Der Sternhimmel im Monat November 2014

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Der Lauf des Mondes

In den ers­ten drei Tagen des Monats wan­dert der zuneh­men­de Mond durch die Stern­bil­der Was­ser­mann und Fische und steht am 4. Novem­ber nur 20 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von Ura­nus. Zwei Tage spä­ter ist dann auch die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Wid­der erreicht.
Nach der Voll­mond­nacht kön­nen wir an den Fol­ge­ta­gen den nun wie­der abneh­men­den Mond im Stern­bild Stier auf­spü­ren. Am 8. des Monats befin­det er sich zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“ und nur 37 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stern­bil­des Stier. Danach wird unser Erd­tra­bant mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert wei­ter in öst­li­cher Rich­tung durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs. Am 14. Novem­ber steht der abneh­men­de Halb­mond (letz­tes Vier­tel) nahe Jupi­ter am Mor­gen­him­mel. Nur eine Mor­gen spä­ter befin­det er sich nahe Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Nach­dem der Mond auch das Stern­bild Jung­frau hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten am Mor­gen des 21. Novem­bers zum letz­ten Mal als schma­le Sichel im Stern­bild Waa­ge in der Mor­gen­däm­me­rung auf­spü­ren. Am 22. Novem­ber ist dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht.
Nach dem Novem­ber­neu­mond taucht die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des am Abend des 24. Novem­ber wie­der in der Abend­däm­me­rung auf und steht dann dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Schüt­ze. Am 26. des Monats befin­det sich der Mond in der Nähe des Roten Pla­ne­ten Mars am Abend­him­mel. An den Fol­ge­aben­den wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter in öst­li­cher Rich­tung durch Him­mels­ab­schnit­te, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 27. steht er im Stein­bock und am 29. Novem­ber, als zuneh­men­der Halb­mond (ers­tes Vier­tel), im Was­ser­mann. Zum Monats­en­de erreicht der Mond schließ­lich das Stern­bild Fische.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur kommt am 1. Novem­ber mit 18°40′ in eine größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne und ist, auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge und sei­ner nörd­li­che Posi­ti­on im Tier­kreis, güns­tig am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Nur 20 Minu­ten nach sei­nem Auf­gang um 5:07 Uhr, kann man den ‑0,4 mag hel­len inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems über dem öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken, bis er kurz vor 6:30 Uhr im zuneh­men­den Licht der Mor­gen­däm­me­rung ver­blasst. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det sich der Pla­net bereits 10 Grad hoch über dem Hori­zont. Am 5. Novem­ber läuft Mer­kur nur 4,3 Grad nörd­lich an Spi­ca vor­bei, dem Haupt­stern des Stern­bilds Jung­frau. Bis zum 10. Novem­ber stei­gert Mer­kur sei­ne Hel­lig­keit auf ‑0,8 mag. Bei kla­rem Wet­ter und guter Hori­zont­sicht kön­nen wir den flin­ken Pla­ne­ten wahr­schein­lich zum letz­ten Mal am Mor­gen des 14. Novem­bers mit blo­ßem Auge ent­de­cken. An die­sem Mor­gen geht er erst um 5:59 Uhr auf. Danach bleibt er für den Rest des Jah­res unse­ren Bli­cken ver­bor­gen, so dass auch die Begeg­nung mit Saturn am 26. Novem­ber uns entgeht.

Die Venus stand im Okto­ber in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ent­fernt sich nun wie­der lang­sam in öst­li­cher Rich­tung von unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Bis zum Monats­en­de hat sich ihr öst­li­cher Win­kel­ab­stand von der Son­ne auf nur 10 Grad ver­grö­ßert. Auf­grund ihrer zum Monats­en­de hin mit ‑23 Grad sehr süd­li­chen Dekli­na­ti­on, reicht es lei­der nicht für eine Sicht­bar­keit unse­res Schwes­ter­pla­ne­ten in der Abend­däm­me­rung. So bleibt die Venus den gesam­ten Monat Novem­ber über unsicht­bar. Lei­der ent­geht uns auch die Begeg­nung mit Saturn am 13. Novem­ber in nur 1,5 Grad Abstand.

