Astronomische Jahresvorschau 2015

Lese­zeit: 16 Minu­ten

Das neue Jahr 2015 bringt gleich zu Beginn mit Lovejoy einen hel­len Kome­ten am Nacht­him­mel der, ein dunk­ler Him­mel vor­aus­ge­setzt, sogar mit blo­ßem Auge beob­ach­tet wer­den kann. Im Herbst könn­te dann der Komet Cata­li­na eben­falls die Sicht­bar­keits­gren­ze für das blo­ße Auge über­schrei­ten. Der Höhe­punkt des Jah­res ist aber zwei­fel­los die Son­nen­fins­ter­nis vom 20. März, nur einen Tag vor dem bun­des­wei­ten Astro­no­mietag, mit einem hohen Bede­ckungs­grad von 67% bis 82% für den deutsch­spra­chi­gen Raum. Am 28. Sep­tem­ber fin­det schließ­e­lich eine tota­le Mond­fins­ter­nis statt, die voll­stän­dig von Mit­tel­eu­ro­pa aus beob­ach­tet wer­den kann.

Mondsichel

Der Lauf der Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur ist von allen Pla­ne­ten, die wir mit dem blo­ßen Auge auf­spü­ren kön­nen, am schwie­rigs­ten zu beob­ach­ten, da er sich stets in der Nähe der Son­ne auf­hält und nur weni­ge Tage im Jahr, ent­we­der kurz vor Son­nen­auf­gang im Osten oder kurz nach Son­nen­un­ter­gang im Wes­ten, sicht­bar ist.
Mer­kur ist schon zu Beginn des Jah­res 2015 rela­tiv güns­tig am Abend­him­mel sicht­bar. Die Venus kann dabei, vor allem zwi­schen dem 5. und 15. Janu­ar, gut als Auf­such­hil­fe die­nen. Der flin­ke Pla­net steht am 14. Janu­ar mit 18,9° in einer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne und ist dann noch bis ein­schließ­lich 24. Janu­ar zu sehen. Am bes­ten beob­ach­tet man zwi­schen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr in Rich­tung Süd­wes­ten. Die bes­te Abend­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten fin­det aber im April/Mai 2015 statt, wobei Mer­kur Anfang Mai gegen 21 Uhr den größ­ten Abstand zum nord­west­li­chen Hori­zont erreicht. Das Sicht­bar­keits­fens­ter reicht vom 18. April bis 15. Mai, wobei der Pla­net am 7. Mai, mit 21,2° Abstand, in größ­ter öst­li­cher Elon­ga­ti­on zur Son­ne steht. Dabei kommt es auch zur Begeg­nung mit dem Pla­ne­ten Mars, der aber deut­lich schwä­cher als Mer­kur ist und des­halb nicht als Auf­such­hil­fe für den flin­ken Pla­ne­ten die­nen kann. Auch im Dezem­ber ist Mer­kur am Abend­him­mel sicht­bar, wenn er ab dem 5. Dezem­ber über dem süd­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung erscheint. Die güns­tigs­te Zeit den Pla­ne­ten zu beob­ach­ten, liegt zwi­schen Weih­nach­ten und Neu­jahr gegen 17:30 Uhr. Am 29. Dezem­ber steht Mer­kur mit 19,7° aber­mals in größ­ter öst­li­cher Elon­ga­ti­on von der Sonne.

