Der Sternhimmel im Monat Januar 2013

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Der Lauf des Mondes

Am Neu­jahrs­abend befin­det sich der abneh­men­de Mond im Stern­bild Löwe. Am Mor­gen des 2. Janu­ar kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten in der Nähe von Regu­lus im Löwen auf­fin­den. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 4. Janu­ar befin­det er sich in der Jung­frau. Einen Abend spä­ter kön­nen wir den Halb­mond nahe Spika beob­ach­ten. Am 6. steht unser stil­ler Beglei­ter zwi­schen Spika und Saturn am Mor­gen­him­mel und am 7. Janu­ar hält er sich 4,5 Grad süd­lich von Saturn im Stern­bild Waa­ge auf. Am 9. Janu­ar hat der Mond bereits den Schlan­gen­trä­ger erreicht und steht dann nahe Ant­ares im Skor­pi­on. Am dar­auf­fol­gen­den Mor­gen kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung beob­ach­ten, wenn die­se nörd­lich der Venus und dicht über dem Ost­ho­ri­zont zu fin­den ist. Am 11. Janu­ar ist dann schließ­lich auch die Neu­mond­pha­se erreicht.
Am 12. Janu­ar taucht die schma­le Mond­si­chel im Stern­bild Stein­bock wie­der in der Abend­däm­me­rung auf. Am 13. steht sie schon deut­lich höher und befin­det sie sich nörd­lich unse­res roten Nach­bar­pla­ne­ten Mars. Danach wan­dert der Mond durch das Stern­bild Was­ser­mann. Am 19. kön­nen wir den zuneh­men­den Halb­mond in den Fischen und einen Abend spä­ter im Wid­der beob­ach­ten. Am 21. Janu­ar steht der Mond in der Nähe von Jupi­ter zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stier, im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Am 25. Janu­ar hat er bereits die Zwil­lin­ge erreicht und kann am 27. des Monats als Voll­mond im Stern­bild Krebs auf­ge­fun­den werden.
In den dar­auf­fol­gen­den Aben­den kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten aber­mals in der Nähe von Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. Am letz­ten Tag des Monats befin­det sich der Mond schließ­lich aber­mals im Stern­bild Jungfrau.

Die Planeten

Mer­kur hält sich zu nah bei der Son­ne auf und bleibt den gesam­ten Monat Janu­ar über unsicht­bar. Am 18. Janu­ar steht der flin­ke Pla­net in obe­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Bis Monats­en­de wächst sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn auf 10 Grad an. Erst im Febru­ar ergibt sich dann eine kur­ze Abendsichtbarkeit.

Venus ist zu Jah­res­be­ginn immer noch als ‑3,9 mag hel­ler Mor­gen­stern knapp über dem Süd­ost­ho­ri­zont sicht­bar, rückt lang­sam aber sicher immer wei­ter an die Son­ne her­an. Im Tele­skop erscheint der Pla­net als 11 Bogen­se­kun­den gro­ßes und fast voll­stän­dig beleuch­te­tes Scheib­chen. Der Beleuch­tungs­grad wächst im Lau­fe des Janu­ar von 94% auf 97%. Zu Monats­be­ginn geht unser Schwes­ter­pla­net um 6:39 Uhr auf. Bis Monats­en­de ver­spä­ten sich ihre Auf­gän­ge auf 7:15 Uhr, so dass sie auch auf­grund der immer frü­her ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung, ab dem letz­ten Monats­drit­tel, für das blo­ße Auge unsicht­bar wird. In der Mor­gen­däm­me­rung des 10. Janu­ar kann schließ­lich noch die dün­ne Mond­si­chel nur drei Grad nörd­lich der Venus auf­ge­fun­den werden.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars, recht­läu­fig im Stein­bock, kann zu Monats­be­ginn noch tief über dem west­süd­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf­ge­fun­den wer­den. Am 24. Janu­ar erreicht der Pla­net dann das Peri­hel sei­ner Bahn und steht dann 1,381 AE oder 206,7 Mio. Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Ab 29. Janu­ar wech­selt Mars in das Stern­bild Was­ser­mann. Die Hel­lig­keit des Pla­ne­ten bleibt kon­stant und beträgt 1,2 mag. Die Unter­gän­ge ver­spä­ten sich leicht von anfangs 18:03 Uhr auf 18:22 Uhr. Bis zum Ende des Monats zieht sich der Rote Pla­net dann end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück.

