Der Sternhimmel im März 2023

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Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend im März kön­nen wir den Mond im Stern­bild der Zwil­lin­ge auf­fin­den. In der Nacht vom 2. auf den 3. März wan­dert der zuneh­men­de Mond süd­lich an Pol­lux in den Zwil­lin­gen vor­bei. Nur einen Abend spä­ter hat unser stil­ler Beglei­ter bereits den Krebs erreicht. Am Abend des 5. März fin­den wir den fast vol­len Mond ober­halb von Regu­lus, dem Haupt­stern im Stern­bild des Löwen. Am 7. März wird schließ­lich die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen. Nach der Voll­mond­nacht wird der Mond immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Unser Erd­tra­bant wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten und kann ab dem 8. März im Stern­bild Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den. Am Mor­gen des 10. März fin­den wir ihn 6 ¾ Grad west­lich von Spi­ca. Eine Nacht spä­ter hat der abneh­men­de Mond den Haupt­stern der Jung­frau bereits hin­ter sich gelas­sen. In der Nacht vom 11. auf den 12. März steht der Mond in der Waa­ge und am Mor­gen des 14. März etwas mehr als ein Grad nord­öst­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. Am 15. des Monats ist abneh­men­der Halb­mond (letz­tes Vier­tel) im süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Schlan­gen­trä­ger. Am Mor­gen des 16. März hat unser stil­ler Beglei­ter das Stern­bild Schüt­ze erreicht, wo wir ihn dann am Mor­gen des 17. März zum letz­ten Mal im Süd­os­ten auf­ge­hen sehen, bis am 21. März die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel taucht die sehr schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung des 22. März wie­der über west­li­chen Hori­zont auf. Gleich­zei­tig befin­det sie sich nur 2 ½ Grad süd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter in den Fischen, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Am Abend des 23. März steht die Mond­si­chel deut­lich höher im Wes­ten und fast genau zwi­schen dem Jupi­ter und dem Abend­stern Venus. Am Abend des 24. März kön­nen wir die Sichel nur 3 Grad öst­lich der Venus im Stern­bild Wid­der beob­ach­ten. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich der Erd­tra­ban­ten im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wid­der und Stier, knapp 4 ½ Grad süd­west­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den. Am 26. des Monats sehen wir ihn ober­halb von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Am 28. März hat der zuneh­men­der Halb­mond unse­ren roten Nach­barn Mars bereits hin­ter sich gelas­sen und steht dann nur 3 Grad ober­halb des Roten Pla­ne­ten in den Zwil­lin­gen. In den Mor­gen­stun­den des 29. März wird schließ­lich das ers­tes Vier­tel durch­lau­fen. An die­sem Abend befin­det sich unser Erd­tra­bant eini­ge Grad öst­lich der bei­den Haupt­ster­ne Cas­tor und Pol­lux in den Zwil­lin­gen und am 30. und 31. März aber­mals im Stern­bild Krebs.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur taucht Ende März wie­der am Abend­him­mel auf. Davor eilt er durch das Stern­bild Was­ser­mann und wech­selt ab dem 16. März in das Stern­bild der Fische. Am 17. März 2023 steht Mer­kur in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Danach ent­fernt sich Mer­kur schnell in öst­li­cher Rich­tung von der Son­ne und ver­grö­ßert sei­nen Abstand zu ihr. Zum Ende des Monats beträgt der gegen­sei­ti­ge Win­kel­ab­stand bereits 14 Grad. Ab dem 26. März kann man ver­su­chen, Mer­kur am Abend­him­mel auf­zu­spü­ren. Gegen 19:20 Uhr ist es dun­kel genug, um ihn in der Abend­däm­me­rung mit blo­ßen Auge zu fin­den. Eine hal­be Stun­de spä­ter ver­schwin­det der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems in den dich­ten Dunst­schich­ten des Hori­zonts. Der ‑1,5 mag hel­le Mer­kur geht an die­sem Abend um 20:19 Uhr Som­mer­zeit unter. Am 28. des Monats kann Mer­kur nur 1 ½ Grad nörd­lich von Jupi­ter auf­ge­fun­den wer­den, so dass der Rie­sen­pla­net gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Am bes­ten benutzt man für das Auf­su­chen bei­der Gestir­ne ein Fern­glas. Am letz­ten Tag des Monats erreicht Mer­kur das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Der Unter­gang des nun ‑1,2 mag hel­len Pla­net erfolgt an die­sem Abend um 20:58 Uhr.

