Der Sternhimmel im Monat Oktober 2018

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats ist unser Erd­tra­bant ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. In der Nacht vom 1. auf den 2. Okto­ber befin­det sich der abneh­men­de Mond im nord­öst­li­chen Bereich des Stern­bild Ori­on, an der Gren­ze zu den Zwil­lin­gen. Am 2. Okto­ber geht der Mond erst kurz vor Mit­ter­nacht im Stern­bild Zwil­lin­ge auf. Gleich­zei­tig sehen wir ihn im Letz­ten Vier­tel. Am Mor­gen des 4. und 5. Okto­ber befin­det er sich bereits im Krebs und am 6. des Monats weni­ge Grad öst­lich von Regu­lus, dem Haupt­stern im Stern­bild Löwe. In der Mor­gen­däm­me­rung des 7. Okto­ber kön­nen wir die dün­ne Mond­si­chel schließ­lich zum letz­ten Mal im Osten auf­ge­hen sehen, bis am 9. des Monats die Neu­mond­pha­se erreicht wird.
Am Abend des 11. Okto­ber taucht die schma­le, zuneh­men­de Sichel wie­der über dem West­ho­ri­zont auf. Dabei befin­det sie sich nur 9 Grad west­lich von Jupi­ter, wobei der Rie­sen­pla­net so nahe am Hori­zont nicht ein­fach zu erken­nen ist. An den Fol­ge­aben­den wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Waa­ge, Schlan­gen­trä­ger und Skor­pi­on. Am Abend des 14. Okto­ber steht der Erd­tra­bant nur 5 Grad west­lich von Saturn und nur einen Abend spä­ter 7 Grad öst­lich des Ring­pla­ne­ten. Am 16. Okto­ber wird das Ers­te Vier­tel im Stern­bild Schüt­ze erreicht. Am dar­auf fol­gen­den Abend befin­det sich der Mond 8 Grad west­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Stein­bock und am 18. nur 3 ½ Grad nord­öst­lich des Roten Pla­ne­ten. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert der Mond durch Gebie­te am Him­mel, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Dabei durch­läuft er die Stern­bil­der Was­ser­mann und Wal­fisch und steht schließ­lich am Abend des 24. Okto­ber als Voll­mond im Wal­fisch. Nach­dem die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen wur­de, wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Wid­der und Stier. In der Nacht vom 26. auf den 27. Okto­ber kön­nen wir ihn im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, zwi­schen den Offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, auf­fin­den. Am 27. des Monats befin­det er sich schließ­lich 4 ½ Grad öst­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Nur einen Abend spä­ter befin­det er sich aber­mals im nord­öst­li­chen Bereich des Ori­on. Danach wird der Mond immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert bis zum Monats­en­de vom Stern­bild Zwil­lin­ge kom­mend in den Krebs, wo am 31. Okto­ber zum 2. Mal in die­sem Monat das Ers­te Vier­tel erreicht wird. Davor bedeckt der Mond am Mor­gen des 30. Okto­ber noch einen hel­len Stern. Gegen 1:09 Uhr wird der ver­än­der­li­che Stern Zeta Gemi­no­rum von der hel­len Sei­te unse­res Erd­tra­ban­ten aus bedeckt. Die Bede­ckung des Sterns dau­ert fast ein Stun­de, bis der Mond den Stern an der dunk­len Sei­te wie­der frei gibt.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand im Vor­mo­nat in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ent­fernt sich nun wei­ter in öst­li­cher Rich­tung von ihr. Aller­dings steht der Pla­net erst am 6. Novem­ber 2018, mit 23 Grad Abstand, in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel und sei­ner gegen­über der Son­ne süd­li­chen Dekli­na­ti­on, reicht das trotz­dem nicht für eine Abend­sicht­bar­keit Mer­kurs in unse­ren Brei­ten. Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems bleibt unsicht­bar. Nur vom Mit­tel­meer­raum und in süd­li­chen Brei­ten zeigt sich Mer­kur kurz in der Abend­däm­me­rung. Am 5. des Monats wan­dert Mer­kur in nur 2 Grad nörd­li­chen Abstand an Spi­ca in der Jung­frau und am 14. Okto­ber 7 Grad nörd­lich an Venus vor­bei. Bei­de Begeg­nun­gen blei­ben lei­der unbe­ob­acht­bar. Am 16. des Monats läuft der Pla­net durch das Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn entfernt.