Jupi­ter ist nach sei­ner Oppo­si­ti­on Anfang Dezem­ber ein Para­de­ob­jekt am Abend­him­mel und ein Pla­net für die gesam­te Nacht. Er ist nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel und leuch­tet zunächst als ‑2,7 mag hel­les Objekt nörd­lich von Alde­ba­ran und zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier. Bis Monats­en­de geht sei­ne Hel­lig­keit auf ‑2,5 mag zurück. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft im Lau­fe des Janu­ars von anfangs 47 auf nur noch 43 Bogen­se­kun­den. Am 30. Janu­ar been­det er sei­ne recht­läu­fi­ge Wan­de­rung durch den Stier und wird danach wie­der rück­läu­fig. Damit endet auch sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Rie­sen­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 21:42 Uhr auf 19:38 Uhr. In der Nacht vom 21. auf den 22. Janu­ar befin­det sich der zuneh­men­de Mond süd­lich von Jupiter.

Der Ring­pla­net Saturn ist nach wie vor ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und ver­bes­sert sei­ne Sicht­be­din­gung in der zwei­ten Nacht­hälf­te spür­bar. Er bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Waa­ge und steht schon zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung im Süden. Der 0,8 mag hel­le Pla­net geht am 1. Janu­ar um 2:54 Uhr auf. Am 31. Janu­ar erscheint er bereits um 1:05 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Das Ring­sys­tem ist nun wie­der 19 Grad geöff­net und ein beein­dru­cken­der Anblick im Fern­rohr. Der Äqua­tor­durch­mes­ser des Pla­ne­ten­scheib­chens beträgt 17 Bogen­se­kun­den, der Durch­mes­ser des Ring­sys­tems statt­li­che 40 Bogen­se­kun­den. Am 7. Janu­ar kann man die abneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe von Saturn beobachten.

Ura­nus, recht­läu­fig in den Fischen, kann nur noch kurz nach dem Ende der Abend­däm­me­rung und tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den, bis er rund 1 Stun­de vor sei­nem Unter­gang im Hori­zont­dunst ver­schwin­det. Geht der 6,2 mag hel­le und schein­bar 3,4 Bogen­se­kun­den gro­ße grün­li­che Pla­net zu Beginn des Monats Janu­ar um 23:46 Uhr unter, ver­schwin­det er am Ende des Monats bereits um 21:53 Uhr unter die Horizontlinie.

Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann und ver­sinkt bereits vor Ende der Abend­däm­me­rung unter den Hori­zont. Erfah­re­ne Beob­ach­ter kön­nen den 7,9 mag hel­len und schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßen äuße­ren Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems viel­leicht noch in den ers­ten Janu­ar­ta­gen mit licht­star­ken Opti­ken auf­spü­ren. Die Unter­gän­ge von Nep­tun ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats von anfangs 20:34 Uhr auf 18:42 Uhr..

Der 14 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to bewegt sich durch den Schüt­zen und ist nicht sicht­bar. Erst am 2. Juli 2013 kommt Plu­to wie­der in Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2012 K5 (LINEAR) stand am 31. Dezem­ber in Erd­nä­he und erreich­te eine Hel­lig­keit von 8,5 mag. Bis zum Ende des Monats sinkt die Hel­lig­keit auf nur noch 12 Magnitu­den ab, so dass der Komet nur noch ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe ist. Im Lau­fe des Janu­ar wan­dert der Schweif­stern recht schnell durch die Stern­bil­der Fuhr­mann und Stier und kann dann aber der zwei­ten Monats­hälf­te im Stern­bild Fluss der Unter­welt (Eri­da­nus) auf­ge­fun­den wer­den. In der Nacht vom 3. auf den 4. Janu­ar läuft LINEAR in nur 0,5 Grad süd­li­chem Abstand am offe­nen Stern­hau­fen M 36 vorbei.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres stand am 18. des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist immer noch ein Objekt für die gan­ze Nacht. Der Zwerg­pla­net steht bei Däm­me­rungs­en­de schon hoch im Osten und bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 7,1 mag auf 7,8 mag wie­der zurück. Damit ist Ceres immer noch ein leich­tes Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Tele­sko­pe. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 22:49 Uhr auf 20:34 Uhr.

(2) Pal­las hält sich wei­ter­hin im Stern­bild Wal­fisch auf. Zu Beginn des Monats geht der 9,6 mag hel­le Aste­ro­id um 22:14 Uhr unter. Ende des Monats sinkt der nun 9,7 mag hel­le Him­mels­kör­per bereits um 21:05 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 30. Janu­ar kann Pal­las nur 5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,6 mag hel­len Stern SAO 147464 auf­ge­fun­den werden.