Die Venus wird im Lau­fe des März zu einem auf­fäl­li­gen Objekt am Abend­him­mel. Unser Schwes­ter­pla­net wan­dert durch das Stern­bild Fische und wech­selt am 16. März in den Wid­der. Davor zieht sie zwi­schen dem 1. bis 2. März dicht an Jupi­ter vor­bei, wobei ihr gerings­ter Abstand zum Rie­sen­pla­ne­ten 0,5 Grad betra­gen wird, was aller­dings von unse­ren Stand­ort aus unbe­ob­acht­bar ist. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt am 2. März gegen 19 Uhr bereits wie­der 0,7 Grad. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­kei­te von ‑3,9 mag bei der Venus und ‑2,1 Grö­ßen­klas­sen beim Jupi­ter, fällt die­se enge Kon­junk­ti­on bei­der Him­mels­kör­per selbst Lai­en auf. Am 23. März kommt es zu einer inter­es­san­ten Kon­stel­la­ti­on mit der dün­nen, zuneh­men­den Mond­si­chel. Gegen 19:30 Uhr befin­det sie sich fast genau zwi­schen Venus und Jupi­ter. Venus gewinnt im Lau­fe des Monats auch deut­lich an Höhe und zieht vom 29. bis 31. März, in nur 1,2 Grad nörd­li­chen Abstand, am Pla­ne­ten Ura­nus vor­bei. Dabei sinkt die Venus im Lau­fe des Monats immer spä­ter unter dem Hori­zont. Geht sie am 1. März um 20:35 Uhr unter, sinkt der Abend­stern am 31. März erst um 22:12 Uhr (23:12 Uhr Som­mer­zeit) unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht sie dann gut 25 Grad hoch im Wes­ten. Im Tele­skop zeigt sich der Abend­stern zum Monats­en­de 77% beleuch­tet und als 14 Bogen­se­kun­den gro­ßes ‑4,0 mag hel­les Scheibchen.

Unser roter Nach­bar Mars ist nach wie vor ein auf­fäl­li­ges Objekt am Abend­him­mel und wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Am 26. März über­schrei­tet der Rote Pla­net die Gren­ze zum Stern­bild Zwil­lin­ge. Im Lau­fe des Monats geht sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit von anfangs 0,4 auf 0,9 mag spür­bar zurück. Ein Indi­ka­tor für die abneh­men­de Hel­lig­keit ist Alde­ba­ran, der Haupt­stern im Stern­bild Stier. Ende des Monats sind bei­de Gestir­ne unge­fähr gleich hell. Die Unter­gangs­zei­ten des Pla­ne­ten ver­frü­hen sich von 3:16 Uhr auf 2:19 Uhr (3:19 Uhr Som­mer­zeit). Bis zum Ende des Monats wird es immer schwie­ri­ger, Ober­flä­chen­de­tails auf dem Pla­ne­ten wahr­zu­neh­men, selbst mit sehr hoher Ver­grö­ße­rung. Denn sein schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft wei­ter und beträgt Ende März nur noch 6,5 Bogen­se­kun­den. Am 28. März kommt es noch zu einer inter­es­san­ten Begeg­nung mit dem zuneh­men­den Mond. Die­ser steht an die­sem Abend nur 3 Grad ober­halb von Mars.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, recht­läu­fig in den Fischen, ist eben­falls ein Objekt für den Abend­him­mel und kann zu Beginn des Monats März in der Nähe des Abend­sterns Venus auf­ge­fun­den wer­den. Vom 1. auf den 2. März wird Jupi­ter vom Abend­stern über­holt, so dass die bei­de hells­ten Pla­ne­ten an die­sen Aben­den sehr eng bei­ein­an­der ste­hen und eine Art Dop­pel­ge­stirn bil­den. Am 28. März kann der ‑2,1 mag hel­le Jupi­ter, zusam­men mit Mer­kur, nur noch im Feld­ste­cher auf­ge­spürt wer­den. Bis zum Monats­en­de ver­schwin­det der Rie­sen­pla­net schließ­lich vom Abend­him­mel und erreicht am 11. April 2023 die Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Zum letz­ten Mal kann man Jupi­ter in der Abend­däm­me­rung des 25. März mit blo­ßem Auge auf­spü­ren. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich im Lau­fe des März von 20:36 Uhr auf 19:18 Uhr (20:18 Uhr Sommerzeit).

