Brot und Spiele

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Windräder aus der FerneMan fängt bekannt­lich mehr Flie­gen mit Honig als mit Essig und posi­ti­ve PR in den Medi­en, Blen­dung und erfolg­rei­ches Mar­ke­ting mit Syn­er­gie­ef­fekt, um die eige­nen Inter­es­sen zu ver­tre­ten, sind dann schon die hal­be Mie­te um jemand für eine bestimm­te Sache zu gewin­nen. Egal wie viel der Spaß dann am Ende kos­tet. Nicht viel anders läuft es näm­lich auch in der Poli­tik oder im Lob­by­is­mus ab. Um so erstaun­ter und amü­siert lass ich dann am Mon­tag den fol­gen­den Arti­kel in der Lau­sit­zer Rundschau:

Wind­park in Brie­sen­see wird mit Fest eröffnet

Wind­kraft­an­la­gen sind in der Spree­wald-Regi­on umstrit­ten. Daher erstaun­te zunächst die Tat­sa­che, dass der Brie­sen­seer Tra­di­ti­ons­ver­ein sich an der Eröff­nungs­fei­er des dor­ti­gen Wind­parks am Sams­tag beteiligte.

Das Wind­rad­fest in Brie­sen­see steht hier wohl im kras­sen Gegen­satz zur Volks­in­itia­ti­ve Wind­rad. Des­halb lese ich auch eine gewis­se Iro­nie aus dem Arti­kel her­aus, wenn denn schon der Inves­tor sel­ber das Dorf­fest finan­ziert und kos­ten­lo­se Hub­schrau­ber­rund­flü­ge anbie­tet. Da wun­dert es mich nicht, wenn erst jetzt das Ein­wei­hungs­fest statt­fin­det, obwohl die Spar­gel schon im März 2009 fer­tig­ge­stellt wur­den. Im Zusam­men­hang mit dem neu­en Teil­flä­chen­nut­zungs­plan für die Wind­kraft in der Regi­on, sind dem­nach 11 wei­te­re Wind­rä­der vom glei­chen Kali­ber in der Nähe von Bie­bers­dorf (Gemein­de Mär­kisch Hei­de) geplant. Dann klingt die gan­ze Sache doch eher wie eine cle­ve­re Mar­ke­ting­kam­pa­gne des Inves­tors. Neu für mich ist auch, dass die meis­ten Bür­ger im Dorf posi­tiv gegen­über den Wind­rä­dern vor der eige­nen Haus­tür ein­ge­stellt sind, wo ich doch bis jetzt eher gegen­tei­li­ge Mei­nun­gen hören konn­te. Und ich bin mir jetzt schon ziem­lich sicher, dass das geplan­te Wind­rad­fest in der Gemein­de Mär­kisch Hei­de für die Betrei­ber­ge­sell­schaft und natür­lich auch für die Gemein­de­ver­tre­ter eben­so erfolg­reich verläuft. 😉

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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