Bild 1: Venus und Merkur im Detail

Mer­kur und Venus am Abendhimmel

Auch drei Mor­gen­sicht­bar­kei­ten des inners­ten Pla­ne­ten sind 2015 erwäh­nens­wert. Zum ers­ten Mal kön­nen wir Mer­kur zwi­schen dem 6. Febru­ar bis 1. März über dem süd­öst­li­chen Hori­zont in der Mor­gen­däm­me­rung auf­spü­ren. Die­se Sicht­bar­keit ist aber vor allem in unse­ren Brei­ten eher grenz­wer­tig, da die Eklip­tik flach zum Hori­zont ver­läuft und Mer­kur vor Son­nen­auf­gang kei­nen grö­ße­ren Abstand zum Hori­zont errei­chen kann. Die größ­te Elon­ga­ti­on zur Son­ne durch­läuft der Pla­net am 24. Febru­ar mit einem west­li­chen Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn von 26,7°. Auch die zwei­te Mor­gen­sicht­bar­keit im Juni/Juli fällt eher ungüns­tig aus. Vom 9. Juni bis 16. Juli kann der flin­ke Pla­net nied­rig im Nord­os­ten auf­ge­fun­den wer­den und ist am bes­ten Ende Juni gegen 5:15 Uhr Som­mer­zeit sicht­bar. Am 24. Juni steht Mer­kur mit 22,5° in größ­ter west­li­cher Elon­ga­ti­on. Die Mor­gen­sicht­bar­keit des Mer­kurs im Oktober/November 2015 ist die güns­tigs­te im gesam­ten Jahr, da die Eklip­tik, wie zur Abend­sicht­bar­keit im April/Mai, steil zum Hori­zont ver­läuft. Das Sicht­bar­keits­fens­ter für den Pla­ne­ten reicht vom 7. Okto­ber bis 3. Novem­ber. Die größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn wird dabei am 16. Okto­ber mit 18,1° Abstand durch­lau­fen. Am bes­ten beob­ach­ten man Mer­kur gegen 7:20 Uhr Som­mer­zeit in der Morgendämmerung.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist in die­sem Jahr sowohl am Abend­him­mel als auch am Mor­gen­him­mel sehr güns­tig zu beob­ach­ten und erreicht im Früh­ling und Herbst gro­ße Höhen über dem Hori­zont. Die Venus taucht ab Mit­te Dezem­ber 2014 wie­der am Abend­him­mel auf und wird bis Jah­res­mit­te immer bes­ser in der Däm­me­rung sicht­bar. Am 22. Febru­ar kommt es zu einer sehr engen Kon­junk­ti­on mit Mars, wobei die Venus nur ¼ Grad öst­lich an Mars vor­bei zieht. Am Abend des 20. bzw. 21. Febru­ar gesellt sich noch die Mond­si­chel zum Pla­ne­ten­duo hin­zu. Anfang Mai steht sie bei Son­nen­un­ter­gang bereits 33° hoch über dem west­li­chen Hori­zont und kommt am 6. Juli mit 45,4° in eine größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Am 10. Juli steht die Venus mit ‑4,7 mag Hel­lig­keit in ihrem größ­ten Glanz. Im Juli endet schließ­lich ihre Abend­sicht­bar­keit, wobei noch die Kon­junk­tio­nen mit Jupi­ter am 1. Juli, mit einem Abstand von nur 0,5°, sowie am 31. Juli inter­es­sant sind. Am 15. August steht unser Schwes­ter­pla­net dann in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn, wobei der Abstand zur Son­ne 8° beträgt. Für Beob­ach­ter auf der Süd­halb­ku­gel wir die Venus in die­ser Zeit für weni­ge Tage gleich­zei­tig Abend- und Mor­gen­stern sein!

Venus & Zodiakallicht

Venus & Zodia­kal­licht­ke­gel am Morgenhimmel

Nach ihrer unte­ren Kon­junk­ti­on taucht unser Nach­bar­pla­net Ende August wie­der am Mor­gen­him­mel auf und wird immer bes­ser sicht­bar. Am 21. Sep­tem­ber sehen wir die Venus mit ‑4,6 mag Hel­lig­keit in ihrem größ­ten Glanz und am 18. Okto­ber steht sie bei Son­nen­auf­gang mehr als 37° hoch über dem Hori­zont. Am 26. Okto­ber erreicht die Venus mit 46,4° Abstand ihre größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. An die­sem Mor­gen kommt es auch zu einer engen Begeg­nung mit dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter in nur 1° Abstand. In den dar­auf­fol­gen­den Mona­ten ver­schlech­tern sich die Sicht­be­din­gun­gen lang­sam am Mor­gen­him­mel. Am 3. Novem­ber kom­men sich Venus und Mars bis auf 0,7 Grad nahe, bis die Venus Anfang März 2016 vom Mor­gen­him­mel verschwindet.

Unser Nach­bar­pla­net Mars stand letz­tes Jahr in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist zu Beginn des Jah­res immer noch ein Objekt für den Abend­him­mel, tritt Mit­te April aber dann end­gül­tig von der Him­mels­büh­ne ab. Am 14. Juni steht der Rote Pla­net in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Erst Ende August taucht Mars wie­der am Mor­gen­him­mel auf, bleibt aber nach wie vor nahe bei der Son­ne. Bis Jah­res­en­de wächst sei­ne west­li­che Elon­ga­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn auf 72° an. Im Lau­fe des Jah­res kommt es zu ins­ge­samt 3 enge­ren Kon­junk­tio­nen mit der Venus, näm­lich am 21. und 22. Febru­ar am Abend­him­mel sowie am 29. August und 3. Novem­ber 2015 am Mor­gen­him­mel. Im August 2015 wan­dert Mars durch den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44) im Stern­bild Krebs. Am 9. Und 10. Okto­ber ergibt sich eine beein­dru­cken­de Pla­ne­ten­kon­stel­la­ti­on gegen 7 Uhr am Mor­gen­him­mel, mit dem Haupt­stern Regu­lus im Löwen, Jupi­ter, Venus, Mer­kur und der schma­len Mond­si­chel. Am 17. Okto­ber steht der Pla­net außer­dem noch nahe am Jupi­ter. Erst am 22. Juni 2016 kommt der Rote Pla­net wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann 0,5101 AE bzw. 76,3 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Lei­der wird er sich zum Oppo­si­ti­ons­ter­min ziem­lich weit süd­lich im Tier­kreis auf­hal­ten, so dass die Erd­nä­he für Mit­tel­eu­ro­pa ungüns­ti­ger als die letz­te aus­fal­len wird.

