Erste Sternfeldaufnahmen mit der Canon EOS 1000D

Lese­zeit: 2 Minu­ten

Auf Grund des gerin­gen Rausch­ver­hal­ten des 10,1 Mega­pi­xel CMOS-Sen­sor, eig­net sich die Canon EOS 1000D auch sehr gut für die Astro­fo­to­gra­fie. Weil ich in der Astro­fo­to­gra­fie noch Anfän­ger bin, woll­te ich als ers­tes nur ein paar Stern­feld­auf­nah­men machen. Dazu setz­te ich sie auf ein Sta­tiv und foto­gra­fier­te im manu­el­len Modus mit ver­schie­de­nen Belich­tungs­zei­ten, Brenn­wei­ten, Blen­den­stu­fen und ISO-Wer­ten zwi­schen 800 und 1600. Weil mir kein ande­res Objek­tiv zur Ver­fü­gung stand, ver­wen­de­te ich das Kit-Objek­tiv EF-S18-55 IS.

Scharf gestellt wur­de zuerst manu­ell an einem hel­len Stern. Danach wur­de der Live­View-Modus ver­wen­det um noch ein biss­chen mehr Schär­fe her­aus­zu­kit­zeln. Das Ein­stel­len muss­te dabei sehr behut­sam erfol­gen. Des Wei­te­ren stell­te ich im Menü den auto­ma­ti­schen Dun­kel­bild­ab­zug auf ein. Dabei nimmt die Kame­ra nach der Auf­nah­me noch ein Dun­kel­bild mit der sel­ben Belich­tungs­zeit auf und zieht die­ses sogleich vom auf­ge­nom­me­nen Bild ab. 

Beim Betrach­ten der Bil­der am Com­pu­ter­mo­ni­tor bemerk­te ich lei­der sehr star­kes Rau­schen. Außer­dem waren dunk­le Strei­fen hori­zon­tal und röt­li­che Fle­cken in dunk­le­ren Bild­be­rei­chen zu erken­nen. Bei jedem Bild waren die Stö­run­gen aller­dings ande­res posi­tio­niert. Auch via Bild­be­ar­bei­tung lie­ßen sich die­se Strei­fen nicht weg­be­kom­men. Lei­der nahm ich die Bil­der auch im JPG-Modus auf, so dass evtl. Arte­fak­te durch die Sub­trak­ti­on der Dun­kel­bil­der ver­stärkt wur­den. Des­halb unter­nahm ich eini­ge Tage spä­ter einen zwei­ten Versuch.

Dies­mal ver­wen­de­te ich den RAW-Modus der Kame­ra. Außer­dem wur­de erst ein­mal die ISO-Zahl auf 800 ein­ge­stellt. Dun­kel­bil­der soll­te die Kame­ra eben­falls gleich auto­ma­tisch abzie­hen. Die Strei­fen auf dem RAW-Bil­dern waren dies­mal etwas schwä­cher aus­ge­prägt, aber bei genaue­rer Betrach­tung immer noch vor­han­den. Des­halb schal­te­te ich den auto­ma­ti­schen Dun­kel­bild­ab­zug ab und nahm eige­ne „Dun­kel­bil­der“ mit geschlos­se­nem Objek­tiv­de­ckel auf. Die Belich­tungs­zeit setz­te ich auf 30 Sekun­den und den ISO Wert auf 800 und 1600. Und sie­he da, am Moni­tor waren die Strei­fen und Fle­cken ver­schwun­den. Des­halb ging ich aber­mals raus und fer­tig­te 3 Ster­nen­feld­auf­nah­men mit 30 Sekun­den Belich­tungs­zeit an.
Dies­mal sahen die  Bil­der am Moni­tor schon viel bes­ser aus, trotz der hohen ISO Zahl von 1600. Die Strei­fen waren ver­schwun­den. Das rest­li­che Rau­schen mach­te sich über­ra­schen­der­wei­se nicht all zu stö­rend bemerk­bar. Auch mein­te ich eine höhe­re Grenz­grö­ße bei den Ster­nen erwischt zu haben, trotz der inner­städ­ti­schen Lage mit rela­tiv viel Umge­bungs­licht. Soll­te sich der auto­ma­ti­schen Dun­kel­bild­ab­zug der Kame­ra, ins­be­son­de­re bei sehr lan­gen Belich­tungs­zei­ten und hohen ISO-Wer­ten, eher kon­tra­pro­duk­tiv auf die Bild­qua­li­tät aus­wir­ken? Wahr­schein­lich wäre es in die­sem Zusam­men­hang tat­säch­lich bes­ser, eige­ne oder gleich meh­re­re Darks auf­zu­neh­men und die­se dann anschlie­ßend per Bildbver­ar­bei­tungs­pro­gramm abzuziehen.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

3 Kommentare:

  1. HI Andre­as.

    Na wie geht’s?
    Die bei­den Bil­der sind doch schon recht gelungen,was die schär­fe betrifft.
    Schö­ne punkt­för­mi­gen Sterne.
    Wenn du jetzt noch die Kame­ra auf dei­ne Mea­de Mon­tie setzt und so etwa zwei bis ich sage mal vier fünf Minu­ten nach­füh­rest wer­den das klas­se Bilder.
    Das glei­che möch­te ich ja mit mei­ner EQ6 Sky Scan Mon­tie machen.
    Nur habe ich im Gegen­satz zu dir noch kei­ne Kame­ra ha ha ha.
    Bei mir ansons­ten alles OK.
    MfG Mario

  2. Die bei­den Bil­der habe ich übri­gens noch ein­mal bear­bei­tet, so dass sie jetzt etwas natür­li­cher wir­ken (sie­he Bild 1 und Bild 2). Das mit der nach­ge­führ­ten Kame­ra kommt sicher­lich auch irgend­wann. Momen­tan fehlt mir ein­fach die Zeit und die Mit­ter­nachts­däm­me­rung im Juni stört eben­falls ein wenig. 😀

  3. Mei­ner Mei­nung nach soll­te man den ISO kom­plett auf 100 ein­stel­len und eine län­ge­re Belich­tung­zeit ein­stel­len, so um die 2 Minuten.

    Wür­de mich auf neue Bil­der sehr freuen.

    Vie­le Grü­ße aus Bolivien
    Domi­nik Kohn

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