Spiegelreinigung meines Newton-Teleskops

Lese­zeit: 10 Minu­ten

Vor der Spie­gel­rei­ni­gung habe ich mich immer gefürch­tet und habe es aus die­sem Grund immer ver­drängt und es auf dem­zu­fol­ge immer wei­ter hin­aus gezö­gert. Nach 9 Jah­ren inten­si­ver Tele­skop­be­nut­zung muss­te ich mich auch mal dem Schmutz beu­gen. Denn der Haupt­spie­gel mei­nes 8 Zoll f/6 GSO-Dob­son konn­te, auf­grund von mas­si­ven Pol­len- und Staub­ab­la­ge­run­gen, nicht mehr sei­ne voll­stän­di­ge Leis­tung zei­gen. Um hel­le Ster­ne hat­te ich mit ziem­li­cher Regel­mä­ßig­keit immer eine Art Hof, der das Bild im Oku­lar trüb­te. Auch Pla­ne­ten- und Deep-Sky-Beob­ach­tun­gen waren nicht mehr so kon­trast­reich wie kurz nach dem Kauf des Tele­skops im Jah­re 2006. Des­halb hat­te ich mich ent­schie­den, in mei­nem Urlaub zum ers­ten Mal eine Spie­gel­rei­ni­gung durch­zu­füh­ren. Gleich­zei­tig wur­de der Fang­spie­gel gerei­nigt, da die­ser eben­falls ziem­lich mit­ge­nom­men aussah.

Equipment zur Spiegelreinigung

Equip­ment zur Spiegelreinigung

Was wird für die Reinigung benötigt?

Natür­lich infor­mier­te ich mich im Inter­net, wel­che Mate­ria­li­en benö­tigt wer­den, um den Spie­gel mög­lichst scho­nend zu rei­ni­gen. Das Wich­tigs­te ist, dass es mög­lichst kon­takt­los geschieht. Um Kalk- und Was­ser­fle­cken zu ver­mei­den, soll­te auf destil­lier­tes bzw. demi­ne­ra­li­sier­tes Was­ser zurück­ge­grif­fen wer­den, das mit eini­ge Trop­fen Spül­mit­tel und even­tu­ell Iso­pro­pa­nol ver­setzt wird. Das Iso­pro­pa­nol (99,95 %) besorg­te ich mir bei Ebay recht güns­tig für 0,80 €/100 mL. Es reicht natür­lich auch, 70% Iso­pro­pa­nol aus der Apo­the­ke zu ver­wen­den. Nicht rück­fet­ten­des Spül­mit­tel (Fit) und einen 5 Liter Kanis­ter demi­ne­ra­li­sier­te Was­ser besorg­te ich im Super­markt. Des Wei­te­ren muss­te noch eine pas­sen­de Schüs­sel und ein Behält­nis zum Mischen der Flüs­sig­kei­ten besorgt werden.

  • 1 oder 2 Kanis­ter demi­ne­ra­li­sier­tes Was­ser (5 L)
  • 1 Fla­sche Ori­gi­nal Fit Spülmittel
  • Iso-2-Pro­pa­nol (99,95% oder 70%) (1 L)
  • rei­ne ste­ri­le Augen­wat­te (50 g) aus der Apotheke
  • Kunst­stoff­wan­ne (Haupt­spie­gel) + Tup­per­do­se (Fang­spie­gel)
  • Mess­be­cher
  • Klinex oder Küchenkrepp
  • 1 gro­ßes Badetuch
  • Gum­mi­hand­schu­he oder Baum­woll­hand­schu­he (bes­ser!)
  • Werk­zeug + Blasebalg
  • Filmdose/Chesire und/oder Justierlaser