Die Venus stand zu Beginn des Vor­mo­nats noch am Abend­him­mel und wird am 5. Okto­ber sta­tio­när. Anschlie­ßend bewegt sie sich schnell auf die Son­ne zu und steht am 26. Okto­ber schließ­lich in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Dabei befin­det sie sich zwi­schen Erde und Son­ne. Damit bleibt unser Schwes­ter­pla­net in die­sem Monat unbe­ob­acht­bar. Zur unte­ren Kon­junk­ti­on befin­det sich die Venus nur 41 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Anfang Novem­ber taucht sie als Mor­gen­stern wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung auf.

Unser roter Nach­bar Mars lässt sich schon bei Ein­bruch der Dun­kel­heit beob­ach­ten und bewegt sich immer schnel­ler wer­dend, recht­läu­fig in Rich­tung Osten durch den Stein­bock. Er ist ein Pla­net für den Abend­him­mel und sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit geht in die­sem Monat aber­mals deut­lich zurück von anfangs ‑1,3 auf ‑0,6 mag. Dage­gen wächst die Ent­fer­nung zur Erde auf 118 Mil­lio­nen Kilo­me­ter. Der Abstand ist dop­pelt so groß wie zur Zei­ten sei­ner Oppo­si­ti­on im Juli. Die Fol­ge ist, dass sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wei­ter zurück­geht von anfangs 15,8 auf nur noch 12 Bogen­se­kun­den, so dass es immer schwie­ri­ger wird, Ein­zel­hei­ten auf sei­ner Ober­flä­che zu ent­de­cken. Mars ver­legt sei­ne Unter­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. Okto­ber sinkt er um 1:00 Uhr Som­mer­zeit unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie und am 31. Okto­ber bereits um 23:36 Uhr MEZ. Am 16. Okto­ber wan­dert Mars in nur 2,3 Bogen­mi­nu­ten Abstand süd­öst­lich an Eta Capri­cor­ni (4,9 mag) vor­bei. Zwei Näch­te spä­ter steht der zuneh­men­de Mond nur 2 ½ Grad nörd­lich unse­res Nach­bar­pla­ne­ten. Am 17. Okto­ber beginnt auf der Süd­halb­ku­gel des Mars der Frühling.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, recht­läu­fig im Stern­bild Waa­ge, kann zu Beginn des Monats noch in der Abend­däm­me­rung auf­ge­fun­den wer­den. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung befin­det sich Jupi­ter noch 8 Grad hoch über dem Süd­west­ho­ri­zont. Er zieht sich aber schnell zurück und wird Ende des Monats schließ­lich unsicht­bar. Zu Beginn des Monats geht Jupi­ter um 20:11 Uhr Som­mer­zeit unter. Ende Okto­ber sinkt der Rie­sen­pla­net bereits um 17:29 Uhr MEZ unter den Hori­zont. Am 11. Okto­ber steht die schma­le, zuneh­men­de Sichel des Mon­des in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten am Abendhimmel.