Jupiter und Venus in der Abenddämmerung des 16. März 2012

Jupi­ter und Venus in der Abend­däm­me­rung des 16. März 2012

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist zu Beginn des Jah­res ein Objekt für die gesam­te Nacht und erreicht am 6. Febru­ar im Stern­bild Krebs die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist damit opti­mal zu beob­ach­ten, weil er gro­ße Höhen über dem Hori­zont erreicht. Auch das Schat­ten­spiel auf dem Pla­ne­ten und die nur alle 6 Jah­re statt­fin­den­den und damit rela­tiv sel­te­ne gegen­sei­ti­gen Ver­fins­te­run­gen sei­ner vier hells­ten Mon­de sind nun opti­mal zu beob­ach­ten. Im April und Mai ist er nur noch in der 1. Nacht­hälf­te prä­sent. Ende Juli/Anfang August endet schließ­lich sei­ne Sicht­bar­keit in der Abend­däm­me­rung. Am 26. August 2015 erreicht er die Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt noch bis Mit­te Sep­tem­ber im hel­len Licht unse­res Zen­tral­ge­stirns ver­bor­gen. Danach taucht er wie­der, kurz vor Son­nen­auf­gang, am Mor­gen­him­mel auf. Die Sicht­bar­keits­be­din­gun­gen am Mor­gen­him­mel ver­bes­sern sich bis zum Ende des Jah­res, so dass er ab Mit­te Dezem­ber bereits wie­der in der zwei­ten Nacht­hälf­te beob­ach­tet wer­den kann. Am 1. und 31. Juli gesellt sich die Venus in der Abend­däm­me­rung zu Jupi­ter. Am 17. Okto­ber zieht der rote Pla­net Mars dicht an Jupi­ter vor­bei. Am 26. Okto­ber kommt es noch zu einer engen Kon­junk­ti­on mit der Venus am Morgenhimmel.

Der Ring­pla­net Saturn zieht in die­sem Jahr durch den Grenz­be­reich der Stern­bil­der Waa­ge und Skor­pi­on und bewegt sich somit in den süd­lichs­ten Gefil­den der Eklip­tik. Er ist zu Jah­res­be­ginn am Mor­gen­him­mel sicht­bar und wird im Früh­jahr lang­sam zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Am 23. Mai 2015 steht Saturn im Stern­bild Waa­ge in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann die gan­ze Nacht zu beob­ach­ten. Ab Mit­te August ist Saturn nur noch in der 1. Nacht­hälf­te sicht­bar und ver­schwin­det dann im Novem­ber in der Abend­däm­me­rung. Am 30. Novem­ber steht der Pla­net schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Danach müs­sen wir uns noch bis Jah­res­en­de gedul­den, bis der Ring­pla­net wie­der nied­rig über dem öst­li­chen Hori­zont in der Mor­gen­däm­me­rung erscheint.

Ura­nus ist bis Anfang März noch am Abend­him­mel zu sehen und steht am 6. April 2015 in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Ende April taucht der Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf und wird bis in den Spät­som­mer hin­ein immer bes­ser sicht­bar und schließ­lich zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Am 12. Okto­ber 2015 steht Ura­nus im Stern­bild Fische in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag unter einem dunk­len Him­mel sogar mit blo­ßem Auge zu beob­ach­ten. Nach sei­ner Oppo­si­ti­on zieht er sich bis zum Ende des Jah­res wie­der lang­sam aus der 2. Nacht­hälf­te zurück.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun ist zu Jah­res­be­ginn 2015 noch unter guten Bedin­gun­gen kurz in der Abend­däm­me­rung erkenn­bar, wird aber ab der zwei­ten Janu­ar­hälf­te unsicht­bar. Am 26. Febru­ar steht Nep­tun in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Anfang April taucht der Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf und wird im Som­mer ein Pla­net für die gesam­te Nacht. Am 1. Sep­tem­ber steht Nep­tun schließ­lich im Stern­bild Was­ser­mann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann opti­mal zu beob­ach­ten. Nach der Oppo­si­ti­on ver­schiebt er sei­ne Sicht­bar­keit lang­sam in die 1. Nacht­hälf­te und geht zum Ende des Jah­res bereits wie­der vor Mit­ter­nacht unter.

Das Finsternisjahr 2015

Im Jahr 2015 ereig­nen sich zwei Son­nen­fins­ter­nis­se, wobei die tota­le Son­nen­fins­ter­nis am 20. März in ihrer par­ti­el­len Pha­se auch von Deutsch­land aus sicht­bar ist und mit einem hohen Bede­ckungs­grad mit spür­ba­rem Hel­lig­keits­ab­fall am Tage ein­her­geht. Des Wei­te­ren ereig­nen sich noch zwei tota­le Mond­fins­ter­nis­se, wobei die Fins­ter­nis am 28. Sep­tem­ber 2015 in ihrer vol­len Län­ge auch vom deutsch­spra­chi­gen Raum aus zu beob­ach­ten ist.