Reinigung

Markierung Spiegelzelle - Tubus

Mar­kie­rung zwi­schen Spie­gel­zel­le und Tubus

1. Ausbau des Hauptspiegels

Als ers­tes wird der Tubus des Tele­skops auf eine wei­che und siche­re Unter­la­ge gelegt (in die­sem Fall mei­ne Couch) und die Posi­ti­on der Falz­naht des Tubus im Bezug zur Spie­gel­zel­le mar­kiert. Das erleich­tert dann spä­ter den Ein­bau der Spie­gel­zel­le nach der Rei­ni­gung. Die Schrau­ben, die die Spie­gel­zel­le mit dem Tubus ver­bin­den, wer­den mit einem pas­sen­den Schrau­ben­dre­her gelöst und am bes­tens in eine Scha­le abge­legt, damit die­se nicht ver­lo­ren gehen. Nun kann die Spie­gel­zel­le vor­sich­tig aus dem Tubus gescho­ben wer­den. Nun sehen wir die Spie­gel­zel­le mit­samt dem Haupt­spie­gel, inklu­si­ve der Mit­ten­mar­kie­rung, vor uns lie­gen und kön­nen die Ver­schmut­zung (meist Staub und Pol­len) gut erken­nen. Auf mei­nem Spie­gel hat sich in den Jah­ren auch eini­ge Spinn­we­ben abge­la­gert. Nun kommt ein ers­ter heik­ler Teil des Aus­baus, wo wir eine ruhi­ge Hand benö­ti­gen: die Ent­fer­nung der drei Spie­gel­hal­te­run­gen die den Spie­gel auf die Spie­gel­zel­le fixieren.

Der stark verschmutzte Hauptspiegel

Der stark ver­schmutz­te Haupt­spie­gel in sei­ner Spie­gel­zel­le vor der Reinigung

Markierung Hauptspiegel - SpiegelzelleZu aller erst mar­kie­ren wir mit einem Edding den Rand Spie­gel sowie die Spie­gel­zel­le, damit wir den Spie­gel in der vor­her­ge­hen­den Posi­ti­on exakt genau so wie­der ein­bau­en kön­nen. Nun wer­den die Schrau­ben, die die Hal­te­rung auf den Spie­gel drü­cken, vor­sich­tig gelöst und dar­auf acht gege­ben, dass der Schrau­ben­dre­her nicht abrutscht. Vor­her schau­en wir uns an, wie fest die Schrau­ben ein­ge­dreht wur­den – meis­tens nur ganz leicht hand­fest. Das ist wich­tig, damit wir spä­ter die Schrau­ben nicht zu fest anzie­hen, wenn wir den Spie­gel nach der Rei­ni­gung wie­der auf die Spie­gel­zel­le mon­tie­ren. Wich­tig auch hier, dass die Ein­zel­tei­le in ein Scha­le gesam­melt wer­den, damit nichts ver­lo­ren geht. Nun kön­ne wir den Haupt­spie­gel vor­sich­tig aus der Spie­gel­hal­te­rung herausheben.

Halteklammern

Hal­te­klam­mern fixie­ren den Hauptspiegel

2. Spülung des Hauptspiegels

Der ausgebaute Hauptspiegel mit der SpiegelzelleBevor man den Haupt­spie­gel in das Spül­be­cken bzw. in eine Wan­ne legt, soll man die­se gründ­lich rei­ni­gen, so dass kei­ne Sand­körn­chen evtl. den Spie­gel ver­krat­zen kön­nen. Des Wei­te­ren habe ich das Spül­be­cken mit einem gro­ßen Bade­tuch aus­ge­legt, damit das gute Stück auch weich liegt. Um den Dreck anzu­wei­chen, habe ich mir eine eige­ne Lösung „Opti­cal Won­der“ gemixt. Dazu neh­me ich eine Pumpfla­sche und fül­le die­se mit 7/10 Iso­pro­pa­nol auf. Hin­zu kommt 3/10 destil­lier­tes Was­ser und ein Trop­fen Spül­mit­tel. Der Haupt­spie­gel wird hori­zon­tal in das Spül­be­cken gelegt und des­sen Ober­flä­che mit der Lösung kräf­tig benetzt. In der Zwi­schen­zeit wird eine Lösung aus 100 ml Iso­pro­pa­nol und 900 ml demi­ne­ra­li­sier­ten Was­sers ange­rührt und die­se mit einem Sprit­zer Spül­mit­tel versetzt.

