Der Sternhimmel im Monat Juni 2013

Lese­zeit: 9 Minu­ten

Der Lauf des Mondes

Am 1. des Monats kön­nen wir den abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel in den Fischen beob­ach­ten. Am 5. Juni hat der Erd­tra­bant den Wid­der erreicht und einen Mor­gen spä­ter kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel gegen 4:30 Uhr zum letz­ten Mal über dem Ost­ho­ri­zont ent­de­cken. Am 8. Juni ist dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se im Stern­bild Stier erreicht.
Am 10. Juni kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le zuneh­men­de Mond­si­chel dicht über dem nord­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung zu erspä­hen. In der Nähe unse­res Erd­tra­ban­ten ste­hen noch die die bei­den Pla­ne­ten Venus und Mer­kur. Der Mond wan­dert dann wei­ter durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs und steht am Abend des 14. Juni 6,5 Grad unter­halb von Regu­lus im Löwen. Nur zwei Aben­de spä­ter ist das Ers­te Vier­tel erreicht. Am Abend des 18. befin­det sich der Mond weni­ger als 1 Grad süd­lich von Spi­ca, dem Haupt­stern der Jung­frau, und am 19. in der Nähe des Ring­pla­ne­ten Saturn. Am 20. durch­quert unser stil­ler Beglei­ter die Waa­ge, steht am 21. des Monats nur 5 Grad nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on und wech­selt am 22. in den Schlan­gen­trä­ger. Am 23. Juni ist dann auch die Voll­mond­pha­se erreicht. Da der Mond zu die­sem Zeit­punkt sei­nen erd­nächs­ten Punkt durch­läuft, kön­nen wir an die­sem Abend den größ­ten Voll­mond des Jah­res beobachten.
Nach dem Juni-Voll­mond wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze, Was­ser­mann und Stein­bock. Am letz­ten Tag des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond, der nun ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te gewor­den ist, aber­mals in den Fischen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur steht am 12. Juni mit 24°17′ in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Das reicht in unse­ren Brei­ten für eine beschei­de­ne Abend­sicht­bar­keit über dem west­li­chen Hori­zont. Am 1. des Monats geht der ‑0,3 mag hel­le Mer­kur um 23:09 Uhr Som­mer­zeit unter. Gegen 21:50 Uhr kann man ver­su­chen, ihn über dem Hori­zont zu ent­de­cken. Am 6. Juni ist das 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ße und 0,1 mag hel­le Mer­kur­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet, die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum Ende der Abend­sicht­bar­keit nimmt sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wei­ter zu, sein Beleuch­tungs­grad nimmt dage­gen ab. Am 12. Juni ist sei­ne Hel­lig­keit bereits auf 0,6 mag gesun­ken. Rund 5 Grad west­lich von Mer­kur ent­fernt ent­de­cken wir auch die ‑3,8 mag hel­le Venus. An die­sem Abend ver­schwin­det Mer­kur um 23:11 Uhr unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Nach dem 12. wird es dann zuneh­mend schwie­ri­ger, den inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems in der hel­len Abend­däm­me­rung auf­zu­fin­den. Am 20. Juni zieht Mer­kur knapp 2 Grad süd­lich an der Venus vor­bei. Am 26. Juni kommt Mer­kur zum Still­stand und nähert sich anschlie­ßend rasch rück­läu­fig der Son­ne. Am 29. des Monats erreicht er mit 70 Mil­lio­nen Kilo­me­tern die Son­nen­fer­ne. Im Juli kommt er schließ­lich in eine unte­re Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zentralgestirn.