Foto der Partiellen Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011

Foto der par­ti­el­len Son­nen­fins­ter­nis vom 4. Janu­ar 2011

Die totale Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Die tota­le Son­nen­fins­ter­nis, am Frei­tag dem 20. März 2015, ereig­net sich in den Vor­mit­tags- und Mit­tags­stun­den, wobei die par­ti­el­le Pha­se die­ser Fins­ter­nis auch von Mit­tel­eu­ro­pa aus sicht­bar ist. Die Tota­li­täts­zo­ne zieht sich in einem Bogen zwi­schen Grön­land und Island im Nord­at­lan­tik ent­lang. In Ham­burg wer­den 79% und in Ber­lin immer­hin 74% der Son­nen­schei­be vom Mond bedeckt. In Zürich sind es 69% und in Wien noch 63%. Es han­delt sich um die letz­te vom deutsch­spra­chi­gen Raum aus beob­acht­ba­re Son­nen­fins­ter­nis bis zum 10. Juni 2021! Die Fins­ter­nis beginnt von mei­nem Hei­mat­stand­ort Lüb­ben aus gese­hen mit dem 1. Kon­takt um 9:38 Uhr MEZ und endet mit dem 4. Kon­takt um 11:58 Uhr. Die Son­nen­hö­he wird zwi­schen 30 und 40 Grad betragen.

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Loka­ler Ver­lauf der Son­nen­fins­ter­nis am 20. März 2015

Die par­ti­el­le Pha­se der Fins­ter­nis ist von Neu­fund­land über Grön­land, Island, den Nor­den Afri­kas, ganz Euro­pa, Nord­west­asi­en und bis in die Ark­tis hin­ein sicht­bar. Sie ist die 61. Fins­ter­nis des 120. Saros-Zyklus, der ins­ge­samt 71 Son­nen­fins­ter­nis­se umfasst und am 27. Mai 933 begann und am 7. Juli 2197 enden wird. Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,045 fache des schein­ba­ren Sonnendurchmessers.
Die Son­nen­fins­ter­nis beginnt am 20. März mit dem 1. Kon­takt um 8:41 Uhr am Ort 23°13′ west­li­cher Län­ge und 20°14′ nörd­li­cher Brei­te und endet mit dem 4. Kon­takt um 12:50 Uhr am Ort 94°04′ öst­li­cher Län­ge und 56°06′ nörd­li­cher Brei­te. Die Kern­schat­ten­zo­ne des Mon­des berührt erst­mals im Nord­at­lan­tik die Erd­ober­flä­che und wan­dert dann zwi­schen Island und den Bri­ti­schen Inseln hin­durch über die Färö­er Inseln hin­weg zum Sval­bard-Archi­pel auf Spitz­ber­gen und berührt zum letz­ten Mal die Erd­ober­flä­che im nörd­li­chen Eis­meer. Dabei erreicht der Kern­schat­ten eine maxi­ma­le Brei­te von 463 km. Das Maxi­mum der tota­len Ver­fins­te­rung, mit 2 Minu­ten und 47 Sekun­den Län­ge, wird um 10:46 Uhr am Ort 5°39′ west­li­cher Län­ge und 64°26′ nörd­li­cher Brei­te und dem­zu­fol­ge mit­ten im Nord­at­lan­tik zwi­schen Island und Skan­di­na­vi­en erreicht. Die Wet­ter­um­stän­de für die­se Fins­ter­nis sind denk­bar ungüns­tig, da in die­ser Zeit vor allem in Atlan­tik es zu star­ker Wol­ken­bil­dung kommt. Auf Spitz­ber­gen wird ein Wol­ken­be­de­ckungs­grad von 70 bis 80% vor­aus­ge­sagt. Auch Mit­tel­eu­ro­pa kommt nicht beson­ders gut weg, da hier ein Bede­ckungs­grad zwi­schen 60 und 70% erwar­tet wird.

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Sicht­bar­keits­ge­biet der tota­len Son­nen­fins­ter­nis vom 20. März 2015

Die totale Mondfinsternis am 4. April 2015

Lunecl_150404_shadowIn den Mit­tags­stun­den des 4. April fin­det eine tota­le Mond­fins­ter­nis statt, die von Mit­tel­eu­ro­pa unsicht­bar ist, da sich der Voll­mond bei Fins­ter­nis­be­ginn bereits unter­halb des Hori­zonts befin­det. Der Mond durch­läuft dabei den nörd­li­chen Rand der Kern­schat­ten­ach­se, so dass unser Erd­tra­bant nur für kur­ze Zeit voll­stän­dig ver­fins­tert wird. Die Grö­ße der Fins­ter­nis wird das 1,006 fache des schein­ba­ren Voll­mond­durch­mes­sers betra­gen und für eine tota­le Mond­fins­ter­nis auf der Dan­jon-Ska­la beson­ders hell aus­fal­len. Dabei ist die süd­li­che Mond­hälf­te tie­fer ver­fins­tert als die nörd­li­che. Sie ist haupt­säch­lich in der Pazi­fik­re­gi­on, Ozea­ni­en, Neu­see­land, Aus­tra­li­en, Alas­ka und in Tei­len der Ark­tis sicht­bar. Die Mond­fins­ter­nis gehört zum 132. Saros-Zyklus, der am 12. Mai 1492 begann und am 26. Juni 2754 enden wird und ist die 30. von 71 Mondfinsternissen.