Dusche des Hauptspiegels

Der Haupt­spie­gel wird mit einem kräf­ti­gen Was­ser­strahl abegduscht

Nach ca. 5 Minu­ten Ein­weich­zeit kann der Haupt­spie­gel, den wir etwas schräg stel­len,  mit einem kräf­ti­gen und lau­war­men Was­ser­strahl aus der Brau­se abge­spült wer­den. Das ent­fernt den ers­ten  gro­ben Schmutz sowie Staub­kör­ner, die die Ober­flä­che beschä­di­gen könn­ten. Danach wird der Haupt­spie­gel in die Kunst­stoff­wan­ne gelegt und mit unse­rer ange­rühr­ten Lösung über­gos­sen. Die Wan­ne soll­te ca. einen Dau­men­breit über den Rand des Spie­gels auf­ge­füllt wer­den. Den Spie­gel jetzt ca. 2 Stun­den (oder auch län­ger) ein­wei­chen las­sen und ab und zu die Wan­ne schwen­ken, damit sich der Dreck auch mecha­nisch löst.

Einweichung des Hauptspiegels

Der Haupt­spie­gel wird in einer Lösung aus destil­lier­tem Was­ser, Iso­pro­pa­nol und Spü­li eingeweicht

3. Ausbau und Spülung des Fangspiegels

Ausbau des FangspiegelsWir dre­hen den Tubus um und lösen leicht die 3 Jus­ta­ge­schrau­ben an der Spin­ne. Nun kön­ne wir vor­sich­tig die mitt­le­re Kreuz­schrau­be her­aus­dre­hen (den Fang­spie­gel fest­hal­ten, damit die­ser nicht nach unten fällt). Den Spie­gel mit­samt sei­ner Fas­sung, der gro­ßen Schrau­be inklu­si­ve der metal­le­nen Unter­leg­schei­be mit­samt der Feder von der Spin­ne ent­fer­nen. Nun hal­ten wir die Fas­sung mit dem Fang­spie­gel in unse­ren Hän­den. Der Fang­spie­gel mei­nes GSO Dob­son wird an der Fas­sung mit einer Klam­mer fixiert, die wir jetzt vor­sich­tig los geschraubt, damit auf der Ober­flä­che kei­ne Krat­zer ent­ste­hen. Es benö­tigt schon etwas Fum­mel­ar­beit, um den Fang­spie­gel aus der Fas­sung zu bekom­men, da die­ser doch recht stramm sitzt. Auch die­ser Spie­gel hat in den Jah­ren ziem­lich gelit­ten was man vor allem im Gegen­licht sehr gut betrach­ten kann. Beson­ders an den Rän­dern des Spie­gels befin­den sich Kon­dens­was­ser­fle­cken . Nun wird der Fang­spie­gel eben­falls mit der Wun­der­mit­tel-Lösung besprüht, um den gro­ben Schmutz anzu­wei­chen sowie eine Lösung im sel­ben Mischungs­ver­hält­nis wie wei­ter oben ange­rührt. Nach­dem wir den Fang­spie­gel abge­braust haben, kommt die­ser auch für min­des­tens 2 Stun­den in das Wasserbad.

Der Fangspiegel in seiner Fassung

Der Fang­spie­gel in sei­ner Fassung

4. Reinigung und Wartung des Tubus

Weil nun alle opti­schen Ele­men­te aus­ge­baut sind, kann der Tubus von Pol­len und Staub gerei­nigt wer­den. Dafür ver­wen­de ich einen Zwif­fer­stab und wische die Innen­sei­te sowie die Fang­spie­gel­stre­ben damit ab. Staub und Pol­len soll­ten nun ent­fernt sein. Nun über­prü­fe ich, ob die Schrau­ben, die die Höhen­rä­der an den Tubus fixie­ren, sich in den Jah­ren nicht gelo­ckert haben und fest sit­zen. Auch die Schrau­ben des Oku­lar­aus­zug wer­den über­prüft. Den Abstand der ein­zel­nen Spin­nen­glie­der zum Rand des Tubus über­prü­fe ich eben­falls. Denn die Fang­spie­gel­hal­te­rung muss genau mit­tig im Tubus sit­zen (das Off­set kann bei f/6 ver­nach­läs­sigt wer­den). Gege­be­nen­falls muss an den außen lie­gen­den Schrau­ben der Ver­stre­bun­gen gedreht wer­den, um den Abstand zum Tubus­rand zu verändern.

