Der Sternhimmel im Monat Oktober 2016

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats ist Neu­mond. Nach der Neu­mond­pha­se müs­sen wir uns noch bis zum 3. des Monats gedul­den, bis wir die schma­le Mond­si­chel wie­der über dem süd­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf­spü­ren kön­nen. An jenem Abend befin­det sich auch der Abend­stern Venus nur 4 Grad süd­lich der Mond­si­chel. Am dar­auf­fol­gen­den Abend ist die Mond­si­chel deut­lich bes­ser sicht­bar und kann im Stern­bild Waa­ge auf­ge­fun­den wer­den. Am 5. des Monats steht die Mond­si­chel 8 Grad nord­west­lich von Saturn und bil­det zusam­men mit dem Haupt­stern Ant­ares ein recht­wink­li­ges Drei­eck am Abend­him­mel. Am 6. Okto­ber steht der Mond bereits 5 Grad nord­öst­lich von Saturn im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Nur zwei Aben­de spä­ter befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter 7 nord­öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Schüt­ze. Am 9. wird schließ­lich das Ers­te Vier­tel erreicht. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter durch den Tier­kreis und durch die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Fische, bis am 16. des Monats die Voll­mond­pha­se erreicht wird.
Am Abend des 18. Okto­ber befin­det sich der nun wie­der abneh­men­den Mond im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“ im Stern­bild Stier und west­lich des Offe­nen Stern­hau­fens der Hya­den. In die­ser Nacht wan­dert der Mond durch die Hya­den und bedeckt nach­ein­an­der eini­ge hel­le Ster­ne. Kurz nach Mit­ter­nacht des 19. Okto­ber kommt es zu einer Bede­ckung des 3,9 mag hel­len Sterns Gam­ma Tau­ri gegen 1:10 Uhr Som­mer­zeit. Um 5:29 Uhr sowie um 5:52 Uhr kommt es eben­falls zu einer Bede­ckung der 4,0 mag bzw. 3,6 mag hel­len Ster­ne The­ta 1 und 2 Tau­ri durch den Mond. Um 6 Uhr mor­gens steht der Erd­tra­bant schließ­lich nur noch 2 Grad west­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Nun wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­häf­te. Am Mor­gen des 21. Okto­ber steht der Erd­tra­bant 2 ½ Grad nörd­lich von Alhena (Gam­ma Gemi­no­rum). Am 22. Okto­ber wird das Letz­te Vier­tel erreicht. Anschlie­ßend wan­dert er wei­ter durch die Stern­bil­der Krebs und Löwe. Am Mor­gen des 25. Okto­ber befin­det sich die schma­le Mond­si­chel nur 2 ½ Grad süd­lich von Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Davor wird noch gegen 4:31 Uhr der 4,6 mag hel­le Stern 31 Leo­nis bedeckt. Am 28. des Monats kommt es zu einer inter­es­san­ten Kon­junk­ti­on mit dem Jupi­ter im Stern­bild der Jung­frau, wobei sich die Mond­si­chel nur 2 Grad nord­west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten auf­hält. Am Mor­gen des 29. Okto­bers kön­nen wir die sehr schma­le Mond­si­chel, nur 36 ½ Stun­den vor Neu­mond, zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung über dem Ost­ho­ri­zont auf­spü­ren, bis am 30. Okto­ber aber­mals die Neu­mond­pha­se erreicht wird.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand am 28. Sep­tem­ber 2016 in einer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, kann er in der ers­ten Okto­ber­wo­che noch rela­tiv leicht über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­spürt wer­den. Aller­dings eilt er schnell in öst­li­cher Rich­tung auf die Son­ne zu und steht schließ­lich am 27. Okto­ber in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 1. Okto­ber geht der ‑0,8 mag hel­le Mer­kur um 4:23 Uhr (5:23 Uhr Som­mer­zeit) auf, so dass er rund eine Vier­tel­stun­de spä­ter im Osten sicht­bar wird. Eine Drei­vier­tel­stun­de spä­ter ver­schwin­det der Pla­net für das blo­ße Auge in der zuneh­men­den Mor­gen­däm­me­rung. Danach erscheint Mer­kur immer spä­ter über dem Ost­ho­ri­zont. Am 6. geht der ‑1,0 mag hel­le inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems um 4:43 Uhr auf. Nach dem 6. Okto­ber wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, Mer­kur in der Däm­me­rung mit blo­ßem Auge zu erken­nen, weil sich sein Win­kel­ab­stand zur Son­ne wei­ter­hin ver­rin­gert. Zum letz­ten Mal kön­nen ihn Beob­ach­ter wahr­schein­lich am 11. des Monats als ‑1,1 mag hel­len Licht­punkt mit dem unbe­waff­ne­ten Auge erken­nen. An die­sem Mor­gen erscheint Mer­kur um 5:11 Uhr (6:11 Uhr Som­mer­zeit) über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Gleich­zei­tig kommt es noch zu einer engen Begeg­nung mit dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, wobei der Abstand bei­der Him­mels­kör­per nur 52 Bogen­mi­nu­ten beträgt und vor allem in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen gut beob­ach­tet wer­den kann.