Der Sternhimmel im Monat Juni 2012

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Der Lauf des Mondes

Zu Monats­be­ginn befin­det sich der Mond im Stern­bild Jung­frau und eine Nacht spä­ter in der Waa­ge. Am 3. des Monats fin­den wir den nun fast vol­len Mond in der Nähe von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. Am nächs­ten Tag ist schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht und in Aus­tra­li­en und dem Pazi­fik­raum kann eine par­ti­el­le Mond­fins­ter­nis beob­ach­tet wer­den. Von Deutsch­land aus ist die­se Mond­fins­ter­nis lei­der unsichtbar.
Nach dem Juni-Voll­mond wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze, Stein­bock und Was­ser­mann und wird dabei mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 11. des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond schließ­lich in den Fischen und Mit­te des Monats im Stern­bild Wid­der. Nach­dem der Mond auch den Wid­der pas­siert hat, kön­nen wir zum letz­ten Mal die schma­le Mond­si­chel in der Mor­gen­däm­me­rung des 17. Juni im Stern­bild Stier auf­spü­ren, dicht über dem Ost­nord­ost­ho­ri­zont. Nur 2,5 Grad von der Sichel ent­fernt befin­det sich auch der Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Am 19. Juni ist dann auch die Neu­mond­pha­se erreicht. 
Am Abend des 22. Juni kön­nen wir ver­su­chen, die jun­ge Mond­si­chel dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont im Stern­bild Krebs zu ent­de­cken. Danach wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter durch den Krebs und den Löwen und befin­det sich am 26. Juni in der Nähe unse­res roten Nach­bar­pla­ne­ten Mars im Stern­bild Jung­frau. Der zuneh­men­de Halb­mond steht am nächs­ten Abend sowie einen Abend dar­auf nahe Spi­ca und Saturn. Am vor­letz­ten und letz­ten Abend des Monats kann unser Erd­tra­bant aber­mals im Stern­bild Waa­ge auf­ge­fun­den werden.

Die Planeten

Ab der Monats­mit­te ist Mer­kur am Abend­him­mel sicht­bar und kommt am 1. Juli mit 23°45′ in eine größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Geüb­te Beob­ach­ter kön­nen am 11. Juni ver­su­chen, den ‑0,7 mag hel­len Pla­ne­ten gegen 22:15 Uhr Som­mer­zeit tief über dem nord­west­li­chen Hori­zont auf­zu­spü­ren. Er befin­det sich dabei rund 5 Grad über dem Hori­zont. Mer­kur geht an die­sem Abend um 22:52 Uhr unter. Die bes­te Sicht­bar­keit liegt zwi­schen dem 16. und 22. Juni. Auf­grund der hel­len Däm­me­rung sucht man Mer­kur am bes­ten mit einem Fern­glas auf. Bis zum 22. Monats ver­spä­ten sich die Unter­gän­ge auf 23:03 Uhr. Die Hel­lig­keit geht auf 0,0 mag zurück. Am 25. Juni wird man den 0,1 mag hel­len Pla­ne­ten dann zum letz­ten beob­ach­ten kön­nen. Er sinkt an die­sem Abend um 22:59 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. An die­sem Tag tritt auch die Halb­pha­se, die so genann­te Dicho­to­mie, des 7,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen Mer­kur­scheib­chen ein. Des Wei­te­ren läuft der Pla­net am 20. nur 5 Grad süd­lich an Pol­lux in den Zwil­lin­gen vorbei.

Am 5./6. Juni kommt unser Schwes­ter­pla­net Venus in eine unte­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Sie zieht an die­sem Tag – übri­gens zum letz­ten Mal in die­sem Jahr­hun­dert – als schwar­zes Pla­ne­ten­scheib­chen von 58 Bogen­se­kun­den Durch­mes­ser vor der Son­nen­schei­be vor­über und erreicht mit 0,289 AE bzw. 43,2 Mio. Kilo­me­ter auch die gerings­te Ent­fer­nung zur Erde. Weil der Venus­tran­sit in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni zwi­schen 00:10 bis 6:50 Uhr Som­mer­zeit (vom Erd­mit­tel­punkt aus gese­hen) statt­fin­det, ist von Deutsch­land aus lei­der nur das Ende des Venus­durch­gangs kurz nach Son­nen­auf­gang zu beob­ach­ten. Nach ihrer unte­ren Kon­junk­ti­on kann man die Venus dann ab dem letz­ten Monats­drit­tel dicht über dem Nord­ost­ho­ri­zont am Mor­gen­him­mel aufspüren.Sie hält sich dann im Stern­bild Stier in der Nähe von Jupi­ter und zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den auf. Am 20. Juni geht der Pla­net um 3:51 Uhr auf. Bis Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 3:17 Uhr Som­mer­zeit. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs ‑4,4 mag auf ‑4,6 mag leicht an.