Die Fins­ter­nis an die­sem Sams­tag­mor­gen beginnt mit dem Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten der Erde um 11:00 Uhr MESZ. Um 12:15 Uhr tritt der Mond in den Kern­schat­ten der Erde ein. Der Beginn der Tota­li­tät erfolgt um 13:54 Uhr. Die Mit­te der Fins­ter­nis ist um 14:00 Uhr erreicht. Die Tota­li­tät endet um 14:06 Uhr. Der Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten erfolgt um 15:45 Uhr. Die Mond­fins­ter­nis endet schließ­lich, mit dem Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten der Erde, am frü­hen Abend um 17:01 Uhr MEZ.

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Sicht­bar­keits­ge­biet der tota­len Mond­fins­ter­nis vom 4. April 2015

Die partielle Sonnenfinsternis am 13. September 2015

Am Sonn­tag­mor­gen des 13. Sep­tem­ber fin­det über Süd­afri­ka und der Ant­ark­tis eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die von der gesam­ten Nord­halb­ku­gel der Erde aus unsicht­bar ist. Der maxi­ma­le Bede­ckungs­grad wird in der Ant­ark­tis, nahe des Köni­gin-Maud-Land, am größ­ten sein. Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 0,7876 fache des schein­ba­ren Son­nen­durch­mes­sers. In Kap­stadt ist sie kurz vor Son­nen­auf­gang sicht­bar. Dort beträgt der maxi­ma­le Bede­ckungs­grad 43%, wobei die Son­ne nur 10 Grad über dem Hori­zont steht. Sie kann vom Süden Afri­kas, in Tei­len des Indi­schen Oze­ans mit Mada­gas­kar und im Süd­at­lan­tik sowie in eini­gen Gebie­ten der Ant­ark­tis und des süd­li­chen Eis­mee­res beob­ach­tet werden.
Die Son­nen­fins­ter­nis beginnt in den Mor­gen­stun­den um 6:42 Uhr MESZ am Ort 20°39′ öst­li­cher Län­ge und 27°12′ süd­li­cher Brei­te im Süden Afri­kas und endet um 11:06 Uhr am Ort 125°07′ öst­li­cher Län­ge und 62°03′ süd­li­cher Brei­te süd­lich von Aus­tra­li­en im süd­li­chen Eis­meer. Die maxi­ma­le Pha­se wird an der ant­ark­ti­schen Küs­te am Ort 2°17′ west­li­cher Län­ge und 72°13′ süd­li­cher Brei­te erreicht wobei 78,8% des schein­ba­ren Son­nen­durch­mes­sers vom Mond bedeckt werden.

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Sicht­bar­keits­ge­biet der par­ti­el­len Son­nen­fins­ter­nis vom 13. Sep­tem­ber 2015

Die par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis ist die 54. Fins­ter­nis des 125. Saros-Zyklus, der 73 Son­nen­fins­ter­nis­se umfasst und am 4. Febru­ar 1060 begann und am 9. April 2358 enden wird.

Die totale Mondfinsternis am 28. September 2015

Lunecl_150928_shadowDie tota­le Mond­fins­ter­nis an jenem Mon­tag fin­det weit nach Mit­ter­nacht in den Mor­gen­stun­den des 28. Sep­tem­ber statt und kann von West­eu­ro­pa, West­afri­ka, ganz Süd­ame­ri­ka und im Osten von Nord­ame­ri­ka ver­folgt wer­den. Sie ist in ihrer gesam­ten Län­ge vom deutsch­spra­chi­gen Raum aus sicht­bar – eigent­lich nicht ganz, denn von mei­nem Hei­mat­ort Lüb­ben aus erfolgt der Mond­un­ter­gang schon um 7:11 Uhr MESZ, 13 Minu­ten bevor der Voll­mond wie­der aus dem Halb­schat­ten der Erde aus­tritt. Auch die letz­te par­ti­el­le Pha­se sowie die Halb­schat­ten­pha­se fal­len in die Mor­gen­däm­me­rung. Die letz­te voll­stän­di­ge von Deutsch­land aus sicht­ba­re Fins­ter­nis war die tota­le Mond­fins­ter­nis vom 4. März 2007.

