Der Sternhimmel im Monat Januar 2011

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Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel 11,5 Grad süd­öst­lich der Venus in der Mor­gen­däm­me­rung beob­ach­ten. Am 2. Janu­ar befin­det sie sich nur 6 Grad süd­west­lich von Mer­kur. Aller­dings sind hier ein Fern­glas und opti­ma­le Sicht­be­din­gun­gen erfor­der­lich, um bei­de Gestir­ne dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont zu ent­de­cken. Nur 2 Tage spä­ter ist dann auch die Neu­mond­pha­se erreicht. Am Mor­gen des 4. Janu­ar fin­det eine tie­fe par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die auch von Deutsch­land aus sicht­bar ist. Die Son­ne, die vom Neu­mond bedeckt wird, geht teil­wei­se schon ver­fins­tert auf.
Am 5. Janu­ar kön­nen wir ver­su­chen, die nun wie­der zuneh­men­de und 31 Stun­den alte Mond­si­chel in der frü­hen Abend­däm­me­rung auf­zu­fin­den. Der Mond wan­dert danach wei­ter durch die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann und steht am 10. Janu­ar nur 6 Grad nörd­lich von Jupi­ter. Anschlie­ßend durch­läuft er nach­ein­an­der die Stern­bil­der Fische und Wid­der und befin­det sich am frü­hen Abend des 15. Janu­ar nur 3 Grad süd­öst­lich der Ple­ja­den im Stier. Nach­dem der Mond die Stern­bil­der Stier und Zwil­lin­ge hin­ter sich gelas­sen hat, steht der Voll­mond am 19. des Monats im Stern­bild Krebs. 
In der Nacht vom 21. auf den 22. Janu­ar läuft unser Erd­tra­bant nur 5 Grad süd­lich an Regu­lus im Löwen vor­bei und wird danach mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 25. Janu­ar kön­nen wir ihn in der Nähe von Saturn und Spi­ca in der Jung­frau beob­ach­ten. Der Mond bil­det mit den bei­den Gestir­nen ein annä­hernd recht­wink­li­ges Drei­eck und eine Nacht spä­ter eine hüb­sche Drei­er­ket­te. Am 29. Janu­ar kön­nen wir die Mond­si­chel in der Nähe von Ant­ares im Skor­pi­on beob­ach­ten. Am 30. Janu­ar steht die sehr dün­ne Sichel des abneh­men­den Mon­des aber­mals süd­öst­lich des hel­len Mor­gen­sterns Venus. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt hier nur 4 Grad.

Die Planeten

Mer­kur ist zu Jah­res­be­ginn am Mor­gen­him­mel sicht­bar und kommt am 9. Janu­ar, mit einem Abstand von 23,3°, in sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Am 4. Janu­ar zeigt sich das 7,4 Bogen­se­kun­den gro­ße und ‑0,1 mag hel­le Mer­kur­scheib­chen im Fern­rohr zur Hälf­te beleuch­tet. Bis zum 20. des Monats schrumpft sein Durch­mes­ser auf 5,7″. Der Beleuch­tungs­grad nimmt hin­ge­gen zu und beträgt dann 80%. Am 1. Janu­ar geht Mer­kur um 6:27 Uhr auf. Etwa 20 Minu­ten spä­ter kann man ver­su­chen, den inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont zu ent­de­cken. Nach dem 10. Janu­ar wird es dann immer schwie­ri­ger, Mer­kur frei­äu­gig auf­zu­fin­den. Am 17. Janu­ar erscheint der Pla­net erst um 6:45 Uhr über der Hori­zont­li­nie. Danach wird man ver­geb­lich nach Mer­kur Aus­schau hal­ten. Am Monats­letz­ten steht der Pla­net mit 0,467 AE oder 69,8 Mio. km im Aphel sei­ner Bahn.

Venus stand im Vor­mo­nat im größ­ten Glanz und ist auch im Janu­ar strah­len­der Mor­gen­stern. Am 8. Janu­ar erreicht sie mit gut 47° Win­kel­ab­stand ihre größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Zu Beginn des Monats erscheint die ‑4,5 mag hel­le Venus im Tele­skop 27 Bogen­se­kun­den groß und zur Hälf­te beleuch­tet. Bis zum Ende des Monats steigt ihr Beleuch­tungs­an­teil auf gut ¾ des Venus­scheib­chens. Gleich­zei­tig nimmt ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser ab und beträgt dann nur noch 20″. Auf­grund der immer frü­her ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung ver­kürzt sich ihre Sicht­bar­keit über dem süd­öst­li­chen Hori­zont um gut eine Stun­de. Am 1. geht die Venus um 4:09 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­spä­ten sich die Auf­gän­ge um eine knap­pe drei­vier­tel Stunde.

