Der Sternhimmel im Monat August 2012

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats August fin­den wir den Mond im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock. Nur einen Abend spä­ter ist Voll­mond. Der nun wie­der abneh­men­de Mond wan­dert wei­ter durch die Stern­bil­der Was­ser­mann und Fische und wird dabei mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 9. August kön­nen wir ihn schließ­lich als Halb­mond im Stern­bild Wid­der beobachten.
Am Mor­gen des 11. August bil­det unser Erd­tra­bant zusam­men mit Jupi­ter und Alde­ba­ran im Stier ein recht­wink­li­ges Drei­eck. Er befin­det sich dabei zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Nur einen Mor­gen spä­ter fin­den wir ihn nur 2 Grad öst­lich von Jupi­ter. Im Pazifk­raum fin­det zu die­sem Zeit­punkt eine Jupi­ter­be­de­ckung statt, die vom deut­schen Sprach­raum aus lei­der nicht beob­acht­bar ist. Am 14. des Monats steht die schon wie­der dün­ner gewor­de­ne Sichel nur 3 öst­lich des Mor­gen­sterns Venus im Stern­bild Zwil­lin­ge. Davor bedeckt er von Nord­ame­ri­ka aus gese­hen die Venus. Am Mor­gen des 16. August kön­nen wir die dün­ne Mond­si­chel im Stern­bild Krebs dann zum letz­ten Mal dicht über dem Ost­ho­ri­zont auf­spü­ren, bis am 17. des Monats schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist.
Am 20. August kön­nen wir ver­su­chen, die jun­ge Mond­si­chel in der Däm­me­rung tief am west­li­chen Abend­him­mel auf­zu­fin­den. Einen Abend spä­ter steht unser stil­ler Beglei­ter schon etwas höher und befin­det sich west­lich von Spi­ca in der Jung­frau und in der Nähe von Mars und Saturn. Am 22. August bil­det der Mond zusam­men mit den bei­den Pla­ne­ten annä­hernd eine gedach­te Linie. Danach erreicht der Mond das Stern­bild Waa­ge und steht am 24. August nord­west­lich von Ant­ares im Skor­pi­on. Bis zum 2. Voll­mond des Monats (Blue Moon) am 31. August, durch­wan­dert unser Erd­tra­bant aber­mals die Stern­bild Schüt­ze, Stein­bock und Wassermann.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems Mer­kur erreicht am 16. August mit 18°42′ Abstand eine größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Im Vor­mo­nat stand er noch in unte­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ent­fernt sich zu Beginn des Augusts rasch von ihr. Ab 14. des Monats ist er dann am Mor­gen­him­mel sicht­bar. An die­sem Mor­gen geht der 0,3 mag hel­le Mer­kur um 4:13 Uhr Som­mer­zeit auf. Rund eine hal­be Stun­de spä­ter ist er knapp über dem Ost­ho­ri­zont in der Mor­gen­däm­me­rung erkenn­bar. Mer­kur bleibt noch bis zum 29. August sicht­bar und er erscheint um 4:59 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Die Hel­lig­keit ist dann bis auf ‑1,2 mag ange­stie­gen. Bis 6 Uhr ver­blasst er schließ­lich in der zuneh­men­den Mor­gen­däm­me­rung. Am 18. August zeigt sich das 7 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen halb beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum 29. des Monats schrumpft das Scheib­chen auf nur noch 5,5 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad steigt auf 90%.

Venus steht als ‑4,2 mag hel­ler Mor­gen­stern unüber­seh­bar am Ost­him­mel. Am 13. August tritt sie in das Stern­bild Zwil­lin­ge über und steht am 15. des Monats mit 45°48′ in ihrer größ­ten west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Der Pla­net geht am 1. August um 2:11 Uhr Som­mer­zeit auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge kaum. Im Lau­fe des Monats schrumpft ihr Durch­mes­ser von anfangs 30 Bogen­sel­kun­den auf nun­mehr 20 Bogen­se­kun­den. Die Hel­lig­keit geht leicht von anfangs ‑4,6 auf ‑4,3 mag wie­der zurück. Am 14. August besucht der abneh­men­den Mond Venus und Jupi­ter am Mor­gen­him­mel. Die Dicho­to­mie (Halb­ve­nus) tritt am 15. August ein. Bis zum Ende des Monats steigt der Beleuch­tungs­grad schließ­lich auf 58%.