Unser roter Nach­bar Mars wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Löwen und ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te. Am 21. Juni wech­selt Mars schließ­lich ins Stern­bild Jung­frau. Im Lau­fe des Monats sinkt er immer tie­fer in Rich­tung Hori­zont her­ab. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt von anfangs 0,5 auf 0,9 mag. Der Durch­mes­ser des Mars­scheib­chens geht auf 6,6 Bogen­se­kun­den zurück. Am 1. Juni geht Mars um 2:10 Uhr unter. Am 30. Juni sinkt der Pla­net bereits um 0:31 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Horizontlinie.

Jupi­ter stand Mit­te Mai in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und soll­te als ‑2,1 mag hel­les Gestirn gegen Ende des Monats tief im Osten in der Mor­gen­däm­me­rung auf­tau­chen. Er steht dabei nur 5 Grad ober­halb der Venus. Der Rie­sen­pla­net bewegt sich recht­läu­fig durch den Stier und erreicht zum Monats­en­de das Gol­de­ne Tor der Eklip­tik zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Jupi­ter geht am 15. Juni um 3:32 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 2:43 Uhr Som­mer­zeit. Am 17. des Monats begeg­net die schma­le Mond­si­chel Jupi­ter und Venus.

Saturn im Stern­bild Jung­frau, knapp 5 Grad nörd­lich von Spi­ca, rutscht im Juni wei­ter in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. Der Pla­net wan­dert immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch das Stern­bild und wird ab 26. Juni schließ­lich sta­tio­när. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Hel­lig­keit geht um 0,2 mag leicht zurück und beträgt dann Ende Juni nur noch 0,7 mag. Er wird mehr und mehr ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und geht zu Beginn des Monats um 3:25 Uhr unter. Ende des Monats erfolgt sein Unter­gang bereits um 1:29 Uhr Som­mer­zeit. Am 28. Juni kön­nen wir den zuneh­men­den Mond in der Nähe von Saturn und Spi­ca aufspüren.

Ura­nus wird in die­sem Monat am Mor­gen­him­mel sicht­bar und wan­dert immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig durch den Wal­fisch. Der grün­li­che, schein­bar 3,4 Bogen­se­kun­den gro­ße und 5,8 mag hel­le Pla­net kann ab der Monats­mit­te kurz vor Beginn der Däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Am 15. des Monats geht Ura­nus um 1:44 Uhr auf. Bis zum 30. ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 0:42 Uhr Sommerzeit.

Nep­tun im Stern­bild Was­ser­mann wird am 5. Juni sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Unter guten Sicht­be­din­gun­gen kann man unge­fähr ab der Monats­mit­te nach dem 7,9 mag hel­len und schein­bar 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßen Pla­ne­ten am Mor­gen­him­mel Aus­schau hal­ten. Am 15. Juni geht der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems um 0:40 Uhr Som­mer­zeit auf. Am letz­ten Tag des Monats erfolgt sein Auf­gang bereits zwei Stun­den früher.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kommt am 29. Juni im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann als 14 mag schwa­cher Licht­punkt inmit­ten eines rei­chen Milch­stra­ßen­fel­des beob­acht­bar. Mit einer Hel­lig­keit von 14 mag ist Plu­to aller­dings nur ein Objekt für gro­ße Tele­sko­pe. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Plu­to um 20:49 Uhr auf und erreicht um 1:10 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Am nächs­ten Mor­gen ver­schwin­det er schließ­lich wie­der um 5:27 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Der Abstand zwi­schen Erde und Zwerg­pla­net beträgt zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt 31,24 AE bzw. 4,67 Mrd. Kilometer.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Sicht­bar­keit des Kome­ten C/2009 P1 Garr­add neigt sich in die­sem Monat ihrem Ende ent­ge­gen. Der Komet hält sich im Stern­bild Krebs auf und sei­ne Hel­lig­keit sinkt bis Monats­en­de auf unter 11 mag. Außer­dem wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, ihn auf­grund des schrump­fen­den Win­kel­ab­stands zur Son­ne und der hel­len Som­mer­näch­te mit mitt­le­ren Tele­sko­pen aufzuspüren.

Der zir­kum­po­la­re Komet C/2011 F1 (LINEAR) befin­det sich im Stern­bild Bären­hü­ter und soll­te mit rund 11 mag schon in mitt­le­ren Tele­sko­pen ab 15 cm Öff­nung sicht­bar sein.