Die ‑3,8 mag hel­le Venus steht am Abend­him­mel und erreicht auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge nur beschei­de­ne Höhen über dem Nord­west­ho­ri­zont. Sie geht rund 90 Minu­ten nach der Son­ne unter. Am 13. des Monats erreicht sie mit 107 Mil­lio­nen Kilo­me­tern das Peri­hel ihrer Bahn. Am 20. Juni begeg­net die Venus den Pla­ne­ten Mer­kur. Die Zusam­men­kunft der bei­den Pla­ne­ten ist am bes­ten in einem Feld­ste­cher zu beob­ach­ten. Am 23. Juni tritt sie vom Stern­bild Stier kom­mend in die Zwil­lin­ge über. Am 26. Juni über­schrei­tet sie schließ­lich die Gren­ze zum Krebs. Im Tele­skop zeigt sich das 11,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus­scheib­chen fast voll­stän­dig beleuch­tet (96% bis 90%). Am 1. Juni geht unser Schwes­ter­pla­net um 22:42 Uhr unter und am 30. Juni sinkt die Venus um 22:55 Uhr Som­mer­zeit unter den Horizont.

Unser roter Nach­bar Mars eilt recht­läu­fig durch den Stier und hält sich immer noch zu nah bei der Son­ne auf, obwohl er sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand auf 17 Grad stei­gern kann. So bleibt Mars auch in die­sem Monat noch für uns am Mor­gen­him­mel ver­bor­gen. Erst im August ergibt sich eine ers­te Morgensichtbarkeit.

Jupi­ter kommt am 19. des Monats in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und hält sich dem­zu­fol­ge mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf. An die­sem Tag kommt es zu einer Jupi­ter­be­de­ckung durch die Son­ne, was aller­dings nicht beob­ach­tet wer­den kann. Am 27. wech­selt der Rie­sen­pla­net vom Stern­bild Stier in die Zwillinge.

Saturn bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch die Jung­frau und befin­det sich knapp 12 Grad öst­lich von Spi­ca ent­fernt. Der Ring­pla­net ist immer noch sehr gut zu sehen und steht bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon im Süden. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt leicht auf 0,7 mag. Sein Ring­durch­mes­ser beträgt 42 Bogen­se­kun­den und sein Scheib­chen­durch­mes­ser 18 Bogen­se­kun­den. Saturn geht im Lau­fe des Monats auch immer frü­her unter. Am 1. Juni sinkt Saturn um 3:50 Uhr Som­mer­zeit und am 30. Juni bereits zwei Stun­den frü­her unter die Hori­zont­li­nie. Am 19. Juni kön­nen wir den zuneh­men­den Mond in der Nähe des Ring­pla­ne­ten auf­spü­ren. Der Abstand beträgt nur 3,6 Grad.

Der grün­lich-blau leuch­ten­de Pla­net Ura­nus kann zur Monats­mit­te tief im Osten am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Er wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch die Fische. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt 6,2 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser 3,5 Bogen­se­kun­den. Am 1. Juni geht Ura­nus um 2:46 Uhr auf. Am letz­ten Tag des Monats erscheint der Pla­net bereits um 0:49 Uhr Som­mer­zeit über der öst­li­chen Horizontlinie.

Der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems Nep­tun baut sei­ne Sicht­bar­keit am süd­öst­li­chen Mor­gen­him­mel wei­ter aus, so dass er ab der Monats­mit­te im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den kann. Am 7. Juni wird der bläu­lich leuch­ten­de Pla­net sta­tio­när und wan­dert dann wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Im Fern­rohr ist ein 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßes und 7,8 mag hel­les Scheib­chen sicht­bar. Die Auf­gän­ge von Nep­tun ver­frü­hen sich in die Zeit vor Mit­ter­nacht von anfangs 1:45 Uhr auf 23:47 Uhr Sommerzeit.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann als 14,1 mag hel­les Objekt im Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den und erreicht am 2. Juli schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 1. Juni geht Plu­to um 3:13 Uhr Som­mer­zeit durch den Meri­di­an. Bis zum 30. Juni ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 1:16 Uhr.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2011 L4 PANSTARRS bewegt sich in die­sem Monat durch das Stern­bild Klei­ner Bär. In der Nacht von 18. auf den 19. Juni läuft der Komet in nur einen hal­ben Grad Abstand am 2,07 mag hel­len Stern Beta Ursae Min­o­ris vor­bei. Die Hel­lig­keit sinkt wei­ter von anfangs 9,0 auf unter 10,5 mag, so dass zum Monats­en­de Tele­sko­pe ab 4 Zoll Öff­nung erfor­der­lich sind, um den end­gül­ti­gen Abflug des Schweif­sterns in die äuße­ren Berei­che des Son­nen­sys­tems zu beobachten.