Mars kann noch am Abend­him­mel im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Sein öst­li­cher Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn nimmt von anfangs 56 auf 48 Grad nur wenig ab. Da es auch immer zei­ti­ger dun­kel wird, ver­blei­ben dann noch knapp 2 Stun­den bis zu sei­nem Unter­gang gegen 19:20 Uhr im Süd­wes­ten. Die Unter­gangs­zei­ten blei­ben im gesam­ten Monat fast kon­stant. Die Hel­lig­keit nimmt in die­ser Zeit von anfangs 0,9 auf 1,0 mag leicht ab. Lei­der ist die güns­ti­ge Beob­ach­tungs­zeit für den Mars schon längst vor­bei, da im Tele­skop nur eine 5,1 Bogen­se­kun­den gro­ßes Mars­scheib­chen sicht­bar ist, wel­ches kaum Ein­zel­hei­ten auf sei­ner Ober­flä­che zeigt. Am 25. und 26. Novem­ber ergibt sich eine hüb­sche Kon­stel­la­ti­on, wenn die zuneh­men­de Mond­si­chel 11 bzw. 7 Grad vom roten Pla­ne­ten ent­fernt auf­zu­fin­den ist.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter wird zum Monats­en­de hin lang­sam zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht und geht schon vor Mit­ter­nacht auf. Er zieht dabei immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe und kommt dabei fast zum Still­stand. Sein west­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne ver­grö­ßert sich von anfangs 78 auf 106 Grad. Am 1. Novem­ber geht Jupi­ter um 23:27 Uhr auf. Am 30. Novem­ber erfolgt sein Auf­gang bereits um 21:44 Uhr. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht von ‑2,0 auf ‑2,2 mag und sein Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt 38 Bogen­se­kun­den. Am 15. Novem­ber steht noch der abneh­men­de Halb­mond in der Nähe von Jupi­ter und dem Haupt­stern Regulus.

Der Ring­pla­net Saturn steht am 18. Novem­ber in der Waa­ge in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt im gesam­ten Monat Novem­ber über im hel­len Licht unse­res Zen­tral­ge­stirns ver­bor­gen. An die­sem Tag befin­det sich Saturn 10,9 AE bzw. 1,63 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Auch wenn sich der Pla­net bis zum 30. Novem­ber gut 11 Grad in west­li­cher Rich­tung von der Son­ne wie­der ent­fernt, reicht das lei­der nicht für eine Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel. Auch die Begeg­nun­gen mit der Venus am 13. und mit Mer­kur am 26. des Monats ent­ge­hen uns.

Ura­nus bewegt sich rück­läu­fig durch die Fische und stand am 7. Okto­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Somit kann er noch die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den und steht bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon genü­gend hoch über dem Hori­zont. Im Fern­rohr ist ein 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes und 5,7 mag hel­les grün­li­ches Scheib­chen erkenn­bar, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Am 1. Novem­ber geht Ura­nus um 22:11 Uhr durch den Meri­di­an und geht am Mor­gen um 4:42 Uhr wie­der unter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 20:14 Uhr und die Unter­gän­ge auf 2:43 Uhr. Am Abend des 4. Novem­ber steht der Mond in der Nähe von Ura­nus. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt gegen 18:15 Uhr nur 20 Bogenminuten!

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 16. Novem­ber im Stern­bild Was­ser­mann zum Still­stand. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild und steht schon bei Ein­bruch der Dun­kel­heit hoch im Süd­os­ten. Zu Beginn des Monats steht der 7,9 mag hel­le Pla­net um 19:48 Uhr im Süden und geht um 1:01 Uhr unter. Am Monats­letz­ten kul­mi­niert Nep­tun schon um 17:54 Uhr und ver­sinkt um 23:03 Uhr wie­der unter die west­li­che Horizontlinie.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze steht zu nah bei der Son­ne und bleibt im Novem­ber unbeobachtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2013 A1 (Siding Spring) pas­sier­te am 19. Okto­ber 2014 in nur 140.000 Kilo­me­tern Abstand den Pla­ne­ten Mars und ist bei Ein­bruch der Dun­kel­heit tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger sicht­bar. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt von anfangs 10 auf nur noch 12 mag, so dass er noch in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres steht zu nah bei der Son­ne und bleibt unsichtbar.

