon sehr dicht über dem West­ho­ri­zont und kurz vor sei­nem Unter­gang. Die Milch­stra­ße ver­läuft in die­ser Regi­on eben­falls in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ste­hen die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Eidech­se und Kepheus. Mit­tel­hoch im Nord­wes­ten erken­nen wir noch den Dra­chen und dar­un­ter ein Teil des Stern­bilds Her­ku­les. Hoch im Süd­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Pega­sus und die Andro­me­da, die im Lau­fe der Nacht immer wei­ter zum Hori­zont hin­ab­stei­gen wer­den. Unter­halb des Pega­sus steht ein Teil der Fische und bereits in Hori­zont­nä­he gele­gen, das eher unschein­ba­re Stern­bild des Wassermanns.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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