Der Komet C/2012 F6 Lem­mon bewegt sich zunächst durch die Andro­me­da und wech­selt am 21. Juni in die Kas­sio­peia. Der Komet wird Mit­te Juni zir­kum­po­lar und kann dann die gan­ze Nacht über beob­ach­tet wer­den. Die Hel­lig­keit geht wei­ter zurück von anfangs 8,5 auf 10,5 mag, so dass er wei­ter in klei­nen und mitt­le­ren Tele­sko­pen gut beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich zunächst durch die Zwil­lin­ge und wech­selt ab der Monats­mit­te in den Krebs. Er steht dann zu nah bei der Son­ne, so dass er nicht mehr beob­ach­tet wer­den kann. Anfang Okto­ber taucht Ceres wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

(3) Juno bewegt sich durch das Stern­bild Was­ser­man. Er wird am 13. Juni sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Danach bewegt sich Juno wie­der rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Zur Monats­mit­te wird der Klein­pla­net hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de stei­gert er sei­ne Hel­lig­keit auf 9,6 Grö­ßen­klas­sen. Sei­ne Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 5:33 Uhr auf 2:38 Uhr Sommerzeit.

Aste­ro­id Nr. 6 Hebe kann im Kopf der Schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von 9,6 auf 10 mag wie­der ab. Am 1. Juni geht Hebe um 6:49 Uhr unter. Am 30. Juni ver­schwin­det der Aste­ro­id bereits um 4:26 Uhr Som­mer­zeit unter der west­li­chen Horizontlinie.

(7) Iris wan­dert durch den Was­ser­mann und wird zu Beginn des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de ist die Hel­lig­keit des Aste­ro­iden auf 9,3 mag ange­stie­gen. Die Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich spür­bar von anfangs 0:50 Uhr Som­mer­zeit um gut 2 Stunden.

(8) Flo­ra bewegt sich durch den Stein­bock und stei­gert die Hel­lig­keit von anfangs 10,1 auf 9,3 mag zum Monats­en­de. Am 1. Juni geht Flo­ra um 0:22 Uhr auf. Am 30. Juni erfolgt ihr Auf­gang bereits um 22:31 Uhr Sommerzeit.

Der Aste­ro­id (387) Aqui­ta­nia kann im Stern­bild Adler auf­ge­fun­den wer­den und wird im letz­ten Juni­drit­tel wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de ist die Hel­lig­keit auf 9,8 mag ange­stie­gen. Zu Beginn des Monats steht der Klein­pla­net um 4 Uhr im Süden. Zum Ende des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 1:55 Uhr Som­mer­zeit. Am 29. Juni kann Aqui­ta­nia nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 6,3 mag hel­len Stern SAO 143340 auf­ge­fun­den werden.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Her­ku­li­den aktiv. Sie gehen auf den Kome­ten 73P/­Sch­was­s­mann-Wach­mann zurück und erzeu­gen ledig­lich 2 Meteo­re pro Stun­de. Die Geschwin­dig­keit der Teil­chen beträgt dabei 15 km/s. Das Maxi­mum der Tau-Her­ku­li­den wird am 3. Juni erwar­tet. Der Radi­ant steht in unse­ren Brei­ten und zum Maxi­mums­zeit­punkt fast im Zenit. In Zukunft, beson­ders in den Jah­ren 2022 und 2049, könn­te es zu höhe­ren Akti­vi­täts­ra­ten kommen.