Der Ring­pla­net Saturn stand Mit­te Febru­ar in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Er bleibt auch den gesam­ten Monat März im Stern­bild Was­ser­mann unbe­ob­acht­bar, obwohl sein west­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn bis Ende März auf 38 Grad anwächst. Die fla­che Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel ver­hin­dert das. Erst im April taucht der 1,0 mag hel­le Ring­pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Ura­nus, recht­läu­fig im Stern­bild Wid­der, ist noch ein Objekt für den frü­hen Abend­him­mel. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 mag benö­tigt man für die Sich­tung des fer­nen Pla­ne­ten einen Feld­ste­cher oder ein klei­nes Tele­skop. Aller­dings ist auch mit sehr hoher Ver­grö­ße­rung nur ein 3,4 Bogen­se­kun­den grün­li­ches Scheib­chen wahr­nehm­bar. Als Auf­such­hil­fe kann in die­sem Monat der Abend­stern Venus die­nen. Denn zwi­schen dem 29. und 31. März zieht die Venus in nur 1,2 Grad nörd­li­chen Abstand an Ura­nus vor­bei. Ansons­ten befin­det sich Ura­nus 13,5 Grad süd­öst­lich von Alpha Arie­tis. Am 1. März geht Ura­nus um 23:51 Uhr unter. Am 31. des Monats sinkt der Pla­net bereits um 22:00 Uhr (23:00 Uhr Som­mer­zeit) unter die west­li­che Horizontlinie.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 16. März 2023 im Stern­bild Fische in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Der grün­li­che Pla­net hält sich somit mit der Son­ne am Tag­him­mel auf und bleibt des­halb unbe­ob­acht­bar. Zum Zeit­punkt der Kon­junk­ti­on befin­det sich Nep­tun 4,475 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn entfernt.

Der ehe­ma­li­ge Pla­net und jetzt Zwerg­pla­net (134340) Plu­to über­schrei­tet bereits am 1. März die Gren­ze zum Stern­bild Stein­bock. Er steht aller­dings noch zu nah bei der Son­ne und bleibt auch in die­sem Monat unsichtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 81P/Wild kann im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger am Mor­gen­him­mel auf­ge­sucht wer­den. Der Schweif­stern bewegt sich im Lau­fe des Monats wei­ter in Rich­tung Osten und soll­te mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit um 11,5 mag in grö­ße­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar sein. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit den bei­den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 9 und NGC 6342. Der Komet zieht wischen die­sen bei­den Objek­ten vom 14. bis 17. März hindurch.

Der Komet C/2019 U5 (Pan­STARRS) zieht durch das Stern­bild Jung­frau und kann am bes­ten gegen Mit­ter­nacht beob­ach­tet wer­den. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit um 12 Grö­ßen­klas­sen benö­tigt man grö­ße­re Tele­sko­pe, um den Schweif­stern zu beob­ach­ten. Weil der Komet durch den süd­li­chen Bereich des Vir­go-Gala­xien­hau­fen zieht, kommt es im Lau­fe des Monats zu zahl­rei­chen enge­ren Begeg­nun­gen mit den Hau­fen­mit­glie­dern des Galaxienhaufens.