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist Abend­stern und bewegt sie sich wei­ter recht­läu­fig durch die Waa­ge. Sie stei­gert ihren öst­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne von anfangs 30 auf 37 Grad. Obwohl sie immer frü­her unter­geht, ver­bes­sert sich ihre Sicht­bar­keit am Abend­him­mel auf­grund der nun wie­der län­ger wer­den­den Näch­te. Am 17. Okto­ber wech­selt sie in den Skor­pi­on und anschlie­ßend in den Schlan­gen­trä­ger. Trotz­dem hält sie sich nach Son­nen­un­ter­gang nur nied­rig im Süd­wes­ten über dem Hori­zont auf. Am 1. Okto­ber geht die ‑4,0 mag hel­le Venus um 18:43 Uhr (19:43 Uhr Som­mer­zeit) unter. Bis zum 31. Okto­ber sinkt sie bereits um 18:05 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Ihr Beleuch­tungs­grad nimmt von anfangs 85% auf 78% bis zum Monats­en­de hin ab. Dage­gen nimmt ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser leicht zu von anfangs 12 auf nun­mehr 14 Bogen­se­kun­den. Am 3. Okto­ber kann die zuneh­men­den Mond­si­chel 4 ½ Grad nörd­lich des Abend­sterns auf­ge­fun­den wer­den. Am 26. Okto­ber steht sie nur 3 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. Am 29. des Monats wan­dert sie nur 3 Grad süd­lich an Saturn vor­bei. Am letz­ten Tag des Monats erreicht die Venus auch das Aphel ihrer Bahn und befin­det sich schließ­lich 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Unser roter Nach­bar Mars kann nach wie vor in der Abend­däm­me­rung nied­rig im Süd­wes­ten beob­ach­tet wer­den. Er bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze, wobei er am 15. Okto­ber nur 1,3 Grad nörd­lich an Sig­ma Sagit­ta­rii vor­bei zieht. Sei­ne Hel­lig­keit geht eben­falls zurück von anfangs 0,0 mag auf 0,4 mag zum Monats­en­de. Im Tele­skop erscheint das nur 85% beleuch­te­te Mars­scheib­chen nur noch 7,5 Bogen­se­kun­den groß. Das ist ein Zei­chen, dass die bes­te Zeit, den Roten Pla­ne­ten zu beob­ach­ten, längst über­schrit­ten ist. Am 1. Okto­ber geht Mars um 21:06 Uhr (22:06 Uhr Som­mer­zeit) unter. Am 31. Okto­ber sinkt er nur 8 Minu­ten frü­her unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie, so dass auch auf­grund der immer frü­her ein­set­zen­den Däm­me­rung, Mars noch rela­tiv gut über dem süd­west­li­chen Hori­zont beob­ach­tet wer­den kann. Am 29. Okto­ber erreicht der Pla­net sein Peri­hel und befin­det sich 207 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne entfernt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter taucht nach sei­ner Kon­junk­ti­on ab der Mit­te des Monats wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung auf und wird bis zum Monats­en­de hin immer bes­ser sicht­bar. Er wan­dert recht­läu­fig durch die Jung­frau und zieht gegen Ende des Monats an Gam­ma Vir­gi­nis, in einem süd­li­chen Abstand von nur 2 Grad, vor­bei. Am 10. Okto­ber geht der ‑1,7 mag hel­le Jupi­ter um 5:43 Uhr (6:43 Uhr Som­mer­zeit) auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 4:21 Uhr. Am 11. Okto­ber kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit Mer­kur in der Mor­gen­däm­me­rung. Bei­de Him­mels­kör­per ste­hen an die­sem Mor­gen nur noch 52 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt. Außer­dem zieht am 28. des Monats die dün­ne abneh­men­den Mond­si­chel nur 2,2 Grad nörd­lich an Jupi­ter vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn steht nach Son­nen­un­ter­gang bereits sehr nied­rig im Süd­wes­ten und wan­dert recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger. Bis zum Monats­en­de wird es zuneh­men­de schwie­ri­ger, ihn in der Abend­däm­me­rung zu erspä­hen, obwohl die Däm­me­rung immer frü­her ein­setzt. Zu Beginn des Monats geht der 0,5 mag hel­le Saturn um 20:11 Uhr (21:11 Uhr Som­mer­zeit) unter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 18:21 Uhr. Am 6. Okto­ber kommt es zu einer inter­es­san­ten Begeg­nung mit der Mond­si­chel am Abend­him­mel. Am 30. des Monats zieht der Abend­stern Venus nur 3 Grad süd­lich an Saturn vorbei.