Mars wan­dert recht­läu­fig durch den Schüt­zen und wech­selt am 15. des Monats in den Stein­bock. Er steht mit der Son­ne am Tag­him­mel und ist dem­zu­fol­ge nicht beob­acht­bar. Im nächs­ten Monat steht der rote Pla­net dann in Kon­junk­ti­on mit der Sonne.

Jupi­ter ist bei Ein­bruch der Dun­kel­heit immer noch als ‑2,3 mag hel­les Objekt am Abend­him­mel sicht­bar und wan­dert recht­läu­fig durch die Fische. Am 2. Janu­ar nähert er sich dem äuße­ren Pla­ne­ten Ura­nus bis auf 34 Bogen­mi­nu­ten an. Bis zum Monats­en­de geht die Hel­lig­keit des schein­bar 37 Bogen­se­kun­den gro­ßen Jupiter­scheib­chens wie­der leicht auf ‑2,2 mag zurück. Durch die immer spä­ter ein­set­zen­de Dun­kel­heit ver­kürzt Jupi­ter auch sei­ne Sicht­bar­keit spür­bar. Am 1. Janu­ar ver­sinkt der Rie­sen­pla­net um 23 Uhr und am 31. Janu­ar bereits um 21:32 Uhr unter die Horizontlinie.

Saturn bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig durch das Stern­bild Jung­frau und erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung bereits den Meri­di­an. Am 27. kommt er zum Still­stand, setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an und wan­dert anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig durch den Tier­kreis. Erst Anfang April 2011 kommt der Ring­pla­net in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann die gan­ze Nacht über sicht­bar. Im Janu­ar ist der Pla­net aber immer noch ein Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te. Zu Beginn des Monats erscheint er um 0:47 Uhr und Ende Janu­ar bereits um 22:48 Uhr über der Hori­zont­li­nie. Die Hel­lig­keit nimmt von anfangs 0,8 auf 0,6 mag leicht zu. Im Tele­skop zeigt sich der Ring 10 Grad geöff­net, mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 40 Bogensekunden.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und kann noch am Abend­him­mel beob­ach­tet wer­den. Er hält sich zu Beginn des Monats nur eine Voll­mond­brei­te nörd­lich von Jupi­ter auf, der gut als Auf­such­hil­fe für den 5,9 mag hel­len und schein­bar 3,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen Pla­ne­ten die­nen kann. Zu Beginn beträgt ihr gegen­sei­ti­ger Abstand unge­fähr ein hal­bes Grad. Gegen Ende des Monats ist der Abstand wie­der auf 3 Grad ange­wach­sen. Die Unter­gän­ge von Ura­nus ver­frü­hen sich von anfangs 23:04 Uhr auf 21:12 Uhr.

Der 8,0 mag hel­le äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun wan­dert recht­läu­fig an der Gren­ze der Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann und been­det in die­sem Monat sei­ne Sicht­bar­keits­pe­ri­ode. Am 24. Janu­ar wech­selt er für die nächs­ten Jah­re in das Stern­bild Was­ser­mann. Am 1. Janu­ar ver­sinkt der Pla­net um 20:12 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Am 31. Janu­ar ver­schwin­det Nep­tun bereits um 18:20 Uhr. Am 17. Febru­ar steht er dann in Kon­junk­ti­on mit der Sonne.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht momen­tan unbe­ob­acht­bar am Tag­him­mel. Erst am 28. Juni kommt der nur in grö­ße­ren Tele­sko­pen beob­acht­ba­re ehe­ma­li­ge Pla­net des Son­nen­sys­tems im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Sonne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 103P/Hartley 2 im Stern­bild Gro­ßer Hund steht gegen Mit­ter­nacht in Rich­tung Süden. Am 24. Janu­ar tritt er ins Stern­bild Ein­horn. Sei­ne Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 8,5 auf 11,5 mag zurück. Somit kann der Schweif­stern zu Beginn des Monats in klei­nen und ab dem letz­ten Monats­drit­tel nur noch in mitt­le­ren bis gro­ßen Tele­sko­pen beob­ach­tet werden.

(3) Juno bewegt sich durch die Jung­frau und wird Anfang Janu­ar wie­der hel­ler als 10 mag. Am 1. des Monats kul­mi­niert der Aste­ro­id um 5:11 Uhr und am letz­ten Tag des Monats, nun 9,6 mag hell, bereits um 3:18 Uhr. Erst Mit­te März erreicht Juno schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Sonne.

(6) Hebe bewegt sich durch den Wal­fisch und ist zu Beginn des Monats noch 9,6 mag hell. Am Ende des Monats ist die Hel­lig­keit wie­der auf 9,9 mag zurück­ge­gan­gen. Der Aste­ro­id geht im Lau­fe des Janu­ars immer frü­her unter. Am 1. Janu­ar sinkt Hebe um 23:19 Uhr und am 31. Janu­ar bereits um 22:48 unter die Horizontlinie.