Die schein­ba­re Hel­lig­keit des lang­pe­ri­odi­schen Kome­ten C/2020 V2 (ZTF) bleibt nahe­zu kon­stant und beträgt zwi­schen 10 und 9,5 Grö­ßen­klas­sen. Er bewegt sich vom Stern­bild Andro­me­da wei­ter in das Stern­bild Drei­eck und ist ein loh­nen­des Objekt für den Abend­him­mel. Zwi­schen dem 10. und 15. März zieht ZTF am offe­nen Stern­hau­fen NGC 752 in der Andro­me­da vorbei.

Der Komet C/2022 A2 (Pan­STARRS) bleibt auch im März zir­kum­po­lar und zieht vom Stern­bild Eidech­se wei­ter in die Andro­me­da. Er ist ein dank­ba­res Objekt für den Abend- und Mor­gen­him­mel. Mit einer Hel­lig­keit zwi­schen 9,5 und 10 mag kann der Komet in klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­sucht werden.

Die Beob­ach­tungs­zeit des Kome­ten C/2022 E3 (ZTF) geht im Früh­jahr lang­sam zu Ende. Zu Beginn des Monats Febru­ar erreich­te der Schweif­stern eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 5,0 Grö­ßen­klas­sen und war dem­zu­fol­ge unter einem dunk­len Land­him­mel sogar mit dem blo­ßen Auge zu sehen. Im März ver­rin­gert der Schweif­stern wei­ter sei­ne Hel­lig­keit von 8,5 auf 11 mag. Damit ist der Komet bis zur Monats­mit­te immer noch ein dank­ba­res Objekt für den licht­star­ken Feld­ste­cher oder ein klei­nes Tele­skop. C/2022 E3 wan­dert im März immer lang­sa­mer wer­dend durch den nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Eri­danus und kann ca. 10 Grad west­lich des Him­mels­jä­gers Ori­on auf­ge­fun­den werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kommt am 21. März im Stern­bild Haar der Bere­ni­ke in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 6,9 Grö­ßen­klas­sen. Damit ist Ceres ein leich­tes Objekt im Fern­glas und Tele­skop. Am 1. und am 31. März beträgt ihre Hel­lig­keit 7,1 bzw. 7,0 mag. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:14 Uhr auf 23:48 Uhr (0:48 Uhr Som­mer­zeit). Der Zwerg­pla­net wan­dert durch den Vir­go-Gala­xien­hau­fen. Inter­es­sant ist Begeg­nung mit der hel­len Bal­ken­spi­ral­ga­la­xie Mes­sier 91, in der Nacht vom 12. auf den 13. März, in nur 0,1 Grad Abstand. Am 27. März kommt es noch zu einer sehr engen Begeg­nung mit der hel­len Spi­ral­ga­la­xie Mes­sier 100 in nur 2,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand.

(2) Pal­las ist ein Objekt für den Abend­him­mel und zieht wei­ter in Rich­tung Nor­den durch das Stern­bild Gro­ßer Hund. Am 11. März wech­selt der Pla­ne­to­id in das Stern­bild Ein­horn. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von 7,8 auf 8,2 mag stark zurück. Am 1. März geht Pal­las um 0:48 Uhr im Süd­wes­ten unter. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich ihre Unter­gangs­zei­ten auf 0:17 Uhr (1:17 Uhr Som­mer­zeit). Am 20. März steht Pal­las in der Nähe des 6,0 mag hel­len Sterns SAO 133761. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt nur 7,5 Bogenminuten.