Ura­nus bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Fische und erreicht am 15. Okto­ber 2016 die Oppo­si­ti­ons­stel­lung zur Son­ne. Er befin­det sich dann 18,95 AE bzw. 2,835 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von Erde ent­fernt. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, kann der grün­lich leuch­ten­de und in Tele­sko­pen schein­bar 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net unter einem dunk­len Land­him­mel bereits mit blo­ßem Auge auf­ge­fun­den wer­den. Er steht etwa auf hal­ber Stre­cke zwi­schen Omi­kron und Epsi­lon Piscis. Auf jeden Fall ist er die gan­ze Nacht über sicht­bar und opti­mal zu beob­ach­ten. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Ura­nus um 18:04 Uhr Som­mer­zeit auf, erreicht um 0:49 Uhr den Meri­di­an und ver­schwin­det um 7:38 Uhr wie­der unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am ers­ten Abend des Monats erfolgt sein Auf­gang um 18:00 Uhr (19:00 Uhr Som­mer­zeit) und am letz­ten Abend des Okto­bers bereits zwei Stun­den früher.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich rück­läu­fig durch den Was­ser­mann und zieht sich lang­sam aber sicher aus der 2. Nacht­hälf­te zurück. Er stand zu Beginn des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist in der 1. Nacht­hälf­te noch opti­mal zu beob­ach­ten. Mit einer Hel­lig­keit von nur 7,9 mag Ende des Monats, kann der Him­mels­kör­per nur in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Im Fern­rohr ist das 2,3 Bogen­se­kun­den bläu­lich-grün­li­ches Scheib­chen sicht­bar, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Zu Beginn des Monats geht Nep­tun um 22:07 Uhr (23:07 Uhr Som­mer­zeit) durch den Meri­di­an. Ende Okto­ber steht der Pla­net exakt zwei Stun­den frü­her im Süden.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze ist mit einer Hel­lig­keit von 14,2 mag inmit­ten der Milch­stra­ße nur mit gro­ßen Tele­sko­pen auf­find­bar. Zu Beginn der Nacht steht er schon nied­rig im Süd­wes­ten und in der Nähe unse­res roten Nach­barn Mars. Sein Unter­gang erfolgt am 1. Okto­ber um 22:29 Uhr (23:29 Uhr Som­mer­zeit) und am 31. Okto­ber bereits um zwei Stun­den früher.

Helle Kometen und Planetoiden

Der peri­odi­sche Komet 144P/Kushida wan­dert durch den Löwen und kann am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung befin­det sich der Komet gut 15 Grad hoch über dem Hori­zont. Im Lau­fe des Okto­bers ver­bes­sern sich sei­ne Sicht­bar­keits­be­din­gun­gen etwas. Mit rund 12 mag Hel­lig­keit, kann der Schweif­stern in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den werden.

Der eben­falls peri­odi­sche Komet 43P/­Wolf-Har­ring­ton wan­dert im Lau­fe des Okto­bers von der Was­ser­schlan­ge in das Stern­bild Sex­tant und nahe­zu par­al­lel zu 144P/Kushida am Mor­gen­him­mel. Die Hel­lig­keit des Schweif­sterns wird ca. 12,5 mag betra­gen, so dass der Komet nur in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann.