Der Ring­pla­net Saturn kann noch bei Ein­bruch der Nacht für 2 Stun­den tief im Süd­wes­ten im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Er wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch die­ses Stern­bild und sei­ne Hel­lig­keit sinkt Ende Okto­ber auf 0,6 mag. Am 1. Okto­ber geht Saturn um 22:31 Uhr Som­mer­zeit im Süd­wes­ten unter und am 31. des Monats bereits um 19:41 Uhr MEZ. Am 14. Okto­ber kann die Sichel des zuneh­men­den Mon­des nahe Saturn auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus, im Stern­bild Wid­der, erreicht am 24. Okto­ber 2018 sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung und ist somit die gesam­te Nacht hin­durch zu beob­ach­ten. Dabei erreicht der Pla­net eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 5,7 mag, so dass man ihn unter einem dunk­lem Land­him­mel bereits theo­re­tisch mit blo­ßem Auge auf­spü­ren kann. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt an die­sem Tag 2,823 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter. Im Tele­skop ist aller­dings nur ein 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­blau­es Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Ura­nus um 17:45 Uhr im Osten auf und erreicht um 0:50 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt um 7:51 Uhr Som­mer­zeit. Zu Beginn und Ende des Monats erfolgt sein Meri­diandurch­gang um 2:24 Uhr Som­mer­zeit bzw. um 23:21 Uhr Win­ter­zeit. Der Stern Omic­ron Pisci­um (4,3 mag) kann als Auf­such­hil­fe für den Pla­ne­ten die­nen, denn Ura­nus befin­det sich nur 2,8 Grad nord­öst­lich von die­sem Stern entfernt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, rück­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann, stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und zieht sich im Okto­ber lang­sam vom Mor­gen­him­mel zurück. Trotz­dem kann man ihn noch fast die gesam­te Nacht beob­ach­ten. Die bes­te Zeit ist der Zeit­punkt um sei­ne Kul­mi­na­ti­on. Am 1. Okto­ber erfolgt sein Meri­diandurch­gang um 23:26 Uhr Som­mer­zeit. Am 31. Okto­ber steht Nep­tun bereits 3 Stun­den frü­her, bezo­gen auf die Win­ter­zeit, im Meri­di­an. Mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag, benö­tigt man zur Beob­ach­tung aller­dings ein Fern­glas oder Tele­skop. Bei hoher Ver­grö­ße­rung ist aber nur ein blau­grü­nes Scheib­chen von 2,3 Bogen­se­kun­den Durch­mes­ser erkennbar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze und ist mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 14,3 mag nur ein Objekt für gro­ße Tele­sko­pe. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass er sich durch ster­nen­rei­che Milch­stra­ßen­fel­der bewegt. Sein Unter­gang erfolgt zu Beginn des Monats um 23:43 Uhr Som­mer­zeit und Ende Okto­ber bereits um 20:46 Uhr. Am 25. Okto­ber pas­siert Plu­to den abstei­gen­den Kno­ten sei­ner Bahn, die 17 Grad gegen die Eklip­tik geneigt ist. Den auf­stei­gen­den Kno­ten pas­sier­te der Zwerg­pla­net bereits im Sep­tem­ber 1930!

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/­Gia­co­bi­ni-Zin­ner ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und zieht vom Stern­bild Ein­horn kom­mend steil in Rich­tung Süden in das Stern­bild Gro­ßer Hund. Nach sei­nem Peri­hel letz­ten Monat geht die Hel­lig­keit des Schweif­sterns wie­der zurück von anfangs 8,0 auf 10,0 mag. Damit ist der Schweif­stern noch ein dank­ba­res Objekt für klei­ne­re und mitt­le­re Tele­sko­pe. Auf sei­nem Weg ent­lang der Win­ter­milch­stra­ße, begeg­net der Komet zahl­rei­chen hel­len offe­nen Stern­hau­fen, die schon in Fern­glä­sern auf­find­bar sind. In der Nacht vom 7. auf den 8. Okto­ber befin­det er sich zum Bei­spiel in der Nähe des 5,9 mag hel­len Stern­hau­fens Mes­sier 50. Anfang Okto­ber, zu Beginn der astro­no­mi­schen Däm­me­rung, erreicht der Komet noch Höhen von gut 30 Grad und Ende Okto­ber nur noch eine Höhe von gut 15 Grad über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Im Tele­skop ist eine hel­le Koma von 5 Bogen­mi­nu­ten Aus­deh­nung mit stern­för­mi­gen Zen­trum und ein läng­li­cher Schweif sichtbar.