Mars im Stern­bild Jung­frau ist im August noch tief am süd­west­li­chen Abend­him­mel und in der Nähe des Ring­pla­ne­ten Saturn sicht­bar. Aller­dings wird es bis zum Ende des Monats zuneh­mend schwie­ri­ger, unse­ren roten Nach­bar­pla­ne­ten in der Abend­däm­me­rung zu erken­nen. Zu Beginn des Monats sinkt Mars um 22:51 Uhr und zum Ende Monats bereits um 21:25 Uhr Som­mer­zeit unter den Hori­zont. Am 13. des Monats zieht der 1,2 mag hel­le und mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von nur 5,5 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net nur 2 Grad nörd­lich am Haupt­stern Spi­ca vor­bei, wobei sich ein net­ter Farb­kon­trast ergibt. Nur 2 Aben­de spä­ter steht er 2,7 Grad süd­lich von Saturn.

Jupi­ter ist ein Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Mit einer Hel­lig­keit von ‑2,4 mag ist er, neben dem Mor­gen­stern Venus, ein Glanz­stück am Mor­gen­him­mel. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser steigt im Lau­fe des Monats auf gut 39 Bogen­se­kun­den. Des Wei­te­ren ver­la­gert der Rie­sen­pla­net zuneh­mend sei­ne Auf­gän­ge auf die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. des Monats geht Jupi­ter um 0:53 Uhr auf und am 31. bereits um 23:09 Uhr Som­mer­zeit. Am 3. August zieht der Rie­sen­pla­net nur 5 Grad nörd­lich an Alde­ba­ran im Stier vor­bei. In der Nacht vom 11. auf den 12. August kommt der abneh­men­de Mond Jupi­ter sehr nahe.

Der Ring­pla­net Saturn, recht­läu­fig in der Jung­frau, ist eben­falls noch tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont am Abend­him­mel sicht­bar. Zur Mit­te des Monats bil­det der Pla­net zusam­men mit Mars und Spi­ca eine Drei­er­kon­stel­la­ti­on. Die Unter­gän­ge von Saturn ver­frü­hen sich von anfangs 23:21 Uhr auf 21:26 Uhr Som­mer­zeit. Am 17. zieht Mars an Saturn vor­bei und man benö­tigt schon ein Fern­glas, um die bei­den Pla­ne­ten tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont zu erken­nen. Gegen Ende des Monats wird es dann immer schwie­ri­ger, den 0,8 mag hel­len Pla­ne­ten über­haupt in der hel­len Abend­däm­me­rung aufzufinden.

Ura­nus bewegt sich wei­ter rück­läu­fig im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Fische und Wal­fisch und kul­mi­niert erst in der zwei­ten Nacht­hälf­te. Aber erst im Sep­tem­ber erreicht der grün­li­che, 5,7 mag hel­le und schein­bar 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats geht Ura­nus um 22:36 Uhr Som­mer­zeit auf. Ende des Monats erscheint er bereits zwei Stun­den frü­her über der öst­li­chen Horizontlinie.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun erreicht am 24. August mit 7,8 mag Hel­lig­keit im Stern­bild Was­ser­mann die Oppo­si­ti­on und kann dann die ganz Nacht über beob­ach­tet wer­den. Am 1. des Monats geht der schein­bar 2,5 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net um 21:34 Uhr auf und erreicht um 2:43 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Am Tag der Oppo­si­ti­on erfolgt der Auf­gang von Ura­nus bereits um 20:03 Uhr. Er steht dann um 1:10 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an und geht am nächs­ten Mor­gen um 6:13 Uhr wie­der unter. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt 28,98 AE bzw. 4,34 Mrd. Kilometer.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht als 14 mag hel­les Objekt im Stern­bild Schüt­ze und kann in der 2. Nacht­hälf­te dicht über dem süd­li­chen Hori­zont beob­ach­tet werden.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2011 F1 (LINEAR) bewegt sich durch den Bären­hü­ter lang­sam in Rich­tung Süden. Mit einer Hel­lig­keit zwi­schen 11 und 10 mag kann er gegen Ende der Abend­däm­me­rung tief im Wes­ten und in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­spürt werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert recht­läu­fig durch den Stier und ist am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Im Lau­fe des Monats stei­gert der Zwerg­pla­net sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 9,1 auf 8,9 mag. Die Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:30 Uhr Som­mer­zeit auf Mit­ter­nacht. Am 22. August steht Ceres nur 2,5 Bogen­mi­nu­ten vom 6,2 mag hel­len Stern SAO 94478 entfernt.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wird am 9. August im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Fische und Wal­fisch sta­tio­när. Danach wan­dert er wie­der recht­läu­fig in Rich­tung Süden durch den Wal­fisch. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 9,5 auf 8,8 mag. Am 1. des Monats geht Pal­las um 22:43 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 31. August erscheint er bereits um 21:08 Uhr über der öst­li­chen Horizontlinie.

