Eine partielle Mondfinsternis zum Jahresausklang

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Verlauf der Mondfinsternis vom 31. Dezember 2009Pünkt­lich zu Sil­ves­ter streift der Voll­mond den nörd­li­chen Bereich des Kern­schat­tens der Erde. Die par­ti­el­le Mond­fins­ter­nis gehört zum 115. Saros-Zyklus und ist von ganz Asi­en, ein­schließ­lich Japan, Indo­ne­si­en, West­aus­tra­li­en, dem Indi­schen Oze­an, Euro­pa und Afri­ka zu beob­ach­ten. Dabei wer­den etwa 8 Pro­zent des schein­ba­ren Voll­mond­durch­mes­sers ver­fins­tert. Obwohl die Fins­ter­nis sehr par­ti­ell erscheint, ist eine Ver­dun­ke­lung des süd­li­chen Mond­ran­des – Dank des dunk­len inne­ren Halb­schat­tens – schon sehr leicht mit blo­ßem Auge sicht­bar. Die Mit­te der Fins­ter­nis wird dann um 20:23 Uhr erreicht. Dabei steht der Mond rund 35 Grad über dem Südost-Horizont.

Schon kurz vor 19 Uhr bemer­ken auf­merk­sa­me Beob­ach­ter eine leich­te Ver­dun­ke­lung des süd­öst­li­chen Mond­ran­des. Zu die­sem Zeit­punkt steht der Mond etwa zur Hälf­te im Halb­schat­ten und bekommt dann auch nur noch die Hälf­te der Son­nen­ein­strah­lung ab. Bis zur Mit­te der Fins­ter­nis ver­stärkt sich die­ser Ein­druck des ver­dun­kel­ten Mond­ran­des. Zwi­schen 19:55 und 20:52 befin­det sich schließ­lich der unte­re Rand­be­reich des Mon­des im Kernschatten.

Um die Fins­ter­nis zu ver­fol­gen, reicht schon das blo­ße Auge. Aller­dings lie­fert ein Feld­ste­cher einen weit­aus bes­se­ren Ein­druck. Mit Hil­fe des Feld­ste­chers erkennt man dann den 3 mag hel­len Stern Epsi­lon Gemi­no­rum, knapp 2 Grad nord­west­lich unse­res Erd­tra­ban­ten. Aber auch ein klei­nes Tele­skop von 3 bis 4 Zoll Öff­nung und mit einer maxi­ma­len Ver­grö­ße­rung von unge­fähr 30fach, ist äußerst hilf­reich um das Him­mels­schau­spiel zu beobachten.

Als „Ent­schä­di­gung“ für den sehr gerin­gen Bede­ckungs­grad gibt es gleich zwei Stern­be­de­ckun­gen zu bewun­dern: Gegen 20:33 Uhr wird der 7,5 mag hel­le Stern SAO 78758 vom abge­dun­kel­ten süd­öst­li­chen Mond­rand bedeckt. Kurz davor um 20:31 Uhr (alle Zei­ten gel­ten übri­gens für Lüb­ben) tritt dann SAO 78717 (6,5 mag) am hel­len west­li­chen Rand hervor.

Mond­fins­ter­nis­se sind auch schö­ne Foto­mo­ti­ve. Wer die Fins­ter­nis foto­gra­fie­ren möch­te, soll­te ein Fern­rohr oder ein lang­brenn­wei­ti­ges Tele­ob­jek­tiv benut­zen. Man kann hier ruhig mit der Blen­den­zahl und den Belich­tungs­zei­ten etwas expe­ri­men­tie­ren, bis man die opti­ma­le Belich­tung her­aus­ge­fun­den hat. In der Regel soll­ten aber 1/250 Sekun­den Belich­tungs­zeit, Blen­de 8 und ein ISO-Wert von 200 aus­rei­chen, um den ver­dun­kel­ten Mond auf den Chip zu bannen.

Erst am 21. Dezem­ber 2010 ist wie­der eine tota­le Mond­fins­ter­nis von Mit­tel­eu­ro­pa aus zu ver­fol­gen. Dann ist aber nur die par­ti­el­le Pha­se sicht­bar, weil der Mond schon vor dem voll­stän­di­gen Ein­tritt in den Kern­schat­ten unter dem Hori­zont ver­schwin­den wird.

Sichtbarkeitszone der Partiellen Mondfinsternis

Sicht­bar­keits­zo­ne der par­ti­el­len Mond­fins­ter­nis vom 31. Dezem­ber 2009

Kontaktzeiten in MEZ

Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten: 18h16m
Ein­tritt des Mon­des in den Kern­schat­ten: 19h55m
Mit­te der Fins­ter­nis: 20h23m
Aus­tritt des Mon­des aus dem Kern­schat­ten: 20h52m
Aus­tritt des Mon­des aus dem Halb­schat­ten: 22h30m

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

3 Kommentare:

  1. Hal­lo Andreas,
    vie­len Dank für Dei­ne Info.Wenn das Wet­ter mitspielt
    wer­de ich mir das ganz sicher anschauen.
    War auch mal auf Dei­ner Webseite.Wirklich sehr inter­es­sant und gut gemacht.Und schö­ne Bil­der vom
    letz­ten HTT.
    Wir wün­schen Dir ein „Fro­hes Fest“ und ein
    „Guten Rutsch“ ins neue Jahr!
    Gabi & Thomas

  2. Herz­li­chen Glück­wunsch. Ansons­ten lag die gan­ze Repu­blik (außer eini­gen Wol­ken­lü­cken in Bay­ern) unter einer dich­ten Wolkendecke.

    Zahl­rei­che Bil­der der Sil­ves­ter­fins­ter­nis gibts übri­gens bei Space­wea­ther

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