Der Komet C/2015 V2 (John­son) wird im Juni 2017 sehr leicht in Fern­glä­sern sicht­bar wer­den und eine Hel­lig­keit von vor­aus­sicht­lich 7 mag errei­chen. Im Okto­ber bewegt sich der zur Zeit zir­kum­po­la­re Komet durch das Stern­bild Jagd­hun­de, unter­halb des Kas­ten des gro­ßen Bären. In die­ser Zeit stei­gert der Komet sei­ne Hel­lig­keit von 13 auf 12 mag, so dass grö­ße­re Tele­sko­pe erfor­der­lich sind, um ihn zu beob­ach­ten. Am 31. Okto­ber wan­dert der Schweif­stern an Mes­sier 106 in einem Abstand von nur 1 Grad vorbei.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich rück­läu­fig durch den Wal­fisch und erreicht am 21. Okto­ber 2016, mit 7,4 mag Hel­lig­keit, sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Somit ist Ceres bereits sehr leicht in Fern­glä­sern auf­find­bar. Am 1. Okto­ber steht der 7,7 mag hel­le Zwerg­pla­net um 1:43 Uhr (2:43 Uhr Som­mer­zeit) im Meri­di­an. Am 31. Okto­ber erreicht der Him­mels­kör­per bereits um 23:16 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Die Hel­lig­keit hat zu die­sem Zeit­punkt bereits auf 7,5 mag wie­der abgenommen.

(2) Pal­las wird am 8. Okto­ber im Stern­bild Was­ser­mann sta­tio­när und been­det sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Dabei eilt sie rasch in Rich­tung Süden. Auch die Hel­lig­keit des Him­mels­kör­per geht wei­ter zurück von anfangs 9,6 auf nur noch 10 mag zum Monats­en­de. Zu Beginn des Monats geht Pal­las um 2:42 Uhr (3:42 Uhr Som­mer­zeit) im Wes­ten unter und Ende des Monats bereits um 0:24 Uhr.

(4) Ves­ta bewegt sich recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und wech­selt am 10. Okto­ber in den Krebs. Ihre Auf­gän­ge ver­la­gert der Aste­ro­id in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. Okto­ber geht Ves­ta um 23:13 Uhr auf (0:13 Uhr Som­mer­zeit). Am 31. Okto­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 21:52 Uhr. Auch die Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 8,2 auf 7,9 mag.

(11) Par­then­ope bewegt sich durch den Wal­fisch und wech­selt am 10. Okto­ber in die Fische. Bis zum Ende des Monats geht ihre Hel­lig­keit von anfangs 9,2 auf 10 mag zurück. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 23:55 Uhr (0:55 Uhr Som­mer­zeit) auf 21:37 Uhr.

Aste­ro­id Nr. 18 Mel­po­me­ne zieht rück­läu­fig durch den Nacht­him­mel und erreicht am 24. Okto­ber 2016 im Stern­bild Wal­fisch die Oppo­si­ti­on. Dabei erreicht sie eine Hel­lig­keit von 8,0 mag. Mit die­ser Hel­lig­keit ist Mel­po­me­ne bereits in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen auf­find­bar. Zu Beginn des Monats steht der 8,2 mag hel­le Aste­ro­id um 1:58 Uhr (2:58 Uhr Som­mer­zeit) im Süden und Ende Okto­ber, nun 8,1 mag hell, bereits um 23:38 Uhr.

Der Aste­ro­id (79) Eury­no­me bewegt sich durch den Wid­der und wird ab 21. Okto­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Zu Beginn des Monats steht Eury­no­me um 2:23 Uhr (3:23 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Ende Okto­ber erreicht der Him­mels­kör­per, nun schon 9,7 mag hell, bereits um 0:09 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung über dem Süd­ho­ri­zont. Am 18. Okto­ber befin­det sich die 10 mag hel­le Eury­no­me nur 5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,5 mag hel­len Stern Sig­ma Ari ent­fernt, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Meteorströme

Zwi­schen dem 6. und 10. Okto­ber sind die Dra­co­n­i­den (auch Gia­co­bi­ni­den bzw. Okto­ber-Dra­co­n­i­den genannt) aktiv, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich etwa 3 Grad öst­lich von Gam­ma Dra­co­nis befin­det. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/­Gia­co­bi­ni-Zin­ner zurück, der eine Umlauf­zeit von 6,5 Jah­ren besitzt. In die­sem Jahr wird das Maxi­mum in der Nacht vom 9. auf den 10. Okto­ber statt­fin­den. Die Meteor­häu­fig­keit schwankt recht stark von Jahr zu Jahr. Im Schnitt sind aber alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. So konn­te im Jahr 1933 unge­fähr 400 Meteo­re pro Minu­te (!) beob­ach­tet wer­den. Im Jahr 2011 wur­den inner­halb von einer Stun­de rund 300 Meteo­re regis­triert. Auch 2012 gab es eine erhöh­te Akti­vi­tät, die auf dem Peri­hel­durch­gang des Kome­ten zurück­zu­füh­ren war. Der zuneh­men­de Mond wird gegen Mit­ter­nacht unter­ge­hen und die Beob­ach­tung der Mete­or­stroms nicht mehr stö­ren. Bei den Dra­co­n­i­den han­delt es sich um extrem lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 21 km/s, so dass sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unterscheiden.