Der peri­odi­sche Komet 38P/S­te­phan-Oter­ma ist ein Objekt für die 2. Nacht­hälf­te und bewegt sich vom Stern­bild Ori­on wei­ter in die Zwil­lin­ge. Mit­te Okto­ber wird der Komet vor­aus­sicht­lich die 10. Grö­ßen­klas­se über­schrei­ten und in klei­ne­ren Tele­sko­pen sicht­bar sein. Ab dem 18. Okto­ber zieht der Schweif­stern mit nur ein Grad süd­li­chen Abstand an Gam­ma Gemi­no­rum vorbei.

Der Aste­ro­id (3) Juno wird am 16. Okto­ber im Stier sta­tio­när und wan­dert anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Am 25. Okto­ber tritt der Aste­ro­id in das Stern­bild Eri­da­nus über. Mit­te Novem­ber erreicht Juno schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Die Hel­lig­keit des Him­mels­kör­per steigt von anfangs 8,2 auf 7,6 mag, so dass Juno bereits in Fern­glä­sern auf­ge­fun­den wer­den kann. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 4:30 Uhr Som­mer­zeit auf 1:33 Uhr MEZ.

(4) Ves­ta kann nach der astro­no­mi­schen Däm­me­rung nur noch sehr nied­rig über dem Süd­west­ho­ri­zont im Stern­bild Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit des Aste­ro­iden sinkt im Lau­fe des Monats von anfangs 7,4 auf 7,8 mag. Ihre Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von 22:16 Uhr Som­mer­zeit auf 20:12 Uhr MEZ. Am 1. Okto­ber steht Ves­ta nur 5,5 Bogen­mi­nu­ten vom 6,5 mag hel­len Stern SAO 186629 entfernt.

(6) Hebe wan­dert durch das Ein­horn und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 9,7 auf 9,3 mag zum Monats­en­de. Am 1. Okto­ber geht Hebe um 0:13 Uhr Som­mer­zeit im Osten auf. Am 31. Okto­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 21:50 Uhr Win­ter­zeit. Am 4. Okto­ber befin­det sich der Aste­ro­id nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten vom Offe­nen Stern­hau­fen NGC 2236 (8,5 mag) ent­fernt. Am 1. Okto­ber zieht Hebe in nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand an SAO 114146 (6,1 mag) vorbei.

Meteorströme

Zwi­schen dem 6. und 10. Okto­ber sind die Dra­co­n­i­den (auch Gia­co­bi­ni­den bzw. Okto­ber-Dra­co­n­i­den genannt) aktiv, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich etwa 3 Grad öst­lich von Del­ta Dra­co­nis befin­det. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/­Gia­co­bi­ni-Zin­ner zurück, der eine Umlauf­zeit von 6,5 Jah­ren besitzt und im Sep­tem­ber die­sen Jah­res wie­der sein Peri­hel erreich­te. In die­sem Jahr wird das Maxi­mum in der Nacht vom 8. auf den 9. Okto­ber statt­fin­den. Die Meteor­häu­fig­keit schwankt recht stark von Jahr zu Jahr. Im Schnitt sind aber alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. So konn­te im Jahr 1933 unge­fähr 400 Meteo­re pro Minu­te (!) beob­ach­tet wer­den. Im Jahr 2011 wur­den inner­halb von einer Stun­de rund 300 Meteo­re regis­triert. Auch 2012 gab es eine erhöh­te Akti­vi­tät, die auf den Peri­hel­durch­gang des Kome­ten zurück­zu­füh­ren war. Wahr­schein­lich wird die Erde in die­sem Jahr auf Staub vom Kome­ten tref­fen, der im Jahr 1953 frei­ge­setzt wur­de. Even­tu­ell kommt es dann gegen 2 Uhr mor­gens zu einer höhe­ren Akti­vi­tät als nor­mal. Der Mond wird in die­sem Jahr die Sicht­bar­keit des Stroms nicht stö­ren weil am 9. Okto­ber Neu­mond ist. Bei den Dra­co­n­i­den han­delt es sich um extrem lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 21 km/s, so dass sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unterscheiden.

