Zum Thema Lichtverschmutzung

Blick in Richtung Stadtzentrum von LübbenDie Licht­ver­schmut­zungs­de­bat­te erregt in eini­gen Krei­sen momen­tan mal wie­der die Gemü­ter. So sind in den bei­den größ­ten deutsch­spra­chi­gen Astro­no­mie-Foren Astrotreff.de und Astronomie.de zum Jah­res­wech­sel gan­ze Threads zum The­ma ver­schwun­den. Der Aus­lö­ser waren Bei­trä­ge, die dem Licht­künst­ler Oli­ver Bien­kow­ski kri­ti­sier­ten, der mit sei­nem Unter­neh­men mas­siv die Licht­wer­bung pro­pa­giert. Den Grund für die­se Art von Selbst­zen­sur kann man hier auf Jan Hat­ten­bachs Blog „Him­mels­lich­ter“ nachlesen.

Nun bin ich auch, durch mein Hob­by begrün­det, kein Freund der so genann­ten „Licht­kunst“. Vor kur­zem habe ich einen Über­sichts­ar­ti­kel hier im Blog ver­öf­fent­licht und mich auch schon im Sci­Fi-Forum, wo ich eben­falls sehr aktiv bin, lei­den­schaft­lich dar­über aus­ge­las­sen. Schließ­lich kam ich zur der Erkennt­nis, dass die Pro­ble­ma­tik der zuneh­men­den Licht­ver­schmut­zung in brei­ten Bevöl­ke­rungs­schich­ten offen­bar nicht ernst genom­men wird und mit zum Teil faden­schei­ni­gen Argu­men­ten – die eher von Igno­ranz spre­chen – ver­harm­lost wird. Dabei ist die Zunah­me der Licht­ver­schmut­zung auf Bil­dern von Erd­be­ob­ach­tungs­sa­tel­li­ten, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten gewon­nen wur­den, belegt und die Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt wis­sen­schaft­lich nachgewiesen.

Mitt­ler­wei­le gibt es recht umfang­rei­che Quel­len zum The­ma Licht­ver­schmut­zung. Und auch die Medi­en sind in letz­ter Zeit zuneh­mend auf den Zug auf­ge­sprun­gen und haben mit­un­ter recht kri­ti­sche Arti­kel abge­lie­fert. Hier folgt also eine kur­ze Zusam­men­stel­lung von Links, die das Pro­blem der Licht­ver­schmut­zung, nicht nur im Zusam­men­hang mit der Astro­no­mie, näher beleuchten.

Vor kur­zem las ich in Jan Hat­ten­bachs und Flo­ri­an Frei­stät­ters Blog, dass das Insti­tut für Jour­na­lis­tik der TU Dort­mund einen 16 minü­ti­gen Kurz­film mit dem Titel „Die Zer­stö­rung der Nacht“ ver­öf­fent­licht hat, der sehr gut das Kern­pro­blem der Licht­ver­schmut­zung auch für den Lai­en ver­ständ­lich macht.

Inter­na­tio­na­le und natio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen kämp­fen eben­falls gegen die zuneh­men­de Auf­hel­lung des Him­mel. So kann man sich bei der Dark Sky Awar­ness, der Inter­na­tio­nal Dark-Sky Asso­cia­ti­on, der Initia­ti­ve gegen Licht­ver­schmut­zung und Dark Sky Switz­er­land (DSS) zeit­nah zum The­ma infor­mie­ren. Um sich einen Über­blick zu ver­schaf­fen und auch die Öffent­lich­keit zu sen­si­bi­li­sie­ren, sind ver­schie­de­ne Pla­ka­te sowie Bro­schü­ren und ande­re Publi­ka­tio­nen zum Down­load frei­ge­ge­ben. Die Kuff­ner Stern­war­te in Öster­reich betreibt ein Pro­jekt das zum Ziel hat, Ster­ne zu zäh­len, um damit die Hel­lig­keit des Nacht­him­mels an ver­schie­de­nen Orten zu mes­sen. Das Gute dar­an ist, dass sich hier jeder aktiv betei­li­gen und mit­ma­chen kann. In eine ähn­li­che Pre­sche schlägt auch „GLOBE at Night“.