Der kur­pe­ri­odi­sche Komet 29P/­Sch­was­s­mann-Wach­mann zeigt oft Hel­lig­keits­aus­brü­che, die ihn auf bis zu 10 mag Hel­lig­keit brin­gen kön­nen. Zur­zeit ist der Komet im süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Jung­frau mit rund 14 mag nur in sehr gro­ßen Tele­sko­pen beobachtbar.

(18) Mel­po­me­ne wird in die­sem Monat wie­der hel­ler als 10 mag und befin­det sich zunächst im Stern­bild Schild. Ab der Monats­mit­te wech­selt der Klein­pla­net in den Schwanz der Schlan­ge. Am 24. Juni kommt Mel­po­me­ne schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,4 mag. Der Him­mels­kör­per erreicht auch immer frü­her den Meri­di­an. Am 1. Juni steht der 9,9 mag hel­le Aste­ro­id um 3 Uhr im Süden und Ende des Monats bereits um 0:34 Uhr Som­mer­zeit. Am 10. Juni kann man (18) Mel­po­me­ne nur 5 Bogen­mi­nu­ten vom 6,6 mag hel­len Stern SAO 142326 ent­fernt und am 18. des Monats nur 10 Bogen­mi­nu­ten von SAO 142229 (6,6 mag) auffinden.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Her­ku­li­den aktiv. Sie gehen auf den Kome­ten 73P/­Sch­was­s­mann-Wach­mann zurück und erzeu­gen nur 2 Meteo­re pro Stun­de. Die Geschwin­dig­keit der Teil­chen beträgt dabei nur 15 km/s. Das Maxi­mum der Tau-Her­ku­li­den wird am 2. Juni erwar­tet. Der Radi­ant steht in unse­ren Brei­ten und zum Maxi­mums­zeit­punkt fast im Zenit. In Zukunft – ins­be­son­de­re in den Jah­ren 2022 und 2049 – könn­te es aber zu höhe­ren Raten kommen.

Seit 1966 wer­den zwi­schen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyri­den beob­ach­tet. Ihr Akti­vi­täts­ma­xi­mum erreicht der Mete­or­strom am 16. Juni. Gewöhn­lich wer­den kaum mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de regis­triert, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 1996 kam es aber auch schon zu einer höhe­ren Rate. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Lei­er – nur weni­ge Grad vom Haupt­stern Wega ent­fernt – und steht dem­zu­fol­ge im Juni sehr hoch am Him­mel. Ein Ursprungs­ko­met ist noch nicht bekannt.

Die Juni-Booti­den sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stam­men vom kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke. Das Maxi­mum wird in die­sem Jahr in der Nacht vom 26. zum 27. Juni erwar­tet. Aller­dings ist die Zeni­tra­te varia­bel und so gering, dass sie in der Regel kaum auf­fällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der Radi­ant steht aber in Zenitnä­he und dem­zu­fol­ge sehr hoch am Him­mel. Trotz­dem lohnt sich eine Beob­ach­tung, da der Strom in ver­schie­de­nen Jah­ren Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­te. So stieg im Jahr 1998 die Zeni­tra­te für kur­ze Zeit auf 100 Meteo­re pro Stun­de und im Jahr 2004 auf 50 Meteo­re pro Stun­de an. Zur Maxi­mums­nacht steht auch der zuneh­men­de Mond am Abend­him­mel recht güns­tig und nied­rig über dem Hori­zont, so dass er die Beob­ach­tung kaum stört. Die Teil­chen der Juni-Booti­den erzeu­gen mit 18 km/s extrem lang­sa­me Spu­ren. Somit las­sen sich die Teil­chen des Stroms sehr gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unterscheiden.

Die eklip­ti­ka­len Meteo­re der Ant­he­lionquel­le (nach älte­ren Quel­len als Sagi­ta­ri­iden bezeich­net) sind im gesam­ten Monat aktiv. Auf­grund der gerin­gen Höhe des Aus­strah­lungs­punk­tes über dem Hori­zont sind im Durch­schnitt aber nur ein bis zwei Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen liegt um 30 km/s.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Juni 2012 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens, der ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, die höchs­te Stel­lung im Zenit schon längst über­schrit­ten und steigt nun wie­der lang­sam zum Nord­west­ho­ri­zont her­ab. Die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens fünf­mal ver­län­gert zei­gen auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist der letz­te Deich­sels­tern des Klei­nen Bären, des­sen Wagen­kas­ten sich jetzt ziem­lich genau auf 12 Uhr Posi­ti­on und somit in sei­ner höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont befin­det. Dar­über erkennt man ein Teil des Stern­bilds Dra­che. Der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Dra­chen, rechts ober­halb des Wagen­kas­tens gele­gen, wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls zum Zenit hin aufsteigen.
In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, in dem man die Form eines Haus­da­ches erah­nen kann. Dar­un­ter befin­det sich die Kas­sio­peia, die die Form des Buch­sta­bens „W“ besitz und auch als Himmels‑W bekannt ist. Sie hat ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on schon längst über­schrit­ten. Hin­ge­gen hat das Stern­bild Per­seus gera­de sei­ne nied­rigs­te Stel­lung erreicht und befin­det sich nun genau über dem Nord­ho­ri­zont. Eben­falls in hori­zont­nä­he und west­lich des Per­seus gele­gen fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns ste­hen noch die schwa­chen aber unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraffe.