(3) Juno kann im Stern­bild Was­ser­schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den und stei­gert die Hel­lig­keit im Lau­fe des Monats von anfangs 9,3 auf 8,9 mag. Der Aste­ro­id ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht am 1. Novem­ber um 23:26 Uhr auf. Bis zum 30. Novem­ber ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 22:12 Uhr. Am 12. Novem­ber steht Juno nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten vom 4,3 mag hel­len Sterns Eta Hydrae ent­fernt, der sehr gut als Auf­such­hil­fe für den Pla­ne­to­iden die­nen kann.

Aste­ro­id Nr. 6 Hebe bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Eri­da­nus. Am 15. Novem­ber kommt der Him­mels­kör­per wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,0 mag. Mit die­ser Hel­lig­keit ist der Aste­ro­id schon ein dank­ba­res Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Tele­sko­pe. Zu Beginn des Monats geht Hebe um 1:27 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten auf 23:03 Uhr. Am 22. Novem­ber zieht Hebe in nur 0,9 Grad Abstand vom 3,5 mag hel­len Stern Del­ta Eri­da­ni vorbei.

(23) Tha­lia bewegt sich durch den Stier und wird ab der Monats­mit­te wie­der hel­ler als 10 mag. Am 1. Novem­ber steht Tha­lia um 2:26 Uhr im Süden und am 30. Novem­ber, nun bereits 9,3 mag hell, um 0:09 Uhr. Am 27. Novem­ber kann der 4,3 mag hel­le Stern Tau Tau­ri als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden die­nen, wenn Tha­lia nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten am Stern vorbeizieht.

Meteorströme

Der Mete­or­strom der Leo­ni­den, des­sen Radi­ant sich unge­fähr 10 Grad nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen befin­det, ist all­jähr­lich zwi­schen dem 6. bis 30. Novem­ber aktiv. Das spit­ze Maxi­mum ist am 17. Novem­ber gegen 23:00 Uhr, mit 10 bis 15 Meteo­ren pro Stun­de, zu erwar­ten. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det sich der Radi­ant aber noch in der Nähe des Horizonts.Am bes­ten beob­ach­tet man des­halb, über den gesam­ten Akti­vi­täts­zeit­raum hin­weg, unge­fähr ab Mit­ter­nacht bis in die Mor­gen­stun­den hin­ein, wenn der Radi­ant der Leo­ni­den genü­gend hoch über dem Hori­zont steht. Der abneh­men­de Mond wird in der Maxi­mums­nacht, mit sei­ner dün­nen Sichel am Mor­gen­him­mel, die Beob­ach­tung der Leo­ni­den nicht stö­ren. Gegen 3 Uhr mor­gens, wenn sich der Radi­ant der Leo­ni­den schon in 40 Grad Höhe befin­det, sind dann immer­hin noch 5 bis 10 Stern­schnup­pen sicht­bar. Aber auch an ande­ren Tagen des Akti­vi­täts­zeit­raums kann es zu einer erhöh­ten Akti­vi­tät kom­men. So zei­gen Teil­chen­si­mu­la­tio­nen eine wei­te­re Häu­fung der Meteo­ro­iden am 21. Novem­ber. Die­se Teil­chen­wol­ke wur­de übri­gens im Jahr 1567 vom Mut­ter­ko­me­ten aus­ge­sto­ßen. Der Ursprungs­kör­per des Leo­ni­den­stroms ist der Komet 55P/­Tem­pel-Tut­tle, der eine Umlaufs­zeit von 33 Jah­ren besitzt.In den Jah­ren 1999 und 2001 waren die Leo­ni­den sehr aktiv. Mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät, die durch­aus Sturm­stär­ke errei­chen kann, ist des­halb alle 33 Jah­re zu rech­nen, wenn die Erde das Zen­trum der Trüm­mer­wol­ke des Kome­ten pas­siert. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 71 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erschei­nen dem­zu­fol­ge sehr schnell am Himmel.

Even­tu­ell sind in die­sem Monat noch die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den inter­es­sant, die vor 20 Jah­ren, mit ihrem Aus­bruch und einer Zeni­tra­te von 420 Meteo­ren pro Stun­de, für Auf­se­hen sorg­ten. In die­sem Jahr könn­te es am 21. Novem­ber gegen 23:30 Uhr eben­falls zu einer erhöh­ten Akti­vi­tät kom­men. Mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de tre­ten die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sehr schnell in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen des­halb sehr schnel­le Sternschnuppen.