5. Zweite Spülung & Kontaktreinigung bei grobem Schmutz
Fangspiegel im Wasserbad

Der Fang­spie­gel wird in der Rei­ni­gungs­lö­sung eingeweicht

Nach den 2 Stun­den Ein­weich­zeit ent­neh­men wir die Spie­gel aus den Behält­nis­sen und betrach­ten die Ober­flä­che. Oft ist es not­wen­dig, die Spie­gel einem zwei­ten oder drit­ten Spül­gang zu unter­zie­hen. Oft sitzt der Pol­len ziem­lich fest, beson­ders nach 9 Jah­ren Gebrauch, und lässt sich nicht ohne wei­te­res kon­takt­los ent­fer­nen. Für den Haupt­spie­gel rüh­ren wir eine wei­te­re Lösung an und gie­ßen das ers­te Was­ser aus der Wan­ne weg. Wir hal­ten ihn schließ­lich noch ein­mal unter die Brau­se. Nun befül­len wir die Wan­ne mit der Rei­ni­gungs­lö­sung aber­mals und legen den Spie­gel hin­ein. Nun kommt die ste­ri­le Augen­wat­te ins Spiel. Die Wat­te besteht zu 100% aus Baum­wol­le und ent­hält kei­ner­lei Ver­un­rei­ni­gun­gen. Wir neh­men uns ein gro­ßes Stück Wat­te, zie­hen es leicht aus­ein­an­der und legen die­se vor­sich­tig an den obe­ren Rand des Haupt­spie­gels. Die Wat­te muss dabei voll­stän­dig mit Was­ser benetzt sein. Nun zie­hen wir vor­sich­tig und ohne Druck ein­mal den Haupt­spie­gel von oben nach unten ab. Die Pol­len lan­den dabei in der Wat­te und müs­sen jetzt mit­samt der Wat­te ent­sorgt wer­den. Manch­mal wird es not­wen­dig, die­se Pro­ze­dur zu wie­der­ho­len.  Wich­tig ist aber so wenig wie nötig. Mit dem Fang­spie­gel wird ähn­lich ver­fah­ren wie mit dem Hauptspiegel.
Am bes­ten bau­en wir den Fang­spie­gel als ers­tes in den Tubus wie­der ein. Nach­dem der Fang­spie­gel aus dem Bad mit unse­rer Lösung genom­men wur­de, wird die­ser im Spül­be­cken schräg gestellt und mit reich­lich destil­lier­ten Was­ser abge­spült. Ein­zel­ne gro­ße Was­ser­trop­fen kön­nen nun mit einem Bla­se­balg von der Ober­flä­che gebla­sen wer­den. Des Rest des Was­ser sau­gen wir mit der Spit­ze eines Klinex-Taschen­tuchs auf und ver­mei­den es mög­lichst, die Ober­flä­che des Spie­gels zu berühren.

6. Einbau und Vorjustage des Fangspiegels
Der gereinigte Fangspiegel

Der gerei­nig­te Fangspiegel

Nun sieht unser Spie­gel fast wie­der aus wie neu aus. Even­tu­ell sind jetzt noch ein­zel­ne Fle­cken sicht­bar, die optisch aber kei­ner­lei Aus­wir­kung haben. Das kom­pli­zier­tes­te ist es aber – wie in mei­nem Fall – den Fang­spie­gel wie­der in die Fas­sung zu bekom­men. Beson­ders das Fixie­ren mit der Klam­mer gestal­te­te sich als ner­ven­auf­rei­ben­de Fum­mel­ar­beit, die bei am Ende mit einem klei­nen Krat­zer auf der Ober­flä­che belohnt wur­de. Die Schrau­be, die die Klam­mer an der Fas­sung fixiert, nicht zu fest zie­hen, da es sonst zur Ver­span­nung kom­men kann. Für die gan­ze Pro­ze­dur benut­zen wir am bes­ten tal­k­um­freie Gum­mi­hand­schu­he oder bes­ser Baum­woll­hand­schu­he, um Fin­ger­ab­drü­cke auf der soeben gerei­nig­ten Spie­gel­ober­flä­che zu ver­mei­den. Nun kön­ne wir die Fang­spie­gel­fas­sung mit­samt der Feder, der Unter­leg­schei­be und der Fixier­schrau­be wie­der an die Spin­ne montieren.
Der Fang­spie­gel soll­te nun so gedreht und in sei­ner Höhe ver­stellt wer­den, dass er mit­tig und rund im Oku­lar­aus­zug erscheint. Zur Beur­tei­lung der Lage kön­nen wir eine durch­bohr­te Film­do­se oder das Che­si­re-Oku­lar­ver­wen­den. Am bes­ten ach­tet man dar­auf, dass die drei Jus­ta­ge­schrau­ben an der Fang­spie­gel­hal­te­rung den glei­chen Abstand zur Spie­gel­hal­te­rung haben. So liegt Fas­sung plan auf und man ver­mei­det eine eine Ver­kip­pung des Fang­spie­gels. Die Län­ge der drei Jus­ta­ge­schrau­ben hab eich mit einer Schie­be­leh­re nach­ge­mes­sen. Die mitt­le­re Schrau­be wird jetzt so weit ange­zo­gen, dass sich die Fang­spie­gel­fas­sung noch dre­hen lässt aber sicher fixiert ist.