Seit 1966 wer­den zwi­schen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyri­den beob­ach­tet. Ihr Akti­vi­täts­ma­xi­mum erreicht der Mete­or­strom am 16. Juni. Gewöhn­lich wer­den kaum mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de regis­triert, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 1996 kam es aber zu einer deut­lich höhe­ren Rate. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Lei­er, nur weni­ge Grad vom Haupt­stern Wega ent­fernt, und steht dem­zu­fol­ge im Juni sehr hoch am Him­mel. Ein Ursprungs­kör­per für die Juni-Lyri­den ist nicht bekannt.

Über den Strom der Gam­ma-Del­phi­ni­den gibt es bis­lang nur weni­ge Daten. Im Jahr 1930 gab es unsi­che­re Berich­te über eine erhöh­te Akti­vi­tät mit rela­tiv schnel­len Meteo­ren die­ses Stroms. In die­sem Jahr könn­te es am 11. Juni wie­der so weit sein und es zu einer höhe­ren Akti­vi­tät kommen.

Die Juni-Booti­den sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stam­men vom kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke ab. Das Maxi­mum wird in den Näch­ten zwi­schen dem 23. bis 27. Juni erwar­tet. Aller­dings ist die Zeni­tra­te varia­bel und so gering, dass sie in der Regel kaum auf­fällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der Radi­ant steht aber in Zenitnä­he und dem­zu­fol­ge sehr hoch am Him­mel. Trotz­dem lohnt sich eine Beob­ach­tung, da der Strom in ver­schie­de­nen Jah­ren Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­te. So stieg im Jahr 1998 die Zeni­tra­te für kur­ze Zeit auf 100 Meteo­re pro Stun­de und im Jahr 2004 auf 50 Meteo­re pro Stun­de an. Wei­te­re Aus­brü­che gab es in den Jah­ren 1916 und 1927. Lei­der steht am 23. Juni der Voll­mond am Him­mel, so dass er die Beob­ach­tung der Juni-Booti­den stört. An den Fol­ge­aben­den geht der Mond immer spä­ter auf, so dass zumin­dest am 27. Juni ein Zeit­fens­ter ohne Mond von unge­fähr 1 Stun­de ver­bleibt. Die Teil­chen der Juni-Booti­den erzeu­gen mit 18 km/s extrem lang­sa­me Spu­ren. Somit las­sen sich die Teil­chen des Stroms sehr gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unterscheiden.

Der Mete­or­strom der Juni-Dra­co­n­i­den gehen eben­falls auf den Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke zurück und erreicht das Maxi­mum um den 27. Juni. Dabei sind im Schnitt nur 5 Meteo­re pro Stun­de sichtbar.

Die eklip­ti­ka­len Meteo­re der Ant­he­lionquel­le (nach älte­ren Quel­len als Sagi­ta­ri­iden bezeich­net) sind im gesam­ten Monat Juni aktiv. Auf­grund der gerin­gen Höhe des Aus­strah­lungs­punk­tes über dem Hori­zont sind im Durch­schnitt nur ein bis zwei Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen liegt um 30 km/s.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Juni 2013

Der Stern­him­mel am 15. Juni 2013 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens, der zum Stern­bild Gro­ßer Bär gehört, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit schon längst über­schrit­ten und steigt nun wie­der lang­sam zum Nord­west­ho­ri­zont her­ab. Die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens fünf­mal ver­län­gert zei­gen direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist der letz­te Deich­sels­tern des Klei­nen Bären, des­sen Wagen­kas­ten sich jetzt ziem­lich genau auf 12 Uhr Posi­ti­on und somit in sei­ner höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont befin­det. Rechts ober­halb des Klei­nen Bären erkennt man ein Teil des Stern­bilds Dra­che. Der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Dra­chen wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls den Zenit erreichen.
In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, in dem man die Form eines Haus­da­ches erah­nen kann. Dar­un­ter befin­det sich die Kas­sio­peia, die die Form des Buch­sta­bens „W“ besitzt und dem­zu­fol­ge im Volks­mund auch als Himmels‑W bezeich­net wird. Sie hat ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on schon längst über­schrit­ten. Hin­ge­gen hat das Stern­bild Per­seus gera­de sei­ne nied­rigs­te Stel­lung erreicht und befin­det sich nun genau über dem Nord­ho­ri­zont. Eben­falls in hori­zont­nä­he und west­lich des Per­seus gele­gen, fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns ste­hen noch die aus deut­lich schwä­che­ren Ster­nen bestehen­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraffe.