Die Tau­ri­den sind vom 20. Sep­tem­ber bis 25. Novem­ber aktiv. Eigent­lich besteht die­ser Mete­or­strom aus zwei Teil­strö­men: Näm­lich den Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tau­ri­den. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tau­ri­den fin­det am 5. Novem­ber statt und das eher brei­te Maxi­mum der Nörd­li­chen Tau­ri­den am 12. Novem­ber. Dabei ist der nörd­li­che Teil­strom deut­lich akti­ver als der Süd­li­che. Im Schnitt zei­gen sich aber nur 5 Meteo­re pro Stun­de, die mit einer Geschwin­dig­keit von nur 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Am bes­ten beob­ach­tet man den Strom der Tau­ri­den zwi­schen 20 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der peri­odi­sche Komet 2P/Encke, der auch für einen Groß­teil der eklip­ti­ka­len Meteo­re ver­ant­wort­lich ist.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im November 2014

Der Stern­him­mel am 15. Novem­ber 2014 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat soeben die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten und steigt nun im Lau­fe der Nacht wie­der lang­sam höher. Die Deich­sel­spit­ze des Wagens zeigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit genau auf den Nord­punkt des Hori­zonts. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, hat man auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun eben­falls fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont befindet.
West­lich des Klei­nen Bären erken­nen wir das Stern­bild des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Dar­über steigt das Stern­bild Kepheus eben­falls lang­sam wie­der her­ab. Unter­halb des Dra­chen ent­de­cken wir bei guter Hori­zont­sicht noch ein Teil des Her­ku­les. Der Nord­os­ten wird, fast bis in den Zenit hin­ein, von den unschein­ba­ren Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs ein­ge­nom­men, die aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen sind.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird lang­sam von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern über­nom­men. Im Süd­os­ten ist der Him­mels­jä­ger Ori­on schon voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich davon erken­nen wir die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb der Zwil­lin­ge und des Ori­on fin­den wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, und das Stern­bild Stier, mit dem röt­li­chen Alde­ba­ran. Im Stier sind auch die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den leicht mit blo­ßem Auge zu erken­nen. Noch wei­ter höher strebt das Stern­bild Per­seus lang­sam sei­ner höchs­ten Stel­lung entgegen.
Direkt über dem Ost­punkt steht Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund. In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ste­hen der unschein­ba­re Luchs und, noch etwas höher in Rich­tung Zenit, die schwa­chen Ster­ne des Stern­bil­des Giraffe.

Im Süden

Der Süden wird noch immer von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. West­lich vom Meri­di­an gele­gen steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Stern­ket­te der Andro­me­da an. In die­sem Stern­bild steht das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, was noch mit unbe­waff­ne­tem Auge zu erken­nen ist, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se hat soeben zenit­nah den Meri­di­an über­schrit­ten. Noch höher im Süd­os­ten befin­det sich auch der Per­seus. Dar­un­ter erken­nen wir den west­li­chen Teil des Stiers und noch wei­ter in Rich­tung Süd­ho­ri­zont einen Teil des Flus­ses Eridanus.
Wir wen­den uns wie­der dem Süd­punkt zu. Hier befin­den sich, direkt unter­halb der Andro­me­da, noch die unschein­ba­re­ren Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und Fische. Genau im Süden geht soeben der Wal­fisch durch den Meri­di­an. Tief im Süd­wes­ten steht noch der öst­li­che Teil des Stern­bil­des Wassermann.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Stern­bil­der des Som­mer­him­mels. Dicht über dem West­ho­ri­zont soll­te noch das Som­mer­drei­eck erkenn­bar sein. Gebil­det wird es aus den Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Ata­ir befin­det sich zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon sehr dicht über dem West­ho­ri­zont und kurz vor sei­nem Unter­gang. Die Milch­stra­ße ver­läuft in die­ser Regi­on eben­falls in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ste­hen die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Eidech­se und Kepheus. Mit­tel­hoch im Nord­wes­ten erken­nen wir noch den Dra­chen und dar­un­ter ein Teil des Stern­bil­des Herkules.
Hoch im Süd­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Pega­sus und die Andro­me­da, die im Lau­fe der Nacht immer wei­ter zum Hori­zont hin­ab­stei­gen wer­den. Unter­halb des Pega­sus steht ein Teil der Fische und, bereits in Hori­zont­nä­he gele­gen, das eher unschein­ba­re Stern­bild des Wassermanns.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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