Zwi­schen dem 10. bis 18. Okto­ber sind die Del­ta-Auri­gi­den sicht­bar, die nur eine schwa­che Akti­vi­tät zei­gen und des­sen Radi­ant sich im nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Fuhr­mann befin­det. In der Nacht vom 10. auf den 11. Okto­ber ist mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät zu rech­nen, wobei dann maxi­mal nur zwei Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se zei­gen, mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 64 km/s, sehr schnel­le Meteo­re am Him­mel. Lan­ge Jah­re wur­den die Del­ta-Auri­gi­den und die Sep­tem­ber-Per­sei­den als ein Mete­or­strom betrach­tet. Dann kris­tal­li­sier­te sich aber her­aus, dass es sich in Wahr­heit um zwei Teil­strö­me han­delt. Ein Ursprungs­kör­per der Del­ta-Auri­gi­den ist nicht bekannt.

Vom 2. Okto­ber bis 7. Novem­ber sind die Orio­ni­den aktiv. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te von 15 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in die­sem Jahr in der Nacht vom 21. auf den 22. Okto­ber sowie vom 22. auf den 23. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Auch die­ser Mete­or­strom ist in sei­ner Fre­quenz varia­bel und zeigt 2 Tage um das Akti­vi­täts­ma­xi­mum ver­mehr­te Stern­schnup­pen­ra­ten. Im Jahr 2007 wur­den mehr als 45 und 2008 bis zu 70 Stern­schnup­pen regis­triert. Der Radi­ant befin­det sich rund 10 Grad nord­öst­lich von Betei­geu­ze im Ori­on und steht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung etwa 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Der zuneh­men­de Mond geht gegen 4 Uhr mor­gens unter. Bei den Orio­ni­den han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln dabei. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Ein noch rela­tiv unbe­kann­ter Strom stel­len die Leo-Mino­ri­den dar, des­sen Radi­ant sich bei RA 162° und Dec +37° befin­det. Ihr Akti­vi­täts­zeit­raum liegt zwi­schen dem 19. bis 27. Okto­ber, mit einem nur gerin­gen Maxi­mum am 24. Okto­ber. Zu die­sem Zeit­punkt sind wahr­schein­lich nicht mehr als 2 Meteo­re sicht­bar, die eine Geschwin­dig­keit von 62 Kilo­me­ter pro Sekun­de besit­zen und dem­nach am Him­mel recht schnell sind. Der Ursprungs­kör­per die­ses Stroms ist wahr­schein­lich der Komet C/1739 K1 (Zanot­ti).

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­ri­den kön­nen von Sep­tem­ber bis in den Dezem­ber hin­ein beob­ach­tet wer­den. Die Akti­vi­tät der Süd­li­chen Tau­ri­den beginnt schon am 10. Sep­tem­ber und endet um den 20. Novem­ber. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tau­ri­den ist um den 10. Okto­ber zu erwar­ten. Die Nörd­li­chen Tau­ri­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und 10. Dezem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum am 12. Novem­ber. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bei bei­den Teil­strö­men rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Sie zei­gen dem­nach recht lang­sa­me Meteo­re. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten. Der Mut­ter­kör­per des Tau­ri­den­stroms ist der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2018 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit soeben die unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern und damit exakt die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird, bis auch er die nied­rigs­te Stel­lung im Nor­den erreicht hat. Momen­tan befin­det sich die­ser aber noch auf 7 Uhr Posi­ti­on. West­lich vom Klei­nen Bären gele­gen ent­de­cken wir noch das Stern­bild des Dra­chen, mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf, und ober­halb davon den Kepheus, der gera­de die Zenitre­gi­on über­schrit­ten hat. Öst­lich des Kepheus steht das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia in sehr guter Beob­ach­tungs­hö­he. Das Himmels‑W wird in der nächs­ten Stun­de den Zenit errei­chen. Senk­recht dar­un­ter im Nord­os­ten fin­den wird den Per­seus und noch wei­ter dar­un­ter den Fuhr­mann, mit der hel­len Kapel­la. Direkt über dem Nord­ost­ho­ri­zont sind soeben die Zwil­lin­ge auf­ge­gan­gen und kün­den schon vom nahen­den Win­ter. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Die­se bestehen aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen. Bei guter Hori­zont­sicht und nied­rig im Nord­wes­ten erken­nen wir die Nörd­li­che Kro­ne und noch den nörd­lichs­ten Teil des Stern­bilds Bärenhüter.