(4) Ves­ta wan­dert recht­läu­fig durch den Stier und kann am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Zu Beginn des Monats geht der 8,3 mag hel­le Him­mels­kör­per um 1:21 Uhr auf. Am letz­ten Tag des Monats erfolgt der Auf­gang der 8,1 mag hel­le Ves­ta schon um 23:54 Uhr Som­mer­zeit. Am 6. August kann man den Pla­ne­to­iden nur 10 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich des Haupt­sterns Alde­ba­ran (0,9 mag) sehr leicht auf­fin­den. Am 22. August steht Ves­ta nur 3,5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,5 mag hel­len Stern SAO 94227 entfernt.

(10) Hygiea kommt am 21. August im Stern­bild Was­ser­mann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,7 mag. Bis Anfang Sep­tem­ber geht die Hel­lig­keit wie­der auf 10 mag zurück. Am 1. August steht Hygiea um 2:39 Uhr im Süden und am 31. bereits um 0:14 Uhr Sommerzeit.

(11) Par­then­ope kann im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den. Zu Beginn des Monats geht der 9,8 mag hel­le Him­mels­kör­per um 22:18 Uhr Som­mer­zeit auf. Ende des Monats erscheint der nun schon 9 mag hel­le Him­mels­kör­per schon zwei Stun­den frü­her über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 3. Sep­tem­ber erreicht Par­then­ope schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Die Hel­lig­keit von (18) Mel­po­me­ne sinkt in der ers­ten August­wo­che wie­der auf unter 10 mag. Sie kann im Stern­bild Schwanz der Schlan­ge beob­ach­tet wer­den und steht zu Beginn des Monats um 22:04 Uhr im Meri­di­an. Ende August erreicht Mel­po­me­ne bereits um 20:10 Uhr Som­mer­zeit ihre höchs­te Stel­lung im Süden.

Meteorströme

Die mil­den und hof­fent­lich auch kla­ren Som­mer­näch­te im August sind prä­de­sti­niert für den bekann­tes­ten Mete­or­strom des Jah­res, die Per­sei­den. Die maxi­ma­le Akti­vi­tät die­ses Mete­or­stroms liegt in die­sem Jahr zwi­schen dem 11. und 13. August. Im güns­tigs­ten Fall sind in den frü­hen Mor­gen­stun­den bis zu 110 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 60 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. In die­sem Jahr fin­det das Maxi­mum aller­dings am 12. August gegen 15 Uhr statt, so dass an die­sem Mor­gen nur noch bis zu 60 Stern­schnup­pen pro Stun­de erkenn­bar sind. Der abneh­men­den Mond stört nach dem Letz­ten Vier­tel eben­falls kaum. Die Meteo­re schei­nen dabei aus einem Gebiet rund 2 Grad öst­lich von Eta Persei zu kom­men, der kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung recht hoch am Him­mel steht. Neben den nor­mal hel­len Stern­schnup­pen gibt es auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re mit bis zu 0 mag Hel­lig­keit und dar­über hin­aus. Der Ursprung der Per­sei­den geht auf den peri­odi­schen Kome­ten 109­P/S­wift-Tut­tle zurück, der eine Umlauf­zeit von 120 Jah­ren besitzt.

Erwäh­nens­wert sind in die­sem Monat noch die Kap­pa-Cyg­n­i­den, deren Radi­ant im Stern­bild Schwan liegt. Die­ser mit rund 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de nicht gera­de rei­che Strom ist vom 3. bis 25. August aktiv, mit einem Maxi­mum, pünkt­lich zur Neu­mond­zeit, in der Nacht vom 17. auf den 18. August. Mit 25 km/s Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit han­delt es sich dabei um eher lang­sa­me Meteo­re, die aller­dings hel­le Exem­pla­re zei­gen kön­nen. Der Radi­ant steht in den Abend­stun­den fast im Zenit. Der Ursprungs­kör­per der Kap­pa-Cyg­n­i­den hat sich ver­mut­lich aufgelöst.

Zwi­schen dem 25. August und 5. Sep­tem­ber sind außer­dem noch die Alpha-Auri­gi­den sicht­bar, deren Maxi­mum am 1. Sep­tem­ber zu erwar­ten ist. Der Radi­ant befin­det sich süd­lich des Sterns Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Mit 6 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de ist die­ser Strom eben­falls nicht sehr aus­ge­prägt. Aller­dings wur­den in der Ver­gan­gen­heit schon Raten zwi­schen 30 und 40 Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. Als Ursprungs­kör­per der Alpha-Auri­gi­den gilt der Komet C/1911 N1 Kiess, der eine Umlauf­zeit von unge­fähr 2500 Jah­ren besitzt. Im Jahr 2007 kam es zu einer engen Pas­sa­ge zwi­schen der Erde und der Umlauf­bahn des Kome­ten, wodurch eine Zeni­tra­te von ca. 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de beob­ach­tet wer­den konnte.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. August 2012 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir die Figur des Gro­ßen Wagens, der ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, noch halb­hoch über dem Nord­west­ho­ri­zont. Sei­ne bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne zei­gen fünf­mal ver­län­gert direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären steigt nun eben­falls wie­der lang­sam her­ab. Immer tie­fer sinkt auch der Dra­che, des­sen ein­präg­sa­mer Kopf jetzt west­lich des Zenits zu fin­den ist und des­sen Kör­per sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um schlän­gelt. Dage­gen steigt rechts ober­halb des Klei­nen Bären das Stern­bild Kepheus immer höher und erreicht im Lau­fe der Nacht schließ­lich die Zenitregion.
Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt nied­rig im Nord­os­ten die hell leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann auf­fäl­lig vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe aller­dings nur schwer aus­zu­ma­chen. Eben­falls im Nord­os­ten ist auch schon der Per­seus voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Noch wei­ter höher ent­de­cken wir schließ­lich noch das W‑förmige Stern­bild der Kassiopeia.