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Sicht­bar­keits­ge­biet der tota­len Mond­fins­ter­nis vom 28. Sep­tem­ber 2015

Des Wei­te­ren fin­det die­se Fins­ter­nis außer­dem noch bei einem so genann­ten „Super­voll­mond“ statt. Alle 16 Mona­te fällt die Erd­nä­he des Mon­des mit dem Voll­mond­ter­min zusam­men, so dass wir in die­ser Zeit einen beson­ders gro­ßen Voll­mond beob­ach­ten kön­nen. Am 28. Sep­tem­ber steht der Mond um 3:52 Uhr in Erd­nä­he. Voll­mond ist um 4:51 Uhr Som­mer­zeit, rund eine Stun­de nach dem Peri­gäum! Aber auch einen Blick in Rich­tung Osten lohnt sich. Gera­de dann, wenn die Fins­ter­nis endet, kön­nen wir in der Mor­gen­däm­me­rung über dem Ost­ho­ri­zont die Pla­ne­ten Jupi­ter, Mars (in der Nähe von Regu­lus im Löwen) und Venus auf­ge­reiht an einer ima­gi­nä­ren Ket­te beob­ach­ten. Somit hat sich das frü­he Auf­ste­hen für uns gleich dop­pelt gelohnt.

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Him­mels­an­blick am 28. Sep­tem­ber 2015, 6:00 Uhr MESZ

Die Fins­ter­nis beginnt um 2:10 Uhr Som­mer­zeit mit dem Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten der Erde. Der Ein­tritt in den Kern­schat­ten erfolgt um 3:07 Uhr. Der Beginn der Tota­li­tät fin­det um 4:11 Uhr und die Mit­te der Fins­ter­nis um 4:47 Uhr statt. Das Ende der Tota­li­tät ist um 5:24 Uhr erreicht. Somit wird der Mond unge­fähr 70 Minu­ten lang voll­stän­dig vom Kern­schat­ten der Erde ver­fins­tert. Um 6:27 Uhr fin­det der Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten statt. Die Fins­ter­nis endet um 7:24 Uhr mit dem Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten der Erde.

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Loka­ler Ver­lauf der Mond­fins­ter­nis am 28. Sep­tem­ber 2015

Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,28 fache des schein­ba­ren Voll­mond­durch­mes­sers. Sie gehört zum 137. Saros-Zyklus, der am 17. Dezem­ber 1564 begann und am 20. April 2953 enden wird, der 78. Mond­fins­ter­nis­se umfasst. Sie ist in die­sem Zyklus die 28. Finsternis.

Helle Asteroiden und Kometen

Die Oppo­si­tio­nen der hel­len Aste­ro­iden (1) Ceres und (4) Ves­ta fal­len in die­sem Jahr deut­lich ungüns­ti­ger als im letz­ten Jahr aus, wo bei­de Him­mels­kör­per fast zeit­gleich in der Jung­frau in Erd­nä­he standen.

Zwergplanet (1) Ceres

Der Zwerg­pla­net, und größ­te Objekt des Aste­ro­iden-Haupt­gür­tels, zieht im Jahr 2015 sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe im Bereich der Stern­bil­der Schüt­ze, Stein­bock und Mikro­skop und befin­det sich dem­zu­fol­ge für Mit­tel­eu­ro­pa aus gese­hen stets nahe am Hori­zont. Der Him­mels­kör­per taucht ab Mit­te Mai wie­der am Mor­gen­him­mel auf und kommt am 27. Juli 2015 im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht der Zwerg­pla­net eine Hel­lig­keit von 7,5 mag, so dass Ceres schon sehr gut in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann. Bereits 4 Tag vor­her steht Ceres, mit 1,939 AE Abstand, in Erd­nä­he. Lei­der kul­mi­niert der Him­mels­kör­per, um den Oppo­si­ti­ons­ter­min her­um, nur 10 Grad hoch über dem Hori­zont, so dass Dunst und Licht­ver­schmut­zung in Hori­zont­nä­he die Beob­ach­tung nach­hal­tig stö­ren wird.
In die­sem Jahr erhält Ceres noch Besuch von der Raum­son­de DAWN, die ihn im April 2015 errei­chen und in eine Umlauf­bahn um den Zwerg­pla­ne­ten ein­schwen­ken wird, um die Ober­flä­che die­ses fas­zi­nie­ren­den Him­mels­kör­pers zu erfor­schen. Davor erforsch­te die Raum­son­de bis Sep­tem­ber 2012 den Aste­ro­iden (4) Vesta.

Vesta

Ves­ta aus 15.000 km Ent­fer­nung von der Raum­son­de DAWN auf­ge­nom­men © NASA/­JPL-Cal­tech/U­CLA/MP­S/DLR/I­DA

Asteroid (4) Vesta

Die dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­on des Aste­ro­iden (4) Ves­ta fin­det am 3. Okto­ber 2015 im Stern­bild Wal­fisch statt. Davor taucht er ab Ende Juni wie­der am Mor­gen­him­mel auf und zieht die Oppo­si­ti­ons­schlei­fe im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Fische und Wal­fisch. Ves­ta erreicht zur Oppo­si­ti­on eine Hel­lig­keit von 6,3 mag und ist damit genau 0,5 Grö­ßen­klas­sen licht­schwä­cher als bei ihrer letz­ten Oppo­si­ti­on im April 2014. Aller­dings ist sie mit die­ser Hel­lig­keit immer noch sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Am 24. Sep­tem­ber steht sie mit 1,427 AE in Erdnähe.