Auch der Pla­ne­to­id (3) Juno kann noch am frü­hen Abend­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Der Aste­ro­id wan­dert zunächst durch den Wal­fisch und wech­selt zwi­schen dem 7. und 13. März in die Fische. Danach ist Juno aber­mals im Wal­fisch auf­find­bar. Ihre Hel­lig­keit bleibt mit 9,7 mag im gesam­ten Monat kon­stant. Am 1. März geht Juno um 21:23 Uhr im Wes­ten unter und am 31. März bereits um 20:57 Uhr (21:57 Uhr Sommerzeit).

Auch (4) Ves­ta ist noch nied­rig am Abend­him­mel im Stern­bild Wal­fisch zu sehen. Ihre schein­ba­re Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 8,5 auf 8,3 Grö­ßen­klas­sen zum Monats­en­de. Ihre Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von 20:09 Uhr auf 19:29 Uhr (20:29 Uhr Sommerzeit).

Die zu Beginn des Monats noch 9,6 mag hel­le (6) Hebe kann im Stern­bild Krebs auf­ge­fun­den wer­den und wech­selt am 12. März in die Zwil­lin­ge. Ab dem 17. März wan­dert sie aber­mals recht­läu­fig durch den Krebs. Am 14. März sinkt ihre schein­ba­re Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 21:30 Uhr auf 19:35 Uhr (20:35 Uhr Som­mer­zeit). Am 14. März zieht Hebe in nur 10 Bogen­mi­nu­ten Abstand am 6,3 mag hel­len Stern SAO 97471 vorbei.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­l­ionquel­le wer­den nach neue­ren Mete­or­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Das Gebiet erstreckt sich rund 30 Grad par­al­lel und 20 Grad senk­recht zur Eklip­tik in leicht öst­li­cher Rich­tung des Gegen­son­nen­punkts. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer durch­schnitt­li­chen Geschwin­dig­keit von rund 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­l­ionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant befin­det sich unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Die von unse­ren Brei­ten aus zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­li­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März ent­fal­tet. Das Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 12. zum 13. März statt. Der abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms ab Mit­ter­nacht stö­ren. Der Radi­ant befin­det sich an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec: +48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 37 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Sternschnuppen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel März 2023
Der Stern­him­mel am 15. März 2023 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär schon fast die Zenit­re­gi­on erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb die­ses Stern­bilds steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt. Gleich­zei­tig hat der Kopf des Dra­chen sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten und wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Die­se steht nun in ihrer tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und des­halb auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird. Bei sehr guter Hori­zont­sicht, über dem Nord­punkt des Hori­zonts, kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon das Stern­bild der Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen kön­nen wir den Per­seus erken­nen. Ober­halb der Kas­sio­peia sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur äußerst schwa­che Ster­ne ent­hält und selbst unter einem dunk­len Land­him­mel nur sehr schwer zu erken­nen ist.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter in gro­ßer Höhe fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Die Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens haben zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xien Mes­sier 81 und Mes­sier 82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111). Die­ser ist aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beob­ach­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir bereits das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne aus­ma­chen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild der Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau, Spika, befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt nun auch der mäch­ti­ge Löwe sei­ner höchs­ten Stel­lung am Him­mel entgegen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Prae­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden über­schrei­ten wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig. Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans, in Rich­tung Süd­wes­ten, steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Öst­lich davon sehen wir die nörd­li­chen Aus­läu­fer des süd­li­chen Stern­bilds Hin­ter­deck. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher und unter­halb von Krebs und Zwil­lin­ge befin­det sich der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen gebil­det wird. Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas. In die­sem Stern­bild sehen wir auch unse­ren Nach­barn, den Mars, der sich noch in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge äußerst schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung in Rich­tung Hori­zont. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Pers­ei noch ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit dem blo­ßen Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten ver­gan­ge­ner Herbstnächte.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Er ist Mitglied der "Vereinigung für Sternfreunde e.V.". Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeigt diese Bilder u.a. auf Flickr.

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