Im Osten

Genau im Osten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat als auf­fäl­ligs­te Figur des nahen­den Herbs­tes. Die Stern­ket­te der Andro­me­da schließt sich unmit­tel­bar öst­lich dar­an an. Dabei gehört der lin­ke obe­re Stern des Pega­sus­qua­drats bereits zum Stern­bild Andro­me­da. In der Andro­me­da befin­det sich auch die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie der Milch­stra­ße, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se kann unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel schon mit blo­ßem Auge erkannt wer­den. Unter­halb des Pega­sus sind die Fische und noch wei­ter im Süd­os­ten bereits der Was­ser­mann über dem Hori­zont erschienen.
Öst­lich der Fische schließt sich auch das Stern­bild Wid­der an, das soeben über dem Ost­ho­ri­zont erschie­nen ist. Zwi­schen Wid­der und Fische befin­det sich noch die ein­präg­sa­me Figur des Stern­bilds Drei­eck. Direkt im Nord­os­ten, öst­lich der Andro­me­da, fin­den wir den Per­seus und direkt dar­über die Kas­sio­peia. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir schließ­lich noch das Stern­bild Kepheus und den Schwan.

Im Süden

Der Süd­him­mel wird nun von der hel­len Som­mer­milch­stra­ße und dem auf­fäl­li­gen Som­mer­drei­eck domi­niert. Gebil­det wird das Drei­eck aus den hel­len Haupt­ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Deneb befin­det sich dabei nahe­zu in Zenitnä­he und über­schrei­tet soeben den Meri­di­an. Die Wega hat ihren Meri­diandurch­gang bereits hin­ter sich. Ata­ir steht nun fast genau im Süden und in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. West­lich der Lei­er schließt sich der Her­ku­les und dar­un­ter der Schlan­gen­trä­ger mit dem Schwanz der Schlan­ge an.
Zwi­schen Schwan und Adler, inmit­ten der Milch­stra­ße gele­gen, erken­nen wir die eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Füchs­chen, Pfeil und unmit­tel­bar öst­lich davon noch Del­phin und Fül­len. Unter einem dunk­len Him­mel fällt unter­halb des Adlers die hel­le Schild­wol­ke, ein hel­le­rer Teil der Milch­stra­ße, im Stern­bild Schild auf. Dar­un­ter ent­de­cken wir den Schüt­zen, der die recht ein­präg­sa­me Form einer Tee­kan­ne besitzt und in dem sich das Zen­trum unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems befin­det. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ste­hen noch eini­ge Ster­ne des Skor­pi­ons. Bli­cken wir auf die gegen­über­lie­gen­de Sei­te des Meri­di­ans, sehen wir den Stein­bock und ein Teil des Stern­bilds Wassermann.

Im Wes­ten

Genau im Wes­ten fällt in nied­ri­ger Höhe der oran­ge leuch­ten­de Stern Ark­tur auf. Er ist der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter. Der Bären­hü­ter sel­ber besitzt annä­hernd die Form eines Kin­der­dra­chens, an des­sen lin­ker obe­rer Ecke sich das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne anschließt. Ober­halb davon erkennt man auch den Her­ku­les und unter­halb die­ser bei­den Stern­bil­der steht der Kopf der Schlan­ge, der vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­wes­ten getra­gen wird.
Rechts vom Bären­hü­ter im Nord­wes­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens. Dar­über befin­det sich der lang gezo­ge­ne Kör­per des Dra­chen, des­sen auf­fäl­li­ger und annä­hernd rau­ten­för­mi­ger Kopf sich noch in der Nähe des Zenits auf­hält. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens ent­de­cken wir die Jagd­hun­de und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont das Haar der Bere­ni­ke. Auf Grund der hori­zont­na­hen Stel­lung ver­schwin­den die schwa­chen Ster­ne die­ses Stern­bilds aller­dings schon im Horizontdunst.

Mehr Infor­ma­tio­nen und Gra­fi­ken zum aktu­el­len Stern­him­mel fin­det ihr auf die­ser Sei­te.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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