(4) Ves­ta wird am 27. Janu­ar im Stier sta­tio­när und wan­dert dann wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Damit been­det sie auch ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Der Aste­ro­id kann immer noch sehr leicht in Fern­glä­sern, etwas nord­öst­lich von Alde­ba­ran und den Hya­den, auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 6,9 mag auf 7,5 mag. Auch steht Ves­ta immer frü­her im Meri­di­an. Am 1. Janu­ar erreicht sie um 22:03 Uhr und am 31. Janu­ar bereits um 19:54 Uhr ihren höchs­ten Punkt im Süden.

Aste­ro­id Nr. 9 Metis kommt am 1. Janu­ar im Stern­bild Fuhr­mann, an der Gren­ze zu den Zwil­lin­gen, in eine über­aus güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,5 mag. Bis zum Monats­en­de sinkt die­se wie­der auf 9,3 mag ab. Zur Oppo­si­ti­on ist der Aste­ro­id 1,14 AE oder 170 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Metis ver­frü­hen sich von anfangs 0:15 Uhr auf 21:45 Uhr. Am 7. Janu­ar kann Metis nur 3,5 Bogen­mi­nu­ten von 28 Gem (5,4 mag) auf­ge­fun­den wer­den. Am 31. Janu­ar steht sie dann nur 2 Bogen­mi­nu­ten vom 6,7 mag hel­len Stern SAO 78333 entfernt.

(14) Ire­ne wan­dert durch die Jung­frau und wird Ende des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Zu Monats­be­ginn geht Ire­ne um 22:41 Uhr auf und steht um 5:36 Uhr im Süden. Ende Janu­ar geht der Aste­ro­id um 21:02 auf und erreicht bereits um 4:02 Uhr den Meridian.

Meteorströme

Vom 1. bis 6. Janu­ar 2010 sind die Qua­dran­ti­den aktiv, des­sen Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 3. Janu­ar zwi­schen 14 Uhr und 15 Uhr statt und ist nur vom pazi­fi­schen Raum aus sicht­bar. Zum Maxi­mums­zeit­punkt tau­chen bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar noch mehr Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Lei­der stört dies­mal der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung, so dass ohne­hin nur wenig Stern­schnup­pen sicht­bar sind. In Mit­tel­eu­ro­pa beob­ach­tet man bes­ten in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, wenn der Radi­ant genü­gend hoch am Him­mel steht. Gegen Mor­gen kann man dann unge­fähr 20 bis 30 Qua­dran­ti­den pro Stun­de beob­ach­ten. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung der Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besitzen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2013 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir den Gro­ßen Wagen, der ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, nahe­zu senk­recht über dem Nord­ost­ho­ri­zont mit der Deich­sel nach unten. Er wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gert man die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auch auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, des­sen Kas­ten nun die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens herum.
Tief im Nord­wes­ten und links unter­halb des Dra­chens soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch wei­ter höher das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia. Die Zenitge­gend wird aus dem kaum auf­fäl­li­gen Stern­bild der Giraf­fe gebil­det, das nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht und nur unter einem dunk­len Land­him­mel zu erken­nen ist.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Früh­lings­stern­bild Löwe voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­digt vom nahen­den Früh­ling. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Land­him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44). Unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge erschienen.
Hoch im Süd­os­ten ent­de­cken wir die Stern­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dar­un­ter befin­det sich der Klei­ne Hund mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und den Zwil­lin­gen befin­det sich noch der unschein­bar Luchs, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze an der lin­ken Schul­ter und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel am rech­ten Fuß, hat soeben die höchs­te Stel­lung über dem Süd­ho­ri­zont erreicht. Dar­un­ter befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben der Gro­ße Hund, mit dem hel­len Siri­us – der hells­te Stern des irdi­schen Fir­ma­ments. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher den unschein­ba­ren Klei­nen Hund mit sei­nem hel­len Haupt­stern Prokyon.
Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux sowie der Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. In die­sem Stern­bild befin­det sich das zur­zeit hells­te Gestirn am Nacht­him­mel. Dabei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der sich eini­ge Grad ober­halb von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers, befin­det. Die Zenitre­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont herab.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich dar­an anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter­ge­gan­gen. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Dabei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei.
Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den sowie den hel­len Pla­ne­ten Jupi­ter. Rechts unter­halb des Stiers und west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da befin­den sich die Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch im Süd­wes­ten befin­det sich noch halb hoch über dem Hori­zont. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te, hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia, das so genann­te Himmels‑W, lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus steht noch das unschein­ba­re Stern­bild Eidechse.

Mehr Infor­ma­tio­nen und Gra­fi­ken zum aktu­el­len Stern­him­mel fin­det ihr auf die­ser Sei­te.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

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