Im Osten

Bli­cken wir in Rich­tung Osten, kön­nen wir schon die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters beob­ach­ten. Genau im Osten steht der rot leuch­ten­de Alde­ba­ran, der Haupt­stern des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. In die­sem Stern­bild ent­de­cken wir auch die Ple­ja­den, auch Sie­ben­ge­stirn genannt. Es ist ein wei­te­rer offe­ner Stern­hau­fen, der sich unge­fähr in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det und in dem wir 6 bis 8 Ster­ne mit blo­ßem Auge erken­nen kön­nen. Unter­halb des Stiers gehen soeben die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Win­ter­stern­bilds Ori­on auf. Direkt im Nord­os­ten erken­nen wir bei guter Hori­zont­sicht das Stern­bild der Zwil­lin­ge. Die Zwil­lin­ge bestehen aus zwei Ket­ten von Ster­nen, an deren Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux befin­den. Ober­halb der Zwil­lin­ge steht noch der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Dar­über befin­det sich der Per­seus, der sich inmit­ten schö­ner Ster­nen­fel­der zwi­schen Andro­me­da und Fuhr­mann befin­det. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der berühm­te Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei, der schon leicht mit blo­ßem Auge erkannt wer­den kann und der im Fern­glas einen beein­dru­cken­den Anblick bie­tet. Bli­cken wir in Rich­tung Zenit, ent­de­cken wir das „Himmels‑W“, die Kas­sio­peia. Auf der ande­ren Sei­te Ost­punk­tes befin­det sich das Stern­bild Andro­me­da. Unter­halb der Andro­me­da sehen wir das Nörd­li­che Drei­eck, den Wid­der und ein Teil der Fische. Dar­un­ter schließt sich auch der Wal­fisch an. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­da­nus über dem Hori­zont erschienen.

Im Süden

Der gesam­te süd­li­che Abschnitt unse­res Him­mels wird nun kom­plett vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern des Pega­sus­qua­drats gehört aber nicht mehr zu die­sem Stern­bild. Denn direkt dane­ben schließt sich das Stern­bild Andro­me­da an. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht soll­te hier auch ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das man noch mit unbe­waff­ne­ten Auge erken­nen kann: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Es ist die nächst grö­ße­rer Nach­bar­ga­la­xie und eine Schwes­ter unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Mit Fern­glas und Tele­skop ergibt sich ein fan­tas­ti­scher Anblick. Unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der, die wei­ter west­lich von den Fischen begrenzt wer­den. Die Fische ent­hal­ten aber nur sehr schwa­che Ster­ne. Ein Teil die­ses Stern­bilds, der den ring­för­mi­gen Aste­ris­mus des Cir­clets bil­det, hat soeben die höchs­te Stel­lung im Süden erreicht. Unter­halb der Fische ent­de­cken wir noch den Wal­fisch und west­lich davon, das eher unschein­ba­re Stern­bild des Was­ser­manns. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, noch nied­rig über dem Hori­zont erkenn­bar sein, der vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Nied­rig im Süd­wes­ten befin­det sich noch das unschein­ba­re Stern­bild Stein­bock mit unse­rem roten Nach­barn Mars über dem Horizont.

Im Westen

So lang­sam aber sicher müs­sen wir uns von den letz­ten Som­mer­stern­bil­der ver­ab­schie­den. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler gebil­det wird. Deneb befin­det sich dabei von allen drei Ster­nen noch am höchs­ten über dem west­li­chen Hori­zont. Ober­halb des Adlers erken­nen wir nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und des­halb eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft vom Som­mer­drei­eck aus gese­hen senk­recht in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit erken­nen wir die unschein­ba­re Eidech­se sowie das Stern­bild Kepheus. Eben­falls hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der jetzt im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird. Unter­halb sei­nes auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kop­fes, befin­det sich das Stern­bild Her­ku­les und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont gele­gen und kurz vor ihrem Unter­gang, das Halb­rund der Nörd­li­chen Krone.

Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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