Im Osten

Der Osten wird jetzt vom impo­san­ten Som­mer­drei­eck domi­niert, das sich in hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. Es wird durch die drei hel­len Ster­ne Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Genau zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen unschein­ba­ren Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Das Band unse­rer Hei­mat­ga­la­xie, die Milch­stra­ße, ver­läuft mit­ten durch das Som­mer­drei­eck hin­durch von links oben kom­mend zum süd­öst­li­chen Hori­zont her­ab. Unter einem dunk­len und trans­pa­ren­ten Land­him­mel, sowie bei guter Hori­zont­sicht im Süd­os­ten, soll­te man auch schon die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild erken­nen können.
Ober­halb Som­mer­drei­ecks ent­de­cken wir das Stern­bild Her­ku­les und einen Teil des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Unter­halb des Som­mer­drei­ecks sind auch schon die klei­nen Stern­bil­der Fül­len und Del­phin über dem Hori­zont erschie­nen. Im Nord­os­ten gehen schon die ers­ten Ster­ne des Stern­bilds Pega­sus auf. Dar­über erkennt man das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter höher im Nord­os­ten den Kepheus.

Im Süden

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Süden hat das Stern­bild Bären­hü­ter, mit sei­nem auf­fäl­lig hell und oran­ge erschei­nen­den Haupt­stern Ark­tur, den Süd­punkt schon längst über­schrit­ten. Links dane­ben befin­det sich das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne, die gera­de den Meri­di­an pas­siert. Noch wei­ter in Rich­tung Osten steht der Her­ku­les, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt errei­chen wird. Nun ist auch die bes­te Zeit, den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 im Her­ku­les zu beob­ach­ten, der sich etwas unter­halb vom rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les befin­det. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist die­ser sogar als blas­ser Licht­fleck mit blo­ßem Auge zu erkennen.
Unter­halb des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne steht der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­os­ten getra­gen wird. Unter­halb der Schlan­ge geht gera­de die Waa­ge durch den Meri­di­an. Links dane­ben erkennt man den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Skor­pi­on, mit sei­nem röt­lich fun­keln­den Haupt­stern Ant­ares. Halb­hoch im Süd­wes­ten ste­hen noch die Gala­xien­ge­bie­te des Stern­bilds Jung­frau, mit der hel­len Spi­ca. In der Jung­frau befin­det sich zur­zeit auch der Ring­pla­net Saturn, der sich genau ober­halb von Spi­ca auf­hält und sich noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on befindet.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun lang­sam aber sicher die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der. Der mäch­ti­ge Löwe nähert sich jetzt immer wei­ter dem West­ho­ri­zont. Unter­halb des Löwen­kör­pers, an der Gren­ze zur Jung­frau, befin­det sich noch unser roter Nach­bar­pla­net Mars, der aber in der nächs­ten Stun­de im Hori­zont­dunst ver­schwin­den wird. Auch der unschein­ba­re Krebs, west­lich des Löwen­kop­fes, ist schon nahe­zu im Hori­zont­dunst ver­schwun­den. Dicht über dem Nord­west­ho­ri­zont fun­keln noch die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mun­ter vor sich hin.
Hoch im Süd­wes­ten steht der Bären­hü­ter, mit dem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Rechts dane­ben befin­det sich noch in güns­ti­ger Beob­ach­tungs­po­si­ti­on das Stern­bild Gro­ßer Bär. Unter­halb der Wagen­deich­sel des Gro­ßen Bären ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bil­de der Jagd­hun­de und noch wei­ter tie­fer das Haar der Bere­ni­ke. Unter­halb des Haar der Bere­ni­ke befin­det sich die Jung­frau mit dem Ring­pla­ne­ten Saturn. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ver­schwin­den gera­de die bei­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Rabe und Becher.

Mehr Infor­ma­tio­nen und Gra­fi­ken zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf die­ser Sei­te.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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