Zwi­schen dem 10. bis 18. Okto­ber sind die Del­ta-Auri­gi­den sicht­bar, die nur eine schwa­che Akti­vi­tät zei­gen und des­sen Radi­ant sich im nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Fuhr­mann befin­det. In der Nacht vom 10. auf den 11. Okto­ber ist mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät zu rech­nen, wobei dann maxi­mal nur zwei Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se zei­gen, mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 64 km/s, sehr schnel­le Meteo­re am Him­mel. Lan­ge Jah­re wur­den die Del­ta-Auri­gi­den und die Sep­tem­ber-Per­sei­den als ein Mete­or­strom betrach­tet. Dann kris­tal­li­sier­te sich aber her­aus, dass es sich in Wahr­heit um zwei Teil­strö­me han­delt. Ein Ursprungs­kör­per der Del­ta-Auri­gi­den ist nicht bekannt.

Vom 2. Okto­ber bis 7. Novem­ber sind die Orio­ni­den aktiv. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te von 15 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in die­sem Jahr in der Nacht vom 20. auf den 21. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Auch die­ser Mete­or­strom ist in sei­ner Fre­quenz varia­bel. Im Jahr 2007 wur­den mehr als 45 und 2008 bis zu 70 Stern­schnup­pen regis­triert. Der Radi­ant befin­det sich rund 10 Grad nord­öst­lich von Betei­geu­ze im Ori­on und steht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung etwa 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Lei­der stört der abneh­men­den Mond die Beob­ach­tung des Stroms. Bei den Orio­ni­den han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln dabei. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Ein noch rela­tiv unbe­kann­ter Strom stel­len die Leo-Mino­ri­den dar, des­sen Radi­ant sich bei RA 162° und Dec +37° befin­det. Ihr Akti­vi­täts­zeit­raum liegt zwi­schen dem 19. bis 27. Okto­ber, mit einem nur gerin­gen Maxi­mum am 24. Okto­ber. Zu die­sem Zeit­punkt sind wahr­schein­lich nicht mehr als 2 Meteo­re sicht­bar, die eine Geschwin­dig­keit von 62 Kilo­me­ter pro Sekun­de besit­zen und dem­nach am Him­mel recht schnell sind. Der Ursprungs­kör­per die­ses Stroms ist wahr­schein­lich der Komet C/1739 K1 (Zanot­ti).

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­ri­den kön­nen von Sep­tem­ber bis in den Dezem­ber hin­ein beob­ach­tet wer­den. Die Akti­vi­tät der Süd­li­chen Tau­ri­den beginnt schon am 10. Sep­tem­ber und endet um den 20. Novem­ber. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tau­ri­den ist um den 10. Okto­ber zu erwar­ten. Die Nörd­li­chen Tau­ri­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und 10. Dezem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum am 12. Novem­ber. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bei bei­den Teil­strö­men rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Sie zei­gen dem­nach recht lang­sa­me Meteo­re. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten. Der Mut­ter­kör­per des Tau­ri­den­stroms ist der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. Oktober 2016 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2016 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit soeben die unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern und damit exakt die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird, bis auch er die nied­rigs­te Stel­lung im Nor­den erreicht hat. Momen­tan befin­det sich die­ser aber noch auf 7 Uhr Posi­ti­on. West­lich vom Klei­nen Bären gele­gen ent­de­cken wir noch das Stern­bild Dra­che, mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf, und ober­halb davon den Kepheus, der gera­de die Zenitre­gi­on über­schrit­ten hat. Öst­lich des Kepheus steht das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia in sehr guter Beob­ach­tungs­hö­he. Das Himmels‑W wird in der nächs­ten Stun­de den Zenit errei­chen. Senk­recht dar­un­ter im Nord­os­ten fin­den wird den Per­seus und noch wei­ter dar­un­ter den Fuhr­mann, mit der hel­len Kapel­la. Direkt über dem Nord­ost­ho­ri­zont sind soeben die Zwil­lin­ge auf­ge­gan­gen und kün­den schon vom nahen­den Win­ter. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Die­se bestehen aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen. Bei guter Hori­zont­sicht und nied­rig im Nord­wes­ten erken­nen wir die Nörd­li­che Kro­ne und noch den nörd­lichs­ten Teil des Stern­bilds Bärenhüter.