Komet C/2014 Q2 (Lovejoy)

Der Komet wur­de am 17. August 2014 als 15 mag hel­les Objekt vom aus­tra­li­schen Ama­teur­as­tro­no­men Ter­ry Lovejoy ent­deckt und soll im ers­ten Janu­ar­d­rit­tel 2015 eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 4,0 bis 4,5 mag errei­chen. Am 7. Janu­ar steht er auch, mit 70 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand, in Erd­nä­he. Mit die­ser Hel­lig­keit ist der Komet ein leich­tes Objekt für jeden Feld­ste­cher und Tele­skop und unter einem dunk­len, mond­schein­lo­sen Him­mel sogar mit blo­ßem Auge sicht­bar. Im Janu­ar bewegt sich Lovejoy durch die Stern­bil­der Hase, Eri­da­nus, Stier, Wid­der und Drei­eck und wird dann Ende Janu­ar schließ­lich zir­kum­po­lar. Wäh­rend die­ser Zeit wird er von Mit­tel­eu­ro­pa aus immer bes­ser am Abend­him­mel sicht­bar wer­den und Höhen von 40 bis 60 Grad über dem Hori­zont errei­chen. Ein ers­tes gutes Sicht­bar­keits­fens­ter im neu­en Jahr öff­net sich in der mond­schein­lo­sen Zeit ab der zwei­ten Janu­ar­wo­che bis in die letz­te Janu­ar­wo­che. Bis Ende Janu­ar geht die Hel­lig­keit des Kome­ten auf 5 mag zurück. Am 30. Janu­ar steht Lovejoy, mit 193 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand, in Son­nen­nä­he. Nun müs­sen wir uns wie­der bis zum 6. Febru­ar gedul­den, um den Kome­ten am mond­schein­lo­sen Him­mel im Stern­bild Andro­me­da im Feld­ste­cher auf­zu­spü­ren. Bis Ende Febru­ar zieht der Schweif­stern wei­ter und immer lang­sa­mer wer­dend über den Nacht­him­mel, weil sich sein Erd­ab­stand wie­der ver­grö­ßert, durch die Stern­bil­der Andro­me­da und Per­seus mit wei­ter sin­ken­der Hel­lig­keit auf 7 mag. Ab März hält sich der Komet in der Kas­sio­peia auf und soll­te dann noch bis Mit­te April leicht in klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar blei­ben, bis er schließ­lich im Mai außer Sicht­wei­te gera­ten wird.

Lovejoy Aufsuchkarte

Schein­ba­re Bahn von C/2014 Q2 (Lovejoy) von Anfang Janu­ar bis Ende Febru­ar 2015

Komet C/2014 Q1 (Panstarrs)

Der Komet wur­de am 2. Juli 2014 vom Pan-STARRS 1 Tele­scope auf dem Haleaka­la (Hawaii) als 18 mag hel­les Objekt ent­deckt und kommt am 7. Juli 2015, mit 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Abstand, in Son­nen­nä­he. Es wird erwar­tet, dass er um sein Peri­hel her­um eine Hel­lig­keit von 3 Grö­ßen­klas­sen errei­chen wird. Lei­der ist die Bahn­geo­me­trie extrem ungüns­tig, da er sich stets in der Nähe der Son­ne auf­hält und erst ab Ende Juli 2015, und dann vor allem für Süd­him­mel­be­ob­ach­ter, am Mor­gen­him­mel auf­tau­chen wird. Zu die­sem Zeit­punkt ist sei­ne Hel­lig­keit aber schon auf 6 mag oder dar­un­ter gefal­len. Zum Peri­hel­zeit­punkt befin­det er sich, von der Erde aus gese­hen, sogar hin­ter der Son­ne! Aller­dings ergibt sich even­tu­ell im Juni 2015 ein klei­nes Beob­ach­tungs­fens­ter für Pan­starrs für mit­tel­eu­ro­päi­sche Beob­ach­ter am Mor­gen­him­mel, aller­dings nur bei ent­spre­chend gro­ßer Hel­lig­keit des Kome­ten und dann tief über dem auf­ge­hell­ten Nord­ho­ri­zont. Auf­grund sei­ner Son­nen­nä­he zum Peri­hel­zeit­punkt besteht sogar die Gefahr, dass der Komet aus­ein­an­der­bricht und sich auf­löst, ähn­lich wie wir es beim Komet ISON Ende Novem­ber 2013 erlebt haben.