Menschengemachte Lichtverschmutzung © NOAA

Was vie­le nicht wis­sen, dass es vor kur­zem sogar eine Peti­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag gab, in der ein bun­des­wei­tes Gesetz zur Ein­däm­mung der Licht­ver­schmut­zung gefor­dert wur­de, mit einem eher ent­täu­schen­den Ergeb­nis. Und auch die Grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on hat sich in einem Posi­ti­ons­pa­pier dem The­ma gewidmet.

Die Licht­ver­schmut­zung ist und bleibt ein rele­van­tes The­ma, obwohl von eini­gen Mit­men­schen das Gegen­teil behaup­tet wird. So exis­tie­ren recht aus­sa­ge­kräf­ti­ge Arti­kel in der deut­schen und eng­li­schen Wiki­pe­dia. Wei­te­re Arti­kel sind im Spie­gel, im Tages­spie­gel, bei Spek­trum direkt, Wis­sen­schaft Online und bei Natio­nal Geo­gra­phic erschie­nen. Emp­feh­lens­wert sind auch eini­ge Pod­cast des Deutsch­land­funks in der Rubrik DRa­dio Wis­sen (Neue Lam­pen braucht das Land, Tod an der Stra­ßen­la­ter­ne, Es wird nie dun­kel in Bel­gi­en).

W wie Wis­sen“ im Ers­ten, Bay­ern 2 und Arte hat­ten im Jahr 2009 eben­falls Sen­dun­gen dem The­ma Licht­ver­schmut­zung pro­du­ziert. Und auch in den Sci­en­ce­B­logs ist die Licht­ver­schmut­zung stets präsent:

Licht­ver­schmut­zung – ein öko­lo­gi­sches Problem
Mit LED-Lam­pen Ener­gie sparen
Licht­ver­schmut­zung – Eine klei­ne Bibliographie
Online­quell­ver­zeich­nis zum The­ma Lichtsmog
Boden­leuch­ten und die Lichtverschmutzung
Teka­po – Das ers­te astro­no­mi­sche Schutzgebiet
Ein Lichts­mog-Rund­gang durch Wernigerode
Öko­lo­gi­sche Aus­wir­kun­gen von Stra­ßen­be­leuch­tung an Flussufern
Video: 3Sat nano über Lichtsmog
Bericht vom Fach­ge­spräch Licht­ver­schmut­zung der Grü­nen Bundestagsfraktion
Inter­es­san­te Lichts­mog-Foli­en­sät­ze und ein „Strah­len­an­griff“ auf Wernigerode
Die Lichts­mog-Mess­ge­rä­te sind da!
GLOBE at Night: Beob­ach­tet Orion!
Licht­ver­schmut­zung sel­ber messen!
Wie vie­le Ster­ne sehen wir noch?

Licht im Wan­del der Zeit“, als wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­ti­on, nimmt sich sich eben­falls dem The­ma an. Und auch Oekospkop, als Fach­zeit­schrift für Ärz­te, beschäf­tig­te sich in einer eige­nen Aus­ga­be mit den Aus­wir­kun­gen künst­li­cher Beleuch­tung nicht nur auf den Men­schen. Der Natur­schutz­bund Deutsch­land (NABU) hat ein Pro­jekt zur öko­lo­gi­schen Stadt­be­leuch­tung auf sei­ner Web­sei­te ver­öf­fent­licht, was Schu­le machen soll­te. Des Wei­te­ren beleuch­tet die Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Green­peace den nega­ti­ven Ein­fluss von Licht auf Tie­re.

Und in Kür­ze: Was ist Licht­ver­schmut­zung?, Licht­ver­schmut­zung – Wie die Nacht zum Tag wird, The­ma Licht­ver­schmut­zung, Tonis Astro­sei­ten – Licht­ver­schmut­zung, Das Ende der Nacht

Natür­lich hat das Inter­net zu unse­rem The­ma noch mehr zu bie­ten. Für wei­te­re inter­es­san­te Links und Quel­len bin ich sehr dankbar. 🙂

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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