(7) Iris kommt am 24. Janu­ar im Stern­bild Krebs in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 7,9 mag. Damit ist Iris bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Zu Beginn des Monats noch 8,3 mag hell, geht die Hel­lig­keit nach der Oppo­si­ti­on wie­der auf 8,1 mag zurück. Iris kul­mi­niert am 1. Janu­ar um 2:05 Uhr und am 31. Janu­ar bereits eine hal­be Stun­de vor Mitternacht.

(20) Mas­sa­lia im Stern­bild Jung­frau wird Ende Janu­ar wie­der hel­ler als 10 mag. Zu Beginn des Monats erreicht der Aste­ro­id um 5:13 Uhr den Meri­di­an. Ende des Monats steht Mas­sa­lia bereits um 3:27 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden.

(23) Tha­lia erreicht am 21. Janu­ar im Stern­bild Luchs die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine repek­ta­ble Hel­lig­keit von 9,1 mag. Nor­ma­ler­wei­se ist der Pla­ne­to­id mit 11,6 Magnitu­den Oppo­si­ti­ons­hel­lig­keit deut­lich licht­schwä­cher. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 9,5 mag und der Aste­ro­id erreicht um 2:13 Uhr den Meri­di­an. Am letz­ten Tag des Monats erreicht die nun wie­der 9,2 mag hel­le Tha­lia bereits um 23:47 Uhr ihre höchs­te Stel­lung im Süden.

(44) Nysa bewegt sich durch das Stern­bild Löwe. Die Hel­lig­keit steigt von 9,8 auf 9,2 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 3:22 Uhr auf 1:11 Uhr.

Meteorströme

Vom 1. bis 6. Janu­ar 2010 sind die Qua­dran­ti­den aktiv, des­sen Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 4. Janu­ar kurz nach 2 Uhr mor­gens statt. In die­ser Zeit sind bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Der Radi­ant erreicht gegen 3 Uhr aber nur eine Höhe von 40° über dem Hori­zont, so dass die maxi­ma­le Anzahl an Meteo­re weit­aus gerin­ger aus­fällt. Wenigs­tens wird der Mond die Beob­ach­tung der Qua­dran­ti­den nicht stö­ren, da am 4. Janu­ar Neu­mond ist. Tritt das Maxi­mum aller­dings etwas spä­ter ein, könn­ten unter einem dunk­len Him­mel und mit höhe­rem Radi­an­ten­stand immer­hin noch 100 Meteo­re beob­ach­tet werden.
Der Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Aller­dings wird seit 2003 ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Ein rela­tiv neu­er Strom sind die Gam­ma-Ursi­den, des­sen Radi­ant sich in der Nähe des Sterns Gam­ma im Klei­nen Bären (Ursa Minor) befin­det. Das Maxi­mum, mit rund 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de, fin­det in der Nacht vom 20. auf den 21. Janu­ar statt. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Gam­ma-Ursi­den streu­en um 30 km/s.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung des Stern­bilds Krebs. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besitzen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2011 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir den Gro­ßen Wagen, der Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, nahe­zu senk­recht über dem Nord­ost-Hori­zont. Er wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gert man die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, des­sen Kas­ten nun die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens herum.
Tief im Nord­wes­ten und links unter­halb des Dra­chens soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich der Kepheus und noch wei­ter höher das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia. Die Zenitge­gend wird aus dem kaum auf­fäl­li­gen Stern­bild der Giraf­fe gebil­det, das nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Früh­lings­stern­bild Löwe voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­digt vom nahen­den Früh­ling. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings ist der unschein­ba­re Krebs, der sich wei­ter höher im Nord­os­ten befin­det. Hier erkennt man unter einem dunk­len Him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Dabei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44). Unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge erschienen.
In mitt­le­rer Höhe im Süd­os­ten ent­de­cken wir das Stern­bild des Klei­nen Hun­des mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Dar­über ste­hen die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne und unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und der Zwil­lin­ge befin­det sich noch der unschein­bar Luchs.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze an der lin­ken Schul­ter und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel am rech­ten Fuß, hat soeben die höchs­te Stel­lung über dem Süd­ho­ri­zont erreicht. Dar­un­ter befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben der Gro­ße Hund, mit dem hel­len Siri­us – der hells­te Stern des irdi­schen Fir­ma­ments. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher den Klei­nen Hund, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Prokyon.
Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux, der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la in Zenitnä­he sowie das Stern­bild Per­seus. Unter­halb von Fuhr­mann befin­det sich der Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont herab.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich anschlie­ßen­den Andro­me­da in hal­ber Höhe, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter­ge­gan­gen. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur eine läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein: Hier­bei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei.
Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier. Rechts unter­halb des Stiers und west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da befin­den sich die Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch im Süd­wes­ten befin­det sich noch halb über dem Hori­zont. Hoch im Nord­wes­ten sinkt nun auch die Kas­sio­peia, das so genann­te Himmels‑W, lang­sam wie­der zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus steht noch das unschein­ba­re Stern­bild Eidechse.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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