Im Osten

Bli­cken wir in Rich­tung Osten, kön­nen wir schon die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters beob­ach­ten. Genau im Osten steht der rot leuch­ten­de Alde­ba­ran, der Haupt­stern des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. In die­sem Stern­bild ent­de­cken wir auch die Ple­ja­den – auch Sie­ben­ge­stirn genannt. Es ist ein wei­te­rer offe­ner Stern­hau­fen, der sich unge­fähr in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det. Unter­halb des Stiers gehen soeben die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Win­ter­stern­bilds Ori­on auf. Direkt im Nord­os­ten erken­nen wir bei guter Hori­zont­sicht das Stern­bild der Zwil­lin­ge. Die Zwil­lin­ge bestehen aus zwei Ket­ten von Ster­nen, an deren Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux befin­den. Ober­halb der Zwil­lin­ge steht noch der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Dar­über befin­det sich der Per­seus, der sich inmit­ten schö­ner Ster­nen­fel­der zwi­schen Andro­me­da und Fuhr­mann befin­det. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der berühm­te Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei, der schon leicht mit blo­ßem Auge erkannt wer­den kann und der im Fern­glas einen beein­dru­cken­den Anblick bie­tet. Bli­cken wir in Rich­tung Zenitre­gi­on ent­de­cken wir das „Himmels‑W“, die Kas­sio­peia. Auf der ande­ren Sei­te Ost­punk­tes, und schon hoch im Osten in der Nähe des Zenits, steht das Stern­bild Andro­me­da. Unter­halb der Andro­me­da ent­de­cken wir das Nörd­li­che Drei­eck, den Wid­der und ein Teil der Fische. Dar­un­ter schließt sich auch der Wal­fisch an. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­da­nus über dem Hori­zont erschienen.

Im Süden

Der gesam­te süd­li­che Abschnitt unse­res Him­mels wird nun kom­plett vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern des Pega­sus­qua­drats gehört aber nicht mehr zu die­sem Stern­bild. Denn direkt dane­ben schließt sich das Stern­bild Andro­me­da an. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht soll­te hier auch ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das man noch mit unbe­waff­ne­ten Auge erken­nen kann: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Es ist die nächst grö­ße­rer Nach­bar­ga­la­xie und eine Schwes­ter unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Mit Fern­glas und Tele­skop ergibt sich ein fan­tas­ti­scher Anblick. Unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der, die wei­ter west­lich von den Fischen begrenzt wer­den. Die Fische ent­hal­ten aber nur sehr schwa­che Ster­ne. Ein Teil die­ses Stern­bilds, der den ring­för­mi­gen Aste­ris­mus des Cir­clets bil­det, hat soeben die höchs­te Stel­lung im Süden erreicht. Unter­halb der Fische ent­de­cken wir noch den Wal­fisch und west­lich davon das eher unschein­ba­re Stern­bild Was­ser­mann. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, noch nied­rig über dem Hori­zont erkenn­bar sein, der vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Nied­rig im Süd­wes­ten befin­det sich noch das unschein­ba­re Stern­bild Stein­bock über dem Horizont.

Im Westen

So lang­sam aber sicher müs­sen wir uns von den letz­ten Som­mer­stern­bil­der ver­ab­schie­den. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler gebil­det wird. Deneb befin­det sich dabei von allen drei Ster­nen noch am höchs­ten über dem west­li­chen Hori­zont. Ober­halb des Adlers erken­nen wir nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und des­halb eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft vom Som­mer­drei­eck aus gese­hen senk­recht in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit erken­nen wir die unschein­ba­re Eidech­se sowie das Stern­bild Kepheus. Eben­falls hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der jetzt im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird. Unter­halb sei­nes auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kop­fes befin­det sich das Stern­bild Her­ku­les und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont gele­gen und kurz vor ihrem Unter­gang, das Halb­rund der Nörd­li­chen Krone.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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