Komet C/2013 US10 (Catalina)

Der Komet wur­de am 31. Okto­ber 2013 zunächst als Aste­ro­id vom Cata­li­na Sky Sur­vey mit einer Hel­lig­keit von 18,6 mag ent­deckt. Komet Cata­li­na wird am 15. Novem­ber 2015 mit 123 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand zur Son­ne sein Peri­hel durch­lau­fen und schließ­lich ab Ende Novem­ber, mit vor­aus­sicht­lich 4. Grö­ßen­klas­se, im Stern­bild Jung­frau an unse­rem mit­tel­eu­ro­päi­schen Him­mel auf­tau­chen. Soll­te er sei­ne Hel­lig­keits­pro­gno­se ein­hal­ten, ist auch die­ser Schweif­stern ein schö­nes Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Tele­sko­pe und unter einem dunk­len Him­mel sogar mit blo­ßem Auge sicht­bar. In den nach­fol­gen­den Wochen wird der Komet schnell in Rich­tung Nor­den durch die Stern­bil­der Bären­hü­ter, Gro­ßer Bär, Dra­che und Giraf­fe zie­hen und dabei gro­ße Höhen über dem Hori­zont errei­chen. Ab Mit­te Janu­ar wird der Komet schließ­lich zir­kum­po­lar, zieht an der Deich­sel des Gro­ßen Wagen vor­bei wei­ter in Rich­tung Nor­den, und erreicht am 17. Janu­ar, mit 70 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand, die Erd­nä­he. Nach sei­ner Erd­nä­he wird der Komet schnell schwä­cher und soll­te dann im Mai 2016 im Stern­bild Fuhr­mann lang­sam außer Sicht geraten.

Komet C/2012 S1 ISON vor dem Perihel

Komet C/2012 S1 ISON vor dem Perihel

Wichtige Meteorströme des Jahres

Qua­dran­ti­den

Der Radi­ant der Qua­dran­ti­den befin­det sich im Stern­bild Bären­hü­ter. Sie sind vom 1. Janu­ar bis 5. Janu­ar aktiv und besit­zen mitt­le­re Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 41 km/s. Das Maxi­mum von 120 bis 200 Meteo­ren pro Stun­de fin­det in der Nacht vom 3. auf den 4. Janu­ar statt. Lei­der wird der zuneh­men­de Mond das Maxi­mum der Qua­dran­ti­den nach­hal­tig stö­ren, so dass nach Mit­ter­nacht, wenn der Radi­ant schon genü­gend hoch am Him­mel steht, deut­lich weni­ger Stern­schnup­pen sicht­bar sind. Der Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist der Aste­ro­id 2003 EH1, der wahr­schein­lich der Kern des ehe­ma­li­gen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Eta-Aqua­ri­den

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aqua­ri­den am Mor­gen­him­mel sicht­bar, mit einem Maxi­mum von 85 Stern­schnup­pen pro Stun­de am 6. Mai. Da der Radi­ant im Stern­bild Was­ser­mann im Mai nicht sehr hoch über dem Hori­zont steht, machen sich in unse­ren Brei­ten deut­lich weni­ger Meteo­re bemerk­bar, so dass ein süd­li­cher Stand­ort zu bevor­zu­gen ist. In die­sem Jahr stört der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung der Eta-Aqua­ri­den. Mit 66 km/s han­delt es sich um sehr schnell Meteo­re, die auf­grund des nied­ri­gen Radi­an­ten­stan­des lan­ge Leucht­spu­ren zei­gen. Der Ursprungs­kör­per der Eta-Aqua­ri­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley.

Perseid über dem VLT © 2010 ESO/S. Guisard

Perseid über dem VLT © 2010 ESO/S. Guisard

Per­sei­den

Der bekann­tes­te Mete­or­strom des Jah­res sind die Per­sei­den, die aus dem Stern­bild Per­seus zu kom­men schei­nen. Sie tau­chen zwi­schen dem 17. Juli bis 24. August auf und sind vor­ran­gig am spä­ten Abend bis zum Mor­gen­grau­en hin­ein sicht­bar. Das Maxi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te (ZHR) von mehr als 100 Stern­schnup­pen, fin­det in der Nacht vom 12. auf den 13. August statt. Da am 14. August Neu­mond ist, wer­den wir in den vol­len Genuss der Per­sei­den kom­men, die am bes­ten nach Mit­ter­nacht beob­ach­tet wer­den kön­nen. Als Ursprungs­kör­per der 59 km/s schnel­len Meteo­re gilt der peri­odi­sche Komet 109­P/S­wift-Tut­tle.

Gemi­ni­den

Zu den stärks­ten Mete­or­strö­men des Jah­res – auf­grund der kal­ten Wit­te­rung meis­tens rela­tiv unbe­ach­tet – zäh­len die Gemi­ni­den. Der Radi­ant befin­det sich unge­fähr 1° nord­west­lich vom Haupt­stern Kas­tor in den Zwil­lin­gen ent­fernt. Der Mete­or­strom ist zwi­schen dem 7. bis 17. Dezem­ber die gan­ze Nacht über sicht­bar und erzeugt, auf­grund der gerin­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen von 35 km/s, lan­ge, fla­che und zum Teil sehr hel­le Meteor­er­schei­nun­gen. Zum Maxi­mum, in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber, sind bis zu 120 Stern­schnup­pen sicht­bar. In die­sem Jahr fin­det das Maxi­mum zwei Tage nach Neu­mond statt, so dass wir die Gemi­ni­den am dunk­len Him­mel sehr gut beob­ach­ten kön­nen. Als Ursprungs­kör­per der Gemi­ni­den gilt der Aste­ro­id (3200) Pha­e­thon, der ein “erlo­sche­ner Komet” zu sein scheint.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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