Im Osten

Der Osten wird jetzt vom impo­san­ten Som­mer­drei­eck domi­niert, das sich in hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. Es wird durch die drei hel­len Ster­ne Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Genau zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen unschein­ba­ren Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Das Band unse­rer Hei­mat­ga­la­xie, die Milch­stra­ße, ver­läuft mit­ten durch das Som­mer­drei­eck hin­durch von links oben kom­mend zum süd­öst­li­chen Hori­zont her­ab. Unter einem dunk­len und trans­pa­ren­ten Land­him­mel, sowie bei guter Hori­zont­sicht im Süd­os­ten, soll­te man auch schon die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild, die neben dem Zen­trum der auf­fäl­ligs­te Teil der Milch­stra­ße ist, erken­nen können.
Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ent­de­cken wir das Stern­bild Her­ku­les und einen Teil des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Unter­halb des Som­mer­drei­ecks sind auch schon die klei­nen Stern­bil­der Fül­len und Del­phin über dem Hori­zont erschie­nen. Im Nord­os­ten gehen schon die ers­ten Ster­ne des Stern­bilds Pega­sus auf. Dar­über erkennt man das unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter höher im Nord­os­ten den Kepheus.

Im Süden

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Süden hat das Stern­bild Bären­hü­ter, mit sei­nem auf­fäl­lig hell und oran­ge erschei­nen­den Haupt­stern Ark­tur, den Süd­punkt schon längst über­schrit­ten. Links dane­ben befin­det sich das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne, die gera­de den Meri­di­an pas­siert. Noch wei­ter in Rich­tung Osten steht der Her­ku­les, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt im Süden errei­chen wird. Nun ist auch die bes­te Zeit, den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 im Her­ku­les zu beob­ach­ten, der sich etwas unter­halb vom rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les befin­det. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist die­ser sogar als blas­ser Licht­fleck mit blo­ßem Auge zu erkennen.
Unter­halb des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne steht der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­os­ten getra­gen wird. Unter­halb der Schlan­ge geht gera­de das Stern­bild Waa­ge durch den Meri­di­an. Links dane­ben erkennt man den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Skor­pi­on, mit sei­nem röt­lich fun­keln­den Haupt­stern Ant­ares. Halb­hoch im Süd­wes­ten ste­hen noch die Gala­xien­ge­bie­te des Stern­bilds Jung­frau, mit dem hel­len und weiß­lich leuch­ten­den Haupt­stern Spi­ca. In der Jung­frau steht zur Zeit auch der Ring­pla­net Saturn, der sich eini­ge Grad wei­ter öst­lich von Spi­ca auf­hält und sich noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on befindet.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun lang­sam aber sicher die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der. Der mäch­ti­ge Löwe nähert sich jetzt immer wei­ter dem West­ho­ri­zont. Auch der unschein­ba­re Krebs, west­lich des Löwen­kop­fes gele­gen, ist schon nahe­zu im Hori­zont­dunst ver­schwun­den. Dicht über dem Nord­west­ho­ri­zont fun­keln noch die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mun­ter vor sich hin.
Hoch im Süd­wes­ten steht der Bären­hü­ter, mit dem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Rechts dane­ben befin­det sich noch in güns­ti­ger Beob­ach­tungs­po­si­ti­on das Stern­bild Gro­ßer Bär. Unter­halb der Wagen­deich­sel des Gro­ßen Bären ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und noch wei­ter tie­fer das Haar der Bere­ni­ke. Unter­halb des Haars der Bere­ni­ke befin­det sich die Jung­frau. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ver­schwin­den gera­de die bei­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Rabe und Becher unter den Horizont.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

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