7. Letzte Spülung und Einbau des Hauptspiegels
Spülung des Hauptspiegels

Spü­lung des Haupt­spie­gels mit destil­lier­ten Wasser

Nun wird unser Haupt­spie­gel aus dem Bad genom­men und im schrä­gen Win­kel, dass er nicht umfal­len kann, in das Spül­be­cken gestellt. Mit dem rest­li­chen demi­ne­ra­li­sier­ten Was­ser wird jetzt die Ober­flä­che über­gos­sen, damit auch die letz­ten Res­te der Lösung ent­fernt wer­den. Das meis­te Was­ser soll­te hier ein­fach von der Ober­flä­che abper­len. Gro­be Trop­fen kön­nen wie­der mit einem Bla­se­balg von der Ober­flä­che weg­ge­bla­sen. Die rest­li­chen Trop­fen wer­den wie­der mit der Spit­ze eines Klinex vor­sich­tig auf­ge­saugt. Auch hier soll­te man nicht zu pin­ge­lig sein. Res­te von Pol­len oder leich­te Schlie­ren las­sen wir am bes­ten auf der Ober­flä­che, da sie eben­falls optisch kei­ne sicht­ba­ren Aus­wir­kun­gen haben. Und bloß nicht mit einer hel­len Lam­pe den Spie­gel anleuch­ten – nicht dass man am Ende doch noch dem Putz­wahn erliegt. Mein Spie­gel sah nach die­ser Pro­ze­dur jeden­falls aus wie neu.

Der gereinigte Hauptspiegel

Der gerei­nig­te Hauptspiegel

Befestigte Halteklammer mit SpaltDer Haupt­spie­gel wird jetzt wie­der in die Haupt­spie­gel­fas­sung gelegt und mit den Hal­te­run­gen fixiert. Die vor­her ange­zeich­ne­te Mar­kie­run­gen hilft uns, ihn wie­der in die rich­ti­ge Posi­ti­on zu mon­tie­ren. Vor­sicht: Die Schrau­ben nicht zu fest anzie­hen son­dern am bes­ten mit den Fin­gern anzie­hen, damit der Spie­gel nicht ver­spannt oder schlim­mer, ein Muschel­bruch ent­steht. Wich­tig ist auch kon­zen­triert zu arbei­ten. Denn nichts ist ärger­li­cher, als wenn man abrutscht und die Spit­ze des Schrau­ben­dre­hers auf der Spie­gel­ober­flä­che lan­det. Vom Abstand her soll­ten zwi­schen Hal­te­rung und Spie­gel­ober­flä­che noch ein Blatt Papier pas­sen. Dann ist der Spie­gel in sei­ner Fas­sung auch garan­tiert nicht ver­spannt. Nun wird die Spie­gel­fas­sung, mit­samt dem Haupt­spie­gel, wie­der in den Tubus mon­tiert. Wir ach­ten dabei auf die von uns gemach­te Mar­kie­rung an der Spie­gel­zel­le und dem Tubus­falz. Bei­de müs­sen zur Deckung gebracht wer­den. Die Fas­sung wird jetzt mit den Schrau­ben fixiert, so dass die­ser nicht mehr her­aus­fal­len kann.

Justage

Damit das Tele­skop wie­der sei­ne opti­ma­le Leis­tung zei­gen kann, müs­sen alle opti­schen Kom­po­nen­ten zuein­an­der jus­tiert werden.

