Astro Info für Palm

Lese­zeit: 3 Minu­ten

Jah­re­lang sta­gnier­te die Wei­ter­ent­wick­lung des Pro­gramm. Mitt­ler­wei­le wird die Soft­ware, die unter der GNU Gene­ral Public Lizenz (GPL) ange­bo­ten wird, von Alex­an­der Pruss wei­ter­ent­wi­ckelt. Das Pro­gramm erfor­dert aber eini­ge Ein­ar­bei­tungs­zeit. Lei­der exis­tiert auch kei­ne deut­sche Sprach­da­tei, so dass Eng­lisch­kennt­nis­se erfor­der­lich sind. Astro Info ist auch einer der weni­gen Pla­ne­ta­ri­um-/Ephe­me­ri­den­pro­gram­me für den Palm, die kos­ten­los ange­bo­ten wer­den. Dabei wer­den die wich­ti­gen Basis­in­for­ma­tio­nen zu Ster­nen, Deep Sky Objek­ten und Pla­ne­ten ange­zeigt. Gleich­zei­tig kön­nen die Objek­te auf einer Stern­kar­te in Echt­zeit oder für jeden ande­ren Zeit­punkt dar­ge­stellt werden. 

Funktionen und Features des Programms in Kurzform

- Anzei­ge aller 8 Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems inkl. Pluto
– Son­ne und Mond
– über 860000 Ster­nen bis zur 11. Größenklasse
– Deep Sky Objek­te (Mes­sier, NGC, IC, Ben­nett, Cald­well, Coll­in­der, SAC)
– alle 88 Stern­bil­der inkl. Sternbildlinien
– Stern­kar­ten sind zoom­bar und frei beweglich
– Anzei­ge der Daten der Objek­te in Echt­zeit bzw. für die Ver­gan­gen­heit und Zukunft
– Auf‑, Tran­sit- und Unter­gangs­zei­ten für alle Objekte
– Mondphasen
– Anzei­ge von Rekt­aszen­si­on, Dekli­na­ti­on, Höhe und Azi­mut aller Objekte
– Nacht­mo­dus (rote Ster­ne auf schwar­zem Grund)
– Anzei­ge der Win­kel­di­stanz zwi­schen zwei Objekten
– Anzei­ge von Tel­rad und Okulargesichtsfelder
– frei ein­stell­ba­re Far­ben für Objekte

Installation

Das Down­load­pa­cket der neus­ten Ver­si­on umfasst ca. 14 MB und kann ent­we­der direkt über Sourceforge.net (alte Ver­si­on bis v3.0, 860 KB) oder bei Freeware-palm.com (Ver­si­on v3.10N vom 23.01.09) kos­ten­los her­un­ter­ge­la­den wer­den. Auf der Sourceforge.net Down­load­sei­te exis­tiert sogar eine deut­sche Ver­si­on des Programms.
Der Inhalt des ZIP-Archivs ist recht umfang­reich, wobei die Stern­da­ten­ban­ken zah­len­mä­ßig den größ­ten Umfang ein­neh­men. Unglück­li­cher­wei­se las­sen sich die Daten­ban­ken nicht auf eine exter­ne Spei­cher­kar­te aus­la­gern, so dass alle Datei­en mit­tels Hot­sync in den Haupt­spei­cher des Palms instal­liert wer­den müs­sen. Das ist beson­ders für die­je­ni­gen User ärger­lich, die über nicht so viel RAM-Spei­cher verfügen. 🙁

Verwendung

Um alle Funk­tio­nen die­ses Pro­gramms zu beschrei­ben, wür­de den Rah­men die­ses Arti­kel spren­gen. Des­halb beschrän­ke ich mich hier auf die wich­tigs­ten Funk­tio­nen in Kurzform:

Nach der Instal­la­ti­on wird am Bes­ten zuerst der Beob­ach­tungs­ort ein­ge­stellt. Wenn die Orts­da­ten­bank instal­liert ist, kann der Ort auch aus einer Lis­te aus­ge­wählt wer­den. Andern­falls gibt man den Namen, die Zeit­zo­ne und die geo­gra­fi­schen Koor­di­na­ten ein.
Unter „Opti­ons“ wer­den das Datums- und Zeit­for­mat, die Steue­rung der Hard­ware­tas­ten, Kata­log- und Pla­ne­ta­ri­ums­an­zei­ge sowie die Far­ben der ein­zel­nen Objek­te eingestellt.
Unter dem Stich­punkt „Cata­log“ kann der Anwen­der nach ein­zel­nen Objek­ten in der Daten­bank suchen. Das Objekt kann dann aus­ge­wählt und in der Pla­ne­ta­ri­ums­an­sicht, inklu­si­ve wei­te­ren Infor­ma­tio­nen wie Koor­di­na­ten, Höhe und Azi­mut sowie Auf- und Unter­gangs­zei­ten, ange­zeigt werden.
Unter dem Punkt „Solar Sys­tem“ liest man Auf‑, Tran­sit- und Unter­gangs­zei­ten von Son­ne, Mond und den gro­ßen Pla­ne­ten ab. Ein fett­ge­druck­ter Ein­trag gibt an, ob das Objekt zum frag­li­chen Zeit­punkt über dem Hori­zont steht. Auch hier las­sen sich die Him­mels­kör­per des Son­nen­sys­tems in der Pla­ne­ta­ri­ums­an­sicht darstellen.
Ein klei­ner Mond­pha­sen­ka­len­der, mit dem pro­zen­tua­len Anteil der Beleuch­tung, wird unter dem Punkt „Lunar Pha­se“ ausgegeben.
Die Pla­ne­ta­ri­ums­an­sicht unter dem Punkt „Sky Map“ in der Menü­leis­te, kann frei bewegt und natür­lich auch gezoomt wer­den. Je nach Grenz­grö­ße und Umfang der Ster­nen­da­ten­bank, wer­den unter­schied­lich vie­le Ster­ne in den ein­zel­nen Zoom­stu­fen ange­zeigt. Die Him­mels­kör­per unse­res Son­nen­sys­tems wer­den bei hoher Ver­grö­ße­rung als Scheib­chen und mit der kor­rek­ten Pha­sen­ge­stalt dar­ge­stellt. Lei­der las­sen sich die ver­schie­de­nen Typen der Deep Sky Objek­te nicht von­ein­an­der unter­schei­den und erschei­nen nur als Punk­te (und nicht als Sym­bo­le) auf dem Bildschirm.

Wei­te­re Fea­tures sind ein Nacht­mo­dus (rote Ster­ne auf schwar­zem Grund), die Anzei­ge ver­schie­de­ner Zeit­for­ma­te (Julia­ni­sches Datum, GST, Stern­zeit), eige­ne Objekt­lis­ten, ein Rech­ner für Teil­krei­se und die Anzei­ge von Gesichts­feld­li­ni­en wie Oku­la­re und Tel­rad­krei­se. Hat der Palm Zugang zum Inter­net, las­sen sich im Pro­gramm Bil­der der Objek­te und wei­te­re Infor­ma­tio­nen über einen exter­nen Web­brow­ser anzeigen.

Fazit: Wer kein Geld für ein Pla­ne­ta­ri­um­s­pro­gramm aus­ge­ben möch­te, die Ein­ar­bei­tungs­zeit nicht scheut und in sei­nem Palm viel RAM-Spei­cher zur Ver­fü­gung hat, ist mit die­ser Soft­ware bes­tens bedient. Wer nicht so viel Spei­cher und einen Palm älte­rer Bau­art besitzt, kann auch die älte­re Ver­si­on instal­lie­ren, die nicht ganz so umfang­reich ist.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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