Zuerst über­prü­fen wir aber­mals die Posi­ti­on des Fang­spie­gels im Oku­lar­aus­zug. Die­ser muss zen­trisch und mög­lichst rund erschei­nen (Film­do­se). Nun kommt das Che­si­re-Oku­lar ins Spiel. Ich dre­he den Fang­spie­gel so, so dass das Kreuz des Che­si­re und die Spie­ge­lung der Mit­ten­mar­kie­rung des Haupt­spie­gels mög­lichst in die Mit­te gebracht wird. Nun ver­wen­de ich einen jus­tier­ten (!) Jus­tier­la­ser. Die­se ste­cke ich in den Oku­lar­aus­zug und ach­te dar­auf, dass die­ser nicht ver­kippt. Der Laser­punkt soll­te mög­lichst den Rand der Mit­ten­mar­kie­rung auf dem Haupt­spie­gels tref­fen. Wenn das nicht der Fall ist, dre­he ich den Fang­spie­gel noch etwas in sei­ner Ach­se und zie­he danach die mitt­le­re Schrau­be des Fang­spie­gels vor­sich­tig an. Wich­tig: Der Laser­punkt darf sich nicht wie­der her­aus bewe­gen. Nun dre­he ich an den drei Stell­schrau­ben des Fang­spie­gels, bis der Laser­punkt genau die Mit­te der Mit­ten­mar­kie­rung trifft. Der Fang­spie­gel ist nun auf den Haupt­spie­gel aus­ge­rich­tet. Zum Abschluss soll­te der Laser­punkt wie­der in die Mit­te des Jus­tier­la­sers zurück reflek­tiert wer­den. Zu die­sem Zweck dre­he ich an den Jus­ta­ge­schrau­ben des Haupt­spie­gels bis es passt. Die opti­schen Kom­po­nen­ten sind nun alle jus­tiert. Um eine Ver­span­nung der opti­schen Kom­po­nen­ten aus­zu­schlie­ßen, wird das Tele­skop an einem mit­tel­hel­len Stern bei ca. 100facher Ver­grö­ße­rung getes­tet. Das unschar­fe Ster­nen­scheib­chen soll­te intra- und extra­fo­kal exakt rund erschei­nen. Erscheint es eckig, ist ver­mut­lich der Haupt­spie­gel oder der Fang­spie­gel ver­spannt. Wenn das der Fall ist, müs­sen die bei­den Spie­gel wie­der aus­ge­baut und die Fixier­schrau­ben etwas gelo­ckert wer­den. Anschlie­ßend wird neu jus­tiert und aber­mals am Stern getestet.

Fazit

Der gereinigte Hauptspiegel

Der gerei­nig­te Haupt­spie­gel in sei­ner Fassung

Ich hat­te bei mei­nem Tele­skop das Glück, dass mei­ne opti­schen Kom­po­nen­ten nicht ver­spannt waren. Die Ster­nen­scheib­chen sahen exakt rund aus. Auch hat­te ich den Ein­druck, dass sich die Abbil­dung spür­bar ver­bes­sert hat, da nun kein Streu­licht mehr an hel­len Objek­ten erkenn­bar war. Die Spie­gel­rei­ni­gung war also ein vol­ler Erfolg, obwohl der Fang­spie­gel an der Stel­le der Klam­mer einen klei­nen Krat­zer davon­ge­tra­gen hat. Das ist aber kon­struk­ti­ons­be­dingt. Denn bei genaue­rem Hin­se­hen, hat­te der Fang­spie­gel schon ab Werk in Chi­na die­se Macke. Ein klei­ner Krat­zer hat aber kei­ner­lei Aus­wir­kung auf die Abbil­dung. Eine Neu­be­le­gung der opti­schen Kom­po­nen­ten wird sowie­so irgend­wann mal fäl­lig wer­den, wenn man nicht vor­her sein Tele­skop ver­kauft, um was grö­ße­res anzu­schaf­fen. Zur Not wird halt der Fang­spie­gel getauscht, wenn es einem stört, weil die­ser recht güns­tig für unter 50€ zu bekom­men ist. Jeden­falls wer­de ich die Spie­gel­rei­ni­gung nun alle 2 bis 3 Jah­re durch­füh­ren aber spä­tes­tens dann, wenn sich Staub und Pol­len in der Abbil­dung wie­der nega­tiv bemerk­bar machen.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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